Archiv der Kategorie: Wanderung

Via Engiadina 2|3: Guarda – Alp Suot (Val Tuoi) – Alp Sura – Ardez

Gut gelaunt trafen wir uns zum Frühstück – Kunststück, das Wetter zeigte Besserung, wenigstens ein paar blaue Streifen und ein bisschen Sonne zu Tagesbeginn – und es sollte heute noch besser kommen. Wiederum um 9 Uhr starteten wir. Nach wenigen Metern Abzweigung in Richtung Nord, ins Tal der La Glozza, resp. ins Val Tuoi. Fast schon gemächlich ansteigend verbleib uns wiederum ausreichend (überschüssige) Energie um die Gruppengespräche weiter zu führen. Die Alpstrasse ins Tal endete kurz vor der Alp Suot. Fast unbemerkt erreichten wir die 350 m höher liegende Alp. Die Erwartung, hier vom berühmten Ziegenkäse kaufen zu können, erfüllte sich nicht – Lager leer! Auch das Patenkind von Ursi und Domenico war nicht anzutreffen, musste schliesslich arbeiten um am Abend Milch zu liefern. Zu trinken gab es aber allemal. Über achtzig Geissen (und ein adoptiertes Lämmlein) leben dort oben – eine herrliche Alp am Fuss des schönen Piz Buin Grond (3312 m.ü.M.). Den Weiterweg bis zur Cna Tuoi überliessen wir dem Pedelec-Fahrer Michael, der uns heute wohl verfehlte(😊), schade, wäre lustig gewesen, ihn zu treffen. Die Alp Suot war heute der Wendepunkt auf dem Weiterweg in Richtung Ardez. Der kurze Aufstieg von ca. 200 Hm führte über Alpweiden, vorsichtig vorbei an Mutterkühen und ihren Kindern. Ab Alp Marangun (2176 m) hatten wir die Höhe, und wir erreichten bald die Alp Sura, wo uns Senn Reto mit vorzüglichen einheimischen Produkten verwöhnte; Käse, Trockenfleisch, ja sogar Tatsch wurde gereicht – und dazu alles Nötige an Flüssigkeit – zur Hauptsache natürlich Tschliner Bier. Thomas hatte sogar überschüssige Energie für eine Zusatzrunde (1.5 km zurück lag nämlich seine Regenjacke – welche er heute eigentlich nicht benötigte…). Unschwer zu erkennen, dass wir uns von dieser aussichtsreichen, sonnig gelegenen Alp kaum loslösen konnten. Trotzdem: der Aufbruch über Plans Mier (2182 m) bis Mutura Dadoura (2142 m) nahte. Erst ab hier begann der Abstieg nach Ardez hinunter, dessen Häuser wir schon erblickten. Gut 580 m Höhenunterschied, verteilt über 4.8 km – den einen von uns ging das ganz schön in die Knie. Kurz vor dem Tagesziel dann doch noch ein kurzer Regenjacken-Test, nichts Ernsthaftes. Ab P.1588 wählten wir (nicht in allgemeiner Einigkeit!) die Direttissima. In der Dorfmitte dann eine dieser wunderbaren Tankstellen (Dorfbrunnen mit bestem Quellwasser). Ein paar Meter am westlichen Dorfausgang fanden wir unsere Unterkunft, das splendide Hotel Schorta’s Alvetern (Schorta heisst die sympathische Gastgeberfamilie, Alvetern heisst Edelweiss). Vor sieben Jahren renoviert und noch immer wie neu – sehr geschmackvoll! Dieses Attribut gilt uneingeschränkt auch für die Küche – ein einziger Genuss! Wir wurden heute Fans und kommen bestimmt wieder! Vor dem währschaften Bündner z’Nacht dann ein ausgiebiger Rundgang durch das (zusammen mit Guarda) bestimmt schönste Dorf im Unterengadin.

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe war etwas anspruchsvoller, aber jederzeit so, dass wir alle ohne an die Leistungsgrenzen zu gelangen, gut am Tagesziel ankamen.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Ardez freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.6 km, Guarda (1666 m) – Clüs – Prasüras (1824 m) – Alp Suot (2018 m) – Marangun (2176 m) – Alp Sura (2118 m) – Plans Mier (2182 m) – Mutura Dadoura (2142 m) – Muntaditsch – Chöglias (1780 m) – Ardez (1464 m)
Aufstieg: ca. 595 m
Abstieg: ca. -799 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 15 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Via Engiadina 1|3: Zernez – Susch – Lavin – Guarda

