Archiv der Kategorie: Schneeschuhtour

Motta Naluns 2146 m – Sent 1430 m

Nach einigen Tagen Alpinskifahren im attraktiven Motta Naluns nutzten wir die für heute angekündigte Schlechtwettersituation für eine Schneeschuhwanderung mit Manuela und Thomas. Die ersten 900 Höhenmeter legten wir elegant zurück in der Gondel ab Scuol hoch zur Bergstation Motta Naluns. Bei leichtem Schneetreiben starteten wir gleich unterhalb der Bergstation, die Talstation der Sesselbahn umrundend führte die präparierte, unter ca. 10 cm Neuschnee liegende Spur parallel zu den Skiliften des Kinderskiparadieses hoch. Hier fanden gerade die Abschlussrennen der jüngsten Skischüler statt – am lustigen (und ernsthaften!) Treiben der angehenden Skirennfahrer hatten wir unsere helle Freude. Über die nächsten anderthalb Kilometer stiegen wir locker hoch bis zum heute höchsten Punkt bei ca. 2293 m.ü.M. (östlich der Chamanna da Naluns). Etwa 140 m tiefer Jonvrai (2158 m), wo sich die Skifahrer auf drei sternförmig angelegten Transportanlagen bis auf 2700 m hoch transportieren lassen. Der etwa 600 m lange Abstieg bot bei dieser tollen Spuranlage keine Schwierigkeiten. Schon fast achtlos liessen wir die von uns in den vergangenen Tagen regelmässig besuchte Bergbeiz Alpetta links liegen. Vorsichtig querten wir die Pisten um dann auf einer gemischt genutzten Spur aufzusteigen. Im Gebiet Sur Bos-cha trennten sich Piste und Winterwanderweg – in leichtem auf und ab erreichten wir nach ca. 5 km nahe Taslaina die Traumpiste, welche wir vorsichtig querten (heute kein Problem, da wenig «Verkehr»). Unser Ziel war die schön gelegene Sömmi Bar (2015 m.ü.M.), eine einfache Hütte. Gulaschsuppe, Hirschsalzi, Senterkäse, und zum Dessert Berliner – weisch wie fein!! Hier oben zeigte sich heute auch erstmals die Sonne, so dass der Blick frei war zu den Unterengadiner Dolomiten (Piz Lischana und Konsorten). Unter uns lagen Scuol und Sent in einer grauen Suppe. Gestärkt und vergnügt nahmen wir den weiteren Abstieg unter die Schneeschuhe. Gleich unter der Hütte verlief die breite Spur nahe P.1891 ins enge Val Spadla, entlang der nahen Traumpiste, welche wir aber bald aus den Augen verloren. Wir hatten unsere eigene Traumpiste. Unser nächstes Ziel war das Restorant da Muntogna Vastur (ca. 1650 m.ü.M.). Sonne und aufziehende Nebelschwaden wechselten sich ab, so dass wir den Hauskafi in der gemütliche (vom Vorabend noch immer Fondue-geschwängerten) Stube genossen. Eigentlich stünden hier für die Abfahrt auf der Alpstrasse (ca. 3 km) auch Schlitten zur Verfügung – wegen des doch leicht höheren Alkoholpegels trauten wir uns nicht so richtig😊. Ab hier stiegen unsere Freunde direkt nach Scuol hinunter; wir blieben auf dem verschneiten Weg nach Sent hinunter. Die ca. 220 m Abstieg wären übrigens auch problemlos ohne Schneeschuhe zurück zu legen. Beim Schlittendepot nahe Hof Ils Clüs kurz vor Sent entledigten wir uns der Hilfsmittel. Der Weiterweg führte durch das schluchtartige Val da Muligns, und bald erreichten wir die Ortsmitte, wo wir die vielen schönen Senter Häuser bestaunen konnten. Am Pflotsch auf der Strasse war unschwer zu erkennen, dass es hier unten geregnet haben musste. Am Plaz angelangt, begegneten wir ein zweites Mal dem sympathischen Senter Künstler Not Vital, der übrigens gestern Abend in «unserer» Pensiun Aldier den 70. Geburtstag feierte. Wir (Not und Ruedi) sind also Jahrgänger, unsere Geburtstage liegen zwölf Tage auseinander… – schon speziell.

Auf der etwas übertrieben als hochalpine Winterwanderung beworbenen Strecke begegneten wir trotz des nahen Skigebiets wenigen Gleichgesinnten.

Fazit:
Ein tolles Winterwander-Erlebnis mit unseren Freunden Manuela und Thomas – danke, mit euch beiden wars schön!

Wetterverhältnisse:
Ideales Winterwanderwetter, viel Schnee, ab Mittag sogar freundlich-sonnig, auf unserer Tour anfänglich leichter Schneefall bei ca. 0°, wenig Wind.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. Februar 2018
Schwierigkeit: WT2 (dank gut präparierter Spur)
Anfahrt: ÖV (Postauto), Bergfahrt ab Scuol Staziun bis Motta Naluns
Strecke: 12 km, Bergstation Motta Naluns (2146 m) – Jonvrai (2158 m) – Sur Bos-cha –  Sömmi Bar (2015 m.ü.M.) – P.1891 – Vastur – Ilss Clüs – Sent (1430 m)
Aufstieg: ca. 336 m
Abstieg: ca. -1051 m(!)
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min. (wie waren also sportlich unterwegs…)
Tageszeit: 10:40 bis 16:10 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Dreibündenstein 2160 m – Schneeschuh-Rundtour von Brambrüesch bis Feldis

Für einen blauen Montag wenige Autos auf dem Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn in Chur – dennoch grosser Andrang; einige Schulklassen drängten auf die erste Bergfahrt um 08:30 Uhr. Die wollten allerdings ausnahmslos skifahren oder schlitteln… Wir lösten das Rundfahrtticket für Fr. 31.00 (Halbtax), mit welchem wir ab Brambrüesch über Mutta/FeldisRhäzüns nach Chur zurück gelangen konnten. So legten wir die ersten 970 m Höhendifferenz elegant und rasch zurück. Oben in Brambrüesch dann zuerst der Startkafi in der schönen Battagliahütte, welche zwar erst um 11 Uhr öffnete; aber für uns (arme Seelen) machte man bereitwillig eine Ausnahme – herzlichen Dank, sehr nett!

