Archiv der Kategorie: Wanderung T1-T2

Jura 3|3: Etang de la Gruère

Heute war ein etwas trüber Regentag. Gelegenheit für ein alternatives Programm: Besuch der Brasserie BFM in Saignelégier, dann ein gemütlicher Mittagsjass in «unserem» B&B (die Frauen gegen die Männer – sie haben uns gewinnen lassen, hihihi…), am späteren Nachmittag dann die erwartete Wetterbesserung und die Gelegenheit für einen Spaziergang im entzückenden Naturparadies Etang de la Gruère nahe Saignelégier.

Wetterverhältnisse:
Gewitterhaft, wenig Aufhellungen, Temperatur ca. 20°.

Hilfsmittel:
keine

Parameter:
Tour-Datum: 22. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 2.8 km, La Theurre (1015 m) – Umrundung Etang de la Gruère
Benötigte Zeit: 40 Min.Tageszeit: 16:15 bis 17:00 Uhr

Jura 2|3: Mont-Soleil 1291 m

Unsere heutige Tour starteten wir direkt ab unserem B&B Gité de Toinette in Saignelégier (981 m). Nach dem sagenhaften Frühstück mussten wir uns etwas nach zehn Uhr richtiggehend zum Start «überwinden». Nahe des Dorfzentrums deckten wir uns in der modernen Boulangerie mit dem Nötigsten ein. Vorbei an der festgeschmückten Halle du Marché-Concours (am 23. Juni feiert der Canton de Jura 40 Jahre Unabhängigkeit, die Festivitäten dauerten von Freitag bis Sonntag). Bald war offenes Gelände erreicht und wir konnten die Schönheiten der Freiberge (Franches-Montagnes) geniessen. Pferdeweiden dominierten die wunderschöne Landschaft. In Nachbardorf Emibois (952 m) war der Besuch der sagenhaften Boulangerie Au Pain d’Antan Pflicht – Gelegenheit für einen Kafi! Über liebliches Gelände weiter in Richtung Le Roselet (1052 m), Standort der bekannten Stiftung für das Pferd. Dann folgte der leichte Abstieg nach Les Breuleux hinunter; hier wurde der Blick zum Tagesziel frei, gut zu erkennen an der vielen Windturbinen, welche auf dem Mont-Soleil und dem benachbarten Mont-Crosin drehen. Ach ja, und dunkle Regenwolken grüssten auch schon. Davon unbeeindruckt, verliessen wir Les Breuleux am westlichen Dorfende bei Les Vacheries in Richtung S. Jetzt führte der unbefestigte Fahrweg durch das wunderbare Weidegelände (Le Pâturage Communal), friedlich «bewohnt» von Pferden, Fohlen und Kühen. In einer Lichtung nutzten wir die wohl letzten Sonnenstrahlen heute, um die Mittagsrast abzuhalten. Gestärkt und gut gelaunt nahmen wir die noch verbleibenden 6 km bis zum Gipfel unter die Füsse. Gut markiert (Trans Swiss Trail Nr. 2) durch lichten Wald und über mooriges Gelände verliessen wir diese Idylle. Die nächsten zwei km bis zum höchsten Punkt, dem Mont-Soleil, waren dann etwas ruppiger und steiler, nie aber wirklich anspruchsvoll. Beim P.1272 ein Übergang, wo der Pfad quasi auf dem Grat zum Gipfel führte. Kurz bevor die höchstgelegene Windturbine erreicht war, war wieder Regenbekleidung gefragt. Etwas zügiger nun der Abstieg vorbei an den Anlagen des Observatoire Astronomique de Saint-Imier. Eigentlich hatten wir Absicht, die 470 Hm Abstieg nach Saint-Imier hinunter zu laufen. Doch unvermittelt standen wir vor der Bergstation der Funiculaire Saint-Imier – Mont-Soleil (1180 m). Den Spass, diesen Abstieg eleganter als geplant zu meistern, liessen wir uns nicht nehmen. Ab Saint-Imier gelangten wir mit dem Postauto (bis Les Breuleux) und ab dort mit der Chemins de fer du Jura in knapp 30 Minuten nach Saignelégier zurück.