Nach gemütlicher Bahnfahrt erreichten wir (das sind die ssssWanderfreunde Ursi, Manuela, Doris, Domenico, Thomas und Ruedi) während eines Gewitters Zernez, wo wir nach dem Bezug unsrer Loge im Bär & Post einen Dorfrundgang im historischen Teil unternahmen. Gleichzeitig erlebten wir die Ankunft der Teilnehmer des Engadin Radmarathon 2017 (211 km). Nach dem Dorfrundgang folgte ein sehr gutes Menü (Capuns als Vorspeise…). Nach einer etwas unruhigen Nacht (das Hotel liegt an der Hauptstrasse) und nach dem Frühstück starteten wir um 9 Uhr motiviert zur ersten Etappe. Die ca. 6.5 km dem Inn entlang boten weder spektakuläre Aussicht noch Ereignisse – vom Begleitlärm der ennet dem Inn verlaufenden Hauptstrasse, den roten RhB-Kompositionen und dem braungefärbten Innwasser mal abgesehen. Beste Gelegenheit also, sich gegenseitig aufzudatieren; schliesslich haben wir uns schon länger nicht mehr gesehen (😊). Statt in Susch den Inn zu überqueren, stiegen wir zur 130 Hm höher liegenden Fortezza Rohan auf, welche auf dem Hügel Caschinas steht; die Geschichte ist auf einem der Bilder nachzulesen. Eine durchaus interessante Burgruine; das Fort ist um 1635 angelegt worden. Für den Abstieg wählten wir die Variante und gelangten so – ohne den Inn zu überqueren zum Ortsteil Surpunt hinunter. Vorbei an ein paar schönen und typischen Engadiner Häusern und der reformierten Kirche zogen wir weiter, noch immer der linken Seite dem Inn entlang in Richtung Ost, also abwärts. Bis die Holzbrücke von Lavin über den Inn führte, nicht weiter spannend. Jetzt aber die paar Höhenmeter hinauf bis in die Dorfmitte. Gegenüber des altehrwürdigen Hotel Piz Linard genossen wir in einem Naturpärklein Gazosa in allen möglichen Farben. Wunderbar erholt machten wir uns pünktlich(!) zur Ladenöffnungszeit ins Giacometti Furnaria, Pastizaria, Cafe, wo wir uns auf der Terrassa hoch über dem Inn die verdiente Belohnung abholten (ein Stück Engadiner Nusstorte und Kafi). So gestärkt war die restliche Strecke bis Guarda fast schon ein Spaziergang, auch wenn auf diesen knapp 5 km doch immerhin 270 Aufstiegsmeter zurück zu legen waren. Mittlerweile wich das Grau einem freundlicheren Blau, so dass wir auf dem letzten Teil bis ins Schellenursli-Dorf Guarda sogar leicht ins Schwitzen gerieten. Die prachtvollen Engadinerhäuser, überhaupt das ganze, sehr schön erhaltene Dorf gefiel uns sehr. Am östlichen Ende von Guarda bezogen wir unser Logis im Hotel Piz Buin – den namengebenden Gipfel bekamen wir heute aber vorerst nicht zu Gesicht. Auf der aussichtsreichen Terrasse löschten wir den ersten Durst, überwiegend mit dem leckeren Saft der Bieraria Tschlin. Später dann der Apéro auf der Terrasse im Hotel Meisser Restorant; uns gefiel es dort so gut, dass wir anschliessend im stilvollen Esssaal ausgezeichnet dinierten. Quasi toll und voll (von den Eindrücken des ersten Wandertages selbstverständlich…) legten wir uns auf den komfortablen Pritschen nieder, um eine sehr ruhige und erholsame Nacht zu erleben.

Fazit:
Diese erste Tagesetappe war wenig anspruchsvoll, fast schon ein gemütliches Einlaufen, aber trotzdem ausreichend, um am Abend in Guarda Appetit für den kulinarischen Teil „aufgebaut“ zu haben.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Guarda freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 10. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 16.5 km, Zernez (1473 m) – dem Inn entlang bis Susch – Fortezza Rohan (1559 m) – Surpunt – dem Inn entlang bis P.1387 (Holzbrücke über den Inn) – Lavin (1442 m) – Kirche Lavin (1431 m) – Clüs – Resgia (Brücke La Cluozza) – Guarda (1666 m)
Aufstieg: ca. 503
Abstieg: ca. -313 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 30 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Walliser Suonen 2|2: Bisse de Sion ab Barrage du Rawil

Von unserem Standort in Anzère resp. St-Romain ist die Barrage du Rawil, auch Barrage de Tseuzier genannt, auf kurvenreicher und sehr enger Strecke bequem und in weniger als 30 Minuten zu erreichen (Postautokurs sei Dank!). Die auf 1778 m.ü.M. stehende Talsperre hat folgende Daten: Höhe 156 m, Länge 256 m, Dicke oben 7 m, Dicke unten 26 m – eindrücklich also! Wir, das waren der heute aus Bern angereiste Wanderführer Peter, Ruth, Doris, Jürg, Viktor und Ruedi starteten auf der Talsperre. Erstes Ziel war die Umrundung des Stausees, der einen tiefen Wasserstand aufwies. Ganz hinten, unter dem Wetzsteihore (2782 m), befindet sich auf etwa 1840 m.ü.M. die Quelle der Liène. Peter, ausgewiesener Suonenkenner, erklärte: die Bisse de Sion wurde erbaut in den Jahren 1901 und 1902, sie dient nicht direkt der Bewässerung. Sie wird unterhalb von Anzère in das Flüsschen Sionne geleitet, das nach der Schneeschmelze für die Bissen Bitailla, Grimisuat, Dejour und Lentine sonst zu wenig Wasser führt. Von der Schöpfe hinter dem Lac de Tseuzier bis zum Wasserschloss bei Sé des Samarins fliesst sie ausserhalb der Stollen offen und anschliessend einige Kilometer verrohrt. Sehr spannend, einen Kenner wie Peter dabei zu haben! Unterhalb der Staumauer beginnt übrigens die Bisse d’Ayent, deren Schöpfe sich ursprünglich an der Liène unterhalb der Staumauer des Lac de Tseuzier befand. Der obere Teil dieser Bisse ist heute ausgetrocknet. Sie erhält oberhalb von Samarin ihr Wasser aus einem Stollen.