Zwanzig vor zehn dann der Start, erst flach und gepistet bis zur Talstation des Skilifts Hühnerköpfe. Ab dort gut markiert und gespurt erst rechts des Lifts hoch, nach etwa 500 m dann in einer Rechtskurve in den Wald (Richtung Spundis), nach ca. 300 m in einer Linkskurve weiter, nun etwas steiler werdend, durch hochwinterlich eingeschneiten Wald, zwischendurch an der Sonne, welche zusätzlich einheizte (bei frühlingshaften 5°). Unterhalb der Spundisköpf querend, erreichten wir P.1812 – ein schöner Platz für eine Trinkpause. Auf der nahen Skipiste tummelten sich viele Jugendliche, die man gut hörte. Nach kurzem Zwischenabstieg der Aufstieg zur Bergstation Hühnerköpfe und an dieser vorbei. Wenig unterhalb der Bergstation dannnoch eine Rega-Show – toll für uns, nicht so für den zu rettenden Skifahrer (hoffentlich nichts allzu Schlimmes – gute Besserung!). Schon eindrücklich, die Rettung ab Landung bis Start dauerte kaum 10 Minuten. Ab Skilift-Bergstation verlief die noch immer perfekte Komfortspur in der Falllinie und ziemlich parallel des Sessellifts zum Furggabüel; auf dem Sessellift wären die 230 m Aufstieg etwas weniger schweisstreibend zu machen gewesen – nicht für uns! Für diesen steilen Kilometer benötigten wir 38 Minuten. Nach den letzten Metern Aufstieg dann das wirklich prächtige 360°-Panorama auf Furggabüel. Vom höchsten Punkt unserer Tour dann der leichte Abstieg zum 500 m weiter südlich stehenden Dreibündenstein Term Bel (2160 m). Zur Geschichte mehr hier. Wir hatten Glück, den 2 Meter grossen Obelisken für kurze Momente alleine für uns zu haben – bis ihn eine Gruppe von Senioren als Wäschehänge «entweihten» 😊. Das Picknick an der prallen und wärmenden Sonne war Genuss pur. Sagenhafte 110 km Weitsicht hatten wir – sogar das Finsteraarhorn war gut zu sehen. Wir konnten uns kaum lösen, hatten wir doch ausreichend Zeit bis zur letzten Talfahrt in Feldis um 16 Uhr. Und das vor uns stehende, verlockende Gipfelziel, das Fulhorn (2529 m), mussten wir für heute ohnehin vergessen. Macht nichts, wir nahmen die genussvolle «Abfahrt» in Richtung Feldis unter die Schneeschuhe. Viele Spuren standen zur Auswahl; die ca. 110 m Abstieg zum Rundwanderweg Alp dil Plaun hinunter war ein grosses Vergnügen in 1a-Schneeschuhgelände – und das bei besten Bedingungen (gut tragende Unterlage, leicht windgepresst, kein Einsinken). Ab Alp dil Plaun führte eine Wanderpiste in leichtem auf und ab erst in Richtung Süd, um dann nach West zu drehen – und immer das hochwinterliche Alpen-Paradies vor Augen – allen voran natürlich der schöne Piz Beverin (2998 m). Auf dem präparierten Winterwanderweg wären die Schneeschuhe eigentlich nicht mehr nötig – wir waren einfach zu bequem, diese zu demontieren. Auf der Alp Raguta (1946 m) angekommen, konnten wir nicht mehr anders: an diesem schön gelegenen Platz einzukehren und den Betrieb auf der 15 x 40 m grossen Natureisbahn zu geniessen – was will man mehr! Nach dem Kafi und dem ausgezeichneten Schoggikuchen sind die wenigen Aufstiegsmeter zur nahe und etwas höher gelegenen Bergstation Mutta ein kurzer Sprint. Auf der Talfahrt mit der 1.3 km langen Sesselbahn präsentierte sich das kleine, aber feine Skigebiet von Feldis. Ab der etwas ausserhalb des Dorfes gelegenen Talstation wurden wir dann mit dem Shuttlebus bis zur Bergstation der Gondelbahn Luftseilbahn Rhäzüns Feldis gebracht – ohne Wartezeit direkt nach Rhäzuns hinunter; so vernichteten wir elegant und rasch 1300 m Höhendifferenz. Kurzer Fussmarsch zum RhB-Bahnhof Rhazüns, von wo wir nach wenigen Minuten Wartezeit komfortabel nach Chur zurückfuhren.

Fazit:
Frühlingshaftes Wetter, ideale Schneeschuh-Verhältnisse, viel Schnee (dieser Winter 2017/18 hat es in sich!). Wieder einer dieser Bilderbuchtage!

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos blau, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, windstill, viel Schnee (1 bis 2 m).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 Chur Süd, Talstation Luftseilbahn Brambrüesch, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation, aber nur für diejenigen, welche Autokennzeichen bei der Talstation registrieren lassen)
Strecke: 8.9 km, Bergstation Brambrüesch (1595 m) – Talstation Skilift Hühnerköpfe – Spundis – P.1812 – Bergstation Skilift Hühnerköpfe (1947 m) – Furggabüel (2174 m) – Dreibündenstein Term Bel (2160 m) – Alp dil Plaun P.1953 – Alp Raguta (1946 m) – Bergststation Sessellift Mutta Feldis – Feldis
Aufstieg: ca. 700 m
Abstieg: ca. -316 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 5 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Pfufisegg (1950 m) – ein Schneeschuh-Geheimtipp!

Nach der gemütlichen Bergfahrt (800 Hm) mit der Gondelbahn genossen wir den Startkafi im nach dem Brand vom 20. April 2015 neu aufgebauten und am 13. Mai 2017 neu eröffneten Berghotel Schönhalden. Der Neubau ist schlicht, zweckmässig, und steht an einer wunderbaren Aussichtslage. Um zehn also starteten wir – aufgrund der Aussage des Besitzers Reto Flury durften wir eine einsame Tour erleben. So war es dann auch: einen einzigen Skitourengänger haben wir angetroffen! Die Tour kannten wir schon vom 29. März 2014. Die im gesamten alpinen Raum bestehende hohe Lawinengefahr (Stufe 3 erheblich) brachte uns auf die Idee, die relativ ungefährdete Arena um Mädems zu besuchen.

Viel mehr Schnee als 2014! Froh darum, eine Spur vom Vortag nutzen zu können, erwartet uns heute kaum Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern – nicht mehr wie früher entlang des (abgebrochenen) Skilifts – erreichten wir rasch das leicht bewaldete und hochwinterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m). Unterhalb des Ostausläufers der Guscha erreichten P.1711 (Wanderwegweiser Abzweiger Guscha). Der weitere Aufstieg verlief in sicherem Abstand unterhalb der Wisswand (bei P.1761), von welcher schon kleinere Rutsche heruntergekommen waren. Nach etwa 75 Min. erreichten wir die fast vollständig eingeschneiten Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – noch immer auf einer gut angelegten Spur, diesmal direkt in Richtung Pfufisegg – das ist zwar kein Gipfel, sondern vielmehr eine aus mehreren Hügelchen bestehender Aussichtspunkt. Jetzt kam die Schaufel zum Einsatz – schliesslich wollten wir eine Sitzgelegenheit für die ausgiebige Rast – bei Windstille und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon). Das mitgebrachte Gourmetmenü (Vorspeise Parpaner Birabrot, Hauptgang Schruubebrot gefüllt mit Kräuterkäse und Bio-Bündnerfleisch von Brügger aus Parpan, Schoggi-Dessert und Tee natürlich) schmeckte ausgezeichnet. So gestärkt nahmen wir die Abfahrt unter die Schneeschuhe, der Einfachheit halber auf der Aufstiegsspur. Ab Alp Mädems Hintersäss diesmal nicht in Richtung Mädems Vorsäss hinunter, weil im Tüfboden keine Spur auszumachen war. Den dort zu erwartenden Harsch mit Einsinkgefahr wollten wir uns ersparen. Immer wieder verlangsamten wir unser „Arbeitstempo“ um den Genuss zu erhöhen – und ausserdem erreichten wir bald wieder das bereits schattenhalb gelegene Fulriet. Der restliche Abstieg – bereits wieder auf leicht gefrorener Unterlage – war reine Formsache. Im Berghotel Schönhalden verkürzten wir die Wartezeit beim Tee am Panoramafenster und dem Ausblick zum gegenüberliegenden Alvier und Konsorten. Und in der Luft über dem Seeztal herrschte reger Flugverkehr (WEF und Trumpeltier sei Dank😊).

Fazit:
Frühlingshafte Witterung, ideale Schnee-Verhältnisse im Aufstieg wie auch im Abstieg, unglaublich viel Schnee hier oben. Wiederum ein Bilderbuchtag!

Wetterverhältnisse:
Ein schöner, schon fast frühlingshafter Tourentag, wolkenfrei, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, schwacher, kaum spürbarer Wind (Föhn?), viel Schnee auf Schönhalden (1 bis 2 m), gute Spur (vom Vortag) vorhanden, bis auf eine Höhe von 1700 m etwas verharscht, ab Mädems pulvrig, dank Spur ohne Einsinken bis zum Ziel.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 bis Flums – Ortsdurchfahrt – am Ortsende Linksabbieger Richtung Saxli (ausgeschildert „Schönhalden“), Talstation Luftseilbahn Saxli (630 m), Fr. 20.00/Person Berg- und Talfahrt, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation)
Strecke: 7.9 km, Bergstation Saxli/Berghotel Schönhalden (1487 m) – Fulriet P.1680 – P. 1711 (vorbei am Abzweiger Guscha) – Alp Mädems Hintersäss (1776 m) – Pfufisegg (1950 m) – Rückweg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gamperfin – Silvester-Schneeschuhrunde 2017

