Archiv der Kategorie: Wanderung T1-T2

Stöcklichrüz, Gueteregg – eine frühsommerliche Runde

Das hügelige Gebiet südlich von Lachen SZ kannten wir schon von unseren Schneeschuhtouren. Heute war eine fast schon sommerliche Runde angesagt – nicht zu lang, aber doch mit einigen Höhenmetern gespickt. Genau richtig, um sich von den zurzeit dominierenden Medienberichten um die Coronakrise etwas zu lösen. Und auch wettermässig versprach es einen prächtigen Tag zu werden. Kurze Anfahrt über Rapperswil Seedamm nach Altendorf SZ und dann auf der schmalen Strasse hoch bis zum öffentlichen Wander-Parkplatz beim Bräggerhof. Bereits nach wenigen hundert Metern konnten wir unsere Kleider lockern, die Sonne heizte mächtig ein. Auf gut markiertem und angenehm ansteigenden Wanderpfad erreichten wir Diebishütten, wo draussen vor der Bergwirtschaft Diebishüttli sogar ein Kafi (Selbstbedienung) zu haben war. Eine halbe Stunde später und 170 m höher war das Stöcklichrüz erreicht. Welch grandiose Rund- und Weitsicht hier oben! Der Gipfel war von einigen Besuchern besetzt, und ausserdem bewog uns die mässige Bise, die Gipfelrast ein paar Meter südlich zu verlegen – mit bester Aussicht in Richtung Einsiedeln und Innerschweizer Voralpen. Jetzt folgte der kurze Zwischenabstieg zum P.1201, vorbei an der gut besuchten «Schweizer Familie»-Feuerstelle. Ab hier links haltend zum Waldrand und diesem entlang der gemächliche Aufstieg über schönstes Weideland. Die Gueteregg, der mit 1270 m heute höchste Punkt war nach einer weiteren halben Stunde erreicht. Beim Kreuz steht das hübsche Kirchlein, und – leider – die geschlossene Alpwirtschaft Gueteregg. Die strategisch günstig gelegene Alpwirtschaft ist gerade eine grosse Baustelle, wo an einer Art Provisorium Getränke usw. zu haben sind. Wir genossen den Kafi und die tolle Rundsicht. Nun folgte der Abstieg in Richtung O, auf den ersten paar hundert Metern mit grandioser Fernsicht (Alpstein, Federispitz, Glärnisch, Tödi, usw.). Bei P.1181 dann die Richtungsänderung nach N; ein im ersten Abschnitt ziemlich steiler, aber trockener Abstieg. Nach Überquerung der Alpstrasse Stollen-Wisital wurde das Gelände wieder ruhiger. Nach einer Überquerung des Bleikenbachs hielten wir die Höhe von knapp über 1000 m.ü.M. um dann nach Windeggli beim Waldeggli wieder unsere Aufstiegsstrecke zu erreichen. Beste Sicht ins Zürioberland, auf den Züri- und Obersee, alles frühlingshaft grün. Auf den 1.5 km Strecke bis zum Ausgangspunkt wieder etwas mehr Gefällle, ca. 230 Hm waren zu bewältigen – aber kaum fordernd, eher erholsam. Den Parkplatz beim Bräggerhof erreichten wir um halb drei.

Fazit:
Eine Halbtagestour, welche grosses Wandervergnügen bereitet.

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sonnig und gute Fernsicht, schwache Bise (ca. 20 km/h), Temperatur ca. 8 bis 20°, ideale Verhältnisse
Ausrüstung:Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt)

Parameter:
Tourdatum: 7. Mai 2020
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 8.7 km, Parkplatz Bräggerhof 817 m – Waldeggli – Diebishütten 1079 m – Stöcklichrüz 1246 m – Gueteregg 1270 m – Verzweigung P.1181 – P.1038 – Windeggli – Waldeggli – Bräggerhof
Aufstieg: ca. 570 m
Abstieg: ca. -570 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:20 bis 14:20 Uhr

