Archiv der Kategorie: Wanderung T1-T2

Asciano – Serre di Rapolano – Rundtour le Crete

Den angekündigten schönen Frühsommertag wollten wir nutzen für eine weitere, nicht sehr fordernde, aber auch nicht zu kurze Rundwanderung im Gebiet der Crete. Nach einem Caffè in einer Bar im Centro storico starteten wir bei noch etwas bedecktem Himmel. Im Nachhinein durften wir froh sein darüber, dass uns die Sonne nicht gleich zu Beginn einheizte. Vorbei an der Chiesa della Madonna del Giardino verlief die gewählte Strecke (Weg Nr. 525 – schlecht resp. gar nicht markiert) leicht steigend durch eine von der Landwirtschaft geprägten natürlichen Landschaft, welche in sattem Grün eingebettet war. Dazwischen immer wieder grössere, rot leuchtende Mohnfelder, welche diesen typischen Landschaftszauber ausmachen. In grösseren Abständen passierten wir Bauernhöfe (siehe Streckenbeschreibung). Als wir den höchsten Punkt beim Podere Piocaia (ca. 315 m.ü.M.) erreichten, hatte sich der morgendliche Nebel verzogen. Herrliches Gelände mit Blick zur nahen Terme di Rapolano und zum Nachbarort Serre die Rapolano. Zwar wussten wir schon um die herausfordernde Schwierigkeit, nahe der Bauernhöfe ihre Aufgabe sehr ernst nehmenden Hirtenhunden zu begegnen. In der Regel machen sich die schönen und eindrücklich-aggressiven Tiere frühzeitig bemerkbar. Ganz anders aber beim Podere Treno; wie aus dem Nichts werden wir von einem wilden Rudel sieben(!) Hunden umringt und mit wildem Gebell bedroht. Doris hatte schon den Pfefferspray bereit; mit vereinter energischer Gegenwehr gelang es uns, die wilde Horde auf Distanz zu halten. Dazu sei erwähnt: Angst darf man in solchen Situationen keinesfalls zeigen – eine Kunst, die ziemlich Überwindung fordert. Die folgenden Höfe wurden zwar auch von Hunden bewacht, die aber immerhin von Zäunen in Schach gehalten waren. Nahe der Terme di San Giovanni überquerten wir die Bahnlinie, um dann (auf geteerter Strasse) den Ortsrand Serre die Rapolano zu erreichen. Hier missbrauchten wir ein am Strassenrand stehendes Bildstöckli mit Travertinbank(!) für die Mittagsrast. Hier erreichte uns dann auch eine Whats-Nachricht von Richi, der sich erkundigte, wie wir es denn in der Toscana so hätten – unsere Antwort war „So olala“. Naja, schliesslich wollten wir nicht die armen daheimgebliebenen Werktätigen mit „übertriebenen“ Darstellungen und Bildern „belästigen“😊. Nach der Mittagsrast meinten wir eine Abkürzung durch einen Olivenhain machen zu können – der Weg war hübsch, aber nicht durchgehend. Ein Stück weiter dann eine Erfahrung, die wir in der Toscana oft machten: es gibt durchaus gute Wanderkarten und auf diesen mit Nummern bezeichnete Wanderwege. Nur in der Praxis fehlen bestenfalls die Wegmarkierungen (oder sie sind gut versteckt resp. überwuchert), oder die Wege sind ganz einfach nicht (mehr) vorhanden. Die Option, die Felder einfach durch das hohe Gras zu durchqueren, war Doris mit ihrer Pollenallergie nicht zuzumuten. Also ungeplante Umwege! Die Schwierigkeit war, südlich von Serre die Rapolano einen vernünftigen Übergang über die Bahnlinie zu finden. Die Richtung kannten wir ja, und ungefähr beim Podere Poggio Greppoli trafen wir dann wieder auf die geplante Strecke, mittlerweile als Nr. 505 (auf der Karte) bezeichnet. Der Weg führte über offenes Gelände, und in der Ferne waren auch schon die Häuser von Asciano zu erkennen. Auf dem Weg dorthin dann noch der schöne Ausblick auf ein veritables Bahnviadukt, und fast wie bestellt wurde dieses befahren von einer modernen Zugskomposition (Stadler Rail!). Bei der Chiesa della Madonna del Giardino schloss sich der Kreis, und eine landschaftlich sehr reizvolle Wanderung fand einen schönen Abschluss. Arrivederci.

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas Hochnebel, der sich ab 10 Uhr auflöste, dann ein sehr sonniger und warmer Hochsommertag, Temperatur bei ca. 22 bis 30°

Parameter:
Tour-Datum: 25. Mai 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 18.4 km, Asciano (Parkplatz am nordwestlichen Stadtrand) – Chiesa della Madonna del Giardino – Podere Monticelli – Podere Piocaia – Podere Treno (Achtung Hirtenhunde!) – Podere Ripi – Podere San Martino – Serre di Rapolano – Podere Poggio Greppoli – Asciano
Aufstieg: ca. 365 m
Abstieg: ca. -361 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 06 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Nikon D7000

Monte Oliveto Maggiore – un giro in Creti Senesi

Santa Maria Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – eigentlich kein Berg, sondern eine weitläufige Klosteranlage, dessen Gründungsurkunde aus dem Jahre 1319 stammt. Noch heute wird die Abtei von der Benediktinerkongregation von Santa Maria di Monte Oliveto Maggiore geleitet. Der Abtei vorgelagert der Torre mit dem touristischen Teil der Anlage, einem Restaurant und nahe gelegenem Parkplatz. Soviel in Kürze zum historischen Hintergrund.