Fazit:
Trotz der suboptimalen Witterung eine wiederum sehr lohnende Wanderung durch die Franches-Montagnes.

Wetterverhältnisse:
Etwas launische Witterung, anfänglich etwas Sonne, im Tagesverlauf zunehmend regnerisch, Temperatur ca. 18 bis 22°.

Hilfsmittel:
Regenschutz, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 21. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 16.1 km, Saignelégier (981 m) – Emibois (952 m) – Le Roselet (1052 m) – Les Breuleux (1020 m) – Les Vacheries – Le Pâturage Communal – P.1272 – Mont-Soleil (1291 m) – Bergstation der Funiculaire Saint-Imier – Mont-Soleil
Aufstieg: ca. 450 m
Abstieg: ca. -250 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:15 bis 15:30 Uhr

Jura 1|3: Doubs – von Soubey nach St-Ursanne

Nach der gemütlichen Anreise am Nachmittag des Vortags trafen wir unsere Freunde Manuela und Thomas mit Miro in Saignelégier. Dann folgte ein Abendspaziergang (6.5 km) zur Auberge de la Couronne im Weiler La Theurre, wo wir vorzüglich gegessen haben.

Heute folgte dann die Flusswanderung entlang des Doubs. Ab Saignelégier (978 m) gelangten wir nach 13 km Fahrt nach Soubey (476 m), dem Startpunkt unserer Wanderung. Bei der Brücke über den Doubs stehen ein paar Parkplätze zur Verfügung. Kurz nach halb elf Uhr starteten wir in den sich abzeichnenden leicht regnerischen Tag – die Pelerinen in Bereitschaft. Am rechten Ufer führte der markierte Weg entlang des ruhig fliessenden Doubs etwas zurückversetzt bei Les Moulins vorbei, wo auch eine grosse Pisciculture steht (hier werden wohl die Doubs-Forellen gezüchtet…). Jetzt wieder in Flussnähe erreichten wir den Hof Le Champois und etwas weiter ein gut verstecktes, idyllisch gelegenes Häuschen, von wo uns der Bewohner zurief, dass demnächst eine Ladung herunterkomme. Wenig später bei La Réchesse, dort wo der Weg vom Hügel Le Chételat (574 m) näher an den Doubs «gedrückt» wird, nutzten wir den waldigen Abschnitt, um unsere Regenhäute überzuziehen. Nach etwas mehr als 5 km – kurz vor La Charbonnière – glaubten wir auf der rechtsliegenden Uferseite zu bleiben. Statt den Aufstieg weg vom Fluss nach Le Poye (554 m) zu laufen, kehrten wir um und wählten den 200 m zurückliegenden Übergang über eine Brücke ans linke Ufer. Hier macht der Fluss eine seiner vielen Kurven (diesmal nach links), und es folgte nun eine fast 3 km lange Strecke in unmittelbarer Ufernähe (Sous le Roches) – schmierig und nass. Hier boten einige schöne Blüten willkommene Farbtupfer im Nassgrau. Kurz vor der nächsten markanten Flussbiegung, bei Tchétevâ, einer Lichtung, präsentierte sich die Sonne und gleich wurde es dampfend heiss. Gelegenheit und ein schöner Platz für unsere Rast. Kurz vor Tariche dann eine weitere Rechtskurve, wo am gegenüber liegenden Ufer ein Restaurant mit Camping lag – zu erreichen mit einer kleinen Barke, welche sich an einem Metallseil und mit Hilfe einer Handkurbel manöverieren lässt. Trotz verlockender Beiz hatten wir keine Lust ans andere Ufer zu wechseln, weil dort eine Fahrstrasse verläuft. Über schönstes Ufergelände gelangten wir zur Plain du-Noyer, wo wir auf eine wegelagernde Mutterkuhherde trafen. Ausreichend Abstand, unser Tollerhund Miro verhielt sich absolut ruhig, und die friedlichen Tiere liessen uns vorbeiziehen. Unterhalb des Weilers Ravines ein besonders idyllischer Ort mit drei Inselchen im Doubs. Auf der Höhe der Brücke zum am anderen Ufer liegenden Montmelon Dessous blieben wir am linken Ufer, vor uns nun der Viadukt der Eisenbahnlinie Porrentruy-Glovelier-Delémont. Bei der am anderen Ufer stehenden Chapelle de Lorette vorbei macht der Doubs nochmals eine markante Kurve um endgültig in Richtung W zu fliessen. Nach der Passage durch ein schmuckes Einfamilienhausquartier die Brücke über den Doubs und ins schmucke, historische Städtchen St-Ursanne. Sehr touristisch halt, aber wirklich sehenswert. Und in einer der zahlreichen Gartenwirtschaften genossen wir unsere Panachés. Abschliessend die Postautofahrt zurück nach Soubey.

