Archiv der Kategorie: Wanderung T1-T2

Pienza – San Quirico d’Orcia – Cappella di Vitaleta

Die Fahrt für die 46 km nach Pienza dauerte eine Stunde, also waren gleich zu Beginn zwei Capuccini al Bar angesagt. Danach ergatterten wir einen der raren Parkplätze südlich an der Stadtmauer. Von dort konnten wir unsere Tour starten – 500 m auf der Sp 18, die wir in der ersten Linkskurve geradeaus verliessen. Vorbei an der einfachen und schön gelegenen Pieve di Corsignano, wechselte die Unterlage von Hartbelag auf Naturstrasse, staubig zwar, aber dennoch angenehmer. Ab und zu bestätigte uns ein Wegweiser, dass wir auf dem Wanderweg Nr. 6c richtig waren. Leicht absteigend erreichten wir nach etwa zwei km den tiefsten Punkt bei ca. 290 m.ü.M. Weil die gesamte Strecke waldfrei ist, boten sich im offenen Gelände die so typischen und spektakulären Landschaftsbilder: Zipressen, braune abgeerntete und bereits umgepflügte Äcker, Olivenhaine, Hügel, Licht- und Farbenspiele vom feinsten. Vor uns ein erster Anstieg und ein Olivenhain, hinter dem sich ein stattliches Bauernhaus versteckte. Der Pfad umrundete den Hof südlich, bis wir oben auf eine Zufahrtstrasse gelangten. Auf einer Höhe von ca. 360 m.ü.M. streiften wir einen Wald und gelangten an eine Verzweigung. Wer will, kann hier rechts halten um direkt zu einem der Hotspots in der Toscana zu gelangen; doch darüber später mehr… Wir hielten also links in Richtung Süden, das Ziel unserer Runde immer im Blickfeld, das Städtchen San Quirico d’Orcia. In leichtem auf und ab war bald einmal das schmucke Agriturismo Il Rigo erreicht. An diesem vorbei und wieder absteigend überquerten wir an der tiefst gelegenen Stelle ein namenloses Bächlein. Danach verliessen wir die Naturstrasse nach rechts um über einen steilen Feldweg direkt aufzusteigen. Bald waren die ersten Häuser von San Quirico d’Orcia erreicht. Die Via Cassia überquerten wir zielbewusst, um gegenüber im Gebüsch zu verschwinden und auf direktem Weg zur modernen Schulanlage zu gelangen. Über die Via Dante Alighieri waren es dann noch weinige Schritte bis ins uns bekannte Centro storico. Mittlerweile halb eins, war es ein leichtes, an den durchaus verlockenden Auslagen vorbei zu laufen, resp. diese zu missachten (hübsche Cashmere-Waren und Vino natürlich!). Schliesslich winkte der Mittagstisch im einzigartigen grottoähnlichen Garten der Trattoria al vecchio Forno. Die hausgemachten Leckereien verlockten uns zu drei üppigen Gängen – was halt seine Zeit dauerte (siehe Zeitangaben am Schluss dieses Berichts). In allen Belangen gestärkt und gesättigt verliessen wir diesen schönen Ort wieder, wohl wissend, dass jetzt auf dem Gang durch die Altstadt keine Einkäufe drin lägen – nicht des Budgets wegen – nein: die Läden öffnen erst ab halb vier wieder😴😏😍😀😊😉. Auf der vom Hinweg bekannten Strecke liefen wir gemütlich hinunter, um kurz vor dem Bächlein nach links zu halten. Nach kurzer Steigung vorbei an einem Bauernhof bis nahe der Strada Provinciale di Chianciano, welche San Quirico mit Pienza verbindet. Nun eine aprupte Wende nach Osten, vorbei an einem weiteren Agriturismo. Ab hier artete der Pfad in ein holpriges Bachbett (ohne Wasser) aus, welcher im Wald steil hinunter zur tiefst gelegenen Stelle (300 m.ü.M.) führte. Nach einem steilen Wiederanstieg war der eingangs erwähnte Hotspot erreicht: die Cappella di Vitaleta (365 m). Wie oft sind wir schon auf der nahen Hauptstrasse vorbeigefahren und haben diesen Fotoklassiker abgelichtet aus ca. 700 m Entfernung. So taten es auch heute wieder Scharen, welche an der Hauptstrasse sogar Autobussen entstiegen; nur wir haben uns zu Fuss nahe dran begeben. Dachten wir! Mit den Aufnahmen war eher Eile angesagt, denn von der anderen Seite nahte ein Pulk von Besuchern aus Asien, welche die Autos an der zu Beginn dieses Berichts erwähnten Verzweigung bei der Absperrung abstellen mussten. Die letzten 700 m bis zum begehrten Motiv musste zu Fuss zurück gelegt werden. Die meisten fuchtelten mit ihren komischen Deppenzeptern in der Gegend herum, um die Cappella und sich selbst aufs Selfie zu kriegen. Beim (wilden) Parkplatz an der Verzweigung kehrte wieder Ruhe ein, und wir konnten auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg Pienza anstreben. Wunderschön, wie sich die Landschaft nun im warmen Licht des Nachmittags zeigte. Vorbei an der Pieve di Corsignano erreichten wir unseren Startplatz an der Stadtmauer – auf einer Marmorbank ging ein letzter Blick in die von feinstem Dunst gezeichnete Landschaft, bis hin zum Monte Amiata. Rückblick auf Laufstrecke bis nach San Quirico, dahinter am Horizont Montalcino.

