Archiv der Kategorie: Italien

Pienza – San Quirico d’Orcia – Cappella di Vitaleta

Die Fahrt für die 46 km nach Pienza dauerte eine Stunde, also waren gleich zu Beginn zwei Capuccini al Bar angesagt. Danach ergatterten wir einen der raren Parkplätze südlich an der Stadtmauer. Von dort konnten wir unsere Tour starten – 500 m auf der Sp 18, die wir in der ersten Linkskurve geradeaus verliessen. Vorbei an der einfachen und schön gelegenen Pieve di Corsignano, wechselte die Unterlage von Hartbelag auf Naturstrasse, staubig zwar, aber dennoch angenehmer. Ab und zu bestätigte uns ein Wegweiser, dass wir auf dem Wanderweg Nr. 6c richtig waren. Leicht absteigend erreichten wir nach etwa zwei km den tiefsten Punkt bei ca. 290 m.ü.M. Weil die gesamte Strecke waldfrei ist, boten sich im offenen Gelände die so typischen und spektakulären Landschaftsbilder: Zipressen, braune abgeerntete und bereits umgepflügte Äcker, Olivenhaine, Hügel, Licht- und Farbenspiele vom feinsten. Vor uns ein erster Anstieg und ein Olivenhain, hinter dem sich ein stattliches Bauernhaus versteckte. Der Pfad umrundete den Hof südlich, bis wir oben auf eine Zufahrtstrasse gelangten. Auf einer Höhe von ca. 360 m.ü.M. streiften wir einen Wald und gelangten an eine Verzweigung. Wer will, kann hier rechts halten um direkt zu einem der Hotspots in der Toscana zu gelangen; doch darüber später mehr… Wir hielten also links in Richtung Süden, das Ziel unserer Runde immer im Blickfeld, das Städtchen San Quirico d’Orcia. In leichtem auf und ab war bald einmal das schmucke Agriturismo Il Rigo erreicht. An diesem vorbei und wieder absteigend überquerten wir an der tiefst gelegenen Stelle ein namenloses Bächlein. Danach verliessen wir die Naturstrasse nach rechts um über einen steilen Feldweg direkt aufzusteigen. Bald waren die ersten Häuser von San Quirico d’Orcia erreicht. Die Via Cassia überquerten wir zielbewusst, um gegenüber im Gebüsch zu verschwinden und auf direktem Weg zur modernen Schulanlage zu gelangen. Über die Via Dante Alighieri waren es dann noch weinige Schritte bis ins uns bekannte Centro storico. Mittlerweile halb eins, war es ein leichtes, an den durchaus verlockenden Auslagen vorbei zu laufen, resp. diese zu missachten (hübsche Cashmere-Waren und Vino natürlich!). Schliesslich winkte der Mittagstisch im einzigartigen grottoähnlichen Garten der Trattoria al vecchio Forno. Die hausgemachten Leckereien verlockten uns zu drei üppigen Gängen – was halt seine Zeit dauerte (siehe Zeitangaben am Schluss dieses Berichts). In allen Belangen gestärkt und gesättigt verliessen wir diesen schönen Ort wieder, wohl wissend, dass jetzt auf dem Gang durch die Altstadt keine Einkäufe drin lägen – nicht des Budgets wegen – nein: die Läden öffnen erst ab halb vier wieder😴😏😍😀😊😉. Auf der vom Hinweg bekannten Strecke liefen wir gemütlich hinunter, um kurz vor dem Bächlein nach links zu halten. Nach kurzer Steigung vorbei an einem Bauernhof bis nahe der Strada Provinciale di Chianciano, welche San Quirico mit Pienza verbindet. Nun eine aprupte Wende nach Osten, vorbei an einem weiteren Agriturismo. Ab hier artete der Pfad in ein holpriges Bachbett (ohne Wasser) aus, welcher im Wald steil hinunter zur tiefst gelegenen Stelle (300 m.ü.M.) führte. Nach einem steilen Wiederanstieg war der eingangs erwähnte Hotspot erreicht: die Cappella di Vitaleta (365 m). Wie oft sind wir schon auf der nahen Hauptstrasse vorbeigefahren und haben diesen Fotoklassiker abgelichtet aus ca. 700 m Entfernung. So taten es auch heute wieder Scharen, welche an der Hauptstrasse sogar Autobussen entstiegen; nur wir haben uns zu Fuss nahe dran begeben. Dachten wir! Mit den Aufnahmen war eher Eile angesagt, denn von der anderen Seite nahte ein Pulk von Besuchern aus Asien, welche die Autos an der zu Beginn dieses Berichts erwähnten Verzweigung bei der Absperrung abstellen mussten. Die letzten 700 m bis zum begehrten Motiv musste zu Fuss zurück gelegt werden. Die meisten fuchtelten mit ihren komischen Deppenzeptern in der Gegend herum, um die Cappella und sich selbst aufs Selfie zu kriegen. Beim (wilden) Parkplatz an der Verzweigung kehrte wieder Ruhe ein, und wir konnten auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg Pienza anstreben. Wunderschön, wie sich die Landschaft nun im warmen Licht des Nachmittags zeigte. Vorbei an der Pieve di Corsignano erreichten wir unseren Startplatz an der Stadtmauer – auf einer Marmorbank ging ein letzter Blick in die von feinstem Dunst gezeichnete Landschaft, bis hin zum Monte Amiata. Rückblick auf Laufstrecke bis nach San Quirico, dahinter am Horizont Montalcino.