Schnebelhorn (1291 m) – immer wieder schön…

Den höchsten im Kanton Zürich (naja auf der Kantonsgrenze ZH/SG) liegenden Gipfel bestiegen wir zuletzt am 1. Januar 2015 anlässlich eine hochwinterlichen Schneeschuhtour. An Anziehungskraft hat er nicht eingebüsst – zu Recht! Der spärlich besetzte Parkplatz beim Restaurant auf der Hulfteggpasshöhe liess uns annehmen, dass die Tour heute und in dieser Krisenzeit nicht stark frequentiert sei. Ab Parkplatz Passhöhe marschierten wir auf dem Fahrweg in Richtung Hof Chrüzbüel. Dann leicht absteigend auf die Fahrstrasse hinunter, welche zum Hof Älpli führte; der Hof präsentierte sich uns wie vor Jahren schon in einem etwas verwahrlosten Zustand (überall Fahrzeugruinen). Nach dem Hof verliessen wir den Fahrweg, um etwas steiler und im Wald aufzusteigen – das Gelände im Bereich Grosswald ist wunderbar sonnig gelegen und man geniesst den Weitblick ins Tösstal und im Osten ins Toggenburg. Vor einer am Waldrand stehenden Hütte wählten wir nicht den markierten Weg, sondern geradeaus über einen Weidezaun den unmarkierten, aber deutlich sichtbaren Trampelpfad im Direktaufstieg zum Roten. Das im Wald verborgene Gipfeli ist leicht zu erkennen an der Lichtung mit Grillstelle. Der Abstieg führte erst westlich steil hinab auf einen Wanderweg; hier in einer Spitzkehre nach Ost, um über einen etwas schmalen und leicht ausgesetzten Pfad P. Roten Süd zu erreichen, und weiter in Richtung Hirzegg (steiler und holpriger Abstieg über den Leutobelweid-Grat). Den Wald verlassend, vor uns das verlockende Gipfelkreuz der Hirzegg – den kurzen Aufstieg sparten wir uns heute, weil schon einige Besucher oben waren. Nach der hangseitigen Unterquerung der kurze Abstieg zum wenige ca. 40 Hm tiefer liegenden P. 1049. Ab hier war die weitere Strecke zum Schnebelhorn nicht zu verfehlen – immer schön in der Nähe des (durchaus steilen) Grats bleiben! Wunderschön, dieser weitere Aufstieg zum 240 m höher liegenden Tagesziel. Kurz unterhalb des Gipfelaufstiegs häuften sich dann die Begegnungen – Grüezi, Grüezi, Grüezi – immer schön die soziale Distanz wahrend! Von weitem zu sehen, dass wir heute doch nicht allein waren. Auf dem friedlich bevölkerten Gipfel dann das Fernsicht-Vergnügen in allen Richtungen etwas getrübt vom Blütenstaub! An einem sonnigen Platz etwas unterhalb des Gipfels genossen wir die mitgebrachten Leckereien – mit genialem Blick in die Glarner Alpen. Für den Abstieg wählten wir dann die Strecke zur 150 m tiefer liegenden Alpwirtschaft Tierhag – welche leider krisenbedingt geschlossen war. Gleich hinter der Beiz ging es weiter über schönes Alpweideland, leicht ansteigend zum Aufstiegspfad; damit schloss sich die Gipfelrunde. Der folgende Rückweg bedarf keiner weiteren Erklärungen – ausser vielleicht dem Hinweis, dass wir den Roten südlich hangseitig unterwanderten. Kurz nach dem Älpli verliessen wir den Fahrweg (zur Hulftegg) um kurz wieder aufzusteigen zum Hof Chrüzbüel. Nach dem kurzen Abstieg erreichten wir den mittlerweile gut belegten Parkplatz wieder.

Fazit:
Trotz Corona-Lockdown einige Wanderer unterwegs heute, also nicht die erwartete Einsamkeit, Einhaltung Corona-Regeln kein Problem.

Wetterverhältnisse:
Seit Tagen stabiles Hochdruckwetter (fast schon sommerlich), Temperaturen im Bereich 8 bis 23°, schwache Bise.

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt)

Parameter:
Tourdatum: 23. April 2020
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.5 km: Hulftegg (953 m) – Chrüzbüel (1003 m) – Älpli – Grosswald – P.1098 – Roten 1147 m – P.1070 – Hirzegg P.1049 – Schnebelhorn (1291 m) – Tierhag (1141 m) – Hirzegg –  ab P. Roten Süd (P. 1094) bis P.1098 – Rest wie Aufstieg (über Chrüzbüel 1003 m)
Aufstieg: ca. 674 m
Abstieg: ca. -671 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:10 bis 15:20 Uhr

