Archiv der Kategorie: Wanderung T1-T2

Pizalun 1478 m – prächtiger Aussichtspunkt

Für heute war in der Ostschweiz ein weiterer Föntag vorausgesagt; Grund genug, die vielleicht letzte Wanderung in diesem Jahr zu unternehmen. Ab ins Epizentrum des Föns, Churer Rheintal! Tausend Meter über dem Rheintal liegt die ziemlich unbekannte Aussichtsplattform namens Pizalun (alte romanische Schreibweise Piz Alun). Der Gipfel wäre auch zu erreichen mit dem Auto via Bad Ragaz – Pfäfers – Furggels – St. Margrethenberg – ab da zu Fuss in ca. anderthalb Stunden. Wir starteten in Mastrils oberhalb Landquart. Beim Schulhaus/Kindergarten im Ortsteil Rösli hatte es ausreichend Parkplätze. Da wir nicht auf der Dorfstrasse laufen wollten, wählten wir die Abkürzung über die steile Treppe direkt beim Schulhaus. So erreichten wir schnell Betriebstemperatur. Nach ein paar hundert Metern, in der Haarnadelkurve bei der ÖV-Haltestelle Pizalun wurden wir beim P.654 rechts w-r-w weggewiesen. Hier beginnt das Litzitobel, welches wir links des Wildbachs entlang aufsteigend erreichten. Bei P.698 dann über eine Brücke weiter aufsteigend – über uns eine Hochspannungsleitung. In drei Kehren im lichten Hagwald war rasch eine Höhe von tausend Metern erreicht. Ab P.1005 (Abbiegung Spiger Weg, Skilift, Präschenal) wurden die Kurven serpentinenartig. In der obersten Linkskurve dann eine Fehlinformation: der Wanderwegweiser wies uns nach rechts aus der Kurve in Richtung Spig und Pizalun. Laut LK (1:20000) wäre es besser gewesen, auf der Strasse zu bleiben in Richtung Valzauda und Matteli – aber da war nichts ausgewiesen. Auf der LK war (wenigstens teilweise) ein Pfad eingezeichnet, der weiter oben von Spig herführend zum Matteli führen sollte. Für solche «Abenteuer» braucht es Ruedi’s ganze Überzeugungskunst😏. Gleich nach dem ersten Stadel hielten wir also links steil und weglos hoch, weil am Waldrand eine erste und letzte (alte?) Markierung zu erkennen war. Ab jetzt waren wir Pfadfinder. Wald, sehr steiles Gelände, keine Trittspuren, viel nasses Laub, schmierig, zum Glück noch schneefrei. GPS-unterstützt wühlten wir uns durch den Urwald, bis schliesslich nahe Matteli wieder eine Markierung leuchtete. Ab jetzt wieder normales Gelände, allerdings stellenweise schneebedeckt und deshalb rutschig. Bei P.1362 erreichten wir den Sattel, von wo der Blick auf die hundert Meter tiefer liegenden Alpen des St. Margrethenberg frei wurde. Vom Sattel rechts hoch aufsteigend bis zum etwas verborgenen Pizalun, dessen höchster Punkt mit einer langen Stahltreppe erschlossen ist. Oben angekommen, ein prächtiges 360°-Panorama – bei dieser Wetterlage besonders interessant. Auf der Plattform sind Panoramatafeln angebracht, dank derer die Orientierung über die Gipfelpracht problemlos gelingt. Und unter uns – gemeint ist im Innern des Bergs – befindet sich die Festung Furggels, das gigantische Gebirgs-Schlacht-Schiff unter den Schweizer Alpen. Auf der Plattform hielten wir es des Föns wegen nicht lange aus; die Gipfelrast musste warten. Im Abstieg begegneten wir dem heute einzigen Gleichgesinnten – eine einsame Tour also! Kurz vor dem Sattel bei P.1362 und damit genau auf der Kantonsgrenze SG/GR annektierten wir an geschützter Stelle eine Bank im (offen zugänglichen) Vorgarten einer Alphütte. Bei 13° genossen wir die mitgebrachten Leckereien, Doris auf der Sanggaller Seite, ich auf der Bündner Seite 😎.

Den weiteren Abstieg über die mit 10 cm Schnee bedeckte Lichtung hinunter zu P.1328 nahmen wir vorsichtig unter die Füsse – unter der knappen weissen Decke warteten jede Menge Kuhfladen auf eine weiche Landung. Bei P.1322 wies uns ein Schild zur nahen Jägeri und der Stefis Bergwirtschaft. Die sympathischen Gastgeber hatten sich auf einen ruhigen Tag gefreut – Tee und Nusstorte gab es allemal in der gemütlichen Stube. Draussen zu sitzen war nicht angesagt, weil das Wetter eintrübte. Von diesem schönen Flecken liefen wir zurück zum nahen Naturfreundehaus. Ab dort dann der schmierig-rutschige Abstieg – fast hätten wir die mitgebrachten Grödel montiert. Jedenfalls war der steile Abstieg zur Alphütte Prafisaschga ziemlich tricky. Nahe der Bergstation des Skilifts erreichten wir die Fahrstrasse im Boda. Nach einem kurzen Abschnitt verliessen wir den Fahrweg wieder, um über verlassene Weiden zum Ausgangspunkt Mastrils zu gelangen. Etwas nach drei Uhr wieder beim Schulhaus, waren wir froh, die stark verschmutzten Bergschuhe auszuziehen…

Fazit:
War das unsere letzte Bergwanderung in diesem Bilderbuch-Jahr? Toll war’s!