Fazit:
Nach dem Temperatursturz (gestern noch 30°, heute 20°) haben wir einen ersten Herbsttag bei bestem Wanderwetter genossen. Wenige Auf- und Abstiegsmeter, aber eine doch respektable Distanz…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos blau-blau-blau, ca. 18 bis 20°, starker Tramontana (Bise) mit Böen bis 50 km/h

Hilfsmittel:
Leichtwanderschuhe, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. September 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 20.1 km, Wanderweg Nr. 6c (siehe Abbildung)
Aufstieg: ca. 680 m
Abstieg: ca. -620 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 17:00 Uhr

Schutzhütte Latzfonser Kreuz (2311 m)

Nach der gestrigen, doch anstrengenden Tour heute nicht die Hohe Scheibe – etwas einfacheres war angesagt: Bergfahrt mit der Gondelbahn ab Reinswald (1570 m) zum Pichlberg (2130 m). Ab hier ca. 3 km auf der Wanderautobahn namens Urlesteig zur auf 2094 m gelegenen Getrumalm (eine schön gelegenen Hütte). Hier dreht der Urlesteig ab, wir wanderten weiter ins Ende des Val Ghetrum, WW Nr. 7). Unterhalb der markanten Kassianspitze (2581 m) ein Wegkreuz; wir hielten weiter auf Nr. 7. Kurz vor dem Luckl (2378 m) wurde es recht alpin. Auf dem Übergang ginge der Blick zu den Dolomiten; Konjunktiv – denn das Wetter entsprach heute nicht ganz den Vorhersagen – die Welterbe-Gipfel waren in dunkle Wolken gehüllt. Sechzig Hm Abstieg, und schon war die Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit dem schönen Kirchlein erreicht. Bei leichtem Wind und wenig Sonne war es draussen vor der Hütte bei 20° grade so zum Aushalten. Viel Volk hier oben – Sonntag! Leckeres Essen (Pasta, Gemüsesuppe mit Würstel)! Gut versorgt traten wir zum Rückweg an. Die Witterung hellte zunehmend auf, sogar die Sonne meldete sich zurück. Auf der Getrumalm angekommen, genossen wir die Radler (das sind nicht etwa VelofahrerInnen, von denen es hier erstaunlicherweise wenige gab…!). Auf dem nun folgenden Urlesteig viele Infotafeln; erklärt wird zum Beispiel, was es mit den Latschenkiefern auf sich hat (wertvolles Öl von den jungen Zweigen), und weshalb auf dem gegenüber verlaufenden Grat eine Trockensteinmauer angelegt ist (Trennung der Alpweiden) – sogar eine Kneipp-Stelle ist eingerichtet. Attraktiv also! Und Fremdsprache-Kenntnisse von Vorteil: alle Informationen in urigem Sarntaler Dialekt! Jedenfalls war der Rückweg kurzweilig, mittlerweile mit freier Sicht zu unseren gestern bestiegenen Villandersberg und Sarner Scharte. Und im Osten zeigten sich sogar einzelne Dolomitengipfel. So erreichten wir die moderne Bergstation Pichlberg. Die knapp 600 Hm Talfahrt war der gemütliche Abschluss einer ebensolchen Wanderung.

Fazit:
Fast schon eine Wellness-Tour – immerhin doch mehr als 12 km…

Wetterverhältnisse:
Teils sonnig, jedenfalls freundliche Witterung bei ca. 24°, bei der Schutzhütte Latzfonser Kreuz starke Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12.4 km, Urlesteig ab Bergstation Pichlberg (2130 m) – Getrumalm (2094 m) – ab hier Wanderweg Nr. 7 – Luckl (ca. 2370 m) – Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit Kirchlein (2311 m) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 560 m
Abstieg: ca. -560 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:45 Uhr

Sarner Scharte (2468 m) und Villandersberg (2509 m)

Auf der Reise in die Toscana schalteten wir wie oft einige Wandertage im Südtirol ein – diesmal im uns völlig unbekannten, aber bemerkenswert schönen Sarntal. Die Besteigung des oberhalb Sarnthein, des Hauptorts des Sarntals, etwas abweisend stehenden Hausbergs der Sarner, die Scharner Scharte war unser heutiges Ziel; klar, dass wir nach dessen Überschreitung auch noch den wenige Meter höheren Nachbargipfel Villandersberg «mitnehmen» wollten. Knackpunkt der Tour war dann allerdings der Steig ab P.2401; über eine Strecke von ca. 800 m waren knapp 200 Hm abzusteigen – zwar mit Fixseilen «gesichert», aber dennoch knackig eben…

