Archiv der Kategorie: Bergwanderung

Goldauer Bergsturz bei Föhnsturm

So eine stimmungsvolle Föhnsturm-Wanderung muss erlebt werden! Ab (gebührenpflichtigem) Parkplatz Bahnhof Arth-Goldau durchquerten wir das Zentrum von Goldau in Richtung Tierpark. Kurz vor dem Ortsende und nach P. 514 folgten wir links dem Wegweiser in Richtung Gnipen (3 Std.). Bei P. 655 in der Haarnadelkurve nach rechts (Richtung Untergrisselen, nach wenigen Metern die Strasse nach links verlassend (WW Richtung Gnipen). Jetzt weiter auf dem Direktaufstieg durch den Schuttwald bis P. 817. Vorbei an der Haarnadelkurve der Strasse weiter durch den Schuttwald. Auf einer Höhe von ca. 960 m dann links haltend (WW Gnipen – rechts ginge es nach Gribsch). Nach wenigen Metern böte sich dann der Einstieg zum Orchideen-Paradies (mit ausführlicher Infotafel). Diesen Lehrpfad wollten wir heute nicht begehen, weil die Orchideen (Frauenschuh, Vogel-Nestwurz und Waldvöglein) bestimmt noch nicht zu bewundern waren – das dürfte erst im Laufe des Mai der Fall sein. Wir hielten uns also vorerst nach Westen, um dann auf dem Normalweg (rot-weiss) aufzusteigen. Dieser verlief nun zunehmend steil, ab einer Höhe von ca. 1280 m sogar sehr steil und über hohe Tritte. Auf den letzten 200 Höhenmetern einer Gratwanderung gleichend, waren einige steilere Kraxelstellen zu meistern. Bald standen wir auf einem begrasten Aufschwung – das Gipfelkreuz des Gnipen vor uns. Der Fernblick war stimmig, mit Blick zu den Epizentren des Föhns, getrübt von riesigen Pollen-Wolken. Dennoch erkannten wir einige uns bekannte Gipfel (Rossstock, Kaiserstock, Fulen, Bristen, Urirotstock, usw.). Nach windbedingt kurzer Gipfelpause zogen wir weiter nach Osten über den Schwyzer Panoramawanderweg in Richtung Wildspitz. Hier oben waren die Auswirkungen vom Sturmtief Burglind unübersehbar – mindestens 30 Bäume versperrten den eigentlichen Weg. Einige Wanderer versuchten vergeblich durchzukommen, wäre auch zu gefährlich gewesen; Umgehung war die richtige Lösung. Der Wildspitz war in einer knappen halben Stunde erreicht. Dort oben war einiges los: Biker und Wanderer wollten verpflegt werden. Nach unserer Einkehr entschieden wir nach Steinerberg abzusteigen – im Wissen darum, dass der letzte Abschnitt von ca. 4 km nicht gerade knieschonend über eine asphaltierte Strasse verläuft. Den im Stundentakt verkehrenden Zug nach Arth Goldau verfehlten wir um wenige Minuten, was uns Zeit für eine Siesta bescherte.

Fazit:
Diese nicht gerade kurze, ansprechende, geologisch und witterungsbedingt stimmungsvolle Bergwanderung hat uns einmal mehr sehr gut gefallen.

Wetterverhältnisse:
Föhnsturm mit Böen bis 60 km/h, ca. 14 bis 24°

Hilfsmittel:
Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. April 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 14.8 km, Goldau – P. 655 – P.818 – Gnipen GK (1532 m) – Gnipen P.1566 – P.1538 – Wildspitz (1579 m) – P.1520 – Waldhütte – Obhegkapelle – P.1128 – P.1102 – P.1019 – P.967 (Schwand) – P.918 – Oberstock – Steinerberg
Aufstieg: ca. 1174 m
Abstieg: ca. -1034 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 25 Min.
Tageszeit: 08:80 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Magisches Lötschental 2|2 – Winterwanderung zur Lauchernalp

Liebe Freunde, bitte jetzt nicht Kopfschütteln, wenn wir nach unserer gestrigen Winterwanderung im lawinenversehrten Lötschental schon wieder unterwegs sind. Und die Wanderung von gestern zur Fafleralp hätten wir heute nicht mehr unternehmen können, da aufgrund der Lawinengefahr mittlerweile die Talloipen und -Wanderwege gesperrt waren. Also etwas höher hinaus, auf die Lauchernalp zum Beispiel, war heute die bessere Entscheidung.

Mit dem Postauto direkt ab Haustüre von Ried nach Wiler bis zur Talstation der Luftseilbahn, welche das Skiparadies Lauchernalp erschliesst. Das Dorf Wiler durchquerten wir ostwärts, um am östlichen Dorfausgang zum Sommerweg, im Winter identisch mit der Talabfahrt, zu gelangen. Dort wo der gefürchtete Milibach in den Wintern immer wieder für Geröll- und Lawinenniedergänge sorgte, schützt seit 1982 ein Damm. Diesen durchquerten wir um dann weiter aufzusteigen – quasi auf der gesicherten Piste der Talabfahrt. Während des ganzen Aufstiegs bis zur Lauchernalp begegneten uns heute wohl witterungsbedingt (grau in grau) nur vier Schlittler. Eine etwas höhere Verkehrsfrequenz hätte uns schon mehr beruhigt. Jedenfalls durchquerten wir einige (rutschgefährdeten?) Steilhänge zügig. Anrisse sahen wir allerdings keine. Mit der Ankunft im Weiler Fischbiel begrüsste uns endlich auch die Sonne. Auf der gegenüber liegenden Talseite lichtete sich sogar die das Bietschhorn abdeckende Wolkenwand. Nur hoch über uns war das vermeintliche Gipfelziel, der Hockenhorngrat und das Hockenhorn selbst noch immer verhüllt. Da kam uns der Besuch im Restaurant Zudili in der Bergstation Lauchernalp gerade recht. Während wir die währschaften Gulaschsuppen genossen, heiterte es draussen immer mehr auf, so dass wir uns für den Abstieg zum Fuss (und nicht mit der Luftseilbahn) entschieden. Da der Weg über Haispil nach Kippel hinunter der heiklen Verhältnisse wegen gesperrt war, wählten wir für den Abstieg den uns bereits bekannten Weg über die Talabfahrt. Das war ziemlich kräfteraubend, weil die Unterlage aufgeweicht war. Entschädigt wurden wir mit dem Dauerblick hinauf zur Lötschenlücke (mit Hollandiahütte) und zum Bietschhorn – sogar die Bietschhornhütte war zu sehen. Nach anderthalb Stunden erreichten wir wohlbehalten Wiler. Die Rückfahrt mit dem Postauto nach Ried dauerte nur wenige Minuten, die dann folgende Siesta dann etwas länger… In der Gewissheit, den misslichen Verhältnisses getrotzt zu haben, konnten wir dem abendlichen Feinschmeckermenü erwartungsfroh entgegen sehen.