Zurück zu unserem Seerundgang: der Wanderweg führt über eine blütenreiche Alp. Die Quelle ist schon von weitem zu sehen, je näher man ihr kommt, desto besser ist zu erkennen, wie das Wasser aus mindestens sieben Felslöchern zischt und als Wasserfall herunter schiesst – heute sogar mit Regenbogen. An diesen hintersten Punkt beginnt übrigens auch der Aufstieg zum Rawilpass (2429 m.ü.M., T3) und von dort z. B. zur Iffigenalp hinunter. Wir wendeten in Richtung Westufer, vorbei an P.1815, wo ein kleine Wirtschaft mit Tipizelt steht. Die Suone führte gerade kein Wasser; es scheint, dass die Ufer und die Wasserleitung gerade gesäubert werden – also wird wohl bald wieder Wasser fliessen. Nach ca. 1 Stunde Seerundgang erreichten wir die Barrage wieder. Der weitere Weg führte erst einmal durch einige beleuchtete Tunnels. Bei der Talstation des Télésiège Les Rousses verliessen wir gerne die geteerte Unterlage, um rechts zur Suone zu gelangen. Die noch immer trockene Bisse verläuft hier wunderschön durch Wald und über Wiesen. Ab ca. Les Grillesses ist die Suone verrohrt und der Weg verläuft unmittelbar über der Wasserleitung (zu erkennen an den sporadisch sichtbaren Schachtdeckeln). Der weitere Verlauf des Abstiegs nach Anzère war sehr aussichtsreich – mit Fernblick zu den Walliser Viertausenden und bis zum Montblanc. In Anzère angekommen, freuten wir uns alle, die Zeit bis zur Abfahrt des Postautos mit einem Panaché zu geniessen. Fehlanzeige, alles tot hier oben – offensichtlich hat die Sommersaison noch nicht begonnen.

Fazit:
Diese Suonenbegehung war landschaftlich sehr reizvoll, auch wenn sie zurzeit kein Wasser führte. Die nicht sehr anforderungsreiche Tour bietet viel Abwechslung. Uns hat diese Wanderung mit netten Gleichgesinnten sehr gefallen. Peter, ein herzliches Dankeschön für deine Initiative und die vielen Informationen eines profunden Suonen-Kenners!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos, hochsommerlich heiss (35°). Gut dass Suonen viele Waldabschnitte haben…

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km, Barrage du Rawil /1778 m) – Umrundung Lac de Tseuzier – Les Rousses (P.1778) – P.1760 (Se des Samarins) – P.1750 (Ravouyéne) – P.1676 – Les Grillesses (1711 m) – Les Bochones – Anzère (Poste)
Aufstieg: ca. 280
Abstieg: ca. -366 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Meraner Höhenweg Nr. 24 – von Katharinaberg bis Giggelberg

Unser erster Wandertag im Südtirol war geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, auf dem Weg in „unsere“ Toscana. Unerwartet pünktlich werden wir vom Bus abholt; die ca. halbstündige Fahrt ins Schnalstal (einem engen Seitental im Vinschgau) führte am Taleingang vorbei an Reinhold Messmers Schloss Juval. Weiter hinten dann auf enger Strasse hinauf nach dem sonnig gelegenen Dörfchen Katharinaberg (1240 m), Endstation. Und folglich Beginn unserer Höhenwanderung auf dem Meraner Höhenweg Nr. 24. Trotz guter Markierung brachten wir es fertig, auf einem Pfad verbotenerweise mitten über eine schöne Wiese zu laufen – ohne allerdings die vielen Blümchen zu zertrampeln… Oberhalb des Dorfes ging der Blick nochmals zurück auf das Dorf und die schmucke Kirche. Erst führte der Weg durch Wald, dann erreichten wir bald den Bauernhof Unterpferl (ein sehr altes Holzhaus mit Kirchlein). Wunderschönes, aber sehr steil abfallendes Gelände auf einer Höhe von ca. 1400 m. Nun folgte ein leichter Abstieg in eine kleine Schlucht, in welcher der Weg einen Bogen beschreibt. Bald erreichten wir einen weiteren Hof, den Wandhof auf 1460 m Höhe. Abwechselnd führte der Pfad durch Wald, dann wieder über schönste Wiesen – kaum Schwierigkeiten, aber T2. Kurz vor der Jausestation Kopfron dann ein kurzes Wegstück auf der asphaltierten Bergstrasse – die Jause war geschlossen (Ruhetag). Machte nichts, bald kam die nächste Jausestation, der Waldhof (mit WC!). Bei dieser Gelegenheit eine Bemerkung zu den vielen am Wanderweg stehenden Jausestationen: die Südtiroler sind ganz schön clever – die Wanderwege führen nämlich ohne Ausnahme (ausgeschildert und folglich zwingend!) mitten durch die Jausen. Diese wunderbare Erfahrung machten wir während unserer beiden Wandertage fortgesetzt. Hier, beim Hofschank Wald kehrten wir natürlich ein erstes Mal ein – die junge und nette Bäuerin machte uns ihren noch ofenfrischen Buchweizenkuchen gefällig – nein zu sagen wäre seeeeehr unfreundlich gewesen – und gelohnt hat es sich alleweil. Auf dem nach Süden verlaufenden Weiterweg – immer auf etwa einer Höhe von 1450 m verbleibend – änderte sich nun die Richtung nach Ost. Unter uns jetzt das Val Venosta (Vinschgau) mit Naturns. Schon wieder eine Jausestation, der Linthof, aber wir ohne Durst. Schliesslich wollten wir durchhalten bis zum Pirchhof. Also querten wir oberhalb der Bergstation der Luftseilbahn Naturns-Unterstell. Den wirklich einmalig aussichtsreich gelegenen Pirchhof erreichten wir gerade zur Mittagszeit – Zeit also für ein Pirchhofbrettl (für Kaiserschmarren blieb leider kein Platz). So gestärkt und nach ausgiebiger Ruhepause machten wir uns auf den Weiterweg. Unmittelbar nach dem Pirchhof nahte die Schlüsselstelle des Tages, angeblich 1000 Stufen durch die Schlucht(en). Rauf, runter, und so weiter – wirklich spektakuläres T3-Gelände, das uns sehr gefiel. Fast schon endlos erschien uns die verbleibende Strecke bis zum Tagesziel, dem Giggelberg (Bergstation der Texelbahn). So abwechslungsreich die Strecke war, leicht ermattet waren wir schon nach diesen 19 km. Also rasch auf die Terrasse Giggelberg – und Proste und rein mit den beiden Radlern – lecker! Um halbfünf dann die Talfahrt mit der modernen Luftseilbahn hinunter nach Partschins, wo gerade ein Bus wartete, der uns nach Naturns zurückbrachte. Ende eines ersten und erfüllenden Wandertages in einer uns bisher nur von der Durchfahrt bekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 1. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27 bis 30°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 27. Mai 2017
Schwierigkeit: T2 (1000 Stufen-Schlucht T3)
Strecke: 19.1 km, ab Katharinaberg markierter Weg Nr. 24, vorbei an unzähligen (und verführerischen) Jausestationen – Pirchhof – 1000 Stufen-Schlucht – Hochforch – Giggelberg (Talfahrt mit der Texelbahn)
Aufstieg: ca. 966 m
Abstieg: ca. -650 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 39 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 47 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 16:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Von Einsiedeln über den Etzelpass nach Pfäffikon SZ