Wetterverhältnisse:
Kein T-Shirt-Wetter, sonnig und teilweise bedeckt, angenehme Temperatur ca. 8-13°, starker Fön

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12 km, Mastrils (Rösli, Schulhaus, 559 m) – P.654 (ÖV-Haltestelle Linkskurve Pizalun) – Litzitobel P. 698 – Hagwald P.831 – P.1005 – Linkskurve Wegweiser Ü Spig und Pizalun – vor Spig weglos durch den Wald nach W bis Matteli P.1188 – P. 1328 – P.1362 – Pizalun 1478 m – zurück bis P.1328 – P.1322 (Verzweigung) – Naturfreundehaus (1293 m) – Jägeri, Stefis Bergwirtschaft (1305 m) – P.1293 – Prafisaschga (1235 m) – Boda (960 m) – P.935 (Munter Egg) – Mastrils
Aufstieg: ca. 968 m
Abstieg: ca. 958 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std.
Tageszeit: 09:15 bis 15:15 Uhr

Neckertaler Höhenweg 3|3: Schwägalp – Hinterfallenchopf – Ennetbüel

Naja, eigentlich luden uns die Wettervorhersagen ein, die Originalstrecke bis Hemberg (>21 km) zu laufen. Leichter Niederschlag war für heute erst angesagt für den späten Nachmittag. Es kam ganz anders. Schon beim Verlassen des Hotels verdunkelte sich die Szene – der Berg war umhüllt von grau-schwarzen Wolken. Also nichts wie los! Über den Laternliweg hinunter zum Pass. Dort über die Passstrasse zum gestern schon abgelaufenen Weg durch die auch bei suboptimalem Wetter wunderbare Moorlandschaft. Im Chräzerenwald nahmen wir wie geplant die Strecke in Richtung Hinterfallenchopf und Gössigenhöchi. Statt wie auch schon (im Winter) über Pfingstboden, liefen wir ab P.1296 bei Horn in Richtung Ellbogen. Wir wollten die Umgebung des nahen Ofenlochs erkunden. An einen Abstieg dorthin war nicht zu denken – mittlerweile nieselte es ziemlich stark. Ab Ellbogen dann der steile Aufstieg im Nebel und bei einer Sicht von unter 20 m. Der Aufstieg zum höchsten Punkt, dem Hinterfallenchopf (1532 m), war etwas demotivierend; jedenfalls verliessen wir das Gipfelgelände fast schon fluchtartig. An eine Gipfelrast war nicht zu denken; aufkommender Wind, Nebel, Regen. Nach dem zügigen Abstieg zur Alp Ober Scherlet (1416 m) bot sich uns die Möglichkeit unter das Vordach zu stehen und etwas zu essen (leckere Brote mit 5 Doppellagen Fleischkäse und zusätzlich mit Appenzellerkäse). Mittlerweile war es richtig kalt – Doris benötigte Handschuhe, ich markierte Härte trotz Kuhnagel. Uns wurde klar, dass unter diesen Umständen der Weiterweg bis Hemberg keinen Sinn machte. Bei P.1351 entschieden wir, auf der Fahrstrasse via Hinder Chlosteralp (1315 m) – Unter Chlosteralp (1244 m) nach Ennetbüel zu laufen. Der Regen wurde stärker, zwischendurch böenartiger Wind; also wehrten wir uns im Laufschritt. Für die verbleibende Strecke bis Ennetbüel (5.4 km) benötigten wir 50 Minuten – schliesslich wollten wir das Postauto Ennetbüel mit Abfahrt 13:47 nicht verpassen; sonst hätten 2 Stunden Wartezeit gedroht. Locker geschafft, und das erst noch bei guter Laune…

Fazit:
Das ganz tolle Wandererlebnis sieht anders aus… Kurz und gut: der Bonus der zwei wunderschönen Vortage überwog deutlich.

Wetterverhältnisse:
Heute kein T-Shirt-Wetter, grau und nass, der Jahreszeit entsprechende (aber nicht erwartete) Witterung bei ca. 8°

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 13. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.2 km, Schwägalp (1352 m) – Schägalp Passhöhe (1278 m) – Beieregg – P.1318 – P.1322 – Chräzerenpass (1266 m) – P.1321 – Horn P.1296 – P.1275 – Engi, P.1258 (Abzweigung Ofenloch) – Ellbogen (1268 m) – Hinterfallen (1330 m) – P.1492 – Hinterfallenchopf (1532 m) – Ober Scherlet (1416 m) – P.1351 – Hinder Chlosteralp (1315 m) – Unter Chlosteralp (1244 m) – Brugg (1107 m) – Risi (943 m) – Ennetbüel (885 m)
Aufstieg: ca. 427 m
Abstieg: ca. 879 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 13:30 Uhr

Neckertaler Höhenweg 2|3: Schönengrund AR – Schwägalp

Nach einer sehr erholsamen Nacht im Schäfle Schönengrund und dem ausgiebigen z’Morge Abschied von diesem heimeligen Ort – auf Wiedersehen! Vor uns die zweite Tagesetappe, mit vielen Aufstiegsmetern über Hochhamm (1209 m) und Hochalp (1528 m) zur Schwägalp (1352 m). Und wie vorausgesagt: ein sonniger Herbsttag erwartete uns. Die 350 Hm Aufstieg zum Hochhamm waren das reine Vergnügen – schliesslich erwartete uns ein schönes Bergrestaurant. Und zum Kafi gabs ofenfrischen Doppelfladen (auch Schlorzifladen genannt) – Genuss pur also auf der Sonnenterrasse – und die Panoramasicht gratis dazu! Nach dieser Stärkung der kurze Abstieg zum 150 m tiefer liegenden Osterbüel –  welch schöne Gegend! Und gleich wieder der Anstieg via die Höfe Untere Schurtanne und Obere Schurtanne. Wenige hundert Meter oberhalb der Aufstieg entlang des Tellwalds (ja nicht im Schatten…) auf eine Anhöhe nahe Oberer Schwarzenberg (ca. 1200 m.ü.M.). Jetzt folgte der kurze Zwischenabstieg bis Guggenhalden (1172 m) vorbei an einigen schön gelegenen Wochenendhäuschen. Die Kreuzung überquerten wir in Richtung Hochalp, deren Nordseite (noch) schattenhalb lag. Vor uns also erneut 350 Hm Aufstieg. Vorbei an zwei Wander-Parkplätzen und an einer Jägerhütte erreichten wir rasch den Bruggerenwald. Nach einem Kilometer die Verzweigung beim Rossmoos: rechts zur Hochalp, links zum Hochalp Ostgipfel. Da das Bergrestaurant geschlossen war, und der Aufstieg dorthin im Schatten lag, war die Entscheidung einfach für den steilen Aufstieg in der Sonne, östlich der schattigen Mulde. Auf diesem sehr steilen Abschnitt ist etwas Trittsicherheit gefragt. Den im Blickfeld stehende Ostgipfel (1527.8 m) erreichten wir kurz vor 13 Uhr – gerade zeitig für eine Gipfelrast. Hier oben geht der Blick hinüber zum allgegenwärtige Alpstein mit Hauptdarsteller Säntis (Luftlinie 7 km). Während wir das Superpanorama genossen, sorgten ein paar andere BergängerInnen für (unerwünschte) Ablenkung: lautstarke Präsentationen von Smartphone-Videos, und eine etwas schrille (junge) Frau in ausgesprochen berggängigem Outfit: knallroter Ministrickrock, schwarzglänzende Latex-Leggins, dazu passende Turnschuhe. Uns wars recht, dass die vier den Abstieg zum Rossfall hinunter wählten. Nach diesem Gipfelgenuss der Abstieg bis Älpli (1361 m), dann weiter in leichtem auf und ab bis Spicher West (P.1469). Unterwegs einige steilere, aber niemals ausgesetzte Stufen. Weiter gings vorerst die Höhe haltend bis Schifaltlig. Jetzt befanden wir uns in der Nähe des Ofenlochs, einer unglaublich schroffen und abgründigen Gegend – hier unten irgendwo ist die Quelle des Neckers. Anschliessend wurden die spektakulären Bilder abgelöst durch den Tiefblick zum bereits im Schatten liegenden Chräzerli. Auf der Forststrasse, streckenweise leider geteert, erreichten wir zuerst die Verzweigung im Chräzerenwald und wenig später den Chräzerenpass (1266 m). Zum Abschluss noch das Auf und Ab durch die Schutzgebiete Witiriet und Lauchriet, und schon war das Tagesziel Schwägalp erreicht. Der Säntis präsentierte sich im herrlichen Licht des späten Nachmittags…