Osterwünsche:
Morgen Karfreitag fahren wir wieder nach Hause – Ostereier suchen! Allen Freunden und Besuchern unserer Website wünschen wir ein tolles Osterfest 2018!

Fazit:
Ein wiederum eindrückliches Winterwander-Erlebnis im «magischen Lötschental» – uns werden diese beiden Wintertage in bester Erinnerung bleiben. 

Wetterverhältnisse:
Freundliche, teils sonnige Witterung, Unmengen von Schnee, Temperatur um 0°, windstill.

 Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. März 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 13.6 km, Wiler (1399 m) – Lawinenverbauung Milibach – Sommerweg (Talabfahrt) durch den Rufiwald – Fischbiel (1872 m) – Lauchernalp (1969 m) – Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 590 m
Abstieg: ca. -590 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Magisches Lötschental 1|2 – Winterwanderung zur Fafleralp

Geplant waren 3 Tage im hochwinterlichen magischen Lötschental – mit dem Höhepunkt einer Winterbesteigung des Hockenhorn (3293 m) mit Schneeschuhen. Daraus wurde nichts – der Genuss kam dennoch nie zu kurz, selbstverständlich auch dank unseres Aufenthalts im geschätzten Genusshotel Nest- und Bietschhorn. Trübes Wetter am Anreisetag, ebensolche Aussichten auch für die folgenden Tage, verbunden mit Niederschlägen (leichter Regen bis 1500 m.ü.M, darüber Schneefall). Lawinengefahr Stufe 3 (erheblich), vor allem aber der starke Wind und der heikle Triebschnee am Hockenhorn sorgten für vernünftigen Verzicht auf die Gipfeltour.

Das Lötschental bietet auch so viele Alternativen, die abendliche Feinschmeckerküche zu «verarbeiten». Die mitgebrachten Schneeschuhe liessen wir im Keller stehen. Heutiges Ziel war eine Wanderung zur Fafleralp, auf dem mehr oder weniger präparierten Winterwanderweg, welcher auch als Loipe dienen sollte. Die markierte Strecke führte entlang des Wildschutzgebietes (Jagdbanngebiet Bietschhorn), durfte also nicht verlassen werden. Gleich ausserhalb Ried war die Lonza über eine Brücke zu queren. Dann der leichte Anstieg auf bereits aufgeweichter Unterlage zum Lawinenkegel. Sehr eindrücklich, die ca. 10 Meter hohen Schneemassen, welche der Birchbach hier vom Birchechinn herunter geschoben hatte. Das war im Januar; in mehrtägiger Arbeit hat man hier den Winterwanderweg durchgefräst. Die Stelle passierten wir mit Respekt. Im folgenden lichten Wald beobachteten wir Gämsen, welche sich, tief einsinkend, mühsam etwas Nahrung suchten. Die ersten Häuser von Blatten (Chinngasse) in Sichtweite – sie werden gut geschützt mittels eines aufgeschütteten Lawinenschutzdamms. Blatten mit seinen schönen Walserhäusern passierten wir südlich über Bruchmatt (P.1534), um dann am linken Ufer der Lonza auf der zugeschneiten und nicht befahrbaren Strasse in Richtung Kühmad zu ziehen. Wieder einmal merkten wir, dass trübes Wetter den Blick für andere Motive schärft. Kurz vor dem Stalldorf Kühmad überquerten wir die Lonza, um die unter gewaltigen Schneemassen liegenden Stadel zu erreichen. Wir befanden uns jetzt auf dem Pilgerweg Blatten-Kühmad, der unmittelbar bei der schönen Wallfahrtskirche vorbeiführte. Ein Blick ins Innere der Kirche lohnte sich (siehe Bilder). Unglaublich: von der zur Fafleralp hochführenden Strasse war nichts zu sehen, lag sie doch unter eine Schneedecke von ca. zwei Metern. Uns sollte es recht sein, von dieser verkehrsarmen Situation profitieren zu dürfen. Ausserhalb Kühmad zogen wir die paar Kehren hoch – die Häuser der Fafleralp schon in Sichtweite. In der letzten Kurve vor der Faflermatte hielten wir links, um vorbei am verwaisten Hotel Langgletscher das in den Bäumen versteckte Berghotel Fafleralp (geöffnet bis 2. April!) zu erreichen. Nur eine Hand voll Gleichgesinnter hatte sich hierher «verirrt». Gelohnt hatte es sich alleweil: leckere Fleischsuppe und köstliche Aprikosenwähe. So gestärkt machten wir uns auf den Weiterweg, vorbei am von der Wucht des Lawinenschnees «abgeholzten» Faflerwald. Nach wenigen Minuten erreichten wir die in den schneefreien Monaten stark belebte Faflermatte mit dem Zeltplatz und der nahe liegenden Siedlung, der grosse Parkplatz ebenfalls meterhoch eingeschneit. Rätselhaft, wie die Schneeräumequipe das viele Weiss bis Ende April wegschaffen will?! Nach der Umrundung des bewaldeten Hügels erreichten wir wieder die Strasse. Auf der mittlerweile stark aufgeweichten Unterlage ging es schrittweise ausbalancierend und zügig runter. Immer wieder beindruckt von den gewaltigen Schneemassen, welche auf der gesamten Strecke lagen und von den steilen Hängen in Form von Lawinen herunter gedonnert waren. Vorbei an der Kühmad war Blatten rasch wieder erreicht. Irgendwie waren wir froh, diese doch etwas bedrohlich-wilde Zone wieder zu verlassen. Jetzt noch die Traverse durch den furchterregenden Lawinenkegel des Birchbachs, den Blick immer nach oben gerichtet in Richtung der nicht sichtbaren Gipfel (Breithorn, Breitlauihorn, Bietschorn). Alles gut gegangen – glücklich und zufrieden erreichten wir das Hotel wieder – Zeit für eine Siesta, denn der Abend mit dem 15 Punkte-Feinschmeckermenü stand ja noch bevor 😊…

Fazit:
Ein eindrückliches Winterwander-Erlebnis in doch sehr speziellem Ambiente war das!

Wetterverhältnisse:
Sehr trübe, schwacher Regen und Schneefall, dennoch typisches Winterwanderwetter, unglaublich viel Schnee, Temperatur um 0°, windstill. 

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 28. März 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.8 km, Ried (1490 m) – Blatten (P.1534) – Kühmad – Fafleralp (1787 m) – Rückweg über Faflermatte, dann wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 360 m
Abstieg: ca. -360 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Creux du Van – Rundwanderung ab Noiraigue NE

Heute nahmen wir uns eine alte Pendenz vor: der Creux du Van – ein sog. Ausräumungskessel (französisch: cirque) im Jura an der Grenze zwischen den Kantonen Neuenburg und Waadt. Er ist etwa 1200 m breit und 500 Meter tief. Die Gesamtlänge der Felswände, die ca. 160 Meter senkrecht abfallen, beträgt etwa vier Kilometer. Das Gebiet liegt beim Mont Soliat auf 1200 bis 1450 m.ü.M. Seit 1972 ist es unter Schutz gestellt und gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Kessel ist wahrscheinlich nach der Eiszeit durch Erosion entstanden. Der Boden ist mit Moränen- und Bergsturzmaterial bedeckt, auf dem Tannen und Buchen wachsen. In der Mitte unter dem oben unbewaldeten Teil des Kessels liegt die Fontaine Froide, deren Wasser das ganze Jahr über gleichmässg 4° C warm ist. An den Felswänden leben Steinböcke und Gämsen. Soviel im Voraus zum heutigen Tagesziel.