Der März ohne ernsthafte Tour – und schon ist’s Frühling! Doch nicht ganz, denn in drei Wochen stehen zum Abschluss der Wintersaison vier anspruchsvolle Schneeschuhtrekkingtage an (Aletschgletscher, Konkordia- und Hollandiahütte, u.a. mit Besteigung des Fastviertausenders Äbeni Flue 3962 m). Da reichen die paar Skitage in Les Diablerets nicht – also ist trainieren angesagt, beispielsweise mit einer Einlauftour in der Nähe.

Die ÖV brachten uns nach Einsiedeln, wo wir im Dorfzentrum – nach einem leckeren Startkafi, versteht sich – losmarschierten. Südlich der imposanten Klosteranlage querten wir durch ein Tor einen seitlich gelegenen Innenhof und durch ein weiteres Tor die Stallungen des Marstalls, des ältesten Gestüts Europas. Hier werden seit über eintausend Jahren Einsiedler-Pferde, die Cavalli della Madonna, gezüchtet. Wanderern ist der freie Durchgang durch die Anlage erlaubt. Nach der Klosteranlage der leichte Aufstieg zum Aussichtspunkt St. Benedikt, wo der Blick über das Klosterdorf und hinüber zu den Skisprungschanzen geht. Theoretisch wären hier auch die markanten Gipfel des Hoch-Ybrig zu sehen (Druesberg, Forstberg, u.a.m.). Wir schauten vorwärts, auf den kurzen Abstieg zum Sihlsee hinunter, den wir nach etwa einer halben Stunde beim Ortsteil Birchli erreichten. Der flächengrösste Stausee der Schweiz (mit einer grössten Tiefe von nur 23 m) liegt schön im Gelände, und die Uferzone, die wir durchwanderten, ist teilweise Naturschutzgebiet. Dem Wasser entlang, vorbei an einigen im Sommer bestimmt stark genutzten privaten Grundstücken, erreichten wir die unscheinbare Staumauer, die wir überquerten. Ab Quartier Blüemenen entlang dem nördlichen Seeufer bis zum Strandbad, dessen Restaurant (noch) geschlossen war. Hier überquerten wir die geteerte Strasse, um das kleine Naturschutzgebiet Roblosen zu erreichen. Bis zum Hof Hirzenstein führt der Weg durch schöne Hochmoorlandschaft und vorbei an reihenweise angelegten und offensichtlich liebevoll gepflegten Gärten. Fast überraschend erscheint vor uns das in einer Senke liegende Örtchen Egg, welches von der jungen Sihl durchflossen wird. Das Örtchen mit der grossen Kirche ist Geburtsort eines der bekanntesten Gelehrten Europas, Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus, geb. ca. 1493. Nach Überquerung der Brücke hielten wir links, vorerst der Sihl entlang, um nach den letzten Häusern rechts haltend aufzusteigen (Markierung WW Etzel). Die hundert Hm Aufstieg bis zum Hof Jureten verlaufen überwiegend im Wald, wo wir schliesslich auf einer Weide von ein paar scheuen Alpakas begrüsst wurden. Einige Meter weiter, beim P.976, dann der Blick auf den Zürichsee hinunter und über diesen hinweg der Fernblick nach Hause. Links haltend erreichten wir rasch St. Meinrad und damit den Etzelpass mit dem schönen Gasthaus und der Kapelle, beide dem Heiligen gewidmet. Über uns gut sichtbar das markante Berggasthaus Etzel-Kulm. Wir begnügten uns mit der Einkehr in der Gartenwirtschaft des St. Meinrad; der Benediktiner-Eintopf (aus Hackfleisch, Lauch und Frischkäse) schmeckte ausgezeichnet!