Bachtelspalt – Bachtel – Täuferhöhle

Die Tage des Corona-Lockdowns bereiteten uns bislang trotz starker (sozialer) Einschränkung zum Glück wenig Mühe, leben wir doch auf dem Land und damit in einer paradiesischen Umgebung. Unseren täglichen etwa zweistündigen Spaziergängen folgen in unregelmässigen Abständen längere Wanderungen im Zürioberland. Heute Dienstag machten wir uns auf zu einer Bachtel-Runde – normalerweise nicht unser Traumziel. Aber heute war aufgrund der Coronakrise nicht mit dem sonst gewohnten Massenauflauf zu rechnen – und es wurde tatsächlich eine einsame Tour! Am südlichen Dorfeingang von Gibswil verliessen wir nach wenigen Metern die Strasse um (gut markiert) in den Wald und entlang der jungen Jona zu laufen. Nach wenigen Minuten ein erster Höhepunkt: Wissengubel, ein grosser Giessen im Halbrund einer Nagelfluh eingebettet. An den (heute einsamen) Rastplätzen unschwer zu erkennen, was hier an normalen Tagen los ist. Über Treppentritte stiegen wir hoch zur Fahrstrasse unterhalb Bettschwändi, um diese sogleich zu überqueren. Das Wässerholz durchquerend, verliessen wir bei Holzbogen P.850 den Wald. Vorbei am Hof Blegi, weiter in Richtung S zum Hüttenboden (Schiessstand). Beim Hof Hintersennenberg dann die Begegnung mit einem anhänglichen Esel (Doris gefiel ihm sehr…). Wenige Meter unterhalb des aussichtsreich gelegenen Hofes gut markiert weiter bis zum Huebbach und Wiederaufstieg zum schön gelegenen Bachtelweiher. Oberhalb Vordersennenberg dann eine erste Trinkpause. Hier entschieden wir, nicht wie markiert («Bachtelspalt») zu laufen, sondern den Bachtelspalt über das Weideland in direkter Linie anzustreben. Das gelang zwar nicht punktgenau, dafür aber über einen spannenden Steilaufstieg im Wald (bestimmt >40°). Oben am Waldrand angelangt, fanden wir ca. hundert Meter südlich den sagenumwobenen Bachtelspalt. Von oben kaum vollständig einzusehen, machten wir uns auf den kurzen Abstieg zum unteren Einstieg in den Spalt. Wirklich sehr eindrücklich, und nichts für Bauchumfänge >100 cm😁. Wir warteten kurz auf vier Wanderer, welche den Spalt von oben begingen; im Spalt selbst wäre die geltende Sozial-Distanz von 2 m nicht einzuhalten. Doris voraus, ich folgend. Die engste Stelle war nur ohne Rucksack und seitlich abgedreht zu meistern – dennoch eine leichte Zwängerei im Nagelfluh. Der Ausstieg dann unproblematisch, Wurzeln dienten als Haltegriffe. Der weitere Aufstieg zum Bachtel über Unterbachtel und Unterbachweid führte über einen ziemlich ausgetretenen Wurzelpfad. Auf dem Berg angekommen, wichen wir den wenigen GipfelstürmerInnen grossräumig aus, um auf dem direkt am Kulminationspunkt 1109 (Bachtel Kulm) stehenden und von der Ferag gestifteten Bänkli zu rasten. Wunderbar der Ausblick, und voll an der Sonne! Nach der Gipfelrast vorbei am wenige Meter höherstehenden Bachtelturm, dessen Zugang aus aktuellen Gründen gesperrt ist. Steil der Waldabstieg, meist mit Treppen befestigt, bis zum Auenbergsattel P.971. Hier hielten wir halblinks in Richtung Schufelberger Egg – man könnte den Auenberg auch östlich umrunden. Kurz vor der Schufelberger Egg – einem kleinen Passübergang – blies uns heute erstmals eine stark aufkommende Bise entgegen. Die Strasse überquerend liefen wir über Wiesland auf einem Trampelpfad in Richtung Waldrand, wo uns gelbe Wegweiser unmissverständlich in Richtung Täuferhöhle wiesen. Die 60 Aufstiegsmeter waren steil und führten über Treppen hoch zum Punkt Hörnli 1047 m. Die Höhe von ca. 1050 m haltend, durchquerten wir den Wald bis nach einem heftigen Aufstieg der Punkt Allmen 1076 m erreicht war. Hier jetzt nicht rechts haltend zum eigentlichen Gipfelchen, sondern links (westwärts also) in Richtung Täuferhöhle (25 Min.). Den Allmen also leicht absteigend umrundend, gelangten wir nach etwa einer Viertelstunde zum Wegpunkt, wo man, um zur Täuferhöhle zu gelangen, über gutangelegte Treppen absteigen muss – gefühlte 500 Tritte waren das! Aber der Besuch der aufgeräumten und leeren Höhle war die Mühe wert – auch den Wiederaufstieg zurück! Zurück am Abbiegepunkt, hielten wir nach links, um in einem nach Westen ausholenden Bogen und nach einem kurzen Steilaufstieg den Übergang Frauebrünneli (1028 m) zu erreichen. Hier öffnete sich der Blick nach Gibswil hinunter, gut zu erkennen an der markanten Sprungschanze. Erst auf gutem Pfad, später auf einem von Forstarbeiten malträtierten Weg hinunter in Richtung Kleinbäretswil. Dorthin wollten wir aber nicht, weil wir nicht über die Strasse nach Gibswil hinunterlaufen wollten. Also beim Alpgebäude (ca. 980 m.ü.M.) rechts haltend und weglos (aber ungefährlich) durch den Wald absteigend. Bei Lee die Strasse überquerend, rechts und parallel absteigend dem Leebach folgend. Weiter weglos das Rossriet schonend durchquerend, erreichten wir nach einer kurzen Waldpassage (Risiholz) einen Weg, welcher uns zu einem Weiher oberhalb Seelisberg führte. Auf der unbefestigten Fahrstrasse vorbei an den beiden schön gelegenen Weihern. Oberhalb Gibswil war dann beim Chriesiholz nochmals eine enge Stelle mit einem weiteren Giessen zu passieren. Das Einfamilienhausquartier (viele Neubauten!) durchquerend, standen wir bald an der Hauptstrasse; noch wenige Meter bis zum Ausgangspunkt – ein abwechslungsreicher Wandertag fand einen guten Abschluss.