Um sechs Uhr Abfahrt, dauerte die ÖV-Fahrt bis Noiraigue im Val de Travers knapp drei Stunden; so starteten wir kurz nach neun Uhr am Bahnhof Noiraigue. Gut ausgeschildert durchquerten wir das kleine Dorf in Richtung S, nach der Überquerung der Areuse bis zum Hof Vers chez Joly (ein ziemlich chaotischer Ort, verunziert mit etwa 30 Autoruinen). Nach dem Hof verliessen wir die zur Ferme Robert hoch führende Strasse um nach rechts abzubiegen. Frost und Nebel motivierten uns zu einem forschen Marschtempo, so dass wir rasch Betriebstemperatur erreichten. Auf der Forststrasse, welche ab ca. 800 m.ü.M. schneebedeckt war erreichten wir bald den Hof Les Oeillons (1014 m). Ab hier begann der mittlerweile doch hochwinterliche Aufstieg durch den Wald, genannt Sentier des
14 Contours
, zu deutsch «Pfad der 14 Kurven» – die 10 bis 20 cm Schnee verlangten etwas Trittsicherheit. Bei Kurve 14 (so markiert) erreichten uns erste Sonnenstrahlen, und im Rücken ging der Blick über die Nebelsuppe zu den naheliegenden Jurahöhen. Auf dem Dos d’Ane auf etwa 1370 m.ü.M. erreichten wir den Pertuis de Bise; damit bot sich ein erster Blick zum monumentalen Kessel des Creux du Van. Der Hof Le Soliat (1382 m) liessen wir rechts liegen, weil das Restaurant Winterschlaf hält. Wir stiegen der Trockenmauer entlang hoch, und überschritten so für eine kurze Distanz die Kantonsgrenze NE/VD. Meist bewegten wir uns nahe dem felsigen Abgrund, also links der Trockenmauer. Hartgefroren der Boden, der windverwehte Schnee ebenfalls – also gut zu machen ohne Schneeschuhe. Am südlichen Ende des Kessels hielten wir auf das auf dem Mont Le Soliat stehende Kreuz zu. Hier auf 1464 m genossen wir das sich über dem Nebelmeer ausbreitende Alpenpanorama, welches vom Titlis bis zum Mont Blanc reichte. Der richtige Ort also, hier auch die mitgebrachten Leckereien zu vertilgen: Vorspeise Cashewnüsse und Dörraprikosen, Hauptgang Sandwiches mit Lachs und Kräuter-Cantadou gefüllt, zum Dessert Biberli und Schoggi – herrlich! Nach ausgiebiger Gipfelrast wieder der Rückweg, leicht abzusteigen bis zum Kesselrand. Wirklich beeindruckend, dieser monumentale felsige Kessel! Immer hart der Kante entlang, begegneten wir an einer besonders windstillen Stelle doch tatsächlich einem weiblichen Steinbock (Steingeiss) – dem einzigen Tier heute. Dazu muss man wissen, dass hier oben eine grosse Kolonie von Steinböcken und Gämsen lebt. Die Tiere sollen angeblich ziemlich zutraulich sein. Zurück zu «unserem» Steinböckli: gesehen und gehört hatte es uns schon, aber beeindrucken liess sich das schöne Tier überhaupt nicht (siehe Bilder). Nach diesem schon nicht mehr erwarteten tierischen Erlebnis entschieden wir uns für den (w-r-w-markierten) Abstieg über den Sentier du Single in Richtung Fontaine froide. Diese steile Strecke war unter 10 bis 20 cm Schnee und gerade noch ohne Leichtsteigeisen (die wir dabeihatten) zu machen, allerdings waren die Stöcke sehr hilfreich. Ab P.1195 standen uns verschiedene Pfade zur Auswahl, alle führen sie zur Ferme Robert (972 m) hinunter – auch hier geschlossen. 250 m über uns die beeindruckend wuchtige Wand des Creux du Van. An der Ferme zogen wir also gezwungenermassen vorbei, um unspektakulär auf der Bergstrasse nach Noiraigue hinunter auszulaufen. Vorbei am schon eingangs beschriebenen Chaos-Hof erreichten wir den Bahnhof. Die halbe Stunde Wartezeit nutzten wir für einen Tee in der Auberge de Noiraigue. Kurz vor drei Uhr Abfahrt nach Neuchâtel hinunter, von dort per ICN zurück nach Zürich.

Fazit:
Dieses «Weltwunder» zu dieser frühwinterlichen Jahreszeit zu besuchen, fanden wir besonders reizvoll, weil sich der hier sonst garantierte Publikumsauflauf in engen Grenzen hielt.

Wetterverhältnisse:
Unten grau, oben blau, ab ca. 1000 m.ü.M. sehr sonnig, ca. -2 bis +7°, im Wald/Schatten frostig-kühl, schwache Bise.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. November 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.1 km
Aufstieg: ca. 784 m
Abstieg:  ca. 773 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 20 Min. 

Kamera:
DSLR Nikon 7000

Hoher Kasten 1793 m – winterlicher Südostaufstieg

Hoch Vera motivierte uns zur heutigen Tour. Zugegeben: nicht ganz konventionell der Aufstieg, viele machen den Gipfel mit der Kastenbahn – nichts für uns (rauf nicht, runter schon…)! Den bestimmt nicht häufig begangenen direkten Aufstieg über die Südostseite via Bützelhütte wählten wir alleine schon der erwarteten winterlichen Verhältnisse wegen. Denn in der Nacht zum Vortag hatte es auf dem Hohen Kasten ca. 10 cm Neuschnee gegeben. Ab der Bützelhütte – also ab einer Höhe von ca. 1290 m.ü.M. – waren die Verhältnisse dann frühwinterlich.