Für heute war eine einfache Schneeschuhtour das Ziel: ausnahmsweise auf einem Global Trail. Die ausgeprägte Lawinensituation und auch die angesagten Windverhältnisse (Böen aus SW bis 60 km/h) liessen höhere Ambitionen nicht zu; und schliesslich wollten wir das abendliche Silvestermenü im Bären nicht verpassen… Am schönsten Tag dieser Woche lockte das herrliche Wetter verständlicherweise viele an die frische Luft. Das war gut zu spüren an der Talstation des Sessellift Wildhaus-Oberdorf. Im Oberdorf – nach einem Kafi – starteten wir um zehn Uhr und querten das Pistengebiet, um über die St. Gallerweid aufzusteigen bis zur ersten Skiliftbergstation. Dort verliessen wir den Rummel, um auf dem markierten Trail in Richtung O – vorbei an P.1310 und P.1347 über Älpligatter bis Schöntobel (1391 m). Auf diesen ersten 2.2 km waren ca. 160 Aufstiegsmeter zurück zu legen – moderat also. Der Trail führte durch das sensible Hochmoorgebiet Älpli. Unterwegs immer wieder Infotafeln über Standort und mögliche Varianten (Schlaufen), immer mit dem Ziel Gamperfin, resp. dem dort stehenden Skihaus (Skiclub Grabserberg). Dem hier im Obertoggenburg reichlich gefallenen Schnee hat der Regen der letzten Tage ziemlich zugesetzt; entsprechend verharscht war die Grundlage – für Schneeschuhläufer besser als für Skitourenläufer. Das idyllische Traumgelände präsentierte sich winterlich. Kurz nach einer Richtungsänderung nach S war der P.1427 Ölberg erreicht. Während sich in unserem Rücken der Alpstein von den Restwolken enthüllte, ragten vor uns Gamsberg und Sichelchamm auf. Wir entschieden uns für die weite Schlaufe über Hinter Witi (1380 m), um dann leicht absteigend entlang des Chrüzwaldes die auf 1303 m schön gelegene Skihütte Gamperfin zu erreichen; kurz nach zwölf, gerade richtig für die Mittagspause (leckere Hüttensuppe für Doris, Ghackets und Hörnli für Ruedi😊). So gestärkt verliessen wir die gemütliche Hütte – mittlerweile hatte sich auch die Sonnenterrasse gefüllt. Gleich hinter der Hütte der kurze, schweisstreibende Aufstieg (100 Hm) über den sonnigen Südhang hoch zum P.1405 oberhalb Brand. Bei Lochgatter P.1429 war der höchste Punkt erreicht. In leichtem auf und ab – die Höhe haltend – führte der Trail durch das Hochmoor, bis sich beim Ölberg die grosse Gamperfin-Runde schloss. Die Unterlage wurde wieder härter und wegen der maschinellen Präparierung auch holprig. Ab Schöntobel wählten wir die Schlaufe über P.1384 um das Hochmoorgebiet Älpliboden südlich/westlich zu umrunden. Dann der Abstieg über die St. Gallerweid, und weiter am östlichen Rand des Pistengebiets direkt hinunter zur Bergstation Oberdorf. Zum Abschluss die windige Talfahrt auf dem Sessellift (zurück im Rummel).

Fazit:
Eine richtig gemütliche Schneeschuhtour war das, nicht zu anstrengend, gerade richtig um ca. 1800 Kalorien zu verbrennen (keine schlechte Perspektive also für die abendliche Schlemmerei im Bären).

Wetterverhältnisse:
Sonnig, der Alpstein anfänglich noch wolkenverhüllt, im Tagesverlauf mehrheitlich wolkenfrei, im Tal ca. 8°, auf unserer Tour etwas weniger, gefühlt aber weit über null Grad, schattenhalb etwas kühler, auf der gesamten Strecke kaum störender Wind (auf Chäserrugg und Gamserrugg waren Windfahnen zu sehen).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: Silvester, 31. Dezember 2017
Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 11.2 km, Wildhaus Oberdorf (Bergstation Sessellift 1233 m) – St. Gallerweid – P.1310 – P.1347 – Älpligatter – Schöntobel P.1391 – Ölberg P. 1428 – Hinter Witi 1380 m – Skihaus Gamperfin 1303 m – Lochgatter P.1429 – Ölberg – Schöntobel – Älpliboden – St. Gallerweid – Oberdorf
Aufstieg: ca. 440 m
Abstieg: ca. -440 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Allen Besuchern unserer Website unsere beste Wünsche für ein tolles 2018 bei bester Gesundheit!

4 Tage Schneeschuh-Hochtour Jungfrau – Aletsch mit Äbeni Flue 3962 m als Höhepunkt

Spontan und auf Anregung Felix‘ (bekannter hikr-Power-User) entschieden wir, an einer von der Alpinschule Adelboden durchgeführten 4-Tages-Hochtour im UNESCO Weltnaturerbe teilzunehmen – auf Schneeschuhen – ziemlich exotisch! Nach dem Neuschnee der letzten Tage durften wir vier Hammertage in der hochalpinen Gletscherwelt erleben: bestes Winterwanderwetter, exzellente Schneeverhältnisse, aber auch tiefe Temperaturen – und eine Gruppe von sechs Gleichgesinnten (Doris, Bonnie, Thomas, Felix, Ruedi und Bergführer Mike Zurbrügg). Treffpunkt Kafibar Jungfraujoch (auch Top of Europe genannt). Beim Startkafi Begrüssung und Briefing durch den Bergführer Mike, dann der eindrückliche Rundgang im Eispalast, abschliessend der Gang zum Stollenausgang, wo sich schon viele Touris tummelten – verständlich bei diesem tollen Wetter. Was für eine grossartige Gletscher- und Hochgebirgswelt hier oben! Doch viel zu beschreiben lassen wir diesmal sein – die Bilder vermitteln das Erlebte besser. Dennoch und in Kürze das Programm:

Erster Tag (Donnerstag, 20.04.2017)
Der 8 km lange Abstieg über den Jungfraufirn zum 850 m tiefer liegenden Konkordiaplatz war reines Einlaufen – gut so auf dieser Höhe! Die Sphinx im Rücken, zur linken Mönch und Trugberg, zur rechten die Jungfrau, Rottalhorn, Louwihorn und Kranzberg. Grosses Alpenkino! Den riesigen Konkordiaplatz (900 m dick ist das Eis!) querten wir am östlichen Rand. Nach einem kurzen Aufstieg Materialdepot an einer geschützten Stelle. Dann der Einstieg auf die heute einzige Herausforderung – 467 Stufen hat die senkrecht am Fels angelegte Eisentreppe, über welche die ca. 150 m über uns liegende Konkordiahütte zu erreichen ist. Etwas ausser Atem, aber glücklich erreichten wir das erste Tagesziel. Die grosse Hütte machte einen sehr gut geführten Eindruck, und die Verpflegung war ausgezeichnet. Sarah und Christoph mit Familie und Team gebührt ein herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft – und Sarah wünschen wir von Herzen Heilung von der schweren Krankheit. Einem letzten Blick von der Hüttenterrasse in die sternenklare Nacht und zum morgigen Tagesziel hinüber folgte eine ruhige und störungsfreie Nacht.

Zweiter Tag (Freitag, 21.04.2017)
Nicht zu frühe Tagwach, leckeres Frühstück um 7 Uhr, und voll motiviert die Eisentreppe hinunter. Die ersten paar hundert Meter auf dem Konkordiaplatz verliefen im Schatten. Mit Erreichen der Sonne ein erster Freudenjuz (die fröhliche Bonnie sang…), und rasch war dieser einmalige eisgepanzerte Platz überquert. Fast schon mit Leichtigkeit bewältigten wir die leichte Steigung und dann die erste Stufe auf dem Grossen Aletschfirn. Die Lötschenlücke und die über ihr stehende Hollandiahütte fast permanent im Visier, wanderten wir gemütlich und in ziemlich direkter Linie hoch. Erst kurz unterhalb der Hütte steilte das Gelände stärker auf. Um 13 Uhr wurden wir herzlich begrüsst von der Hüttenwartin Regula (im Sommer auch Wiwannihütte). Uns wurden die zuoberst in der Hütte liegenden Schlafstellen zugewiesen. Nach dem Bezug war Flüssigkeitszufuhr und Verpflegung angesagt. Am Abend dann in gemütlicher Tischrunde Diskussionen, Apéro und anschliessend das leckere Viergangmenü. Was die Hüttencrew hier oben leistet, verdient grosse Anerkennung – man bedenke: die Hütte hat keine Wasserversorgung, das Kochwasser muss aus dem allerdings reichlich vorhandenen Schnee geschmolzen werden. In der wiederum ruhigen (und sehr warmen) Nacht waren die zunehmend starken Windböen gut zu hören. Was erwartete uns am Folgetag, dem Höhepunkt des Trekkings?