Fazit:
Corona-Lockdown sei Dank: ungewohnt einsame Wanderung, auf dem Bachtel ca. 10 Besucher, auf der Strecke keine Begegnungen (Ausnahme Bachtelspalt).

Wetterverhältnisse:
Seit Tagen stabiles Hochdruckwetter (fast schon sommerlich), Temperaturen im Bereich 7 bis 18°, schwache Bise (bis 20 km/Std.).

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke

Parameter:
Tourdatum: 7. April 2020
Schwierigkeit: T2
Strecke: 13.4 km: Gibswil TCS-Parkplatz 762 m – Wissengubel – Blegi 850 m – Hintersennenberg 904 m – Bachtelweier 894 m – Bachtelspalt 960 m – Bachtel 1109/1115 m m – Auenbergsattel 971 m – Schufelberger Egg 990 m – Allmen 1076 m – Täuferhöhle 910 m – Fraubrünneli 1025 m – Lee 890 m – Seelisberg 847 m (Weier) – Gibswil 757 m
Aufstieg: ca. 687 m
Abstieg: ca. -682 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 16:10 Uhr

Rundwanderung oberhalb Ennetbühl

Glücklicherweise zählen wir nicht zur Risikogruppe, welche die schwierige Zeit des Corona-Lockdowns zuhause verbringen muss. Dennoch halten wir uns selbstverständlich an die BAG-Vorgaben. Und dennoch drehen wir täglich unsere Spazierrunden an der frischen Luft und an der Sonne (Vitamin D-Tanken!). Zwischendurch, wie es heute der Fall war, eine etwas längere Runde – in Doris’ Heimat, dem Toggenburg. Das von den Wetterpropheten für heute angekündigte sonnige Wetter trat überraschenderweise nicht ein, die Sonne wurde mehrheitlich von hoher Bewölkung verdeckt, aber wenigstens blieb es trocken. Ursache war wohl die Staulage nahe des Alpsteins. Auch so tat uns die Runde an der frischen Luft gut. Am Dorfrand von Ennetbühl parkierten wir auf dem verwaisten Parkplatz eines ehemaligen Restaurants. Westlich der Dorfmitte folgten wir den Wanderwegweisern (Richtung Gössigen). Bei Risi kurz der geteerten Strasse entlang, bogen wir bald wieder nach rechts weg. Über Weiden, vorbei an schönen Toggenburger Häusern stiegen wir hoch und über eine bewaldete Rampe bis zu einem Weidezaun. Nach dem Durchgang noch einige Meter ostwärts aufsteigend, dann auf einem Forstweg die Richtung ändernd nach links bis zum Hof Brüggli. Ein kurzes Stück auf der Güterstrasse, dann diese nach rechts verlassend, steiler werdend entlang dem Waldrand hoch bis zum Hof Feissenmoos. Unterwegs wurden wir von einem sympathischen Bläss abgeholt und begleitet – offensichtlich war ihm nach etwas Gesellschaft. Einige Meter oberhalb Feissenmoos drehte er um, weil ihn Herrchen zurückpfiff. 100 Hm höher das (verlassene) Haus Gössigen. Nun die Höhe von ca. 1300 m.