Doch der Reihe nach: ab unserem temporären Domizil in Unter-Reinswald dauerte die 16 km lange Fahrt über Santhein und dann über eine schmale Bergstrasse hoch zum beim Riedlerhof angelegten Wanderparkplatz etwa eine halbe Stunde. Ein gebührenfreier P – wo gibt’s denn sowas (noch). Bei bestem Wanderwetter zogen wir los in Richtung des aus dieser Sicht abweisenden massigen Felsbrockens namens Sarner Scharte – dessen Gipfelkreuz in 2 km Luftlinie entfernt gut zu sehen war. Rechts (also südlich davon) das etwa 80 m tiefer liegende Schartl, wo auch das Sarner Scharten-Biwak steht – dort hinauf soll’s gehen! Wir wählten die markierte Strecke Nr. 3, über welche nach wenigen Minuten der schön gelegene, ab Mittag geöffnete Almschank Tengler erreicht wird. An diesem vorbei begann es nun im Kalkwald anzusteigen. Nahe Riedler Pill (Riedlerbild) noch im Wald, hielten wir nach rechts weiterhin auf WW Nr. 3, nun bei freier Sicht durch die Latschen (so nennt man hier die Legföhren). Unter der Südostwand der Sarner Scharte machten sich ein paar Kletterer bereit; diesen Punkt (Brunnleit Brünnl) erreicht man auch über WW Nr. 3A ab Almschank Waldrast. Jetzt für die verbleibenden 240 Aufstiegsmeter in Serpentinen hoch bis zum sichtbaren Biwak durch blockiges Gelände und steiler werdend, nicht ausgesetzt (T2), aber schweisstreibend. Hier oben erwarteten wir einen ersten Blick zu den Dolomiten; diese versteckten sich aber diskret in den Wolken. Bis zum 80 m höher stehenden Gipfel Sarner Scharte (2468 m) dann noch zehn Minuten. Hier oben ein (trotz Wolken) sehr schönes Rundum-Panorama. Nördlich steil abfallende Felsen, auf dem weitläufigen Gipfelgelände alpig, südlich die Plattenalm mit einigen Seelein (Königslacken), und 1.2 km nordöstlich der Nachbar Villandersberg (2509 m). In 5 km Entfernung das Rittner Horn (2261 m), zu erkennen an der Antennenanlage. Ab und zu lichteten sich die Wolken, und damit der Blick zu den Dolomiten (z. B. Rosengartenspitze, 22 km entfernt). Nach der Gipfelrast der kurze Abstieg zum P.2401 (Einstiegstelle Steig), und dann der Aufstieg (20 Min.) zum hundert Meter höheren Villandersberg. Hier oben weitete sich der Blick, unter uns Reinswald mit seinem Ski- und Wandergebiet, und das Durnholzer Tal. In 9 km Entfernung ein mögliches Gipfelziel für morgen, die Hohe Scheibe (2563 m), im Gebiet des Penser Jochs (dem Übergang vom Sarntal nach Sterzing und zur Brennerautobahn). Nach dem Gipfelfoto der kurze Abstieg zurück zur Einstiegstelle des Steigs. «Gesicherter Steig» steht hier geschrieben, und sicherheitshalber ein Eisentor mit dem Hinweis «Bitte schliessen», was uns nicht abschreckte. Der Beginn war harmlos, zwar steil, aber mit einem fixen Drahtseil gut gesichert. Im weiteren Verlauf dann sehr steil werdend, mit vielen Kletterstellen und einigen unbefestigten Übergängen, die wohl besser im Auf- als im Abstieg gemeistert würden. Aber jetzt, wo wir schon mal da waren, ging’s halt nur noch runter – und wie! Die Absturzgefahr hielt sich zwar in Grenzen, mehr Respekt hatten wir vor Steinschlag. Und Runterschauen muss man schon können… Jedenfalls waren wir glücklich, den doch recht langen Steig (T4, II-er Kletterstellen) gut gemeistert zu haben. Unten dann noch eine lange Querung durch eine steinschlägige Halde – Ruedi zuerst, dann in ausreichendem Abstand Doris. Nach dem Blick zurück nach oben fragten wir uns, wo wir wohl abgestiegen waren. Vor uns jetzt der weitere Abstieg durch Latschenwald, mehr oder weniger steil hinunter bis P.1989 (Hinteren Herrn). Ab hier immer gut markiert weiter über Alpgelände – in Erwartung der wohl bald auftauchenden Almschank Waldrast. Eine erste direkte Abbiegung (WW Nr. 18A) verpassten wir wohl😒, in einem weiten Bogen über WW Nr. 3A erreichten wir diese schön gelegene Jausenstation dennoch. Welche Erlösung dann beim verdienten Radler! Viele wattenden Gäste hier (Samstag ist’s). Nach diesem erholsamen Stopp der weitere Abstieg über WW Nr. 18A, vorbei an einem schönen Seelein, und nach einer halben Stunde war der Hallerhof erreicht, und wenige Minuten später auch der Ausgangspunkt unserer Bergwanderung.

Fazit:
Eine lange und teilweise überraschende Tour in oft heiklem Gelände (Steinschlaggefahr), eine tolle Überschreitung des Hausbergs der Sarner, die uns ausgezeichnet gefallen hat. Allerdings: ein nächstes Mal würden wir die Tour in umgekehrtem Ablauf machen, weil der Steig im Aufstieg bestimmt einfacher zu bewältigen ist.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, freundliche Witterung bei ca. 24°, in der Gipfelregion aufziehende Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 15. September 2018
Schwierigkeit: T2 (Steig T5, II-er Kletterstellen)
Strecke: 14.9 km, Wanderweg Nr. 3 ab Wanderparkplatz Riedlerhof (1503 m) – Almschank Tengler (1617 m) – Riedler Pill – Schartl (2381 m), Sarner Scharten-Biwak – Sarner Scharte (2468 m) – P.2401 – Villandersberg (2509) – P.2401 (Einstiegstelle Steig) – Gesicherter Steig (Kletterstellen II Weg Nr. 18A) – P.1989 (Hinteren Herrn) – Almschank Waldrast (1762 m) – Weg Nr. 3A via Hallerhof – Riedlerhof
Aufstieg: ca. 1082 m
Abstieg: ca. -1067 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 09:20 bis 17:00 Uhr