Nach der mehr als zweistündigen ÖV-Fahrt starteten wir in Rüthi (Dorf, 430 m.ü.M.) bei frostiger Temperatur um 10:15. Dem Dorfbach entlang bis zum Mühltobel, auf der geteerten Plonastrasse über den Tobelbach zum zu Altstätten gehörenden Dorfteil Plona (ca. 590 m.ü.M.), nun endlich an der Sonne. Den schönen Weiler Plona durchquerten wir oberhalb der hübschen Kapelle in Richtung Lienz – noch immer auf befestigter Strasse. Die Absicht, die Strasse bei Erreichen des Waldrandes auf einem rechts abbiegenden Pfad zu verlassen, um P.697 (Geeren) direkt anzusteuern, mussten wir verwerfen – «gesperrt wegen Holzschlag». Also weiter auf der Strasse bis P.646, um den Bogen über Furnis zu nehmen (wo eine schmucke Hütte steht). Zweihundert Meter nach der Haarnadelkurve erreichten wir den erwähnten P.697. Jetzt hiess es aufpassen: nachdem wir erst 300 m zu weit liefen und umkehrten, fanden wir den geplanten, auf der LK nicht eingezeichneten Pfad – eine schwach ausgebildete, links von der Strasse wegführende Rampe, welche in den Wald führte. Wegen der Belaubung waren kaum Trittspuren auszumachen – dank etwas Orientierungsgefühl und auch Navi-unterstützt erreichten wir die Runse des Rötelbachs, dessen Überquerung wegen der bescheidenen Wasserführung unproblematisch war. Danach weiter auf noch immer undeutlicher Spur über Tammoos, wo wir wieder eine Forststrasse erreichten. Auf dieser wanderten wir im Schatten des Lienzer Spitzes (brrrrrrrrrr…) fünf Kehren hoch, um dann beim Wegweiser Bützel (P.1224) die Forststrasse nach links zu verlassen (w-r-w markiert Richtung Kastensattel – keinesfalls auf der Forststrasse verbleibend(!). Auf doch deutlicher Spur erreichten wir bald das Zwischenziel Stofel, resp. die sehr sonnig gelegene und geschlossene Bützelhütte. Bis jetzt waren wir (mit Umweg) zweieinhalb Stunden unterwegs, Zeit also, an diesem aussichtsreichen und sonnigen Platz ausgiebig zu rasten. Der weitere Aufstieg in Richtung Gipfel wurde jetzt nicht nur steiler, sondern war schneebedeckt, und deshalb rutschig und schmierig. Dank Stockeinsatz schafften wir den Aufstieg bis unter die imposante Wand des Zinggenchopf (1634 m). Nun folgte die aufsteigende und des Schnees wegen tückische Querung der Wand entlang in Richtung West. Nach der Wand zeigte sich der etwa 200 Hm höher liegende Gipfel. Der etwas weiter östlich des Gipfels liegende Kastensattel (P.1677) liessen wir rechts stehen. Schliesslich waren uns die Trittspuren eines vor uns aufgestiegenen, offensichtlich ortskundigen Wanderers, vertrauenswürdig genug – allerdings war diese Direttissima sehr steil, vollständig unter Pulverschnee, teilweise vereist und weglos. Dampfend erreichten wir den zum Kastensattel führenden Pfad, um auf dem weiteren Gipfelweg rasch der Sonne entgegen zu steigen. Oben dann ein unbeschreiblich schönes Panorama – Blick ins Vorarlbergische und zu den österreichischen Alpen, ins 1400 m tiefer liegende Rheintal, zu den Bündner Voralpen, und natürlich zum Säntis und seinen Nachbarn. Nur der Sämtisersee lag unter einer Nebeldecke, welche allerdings auch dekorativ wirkte. Nach diesem Gipfelgenuss folgte die achtminütige Talfahrt mit der Kastenbahn nach Brülisau (922 m.ü.M.) hinunter. Dort erwartete uns das Postauto nach Weissbad, ab dort dann der weitere Heimweg mit der Appenzellerbahn, ab Herisau mit dem Voralpenexpress, ab Rapperswil mit der S-Bahn, ab Wetzikon mit den VZO – mehr als zwei Stunden Heimfahrt, gefälliger ging es nicht…

Fazit:
Diesen Publikumsberg (nicht zuletzt des Drehrestaurants wegen ein Anziehungspunkt) von der ruhigen Seite her zu besteigen, war ein Vergnügen der besonderen Art – alles hat gepasst, vor allem auch das ausgezeichnete Wetter!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, ca. 3 bis 7° (Gipfel ca. 0°), im Schatten etwas kühl, schwacher Nordwind auf dem Gipfel.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 31. Oktober 2017
Schwierigkeit: T3+ (bei schneefreien, trockenen Verhältnissen T3-)
Strecke: 8.8 km
Aufstieg: ca. 1371 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 30 Min. 

Kamera:
Nikon Coolpix P900

Pass dal Fuorn – God Tamangur – S-charl

Gemütliche Fahrt mit der RhB via Samedan (wo Michael zustieg) bis Zernez, dann Umstieg ins Postauto (viele Gleichgesinnte, deshalb wurde der Kurs doppelt geführt, die meisten fuhren bis Buffalora). Auf dem Ofenpass um 10 Uhr angekommen, begann unsere Tour auf der Passhöhe Süsem Givè, gleich gegenüber des Hotels, auf dem w-r-w markierten Wanderweg. Der Pfad führte in leichtem auf und ab wunderschön durch lichten Wald. Ab und zu wurde der Blick auf die gut hörbare Passstrasse frei, darüber der schon leicht eingeschneite 2968 m hohe Piz Daint (auch eines unserer Ziele…). Mit dem Verlassen des Waldes weitete sich der Blick zum (kleinen) Skigebiet von Tschierv, weiter südlich der Blick zum majestätischen Ortler (3905 m) – welch ein Postkarten-Panorama! Auf der Alp da Munt dann Richtungsänderung nach Nord, nun auch steiler werdend. Auf den nächsten 1.2 km waren ca. 180 Hm zurück zu legen, die Fuorcla Funtana da S-charl, erreichten wir nach anderthalb Stunden. Hier oben machte sich eine allerdings nicht weiter störende Bise bemerkbar. Vor uns weitete sich das Super-Panorama (Piz Mutera, Piz Starlex, Lorenziberg). Im Abstieg zur etwa 250 m tiefer liegenden Alp Astras waren wir gemütlich unterwegs (Schonung für Michael); vor der Alphütte fanden wir an windgeschützter Stelle einen erstklassigen Picknickplatz an der Sonne. Alleine waren wir hier nicht, vielleicht ein Dutzend Gleichgesinnte. Nach ausgiebiger Verpflegungspause liefen wir unterhalb der Alphütte in Richtung God Tamangur; dieser höchstgelegene Arvenwald Europas war der Hauptgrund für unsere heutige Tour. Diese Streckenvariante bis S-charl ist mit 2 Std. 15 Min. etwas länger, als diejenige über die Fahrstrasse (1 Std. 45 Min.), dafür lohnender. Etwa 50 Hm über dem Wasser der Clemgia erreichten wir den God Tamangur. Sagenhaft schön, dieses Naturwunder (siehe Bilder)! Nur den Retter des God Tamangur, der Tännenhäher, bekamen wir leider nicht vor die Linse. Kurz vor der verfallenen Alphütte Damangur Dadora (2127 m) verliessen wir den Wald, um dann beim P.2018 die Fahrstrasse zu erreichen. Parallel zur hier noch zahmen Clemgia passierten wir Plan d’Immez und etwas weiter Plan San Martaila. Vor uns türmte sich das Massiv mit den Gipfeln Piz Pradatsch, Piz Madlain und Piz Cotschen auf. Das Farbenspiel mit dem blauen Himmel und dem Gold der Lärchen lieferte Postkartenmotive. Bald war S-charl (1810 m), ein nur im Sommer bewohnbares Dörfchen, erreicht wo auch schon zwei Postautos bereit standen, die bestimmt mehr als hundert Wanderer mitzunehmen. Die 16 km lange Talfahrt bis nach Scuol hinunter (1208 m) war unglaublich spektakulär; am 30. Juli (und im August ein zweites mal) wurde die «Strasse» als Folge heftiger Gewitter von mehreren Murgängen und Felsstürzen an verschiedenen Stellen vollständig zerstört; S-charl war von der Umwelt über eine Woche lang abgeschnitten. 15 Personen sassen in ihren Fahrzeugen fest, wie die Kantonspolizei Graubünden damals mitteilte. Die Rega konnte im Verlauf einer Nacht 13 Personen, darunter zwei Kinder, an einem Seil hängend aus dem Val S-charl ausfliegen. Zwei Personen mussten die Nacht in ihrem blockierten Fahrzeug (in einem Tunnel!) verbringen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Auf unserer Talfahrt über die provisorische Piste konnten wir die Schäden und die Bauarbeiten an den sehr schwierig zugänglichen Stellen beobachten. Auf Fotos verzichteten wir aus Gründen des Respekts. Von den Eindrücken fast schon überwältigt, waren wir froh, das Ziel Staziun Scuol-Tarasp wohlbehalten erreicht zu haben. Die sichere Rückfahrt mit der RhB war dann sehr erholsam…