ü.M. haltend weiter auf der uns von Schneeschuhtouren bekannten Strecke zur Vorderchlosteralp. Hier oben in Laufrichtung Ost bekamen wir die starke Bise frontal zu spüren. Im Windschatten des Alpgebäudes genossen wir die mitgebrachten Leckereien – stehend, versteht sich. Doris montierte lange Unterwäsche und machte Aufwärmübungen🤸‍♀️. Nach längerer Pause machten wir uns auf den Weiterweg; zur Hinterchlosteralp über eine vollständig geschlossene dicke Schneedecke, hart gefroren und glücklicherweise tragend. An der Hinterchlosteralp vorbei, die Alpstrasse überquerend, folgte der kurze Aufstieg zu einer Alphütte nahe P.1351. Von hier ging der heute getrübte Panoramablick zu Säntis, Stockberg und ins Luterental nach Rietbad hinunter. Über die tragende Schneedecke «surften» wir steil und direkt über Höbschholz hinunter bis zu P.1181, wo oberhalb einer Hütte die Schneegrenze erreicht war. Ab jetzt wieder auf markiertem WW über weiterhin steile Alpen hinunter bis Hinterschlatt (1081 m). Immerhin waren das seit dem höchstgelegenen Punkt gut 270 Hm über eine Strecke von 1 km. Fortan verlief die Strecke bis Ennetbühl über eine bequeme Güterstrasse, vorbei an schönen Nagelfluhwänden und durch ein kleines Tobel. Bald war der Ortsteil Laui erreicht, wo nebst älteren auch einige auffallend schön gebaute Wochenendhäuser stehen. In Richtung Halden wurde die Strasse breiter und unvermittelt standen wir wieder in der Ortsmitte von Ennetbühl. Schade, dass eine Einkehr im Gasthaus Krone nicht möglich war (Schlorzifladen hätte schon gemundet☹).

Fazit:
Eine, wie in dieser Zeit des Corona-Lockdowns mittlerweile gewohnt, sehr einsame Wanderung in «unserem» Toggenburg.

Wetterverhältnisse:
Schlechter als die Wetterfrösche vorausgesagt haben, aber trocken, Temperaturen im Bereich 4 bis 8°, starke Bise (was für einen Windchill von -4 bis -5° sorgte).

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke

Parameter:
Tourdatum: 25. März 2020
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.3 km: Ennetbühl (885 m) – Brüggli (1107 m) – Feissenmoos (1173 m) – Gössigen (1271 m) – Vorderchlosteralp (1330 m) – Hinterchlosteralp (1313 m) – Höbschholz – Hinterschlatt (1081 m) – Neuschwenig – Laui (946 m) – Halden – Ennetbühl
Aufstieg: ca. 508 m
Abstieg: ca. -514 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:10 bis 14:40 Uhr

Rundwanderung Fischingen – Groot – St. Iddaburg – Fischingen

Heute war der zweite Tag des Lockdowns in Corona-Zeiten. Was tun? Gehören wir jetzt zu den «Alten», denen empfohlen wird zuhause (in Halbgefangenschaft) zu bleiben? Bei aller Solidarität: bei diesem frühlingshaften Wetter entschieden wir uns für eine Wanderung in relativer Nähe. Damit schadeten wir niemanden, schon gar nicht uns selbst. Und ausserdem: eine Wanderung in der frühlingshaften Natur stärkt nachweislich das Immunsystem. Und: dass wir heute vielen Leuten begegnen würden, war auch klar! Und noch etwas: mit diesem Bericht hoffen wir alle von der Corona-Krise Betroffenen etwas aufzumuntern – ganz besonders unsere schwer leidenden Freunde in Italien!