Asciano – Serre di Rapolano – Rundtour le Crete

Den angekündigten schönen Frühsommertag wollten wir nutzen für eine weitere, nicht sehr fordernde, aber auch nicht zu kurze Rundwanderung im Gebiet der Crete. Nach einem Caffè in einer Bar im Centro storico starteten wir bei noch etwas bedecktem Himmel. Im Nachhinein durften wir froh sein darüber, dass uns die Sonne nicht gleich zu Beginn einheizte. Vorbei an der Chiesa della Madonna del Giardino verlief die gewählte Strecke (Weg Nr. 525 – schlecht resp. gar nicht markiert) leicht steigend durch eine von der Landwirtschaft geprägten natürlichen Landschaft, welche in sattem Grün eingebettet war. Dazwischen immer wieder grössere, rot leuchtende Mohnfelder, welche diesen typischen Landschaftszauber ausmachen. In grösseren Abständen passierten wir Bauernhöfe (siehe Streckenbeschreibung). Als wir den höchsten Punkt beim Podere Piocaia (ca. 315 m.ü.M.) erreichten, hatte sich der morgendliche Nebel verzogen. Herrliches Gelände mit Blick zur nahen Terme di Rapolano und zum Nachbarort Serre die Rapolano. Zwar wussten wir schon um die herausfordernde Schwierigkeit, nahe der Bauernhöfe ihre Aufgabe sehr ernst nehmenden Hirtenhunden zu begegnen. In der Regel machen sich die schönen und eindrücklich-aggressiven Tiere frühzeitig bemerkbar. Ganz anders aber beim Podere Treno; wie aus dem Nichts werden wir von einem wilden Rudel sieben(!) Hunden umringt und mit wildem Gebell bedroht. Doris hatte schon den Pfefferspray bereit; mit vereinter energischer Gegenwehr gelang es uns, die wilde Horde auf Distanz zu halten. Dazu sei erwähnt: Angst darf man in solchen Situationen keinesfalls zeigen – eine Kunst, die ziemlich Überwindung fordert. Die folgenden Höfe wurden zwar auch von Hunden bewacht, die aber immerhin von Zäunen in Schach gehalten waren. Nahe der Terme di San Giovanni überquerten wir die Bahnlinie, um dann (auf geteerter Strasse) den Ortsrand Serre die Rapolano zu erreichen. Hier missbrauchten wir ein am Strassenrand stehendes Bildstöckli mit Travertinbank(!) für die Mittagsrast. Hier erreichte uns dann auch eine Whats-Nachricht von Richi, der sich erkundigte, wie wir es denn in der Toscana so hätten – unsere Antwort war „So olala“. Naja, schliesslich wollten wir nicht die armen daheimgebliebenen Werktätigen mit „übertriebenen“ Darstellungen und Bildern „belästigen“😊. Nach der Mittagsrast meinten wir eine Abkürzung durch einen Olivenhain machen zu können – der Weg war hübsch, aber nicht durchgehend. Ein Stück weiter dann eine Erfahrung, die wir in der Toscana oft machten: es gibt durchaus gute Wanderkarten und auf diesen mit Nummern bezeichnete Wanderwege. Nur in der Praxis fehlen bestenfalls die Wegmarkierungen (oder sie sind gut versteckt resp. überwuchert), oder die Wege sind ganz einfach nicht (mehr) vorhanden. Die Option, die Felder einfach durch das hohe Gras zu durchqueren, war Doris mit ihrer Pollenallergie nicht zuzumuten. Also ungeplante Umwege! Die Schwierigkeit war, südlich von Serre die Rapolano einen vernünftigen Übergang über die Bahnlinie zu finden. Die Richtung kannten wir ja, und ungefähr beim Podere Poggio Greppoli trafen wir dann wieder auf die geplante Strecke, mittlerweile als Nr. 505 (auf der Karte) bezeichnet. Der Weg führte über offenes Gelände, und in der Ferne waren auch schon die Häuser von Asciano zu erkennen. Auf dem Weg dorthin dann noch der schöne Ausblick auf ein veritables Bahnviadukt, und fast wie bestellt wurde dieses befahren von einer modernen Zugskomposition (Stadler Rail!). Bei der Chiesa della Madonna del Giardino schloss sich der Kreis, und eine landschaftlich sehr reizvolle Wanderung fand einen schönen Abschluss. Arrivederci.

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas Hochnebel, der sich ab 10 Uhr auflöste, dann ein sehr sonniger und warmer Hochsommertag, Temperatur bei ca. 22 bis 30°

Parameter:
Tour-Datum: 25. Mai 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 18.4 km, Asciano (Parkplatz am nordwestlichen Stadtrand) – Chiesa della Madonna del Giardino – Podere Monticelli – Podere Piocaia – Podere Treno (Achtung Hirtenhunde!) – Podere Ripi – Podere San Martino – Serre di Rapolano – Podere Poggio Greppoli – Asciano
Aufstieg: ca. 365 m
Abstieg: ca. -361 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 06 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Nikon D7000

Monte Oliveto Maggiore – un giro in Creti Senesi

Santa Maria Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – eigentlich kein Berg, sondern eine weitläufige Klosteranlage, dessen Gründungsurkunde aus dem Jahre 1319 stammt. Noch heute wird die Abtei von der Benediktinerkongregation von Santa Maria di Monte Oliveto Maggiore geleitet. Der Abtei vorgelagert der Torre mit dem touristischen Teil der Anlage, einem Restaurant und nahe gelegenem Parkplatz. Soviel in Kürze zum historischen Hintergrund.

Seit wir einen kleineren Teil unseres Lebens in der Toscana verbringen, zieht uns diese von Verwitterung und Erosion geformte Landschaft – Crete senesi heisst sie – an. Hier gibt es viele Wandermöglichkeiten und auch mehr oder weniger gut markierte Wege. Heute wollen wir einen Giro, eine Umrundung des Monte Oliveto Maggiore, unternehmen. Während es die meisten Besucher bei einem Rundgang durch die Klosteranlage beliessen und abschliessend in der Bar standeten, liefen wir westlich der Kirche hinunter zum Flüsschen la Borraia. Schattig und stellenweis morastig das Gelände – zur Freude von Doris (Schuhreinigung drohte!). Vom tiefsten Punkt stiegen wir hoch bis zum Hof Pioco, und ab hier nun voll an der Sonne auf dem befestigten Fahrweg zum hübschen Dörfchen Chiusure; immer schön entlang der Abbruchkanten der Crete. Unterwegs begleiteten uns wunderbar intensive Gerüche wilder Kräuter (Wildfenchel, Currykraut, Kamille, usw.) – eigentlich schade, dass sich solche Gerüche nicht fotografisch festhalten lassen – aber vielleicht kommt das noch…