Seit wir einen kleineren Teil unseres Lebens in der Toscana verbringen, zieht uns diese von Verwitterung und Erosion geformte Landschaft – Crete senesi heisst sie – an. Hier gibt es viele Wandermöglichkeiten und auch mehr oder weniger gut markierte Wege. Heute wollen wir einen Giro, eine Umrundung des Monte Oliveto Maggiore, unternehmen. Während es die meisten Besucher bei einem Rundgang durch die Klosteranlage beliessen und abschliessend in der Bar standeten, liefen wir westlich der Kirche hinunter zum Flüsschen la Borraia. Schattig und stellenweis morastig das Gelände – zur Freude von Doris (Schuhreinigung drohte!). Vom tiefsten Punkt stiegen wir hoch bis zum Hof Pioco, und ab hier nun voll an der Sonne auf dem befestigten Fahrweg zum hübschen Dörfchen Chiusure; immer schön entlang der Abbruchkanten der Crete. Unterwegs begleiteten uns wunderbar intensive Gerüche wilder Kräuter (Wildfenchel, Currykraut, Kamille, usw.) – eigentlich schade, dass sich solche Gerüche nicht fotografisch festhalten lassen – aber vielleicht kommt das noch…

Auch wenn die Wanderung bis hierher wenig anstrengend war, kam uns die in der Dorfmitte stehende Bar del Paradiso gerade richtig. Crodino, Capuccino und eine Paste dazu musste sein. War die Landschaft schon bis hierhin spektakulär, kamen jetzt noch die typischen Toscana-Bilder dazu: junges Grün auf den weiten Feldern, intensives Rot des Mohn (Papavero) und natürlich von Zypressen gesäumte Strässchen. Fotosujets noch und noch (siehe Bilder). Südlich des Dorfausgangs führte uns der Weg nahe der Crete vorbei. Nach einem Kilometer hielten wir rechts, um den Weg Nr. 515 (der nach San Giovanni d’Asso hinunterführt) zu verlassen. Weiter gings noch immer auf dem Weg Nr. 515 – weshalb die Wege gleich bezeichnet sind, weiss der Kuckuck. Ach ja, der schöne Ruf dieses Vogels begleitete uns auf der gesamten Wanderung – für Musik war also gesorgt. Nach leichtem Auf und Ab erreichten wir den verlassenen Hof Fornacino. Hier dann der Irrtum des Tages: für uns war klar, dass wir auf dem Fahrsträsschen weiterliefen. Kurz vor dem Pod. Terzopacino begegneten wir einer in einem Pickup heranfahrenden Engländerin, welche sich als Einheimische outete und uns aufklärte, dass es ab Terzopacino nicht mehr weiter gehe (Proprieta privata, divieto l’accesso). Sowas hatten wir geahnt, weil uns unterwegs ein paar (geöffnete) Absperrungen zweifeln liessen. Macht nichts, wir hatten Zeit und waren ohnehin gut drauf, zurück also bis Pod. Fornacino. Hier suchten (und fanden) wir die gut versteckte Wegmakierung. Ab jetzt führte ein Trampelpfad durch ziemlich stark verbuschte Pampa. Von der vermuteten schönen Aussicht ins Land sahen wir vorerst nichts. Dafür hockten plötzlich zwei Wanderinnen mitten im Weg. „Salve, un bel posto che avete scelto” – “Hallo, das hier ist eine Barrikade”. Sowas kam uns auch gerade in den Sinn. Die zwei deutschen Frauen (Mutter und Tochter wohl) meinten dann noch etwas unsicher “see you later”. Damit war klar: italienisch konnten sie nicht. Und: gesehen haben wir sie später nicht mehr😊. Nach wenigen Metern öffnete sich die erwartete Aussicht, das Panorama ging nach Montalcino und reichte bis nach Siena – Traumlandschaft. Bald war auch die befestigte Fahrstrasse mit der Verzweigung Weg Nr. 515/552 erreicht; wir hielten rechts auf 552. Nach ein paar Serpentinen fanden wir einen schönen Platz, um unsere Mittagsrast abzuhalten. Die Panini waren gut gefüllt und schmeckten entsprechend lecker. Nach ausgiebiger Pause zogen wir weiter, vorbei an schönen, aber leider verlassenen Höfen (Pod. Belvedere, Pod. Castello). Über mit Zypressen gesäumte Serpentinen erreichten wir eine kleine Brücke über das ziemlich ärmliche Rinnsal Fosso del Vespero. Hier verliessen wir den 552er, der nach Buonconvento hinunterführt. Auf kurzem Weg steil hinauf bis zur geteerten Strasse, welche von Buonconvento nach Asciano führt. Leider hofften wir vergebens, den Rest von ca. 3 km zurück zum Ausgangspunkt nicht auf Asphalt gehen zu müssen. Zum Glück war die Strasse nicht stark befahren. Dank dem Landschafts-Kino links und rechts war es recht kurzweilig. Dennoch waren wir – nach 18 km Strecke – froh, die Abtei wieder erreicht zu haben. Im schattenspendenden Garten des Restaurants löschten wir den Durst. Die Rückfahrt durch die uns sehr vertraute Landschaft war dann abschliessender Genuss (bei einer Aussentemperatur von 27°!).