Ausgangspunkt war Fischingen, das Dorf mit dem ehemaligen Benediktiner-Kloster. Ziel war auf dieser Rundwanderung den höchsten Punkt des Kantons Thurgau zu übersteigen. Ein grosser Teil der Strecke wanderten früher Pilger, was die vielen Kreuze und Bildstöckli markierten. Auf dem fast leeren Parkplatz an der Murg beim ehemaligen Kloster fanden wir problemlos einen schattigen Abstellplatz. Den Umständen entsprechend ohne Startkafi starteten wir, anfänglich auf Asphalt leicht aufsteigend in südlicher Richtung, vorbei am Hof Bündt, wo wir von gutgelaunten, weidenden Mutterkühen, Jungtieren und Ziegen begrüsst wurden. Beim Hof Neuschür verliessen wir den hier als «Schwabenweg» bezeichneten Teil des Jakobsweg links abbiegend. Nach zweihundert Metern erreichten wir den Wald. Auf gut markiertem Weg und nach wenigen Höhenmetern standen wir bald an der Waldobergrenze und bei einer Waldkapelle. Es folgte ein kurzer Anstieg über eine Treppe hoch bis zur Marienstatue auf der Ottenegg. Über offenes Wiesland gelangten wir aussichtsreich und leicht absteigend zur Höll. Nach dem gepflegten Gehöft und vor dem Kreuz links haltend zum Waldrand, wo der Einstieg zum Aufstieg (200 Hm) in Richtung Groot gut markiert ist. In einigen Kurven und auf malerischem Pfad erreichten wir bald den höchsten Punkt des Kantons Thurgau, Groot. Hier trafen wir einen 80jährigen Wanderer, mit welchem wir uns selbstverständlich unter Einhaltung der Sozialen Distanz austauschten («ich war soeben auf dem Hörnli, dort oben drei Leute und einen Hund angetroffen…»). Auf dem Groot ging der schöne Ausblick über das Tälchen der Murg hinweg zur St. Iddaburg und weiter zum Alpstein und zu den Churfirsten, welche im Dunst auszumachen waren. Hier oben befanden wir uns übrigens genau auf der Grenze der Kantone TG und SG. Vor uns der anfänglich steile Abstieg über Wurzeln bis hinunter zum Biohof Hohlenstein. Hier links und etwas weiter unten scharf links nach Ost der Abstieg auf der Alp- und Forststrasse. Durch den Tobelwald und das wilde Tobel erreichten wir nach ca. anderthalb Kilometern den Hof Tobel und die Überlandstrasse, die zu überqueren war. Über frisch begülltes und folglich «wohlriechendes» Weideland erreichten wir bald den Weiler Bechten. Voll an der Sonne bot sich eine schöne (wacklige) Bank an für eine ausgedehnte Rast (Menü: selbstgebackenes Brot mit Ziegenfrischkäse und Scharfem Markus als Hauptgang, Tourist zum Dessert – weisch wie fein…). Fertig lustig! Weiter ging es bis zum schönen Gedenkbrunnen im Zentrum von Bechten, dem südlichsten Punkt unserer heutigen Runde. Jetzt folgte der Aufstieg über den steilen Wiesenhang hoch zum Egghof. Anschliessend der Abstieg zum Weiler Senis, dort die Überlandstrasse überquerend und dann der Gegenanstieg, der über Hintersenis auf dem Fahrsträsschen nach Osten ausholt. Hier begeisterte und der (diesige) Ausblick zum Säntis und zu den Churfirsten. Kurz vor dem Weiler Egg wollten wir dann doch noch etwas leisten, also verliessen wir die Strasse – die Spitzkehre auslassend – um auf der Wiese direkt und ziemlich steil rauf zu keuchen. Auf der Fahrstrasse nach St. Iddaburg weiter, wenig später auf dem parallel angelegten Pfad, der zur Lourdes-Grotte führt. Wenige Meter weiter der Gebäudekomplex der St. Iddaburg – diesem vielbesuchten (und heute aus nachvollziehbaren Gründen verwaisten) Wallfahrtsort.

Wir nehmen den Abstieg in Richtung Fischingen, auf gutem (Pilger-)Pfad steil hinab über den bewaldeten Nordgrat, vorbei an den vielen aufgereihten Kreuzen und Bildstöckli, bis zu den Häusern von Hüttenstetten und weiter hinunter bis Hintermurg. Nun etwas unangenehm entlang der Überlandstrasse (teilweise auf getrenntem Pfad) bis Murg. Hier dann die ausgewiesene «Neue Wanderwegführung», weg von der Strasse zur Murg hinunter. Hier konnte Doris wie erwartet frischen Bärlauch ernten (Beilage zum abendlichen Salat!). Nach wenigen Minuten war der Ausgangspunkt bei Fischingen erreicht.