Dritter Tag (Samstag, 22.04.2017)
Frühstücksbuffet um sechs, dann nichts wie los an die (sehr) frische Luft. Wir starteten unverzüglich, direkt hinter der noch nicht besonnten Hütte steil hoch. Kurz vor sieben Uhr im Aufstieg der Blick in die ersten Sonnenstrahlen – tolle Stimmung! Ab einer Höhe von ca. 3400 m querten wir auf dem Äbeni Flue-Firn, links über uns der Anuchubel, später das Anujoch und schliesslich das Mittagshorn. Geradeaus das Respekt einflössende Tagesziel, die fast 4000 m hohe und mächtige Äbeni Flue. Ab einer Höhe von ca. 3500 m querten wir den Gletscher oberhalb der Brüche relativ flach und deshalb ohne grossen Aufwand. Nach einer Trinkpause dann der „Angriff“ auf den Gipfel. Der nun steil werdende Aufstieg verlief in einer SO-ausgerichteten Mulde, welche nur teilweise besonnt war. Die starken Böen machten uns zwar keine Sorgen, unangenehm waren sie dennoch. Auf den letzten 300 Hm bis zum Gipfel war die Steilheit um 30°. Den Gipfelgrat erreichten wir nahe P. 3946, um dann fast schon erholsam zum Hauptgipfel aufzusteigen. Was für eine Aussicht: tief unter uns das Lauterbrunnental, dann das nahe und berühmte Dreigestirn Jungfrau, Mönch, Eiger. Das 360-Grad-Panorama war überwältigend. Wässrige Augen (nicht nur vom Wind), Gipfelfreude und auch Stolz machten sich bemerkbar. Und: für den doch ziemlich fordernden Aufstieg benötigten wir deutlich weniger als vier Stunden. BF Mike freute dies offensichtlich (er hatte mit bedeutend mehr gerechnet…). Der starke Wind liess keine lange Gipfelrast zu, also rascher Abstieg, vorerst auf der Aufstiegsspur. Auf dem Firn hielten wir etwas südlicher, Mike wollte uns die Spalten und Seracs „vorführen“, was ihm sehr eindrücklich gelang (siehe Bilder). Für den Abstieg benötigten wir ca. zweieinhalb Stunden. Um 13 Uhr erreichten wir die Hollandiahütte, gerade richtig zum Mittagessen – für Appetit war ja gesorgt! Gemütlicher Nachmittag, kurze Siesta, und schon waren Apéro und Nachtessen angesagt. Müde und mit grosser Freude und Genugtuung erfüllt, genossen wir wiederum eine relativ ruhige Nacht.

Vierter Tag (Sonntag, 23.04.2017)
Heute war gemütliches Auslaufen angesagt (immerhin 1500 Abstiegsmeter); nicht zu früh raus, denn die Lötschenlücke und der oberste Teil des Langgletschers lagen noch im Schatten. Um halb acht verabschiedeten wir uns fast schon etwas wehmütig von Regula, Tochter Felicitas und der sehr netten Hüttencrew. Der windgepresste obere Teil des Gletschers war angenehm zu begehen. Das bereits besonnte Lötschental trieb uns förmlich an. Vorbei am rechts in den Langgletscher fliessenden Anungletscher und seinen markanten Brüchen und dem folgenden Jegichnubel, links Sattelhorn, Distlighorn, Schinhorn. Die markant auf 2358 m stehende Anenhütte hatte die Fahne gehisst. Wir  liessen uns nicht verführen und blieben immer in der Mitte des Gletschers, um dann das bei ca. 2100 m liegende Gletschertor zu erreichen. Mike führte uns um- und vorsichtig hinein in diese Eis-Kathedrale – sehr eindrücklich (Bilder!). Einige Minuten weiter dann eine ausgiebige Pause an einem besonders sonnigen Platz. Mike liess uns los von seiner langen Schnur – interessant zu beobachten, wie alle sofort ausschwärmten… Entlang der Lonza (immer noch auf ausreichender Schneeunterlage) erreichten wir fast schon im Spaziergang P.1977 (wo der Sommerweg zur Anenhütte abzweigt). Etwas weiter unten, dort wo der Reichbach vom Dischliggletscher herunterkommt, hatten wir eine von einer mächtigen Lawine „abgeholzte“ und verwüstete Strecke zu durchqueren. Wie wir später in Blatten hörten, muss dieses gewaltige Naturereignis im März und nach den damals starken Regenfällen stattgefunden haben; Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Wenige Meter oberhalb Gletscherstafel konnten wir uns der Schneeschuhe entledigen – und der Spurt zum bereitstehenden Shuttlebus lohnte sich wirklich. Sowas nennt man ÖV-Anschluss mit CH-Präzision. Für zehn Stutz pro Person liessen wir uns nach Blatten hinunter kutschieren, wo wir im Rahmen einer gemütlichen Einkehr im Hotel/Restaurant Breithorn den Abschluss einer ausserordentlichen Hochtour „feierten“. Anschliessend Postauto nach Goppenstein und von dort mit dem Lötschberger nach Spiez.

Fazit:
Das waren ganz einfach vier geniale Hochtourentage mit euch (Doris, Bonnie, Thomas, Felix, Ruedi und Bergführer Mike Zurbrügg). Ihr alle verdient unseren herzlichen Dank für die prägenden Erlebnisse und die wunderbare Kameradschaft.

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, Hochtouren-Ausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde, Pickel, Klettergurt mit Schraubkarabiner und Prusikschlinge, Seil)

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Parameter 1. Tag:
Tour-Datum: Donnerstag, 20.04.2017
Anforderungen: WT4 Schneeschuhtour, Klettersteig L, Hochtour WS
Strecke: 8.4 km: Jungfraujoch (Sphinxstollen) 3464 m – Jungfraufirn – Konkordiaplatz 2700 m – Treppe/Klettersteig (467 Stufen) – Konkordiahütte 2850 m
Aufstieg: 183 m
Abstieg: 792 m
Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 13:15 bis 17:45 Uhr
Verhältnisse: -15° C +/-, Wind NO, Böen bis ca. 40 km, sehr sonnig, wolkenlos, Neuschnee Pulver, leicht überfroren, keine Schneeschuhspuren, Einsinktiefe ca. 20-30 cm, Gletscher vollständig und geschlossen eingeschneit (Spalten nicht sichtbar), Lawinenwarnstufe 3 (Triebschnee)
Bemerkungen: Angenehmer Abstieg, wenig steil, die Treppe zur Hütte war die Schlüsselstelle des Tages(!)

Parameter 2. Tag:
Tour-Datum: Freitag, 21.04.2017
Anforderungen: WT4 Schneeschuhtour, Hochtour WS
Strecke: 9.5 km: Konkordiahütte SAC – Treppe/Klettersteig (467 Stufen) – Konkordiaplatz – Grosser Aletschfirn – Hollandiahütte 3240 m
Aufstieg: 650 m
Abstieg: 217 m
Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 07:30 bis 13:00 Uhr
Verhältnisse: -10° C +/-, Wind NO, sehr sonnig, wolkenlos, Pulverschnee, leicht überfroren, keine Schneeschuhspuren, Einsinktiefe ca. 20 cm, Gletscher vollständig und geschlossen eingeschneit (Spalten nicht sichtbar), Lawinenwarnstufe 3 (Triebschnee)
Bemerkungen: Ab Materialdepot unterhalb der Treppe flache Querung Konkordiaplatz, Aufstieg Grosser Aletschfirn bis Hollandiahütte sehr angenehm und wenig fordernd