So gestärkt verliessen wir diesen gastlichen Ort, um direkt von der Passhöhe über den gut angelegten Treppenweg abzusteigen. Die Passstrasse zweimal überquerend, hielten wir östlich durch den Bannwald hinunter, nahe des Meinradsbrunnens vorbei durch mooriges Gelände. Ab Waldausgang war nochmals die Passstrasse zu überqueren, dann der Abstieg hinunter zum Ortsteil Luegeten, wo direkt nach dem Aussichtsrestaurant der steiler werdende Abstieg zur lautstarken Autobahn begann. Bei P. 490 dann die Brücke über die A3, um sofort wieder links haltend direkt ins Dorfzentrum Pfäffikon SZ und dessen Bahnhof abzusteigen.

Fazit:
Gemütliche Vorfrühlingswanderung (teilweise auf dem Jakobsweg verlaufend), ohne besondere Anforderungen, höchstens die Länge der Wanderung genügte, uns etwas zu fordern. Und zum Schluss sogar Sonnenschein!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas trübe, aber trocken, zwischendurch zeigte sich zaghaft die Sonne, ca. 10°, leichte Bise.

Hilfsmittel:
keine

Parameter:
Tour-Datum: 2. April 2017
Schwierigkeit: T1
Strecke: 14.7 km, Einsiedeln (Bahnhof, 882 m) – Kloster – St. Benedikt P. 951 – Vogelherd –  Underem Birchli – Blüemenen – Strandbad – Allmig, P.919 – Hirzenstein – Egg (857 m) – Jureten/Oberegg, P.951 – P.976 – St. Meinrad (Etzelpass, 950 m) – Meinradsbrunnen – P.725 – Luegeten, P.608 – Brücke über die A3 (490 m) – Pfäffikon SZ (Bahnhof, 412 m)
Aufstieg: ca. 282 m
Abstieg: ca. -760 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Nikon Coolpix P900

Meilener Dorfbachtobel – am 1. Advent 2016

Seit vier Wochen keine ernsthafte Wanderung – langsam machten sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Der Blick nach draussen zeigte ein tristes Sonntagsbild. Das konnte uns heute nicht davon abhalten, wieder mal direkt ab Haustüre zum Pfannenstiel hoch zu laufen; und weiter nach Meilen hinunter – durch das bei jeder Witterung reizvolle Meilener Dorfbachtobel. Zu beschreiben gibt es diesmal nicht viel. Die Stimmungsbilder vermitteln ausreichend, dass es sich sehr gelohnt hat – nicht zuletzt auch der Fitness wegen…

Fazit:
Heute war der erste Advent. Hoffentlich hellt die Stimmung auf, schliesslich ist bald Weihnacht!

Bemerkung:
Die Wanderung lässt sich beliebig abkürzen, und sie ist auch als Familienwanderung problemlos machbar, und überdies witterungs-unabhängig sehr abwechslungsreich.

Wetterverhältnisse:
z. B. „wunderschöner“ Hochnebel, Grau-in-Grau, ca. 5 bis 7°, schwache Bise, trocken

Wegmarkierung:
z. B. gelb markiert, Wandertafeln

Hilfsmittel:
LK 1:50000

Parameter:
Tour-Datum: 27. November 2016
Schwierigkeit: T1
Streckelänge: 15.67 km
Strecke: Grüningen (Binzikon, 510 m) – Oberzelg – P. 530 (Heggenhof) – Frauwis – Uetzikon – Brunisberg – Mülihözli – P. 612 (Türli) – Chrüzlerboden (P. 640) – Gibisnüd – P. 672 – Buechholz (P. 710) – Vorder-Pfannenstiel – Okenshöhe (P. 708.9) – Hochwacht (Restaurant) – P.775 – P.723 – Toggwil (743 m) – Dorfbachtobel – Ruine Friedberg (511 m) – P.428 (Tobelausgang) – Meilen Bahnhof SBB (Rückfahrt SBB bis Männderdorf, Bus über Oetwil a. S. bis Grüningen)
Aufstieg: ca. 397 m
Abstieg: ca. -459 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std.
Tageszeit: 12:15 bis 16:30 Uhr
GPS-Hardware: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kameras:
Sony DSC-HV90V

Genusstage im Domleschg (4): vom Glaspass zum Bischolpass

Dass die geplante Piz Beverin-Überschreitung heute nicht infrage kam, zeichnete sich ab. Aber am Beverin schnuppern, das wollten wir schon… Also fuhren wir zum Glaspass hoch und unternahmen eine einfache Kurztour im oberen Teil des Skigebiets von Heinzenberg. Ziel war der Bischolpass. Der Wanderweg verlief aussichtsreich über Alpweiden und vorbei an idyllischen Seelein. Auf dem Hinweg zum Bischolpass liefen wir beinahe rückwärts, um möglichst viel vom vermeintlichen Gipfelziel mitzubekommen. Kurz vor dem Pass hiess es dann aufpassen und ja nicht die dort weidenden Mutterkuhherden zu stören. Zur Belohnung gabs dann im Sommerbeizli „Hermisch Hüschi“ eine Kuchendegustation(!) und besten Espresso. Dem gastfreundlichen Rentnerpaar merkt man die Freude am Älplerleben so richtig an. Die Beiz steht strategisch bestens, wer auf den nahe gelegenen Tguma gehen will, muss quasi mitten durch…

Der Rückweg auf gleicher Strecke strapazierte nicht wirklich – und der Piz Beverin präsentierte sich wolkenfrei – sogar die Leiter war zu erkennen. In der Beverinlücke lag noch etwas Schnee, was wohl (im Aufstieg) zu bewältigen wäre… Nun halt, ein nächstes Mal bestimmt.