Fazit:
Eine längere, aber nicht allzu fordernde Wanderung entlang des kurvigen Doubs – sehr lohnend!

Wetterverhältnisse:
Etwas launische Witterung, anfänglich etwas Regen, im Tagesverlauf zunehmend sonnig und schwülwarm, Temperatur ca. 17 bis 25°.

Hilfsmittel:
Regenschutz, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juni 2019
Anforderung: T1
Strecke: 16.3 km, Soubey (476 m) – Les Moulins (478 m) – Le Champois (485 m) – La Réchesse (469 m) – P.455 (Brücke über den Doubs) – Tchétevâ (454 m) – Tariche (449 m) – Ravines – La Lomene (439 m) – St-Ursanne (438 m)
Aufstieg: ca. 210 m
Abstieg: ca. -230 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:30 bis 15:30 Uhr

Via Panoramica Val Bregaglia

Zehn Stunden ÖV-Fahrt Hin- und Rückfahrt und dann noch fünf Stunden Wandern – muss das sein? Ganz klar Ja, sehr lohnend (nicht nur anstrengend)! Zum ersten ist die Bahnfahrt, vor allem ab Chur mit der Welterbe-Bahn RhB immer wieder eine Augenweide (Strecke Chur – Thusis – Filisur – Bergün – Albulatunnel – St. Moritz), aber auch die Postautofahrt ab St. Moritz über den Malojapass zum Startpunkt Casaccia gefällt uns immer wieder. Ankunft in Casaccia um 09:58 – und los ging es ohne Verzug, Wegweiser Via Panoramica Nr. 796 (weiss-rot-weiss).