Parameter 3. Tag:
Tour-Datum: Samstag, 22.04.2017
Anforderungen: WT5 Alpine Schneeschuhtour, Hochtour WS
Strecke: 10.8 km: Hollandiahütte SAC – Äbeni Flue-Firn – Äbeni Flue 3962 m – Abstieg ungefähr wie Aufstieg
Aufstieg: 783 m
Abstieg: 763 m
Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 40 Min.
Zeit ohne Pausen: 5 Std.
Tageszeit: 06:25 bis 13:10 Uhr
Verhältnisse: -17° C +/-, Wind NO, Böen bis ca. 70 km/h, sehr sonnig, wolkenlos, Pulverschnee, keine Schneeschuhspuren, Einsinktiefe ca. 20 bis 30 cm, Gletscher vollständig und geschlossen eingeschneit (Spalten nicht sichtbar), Spaltengegend gut zu erkennen und zu umgehen, Lawinenwarnstufe 3 (Triebschnee)
Bemerkungen: Fordernde Gipfeltour, sehr starke Böen während der gesamten Tour, im Gipfelbereich gefühlt bis ca. -30° C (Windchill), Gipfelaufstieg ca. 350 Hm steil (stellenweise >30°)

Parameter 4. Tag:
Tour-Datum: Sonntag, 23.04.2017
Anforderungen: WT4 Alpine Schneeschuhtour, Hochtour WS
Strecke: 10.8 km: Hollandiahütte – Lötschenlücke 3164 m – Grossi Tola – Langgletscher – Gletschertor (ca. 2100 m) – P.1977 – P.1937 – Grund – Grundsee P.1837 – Gletscherstafel P.1771 – Fafleralp (Parkplatz) 1766 m
Aufstieg: 31 m
Abstieg: 1504 m
Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 20 Min.
Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 07:30 bis 11:50 Uhr
Verhältnisse: -12° C +/- (Lötschenlücke), -2° Fafleralp, Wind NO, 10 bis 20 km/h, sehr sonnig, wolkenlos, ab Lötschenlücke (Schatten) tragender Harschschnee, keine Schneeschuhspuren, Einsinktiefe ca. 10 cm, Gletscher vollständig und geschlossen eingeschneit (Spalten nicht sichtbar), Spaltengegend gut zu erkennen und zu umgehen, Lawinenwarnstufe 2, ab Gletschertor leichter Sulz
Bemerkungen: Angenehme Auslauftour, allerdings mit respektabler Länge und vielen Hm

Parameter kumuliert (4 Tage):
Strecke: 39.5 km
Aufstieg: 1647 m
Abstieg: 3276 m
Zeit inkl. Pausen: 21 Std.
Zeit ohne Pausen: 15 Std. 45 Min.

Stockberg (1781 m) – an einem „blauen“ Montag

Blau war heute nicht nur dieser freie (Mon)Tag, auch am Firmament dominierte diese Farbe – schöner kann ein Geburtstag nicht sein! Früh raus aus den Federn, Fahrt über den Ricken ins Toggenburg, genauer nach Lutertannen (Bushaltestelle „Bernhalden“ an der Schwägalppassstrasse, 1030 m.ü.M.). Der Ausgangspunkt lag noch im Schatten, und wir starteten auf noch gefrorenem Schnee. Der moderate Aufstieg verlief ungefähr auf der gut gespurten Alpstrasse in Richtung Risipass – ab und zu packte uns der Übermut für einen Direktaufstieg unter Auslassung der einen oder anderen Kurve. Zur Linken die Ausläufer des Säntismassivs, und der Lütispitz. Zur Rechten der von dieser Seite abweisende, markante Stockberg. Weil schattenhalb gelegen, hat es hier noch ziemlich Schnee, bestimmt über einen halben Meter. Vorbei an den Alpgebäuden Glattdach und Riet, erreichten uns bei Blackentolen die ersten Sonnenstrahlen. Der „Spurt“ hoch zum Risipass (1459 m) war eine Formsache – in Form waren wir! Herrlich, dieser Blick hinüber zu den Churfirsten, zu den Glarnern und zum Speer. Nach einer kurzen Stärkung (Tee und Schoggiriegel) der Aufstieg in Richtung Tagesziel. War die Schneelage bis zur Alp Stockberg ausreichend, mussten wir bis zum steilen Amsler – so heisst die >35° steile Waldschneise – über ein paar ausgeaperte Grasflecken laufen. Den südexponierten Amsler vor uns, stiegen wir mehr oder weniger direkt auf – was unsere Dampfmaschinen gehörig antrieb. Diesmal stiegen wir auf bis es nicht mehr ging, um dann parallel zum Grat zum westlich gelegenen Gipfel zu gelangen. Ausser einem Skitourenläufer niemand hier oben! Der erwartete Föhn mit gemeldeten Böen bis 50 km/Std. hatte wohl Verspätung; gut für uns! Einer ausgiebigen Gipfelrast auf der neuen Bankniederlassung (Sponsor Raiffeisen) stand nichts im Weg. Zum üblichen Menü gab es ein 360°-Panorama der Extraklasse (siehe Bilder).

Der Abstieg dann auf der Südseite direkt hinunter in Richtung Stockneregg, auf ungefähr 1600 m dann der Richtungswechsel (Markierung Wanderweg). Die Querung des ziemlich ausgeaperten Südhangs zur Alp Stockberg war heute unkritisch, und so gelangten wir wieder an den Fuss der Schneise (Amsler). Der kurze Abstieg hinunter zum Risipass dann wieder auf guter Spur. Einige Wanderer hatten hier wohl einen K(r)ampf – jedenfalls war die Spur stark gezeichnet von knietiefen Einsinkspuren. Mit Schneeschuhen kein Problem. Beim Risipass angekommen, nochmals eine ausgiebige Rast. Dann der ziemlich zügige Abstieg nach Lutertannen hinunter – jetzt voll besonnt. Wunderbares Ende einer schönen Geburtstagstour.

Fazit:
Die Entscheidung, von Lutertannen aufzusteigen und wieder dorthin abzusteigen, war goldrichtig. Schattenhalb hatte es noch ausreichend Schnee. Wer den Stockberg von Stein aus besteigen will, muss sich beeilen, oder auf Neuschnee hoffen.

Wetterverhältnisse:
ca. 50 Hartschnee, ab Risipass ziemlich weiche, fast schon sulzige Unterlage, blauer Himmel und Sonnerschein, Temperatur Null Grad bei Beginn, später stark ansteigend, geringer, nicht störender Südwind.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 27. Februar 2017
Schwierigkeit: WT3 (Amsler!)
Strecke: 11.6 km, Bernhalden/Lutertannen (1030 m) – Latten – Glattdach – Blackentolen (1331 m) – Risipass (1459 m) – Alp Stockberg – Stockberg (1782 m) – Stockneregg – Alp Stockberg – Risipass – Abstieg nach Lutertannen wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 787 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Muttner Horn (2401 m) – einsame Spitze

„Einsame Spitze“ – sinngemäss gemeint; einsam unterwegs (nur gerade drei weitere Tourengänger haben wir angetroffen), Spitze waren die uns bisher nicht bekannte Gegend und heute auch die Verhältnisse – alles hat gepasst!

Auf diesen schön geformten Schneeberg aufmerksam wurden wir zu Beginn dieser Woche, als wir zusammen mit Freunden drei Super-Skitage am Heinzenberg verbrachten (siehe Bild). Erste Recherchen ergaben, dass die Tour problemlos möglich wäre ab Obermutten. Die Gegend kannten wir nicht – lediglich auf der Durchfahrt von Thusis nach Tiefencastel ist uns schon mehrfach aufgefallen, dass sich ab Solis-Brücke eine steile und enge Bergstrasse hochwindet und die drei Walser-Siedlungen Mutten, weiter oben Stafel und zuoberst Obermutten erschliesst. Für Interessierte findet sich hier viel Interessantes. Zwar wäre der Start auch ab Obermutten möglich gewesen, doch wir nutzten den grossen Parkplatz unterhalb des schönen Weilers Stafel.