Fazit:
Ein langer, im Vergleich zum Vortag deutlich anspruchsvollerer Wandertag mit wiederum tollen Aussichtspunkten.

Wetterverhältnisse:
Erneut T-Shirt-Wetter, sonnig, angenehme Temperatur ca. 8-14°, wenig störender Wind (Föhn)

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 17 km, Schönengrund AR (841 m) – Pfand (1015 m) – Hochhamm (1209 m) – Windhalden – Osterbüel – Unteregg (P.1061) – Untere Schurtanne – Obere Schurtanne – Guggenhalden (1172 m) – Bruggerenwald – Verzweigung Rossmoos – Hochalp Ostgipfel (1527.8 m) – Älpli (1361 m) – Spicher West (P.1469) – Schifaltlig (P.1479) – P.1403 (Rietfaltlig) – P.1335 – P.1321 – Chräzerenpass (1266 m) – P.1318 – Beieregg – Schwägalp Passhöhe (1278 m) – Schwägalp (1352 m)
Aufstieg: ca. 1350 m
Abstieg: ca. 718 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 16:30 Uhr

Neckertaler Höhenweg 1|3: Mogelsberg SG – Schönengrund AR

Das Neckertal und sein Fluss war uns schon ein Begriff. Der 32 km lange Fluss im östlichen Teil des Toggenburgs entspringt in der Nähe des Ofenlochs. Er fliesst zunächst durch eine abgelegene, tief eingeschnittene, wildromantische Waldschlucht und mündet schliesslich bei Lütisburg in die Thur. Der Necker und sein Tal sind Namenspatron der am 1. Januar 2009 aus der Fusion von Brunnadern, St. Peterzell und Mogelsberg entstandenen neuen Gemeinde Neckertal. Der Name Necker ist keltischen Ursprungs und bedeutet heftiger, böser, schneller Fluss. Er entstammt dem ureuropäischen Wort Nik, welches losstürmen bedeutet. Die Entwicklung des Namens beginnt zu vorchristlicher Zeit mit der Bezeichnung Nikros, welche über Nicarus und Neccarus zu Necker wurde. So viel zur Geschichte

Sehr gute Informationen zur Vorbereitung auf diese mehrtägige Weitwanderung fanden wir auf der Webseite www.neckertal-tourismus.ch. «Wenn es in der Ostschweiz eine landschaftliche Unschuld gibt, dann ist es das Neckertal» steht dort geschrieben. Der durchgehend gut markierte Neckertaler Höhenweg mit 56 km Länge und gut 17 Stunden Wanderzeit (und vielen Höhenmetern) ist recht anspruchsvoll und aufgrund der langen Tagesetappen konditionell fordernd.