Fazit:
Wiederum eine Herbstwanderung der Superlative! Unschwierig, gute Kondition vorausgesetzt. Wunderbar! Einzigartig! Farbenfroh! Eindrücklich!

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, ca. 8 bis 14°, wenig Wind aus NO.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, evtl. Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. Oktober 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km
Aufstieg: ca. 387 m
Abstieg: ca. 709 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 30 Min. 

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Val da Camp – märchenhaftes Lärchengold und prächtige Bergseen

Gestern angereist ins Oberengadin (Pontresina), wurden wir nur so geblendet vom Gold – Lärchengold natürlich! Heute war eine Einlauftour mit Michael geplant, der in seiner zweiten Ferienwoche in Samedan weilte. Mit dem Postauto gemütlich über den Berninapass bis nach Sfazù (1622 m), dort bestiegen wir den Postauto-Kleinbus (Platzreservation erforderlich!), der uns über die enge Naturstrasse – am bekannten Rif. Saoseo CAS im Weiler Lungacqua vorbei – zur Alpe Campo (2064 m) brachte – so legten wir 440 Hm in 20 Fahrminuten elegant zurück. Auf der sonnigen Terrasse vor dem Restaurant genehmigten wir den Startkafi, um dann gemütlich loszulaufen. Ziel war der auf 2159 m gelegene Lagh da Val Viola. Diesen zu umrunden, und dann zum Lagh da Saoseo (2028 m) abzusteigen, um schliesslich bei der sehr sympathischen Familie Bruno Heis einzukehren. Nach dem Zvieri ging es dann zügig nach Sfazù hinunter, diesmal auf der anderen Talseite auf dem Wanderweg über Terzana, Suracqua, Doss, Colonia di Buril. Diesmal war es unsere Absicht, die Berichterstattung nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sondern die Bilder dieser Traumlandschaft «erzählen» zu lassen…

Fazit:
Was für eine Herbstwanderung der Superlative! Unschwierig, etwas Kondition vorausgesetzt. Wunderbar! Einzigartig! Farbenfroh! Nicht zu überbieten! Und der von seiner schweren Verletzung noch immer nicht vollständig genesene Michael hat sich tapfer gehalten😊.

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, zu Beginn nahe null Grad, im Laufe des Tages ca. 8 bis 12°, windstill.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, evtl. Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Oktober 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 13.5 km
Aufstieg: ca. 391 m
Abstieg: ca. 836 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std. 

Kamera:
Nikon D7000

Bosco/Gurin: einsame Bergseen-Rundtour

Bosco/Gurin ist das am höchsten gelegene Dorf im Tessin (1500 m) und ausserdem der einzige Ort in der italienischsprachigen Schweiz, wo seit über 600 Jahren ein deutscher Walserdialekt, das Gurinerdeutsch, gesprochen wird. Alleine schon diese Besonderheiten lockte uns, diesen abgeschiedenen Ort im Tessin als Ausgangspunkt für eine Wanderung zu wählen. Gurinerdeutsch geht so: «S Gurijnärtitsch isch dr hegschdalemanisch Dialäkt vù Gurin». Herrlich! Möglich, dass noch einige Einheimische diesen Dialekt sprechen – wir haben vor allem italienisch gehört.