Gleich unterhalb der Talstation des kleinen Skilifts fanden wir eine deutliche Spur, auf welcher wir unterhalb des kleinen Skigebiets in Richtung Süden querten und in Richtung P.1768 aufstiegen. Weiter bis zu den ersten Bäumen des Muttner Waldes, dann die Richtung nach West ändernd steiler hoch. Bester Pulverschnee, mind. einen halben Meter, die Spur war neuer, wohl erst von wenigen Schneeschuhwanderen genutzt (danke für die Spurarbeit!). Beim P. 1900 tat sich uns erstmals das Panorama zum Piz Beverin und hinüber zum Heinzenberg auf. Rechts der wunderschöne Weiler Obermutten den wir auf dem Rückweg besuchten. Jetzt wieder südlich haltend, auf der von Obermutten herkommende Spur, welche auf dem Forstweg verlief. Bei P. 1982 dann rechts abbiegend, in Richtung Muttner Alp. Nach wenigen Metern erreichten wir Sonne pur, und die komfortable Spur führte nun etwas steiler hoch – vor uns der nördliche Sporn des Muttner Horn. Etwa dreihundert Meter vor dem Alpgebäude auf der Muttner Alp (2126 m) hielten wir – immer auf der Spur bleibend – vorerst direkt auf den durchaus Respekt einflössenden Sporn zu. Irgendwie gäbe es dort oben einen allerdings sehr steilen (gefährlichen?) Direktaufstieg durch eine schmale Rinne. Nichts für uns, heute war Genuss angesagt. Also blieben wir auf der klassischen Spur, welche in der Ostflanke des Muttner Horns verläuft. Die Höhe von etwa 2230 m.ü.M. haltend, erreichten wir über schönstes und aussichtsreiches Gelände die fast schon magisch anziehende Hütte Auf den Böden. Auch wenn wir bis jetzt nicht besonders gefordert waren: bei diesem sonnig gelegenen Höckli mussten wir einfach eine Pause einlegen… Hier heizte die Sonne wirklich ein! Von hier ging der Blick zur Lenzerheide, dann natürlich zu den Engadiner Gipfeln – unglaublich schön, und niemand da! Der nun folgende Aufstieg zum ca. 120 Hm höher liegenden Sattel war vollständig einsehbar – und die solide und wunderbar angelegte Spur (von Ski- und Schneeschuhtürelern gemeinsam genutzt) führte uns schon fast mühelos hoch. Hier oben dann wieder dieser Panoramablick zum Piz Beverin und zu den Pizzas d’Anarosa (der Name gefällt uns!!). Der letzte und kurze, steile Aufschwung zum etwa 50 Hm über uns liegenden Hauptgipfel war reine Formsache. Der Abschnitt ab Auf den Böden bis zum Gipfel wird in der SAC-Führerliteratur („Schneeschuhtouren Graubünden Nord“) nur bei sicheren Verhältnissen empfohlen und mit WT3-4 bewertet. Solch sichere Verhältnisse hatten wir heute bestimmt! Keine Risse, keine Rutsche, Im Gipfelbereich zwar Wächten, aber ohne Bruchstellen. Den Gipfel erreichten wir in einer Laufzeit von zweieinviertel Stunden – wir durften zufrieden sein. Die Windstille verlockte uns zu einer ausgiebigen Gipfelrast (die von Doris zubereiteten Leckerheiten mussten schliesslich verzehrt werden…). Was für eine atemberaubende 360°-Rundsicht! Und kein Wölkchen trübte die Aus- und Fernsicht. Westseitig 1500 unter uns die San Bernardino-Autobahn, und Zillis mit seiner weltberühmten Kirche. Zwar wäre der weitere Verlauf hinüber zum auf 2388 m.ü.M. liegenden Nebengipfel problemlos möglich, aber dann wäre da der sehr steile Abstieg (>40°) zu bewältigen – nichts für uns auf Schneeschuhen! Also entschieden wir uns für den Abstieg auf der bereits bekannten Aufstiegsstrecke. Noch immer auf bester Pulverschneespur, ohne jemals einzusinken, erreichten wir die Muttner Alp wieder. Der Blick zurück zum Sporn zeigte, dass die drei Skitüreler, die uns begegneten, die steile Abfahrt geschafft haben – jedenfalls haben sie wunderschöne Singlelines gezogen – Kompliment! Unsere „Linie“ liess sich aber auch sehen! Wieder beim P. 1900 angelangt, zogen wir zum schön gelegenen Walserdorf Obermutten, dessen einzigartige Holzkirche ein Besuch allemal lohnt – was auch für das hier oben einzige Gasthaus Post gilt (täglich geöffnet!). Die Gastgeberin Susanne verwöhnte uns mit lokalen Leckereien (zwei leckere Zvieriplättli!!). Wie sie uns erklärte, wohnen in Obermutten nebst ihr nur noch ein Ehepaar. Und mit (berechtigtem) Stolz wies sie auf die höchstgelegene Holzkirche Europas. Sehr sympathisch, wir kommen wieder! Die letzten 150 m Abstieg legten wir per pedes zurück über die nach Stafel hinunterführende, ca. 1.3 km lange Naturstrasse.

Fazit:
Wiederum durften wir einen dieser wundervollen Sonn(en)tage in den Bergen erleben. Für den etwas beschwerlichen Heimweg (viele „Weltmeister“ von St. Moritz auf der Rückfahrt!) wurden wir quasi im Voraus entschädigt.

Wetterverhältnisse:
ca. 50 cm Pulverschnee, erst im Gipfelbereich etwas windgepresst und abgeblasen, Sonnenschein ohne Trübung durch Wolken, Temperatur um Null Grad, wenig (kaum störender) Wind.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde

Parameter:
Tour-Datum: 19. Februar 2017
Schwierigkeit: WT3-4
Strecke: 9.8 km, Mutten/Stafel (Parkplatz ca. 1710 m) – P.1768 – Faleia – P. 1900 – Cher (P.1982) – Muttner Alp – Auf den Böden – Sattel – Muttner Horn (Hauptgipfel 2401 m) – Abstieg auf gleicher Strecke über Obermutten
Aufstieg: ca. 715 m
Abstieg: ca. -715 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Hinterfallenchopf (1531 m) – Schneeschuhparadies, auch bei suboptimalem Wetter