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Sommertag, Temperatur bei ca. 20 bis 25°

Parameter:
Tour-Datum: Pfingstsamstag, 19. Mai 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 18.2 km (davon 2 km Umweg*), Abbazia di Monte Oliveto Maggiore (273 m), gebührenpflichtiger Parkplatz beim Torre, vorbei an der grossen Klosteranlage, Abstieg im Mischwald zum Rinnsal la Borraia – Aufstieg, ab Pioco schliesslich auf befestigter Naturstrasse zum Dörfchen Chiusure (401 m) – südliche Umwanderung der Crete Weg Nr. 515 – Pod. Fornacino, ab hier der Verhauer* bis Pod. Terzopacino (268 m) und wieder zurück –  ab Pod. Fornacino in Richtung SW (Nuova di Gre) – über einen mehr oder weniger ausgeprägten Pfad bis eine Naturstrasse erreicht ist (Verzweigung Weg Nr. 515/552) – weiter auf 552 – Pod. Belvedere 258 m – Pod. Castello 210 m – Brücke über den F.so del Vespero –  Weg Nr. 552 nach rechts verlassend – steile Naturstrasse hoch zur Hauptstrasse  (Buon-convento-Asciano), auf dieser über San Nazzario – Bollano – Abbazia di Monte Oliveto Maggiore
Aufstieg: ca. 559 m
Abstieg: ca. -531 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:15 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Ruinaulta – Rheinschlucht

Schon länger im Kopf, immer wieder vergessen, jetzt eine geradezu ideale Tour, weil höher hinaus wegen des vielen Schnees wohl noch bis Juni schwierig wird. Und bei diesem verfrühten Hochsommer bietet sich der Besuch dieses einmaligen, famosen Naturspektakels geradezu an. Ab Chur nutzten wir das Rheinschluchtticket für Fr. 19.50 (freie Fahrt mit allen ÖV). Alleine schon die 20-minütige Fahrt mit der Unesco-Welterbe-Bahn bis Station Valendas-Sagogn war das Geld wert. Hier starteten wir direkt beim antiken Bahnhöfli, auf den ersten paar hundert Metern entlang den Geleisen, zur Linken der mächtig Wasser führende Vorderrhein. Und darüber die eindrückliche Errosionslandschaft. Hier ereignete sich vor ca. 10000 Jahren der Flimser Bergsturz, dessen hunderte von Metern hohe Schuttmassen den Vorderrhein begruben. In der Folge bildete sich der ca. 25 km lange Ilanzer See. Mit der Zeit schnitt sich der Fluss jedoch tief in die Schuttmassen ein. Der Ilanzer See floss ab und die Rheinschlucht entstand; diese auch Schweizer „Grand Canyon“ genannte 13 km lange Schlucht endet mit dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein bei Reichenau. Auf beiden Seiten des Flusses bildeten sich bis zu 400 m hohe weisse Sandstein-Steilwände. Der rätoromanische Name Ruinaulta ist zusammengesetzt aus den Wörtern Ruina (Geröllhalse/Steinbruch) und aulta (hoch). Auf den Wegen in der Rheinschlucht vermitteln zahlreiche Tafeln Wissenswertes über die Schlucht. Auf den ersten 8 km bis zur Eisenbahnbrücke bei Chrummwag genossen wir das gemächliche Tempo – fast schon ein Spaziergang. Gut so, denn aus dem Staunen kamen wir kaum heraus. Nach der Überquerung des Flusses verloren wir für einen längeren Zeitraum die Schlucht aus den Augen, weil jetzt der Aufstieg nach Flims begann. Steil und wunderbarerweise meist im Wald hechelten wir bis auf eine Höhe von ca. 900 m in Richtung Nord, um dann das Fahrsträsschen abrupt nach links (W) zu verlassen, in Richtung Conn. Dort (auf der grünen Wiese) angekommen, galt unser Besuch der nahen Aussichtsplattform Il Spir Conn – das wunderschöne Panorama auf unsere bisherige Leistung war so gut zu überblicken. Etwas weiter, ungefähr bei P.1010 genossen wir (leicht verspätet) auf einer freien Bankniederlassung das mitgebrachte Menü (1. Gang Bio-Cherry-Tomätli, 2. Gang Bürli mit reichlich Fleischkäse und Käse überfüllt, 3. Gang Mini-Ragusa aufgeweicht…). So gestärkt waren die restlichen 3 km bis Flims Waldhaus das reine Vergnügen. Der Weg führte vorbei am zu- und abflusslosen Caumasee, wo sich schon viele tummelten, um ihr ausgebleichtes Fleisch zu bräteln. Beim See dann die Überraschung: ein 125 m langer Lift befördete und gratis (für den Zugang zum Badesee wird nur während der Sommer-Hauptsaison Eintritt erhoben) geschätzte 30 Hm nach oben, von wo wir dann rassig Flims Waldhaus und damit das Postauto nach Chur erreichten – Doris initiierte angesichts des heranfahrenden Busses einen regelrechten Sprint (und ich gehorsam  hintendrein hihihi…), um das gelbe Ding noch zu erreichen. Geschafft! Ein wunderschöner Tag in einer ebensolchen Landschaft fand einen etwas eiligen Abschluss – mein Glacé-Bedürfnis stillten wir dann doch noch, in Chur auf dem Bahnhofplatz.

Ein paar Worte noch zur Gastronomie in und um die Rheinschlucht:
Mit Ausnahme der kleinen Bahnhofbeiz bei der Station Valendas-Sagogn inexistent! Eigentlich wollten wir einkehren im bei der Station Versam-Safien stehenden Café des Spirituellen Zentums Rheinschlucht, auf dessen Website zur Einkehr mit Spirit und Mystik geladen wird: Unser Café ist von April – 22. Oktober geöffnet. Dort werden auch sog. Licht-Botschaften, Spiritual Teachings, u.a.m. angeboten. Von wegen Spirit – NIX dort! War das eine erleuchtende Licht-Botschaft!? Die Hoffnung nahmen wir mit nach Conn – aber auch dort NIX – geschlossen… Wenigstens stimmten hier die Angaben im Web (bis zum 8. April 2018 durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nach einer kurzen Pause freuen wir uns, Sie ab dem 10. Mai 2018 wieder begrüssen zu dürfen). Gut, dass wir entsprechende Hard- und Software eingepackt hatten😊…

Wetterverhältnisse:
Hochsommerliches Wetter, am Vormittag ca. 14°, im Tagesverlauf bis 27°, windstill

Hilfsmittel:
Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine (die Aufzeichnung ist etwas fehlerhaft, weil die Abschattung  in der stark zerklüfteten Schlucht ausgeprägt war.