Ausgangspunkt unserer Drei-Tages-Tour war Mogelsberg, das mit der Bahn gut zu erreichen ist. Eine Viertelstunde vor neun Uhr (und bei leichtem Regen) nahmen wir den kurzen Weg zum 40 m höher liegenden Dorf unter die Füsse. Im Wissen darum, dass das schmucke Rössli um neun Uhr öffnete – Startkafi und frischer Zopf! Eine Viertelstunde später starteten wir, mittlerweile schien die Sonne durch die dunklen Restwolken. Nach ein paar hundert Metern führte der Weg vorbei am neuen (und einzigartigen) Baumwipfelpfad. Leichter Abstieg zum Haselgrund, wo wir die geteerte Strasse nach links verliessen. Über schöne Weiden erreichten wir P.871, um dann durch den Wald nach Ebersol hinunter zu laufen. Auf der Strasse Degersheim-Necker dann ein kurzes Stück in Richtung Necker um kurz vor Ebersol (Moos) in einer Spitzkehre dem Wegweiser Balik zu folgen – also nicht etwa zu früh abbiegen auf der Fahrstrasse in Richtung Spitzbad! Vorbei an der bekannten Lachs-Räucherei erreichten wir ein wildes und tief eingeschnittenes Tälchen, in dem es erst wenig ansteigend und schliesslich steiler aufzusteigen galt bis zum Gerensattel (1001 m). Jetzt befanden wir uns auf einer Krete, rechts der Furtberg, links (östlich verlaufend) der Wilket. Fast so etwas wie Tiefblick nach St. Peterzell hinunter, und in der Ferne die Voralpen. Der weitere Aufstieg (170 Hm) zur Wilkethöchi führte steil hoch, vorbei an einem sturmholz-beschädigten Waldstück. Bald aber war die Höhe erreicht und wir durften über raschelndes Laub wandeln. Auf der Wilkethöchi genossen wir die prächtige Panoramasicht. Gleich zwei Bankniederlassungen standen zur Verfügung – wir entschieden uns für diejenige mit der Rückenlehne (😊). Mittagszeit! Nach etwas mehr als sieben Kilometern war hier der ideale Ort zu rasten – und das erst noch bei 28° an der Sonne(!). Nach ausgiebiger Pause verliessen wir diesen heute höchstgelegenen Punkt in östlicher Richtung. Nach einem kurzen Abstieg erreichten wir bei P.1064 einen wunderschön eingerichteten Rastplatz mit einer (offenen!) Hütte. Statt direkt nach Dicken abzusteigen, hielten wir vorerst Höhe um im Kubelwald 200 Hm abzusteigen zum Chubelboden. Hier – bei Moos – hatten wir die Wahl, die markant aufragende Züblisnase (1048 m) nördlich oder südlich zu umrunden. Wir entschieden uns für die sonnigere Variante. Mit schönem Blick zum Stickerdorf Dicken erreichten wir die Siedlung Höhenschwil. Nach einem kurzen Stück auf der geteerten Strasse passierten wir den Papageienhof – die munteren und schmucken Vögel grüssten uns ganz aufgeregt. Bis zum 100 m höherstehenden schmucken Bergrestaurant Bergli floss der Schweiss in Strömen – spielte keine Rolle, denn bald war die Tankstelle erreicht – dachten wir. Geschlossen! Schade – also weiter nach Osten, in leichtem auf und ab zum Gägelhof. Weiter über die Anhöhe Hochwacht und schliesslich hinunter zur Strasse, welche von Dicken zur Landscheidi führt. Das gleichnamige Restaurant steht auf einer Art Passhöhe unmittelbar an der Grenze SG-AR und war gut besucht. Tee und etwas Süsses gabs. Vor uns noch der letzte Abschnitt zum nahen Tagesziel – über die grüne Arnighöchi nach Arnig hinunter, von dort ein paar hundert Meter auf geteerter Unterlage, und schliesslich wieder auf dem Wanderweg hinunter nach Wald SG. Kurzes Stück auf der Strasse St. Peterzell-Waldstatt, um dann über die Brücke über den Tüfenbach die Kantonsgrenze zu überschreiten und am Tagesziel, dem Schäfle mitten im Dorf Schönengrund, zu landen. Von der sympathischen Ida Lämmler begrüsst und später bekocht, genossen wir einen gemütlichen Abschluss eines wunderbaren Wandertags. Im gemütlichen und einfachen Haus fühlten wir uns richtig wohl – danke Frau Lämmler!

Fazit:
Eine langer, aber dennoch gemütlicher erster Herbst-Wandertag mit vielen tollen Aussichtspunkten über die voralpinen Hügelzüge – ganz nach unserem Gusto!

Wetterverhältnisse:
T-Shirt-Wetter, sonnig, angenehme Temperatur ca. 10-15° (direkt an der Sonne bis 28°), leichter Wind (Föhnlage)

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. November 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 17.7 km, Mogelsberg Bahnhof (714 m) – Mogelsberg Dorf (755 m) – Haselgrund (796 m) – P.871 – Ebersol/Moos – Gerensattel (1001 m) – Wilkethöchi (1172 m) – P.1064 – Chubelboden (862 m) – Moos (Dicken) – Höhenschwil – Bergli (999 m) – Gägelhof (1025 m) – Hochwacht (P.1073.4) – Landscheidi – Arnighöchi – Arnig (P.1002) – Vorderarnig – Wald SG (836 m) – Schönengrund AR (841 m)
Aufstieg: ca. 906 m
Abstieg: ca. 774 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 08:45 bis 15:45 Uhr