Soglio war das Tagesziel. Ob wir die Strecke heute laufen konnten, war nicht von der aktuellen Schönwetterlage abhängig (siehe weiter unter «Wetterverhältnisse» und Bilder). Bereits auf den ersten 800 Metern beim Queren der Ebene war der Weg zwar trocken, die Wiesen vom mittlerweile abgeflossenen Hochwasser der gestern überlaufenen, wilden Maira noch flach am Boden. Hier geht der Blick unweigerlich zur mächtigen Staumauer des Lägh da l’Albigna (2165 m) und den berühmten Zacken der Fiamma (2446 m). Bei P.1443 überquerten wir die reissende, noch immer viel Wasser führende Maira. Bis zum Kraftwerk Löbbia verlief der Weg etwas oberhalb, parallel zur tosenden Maira. An einigen Stellen war der Fahrweg teilweise abgerutscht und Arbeiter sperrten ab. Beim Kraftwerk blieben wir am rechten Ufer um bis P.1348 der Maira wieder näher zu kommen. Dann die Seite haltend leicht aufsteigend bis Barga d’Ora (P.1368). Bei dieser Verzweigung galt es links (geradeaus) zu halten, um nach etwa 1.2 km das etwas tiefer liegende Dörfchen Roticcio (1268 m) zu erreichen. Zwischen den Häuser hindurch passierten wir ausgangs des Weilers ein aussergewöhnliches Wohnhaus modernster Architektur. Von hier geniesst man die Aussicht nach Vicosoprano hinunter und auf die das Dorf umfahrende (Pass-)Strasse., welche nach Chiavenna führt. Gleich nach Roticcio war ein erster Wildbach zu überqueren, der Pfad musste als Bachbett dienen, Arbeiter waren schon an der Ausbesserung, die intakte Brücke erreichten wir mit etwas Akrobatik. Jetzt begann es zu steigen bis eine Höhe von ca. 1400 m. ü. M. erreicht war. Mischwald wechselte ab mit Durchblicken zu den zackigen Felsen auf der gegenüberliegenden Talseite. Bald folgt eine ernsthafte «Schlüsselstelle»: ein grosse Tanne, welche bestimmt am Vortag vom Gewittersturm «gefällt» worden ist, stellte uns vor ein Rätsel. Übersteigen ging ebenso wenig, wie im sehr steilen Gelände auszuweichen. Unterdurch zu kriechen war die einzige Möglichkeit, Rucksack und Stöcke voraus, und wir hintendrein. Bei Bleis dann schon wieder einer dieser heute wildgewordenen Bäche, deren Überquerung ziemlich trickreich waren. Zur Erholung dann der Wow-Effekt: zum ersten Mal zeigte sich der Pizzo Badile (3305 m) mit dessen berühmter Nordwand. An einem besonders schönen Platz stand eine einladende Bankniederlassung mit Tiefblick nach Vicosoprano hinunter und zu den gegenüber stehenden «Dolomiten» – gerade richtig, um unsere Mittagsrast abzuhalten. Gut erholt wanderten wir die Höhe haltend weiter bis zur Verzweigung bei P.1350 (Brügnet) – hier führt ein Pfad hinunter nach Vicosoprano. Wenige Meter weiter versprach ein Plakat, dass bald eine Beiz erreicht sei (15 Minuten bis zum Ristoro Munt Durbegia) – für uns zu spät. Die sehr schön und aussichtsreich gelegene Alpbeiz passierten wir mangels Durst und Hunger. Nun befanden wir uns auf Höhe des Talorts Borgonovo, und gegenüber der heute allgegenwärtige und sehr fotogene Badile. Bald einmal war ein wiederum viel (braunes) Wasser führender Bach namens Valer zu überqueren – diesmal über eine intakte Brücke. Und wenige Meter später dann die Fopeta, mit einem richtigen Wasserfall (fast schon einer Dusche gleich…); die Brücke war wohl vom gestrigen Unwetter weggespült. Bald folgte der nächste Bach, die Peista, fast schon romantisch, diesen turnend zu überqueren. Jetzt ging der Ausblick ins Val Bondasca hinüber, darüber der unruhige Pizzo Cengalo (3369 m) und rechts der Pizzo Badile; im Tal ist das bemitleidenswerte Bondo zu sehen. Jetzt folgte eine besonders schöne Strecke über plattige Stufen auf und mehrheitlich ab. Der Blick nach Soglio öffnete sich dann kurz vor Ende der Wanderung. Im schönen Dorf gab es dann noch eine Stange Panaché, bis wir vom Kleinpostauto um 16:19 Uhr abgeholt wurden; die Rückfahrt dann mit Umsteigen in Protomongo und über den Malojapass.

Fazit:
Zeitfenster (betr. Wetterlage) optimal genutzt, der richtig Zeitpunkt für diese wunderschöne Panoramatour im Val Bregaglia.

Wetterverhältnisse:
Ausgangslage:
in der Nacht von gestern Dienstag/Mittwoch und am Mittwochvormittag fiel im Bergell intensiver Regen. Stellenweise gab es innert 18 Stunden mehr als 100 Millimeter Niederschlag. In Soglio wurden 119 Millimeter verzeichnet, in Vicosoprano 103 Millimeter gemessen.
Heute: ein wunderschöner sonniger Tag, kein Niederschlag, etwas Wind (10 bis 20 km/h), Temperatur ca. 15 bis 24°. Und unter diesen Verhältnissen eine nicht ganz anspruchslose Wanderung…

Hilfsmittel:
Stöcke, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 13. Juni 2019
Anforderung: T2
Strecke: 14.7 km, Via Panoramica Nr. 796 ab Casaccia (1458 m) – Roticcio (1268 m) – Durbegia (1403 m) – Soglio (1090 m)
Aufstieg: ca. 460 m
Abstieg: ca. -810 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 30 Min.