Auch wenn die Wanderung bis hierher wenig anstrengend war, kam uns die in der Dorfmitte stehende Bar del Paradiso gerade richtig. Crodino, Capuccino und eine Paste dazu musste sein. War die Landschaft schon bis hierhin spektakulär, kamen jetzt noch die typischen Toscana-Bilder dazu: junges Grün auf den weiten Feldern, intensives Rot des Mohn (Papavero) und natürlich von Zypressen gesäumte Strässchen. Fotosujets noch und noch (siehe Bilder). Südlich des Dorfausgangs führte uns der Weg nahe der Crete vorbei. Nach einem Kilometer hielten wir rechts, um den Weg Nr. 515 (der nach San Giovanni d’Asso hinunterführt) zu verlassen. Weiter gings noch immer auf dem Weg Nr. 515 – weshalb die Wege gleich bezeichnet sind, weiss der Kuckuck. Ach ja, der schöne Ruf dieses Vogels begleitete uns auf der gesamten Wanderung – für Musik war also gesorgt. Nach leichtem Auf und Ab erreichten wir den verlassenen Hof Fornacino. Hier dann der Irrtum des Tages: für uns war klar, dass wir auf dem Fahrsträsschen weiterliefen. Kurz vor dem Pod. Terzopacino begegneten wir einer in einem Pickup heranfahrenden Engländerin, welche sich als Einheimische outete und uns aufklärte, dass es ab Terzopacino nicht mehr weiter gehe (Proprieta privata, divieto l’accesso). Sowas hatten wir geahnt, weil uns unterwegs ein paar (geöffnete) Absperrungen zweifeln liessen. Macht nichts, wir hatten Zeit und waren ohnehin gut drauf, zurück also bis Pod. Fornacino. Hier suchten (und fanden) wir die gut versteckte Wegmakierung. Ab jetzt führte ein Trampelpfad durch ziemlich stark verbuschte Pampa. Von der vermuteten schönen Aussicht ins Land sahen wir vorerst nichts. Dafür hockten plötzlich zwei Wanderinnen mitten im Weg. „Salve, un bel posto che avete scelto” – “Hallo, das hier ist eine Barrikade”. Sowas kam uns auch gerade in den Sinn. Die zwei deutschen Frauen (Mutter und Tochter wohl) meinten dann noch etwas unsicher “see you later”. Damit war klar: italienisch konnten sie nicht. Und: gesehen haben wir sie später nicht mehr😊. Nach wenigen Metern öffnete sich die erwartete Aussicht, das Panorama ging nach Montalcino und reichte bis nach Siena – Traumlandschaft. Bald war auch die befestigte Fahrstrasse mit der Verzweigung Weg Nr. 515/552 erreicht; wir hielten rechts auf 552. Nach ein paar Serpentinen fanden wir einen schönen Platz, um unsere Mittagsrast abzuhalten. Die Panini waren gut gefüllt und schmeckten entsprechend lecker. Nach ausgiebiger Pause zogen wir weiter, vorbei an schönen, aber leider verlassenen Höfen (Pod. Belvedere, Pod. Castello). Über mit Zypressen gesäumte Serpentinen erreichten wir eine kleine Brücke über das ziemlich ärmliche Rinnsal Fosso del Vespero. Hier verliessen wir den 552er, der nach Buonconvento hinunterführt. Auf kurzem Weg steil hinauf bis zur geteerten Strasse, welche von Buonconvento nach Asciano führt. Leider hofften wir vergebens, den Rest von ca. 3 km zurück zum Ausgangspunkt nicht auf Asphalt gehen zu müssen. Zum Glück war die Strasse nicht stark befahren. Dank dem Landschafts-Kino links und rechts war es recht kurzweilig. Dennoch waren wir – nach 18 km Strecke – froh, die Abtei wieder erreicht zu haben. Im schattenspendenden Garten des Restaurants löschten wir den Durst. Die Rückfahrt durch die uns sehr vertraute Landschaft war dann abschliessender Genuss (bei einer Aussentemperatur von 27°!).

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Sommertag, Temperatur bei ca. 20 bis 25°

Parameter:
Tour-Datum: Pfingstsamstag, 19. Mai 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 18.2 km (davon 2 km Umweg*), Abbazia di Monte Oliveto Maggiore (273 m), gebührenpflichtiger Parkplatz beim Torre, vorbei an der grossen Klosteranlage, Abstieg im Mischwald zum Rinnsal la Borraia – Aufstieg, ab Pioco schliesslich auf befestigter Naturstrasse zum Dörfchen Chiusure (401 m) – südliche Umwanderung der Crete Weg Nr. 515 – Pod. Fornacino, ab hier der Verhauer* bis Pod. Terzopacino (268 m) und wieder zurück –  ab Pod. Fornacino in Richtung SW (Nuova di Gre) – über einen mehr oder weniger ausgeprägten Pfad bis eine Naturstrasse erreicht ist (Verzweigung Weg Nr. 515/552) – weiter auf 552 – Pod. Belvedere 258 m – Pod. Castello 210 m – Brücke über den F.so del Vespero –  Weg Nr. 552 nach rechts verlassend – steile Naturstrasse hoch zur Hauptstrasse  (Buon-convento-Asciano), auf dieser über San Nazzario – Bollano – Abbazia di Monte Oliveto Maggiore
Aufstieg: ca. 559 m
Abstieg: ca. -531 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:15 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gantkofel (1866 m) – Aufstieg durch die Grosse Scharte, Abstieg durch die Kematscharte

Auf der Reise in die Toscana ein paar genussreiche Tage im Südtirol – diesmal mit einem Aufenthalt in Kaltern. Dem erwarteten Gourmeterlebnis wollten wir etwas Kontrast entgegensetzen, mit einer Bergwanderung. Der Gantkofel war schon länger ein Ziel; er ist der nördliche Eckpfeiler des Mendelkamms, einer 35 km langen Bergkette an der Grenze zwischen Südtirol und Trentino, die westlich und südlich von Bozen steil über der Weinstrasse Kaltern zum Etschtal abfällt.

In der Vorbereitung boten sich uns einige Varianten – alle ziemlich anforderungsreich; wir entschieden uns vor Ort für den Aufstieg durch die Grosse Scharte, und den Abstieg über die Kleine Scharte (sog. Kematscharte). Im Wissen um die leichte Gewittergefahr hofften wir auf trockene Verhältnisse in den sehr engen Schluchten. Die Tour könnte auch im Uhrzeigersinn unternommen werden – Aufstieg durch die Kematscharte und runter durch die Grosse. So oder so waren die Anforderungen im T4-Bereich.

Kurz vor dem Putschwaner See oberhalb Berg (Eppan) kündigte ein bei einer Schranke stehendes Schild an, dass das Gasthaus Buchwald geschlossen sei, also mussten wir auf der sehr engen und kurvenreichen 4 km langen Buchwaldstrasse nicht mit Gegenverkehr rechnen. Auf dem grossen Parkplatz beim Gasthaus fanden wir problemlos einen Platz.