Pienza – San Quirico d’Orcia – Cappella di Vitaleta

Die Fahrt für die 46 km nach Pienza dauerte eine Stunde, also waren gleich zu Beginn zwei Capuccini al Bar angesagt. Danach ergatterten wir einen der raren Parkplätze südlich an der Stadtmauer. Von dort konnten wir unsere Tour starten – 500 m auf der Sp 18, die wir in der ersten Linkskurve geradeaus verliessen. Vorbei an der einfachen und schön gelegenen Pieve di Corsignano, wechselte die Unterlage von Hartbelag auf Naturstrasse, staubig zwar, aber dennoch angenehmer. Ab und zu bestätigte uns ein Wegweiser, dass wir auf dem Wanderweg Nr. 6c richtig waren. Leicht absteigend erreichten wir nach etwa zwei km den tiefsten Punkt bei ca. 290 m.ü.M. Weil die gesamte Strecke waldfrei ist, boten sich im offenen Gelände die so typischen und spektakulären Landschaftsbilder: Zipressen, braune abgeerntete und bereits umgepflügte Äcker, Olivenhaine, Hügel, Licht- und Farbenspiele vom feinsten. Vor uns ein erster Anstieg und ein Olivenhain, hinter dem sich ein stattliches Bauernhaus versteckte. Der Pfad umrundete den Hof südlich, bis wir oben auf eine Zufahrtstrasse gelangten. Auf einer Höhe von ca. 360 m.ü.M. streiften wir einen Wald und gelangten an eine Verzweigung. Wer will, kann hier rechts halten um direkt zu einem der Hotspots in der Toscana zu gelangen; doch darüber später mehr… Wir hielten also links in Richtung Süden, das Ziel unserer Runde immer im Blickfeld, das Städtchen San Quirico d’Orcia. In leichtem auf und ab war bald einmal das schmucke Agriturismo Il Rigo erreicht. An diesem vorbei und wieder absteigend überquerten wir an der tiefst gelegenen Stelle ein namenloses Bächlein. Danach verliessen wir die Naturstrasse nach rechts um über einen steilen Feldweg direkt aufzusteigen. Bald waren die ersten Häuser von San Quirico d’Orcia erreicht. Die Via Cassia überquerten wir zielbewusst, um gegenüber im Gebüsch zu verschwinden und auf direktem Weg zur modernen Schulanlage zu gelangen. Über die Via Dante Alighieri waren es dann noch weinige Schritte bis ins uns bekannte Centro storico. Mittlerweile halb eins, war es ein leichtes, an den durchaus verlockenden Auslagen vorbei zu laufen, resp. diese zu missachten (hübsche Cashmere-Waren und Vino natürlich!). Schliesslich winkte der Mittagstisch im einzigartigen grottoähnlichen Garten der Trattoria al vecchio Forno. Die hausgemachten Leckereien verlockten uns zu drei üppigen Gängen – was halt seine Zeit dauerte (siehe Zeitangaben am Schluss dieses Berichts). In allen Belangen gestärkt und gesättigt verliessen wir diesen schönen Ort wieder, wohl wissend, dass jetzt auf dem Gang durch die Altstadt keine Einkäufe drin lägen – nicht des Budgets wegen – nein: die Läden öffnen erst ab halb vier wieder😴😏😍😀😊😉. Auf der vom Hinweg bekannten Strecke liefen wir gemütlich hinunter, um kurz vor dem Bächlein nach links zu halten. Nach kurzer Steigung vorbei an einem Bauernhof bis nahe der Strada Provinciale di Chianciano, welche San Quirico mit Pienza verbindet. Nun eine aprupte Wende nach Osten, vorbei an einem weiteren Agriturismo. Ab hier artete der Pfad in ein holpriges Bachbett (ohne Wasser) aus, welcher im Wald steil hinunter zur tiefst gelegenen Stelle (300 m.ü.M.) führte. Nach einem steilen Wiederanstieg war der eingangs erwähnte Hotspot erreicht: die Cappella di Vitaleta (365 m). Wie oft sind wir schon auf der nahen Hauptstrasse vorbeigefahren und haben diesen Fotoklassiker abgelichtet aus ca. 700 m Entfernung. So taten es auch heute wieder Scharen, welche an der Hauptstrasse sogar Autobussen entstiegen; nur wir haben uns zu Fuss nahe dran begeben. Dachten wir! Mit den Aufnahmen war eher Eile angesagt, denn von der anderen Seite nahte ein Pulk von Besuchern aus Asien, welche die Autos an der zu Beginn dieses Berichts erwähnten Verzweigung bei der Absperrung abstellen mussten. Die letzten 700 m bis zum begehrten Motiv musste zu Fuss zurück gelegt werden. Die meisten fuchtelten mit ihren komischen Deppenzeptern in der Gegend herum, um die Cappella und sich selbst aufs Selfie zu kriegen. Beim (wilden) Parkplatz an der Verzweigung kehrte wieder Ruhe ein, und wir konnten auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg Pienza anstreben. Wunderschön, wie sich die Landschaft nun im warmen Licht des Nachmittags zeigte. Vorbei an der Pieve di Corsignano erreichten wir unseren Startplatz an der Stadtmauer – auf einer Marmorbank ging ein letzter Blick in die von feinstem Dunst gezeichnete Landschaft, bis hin zum Monte Amiata. Rückblick auf Laufstrecke bis nach San Quirico, dahinter am Horizont Montalcino.

Fazit:
Nach dem Temperatursturz (gestern noch 30°, heute 20°) haben wir einen ersten Herbsttag bei bestem Wanderwetter genossen. Wenige Auf- und Abstiegsmeter, aber eine doch respektable Distanz…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos blau-blau-blau, ca. 18 bis 20°, starker Tramontana (Bise) mit Böen bis 50 km/h

Hilfsmittel:
Leichtwanderschuhe, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. September 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 20.1 km, Wanderweg Nr. 6c (siehe Abbildung)
Aufstieg: ca. 680 m
Abstieg: ca. -620 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 17:00 Uhr

Schutzhütte Latzfonser Kreuz (2311 m)

Nach der gestrigen, doch anstrengenden Tour heute nicht die Hohe Scheibe – etwas einfacheres war angesagt: Bergfahrt mit der Gondelbahn ab Reinswald (1570 m) zum Pichlberg (2130 m). Ab hier ca. 3 km auf der Wanderautobahn namens Urlesteig zur auf 2094 m gelegenen Getrumalm (eine schön gelegenen Hütte). Hier dreht der Urlesteig ab, wir wanderten weiter ins Ende des Val Ghetrum, WW Nr. 7). Unterhalb der markanten Kassianspitze (2581 m) ein Wegkreuz; wir hielten weiter auf Nr. 7. Kurz vor dem Luckl (2378 m) wurde es recht alpin. Auf dem Übergang ginge der Blick zu den Dolomiten; Konjunktiv – denn das Wetter entsprach heute nicht ganz den Vorhersagen – die Welterbe-Gipfel waren in dunkle Wolken gehüllt. Sechzig Hm Abstieg, und schon war die Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit dem schönen Kirchlein erreicht. Bei leichtem Wind und wenig Sonne war es draussen vor der Hütte bei 20° grade so zum Aushalten. Viel Volk hier oben – Sonntag! Leckeres Essen (Pasta, Gemüsesuppe mit Würstel)! Gut versorgt traten wir zum Rückweg an. Die Witterung hellte zunehmend auf, sogar die Sonne meldete sich zurück. Auf der Getrumalm angekommen, genossen wir die Radler (das sind nicht etwa VelofahrerInnen, von denen es hier erstaunlicherweise wenige gab…!). Auf dem nun folgenden Urlesteig viele Infotafeln; erklärt wird zum Beispiel, was es mit den Latschenkiefern auf sich hat (wertvolles Öl von den jungen Zweigen), und weshalb auf dem gegenüber verlaufenden Grat eine Trockensteinmauer angelegt ist (Trennung der Alpweiden) – sogar eine Kneipp-Stelle ist eingerichtet. Attraktiv also! Und Fremdsprache-Kenntnisse von Vorteil: alle Informationen in urigem Sarntaler Dialekt! Jedenfalls war der Rückweg kurzweilig, mittlerweile mit freier Sicht zu unseren gestern bestiegenen Villandersberg und Sarner Scharte. Und im Osten zeigten sich sogar einzelne Dolomitengipfel. So erreichten wir die moderne Bergstation Pichlberg. Die knapp 600 Hm Talfahrt war der gemütliche Abschluss einer ebensolchen Wanderung.