Dieser freie Tag Susannes (zusammen mit Richi) wollte genutzt sein – auch wenn die Vorhersagen kein Bilderbuchwetter in Aussicht stellten. Immerhin sollte es in dieser Ecke heute trocken bleiben. Und wie sich herausstellte, hatten Regen und hohe Temperaturen der vergangenen Tage die Schneedecke noch nicht vollständig weg geschwemmt. Nach dem Startkafi im Gasthaus Passhöhe konnten wir auf der noch intakten Spur direkt ab Passhöhe (1278 m) loslaufen. Hier (und bis Alp Horn) verlief die Spur durch schönen und noch immer winterlichen Wald und durch eine Wildruhezone. Bei P. 1269 war der Chräzerenpass erreicht und die nun weiterführende Forststrasse, welche durch den Chräzerenwald angenehm ansteigt. Immer schön in der von Traktoren gelegten Fahrspur laufend, bemerkten wir das doch zügig vorgelegte Tempo gar nicht. Trotzdem kamen wir kaum ausser Atem – im Gegenteil: die Kraft reichte sogar für angeregtes Diskutieren (über Trump, Le Pen, Putin und andere faschistoide Typen). Hoppla, das war jetzt eine gewagte politische Aussage – aber ich lass sie stehen… Nach etwa 3 km war die Alp Horn erreicht und der Blick öffnete sich – im Osten der Alpstein, im Süden die Churfirsten, und in Richtung N die Hochalp. Vor uns die Querung durch den bei dieser Schneelage unverdächtigen, sonst rutschgefährdeten Hang, dann ca. 130 m Aufstieg zum Pfingstboden. Hier oben holten wir zwei sportliche Damen ein, und wir bedankten uns artig für die Spurarbeit (2 cm Neuschnee!), sogar einen Drink offerierten wir – wohl wissend, dass auf der ganzen Strecke keine Beiz anzutreffen ist (😊). Jetzt die Traverse leicht absteigend bis zur Lichtung, in welcher der Steilhang hinunter zum etwa hundert Meter tiefer liegenden Ellbogen zu bewältigen war; trotz etwas schwammig-pulvrigen Unterlage kein Problem. Kurze Trinkpause, dann am Alpgebäude vorbei der direkte (und deshalb doch steile, aber motivierende) Aufstieg zum Wanderweg. Auf diesem dann weiter aufsteigend in Richtung Hinterfallen. Schönstes Schneeschuhgelände! Die Alpgebäude links lassend, noch immer ziemlich direkt aufsteigend, erreichten wir schliesslich den Waldrand. Hier einige aperen Stellen – mit Schneeschuhen kein Hindernis. Kurz vor dem Wald verliessen wir den Wanderweg, um im Zickzack und durch den Wald direkt dem Gipfel zuzustreben. Trotz der Steilheit des Geländes verfügten wir noch immer über ausreichend Energie zum Schwatzen… Auf dem Hinterfallenchopf besetzten wir das Gipfelbänkli um die Gipfelrast zu geniessen. Die mitgebrachten Leckereien sorgten für ausreichend Schub – auch wenn es nun nur noch abwärts ging. Die kurze, ruppig-steile Abstiegsstelle unterhalb des Gipfels an der gut eingeschneiten und deshalb gut zu begehenden Kante war unkritisch. Vorsicht war trotzdem geboten, hier ginge es nämlich steil runter zur ca. 200 m tiefer (nördlich des Hinterfallenchopf) liegenden Alp Chüis. Im vor uns liegenden weiten Abstiegsgelände zur Alp Li hinunter vergaloppierte sich Ruedi und landete doch tatsächlich kopfüber im leicht verharschten Schnee. Sofort aufstehen, nur nichts anmerken lassen, gell Susanne, Doris und Richi?! Bei P. 1352 dann weiter und leicht ansteigend in Richtung Hinder Chlosteralp (1315 m). Das Gelände wunderschön, auch wenn die Weitsicht etwas getrübt war durch die im Westen drohende Schlechtwetterfront. Die besondere Stimmung gefiel uns, zwischendurch blinzelte sogar die Sonne durch die grauen Wolken. Die Höhe haltend, zogen wir zur Vorder Chlosteralp (1329 m) und westlich kurz und steil absteigend durch ein lauschigschönes Ahorn-„Wäldchen“ unterhalb der Gössigenhöchi. Oberhalb Gössigen dann der ziemlich direkte Abstieg in Richtung Ennetbüel (-380 m!). Auf diesem südexponierten Gelände mussten wir die spärlicher werdenden Schneefelder „suchen“. Nahe des Hofes Brugg entledigten wir uns der Schneeschuhe um über den markierten und weitgehend schneefreien Wanderweg weiter abzusteigen. Ennetbüel erreichten wir nach einer Nettolaufzeit von dreieinhalb Stunden – fast eine halbe Stunde schneller als im Februar 2015! Der Umstand, dass das Gasthaus Krone immer am ersten Sonntag des Monats geschlossen ist, trübte unsere Stimmung nicht. Unseren Flüssigkeitsverlust konnten wir andernorts kompensieren… Dann der Abschied von unseren lässigen Bergfreunden Susanne und Richi – schön wars!

Fazit:
Eine sehr vergnügliche Schneeschuhtour in einem wenig besuchten Gebiet, was bestimmt auch der suboptimalen Wetterlage zugeschrieben werden darf. Und die bei solcher Verhältnissen geringe Einsinkgefahr war heute sehr kräfteschonend.

Wetterverhältnisse:
ca. 20 bis 40 cm Altschnee, darüber ein paar Zentimeter Neuschnee, meist bewölkt, trocken, Temperatur über Null Grad.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 5. Februar 2017
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 12.8 km, Schwägalp Passhöhe – Beieregg – Chräzerenpass – Horn – Pfingstboden – Ellbogen – Hinterfallen – Hinterfallenchopf – Hinder Chlosteralp – Vorder Chlosteralp – Gössigen – Brugg – Risi – Ennetbühl Dorf
Aufstieg: ca. 566 m
Abstieg: ca. -988 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 32 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gemsfairenstock (2971 m) – ein Gipfel mag uns nicht (mehr)…

Seit Wochenmitte war klar – an diesem Sonntag werden wir wieder einmal den Gemsfairenstock „machen“ – bei bestem Winterwetter! Die Fahrt durchs Glarnerland über Linthal und auf der Klausenpassstrasse hoch zum Urnerboden UR kannten wir schon. Der grosse Parkplatz noch leer, also kein Stress – Zeit genug für einen Startkafi im Gasthof Urnerboden. Nur wenige Schritte bis zur etwas unterhalb gelegenen Talstation der Seilbahn Urnerboden-Fisetengrat. Der nette diensthabende Verantwortliche (Herr Stüssy) fragte aus Gründen der Sicherheit nach unserem Vorhaben – Gemsfairenstock, klar doch! Denkste!! Es sollte anders herauskommen…

Nach wenigen Minuten Bergfahrzeit verliessen wir die kleine Gondel und schnallten unsere Tennisschläger an unsere Füsse. Nicht ohne ein erstes Malheur zu erleben: Ruedis Handschuhe gefiel es in der Gondel, also abwarten, bis diese nach der Tal- und Bergfahrt endlich ankamen. Doris nutzte die Zeit, um schon mal zum Fisetenpass aufzusteigen, und dort die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen. Nach zwanzig Minuten Wartezeit (ohne Sonnenbrand!) kam auch Ruedi endlich angekeucht. Auf den ersten paar hundert Metern (nicht zu nahe dem Grat entlang, da verwächtet, staunten wir nicht schlecht über die kritische Schneelage. Während im Tal zwischen Ennenda und Linthal viel Schnee lag, war das hier oben sehr knapp: vielleicht zwanzig Zentimeter. Im Bereich Ober Orthalten folgten wir einer schwachen (weil windverwehten) Spur, ab und zu über Grasbüschel und über Steine(!). Sehr viel Lärm also… Von früheren Begehungen wussten wir, wo das Rund Loch war – also verliessen wir die Spur, um links haltend (in Richtung O) in einer Rinne direkt aufzusteigen. Wenigstens hier lag ausreichend (Trieb-)Schnee, allerdings stark windgepresst und überdeckelt, so dass die Tritte auch von kleinen Rutschern begleitet waren. An dieser nord-exponierten Lage dachten wir an das aktuelle SLF-Lawinenbulletin (ältere Triebschneeansammlungen, klein aber störanfällig). Alles gut gegangen, wir standen vor dem Rund Loch. Der weitere Aufstieg bis zur Ober Sulzbalm war zwar ein von Steinmännern markierter steiler Hang, mal bis auf ein Schneeschäumchen abgeblasen, dann wieder von Triebschnee bedeckt. Naja, wenigstens bestes Wetter und heute windstill, und jetzt auch die Sonne im Gesicht – Zeit für eine kurze Trinkpause! Vor, resp. über uns die bekannte Schlüsselstelle, eine Steilstufe – wir waren schon gespannt, welche Verhältnisse wir diesmal antrafen. Jedenfalls waren nur wenige undeutliche Spuren auszumachen – verständlich: bei solchen Verhältnissen wird dieser Skitourenklassiker eher gemieden. Schliesslich will hier niemand seine Bretter demolieren! Mit Schneeschuhen waren wir besser dran – dachten wir. Mutig stiegen wir in die ca. 38° steile Stufe, um die ca. 80 Hm zu überwinden. Auf dem losen Schiefergestein lag zu wenig Schnee, so dass wir trotz Einsatz der Frontzacken kaum Halt fanden in der steilen Querung. Doris voraus, Halt suchend, ich überholte um Tritte zu schlagen. In der Hälfte der Steilstufe dann Doris‘ Ausruf, dass sie es so nicht schaffe – auch daran denkend, dass wir dann hier wieder runter mussten. Ich, 10 m weiter oben, konnte zuschauen, wie Doris ausrutschte und ein paar Meter weiter unten etwas Halt fand. Das war das Signal für eine zwingende Neuorientierung – Umkehr. Alles andere wäre Zwängerei gewesen – auch wenn es bis zum Gipfel höchstens noch eine Stunde gewesen wären. Ich, leicht widerwillig, hatte keine Wahl – Umkehr und – Abflug. Mindestens zehn Meter über weichen Schnee und harten Geröll – Glück gehabt, nichts passiert, ausser weicher Knie. Gib es zu, lieber Gemsfairenstock, Du magst uns nicht, willst uns nicht (mehr) sehen!! Wolltest uns heute aus lauter Eifersucht den Ausblick zum schönsten Glarner, den Tödi, vorenthalten. Das werden wir Dir heimzahlen – warte ab!