Fazit:
Eine sehr einsame Frühlingswanderung in einem wunderschönen hügeligen Grenzland TG/SG. Erstaunlicherweise mit einigen Höhenmetern, des ständigen Aufs und Abs.

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, Fernsicht vom Dunst etwas beeinträchtigt, Temperaturen im Bereich 4 bis 18°, an offenen Stellen leichter Wind.

Ausrüstung:
Wanderschuhe

Parameter:
Tourdatum: 18. März 2020
Schwierigkeit: T2
Strecke: 16.5 km: Fischingen (P beim ehemaligen Kloster, 624 m) – Bündt – Neuschür – Ottenegg (851 m) – Höll  (808 m) – Groot (991.1 m) – Hohlenstein – Tobel – Bechten – Egghof – Hintersenis P.840 – St. Iddaburg (964 m) – Hüttenstetten – Hintermurg –  Murg – Fischingen
Aufstieg: ca. 752 m
Abstieg: ca. -741 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:50 Uhr

Rundwanderung im Seebachtal: Kartause Ittingen – Nussbommersee

Eingangs etwas (klösterliche) Kultur und Geschichte:
Die drei Eiszeitseen Nussbommer-, Hüttwiler- und Hasesee bilden im Thurgauer Seebachtal eine Seenlandschaft von nationaler Bedeutung. Dank den Bestrebungen, die natürlichen Lebensräume für einheimische Pflanzen und Tiere zu fördern, hat die Population von Biber, Laubfrosch, Ringelnatter und Kiebitz in den vergangenen Jahren zugenommen. Trotz der Artenvielfalt und des damit unter Schutz gestellten Gebiets ist der Wanderer willkommen. Mehrere Badeplätze erlauben im Sommerhalbjahr eine erfrischende Abkühlung in der Streckenhälfte. Start und Ziel der Rundwanderung ist beim ehemaligen Kartäuser-Kloster lttingen. Die beeindruckende Anlage blickt zurück auf eine über 900-jährige Geschichte. Sie entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten vom Privatbesitz zu einem Kultur- und Seminarzentrum von überkantonaler Bedeutung. Nebst dem Ittinger Klostermuseum beherbergt die Kartause das Kunstmuseum Thurgau. Der angegliederte Gutsbetrieb gehört zu den grössten Landwirtschaftsbetrieben des Kantons.