Parameter:
Tour-Datum: 21. April 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14 km, RhB-Station Valendas-Sagogn 669 m – RhB-Station Versam-Safien 635 m – Chrummwag – Chli Isla – Ruin Aulta P.805 – Er Davos – Conn (Aussichtsplattform Il Spir) – Lag la Cauma – Flims Waldhaus 1110 m
Aufstieg: ca. 738 m
Abstieg: ca. -295 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 14:10 Uhr

Kameras:
Nikon D7000

Via Engiadina 2|3: Guarda – Alp Suot (Val Tuoi) – Alp Sura – Ardez

Gut gelaunt trafen wir uns zum Frühstück – Kunststück, das Wetter zeigte Besserung, wenigstens ein paar blaue Streifen und ein bisschen Sonne zu Tagesbeginn – und es sollte heute noch besser kommen. Wiederum um 9 Uhr starteten wir. Nach wenigen Metern Abzweigung in Richtung Nord, ins Tal der La Glozza, resp. ins Val Tuoi. Fast schon gemächlich ansteigend verbleib uns wiederum ausreichend (überschüssige) Energie um die Gruppengespräche weiter zu führen. Die Alpstrasse ins Tal endete kurz vor der Alp Suot. Fast unbemerkt erreichten wir die 350 m höher liegende Alp. Die Erwartung, hier vom berühmten Ziegenkäse kaufen zu können, erfüllte sich nicht – Lager leer! Auch das Patenkind von Ursi und Domenico war nicht anzutreffen, musste schliesslich arbeiten um am Abend Milch zu liefern. Zu trinken gab es aber allemal. Über achtzig Geissen (und ein adoptiertes Lämmlein) leben dort oben – eine herrliche Alp am Fuss des schönen Piz Buin Grond (3312 m.ü.M.). Den Weiterweg bis zur Cna Tuoi überliessen wir dem Pedelec-Fahrer Michael, der uns heute wohl verfehlte(😊), schade, wäre lustig gewesen, ihn zu treffen. Die Alp Suot war heute der Wendepunkt auf dem Weiterweg in Richtung Ardez. Der kurze Aufstieg von ca. 200 Hm führte über Alpweiden, vorsichtig vorbei an Mutterkühen und ihren Kindern. Ab Alp Marangun (2176 m) hatten wir die Höhe, und wir erreichten bald die Alp Sura, wo uns Senn Reto mit vorzüglichen einheimischen Produkten verwöhnte; Käse, Trockenfleisch, ja sogar Tatsch wurde gereicht – und dazu alles Nötige an Flüssigkeit – zur Hauptsache natürlich Tschliner Bier. Thomas hatte sogar überschüssige Energie für eine Zusatzrunde (1.5 km zurück lag nämlich seine Regenjacke – welche er heute eigentlich nicht benötigte…). Unschwer zu erkennen, dass wir uns von dieser aussichtsreichen, sonnig gelegenen Alp kaum loslösen konnten. Trotzdem: der Aufbruch über Plans Mier (2182 m) bis Mutura Dadoura (2142 m) nahte. Erst ab hier begann der Abstieg nach Ardez hinunter, dessen Häuser wir schon erblickten. Gut 580 m Höhenunterschied, verteilt über 4.8 km – den einen von uns ging das ganz schön in die Knie. Kurz vor dem Tagesziel dann doch noch ein kurzer Regenjacken-Test, nichts Ernsthaftes. Ab P.1588 wählten wir (nicht in allgemeiner Einigkeit!) die Direttissima. In der Dorfmitte dann eine dieser wunderbaren Tankstellen (Dorfbrunnen mit bestem Quellwasser). Ein paar Meter am westlichen Dorfausgang fanden wir unsere Unterkunft, das splendide Hotel Schorta’s Alvetern (Schorta heisst die sympathische Gastgeberfamilie, Alvetern heisst Edelweiss). Vor sieben Jahren renoviert und noch immer wie neu – sehr geschmackvoll! Dieses Attribut gilt uneingeschränkt auch für die Küche – ein einziger Genuss! Wir wurden heute Fans und kommen bestimmt wieder! Vor dem währschaften Bündner z’Nacht dann ein ausgiebiger Rundgang durch das (zusammen mit Guarda) bestimmt schönste Dorf im Unterengadin.

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe war etwas anspruchsvoller, aber jederzeit so, dass wir alle ohne an die Leistungsgrenzen zu gelangen, gut am Tagesziel ankamen.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Ardez freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.6 km, Guarda (1666 m) – Clüs – Prasüras (1824 m) – Alp Suot (2018 m) – Marangun (2176 m) – Alp Sura (2118 m) – Plans Mier (2182 m) – Mutura Dadoura (2142 m) – Muntaditsch – Chöglias (1780 m) – Ardez (1464 m)
Aufstieg: ca. 595 m
Abstieg: ca. -799 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 15 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Via Engiadina 1|3: Zernez – Susch – Lavin – Guarda