Gleich zu Beginn führte uns ein Pfad steil über Wiesland zum Waldrand hoch (links am Funkmasten vorbei). Durch Mischwald stiegen wir weiter hoch zum 100 Hm höher liegenden Eppaner Höhenweg. Auf diesem dann wenig ansteigend nordwärts bis zum Wegweiser Nr. 536. Dier wies uns unmissverständlich in Richtung Grosse Scharte, von der wir allerdings (noch) nichts sahen. Lediglich die Felswände türmten sich senkrecht auf, und wir spekulierten schon, wo und wie wir da durchkommen sollten. Nach etwa 300 m wurde es dann ernsthaft steil. Vor uns (besser: über uns!) die ca. 1500 m lange Schlucht mit einer Höhendifferenz von fast 700 m. Der „Weg“ hatte an einigen Stellen unmenschlich hohe Tritte, je enger die Schlucht wurde, desto steiler, ab und zu etwas ausgesetzt. Die Durchblicke ins etwa 1500 m tiefer liegende Etschtal hinunter waren spektakulär. Für den Aufstieg durch die Scharte benötigten wir etwa 70 Minuten. Oben angekommen, ein fast schon lieblicher Anblick: eine moorartige Wiesenlandschaft mit schönen Frühlingsblumen. Nahe einer Quelle erreichten wir eine Höhe 1780 m.ü.M. Nach wenigen Metern hielten wir auf gut markiertem Pfad in Richtung Gantkofel-Spitze. Hier oben muss der Schnee erst vor wenigen Tagen weggeschmolzen sein. Nach wenigen Minuten dann der kurze Aufstieg zum breiten Gipfelplateau. Hier oben bot sich ein Ausblick vom Feinsten, wenn auch nur für kurze Zeit, während dem sich die Wolken an der Wand hoch pressten – Gipfelglück nennt man das! Einige Meter weiter nordwärts, bei einem grossen Gipfelkreuz, genossen wir dann unsere ausgiebige Rast. Von einem sehr netten Paar aus dem nahen Sarntal erfuhren wir, dass ihre Heimat auch sehr schöne Wandermöglichkeiten böte, die Sarner Scharte zum Beispiel (werden wir uns merken!). Von den beiden sehr freundlich darauf hingewiesen, dass man im Südtirol deutsch spreche und italienisch gar nicht gerne höre (Südtirol eben, und nicht Alto Adige). Dennoch standen wir jetzt auf dem so bezeichneten Monte Macaion – zu deutsch Gantkofel.

Im Abstieg folgten wir der Aufstiegsstrecke bis zur Quelle, wo sich die Einstiegsstelle zur Grossen Scharte befindet. An dieser vorbei die Höhe haltend über schöne, noch nicht bestossene Alpweiden in Richtung S (Weg Nr. 500). Nach etwa anderthalb km dann der gut markierte Einstieg in die Kematscharte (Weg Nr. 546). Alleine der Blick in die Schlucht verlangt schon Respekt; kommt noch die furchterregende Warnung vor Steinschlag hinzu. Und hier sollen wir durch? Wir wagten es, sehr vorsichtig, jeden Schritt abwägend. Wirklich unglaublich, diese Steilheit, diese Enge! Und dann etwa in der Mittel, am engsten Punkt der Schlucht, die Schlüsselstelle: nach einem kurzen Abstieg über eine Holztreppe, welche mit einem Drahtseil gesichert war, dann die Stelle, wo ein Klemmblock den Weiterweg versperrte. Von den zwei Möglichkeiten zur Überwindung (untendurch oder oben drüber) wählten wir die etwa 10 m lange und senkrecht montierte Eisenleiter. Die Alternative, den Block durch eine drahtseilgesicherte Höhle zu unterklettern, wäre ebenfalls gut machbar gewesen. Von unten war diese Stelle noch furchterregender. Wir befanden uns an der engsten Stelle, wo auf dem nassfeuchten und kiesigen Untergrund Trittsicherheit abverlangt wird. Im weiteren unverändert steilen Abstieg weitete sich die bedrohliche Kulisse beidseitig überhängender Felswände. Bald war eine Fortstrasse erreicht, welche wir querten, um auf etwas „friedlicherem“ Gelände den Löschsee und die schöne Pfaunbodenhütte zu erreichen. Noch immer steil führte der Weiterweg durch schönen Wald hinunter, bis der Eppaner Höhenweg wieder erreicht war. Nur noch wenige Abstiegsmeter zum Gasthaus Buchwald, doch zum Abschluss noch eine Rast am Waldrand, mit dem Panoramablick auf das Weingebiet und Bozen, der Blick zu den Dolomiten lag in dunklen Wolken.

Fazit:
Eine unglaublich spektakuläre, wilde und nicht ganz ungefährliche, und fordernde Scharten-Tour, die uns ausgezeichnet gefallen hat. Und mit der Leistung war auch die Basis gelegt für das abendliche Gourmetmenü, welches wir ohne schlechtes Gewissen genossen haben…

Wetterverhältnisse:
Freundliche, teilweise sonnige Witterung bei ca. 20°, auf dem Gantkofel aufziehende Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. Mai 2018
Schwierigkeit: T4/I-II
Strecke: 9.6 km, Gasthaus Buchwald (955 m, heute geschlossen, Parkplatz) – für ca. 1.6 km entlang dem Höhenweg bis zum Wegweiser Nr. 536 – Grosse Scharte (1826 m) – Quelle (beim Ausstieg aus der Scharte) – Gantkofel (1866 m) – zurück bis zur Quelle, vorbei an der Einstiegsstelle zur Grossen Scharte – über Alpen in Richtung S (Weg Nr. 500) über eine Strecke von ca. 1.7 km leicht absteigend bis zur Einstiegsstelle Kematscharte (Weg Nr. 546) – Abstieg durch die Scharte – Forsthaus Pfaunboden (1230 m) – Gasthaus Buchwald
Aufstieg: ca. 984 m
Abstieg: ca. -975 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Taufenscharte (2230 m) und Mutspitze (2291 m)