Fazit:
Nach dem gestrigen Badetag in Paspels (neiiin! Keine Bilder im Internet!!) am und im Leg da Canova (heisst das zu deutsch etwa „Ganovensee“, hihihi…?) war das heute eine schöne und aussichtsreiche Abschlusstour über einfaches Gelände und ohne besonderen Schwierigkeiten, die kaum Anforderungen an die Kondition stellt.

Parameter:
Tourdatum: 8. Juli 2016
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.647 km: Glaspass – P.1831 – Bruchalp (P.1911) – ehemaliger Lüschersee – Lüschalp – Bischolsee – Bischolpass P. 1999 – Ds Hermisch Hüschi (Sommerbeizli) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 277 m
Abstieg: ca. -277 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 33 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 24 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)

Genusstage im Domleschg (3): von Paspels über den Polenweg bis Reichenau

Die Idee, heute den Flimser Wasserweg Trutg dil flem zu machen, mussten wir wegen der nicht abklingen wollenden Kniebeschwerden (des Verfassers) fallen lassen. Der alternative Vorschlag unserer ssssssWanderfreunde, eine einfachere, flach verlaufende Wanderung zu unternehmen, fand sofort Anklang. Zur Information: der Polenweg zwischen Rothenbrunnen und Domat/Ems wurde von den in der Schweiz internierten Polen erstellt, welche im Jahre 1940 in die Schweiz kamen und hier interniert wurden aufgrund der Haager Konvention. Sie wohnten während der Internierung bis Dezember 1945 in Barackenlagern (Quelle).

Start direkt ab Haustüre im Dorfzentrum von Paspels, vorbei an der Schlossanlage Neu Sins und der benachbarten Ruine Alt Sins stiegen wir gemütlich hundert Höhenmeter ab. Bei bestem Hochsommerwetter marschierten wir fröhlich gelaunt ([u Renaiolo]mann hintendrein humpelnd…) durch Wald und über Felder unterhalb der auf einem markanten Fels stehenden Burganlage Schloss Ortenstein (Gemeinde Tumegl/Tomils) durch. Nach einem leichten Anstieg erreichten wir die Hauptstrasse, welche von der A13 in Richtung Paspels hochführt; nach wenigen hundert Metern hielten wir rechts in Richtung Rothenbrunnen/Giuvaulta. Das sehenswerte Dorf ist die nördlichst gelegene Gemeinde und ist das Tor zum Domleschg. Nebst den beiden Burgruinen Ober und Nieder Juvalta ist auch das spätgotische Haus Tscharner (1546) mit den Fassadenmalereien von Hans Ardüser sowie das Kurhaus in spätklassizistischer Architektur. Die reformierte Kirche stammt aus dem Jahre 1741 (Quelle). In der Dorfmitte beginnt der ausgeschilderte Polenweg, auf welchem wir uns in Richtung Burg Ober Juvalta bewegen. Unterhalb der Burgruine sehen wir uns unvermittelt und eindrücklich in die Zeiten des kalten Krieges zurückversetzt. Auf einer Infotafel (Lehrpfad Porta Rhaetica 1) erfahren wir ein Stück Weltgeschichte (1940 bis 1995); beeindruckt hat uns vor allem das von russischen KGB-Spionen erstellte Kartenmaterial über die Talenge und die dort erstellte Sperrstelle Nr. 1207 (siehe Bilder und auch hier). Die Anlage diente der Sicherung der A13 und der RhB-Bahnlinie – sehr eindrücklich (und noch gar nicht so lange her…). Auf gleichbleibender Höhe von ca. 680 m. ü. M. führte der Weiterweg unterhalb steiler Felswände vorbei – ab und zu mit der Warnung vor Steinschlag resp. Felssturz. Die Lage des hoch über uns auf 1470 m. ü. M. liegenden Dorfes Feldis/Veulden konnten wir nur erahnen. Etwas später – über dem unter uns durchführenden A13-Tunnel „Isla Bella“ – erblickten wir dann die Seilbahn, welche von Rhäzüns aus hochführt. In diesem Bereich bewegten wir uns über dem Hinterrhein, dessen Kurven und Inseln von oben ein besonders schönes Bild abgaben, genauso der Blick zum Schloss Rhazüns hinüber. Etwa 300 m vor dem P.685 standen wir direkt über der 90 m unter uns verlaufenden A13 resp. dem nördlichen Portal des Isla Bella-Tunnels, verbunden mit der entsprechenden Lärmquelle. Ab P.685 wurde es ruhiger und das Gelände offener; Bregl heisst die Gegend. Nach einem leichten Abstieg erreichten wir offenes, schönes Wiesland – gute Gelegenheit zu rasten. Nach einem wiederum leichten Anstieg erreichten wir nahe der Waldhütte Plong Vaschnaus ein licht bewaldetes Gebiet, in welchem etliche Lagerzelte standen. Genau dort, wo ein Hinweisschild Biker und Wanderer zu Respekt mahnen, und ein schmaler, steiler Pfad zur Station Reichenau-Tamins hinunterführte, hielten wir rechts in Richtung O – zwar war ein Pfad auszumachen, der aber nicht zum Ziel führte. Nach etwa 400 m standen wir am oberen Rand eine grossen Kiesgrube – kein Abstieg möglich, Umkehr also. Nicht weiter schlimm. Nach wenigen Minuten erreichten wir den Abstiegspfad, der zum Bahnhof führte. Mit der RhB bis Rhäzüns und weiter mit dem Postauto zurück zum Ausgangsort.