Nach gemütlicher Bahnfahrt erreichten wir (das sind die ssssWanderfreunde Ursi, Manuela, Doris, Domenico, Thomas und Ruedi) während eines Gewitters Zernez, wo wir nach dem Bezug unsrer Loge im Bär & Post einen Dorfrundgang im historischen Teil unternahmen. Gleichzeitig erlebten wir die Ankunft der Teilnehmer des Engadin Radmarathon 2017 (211 km). Nach dem Dorfrundgang folgte ein sehr gutes Menü (Capuns als Vorspeise…). Nach einer etwas unruhigen Nacht (das Hotel liegt an der Hauptstrasse) und nach dem Frühstück starteten wir um 9 Uhr motiviert zur ersten Etappe. Die ca. 6.5 km dem Inn entlang boten weder spektakuläre Aussicht noch Ereignisse – vom Begleitlärm der ennet dem Inn verlaufenden Hauptstrasse, den roten RhB-Kompositionen und dem braungefärbten Innwasser mal abgesehen. Beste Gelegenheit also, sich gegenseitig aufzudatieren; schliesslich haben wir uns schon länger nicht mehr gesehen (😊). Statt in Susch den Inn zu überqueren, stiegen wir zur 130 Hm höher liegenden Fortezza Rohan auf, welche auf dem Hügel Caschinas steht; die Geschichte ist auf einem der Bilder nachzulesen. Eine durchaus interessante Burgruine; das Fort ist um 1635 angelegt worden. Für den Abstieg wählten wir die Variante und gelangten so – ohne den Inn zu überqueren zum Ortsteil Surpunt hinunter. Vorbei an ein paar schönen und typischen Engadiner Häusern und der reformierten Kirche zogen wir weiter, noch immer der linken Seite dem Inn entlang in Richtung Ost, also abwärts. Bis die Holzbrücke von Lavin über den Inn führte, nicht weiter spannend. Jetzt aber die paar Höhenmeter hinauf bis in die Dorfmitte. Gegenüber des altehrwürdigen Hotel Piz Linard genossen wir in einem Naturpärklein Gazosa in allen möglichen Farben. Wunderbar erholt machten wir uns pünktlich(!) zur Ladenöffnungszeit ins Giacometti Furnaria, Pastizaria, Cafe, wo wir uns auf der Terrassa hoch über dem Inn die verdiente Belohnung abholten (ein Stück Engadiner Nusstorte und Kafi). So gestärkt war die restliche Strecke bis Guarda fast schon ein Spaziergang, auch wenn auf diesen knapp 5 km doch immerhin 270 Aufstiegsmeter zurück zu legen waren. Mittlerweile wich das Grau einem freundlicheren Blau, so dass wir auf dem letzten Teil bis ins Schellenursli-Dorf Guarda sogar leicht ins Schwitzen gerieten. Die prachtvollen Engadinerhäuser, überhaupt das ganze, sehr schön erhaltene Dorf gefiel uns sehr. Am östlichen Ende von Guarda bezogen wir unser Logis im Hotel Piz Buin – den namengebenden Gipfel bekamen wir heute aber vorerst nicht zu Gesicht. Auf der aussichtsreichen Terrasse löschten wir den ersten Durst, überwiegend mit dem leckeren Saft der Bieraria Tschlin. Später dann der Apéro auf der Terrasse im Hotel Meisser Restorant; uns gefiel es dort so gut, dass wir anschliessend im stilvollen Esssaal ausgezeichnet dinierten. Quasi toll und voll (von den Eindrücken des ersten Wandertages selbstverständlich…) legten wir uns auf den komfortablen Pritschen nieder, um eine sehr ruhige und erholsame Nacht zu erleben.

Fazit:
Diese erste Tagesetappe war wenig anspruchsvoll, fast schon ein gemütliches Einlaufen, aber trotzdem ausreichend, um am Abend in Guarda Appetit für den kulinarischen Teil „aufgebaut“ zu haben.

Wetterverhältnisse:
Während der gesamten Wanderung mehrheitlich stark bewölkt, aber trocken, angenehme 20 bis 25°, bei der Ankunft in Guarda freundlich-sonnig

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 10. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 16.5 km, Zernez (1473 m) – dem Inn entlang bis Susch – Fortezza Rohan (1559 m) – Surpunt – dem Inn entlang bis P.1387 (Holzbrücke über den Inn) – Lavin (1442 m) – Kirche Lavin (1431 m) – Clüs – Resgia (Brücke La Cluozza) – Guarda (1666 m)
Aufstieg: ca. 503
Abstieg: ca. -313 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 30 Min.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Walliser Suonen 2|2: Bisse de Sion ab Barrage du Rawil

Von unserem Standort in Anzère resp. St-Romain ist die Barrage du Rawil, auch Barrage de Tseuzier genannt, auf kurvenreicher und sehr enger Strecke bequem und in weniger als 30 Minuten zu erreichen (Postautokurs sei Dank!). Die auf 1778 m.ü.M. stehende Talsperre hat folgende Daten: Höhe 156 m, Länge 256 m, Dicke oben 7 m, Dicke unten 26 m – eindrücklich also! Wir, das waren der heute aus Bern angereiste Wanderführer Peter, Ruth, Doris, Jürg, Viktor und Ruedi starteten auf der Talsperre. Erstes Ziel war die Umrundung des Stausees, der einen tiefen Wasserstand aufwies. Ganz hinten, unter dem Wetzsteihore (2782 m), befindet sich auf etwa 1840 m.ü.M. die Quelle der Liène. Peter, ausgewiesener Suonenkenner, erklärte: die Bisse de Sion wurde erbaut in den Jahren 1901 und 1902, sie dient nicht direkt der Bewässerung. Sie wird unterhalb von Anzère in das Flüsschen Sionne geleitet, das nach der Schneeschmelze für die Bissen Bitailla, Grimisuat, Dejour und Lentine sonst zu wenig Wasser führt. Von der Schöpfe hinter dem Lac de Tseuzier bis zum Wasserschloss bei Sé des Samarins fliesst sie ausserhalb der Stollen offen und anschliessend einige Kilometer verrohrt. Sehr spannend, einen Kenner wie Peter dabei zu haben! Unterhalb der Staumauer beginnt übrigens die Bisse d’Ayent, deren Schöpfe sich ursprünglich an der Liène unterhalb der Staumauer des Lac de Tseuzier befand. Der obere Teil dieser Bisse ist heute ausgetrocknet. Sie erhält oberhalb von Samarin ihr Wasser aus einem Stollen.