Fazit:
Fast schon eine Wellness-Tour – immerhin doch mehr als 12 km…

Wetterverhältnisse:
Teils sonnig, jedenfalls freundliche Witterung bei ca. 24°, bei der Schutzhütte Latzfonser Kreuz starke Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12.4 km, Urlesteig ab Bergstation Pichlberg (2130 m) – Getrumalm (2094 m) – ab hier Wanderweg Nr. 7 – Luckl (ca. 2370 m) – Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit Kirchlein (2311 m) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 560 m
Abstieg: ca. -560 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:45 Uhr

Hüttentour Uri 1|3: Bristen – Etzlital – Etzlihütte SAC

Wetterglück hoch drei: mit Susanne und Richi vor einigen Wochen festgelegt, starteten wir unsere dreitägige Hüttentour durch den Ur-Kanton Uri bei besten Bedingungen. Ab Amsteg brachte uns das Postauto über die spektakuläre und enge Strasse durchs Bristentobel ins Maderanertal bis Bristen Kohlplatz. Um die Mittagszeit querten wir über die Brücke den Chärstelenbach, um nach 500 m ins Etzlital abzubiegen. Entlang und oberhalb des Etzlibachs begann es gleich steil zu werden. Zwar spendete der Wald Schatten, dennoch entledigten wir uns bald einer Kleiderlage. Auf einer Höhe von 1084 m.ü.M. wechselten wir über die Sägebrügg auf die andere Seite des Etzlibachs um auf die von der Golzeren-Talstation hinaufführende Naturstrasse zu gelangen. Mässig steigend vorbei am Eingang ins Sellenentobel wurde das Tal erst enger. Nun die Sonne in unseren Gesichtern, passierten wir gemütlich Chrützsteinrüti. Wenig später – bei Porthüsler –  weitete sich das Tal wieder; rechts der Alpweiler Vorder Etzliboden, wo auch ein Wanderweg hochführt zum Lauchernlückli. Hier hielten wir Mittagsrast – leckere Sachen aus dem Rucksack. Eile war nicht angesagt – der Badebottich auf der Etzlihütte erwartete uns erst nach 16 Uhr. Trotzdem konnten wir der Verlockung widerstehen, in der Gartenwirtschaft der nahen Alp Hinteretzliboden einzukehren. Nach einer letzten Überquerung des Etzlibachs war der weitere Verlauf der vor uns liegenden Strecke gut einzusehen. Über die steileren Stufen Tritt und Rossboden erreichten wir – vorbei an behorntem(!) Vieh – den Gulmenstutz. Hier oben eine wunderschöne Hochebene, die Alp Gulmen und die folgende Müllersmatt. Ein Bläss begrüsste uns, der Senn ebenfalls, und ein herziges Büsi genoss unsere Streicheleinheiten. Und eine Mutterkuh mit zwei herzigen Babys – Alpenidylle pur! Knapp hundert Hm über uns erblickten wir die Etzlihütte. Jetzt eine letzte Anstrengung – und schon war die Hütte erreicht. Hüttenwart René und Hilfe Monika begrüssten uns herzlich. Zeit für einen Durstlöscher – dann der Gang in die Wellness-Abteilung: kurze Abkühlung im Brunnen, dann ausgiebiges Bad im auf 37° aufgeheizten Badebottich – was für ein herrliches Vergnügen, und das in einer unbeschreiblichen Kulisse! Der Hütten-z’Nacht mundete ausgezeichnet, natürlich vor allem die hausgemachte Lasagne. Bald war die nötige Bettschwere erreicht, und rechtzeitig zur Hüttenruhe bezogen wir unser Lager – zusammen mit zwei weiteren Wanderern. Vor uns also eine bestimmt ruhige Nacht – vielleicht mit Ausnahme gewisser Geräusche (hihihi…).

Fazit:
Ein nicht allzu fordernder erster Wandertag war das! Danke nochmals herzlich unseren Freunden Susanne und Richi.

Wetterverhältnisse:
Harmlose leichte Bewölkung, sonnig, angenehme Temperatur ca. 16-20°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 4. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.6 km, Bristen Kohlplatz (784 m) – Steinmatt – Unter der Flue – Sagebrügg (1084 m) – Chrützsteinrüti – Porthüsler – P.1329 (bei Hinteretzliboden) – Tritt – Rossboden – Gulmenstutz – Müllersmatt – Etzlihütte SAC (2052 m)
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. 0 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 12:00 bis 16:40 Uhr