Im Abstieg machten wir einen grossen Bogen um das Rund Loch und nutzten die verwehte und windgepresste Spur anderer Tourengeher. Auch kein besonderes Vergnügen, weil die gepresste Schmalspur etwa zehn Zentimeter über dem weichen Umgebungsschnee lag. Endlich, unterhalb der Ober Sulzbalm, fanden wir ein sonniges Plätzchen, um uns gegenseitig zu trösten und die trotzdem verdiente „Gipfelrast“ abzuhalten. Der weitere Abstieg (über Stock und Stein…!) dann ohne Hetze, um dann auf dem sehr sonnig gelegenen Bänkli etwas länger zu verweilen. Die Talfahrt hinunter nach Urnerboden dann ohne Wartezeit, weil laufend Schlittler hoch kamen, welche an der Talstation anstehen mussten(!).

Übrigens: auf der ganzen Tour haben wir gerade mal 4 Skitüreler gesehen, welchen den Bocktschingel als Tagesziel hatten – hoffentlich kamen die gut durch…

Fazit:
Im Nachhinein zu erkennen, dass die an sich wunderschöne Tour bei solchen Verhältnissen ungemütlich, vielleicht sogar gefährlich sein kann, wird uns eine Lehre sein. Und auf unserer nächsten Gemsfairentour nicht ohne Steigeisen und Pickel! Und: immerhin waren wir an der frischen Luft und hatten etwas Fitness betrieben.

Wetterverhältnisse:
wenig bis ca. 40 cm windgepresster Pulverschnee, wolkenlos, wenig Wind, Temperatur um Null Grad

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde

Parameter:
Tour-Datum: 29.01.2017
Schwierigkeit: WT3 (Steilstufe WT4)
Teil-Strecke: 5.6 km, Fisetenpass (2033 m) – Ober Orthalten (P.2233) – Rund Loch (P.2287) – Ober Sulzbalm – Steilstufe (ca. 2540 m) – Abstieg auf ungefähr gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 550 m
Abstieg: ca. -550 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 57 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 34 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 13:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gulmen (1998 m) – Schneeschuh-Klassiker im Ober-Toggenburg

Den Wildhauser Gulmen hatten wir schon vor einem Jahr auf dem Radar – damals ohne Erfolg, aber dennoch spannend. Heute sollte es klappen, diesmal bei schönsten Bedingungen: feinster Pulverschnee, sehr sonnig und wolkenlos, beste Weitsicht (wie die Bilder beweisen…). Dem kurzen Fussmarsch vorbei an der Talstation der Gamplütbahn in Richtung Schönenboden. Auf Höhe der rechts stehenden Burgruine Abbiegung links haltend, montierten wir die Schneeschuhe. Nach wenigen Metern verliessen wir die Quartierstrasse, um auf einer bereits vorhandenen Spur und später dann auf einem Forstweg aufzusteigen. Die Spuren der laufenden Holzerarbeiten waren unübersehbar. Richtungsänderung beim bekannten Antikwegweiser „Gulmen“. Ungefähr bei P. 1304 dann die Bestätigung für unsere Hoffnung: dass wir eine Spur vorfänden. Also heute keine Schneestampferei wie vor einem Jahr. So ist es beim Schneeschuhwandern: mal sind wir am Spuren, mal dürfen wir profitieren. Dennoch: der Aufstieg hatte es noch immer in sich; steil hoch durch den Wald (im Bereich Vorder Bannwald), und an einigen steilen Hängen querend und dort darauf achtend, nicht aus der Spur hinunter zu rutschen. Nach wenig mehr als einer Stunde erreichten die Verzweigung nahe P. 1439, wo es rechts in Richtung Ost und wenig später Süd zu halten galt. Die felsige Fluh auf Lange-Bode war dank bester Spuranlage ohne grosse Mühe – trotz Steilheit – zu überwinden. Und plötzlich die Lichtung und vor uns die winterlich eingeschneite Gulmenhütte (1663 m). Wir verliessen die Originalspur, um die Gelegenheit für eine kurze Rast an der Sonne und einen netten Austausch mit einem Einzelläufer aus dem Tannzapfenland zu nutzen. Seitlich der Hütte dann direkt steil hoch, um weiter oben die Originalspur zu erreichen. Nun veränderte sich die Landschaft markant, ein richtiges Legföhren-Paradies tat sich auf. Vor uns der lange Rücken zum etwa 300 Hm höher liegenden und (vorerst noch) nicht sichtbaren Gipfelziel. Spätestens hier stellten wir fest, dass (im Winter) die Orientierung nicht einfach ist (sämtliche Markierungen unter Schnee!). Der weitere, fast schon liebliche Aufstieg, war reiner Genuss. Die Sonne im Gesicht, eine nur wenig störende Bise, und der Panoramablick – einfach nur schön! Auch wenn es sich bis zum Gulmen-Gipfel hinzog – abwechslungsreich war die Strecke. Und urplötzlich erkennen wir den Gipfel, etwas verwirrt über einen ersten grossen Steinmann, und etwa hundert Meter weiter der „richtige“ – der mit dem Gipfelbuch. Die letzten Meter waren knapp schneebedeckt (abgeblasen). Der Blick auf die Uhr zeigte uns, dass wir für unsere Verhältnisse sportlich unterwegs waren: 2.5 Std. ab Parkplatz. Während wir im Aufstieg nur gerade zwei Gleichgesinnten begegneten, durften wir den aussichtsreichen Panoramagipfel für uns alleine geniessen. Sogar die Bise war uns gutgesinnt, sie liess nach und wir konnten sogar eine Gipfelrast abhalten. Hier bietet sich ein traumhafter 360°-Bilderbuchblick: im Norden der nahe Alpstein mit Wildhuser Schafberg, Girenspitz, Altmann, Wildhuser Schafboden, die eingeschneite Chreialp, Chreialpfirst, Mutschensattel, und Mutschen. Vor allem der Wildhuser Schafberg war heute besonders gefragt von Skitürelern, deren Aufstiege und Abfahrten von blossem Auge gut verfolgt werden konnten. N.B.: dass sich auf den Gulmen keine Skitourenläufer „wagen“, liegt bestimmt am speziellen Gelände – eine Abfahrt durch die Legföhren ist wohl kaum das ultimative Vergnügen. Der ungetrübte Weitblick in Richtung Vorarlberg, Rätikon, und ins in Nebelwatte eingebettete Rheintal, in die Bündner und Glarner Hochalpen war schlechthin überwältigend. Schwierig, sich hier oben satt zu sehen! Dem Eintrag ins Gipfelbuch folgte der Abstieg auf der bereits bekannten Spur. Vor der Gulmenhütte nochmals eine Rast an der Sonne. Bei der bekannten Verzweigung unterhalb P. 1439 entschieden wir uns nicht in Richtung Gamplüt abzusteigen, weil dort bereits schattige Stellen auszumachen waren. Vielmehr machten wir uns an den steilen Abstieg – nicht gerade knieschonend, wie sich herausstellen sollte. Jedenfalls waren wir froh, den Abstieg hinter uns zu haben und oberhalb der Talstation der Gamplütbahn anzukommen. Ruedi’s operiertes Knie hielt und die leichten Beschwerden klangen rasch wieder ab.

Fazit:
Eine Schneeschuhtour der Extraklasse! Hinzu kam die üblicherweise an diesem Bergrücken vernachlässigbare Lawinengefahr.

Wetterverhältnisse:
ca. 50 bis 80 cm Pulverschnee, wolkenlos, leichte Bise, Temperatur wenig über Null Grad

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bildergalerie)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde (heute nicht unbedingt erforderlich, aber aus Prinzip dabei)

Parameter:
Tour-Datum: 22.01.2017
Schwierigkeit: WT2 (Stellen WT3 im Bereich Vorder Bannwald/Lange-Bode)
Strecke: 11.4 km, Wildhaus Chuchitobel (Parkplatz beim Feuerwehrdepot) – Bodenweidli – Vorderbannwald – P.1439 (Lange-Bode) – Gulmenhütte (1663 m) – Gulme (1998 m) – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 940 m
Abstieg: ca. -940 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 48 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 22 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 16:00 Uhr

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)