Alleine die Fahrt (lange) durch das Valle Maggia bis Cevio und dann die enge Strasse durch das Valle di Bosco Gurin hoch bis zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour war spektakulär. Am Dorfeingang ein grosser Gratis-Parkplatz, die Zufahrt ins Dorf ist nur Anwohnern gestattet. Bei freundlichem Wetter und erst kurz vor elf Uhr marschierten wir direkt beim Dorfeingang rechts nach N haltend hoch zum Dorfteil Ferder. Nach den letzten Häusern bei P.1547 ein Wanderwegweiser, der uns nach NO wies, über schönes Wiesland über Lussa und Stocka leicht ansteigend. Ab P.1622 verlief die w-r-w-markierte Strecke durch Wald (Fèistana), um ab ca. 1788 m nach NW zu drehen und nahe einer trockenen Rinne stark anzusteigen, bis unterhalb Endra Staful die Baumgrenze erreicht war und die Richtung wieder nach NO drehte. Zeit für eine Trinkpause an der Sonne mit schönem Ausblick ins Valle Maggia und nach Bosco/Gurin und die nahen Berge. Bei der Alphütte Endra Staful (1937 m) wählten wir nicht den wiederum gut ausgeschilderten Direktaufstieg zum Schwarzsee/Lago Melo. Die Hütte auf Üssera Staful (2038 m) im Blickfeld, erreichten wir über einen mit grossen Tritten und folglich steiler werdenden Pfad. Über uns Wolfstafel, eine mit Granitblocks steile übersähte Halde. Wir hielten die Richtung so lange, bis wir unter der mächtigen Wand des namenlosen P.2506 gezwungenermassen nach links (also N) zu halten hatten. Die vielen Markierungen wiesen uns ausgezeichnet und eindeutig über kleinere und grössere Granitplatten; die vorgelagerte Felsrippe, über der wir den ersten der drei Seen, den Üssera See/Lago Pero, vermuteten, wirkte etwas bedrohlich. Und tatsächlich, der See vor uns, und über ihm der Pizzo d’Orsalìa (2664 m, T3) und rechts davon die Lücke namens Bocchetta d’Orsalìa (2443 m, T3). Der wunderschöne kleine Üssera See liegt auf 2395 m – der richtige Platz für eine Verpflegungspause (schliesslich war es kurz vor zwei Uhr). Ab hier hielten wir die Höhe und wanderten auf noch immer vorzüglich markierter Strecke westwärts bis zum Schwarzsee/Lago Melo (2316 m). Über uns der beeindruckende Pizzo d’Orsalìa. Ab hier führte eine Spur zur Endra Staful hinunter. Für uns war es zu früh für einen Abstieg. Also weiter auf dieser Höhe, nun immer ruppiger werdend – ein richtig schönes Granitblock-Labyrinth – zum Glück immer gut sichtbar markiert. Bis zum von weitem sichtbaren Übergang bei Lendar d’Herli hundert Hm Aufstieg. Bald erreichten wir den dritten auf 2420 m liegenden Lendar See. Ein paar Meter weiter war der mit ca. 2440 m höchste Punkt unserer heutigen Tour erreicht. Die ausgedehnte und blockige Route wurde hier enger, zur rechten überragt vom Strahlbann (ca. 2780 m), zur linken der Heij Bärz (2472 m). Zweieinhalb Kilometer vor uns der markante Martschenspitz/Pizzo Stella (2688 m, T3+) flankiert von den Übergängen Bocchetta Foglia (2419 m) zur rechten, und vom Guriner Furggu/Passo del Bosco (2323 m) zur linken. Der vor uns liegende Abstieg hinunter zur Alp Herli (-230 Hm) war fast schon lieblich, wenn auch noch immer recht holprig (hohe Tritte über Blocks). Etwa hundert Meter höher erblickten wir eine Kolonne von Schafen, welche unterhalb der Felsen spektakulär querten. Richtig schön wurde es dann, vom Gebimmel der vielen Ziegen (weisse, braune, schwarze) begrüsst zu werden. Und noch viel mehr: die gwundrigen Tiere kamen uns sehr nahe, wollten halt untersuchen, ob wir etwas Essbares oder zumindest ein paar Streicheleinheiten zu verschenken hatten – letztes hatten wir natürlich! Ein Stück weit begleiteten uns bestimmt dreissig dieser lustigen Tiere, wir hatten schon Bedenken, dass wir sie nicht mehr loswürden. Kurz vor einem Übergang über ein Bergbächli mussten wir sie etwas energisch zur Umkehr überreden – was erfolgreich gelang. Ab hier wäre die Querung bis zur Grossalp (im Winter ein Skigebiet) möglich; die Bahn (für eine Talfahrt) hatte aber geschlossen (geöffnet nur an Wochenenden). Also wählten wir den etwas steileren Direktabstieg über Bann. Unterwegs waren an drei Stellen noch Bäche zu überqueren, das Dorf noch immer 400 Hm unter uns(!). Leicht ermattet erreichten wir die schönen Häuser von Bosco/Gurin – mittlerweile waren wir über sieben Stunden unterwegs. Das hielt uns nicht ab von einem Rundgang durch das wunderschöne Walserdorf, am Schluss dann noch mit Einkehr in der Bar zum verdienten Panaché, die letzten Sonnenstrahlen geniessend. Für die Rückfahrt nach Comano liessen wir uns alle Zeit der Welt – im Valle Maggia fanden wir sogar noch ein hübsches Grotto, wo man uns mit typischen Tessiner Spezialitäten verwöhnte.

Fazit:
Dieser Wanderausflug in eine der abgeschiedensten Gegenden im Tessin hat unsere Erwartungen übertroffen. Im Gegensatz zur gestrigen Tour trafen wir heute auf der gesamten Strecke keine einzige Menschenseele…

Wetterverhältnisse:
Freundlich/sonnig, zwischendurch bewölkt, angenehm warm, ca. 13 bis 20°, windstill.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. September 2017
Schwierigkeit: T3
Strecke: 11.2 km
Aufstieg: ca. 1051 m
Abstieg: insgesamt ca. 1056 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 5 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 7 Std. 20 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Monte Tamaro – Monte Lema: die klassische Gipfelwanderung im Tessin

Ab unserem Standort Comano ist Rivera in 10 Fahrminuten erreicht. Mit der Gondelbahn in ein paar Minuten hoch zur Alpe Foppa, so elegant sind die ersten tausend Höhenmeter überwunden. Auf der Alpe lohnt sich der Besuch der berühmten Kirche Santa Maria degli Angeli – berühmt deshalb, weil ein Werk des Stararchitekten Mario Botta. Die weiteren Anziehungspunkte wie der Erlebnispark verdienen den Besucherzustrom längst nicht. Der Monte Tamaro ist von der Alpe aus nicht zu sehen; einige gehen fehl in der Annahme, dass die riesige Antennenanlage der Gipfel sei – der trägt den Namen Manera.

Wir starteten kurz vor zehn Uhr und bei bestem Wetter – so wie es sich für unseren Hochzeitstag gehört. Bis zum Manera sind es ca. 300 Aufstiegsmeter resp. eine Strecke von 2.5 km. In knapp 40 Minuten waren wir oben. Vorbei an der Antennenanlage ging es zur 200 m weiter vorne stehenden Cap. Tamaro. Gelegenheit für eine erste Trinkpause – offensichtlich sind mehrere Schulklassen auf Schülerreise, also rasch weiter in Richtung Monte Tamaro, der sich jetzt vor uns zeigte. Vorbei am Gipfelchen Motto Rotondo (1928 m) der kurze Abstieg zum P.1842, von wo ein Weg unterhalb des Monte Tamaro direkt zur Bassa di Indemini führen würde – wir machten den Gipfel, ein durchaus respektabler Grataufstieg von 120 m Höhendifferenz über eine Strecke von 500 m. Auf dem Monte Tamaro (1962 m) dann ein veritabler Volksauflauf, mindestens 30 Jugendliche (aus der Ostschweiz) auf Reise; einige fanden «Fuck Wandern, Luzern als Schulreiseziel hätte besser gefallen». Wir machten eine sehr kurze Trinkpause, um den Weiterweg nicht im Rudel verbringen zu müssen. Es folgte der etwas ruppige Abstieg zur Bassa di Indemini (1723 m) und der Weiterweg zur Bassa di Montoia (1764 m) – hier wieder eine Gruppe Jugendlicher, voll ausgerüstet mit Begleitmusik (sog. Volume Booster, oder ähnlich😊 – eine Frage an dieser Stelle: heisst Volume vielleicht VOLL UME??). Die Musik nicht ganz nach unserem Geschmack; immerhin und zu unserem Glück liessen sie nicht Nella Martinettis «Bionda, bella bionda» oder «Aprite le porte» laufen… Wir zogen vorbei und entschieden uns unmittelbar danach für den direkten Aufstieg zum Monte Gradiccioli (1936 m) – steil aber lohnend und auf dem Gipfel niemand (ausser einem Amateurfunker). Die Musikkapelle umwanderte den Gipfel über die etwas einfachere Strecke. Am Monte Pola (1742 m) vorbei – wir befanden uns schon im Abstieg und fast schon im Stau – weiter bis zum Passo d’Agario. Immer wunderschön aussichtsreich, zur linken der Lago di Lugano, zur rechten der Lago Maggiore, direkt unter uns das italienische Val Veddasca mit den vielen Bergdörfern, und in 80 km Luftlinie das Monte Rosa-Massiv, sogar s’Horu war zu sehen. Kurz vor dem Minigipfel Poncione di Breno wurde das Gelände etwas anforderungsreicher, fast schon einem einfachen Klettersteig ähnlich. Bei P.1602 nahe Piano del Poncione kamen wir der Landesgrenze I-CH recht nahe. Jetzt noch etwa 130 Hm Abstieg zur Forc. d’Arasio/Sparavera, wo ein schmucker Brunnen Wasser spendete – zum Glück für uns erreichten wir die Tankstelle vor dem Rudel. So gestärkt machten wir uns auf den Wiederaufstieg zum 80 m höherstehenden Monte Lema (1550 m) – natürlich wurden wir hemmungslos überspurtet. Sofort zur Bahn für die Talfahrt nach Miglieglia (706 m) hinunter – diese fährt im Normalbetrieb alle 30 Minuten (Kapazität 45 P.). Unten hatten wir ausreichend Zeit für den Schlusspunkt nach unserem Gusto (Panaché). Die gemütliche Non Stop-Rückfahrt mit dem Postauto-Sonderkurs um 17:15 Uhr über Vezio – Arosio – Gravesano – Taverne – Mezzovico – Rivera (ca. 45 Minuten).