Mettmen-Alp: Chärpfbrugg-Rundtour

Heute der Bericht einer gemütlichen Runde. Am Nachmittag des Vortags mit der Luftseilbahn ab Kies auf die Mettmenalp, in Begleitung von Ursle und Hitsch, zwei langjährigen Freunden. Am Abend dann das leckere Überraschungsmenü im Berghotel Mettmen. Es folgte die ruhige und aussichtsreiche Nacht mit Blick zum Hauptdarsteller hier oben, dem Glärnischmassiv. Der Panoramablick aus dem Bett durch die vollflächig verglaste Front ersetzt das hier richtigerweise nicht vorhandene TV-Gerät problemlos. Gut ausgeruht machten wir uns nach dem Genuss des reich gedeckten Frühstückstisches auf zur geplanten Rundtour. Etwas Anstrengung gleich zu Beginn, der steile Aufstieg ennet der Staumauer hoch zur Verzweigung Börtli. Von hier dann aussichtsreich in leichtem auf und ab in Richtung Süd. 150 m tiefer unten die schöne und sumpfige Ebene Matt, darüber der Blick zum Widerstein (Klettergarten), rechts Mattchöpf und darüber der uns bekannte Weg zum Wildmadfurggeli, dem Übergang nach Elm. Über uns Matzlenstock (1953 m) und Matzlenfurggelen (1913 m). Vor uns der erst über eine schöne Alp und wenig später unterhalb des Matzlengrat leicht absteigende, schön angelegte Wanderweg. Der Abstieg in die Ebene Niderenalp wenig steil, die Brücke über den Niderenbach in etwas morastigem Gelände (Kuhtritte😊). Beim P.1775 war der Normalweg zur Leglerhütte erreicht. Unser Ziel: die Alp Ober Stafel (mit Beizli) und gleich dahinter die Chärpfbrugg. Diese liegt mitten im ältesten Banngebiet Europas Freiberg Kärpf. Nach der Trinkpause wollten wir unbedingt diese ca. 50 m hohe Naturbrücke (ein spektakulärer Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung) durchsteigen. Gut markiert, war der Einstieg leicht zu finden. Zum Glück führte der Niderenbach wenig Wasser, so dass es keine nassen Füsse absetzte. An der einen oder anderen Stelle war trotzdem Vorsicht geboten (nasser Fels, grosse Tritte). Nach wenigen Minuten war der obere Ausgang der Naturbrücke erreicht; von hier bietet sich eine schöne Aussicht vor der tollen Kulisse der Berge Schwarz Tschingel (2426 m) und Chli Chärpf (2700 m). Etwas weiter oberhalb der Chärpfbrugg dann Hübschboden, wo der Weiterweg zur Leglerhütte nach Westen über die Sunnenbergfurggele verläuft. Das Ziel, unseren Freunden die eindrückliche Chärpfbrugg von innen zu zeigen war erreicht. Für den Rückweg wählten wir den Sommerweg, welcher unterhalb der Mattchöpf und oberhalb der Ebene Matt verläuft. Diese Strecke ist uns wohlbekannt von unseren wiederholten Hüttenbesuchen im Sommer wie im Winter. Je näher wir uns dem Stausee Garichti näherten, desto häufiger war «Grüezi» angesagt. Nach der Überquerung der Nebenstaumauer der kurze Abstieg zum Berghotel Mettmen resp. direkt auf dessen Terrasse – heute gut besucht (wen wunderts…). Kleines Mittagessen (leckere Zigerhöreli mit Öpfelmues z. B.), und schon stand die Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Kies hinunter an. Abschied von einem gemütlichen Verwöhn-Aufenthalt und von «alten» Freunden – schön wars!

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Wetter, hier oben nicht zu heiss, im Schatten angenehm um 20°.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. August 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 7 km, Berghotel Mettmen (1608 m) – Stausee Garichti (Hauptstaumauer) – Börtli P. 1676 – P.1815 – Niderenalp P.1775 – Ober Stafel – Chärpfbrugg – zurück bis Niderenalp P.1775 – Sommerweg oberhalb Matt – P.1648 – Stausee Garichti P.1625 – Nebenstaumauer – Mettmen
Aufstieg: ca. 295 m
Abstieg: ca. -279 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 05 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std.

Arni-Alp UR 2|2: Leutschachtal – Alp Furt 1760 m

Nach einer sehr ruhigen Nacht im «Älpli» und dem wiederum reichhaltigen Frühstück starteten wir kurz nach neun Uhr zum heutigen «Spaziergang». Auf der bereits bekannten Strecke bis zum Arnisee – und wieder bei bestem Wanderwetter. Übrigens: der Arnisee ist ein Speichersee, welcher das Wasser aus dem Leitschachbach und dem Intschialpbach sammelt. Seit Herbst 2009 ist das Kleinwasserkraftwerk Leitschach in Betrieb. Ziel heute war die Alp Furt – dort gibt es die sagenhaft leckeren Älplermaggaronen – dies wurde uns zu Recht vorausgesagt. Vorbei am Arnisee bogen wir, dort wo der Leitschachbach in den Arnisee fliesst, rechts ab, auf der Naturstrasse, vorbei an der Sennhütte; bei P.1383 (Torli) verliessen wir die Strasse nach rechts, um etwas steiler nun aufzusteigen. Genau dort, wo eine riesige Werbetafel verkündete, dass an diesem schönen Hang elf Ferienhäuser zu Preisen ab Fr. 530000 gebaut werden sollen – ein schreckliches Projekt, das hoffentlich scheitert (dachten wir leise für uns). Beim erwähnten Kleinwasserkraftwerk führte der Wanderweg über einen Steg, um dann weiter und nicht sehr steil auf der rechten Seite des wilden Wassers des Leitschachbachs entlang hoch zu führen. Der Abschnitt verläuft abwechslungsreich, vorbei an grünen und blumenreichen Wiesen und an steilen Runsen. Beim Chäserli gelangten wir nahe ans Wildwasser, um dann über eine etwas steilere Kehre Heitersbüel zu erreichen. Bis Bidemli über schönstes Weidegebiet, war hier die Leitschach über eine Brücke zu überqueren. Vor uns die vermutete (aber noch nicht einzusehende) Hochebene der Alp Furt – und eine Mutterkuhherde, die den Wanderweg annektiert hatte. Dieser «Gefahr» wichen wir vorsichtig und in respektablem Abstand aus. Ein paar Kehren noch, und schon standen wir oben an der Stelle, wo auch der Wanderweg von der Sunniggrat-Hütte SAC via Langchälengrätli mündete. Die Fahne der Alp Furt schon gut zu sehen, kannten wir die Richtung. Etwa 450 m über uns trohnte die gut zu sehende Leutschachhütte SAC, welche ab hier in etwas mehr als einer Wegstunde zu erreichen wäre. Auf der Alp Furt angekommen, wurden wir von Marie-Theres und Albin Gamma und Ferienbub Ramon herzlich begrüsst und bewirtet: mit den berühmten Älplermaggaronen selbstverständlich, für die sich jede Anstrengung lohnte… Nach dieser Mittagspause waren wir froh, dass es von jetzt an nur noch runter gehen würde. Für den Abstieg wählten wir die etwas steilere Variante rechts des Leitschachbachs und westlich des Normalaufstiegs, um der Mutterkuhherde auszuweichen. Ab Bidemli dann wieder auf dem Normalweg, genossen wir den Schlendrian; Thomas machte sich etwas rascher auf, um den Hotpot schon mal einzufeuern.  Am Arnisee angelangt dann Stau vor dem nagelneuen und hübsch eingerichteten WC-Häuschen, also nicht nur unten im Tal auf der Gotthardautobahn. Eine knappe Stunde nach Thomas erreichten auch wir unser «Älpli» wieder. Knapp vor drei Uhr der gemütlichere Teil eines weiteren genussvollen Wandertages: Dusche, Apéro, und jetzt ab in den Hotpot – ein unglaublich erholsamer Abschluss! Nun doch etwas ermattet, genossen wir Manuela’s Küche – diesmal von der leichteren Art – vorzüglich!