Zurück zu unserem Seerundgang: der Wanderweg führt über eine blütenreiche Alp. Die Quelle ist schon von weitem zu sehen, je näher man ihr kommt, desto besser ist zu erkennen, wie das Wasser aus mindestens sieben Felslöchern zischt und als Wasserfall herunter schiesst – heute sogar mit Regenbogen. An diesen hintersten Punkt beginnt übrigens auch der Aufstieg zum Rawilpass (2429 m.ü.M., T3) und von dort z. B. zur Iffigenalp hinunter. Wir wendeten in Richtung Westufer, vorbei an P.1815, wo ein kleine Wirtschaft mit Tipizelt steht. Die Suone führte gerade kein Wasser; es scheint, dass die Ufer und die Wasserleitung gerade gesäubert werden – also wird wohl bald wieder Wasser fliessen. Nach ca. 1 Stunde Seerundgang erreichten wir die Barrage wieder. Der weitere Weg führte erst einmal durch einige beleuchtete Tunnels. Bei der Talstation des Télésiège Les Rousses verliessen wir gerne die geteerte Unterlage, um rechts zur Suone zu gelangen. Die noch immer trockene Bisse verläuft hier wunderschön durch Wald und über Wiesen. Ab ca. Les Grillesses ist die Suone verrohrt und der Weg verläuft unmittelbar über der Wasserleitung (zu erkennen an den sporadisch sichtbaren Schachtdeckeln). Der weitere Verlauf des Abstiegs nach Anzère war sehr aussichtsreich – mit Fernblick zu den Walliser Viertausenden und bis zum Montblanc. In Anzère angekommen, freuten wir uns alle, die Zeit bis zur Abfahrt des Postautos mit einem Panaché zu geniessen. Fehlanzeige, alles tot hier oben – offensichtlich hat die Sommersaison noch nicht begonnen.

Fazit:
Diese Suonenbegehung war landschaftlich sehr reizvoll, auch wenn sie zurzeit kein Wasser führte. Die nicht sehr anforderungsreiche Tour bietet viel Abwechslung. Uns hat diese Wanderung mit netten Gleichgesinnten sehr gefallen. Peter, ein herzliches Dankeschön für deine Initiative und die vielen Informationen eines profunden Suonen-Kenners!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos, hochsommerlich heiss (35°). Gut dass Suonen viele Waldabschnitte haben…

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km, Barrage du Rawil /1778 m) – Umrundung Lac de Tseuzier – Les Rousses (P.1778) – P.1760 (Se des Samarins) – P.1750 (Ravouyéne) – P.1676 – Les Grillesses (1711 m) – Les Bochones – Anzère (Poste)
Aufstieg: ca. 280
Abstieg: ca. -366 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Meraner Höhenweg Nr. 24 – von Katharinaberg bis Giggelberg

Unser erster Wandertag im Südtirol war geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, auf dem Weg in „unsere“ Toscana. Unerwartet pünktlich werden wir vom Bus abholt; die ca. halbstündige Fahrt ins Schnalstal (einem engen Seitental im Vinschgau) führte am Taleingang vorbei an Reinhold Messmers Schloss Juval. Weiter hinten dann auf enger Strasse hinauf nach dem sonnig gelegenen Dörfchen Katharinaberg (1240 m), Endstation. Und folglich Beginn unserer Höhenwanderung auf dem Meraner Höhenweg Nr. 24. Trotz guter Markierung brachten wir es fertig, auf einem Pfad verbotenerweise mitten über eine schöne Wiese zu laufen – ohne allerdings die vielen Blümchen zu zertrampeln… Oberhalb des Dorfes ging der Blick nochmals zurück auf das Dorf und die schmucke Kirche. Erst führte der Weg durch Wald, dann erreichten wir bald den Bauernhof Unterpferl (ein sehr altes Holzhaus mit Kirchlein). Wunderschönes, aber sehr steil abfallendes Gelände auf einer Höhe von ca. 1400 m. Nun folgte ein leichter Abstieg in eine kleine Schlucht, in welcher der Weg einen Bogen beschreibt. Bald erreichten wir einen weiteren Hof, den Wandhof auf 1460 m Höhe. Abwechselnd führte der Pfad durch Wald, dann wieder über schönste Wiesen – kaum Schwierigkeiten, aber T2. Kurz vor der Jausestation Kopfron dann ein kurzes Wegstück auf der asphaltierten Bergstrasse – die Jause war geschlossen (Ruhetag). Machte nichts, bald kam die nächste Jausestation, der Waldhof (mit WC!). Bei dieser Gelegenheit eine Bemerkung zu den vielen am Wanderweg stehenden Jausestationen: die Südtiroler sind ganz schön clever – die Wanderwege führen nämlich ohne Ausnahme (ausgeschildert und folglich zwingend!) mitten durch die Jausen. Diese wunderbare Erfahrung machten wir während unserer beiden Wandertage fortgesetzt. Hier, beim Hofschank Wald kehrten wir natürlich ein erstes Mal ein – die junge und nette Bäuerin machte uns ihren noch ofenfrischen Buchweizenkuchen gefällig – nein zu sagen wäre seeeeehr unfreundlich gewesen – und gelohnt hat es sich alleweil. Auf dem nach Süden verlaufenden Weiterweg – immer auf etwa einer Höhe von 1450 m verbleibend – änderte sich nun die Richtung nach Ost. Unter uns jetzt das Val Venosta (Vinschgau) mit Naturns. Schon wieder eine Jausestation, der Linthof, aber wir ohne Durst. Schliesslich wollten wir durchhalten bis zum Pirchhof. Also querten wir oberhalb der Bergstation der Luftseilbahn Naturns-Unterstell. Den wirklich einmalig aussichtsreich gelegenen Pirchhof erreichten wir gerade zur Mittagszeit – Zeit also für ein Pirchhofbrettl (für Kaiserschmarren blieb leider kein Platz). So gestärkt und nach ausgiebiger Ruhepause machten wir uns auf den Weiterweg. Unmittelbar nach dem Pirchhof nahte die Schlüsselstelle des Tages, angeblich 1000 Stufen durch die Schlucht(en). Rauf, runter, und so weiter – wirklich spektakuläres T3-Gelände, das uns sehr gefiel. Fast schon endlos erschien uns die verbleibende Strecke bis zum Tagesziel, dem Giggelberg (Bergstation der Texelbahn). So abwechslungsreich die Strecke war, leicht ermattet waren wir schon nach diesen 19 km. Also rasch auf die Terrasse Giggelberg – und Proste und rein mit den beiden Radlern – lecker! Um halbfünf dann die Talfahrt mit der modernen Luftseilbahn hinunter nach Partschins, wo gerade ein Bus wartete, der uns nach Naturns zurückbrachte. Ende eines ersten und erfüllenden Wandertages in einer uns bisher nur von der Durchfahrt bekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 1. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27 bis 30°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 27. Mai 2017
Schwierigkeit: T2 (1000 Stufen-Schlucht T3)
Strecke: 19.1 km, ab Katharinaberg markierter Weg Nr. 24, vorbei an unzähligen (und verführerischen) Jausestationen – Pirchhof – 1000 Stufen-Schlucht – Hochforch – Giggelberg (Talfahrt mit der Texelbahn)
Aufstieg: ca. 966 m
Abstieg: ca. -650 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 39 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 47 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 16:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Von Einsiedeln über den Etzelpass nach Pfäffikon SZ