Ruta del Cares – im Herzen der Picos de Europa

Von unserem Standort Camping La Viorna wollten wir unbedingt das angeblich absolute Muss erleben: die Durchquerung der Cares-Schlucht. Weil heute Sonntag war, und weil die Tour als eine der schönsten Wanderungen in Spanien gilt, wählten wir wegen des zu erwartenden «Verkehrsaufkommens» den Start ab Cain (460 m), von Süden her also. Und relativ früh aufzubrechen war eine weitere (richtige) Einschätzung. Die etwa 65 km lange Anfahrt führte ab Potes über zwei Pässe bis auf 1600 m.ü.M. hinauf, und sie dauerte ca. 1.5 Std. Die karge voralpin geprägte Landschaft war sehr beeindruckend. Vor dem Ausgangspunkt in Cain dann einige Schlüsselstellen auf der Fahrstrasse: engste Passagen, bis zu 20% Steigung/Gefälle, kreuzen selten möglich – Prinzip Hoffnung. Und die Parkmöglichkeiten im kleinen Dörfchen Cain sehr abenteuerlich (wenigstens für Wohnmobilisten) – die verlangten vier Euro waren sehr gerechtfertigt. Nach dem Startkafi in einem der vielen Touristen-Cafés der Einstieg in die Schlucht direkt hinter dem letzten Haus des Dorfes. Auf allen Seiten erheben sich senkrechte Wände, was der Sonne die direkte Einstrahlung etwas verwehrt. Wir hatten nicht die Absicht, die gesamte Länge der Schlucht bis Poncebos (12 km hin und so viel zurück, total also 24 km) zu absolvieren – bei ca. 7 km also der Umkehrpunkt. Irgendwann hat man die sich wiederholenden Bilder ohnehin gesehen: steil überhängende Felswände, maximal zwei Meter (manchmal auch weniger) breite Wege, dunkle Tunnels (Kopf einziehen, gell Ruedi!), keine Wegsicherungen, streckenweise geht es hundert Meter Falllinie runter zum tobenden Cares. Von einer besonders Herausforderung zu sprechen wäre dennoch übertrieben, aber Vertigo-geplagte Wanderer haben zu kämpfen. Und Hunde gehören an die Leine, Biker dürfen nicht durch. Viel mehr gibt’s nicht schreiben, lassen wir die Bilder sprechen.

Fazit:
Unsere zweite Wandertour im Nationalpark der Picos de Europa erfüllte unsere Erwartungen trotz der grossartigen Natur nicht ganz. Zu touristisch😒… – hunderte von Wanderern aller Leistungsklassen unterwegs (Ola, ola…). Aus unserer Sicht ist die Tour zwar spektakulär, aber kein Muss.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, hohe Bewölkung, windstill, bis 29°.

Hilfsmittel:
Stirnlampe, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 2. Juni 2019
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: ca. 14 km ab Cain und zurück
Höhendifferenz: ca. 250 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.Tageszeit: 10:15 bis 14:15 Uhr