Fazit:
Das war eine Wanderung der gemütlichen Art – auch wenn der bemitleidenswerte Schreibende zunehmend litt. Das hinderte ihn und die ganze Gruppe nicht daran, am Abend eine ausgiebige Weindegustation bei Peter Wegelin in seinem Scadenagut in Malans zu erleben und sich anschliessend im Landhaus in Fläsch von Theresa und Ignaz Baumann verwöhnen zu lassen. Und schwupps waren die Beschwerden (fast) verflogen…

Parameter:
Tourdatum: 6. Juli 2016
Schwierigkeit: T1
Strecke: 12.927 km: Paspels/Pasqual – Ruine Alt Sins und Schloss Neu Sins – Mulegns – Rothenbrunnen – Ruvetg – Isla Bella – Bregl, P.665 – P.615 – Stn. Reichenau-Tamins RhB
Aufstieg: ca. 209 m
Abstieg: ca. -342 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 07 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 23 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Sony DSC-HV90V

 

Genusstage im Domleschg und Oberhalbstein (2): Alp Flix

Nach der gestrigen Einlauftour war heute der Besuch auf der Alp Flix angesagt – schliesslich war damit verbunden der Besuch der Schafmilchkäserei von Claudia Cotti in Sur. Hier durfte Renaiolofrau ein wunderbares Geburtstagsgeschenk (unserer ssssssWanderfreunde) in Form eines ganzen Käselaibs entgegen nehmen. Doch der Reihe nach: auf der Fahrt über die schmale Strasse zum neuen Parkplatz 1845 m merkten wir zu spät, eigentlich gar nicht so weit hochfahren zu wollen. Die eigentliche Rundwanderung sollte bereits in Sur beginnen. So wurde halt aus der Rundwanderung eine etwas kürzere. Das war deshalb nicht weiter schlimm, weil Renaiolomann die Strecke trotz Stockeinsatz leicht humpelnd absolvieren durfte. Die Kniebeschwerden machten sich verstärkt bemerkbar. Wenigstens waren heute nur bescheidene Auf- resp. Abstiegsmeter zurückzulegen. Und Beizen hatte es auch hier oben.

Start also ab Parkplatz auf der gut ausgebauten Naturstrasse in Richtung Tigias, wo das bekannte Berghaus Piz Platta steht. Kurz davor hielten wir allerdings links (in Richtung N). In Tgalucas steht das bekannte Jurten-«Hotel» mit Beiz. Nach einem kurzen Augenschein zogen wir weiter bis Cuorts, wo wir die Einkehrmöglichkeit (schon wieder!) mieden. Die Lais da Flix waren das Ziel – die zwei herzigen Seelein liegen wirklich in einer einmalig schönen Landschaft. Offensichtlich hatten wir heute Glück, denn die wunderbar blühenden Magerwiesen werden erst ab 15. Juli gemäht. Jedenfalls lachten uns links und rechts seltene Blüten entgegen – einfach nur schön! Beim zweiten der Lais da Flix angekommen, stiegen wir ab zum Lai Neir, dessen idyllische Lage ebenfalls beeindruckte. Den See umrundend, stiegen wir im Wald und auf einem Forstweg auf in Richtung Plang da Crousch. Auch hier oben schönstes Alpgelände! Wir wendeten in Richtung S auf den Wanderpfad, vorbei über Ruigna. Von dort rechts haltend zurück zu den beiden Seelein. Hier ist die Auswahl an schönst gelegenen Rastplätzen beeindruckend. Zum Glück war heute Dienstag und nicht Wochenende – wir vermuten nämlich, dass hier oben ganz schön was los ist. Also genossen wir die Rast auf einem der gut eingerichteten Plätze direkt am Wasser (dürfte man hier auch baden?).

Gestärkt verliessen wir den schönen Ort, um den Rückweg über Tgalucas anzutreten. Nicht ohne das Lädeli in Cuorts zu besuchen und einzukaufen (Würste, Alpenkräutertee, alles Bio versteht sich). In der Alpbeiz in Tgalucas war dann (endlich!) Einkehr angesagt: leckere Kuchen, Alpenkräutertee. Nur der nahe Baulärm störte etwas (sah nach Neubau der Wasserversorgung aus). Trotzdem hielten wir es laaaaange aus – vielleicht auch aus Angst vor den Gliederschmerzen beim Aufstehen… Der weitere Rückweg dann auf der gleichen Strecke, der schöne und markante Piz Platta vor uns, und darüber sinnierend, dass es uns wieder mal auf die Alp Flix ziehen wird – vielleicht sogar im Winter mit Schneeschuhen?!