Der März ohne ernsthafte Tour – und schon ist’s Frühling! Doch nicht ganz, denn in drei Wochen stehen zum Abschluss der Wintersaison vier anspruchsvolle Schneeschuhtrekkingtage an (Aletschgletscher, Konkordia- und Hollandiahütte, u.a. mit Besteigung des Fastviertausenders Äbeni Flue 3962 m). Da reichen die paar Skitage in Les Diablerets nicht – also ist trainieren angesagt, beispielsweise mit einer Einlauftour in der Nähe.

Die ÖV brachten uns nach Einsiedeln, wo wir im Dorfzentrum – nach einem leckeren Startkafi, versteht sich – losmarschierten. Südlich der imposanten Klosteranlage querten wir durch ein Tor einen seitlich gelegenen Innenhof und durch ein weiteres Tor die Stallungen des Marstalls, des ältesten Gestüts Europas. Hier werden seit über eintausend Jahren Einsiedler-Pferde, die Cavalli della Madonna, gezüchtet. Wanderern ist der freie Durchgang durch die Anlage erlaubt. Nach der Klosteranlage der leichte Aufstieg zum Aussichtspunkt St. Benedikt, wo der Blick über das Klosterdorf und hinüber zu den Skisprungschanzen geht. Theoretisch wären hier auch die markanten Gipfel des Hoch-Ybrig zu sehen (Druesberg, Forstberg, u.a.m.). Wir schauten vorwärts, auf den kurzen Abstieg zum Sihlsee hinunter, den wir nach etwa einer halben Stunde beim Ortsteil Birchli erreichten. Der flächengrösste Stausee der Schweiz (mit einer grössten Tiefe von nur 23 m) liegt schön im Gelände, und die Uferzone, die wir durchwanderten, ist teilweise Naturschutzgebiet. Dem Wasser entlang, vorbei an einigen im Sommer bestimmt stark genutzten privaten Grundstücken, erreichten wir die unscheinbare Staumauer, die wir überquerten. Ab Quartier Blüemenen entlang dem nördlichen Seeufer bis zum Strandbad, dessen Restaurant (noch) geschlossen war. Hier überquerten wir die geteerte Strasse, um das kleine Naturschutzgebiet Roblosen zu erreichen. Bis zum Hof Hirzenstein führt der Weg durch schöne Hochmoorlandschaft und vorbei an reihenweise angelegten und offensichtlich liebevoll gepflegten Gärten. Fast überraschend erscheint vor uns das in einer Senke liegende Örtchen Egg, welches von der jungen Sihl durchflossen wird. Das Örtchen mit der grossen Kirche ist Geburtsort eines der bekanntesten Gelehrten Europas, Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt unter dem Namen Paracelsus, geb. ca. 1493. Nach Überquerung der Brücke hielten wir links, vorerst der Sihl entlang, um nach den letzten Häusern rechts haltend aufzusteigen (Markierung WW Etzel). Die hundert Hm Aufstieg bis zum Hof Jureten verlaufen überwiegend im Wald, wo wir schliesslich auf einer Weide von ein paar scheuen Alpakas begrüsst wurden. Einige Meter weiter, beim P.976, dann der Blick auf den Zürichsee hinunter und über diesen hinweg der Fernblick nach Hause. Links haltend erreichten wir rasch St. Meinrad und damit den Etzelpass mit dem schönen Gasthaus und der Kapelle, beide dem Heiligen gewidmet. Über uns gut sichtbar das markante Berggasthaus Etzel-Kulm. Wir begnügten uns mit der Einkehr in der Gartenwirtschaft des St. Meinrad; der Benediktiner-Eintopf (aus Hackfleisch, Lauch und Frischkäse) schmeckte ausgezeichnet!

So gestärkt verliessen wir diesen gastlichen Ort, um direkt von der Passhöhe über den gut angelegten Treppenweg abzusteigen. Die Passstrasse zweimal überquerend, hielten wir östlich durch den Bannwald hinunter, nahe des Meinradsbrunnens vorbei durch mooriges Gelände. Ab Waldausgang war nochmals die Passstrasse zu überqueren, dann der Abstieg hinunter zum Ortsteil Luegeten, wo direkt nach dem Aussichtsrestaurant der steiler werdende Abstieg zur lautstarken Autobahn begann. Bei P. 490 dann die Brücke über die A3, um sofort wieder links haltend direkt ins Dorfzentrum Pfäffikon SZ und dessen Bahnhof abzusteigen.