War der erste Wandertag von gestern geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, sollte es heute Sonntag in dieser Beziehung etwas anspruchsvoller werden. Mit der Luftseilbahn ab Dorf Tirol in wenigen Minuten Bergfahrt zur Hochmuth. Am 20 Hm höherstehenden Gasthof Steinegg links vorbei – und schon waren wir alleine unterwegs. Der auf den ersten paar hundert Metern etwas ausgesetzte Hans Frieden Weg (Nr. 24) ist breit, sehr gut unterhalten, aber schwindelfrei sollte man schon sein. Nach einer Stunde Wanderzeit die erste Trinkpause auf der Leiteralm. Wohl wissend, dass dies die letzte Jausestation für lange war, füllten wir unsere Trinkwasserreserven nach. Hinter dem Restaurant ging es dann steil hoch auf dem Weg Nr. 24, ab bald folgender Verzweigung auf dem markierten Weg Nr. 25. Im schattenspendenden Wald ging es ziemlich steil und schweisstreibend zur Sache. Kaum war die Baumgrenze erreicht (bei etwa 1950 m), war die steil über uns liegende Taufenscharte zu sehen. In endlosen Serpentinen stiegen wir durch sichtbar steinschlag-gefährdetes Gebiet hoch. Auf dieser Strecke von ca. 1.5 km hatten wir eine Höhendifferenz von fast 300 m zu bewältigen, was wir in knapp vierzig Minuten schafften (T2). Auf der Taufenscharte angekommen, eröffnete sich auf der Nordseite ein wunderschönes Panorama ins Spronser Tal und zur gegenüberliegenden Kette mit den Gipfeln Hochwart 2525 m und Hahnenkamm 2120 m. Die Seenlandschaft (7 Bergseen) war von hier leider nicht einzusehen. Dafür stand uns eine massive Holzbank zur Verfügung, auf der wir den mitgebrachten Lunch vertilgten – bei schönstem Panoramablick. Der nordseitig exponierte Weiterweg (Weg Nr. 23) lag teilweise unter gut trittigem Schnee, bei entsprechender Vorsicht unproblematisch zu begehen; aber Stöcke leisteten hier gute Dienste(!) Nach der ersten Kurve erblickten wir – in 900 m Luftlinie entfernt – auch schon das Gipfelziel, die Mutspitze. Von weitem ein blockiger Koloss, der bereits massigen Besuch hatte. Der Weg bis zum Gipfelaufbau führte stellenweise über schneebedeckte Steilstufen und über einen schönen, blockigen Grat, mit entsprechendem Tiefblick ins untere Vinschgau. Mit blossen Augen erblickten wir die in einem langen Stau stehenden bedauernswerten Heimkehrer (wohl mehrheitlich Schweizer…). Der Aufstieg zum Gipfel dann unspektakulär, aber doch T3+ und ab und zu war der Einsatz der Hände gefragt. Auf dem Gipfel dann sehr enge Platzverhältnisse, bestimmt 30 Leute hier oben. Nichts für uns, kurzes Gipfelselfie beim Kreuz, dann zwanzig Meter unterhalb eine ruhige Stelle für die verdiente Gipfelrast. Wunderbar der Tiefblick nach Dorf Tirol und Meran hinunter! Der Abstieg zum 600 m tiefer liegenden Berggasthaus Mutkopf dann von mittlerer Steilheit (T2), allerdings nicht gerade knieschonend, da der Pfad mit Kopfsteinen solide „gepflastert“ war. Nach einer Stunde war das Restaurant erreicht, Zeit einen Radler reinzuschütten. Der dreiviertelstündige Weiterweg zur Bergstation Hochmuth dann wenig anstrengend und im schattigen Wald verlaufend. Um fünf Uhr erreichten wir die im Viertelstundentakt fahrende Luftseilbahn, um bequem nach Tirol hinunter zu schaukeln. Ende eines erfüllenden Bergtages in einer uns bislang unbekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 2. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 28. Mai 2017
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 13 km, Bergstation Seilbahn Tirol-Hochmuth (1400 m) – Steinegg (1420 m) – Hans Frieden Weg (Nr. 24) – Leiteralm (1550 m) – Taufenscharte (2230 m) – Mutspitze (2291 m)
Aufstieg: ca. 777 m
Abstieg: ca. -743 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 53 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 46 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 17:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Meraner Höhenweg Nr. 24 – von Katharinaberg bis Giggelberg

Unser erster Wandertag im Südtirol war geprägt von wenig Höhenmeterdifferenzen, auf dem Weg in „unsere“ Toscana. Unerwartet pünktlich werden wir vom Bus abholt; die ca. halbstündige Fahrt ins Schnalstal (einem engen Seitental im Vinschgau) führte am Taleingang vorbei an Reinhold Messmers Schloss Juval. Weiter hinten dann auf enger Strasse hinauf nach dem sonnig gelegenen Dörfchen Katharinaberg (1240 m), Endstation. Und folglich Beginn unserer Höhenwanderung auf dem Meraner Höhenweg Nr. 24. Trotz guter Markierung brachten wir es fertig, auf einem Pfad verbotenerweise mitten über eine schöne Wiese zu laufen – ohne allerdings die vielen Blümchen zu zertrampeln… Oberhalb des Dorfes ging der Blick nochmals zurück auf das Dorf und die schmucke Kirche. Erst führte der Weg durch Wald, dann erreichten wir bald den Bauernhof Unterpferl (ein sehr altes Holzhaus mit Kirchlein). Wunderschönes, aber sehr steil abfallendes Gelände auf einer Höhe von ca. 1400 m. Nun folgte ein leichter Abstieg in eine kleine Schlucht, in welcher der Weg einen Bogen beschreibt. Bald erreichten wir einen weiteren Hof, den Wandhof auf 1460 m Höhe. Abwechselnd führte der Pfad durch Wald, dann wieder über schönste Wiesen – kaum Schwierigkeiten, aber T2. Kurz vor der Jausestation Kopfron dann ein kurzes Wegstück auf der asphaltierten Bergstrasse – die Jause war geschlossen (Ruhetag). Machte nichts, bald kam die nächste Jausestation, der Waldhof (mit WC!). Bei dieser Gelegenheit eine Bemerkung zu den vielen am Wanderweg stehenden Jausestationen: die Südtiroler sind ganz schön clever – die Wanderwege führen nämlich ohne Ausnahme (ausgeschildert und folglich zwingend!) mitten durch die Jausen. Diese wunderbare Erfahrung machten wir während unserer beiden Wandertage fortgesetzt. Hier, beim Hofschank Wald kehrten wir natürlich ein erstes Mal ein – die junge und nette Bäuerin machte uns ihren noch ofenfrischen Buchweizenkuchen gefällig – nein zu sagen wäre seeeeehr unfreundlich gewesen – und gelohnt hat es sich alleweil. Auf dem nach Süden verlaufenden Weiterweg – immer auf etwa einer Höhe von 1450 m verbleibend – änderte sich nun die Richtung nach Ost. Unter uns jetzt das Val Venosta (Vinschgau) mit Naturns. Schon wieder eine Jausestation, der Linthof, aber wir ohne Durst. Schliesslich wollten wir durchhalten bis zum Pirchhof. Also querten wir oberhalb der Bergstation der Luftseilbahn Naturns-Unterstell. Den wirklich einmalig aussichtsreich gelegenen Pirchhof erreichten wir gerade zur Mittagszeit – Zeit also für ein Pirchhofbrettl (für Kaiserschmarren blieb leider kein Platz). So gestärkt und nach ausgiebiger Ruhepause machten wir uns auf den Weiterweg. Unmittelbar nach dem Pirchhof nahte die Schlüsselstelle des Tages, angeblich 1000 Stufen durch die Schlucht(en). Rauf, runter, und so weiter – wirklich spektakuläres T3-Gelände, das uns sehr gefiel. Fast schon endlos erschien uns die verbleibende Strecke bis zum Tagesziel, dem Giggelberg (Bergstation der Texelbahn). So abwechslungsreich die Strecke war, leicht ermattet waren wir schon nach diesen 19 km. Also rasch auf die Terrasse Giggelberg – und Proste und rein mit den beiden Radlern – lecker! Um halbfünf dann die Talfahrt mit der modernen Luftseilbahn hinunter nach Partschins, wo gerade ein Bus wartete, der uns nach Naturns zurückbrachte. Ende eines ersten und erfüllenden Wandertages in einer uns bisher nur von der Durchfahrt bekannten Gegend.