Auf der Rückfahrt dann der Besuch in Sur in der kleinen Käserei von Claudia Cotti, die sich viel Zeit nahm, uns einen kleinen Einblick in ihr einzigartiges Wirken zu vermitteln. Schliesslich kauften wir ihren wertvollen Rohmilchkäse aus der Milch eigener Schafe. So besteht die Möglichkeit, den Besuch auf dieser schönen Alp Flix etwas zu verlängern – jedenfalls sitze ich, diesen Bericht verfassend, gerade bei einem Gläschen Wein und knabbere am Flixer Schafmilchkäse – herrgöttlich!

Fazit:
Auch heute keine Kampfwanderung! Dafür viiieeeel Genuss!

Parameter:
Tour-Datum: 5. Juli 2016
Schwierigkeit: T2
8.851 km: Alp Flix (gebührenpflichtiger Parkplatz 1845 m) – Varsal – Tgalucas (P.1969) – Cuorts (P.1963) – Lais da Flix – P.1960 – Lai Neir – Plang da Crousch – Ruigna – Lais da Flix – Rückweg analog Hinweg
Aufstieg: ca. 305 m
Abstieg: ca. -301 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 32 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)

Genusstage im Domleschg (1): Burgenwanderung zu den Felsritzungen von Carschenna

Zum jährlichen Treffen mit unseren ssssssWanderfreunden versammelten wir uns im ehemaligen Armenhaus Paspels, welches Ausgangspunkt für unsere Wandertage im Domleschg war. Nach dem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse (mit schönstem Ausblick zum Piz Beverin) beschlossen wir eine kurze Einlauftour ab Sils i. D. zu dessen Burgen und den Felsritzungen von Carschenna. Bei bestem Hochsommerwetter starteten wir mitten in Sils. Die ersten Aufstiegsmeter bis hinauf zur Burg Hohenrätien waren identisch mit der uns schon bekannten ViaSpluga-Strecke. Vorbei an der Burg Ehrenfels (heute eine Jugendherberge), stiegen wir über einen etwas steileren Pfad im Schatten spendenden Wald hoch. Nach einer Dreiviertelstunde war die 250 m über Thusis und Sils gelegene Burg erreicht. Der Ausblick reicht von der Nordseite der Viamala über den Einschnitt des Verlorenen Lochs ins Domleschger-Tal und im Norden bis zu den schneebedeckten Bergen (Ringelspitz, Calanda). Nach längerem Verweilen stiegen wir kurz ab zurück auf die Route der ViaSpluga und weiter bis zum P.974, von wo wir – den Wald verlassend – über eine Fahrstrasse P.1071 erreichten. Ab jetzt wurde es flacher, links und rechts schönste Magerwiesen in voller Blüte, vorbei an wunderbar gelegenen Maiensässen. Ungefähr auf etwa 1140 m. ü. M. hielten wir links (in Richtung N), um einen toll gelegenen Aussichtspunkt zu erreichen. Nach einer Fotosession liefen wir auf dem Grätchen ein paar Meter hoch bis zum höchsten Punkt unserer Wanderung; nicht ohne die nahe gelegene Grillstelle zu besuchen und erneut zu pausieren (Genuss – das Motto unseres diesjährigen Wandertreffs); im Hintergrund der Piz Scalottas.

Nach der Rast begann eine kurze Suchaktion nach dem richtigen Pfad zu den Felsritzungen von Carschenna – die wir dann auch problemlos fanden (Wegweiser Felszeichnungen). Die Felsbilder von Carschenna sind die ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur in der Region der Viamala. Sie sind 1965 zufällig durch einen Forstbeamten entdeckt worden und anschliessend durch das Rhätische Museum freigelegt worden. Auf etwa einem Dutzend Felsplatten, die sich über eine Distanz von ca. 400 m verteilen, sind unzählige Zeichen und Sujets geritzt. Vergleiche mit anderen, zum Teil datierten Felszeichnungen, lassen einen Ursprung auf die Bronze- und Eiszeit zu (1800 vor Christus). Der Weiterweg führte hinunter auf eine Forststrasse, dann in ein paar Kehren hinunter nach Salatschas. Kurz vor Campi (oberhalb Hauptstrasse und Bahnlinie) querten wir an einem etwas abschüssigen Hang und durch Steinschlaggalerien (oberhalb des alten Bahnhofs RhB Sils im Domleschg) bis zur Burg Ehrenfels. Von dort erfolgte der Abstieg auf der bereits bekannten Aufstiegsstrecke, bis wir mitten im Dorf Sils „landeten“ – die Gartenbeiz des Campell erwartete uns bereits.

Fazit:
Eine gemütliche Einlauf- und Kommunikationstour war das – gerade richtig, um die etwas geschundenen Kniegelenke eines Teils unserer Gruppe nicht zu arg zu strapazieren. Kampfwandern war jedenfalls heute und auch in den nächsten Tagen nicht angesagt.

Parameter:
Tour-Datum: 4. Juli 2016
Schwierigkeit: T2
10.038 km: Sils i. D. (Parkplätze im Zentrum bei der Gemeindekanzlei) – Burg Ehrenfels – Burg Hohenrätien – P.974 – P. 1071 – Carschenna – Crap Carschenna – Caltgeras – Salatschas – Burg Ehrenfels – Sils i. D.
Aufstieg: ca. 592 m
Abstieg: ca. -545 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 54 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 49 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)