Fazit:
Der Bericht soll nicht den Eindruck erwecken, dass wir vor den vielen Gleichgesinnten flüchteten. Dass sich bei solchen Wetterverhältnisse viele auf diese populäre Gipfeltour aufmachten, geht absolut in Ordnung. Und das Angebot für das Rundreiseticket für 33 Franken (Halbtax) mit Bergfahrt Rivera-Alpe Foppa, Talfahrt Monte Lema-Miglieglia und Postauto-Rückfahrt nach Rivera ist schlicht sensationell. Gut erholt erreichten wir am frühen Abend wieder Comano, gerade rechtzeitig, um uns frisch zu machen für das Jubiläumsdinner im nahen Grotto della Salute… Und: morgen gehts nach Bosco/Gurin!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, herbstlich warm, ca. 20 bis 25°, windstill, sehr gute Fernsicht.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 5. September 2017
Schwierigkeit: T3
Strecke: 13.5 km
Aufstieg: ca. 941 m
Abstieg: insgesamt ca. 915 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 35 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 55 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Passo del Balniscio – Valle Febbraro – Isola – Val del Cardinello

Nachdem wir bereits vor zwei Wochen Wetterglück hatten, waren wir auch diesmal guter Hoffnung – und gelohnt hat es sich! Seit unserer ViaSpluga-Tour im Juni 2014 wollten wir mal von Pian San Giacomo den Passo del Balniscio überschreiten und nach Isola wandern. Nach dem Regen und dem Schneefall der letzten Tage hofften wir, auf ca. 2350 m.ü.M. nicht winterliche Verhältnisse anzutreffen. Wir lagen richtig, denn dank der Nordföhnlage war das Wetter im oberen Teil des Valle Mesolcina freundlicher. Nur der sehr starke Wind (Böen bis 90 Km/h) sollte uns beschäftigen. Am Abend zuvor nach Splügen angereist und dort übernachtet, reisten wir mit dem Postauto durch den Bernardinotunnel nach Pian San Giacomo – unserem Ausgangspunkt.

Erster Tag (Pian San Giacomo 1170 m – Ghifa 1234 m – P.1310 – Bosch de Brusei P. 1773 – Alp de Balnisc 2065 m – P.2179 – Grenze CH-Italia – Pozzzetto della Seraglia 2293 m – Passo del Balniscio 2353 m – Laghetto del Mot – Lago Grande 2303 m – Alpe Borghetto 1897 m – Valle Febbraro – Ca Raseri 1488 m – Isola 1268 m)
Nach dem Startkafi in Pian San Giacomo unterquerten wir die A13 um zum Dorfteil Ghifa aufzusteigen. Nach drei Kehren erreichten wir die A13 wieder, um an der grossen Kurve vorbei parallel zur Autostrasse (noch) auf asphaltierter Strasse zu laufen. Nach wenigen hundert Metern bei P.1310 wurden wir vom Wanderwegweiser (w-r-w Richtung Passo del Balniscio, 3.25 Std., bis Isola 5.50 Std.) in Richtung NO in den waldigen Aufstieg gewiesen. Nun folgte ein ca. 2 km langer, sehr steiler Aufstieg – wenigstens waren wir im Wald einigermassen windgeschützt. Bei
P. 1773 eine Lichtung im Bosch de Brusei, das Rauschen des Ri de Seda wurde immer deutlicher. Wir waren richtig gespannt, wie der tosende Bach zu überqueren war; aber da war ein guter Holzsteg – wegen der Nässe war etwas Vorsicht geboten. Viel Wasser! Nun galt es weiter nach N auszuholen, um dann unter den steilen Felsen (Ciancan de Balnisc) in Richtung O zu halten, noch immer steil, ab und zu eine dieser spärlichen Markierungen. Fast schon plötzlich standen wir auf der Alp de Balnisc (2065 m), wo wir den heute ersten Berggängern – zwei Jäger – begegneten. Irgendwo und irgendwann war dieser viel Wasser führende Bach zu überqueren – Markierungen (auf der anderen Seite) halfen nicht, eine ideale Stelle zu finden. Nach einigem Hin und Her fassten wir Mut und turnten über die im reissenden Bach liegenden Steine – nochmals gut gegangen, ohne nasse Füsse… Der «Weg» durch die folgende Steilstufe bis zum P.2179 war einigermassen gut markiert. Jetzt war an einigen Stellen etwas Klettern angesagt (I-II). Hier auch die Begegnung mit einer entgegenkommenden Wanderin («es ist nicht mehr weit»). Kurz vor Pozzetto della Seraglia (2293 m) erreichten wir den Grenzstein Nr. 15, was uns Sicherheit gab, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir hatten schon das (täuschende) Gefühl, viel länger unterwegs zu sein, als die doch sehr sportlichen Zeitvorgaben zu Beginn markierten. Mittlerweile wurde die Wetterlage freundlicher, einige Sonnenstrahlen wärmten, aber der starke Nordwind blies uns oft fast weg. Die sumpfige, aber wunderschöne Ebene Pozzetto della Seraglia umliefen wir nördlich und etwas erhöht, ca. 900 m vor uns der Passo im Blickfeld. Zeit für eine ausgiebige Mittagsrast an einer windgeschützten Stelle. Eine Pause auf dem höchsten Punkt, dem bestimmt windexponierten Pass, wollten wir meiden. Der Weiterweg war noch immer weglos – ab und zu waren ein paar Trittspuren und Steinmännchen zu erkennen. Im Aufstieg zum Pass liessen wir uns von der logischen topografischen Linie leiten. Auf dem Passo del Balniscio (2353 m) dann eine ziemlich heruntergekommene Markierung mit schlecht lesbaren Hinweisen – kein Problem, wir kannten ja die Richtung. Links der Piz Bianch (3037 m) und der Piz di Ros (3018 m), zur rechten die Cima di Balniscio (2810 m) und die Cima de Barna (2861 m), die Gipfel überzuckert. Die Sonne liess uns den starken Wind fast schon vergessen. Vor uns der Blick nach Madesimo und zum Pizzo Groppera hinüber, dieser auch im winterlichen Kleid. Vor uns der kristallklare Laghetto del Mot und eine Geländestufe tiefer der Lago Grande (2303 m). Erst hier unten trafen wir heute auf etwas Leben, ein paar Fischer, zwei biwakierende Bergwanderer, weidende Kühe und Ziegen. Auf mehr schlecht als recht markiertem, teilweise sumpfigem Gelände erreichten wir nach etwa 2.7 km und 400 Abstiegsmetern die Alphütten von Borghetto – hier ziemlich viele Leute, die gerade ein Alpfest beendeten – die meisten mit ihren SUV’s hochgefahren. Nach der Alp dann Richtungswechsel (S) – vor uns der steile und ruppige Abstieg von ca. 330 Hm zum Bach hinunter, der das Val Febbraro durchfliesst. Der Weiterweg hinunter bis Isola dann schon fast erholsames Auslaufen – aber dann zum Abschluss doch noch die ca. 200 Hm Abstieg nach Isola hinunter. Um halb sechs eintreffend wurden wir vom schönen Glockengeläut der Kirche von Isola empfangen – zum Abschluss eines langen, achtstündigen Wandertags. In der Locanda Cardinello angekommen, empfing uns Martino sehr herzlich. Nach dem Check-in etwas Kühles, dann eine erholsame Dusche, und der anschliessende Treff mit anderen ViaSpluga-Wanderern beim von Gastgeber Martino offerierten Apéro im Keller der ehemaligen Säumerstation – wo viel Wissenswertes über die Säumerei zu erfahren war. Das folgende Abendessen war quasi der Höhepunkt des Tages, vor allem die sagenhaften Primi (Pizzoccheri alla valtellina und alla Chiavennese – die weltbesten!). Vom langen Tag (und Nachtessen…) etwas ermattet, genossen wir die erholsame Nachtruhe in einem der sorgfältig erneuerten Zimmer in diesem historischen Haus.