Nationalpark Monfragüe – Flugschau in der Extremadura

Von unserem Standort Camping Monfragüe via Besucherzentrum Villareal de San Carlos dauert die Fahrt über die ca. 14 km 15 Minuten. Am Vorabend besuchten wir das aufwendig gebaute Informationszentrum in unmittelbarer Nähe unseres Campingplatzes – so hatten wir eine Ahnung über das, was uns erwartete: der Nationalpark Monfragüe verfügt mit über 200 Paaren über die grösste Mönchsgeierkolonie der Welt, mit mehr als 10 Paaren über den weltweit grössten Kaiseradlerbestand und ist eins der wenigen Habitate, in dem der vom Aussterben bedrohte Pardelluchs zu finden ist. Das Parkgebiet an der Mündung des Tiétar in den Tajo ist ca. 181 km² gross und liegt 220 bis 750 m über dem Meeresspiegel. Die vorherrschenden Gesteine im Gebiet des Nationalparks sind Quarzit und Schiefer. Es gibt viele markierte Wanderrouten; wir entscheiden uns für die (hoffentlich) aussichtsreichste, vom Rio Tajo zur Ruine des Castillo de Monfragüe. Unsere Einschätzung, dass heute Montag wenige Besuch unterwegs sein werden, traf zu. Der Aufstieg begann direkt beim südlichen Ende der Brücke über den Rio Tajo. Gut, dass der Aufstieg durch den Eichenwald führt, schliesslich starteten wir erst um 11:15 Uhr. Schon im Aufstieg gingen unsere Blicke gen Himmel, weil ab und zu Schatten der grossen Greifvögel unsere Aufmerksamkeit forderten. Selbstverständlich lohnt sich auch der Ausblicke nach allen Seiten auf die spektakuläre Landschaft, dominiert vom Rio Tajo. Nach 55 Minuten war die Ruine des Castillo erreicht. Was sich jetzt über unseren Köpfen abspielte, war eine Flugschau der Sonderklasse (siehe Bilder) – so etwas hatten wir noch nie erlebt! Die «Gipfelrast» geriet zur Nebensache – der dauernde Ausguck faszinierte. Für den Abstieg wählten wir die Strecke zum Rio Tajo hinunter und zum Felszacken namens Salto del Gitano. Von hier bietet sich der Blick zum Canchos de las Buitteras. Dort hausen viele der grossen Vögel, und es herrschte intensiver Flugverkehr an den Horsten und über den Graten. Die Reststrecke zum Ausgangsort verlief weitgehend im Schatten der Eichen und Sträucher, entlang dem Rio, der eher wenig Wasser führte. Am Streckenende beim Picnic-Platz dann noch eine Überraschung: ein nicht gerade scheues Reh erwartete (vergebens – wir waren vernünftig…).

Fazit:
Unsere dritte Wandertour (eher Ausflug als Wanderung), diesmal in der Extremadura, überbot unsere Erwartungen – welche grossartige Natur!

Wetterverhältnisse:
Ein heisser Frühsommertag, windstill, bis 34°.

Hilfsmittel:
Onlineinfos und Prospektmaterial, GPS-Maschine, Feldstecher und Kameras mit Teleobjektiven mittlerer Brennweiten.

Parameter:
Tour-Datum: 27. Mai 2019
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 8.7 km, Parkplatz bei der Brücke über den Rio Tajo – Castillo de Monfragüe
Aufstieg: ca. 250 m
Abstieg: ca. -290 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 30 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 11:15 bis 14:30 Uhr

Croce di Pratomagno (1591 m) – Liberazione Italia

Heute war Feiertag: der Tag der Befreiung Italiens, offiziell Anniversario della Liberazione (auch Liberazione dal nazifascismo, Befreiung vom Nazifaschismus, Ende der deutschen Besatzung 1945). An solchen Tagen wandern sogar die ItalienierInnen; also Salve, salve, salve…