Fazit:
Gemütliche Vorfrühlingswanderung (teilweise auf dem Jakobsweg verlaufend), ohne besondere Anforderungen, höchstens die Länge der Wanderung genügte, uns etwas zu fordern. Und zum Schluss sogar Sonnenschein!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas trübe, aber trocken, zwischendurch zeigte sich zaghaft die Sonne, ca. 10°, leichte Bise.

Hilfsmittel:
keine

Parameter:
Tour-Datum: 2. April 2017
Schwierigkeit: T1
Strecke: 14.7 km, Einsiedeln (Bahnhof, 882 m) – Kloster – St. Benedikt P. 951 – Vogelherd –  Underem Birchli – Blüemenen – Strandbad – Allmig, P.919 – Hirzenstein – Egg (857 m) – Jureten/Oberegg, P.951 – P.976 – St. Meinrad (Etzelpass, 950 m) – Meinradsbrunnen – P.725 – Luegeten, P.608 – Brücke über die A3 (490 m) – Pfäffikon SZ (Bahnhof, 412 m)
Aufstieg: ca. 282 m
Abstieg: ca. -760 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Nikon Coolpix P900

Meilener Dorfbachtobel – am 1. Advent 2016

Seit vier Wochen keine ernsthafte Wanderung – langsam machten sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Der Blick nach draussen zeigte ein tristes Sonntagsbild. Das konnte uns heute nicht davon abhalten, wieder mal direkt ab Haustüre zum Pfannenstiel hoch zu laufen; und weiter nach Meilen hinunter – durch das bei jeder Witterung reizvolle Meilener Dorfbachtobel. Zu beschreiben gibt es diesmal nicht viel. Die Stimmungsbilder vermitteln ausreichend, dass es sich sehr gelohnt hat – nicht zuletzt auch der Fitness wegen…

Fazit:
Heute war der erste Advent. Hoffentlich hellt die Stimmung auf, schliesslich ist bald Weihnacht!

Bemerkung:
Die Wanderung lässt sich beliebig abkürzen, und sie ist auch als Familienwanderung problemlos machbar, und überdies witterungs-unabhängig sehr abwechslungsreich.

Wetterverhältnisse:
z. B. „wunderschöner“ Hochnebel, Grau-in-Grau, ca. 5 bis 7°, schwache Bise, trocken

Wegmarkierung:
z. B. gelb markiert, Wandertafeln

Hilfsmittel:
LK 1:50000

Parameter:
Tour-Datum: 27. November 2016
Schwierigkeit: T1
Streckelänge: 15.67 km
Strecke: Grüningen (Binzikon, 510 m) – Oberzelg – P. 530 (Heggenhof) – Frauwis – Uetzikon – Brunisberg – Mülihözli – P. 612 (Türli) – Chrüzlerboden (P. 640) – Gibisnüd – P. 672 – Buechholz (P. 710) – Vorder-Pfannenstiel – Okenshöhe (P. 708.9) – Hochwacht (Restaurant) – P.775 – P.723 – Toggwil (743 m) – Dorfbachtobel – Ruine Friedberg (511 m) – P.428 (Tobelausgang) – Meilen Bahnhof SBB (Rückfahrt SBB bis Männderdorf, Bus über Oetwil a. S. bis Grüningen)
Aufstieg: ca. 397 m
Abstieg: ca. -459 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std.
Tageszeit: 12:15 bis 16:30 Uhr
GPS-Hardware: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kameras:
Sony DSC-HV90V

Genusstage im Domleschg (4): vom Glaspass zum Bischolpass

Dass die geplante Piz Beverin-Überschreitung heute nicht infrage kam, zeichnete sich ab. Aber am Beverin schnuppern, das wollten wir schon… Also fuhren wir zum Glaspass hoch und unternahmen eine einfache Kurztour im oberen Teil des Skigebiets von Heinzenberg. Ziel war der Bischolpass. Der Wanderweg verlief aussichtsreich über Alpweiden und vorbei an idyllischen Seelein. Auf dem Hinweg zum Bischolpass liefen wir beinahe rückwärts, um möglichst viel vom vermeintlichen Gipfelziel mitzubekommen. Kurz vor dem Pass hiess es dann aufpassen und ja nicht die dort weidenden Mutterkuhherden zu stören. Zur Belohnung gabs dann im Sommerbeizli „Hermisch Hüschi“ eine Kuchendegustation(!) und besten Espresso. Dem gastfreundlichen Rentnerpaar merkt man die Freude am Älplerleben so richtig an. Die Beiz steht strategisch bestens, wer auf den nahe gelegenen Tguma gehen will, muss quasi mitten durch…

Der Rückweg auf gleicher Strecke strapazierte nicht wirklich – und der Piz Beverin präsentierte sich wolkenfrei – sogar die Leiter war zu erkennen. In der Beverinlücke lag noch etwas Schnee, was wohl (im Aufstieg) zu bewältigen wäre… Nun halt, ein nächstes Mal bestimmt.

Fazit:
Nach dem gestrigen Badetag in Paspels (neiiin! Keine Bilder im Internet!!) am und im Leg da Canova (heisst das zu deutsch etwa „Ganovensee“, hihihi…?) war das heute eine schöne und aussichtsreiche Abschlusstour über einfaches Gelände und ohne besonderen Schwierigkeiten, die kaum Anforderungen an die Kondition stellt.

Parameter:
Tourdatum: 8. Juli 2016
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.647 km: Glaspass – P.1831 – Bruchalp (P.1911) – ehemaliger Lüschersee – Lüschalp – Bischolsee – Bischolpass P. 1999 – Ds Hermisch Hüschi (Sommerbeizli) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 277 m
Abstieg: ca. -277 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 33 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 24 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)