Start also ab Parkplatz der Kartause – nach einem Startkafi im Kartause-Restaurant Mühle. Nahe der Skulptur Loop (Interpretation einer Endlosschlaufe) fanden wir den markierten Einstieg zum anfänglich steilen, aber kurzen Aufstieg im Wald. Nach einer Strecke von 600 m standen wir 80 m höher, noch im lichten Wald. Vorbei an einer unscheinbaren Antennenanlage durchwanderten wir den Abschnitt Schoore, behindert von einigen von den Stürmen der letzten Wochen gefällten Bäumen. Beim Töbeli verliessen wir den Wald und die Richtung änderte nach N zum Weiler Vorderhorben. Über offenes Land und ohne nennenswerte Auf- und Abstiegsmeter weiter bis zum Hof Grundwies; geradeaus ging der Blick über das Seebachtal hinweg zum markanten Schloss Steinegg und nach Hüttwilen. Wir hielten links in Richtung W, vorbei am Ettebüel, um wenig später das schöne Dörfchen Buch (bei Frauenfeld) zu erreichen. Bei der laut Literatur der Wandmalereien wegen historisch bedeutsamen St. Sebastianskapelle in der Ortsmitte hielten wir rechts nach N, um in Richtung des bereits erkennbaren Hüttwilersees zu laufen. Zwischen Hasesee und Hüttwilersee durchquerten wir eine mit reichlich Wasser aufgefüllten Rietlandschaft, um die an leicht erhöhter Lage stehende mittelalterliche Burgruine Helfenberg zu erreichen. Nach dem Besuch dieser Anlage einige Meter zurück, setzten wir unsere Wanderung fort bis zum Seebach. Dann in westlicher Richtung entlang des Bachs bis zum Besucherparkplatz, ab hier ein kurzes Stück auf geteerter Strasse den Seebach überquerend sofort wieder nach W abbiegend. Auf dem schön angelegten Uferweg des Nussbommersees erreichten wir das erste (von drei) Freibädern. Nahe am See bot sich eine Bankniederlassung mit schönstem Seeblick an für die geplante Mittagsrast. Der Weiterweg entlang des Sees bis zum Ostende des Sees war im Bereich Moshölzli abschnittsweise ziemlich morastig. Kurz vor dem Hof Im Moos führte die Strecke kurzzeitig in den Kanton ZH um dann nahe des zweiten Freibades wieder in den TG zurück zu führen. Im hier besonders schönen Riet verläuft der Weg über einen sehr schön gefertigten Holzsteg. Am südlichsten Ende des Nussbommersees, bei P.438, strebten wir dem Dorf Uerschhausen zu. Eingangs des Dorfes steht die recht schmucke «Wirtschaft zur Seerose» – für uns zu spät für eine Einkehr. Das Dorf durchquerten wir leicht ansteigend, um im Oberdorf nach O zu laufen in Richtung Fäserüüti. An einem besonders schönen Aussichtspunkt geht der Blick nochmals über das Seebachtal und die Seen hinweg nochmals bis Hüttwilen. Wir liefen weiter in Richtung S nahe dem Waldrand (Saliholz), dann durch den oberen Teil des Waldes in Richtung Trüttlikon. Mit diesem «Umweg» konnten wir die Verbindungsstrasse Uerschhausen-Trüttlikon meiden. Das leicht erhöht stehende Dörfchen erreichten wir so von O her, um nach der Dorfmitte gleich in Richtung Schafferetsbuck abzubiegen. Auf dem Buck steht eine Anlage namens Chretzeret, so wie wir sie noch nie gesehen haben (siehe Bild) – wahrscheinlich ein Landeplatz für Ausserirdische? Und hier, auf einer Höhe von ca. 520 m, weitete sich der Ausblick ins unter uns liegende Thurtal und zu den Voralpen: Alpstein, Churfristen, Mürtschenstock, Glärnisch. Wegen der hohen Luftfeuchtigheit war die Sicht etwas diesig. Leichter Abstieg nun zur Ürschhuuser Trotte hinunter – schon wieder eine Bankniederlassung der sympathischen Art – Trinkpause (nein, kein Wein!). Dank der Nähe der Strasse trafen wir jetzt bedeutend mehr Spaziergänger an: «Grüezi, Grüezi, Grüezi»! Beim Zehntenhof überquerten wir gut ausgeschildert die Strasse, um beim wunderbar gelegenen Weingut Hausammann die Weinberge von Iselisberg in östlicher Richtung zu durchlaufen. Iselisberg und bald auch den Hof Wachthütte unterquerten wir, um über Althof und Berlingerhof den Waldabstieg durch das (bereits eingangs erwähnte) Töbeli zu erreichen. Einige umgestürzte Bäume und sogar ein vom Sturm demolierter Hochsitz waren die Hauptattraktionen dieses Streckenteils. Im Klosterwald der Kartause führt der Weg vorbei an der ehemaligen Köhlerei, die von der Kartause bis 2013 betrieben wurde. Bald war auch das Klostergelände wieder erreicht und eine gemütliche Rundwanderung fand einen schönen Abschluss. Auf einen durchaus empfehlenswerten Rundgang der uns bekannten Kartause verzichteten wir heute.

Fazit:
Wandern im Früh-Frühling, zwar mit einigen Kilometern, aber mit wenig Auf und Ab sehr gemütlich. Nur die Frühlingsblumen zeigten sich (noch) nicht wie erwartet…

Wetterverhältnisse:
Anfänglich recht sonnig, im Tagesverlauf etwas weisse Schleierwolken, am Nachmittag wieder sonniger, Temperaturen im Bereich 4 bis 12°, an offenen Stellen leichter Wind.

Ausrüstung:
Wanderschuhe

Parameter:
Tourdatum: 8. März 2020
Schwierigkeit: T1
Strecke: 18 km: Kartause Ittingen (525 m) – Schoore – Töbeli – Vordeerhorben (482 m) – Grundwies – Ettebüel – Buch b. Frauenfeld (462 m) – Unterdorf – P.436 – Burgruine Helfenberg (450 m) – Seebach P.436 – Nussbommersee (434 m) – Im Moos – Riet (Freibad) – P.438 – Uerschhausen (448 m) – Oberdorf (467 m) – Fäserüüti – Saliholz – Trüttlikon (508 m) – Schafferetsbuck – Ürschhuuser Trotte (494 m) – Zehntenhof – P.496 (Althof) – Berlingerhof – Töbeli – Kartause Ittingen
Aufstieg: ca. 350 m
Abstieg: ca. -320 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 10 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:30 Uhr