Fazit:
Ein wiederum sehr genussreicher und gemütlicher Wandertag war das, mit einem reichhaltigen und exklusiven Rahmenprogramm. Danke herzlich Manuela und Thomas, an sowas könnte man sich problemlos gewöhnen😊…

Wetterverhältnisse:
Wiederum Bilderbuch-Wetter, im Tagesverlauf bis 28°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 19. Juli 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.5 km, «Älpli» Vorderarni (1300 m) – Mittelarni (Bergstation Luftseilbahn Amsteg-Arnisee) – Hinterarni – Arnisee (1370 m) – Sennhütte – Chäserli m(1479 m) – Torli (1383 m) – Heitersbüel (1539 m) – Bidemli (1654 m) – Alp Furt (1760 m) – P.1762 – Abstiegsvariante bis Bidemli – restlicher Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 566 m
Abstieg: ca. -544 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 5 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

ViaStockalper 3|3: Simplon Dorf – Gondoschlucht – Gondo

Erwartungsfroh und bestens gelaunt trafen wir uns um acht Uhr beim Frühstücksbuffet. Danach verabschiedeten wir uns vom sympathischen Gastgeberehepaar Romeo und Rita Arnold. Vor dem Start der Besuch in der örtlichen Sennerei Simplon, wo wir ein ordentliches Stück Käse abholen durften. Dann der Gang durch das schmucke Dorf bis zum unteren Ortsende, wo wir in der Bäckerei Arnold (Über 100 Jahre Tradition in 5. Generation) ein typisches Simpilär Roggenbrot (aus Sauerteig, wird nur aus reinem Roggenmehl, Wasser und Salz hergestellt) entgegennehmen durften. «Schwer beladen» nahmen wir den Abstieg ab südlichem Ortsende unter die Füsse. Erst auf der Napoleonstrasse, dann über eine Flurstrasse unter dem eleganten Chrummbachviadukt durch, von dort über das Wiesland der Chluisä. Es folgte ein etwas steilerer und ruppiger Abstieg nach Gabi hinunter; nach erneuter Überquerung der Nationalstrasse bei Gstein über die Brücke, welche die Doveria überquert. Hier links in Richtung Gondoschlucht. Nach rechts müsste laufen, wer über die Furggu (zwischen Seehorn und Guggilihorn) ins Zwischbergental wandern will. Durch lichten Wald laufend, hatten wir den Blick frei zum Gabi Klettersteig, welcher in der Felswand über dem Gabitunnel eingerichtet ist (siehe Bild). In der Äbi führte der Weg an einer Ruine vorbei, welche von Kaspar Stockalper als Warendepot konzipiert worden war. Hier am nördlichen Eingang der Gondoschlucht führte der steinschlaggefährdete Pfad rechts der Doveria entlang und unter senkrechten Felswänden durch. Bald sichteten wir links der Doveria die Alte Kaserne, ein ursprünglich napoleonischer Militärbau, welcher über eine Passerelle erreicht wird. Die im schlicht modernisierten Gebäude untergebrachte grosse Ausstellung informiert über die geschichtliche Entwicklung der Napoleonstrasse – sehr eindrücklich! Zurück über den Steg führte der Pfad erst der Doveria entlang talwärts, um nach etwa dreihundert Metern über einen Steg auf die linke Seite zu wechseln. Ausserhalb und entlang der Galerien der Nationalstrasse führte der Weiterweg über neu eingerichtete Metallstege, auf denen sich spektakuläre Tiefblicke in die Schlucht bieten. Nach Unterquerung der Nationalstrasse (bei Hohsteg) beeindruckten uns die steil aufragenden Felswände. Bei der Casermetta erreichten wir das Fort Gondo (eine Infanteriefestung); in der Festung führte der Weiterweg durch unterirdische Tunnels. Nach den (beleuchteten) Tunnels folgte ein gut ausgebauter, kurzer steiler Abstieg, danach war ein etwa 300 m lange stark steinschlaggefährdeter Hang zu queren – was uns veranlasste, Abstand zu halten. Bei Ramserna überquerten wir abermals die Doveria und unterquerten die Nationalstrasse erneut. Nach einem kurzen Auf- und Wiederabstieg «landeten» wir auf dem Dach der Galerie. Einen Kilometer vor Gondo fanden wir ein wenig exponiertes, schattiges und ruhiges Plätzchen für unsere Mittagsrast. Der Weiterweg folgte erst auf der Galerie und kurz vor Gondo ein kurzes Stück auf der Passstrasse. In der Dorfmitte auf dem schön gepflästerten Platz beim Hotel Restaurant Stockalperturm «feierten» wir den Abschluss einer tollen Dreitagestour. Die Wartezeit auf das Postauto verkürzten wir auf die angenehme Art (🍺🍺🍺🍺). Um 14:17 schliesslich der Start zur mühelosen Rückfahrt über den Simplonpass – beim Halt in Simplon Dorf konnten wir dann noch unser Gepäck einladen (herzliches Dankeschön an Frau Rita Arnold vom Hotel Grina für den Super-Service!).

Fazit:
Die dritte Tagesetappe – eine eindrückliche und spannende Tour durch die geschichtsträchtige Gondoschlucht. Das waren drei wunderschöne Tage auf der ViaStockalper – danke herzlich an Thomas und Michael für die Kameradschaft.

Wetterverhältnisse:
Schon wieder ein Traumtag, wolkenlos, blau blau blau, 24 bis 28°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 1. Juli 2018
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 9.5 km, Wanderweg Nr. 90, Simplon Dorf (ca. 1470 m) – Krummbachbrücke – Gabi (Gstein) – Äbi (1197 m) – Alte Kaserne – Hohsteg – Casermetta (P.1067) – Fort Gondo (Tunnel) – Ramserna (P.960) – Gondo (855 m)
Aufstieg: ca. 152
Abstieg: ca. -643m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:25 bis 13:10 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V