Ruta del Cares – im Herzen der Picos de Europa

Von unserem Standort Camping La Viorna wollten wir unbedingt das angeblich absolute Muss erleben: die Durchquerung der Cares-Schlucht. Weil heute Sonntag war, und weil die Tour als eine der schönsten Wanderungen in Spanien gilt, wählten wir wegen des zu erwartenden «Verkehrsaufkommens» den Start ab Cain (460 m), von Süden her also. Und relativ früh aufzubrechen war eine weitere (richtige) Einschätzung. Die etwa 65 km lange Anfahrt führte ab Potes über zwei Pässe bis auf 1600 m.ü.M. hinauf, und sie dauerte ca. 1.5 Std. Die karge voralpin geprägte Landschaft war sehr beeindruckend. Vor dem Ausgangspunkt in Cain dann einige Schlüsselstellen auf der Fahrstrasse: engste Passagen, bis zu 20% Steigung/Gefälle, kreuzen selten möglich – Prinzip Hoffnung. Und die Parkmöglichkeiten im kleinen Dörfchen Cain sehr abenteuerlich (wenigstens für Wohnmobilisten) – die verlangten vier Euro waren sehr gerechtfertigt. Nach dem Startkafi in einem der vielen Touristen-Cafés der Einstieg in die Schlucht direkt hinter dem letzten Haus des Dorfes. Auf allen Seiten erheben sich senkrechte Wände, was der Sonne die direkte Einstrahlung etwas verwehrt. Wir hatten nicht die Absicht, die gesamte Länge der Schlucht bis Poncebos (12 km hin und so viel zurück, total also 24 km) zu absolvieren – bei ca. 7 km also der Umkehrpunkt. Irgendwann hat man die sich wiederholenden Bilder ohnehin gesehen: steil überhängende Felswände, maximal zwei Meter (manchmal auch weniger) breite Wege, dunkle Tunnels (Kopf einziehen, gell Ruedi!), keine Wegsicherungen, streckenweise geht es hundert Meter Falllinie runter zum tobenden Cares. Von einer besonders Herausforderung zu sprechen wäre dennoch übertrieben, aber Vertigo-geplagte Wanderer haben zu kämpfen. Und Hunde gehören an die Leine, Biker dürfen nicht durch. Viel mehr gibt’s nicht schreiben, lassen wir die Bilder sprechen.

Fazit:
Unsere zweite Wandertour im Nationalpark der Picos de Europa erfüllte unsere Erwartungen trotz der grossartigen Natur nicht ganz. Zu touristisch😒… – hunderte von Wanderern aller Leistungsklassen unterwegs (Ola, ola…). Aus unserer Sicht ist die Tour zwar spektakulär, aber kein Muss.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, hohe Bewölkung, windstill, bis 29°.

Hilfsmittel:
Stirnlampe, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 2. Juni 2019
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: ca. 14 km ab Cain und zurück
Höhendifferenz: ca. 250 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.Tageszeit: 10:15 bis 14:15 Uhr