Zweiter Tag (Isola 1268 m – Mottaletta – Rasdeglia 1501 m – Alpe Soste 1544 m – Val Cardinello – Staumauer Lago di Monte Spluga –
P. 1905 – Montespluga 1905 m)
Traumwetter heute! Start um neun Uhr, vorbei an der Kirche verliessen wir das kleine Isola, in Richtung N. Erst auf geteerter Fahrstrasse, ab Mottaletta dann auf gutem Wanderweg. Nach kurzer Zeit war auch der schöne Weiler Rasdeglia erreicht, von wo es dann weiter über Weiden leicht ansteigend bis zur Alpe Soste (1544 m) ging. Jetzt befanden wir uns am Eingang des engen Val del Cardinello, welches nach Osten und später für knapp anderthalb Kilometer als berühmt-berüchtigte Cardinello-Schlucht über ca. 300 Steigungsmeter verläuft und bei der Staumauer des Lago di Monte Spluga endet. Über diesen ursprünglich bis zu 2.5 m breiten, nicht ungefährlichen Säumerpfad erfolgte um 1700 der Warenverkehr mit Pferdewagen, angeblich frequentiert von mehreren zehntausend Säumern pro Jahr. Historische Bedeutung erlangte der felsige Schluchtweg, als am 6. Dezember 1800 fünfzehntausend Soldaten der «Armée des Grisons» (Armee von Graubünden) des napoleonischen Marschalls Jacques MacDonald den Splügenpass über- und diese Cardinello-Schlucht durchquerten, um in Isola zu nächtigen. MacDonald wohnte angeblich in der damaligen Poststation, der heutigen Locanda Cardinello. Heute ist dieser instandgesetzte Schluchtweg Teil der ViaSpluga, und nicht wenige Bergwanderer bekommen auch heute noch weiche Knie (vor allem auch unter dem Eindruck der vielen abenteuerlichen Geschichten). Wer einigermassen trittsicher ist und nicht gerade unter Vertigo leidet, wird auf dem zugegebenermassen abenteuerlichen Schluchtweg kaum besonders gefährdet sein. Heute trafen wir wenige Wanderer, allesamt absteigend. Biker waren keine zu sehen, deren Spuren aber schon (wo sind sie geblieben?). Fast oben, unterhalb der Staumauer, dann etwas mehr Bewegung (Autofahrer, von der nahen Passstrasse auf einem kurzem «Wanderausflug» unterwegs. Und ein sympathisches Empfangskomitee: gwundrige Geissen! Wir wählten den Weg über die Talsperre, wo es einen aussichtsreichen Punkt gibt, um zu pausieren und den Volksauflauf zu beobachten. Nach der Rast umliefen wir vom südlichen Ende des Stausees den aufragenden Monte Cardine (2467 m), immer dem See entlang. Der Pfad verläuft gutmütig über blockigen Fels und immer auf gleicher Höhe, etwa 20 Hm über dem Wasser. Zum Schluss dann eine Kehre ins Val Loga hinein, um die Brücke über den Bergbach zu erreichen; dann vorbei an einigen Spaziergängern bis ins Zentrum des wie wohl immer sonntags lärmgeplagten Montespluga. In einem der Strassenbeizli genossen wir das verdiente Mittagessen – eine sehr angenehme Art, den Bus nach Splügen abzuwarten.

Fazit:
Innerhalb von vierzehn Tagen eine weitere zweitätige Grenztour
I-CH in einer am ersten Tag sehr abgelegenen und unbekannten Landschaft, am zweiten Tag auf der ViaSpluga die Cardinello-Schlucht hinauf – spektakulär!

Wetterverhältnisse:
Am ersten Tag anfänglich bedeckt, im Tagesverlauf zunehmend freundlich/sonnig, ca. 7 bis 12°, sehr starker Nordwind, am zweiten Tag sonnig, wolkenlos, ca. 15 bis 21°, im Lauf des Tages zunehmend bedeckt, ohne Niederschlag.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12./13. August 2017
Schwierigkeit: T3 (am 1. Tag stellenweise Kletterei I, Cardinello-Schlucht am 2. Tag maximal T3)
Strecke: total 26.1 km, davon am 1. Tag 16 km ab Pian San Giacomo bis Isola, am 2. Tag 9.1 km Isola – Montespluga.
Aufstieg: insgesamt ca. 2037m
Abstieg: insgesamt ca. 1273 m
Laufzeit ohne Pausen:
total ca. 9 Std. (1. Tag: 5 Std. 45 Min, 2. Tag: 3 Std. 15 Min.)
Laufzeit mit Pausen:
total ca. 12 Std. 15 Min. (1. Tag: 8 Std., 2. Tag: 4 Std. 15 Min.)

Kamera:
Sony DSC-HX90V