Auf der Hinfahrt genossen wir im schönen Bergdörfchen Loro Ciuffenna (632 m) in der Giglio Bar den obligaten Capuccino mit Brioche (so werden die mit Konfitüre, Schoggi oder Vanillecrème gut gefüllten Gipfeli hier genannt; ohne – vuota – gäbe es sie auch…). So waren wir hellwach für die 15 km lange Bergfahrt bis zum 720 m höher liegenden Startpunkt Pian dei Lavacchio (1250 m): abenteuerlich steil, sehr enge Durchfahrten in den kleinen Bergdörfern Trevane, Chiassaia, Anciolina, kaum Kreuzungsmöglichkeiten. Auf dem grossen Parkplatz (hier endet die Fahrstrasse) standen erst wenige Autos, was sich angesichts des neu (und schön) aufgebauten Rifugio Arca Montana wohl ändern sollte. Um halb elf liefen wir los. Erst durch Mischwald und über einen Forstweg stiegen wir hoch bis zum Punkt, wo auch der Wanderweg von La Trappola hochführt. Bald war auch die gesamte Strecke bis zum Tagesziel zu überblicken – etwas mehr als 8 km Distanz. Immer schön die Höhe haltend, führte der Alpweg über noch nicht bestossene Weiden und durch steppenartig verbuschtes Land (Ginster, Himbeeren). Noch vor einer guten Woche lag der Höhenzug teilweise unter Schnee, jetzt blühten hier Krokusse und andere schöne Frühlingsboten. Bald blüht hier der Ginster, dann muss es hier oben paradiesisch schön sein. Links (westlich also) liegt das Valdarno unter leichtem Dunst, rechts (östlich) das Casentino, dem Quellgebiet des Arno. Interessant: der Arno verläuft im Casentino in Richtung Süden, um dann kurz vor Arezzo in einem weiten Bogen nach Norden verlaufend das Valdarno zu bilden und Städte wie Firenze und Pisa zu erreichen. Die kleine Anhöhe Spada della Roccia umgingen wir westlich, um dann in einer Senke erneut einen Punkt zu erreichen, der auch von La Trappola her erreicht wird. Wir hielten an unserer Wanderwegroute 00 fest (nein, ToiToi’s gibt es hier keine…), in leichtem auf und ab näherten wir uns dem Tagesziel als höchsten Punkt. Nach knapp zwei Stunden standen wir oben. Der Gipfel ist (bei klarer Sicht) unmöglich zu verfehlen – bei diesem monumentalen Gipfelkreuz. Der Gipfelbereich ist umzäunt und gepflegt ausgestaltet, sogar sauber. Während wir auf der gesamten Aufstiegstrecke wenigen Wanderern begegneten, waren es hier oben schon zwei Dutzend. Schon an deren Schuhwerk (Stiefel, Turnschuhe, usw.) war zu erkennen, dass die meisten den halbstündigen Aufstieg von der unter dem Gipfel verlaufenden Strada Panoramica del Pratomagno gewählt haben müssen. Weil der starke Wind keine Gipfelrast zuliess, setzten uns in einer östlich gelegenen windgeschützten Mulde mit Panoramablick ins Casentino, um die mitgebrachten Leckereien zu geniessen.

Genossen wir im Aufstieg noch überwiegend die Sonne, trübte die Witterung nun etwas ein – fast schon diesig, aber wenigstens trocken. Der böige Wind machte uns nun etwas zu schaffen; Doris wehrte ab in der Windjacke. Der Rückweg verlief weitgehend über die bereits beschriebene Aufstiegstrecke – allerdings sorgten die veränderten Lichtverhältnisse für veränderte, aber schöne Landschaftsbilder. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir wieder den Ausgangspunkt Pian dei Lavacchio, in dessen unmittelbarer Nähe nun nicht mehr die unansehnliche Ruine eines ehemaligen Albergos, sondern der innen wie aussen schön hergestellte Bau des Rifugio Arca Montana zur Einkehr lockte. Und der grosse Parkplatz war mittlerweile gut gefüllt. An dieser formidablen Aussichtslage genossen wir la Birra Rossa del Pratomagno.

Fazit:
Die Tour auf diesem langen Hügelzug zum Gipfel mit dem monumentalen Gipfelkreuz gefällt uns immer wieder, alleine der Tiefblicke wegen.

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn sehr sonnig und fast wolkenlos, im Lauf des Nachmittags etwas bewölkt, trocken, aber starker Wind aus SO, Temperatur ca. 16 bis 24°.

Hilfsmittel:
Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. April 2019
Anforderung: T1
Strecke: 16.6 km, Nr. 00 ab Pian dei Lavacchio (1250 m) – Cima Bottigliana – Pozza Nera – Croce del Pratomagno (1591 m) – zurück auf ungefähr gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 690 m
Abstieg: ca. -700 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 10 Min.