Fazit:
Das war unser 1. Wandertag im Südtirol auf dem Weg in die Toscana – der Zwischenhalt in Naturns (Hotel Lamm) war absolut lohnend.

Wetterverhältnisse:
wolkenlos, hochsommerlich sonnig, Tageshöchsttemperatur um 27 bis 30°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 27. Mai 2017
Schwierigkeit: T2 (1000 Stufen-Schlucht T3)
Strecke: 19.1 km, ab Katharinaberg markierter Weg Nr. 24, vorbei an unzähligen (und verführerischen) Jausestationen – Pirchhof – 1000 Stufen-Schlucht – Hochforch – Giggelberg (Talfahrt mit der Texelbahn)
Aufstieg: ca. 966 m
Abstieg: ca. -650 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 39 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 47 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 16:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Un Giro da Renaiolo a Civitella (Toscana)

Ehrlich! Diesen Bericht verfasste ich unter einem Olivenbaum sitzend – bei 24°(!). Bei solchen Bedingungen fällt es natürlich leicht, die daheimgebliebenen regengeschädigten zu ärgern oder zu erfreuen (hoffentlich letzteres!). Bei hochsommerlichen Bedingungen also waren wir heute unterwegs – unsere Lieblingstour direkt ab Haustür unseres Toscana-Domizils. Kurz vor zehn Uhr Abstieg nach Verniana hinunter, dann weiter hinunter an die Strasse, welche nach San Pancrazio hochführt; die Strasse und das Flüsschen Esse überquerend, verliessen wir den Asphalt beim Hof Pian del Pino (Wanderweg Nr. 109). Den wenig Wasser führenden Borro della Trove al Mancino durchquerten wir ohne nasse Füsse. Über einen Forstweg erreichten wir bald eine Höhe, der den Überblick auf die Umgebung frei gab. Ein Blick zurück zum Castello di Gargonza und unter diesem „unser“ Hügel mit dem Borgo. Schöne Olivenhaine durchstreifend, erreichten wir bald die von Oliveto nach Civitella hochführende Naturstrasse. Immer wieder markierten Zipressen Wege, welche zu gut verborgenen Villen führten; manchmal sogar mit beeindruckenden Toren. Civitella erreichten wir kurz nach zwölf Uhr; viel Betrieb heute, weil Mercato del Cacio angesagt ist – ein sympathischer Käsemarkt. Wir schlenderten also durch den Mercato und genossen das kulinarische Angebot. Auf die Besichtigung der Burgruine verzichteten wir heute. Der Rückweg führte uns erst über eine „italienisch“ asphaltierte Strasse, welche wir bald einmal verlassen konnten. Wir querten die Macchia-ähnliche Landschaft, der Pfad war mit Nr. 111 markiert. Unterhalb des höchsten Punktes (Poggio Tondo, 624 m), nach dem Antennenturm, galt es links zu halten in Richtung Cornia. Vorbei am Friedhof erreichten wir das kaum bewohnte Cornia. Nach dem letzten Haus scharf links haltend, durchquerten wir stark verbuschtes Gelände, bis wir die Naturstrasse erreichten, welche zum Agriturismo Camperchi führt. Auf dieser teilweise steilen Strasse bemerkten wir eine leichte Müdigkeit in den Knien. Vorbei an einigen wunderschön hergerichteten ehemaligen Bauernhäusern erreichten wir beim Hof Pian del Pino wieder die Brücke über die Esse. Nun folgte der steile Aufstieg nach Verniana hinauf, und weiter auf „unseren Berg“.

Fazit:
Dieser nicht ganz kurze Giro, eine Rundwanderung ab Haustüre, erfreut uns immer wieder. Heute war es besonders schön…

Etwas Besonderes haben wir in diesen Tagen erleben dürfen, den Besuch eines Turmfalkens. Wer Interesse hat, wird sich an diesem Video erfreuen können.

Parameter:
Tour-Datum: 22. Mai 2016
Schwierigkeit: T1
Strecke: 22.701 km: Nr. 113 ab Renaiolo – Verniana – Nr. 109 ab Pod. Pian del Pino – Mancino – Civitella in Val di Chiana – Nr. 111 über P. 548 – P. 568 – nach dem Poggio Tondo (Antennenturm) Abzeigung links (Nr. 113) – Cornia – Pod. Caggiarino (546 m) – Fatt. Burrone (459 m) – Pod. Moraggiolo (386 m) – Pod. Pian del Pino – Verniana – Renaiolo
Aufstieg: ca. 750 m
Abstieg: ca. -759 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 5 Std. 23 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Freizeitkarte ITA

Kamera:
Sony DSC-HV90V