Fazit:
Nach dem Temperatursturz (gestern noch 30°, heute 20°) haben wir einen ersten Herbsttag bei bestem Wanderwetter genossen. Wenige Auf- und Abstiegsmeter, aber eine doch respektable Distanz…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos blau-blau-blau, ca. 18 bis 20°, starker Tramontana (Bise) mit Böen bis 50 km/h

Hilfsmittel:
Leichtwanderschuhe, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. September 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 20.1 km, Wanderweg Nr. 6c (siehe Abbildung)
Aufstieg: ca. 680 m
Abstieg: ca. -620 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 17:00 Uhr

Schutzhütte Latzfonser Kreuz (2311 m)

Nach der gestrigen, doch anstrengenden Tour heute nicht die Hohe Scheibe – etwas einfacheres war angesagt: Bergfahrt mit der Gondelbahn ab Reinswald (1570 m) zum Pichlberg (2130 m). Ab hier ca. 3 km auf der Wanderautobahn namens Urlesteig zur auf 2094 m gelegenen Getrumalm (eine schön gelegenen Hütte). Hier dreht der Urlesteig ab, wir wanderten weiter ins Ende des Val Ghetrum, WW Nr. 7). Unterhalb der markanten Kassianspitze (2581 m) ein Wegkreuz; wir hielten weiter auf Nr. 7. Kurz vor dem Luckl (2378 m) wurde es recht alpin. Auf dem Übergang ginge der Blick zu den Dolomiten; Konjunktiv – denn das Wetter entsprach heute nicht ganz den Vorhersagen – die Welterbe-Gipfel waren in dunkle Wolken gehüllt. Sechzig Hm Abstieg, und schon war die Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit dem schönen Kirchlein erreicht. Bei leichtem Wind und wenig Sonne war es draussen vor der Hütte bei 20° grade so zum Aushalten. Viel Volk hier oben – Sonntag! Leckeres Essen (Pasta, Gemüsesuppe mit Würstel)! Gut versorgt traten wir zum Rückweg an. Die Witterung hellte zunehmend auf, sogar die Sonne meldete sich zurück. Auf der Getrumalm angekommen, genossen wir die Radler (das sind nicht etwa VelofahrerInnen, von denen es hier erstaunlicherweise wenige gab…!). Auf dem nun folgenden Urlesteig viele Infotafeln; erklärt wird zum Beispiel, was es mit den Latschenkiefern auf sich hat (wertvolles Öl von den jungen Zweigen), und weshalb auf dem gegenüber verlaufenden Grat eine Trockensteinmauer angelegt ist (Trennung der Alpweiden) – sogar eine Kneipp-Stelle ist eingerichtet. Attraktiv also! Und Fremdsprache-Kenntnisse von Vorteil: alle Informationen in urigem Sarntaler Dialekt! Jedenfalls war der Rückweg kurzweilig, mittlerweile mit freier Sicht zu unseren gestern bestiegenen Villandersberg und Sarner Scharte. Und im Osten zeigten sich sogar einzelne Dolomitengipfel. So erreichten wir die moderne Bergstation Pichlberg. Die knapp 600 Hm Talfahrt war der gemütliche Abschluss einer ebensolchen Wanderung.

Fazit:
Fast schon eine Wellness-Tour – immerhin doch mehr als 12 km…

Wetterverhältnisse:
Teils sonnig, jedenfalls freundliche Witterung bei ca. 24°, bei der Schutzhütte Latzfonser Kreuz starke Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12.4 km, Urlesteig ab Bergstation Pichlberg (2130 m) – Getrumalm (2094 m) – ab hier Wanderweg Nr. 7 – Luckl (ca. 2370 m) – Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit Kirchlein (2311 m) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 560 m
Abstieg: ca. -560 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:45 Uhr

Hüttentour Uri 1|3: Bristen – Etzlital – Etzlihütte SAC

Wetterglück hoch drei: mit Susanne und Richi vor einigen Wochen festgelegt, starteten wir unsere dreitägige Hüttentour durch den Ur-Kanton Uri bei besten Bedingungen. Ab Amsteg brachte uns das Postauto über die spektakuläre und enge Strasse durchs Bristentobel ins Maderanertal bis Bristen Kohlplatz. Um die Mittagszeit querten wir über die Brücke den Chärstelenbach, um nach 500 m ins Etzlital abzubiegen. Entlang und oberhalb des Etzlibachs begann es gleich steil zu werden. Zwar spendete der Wald Schatten, dennoch entledigten wir uns bald einer Kleiderlage. Auf einer Höhe von 1084 m.ü.M. wechselten wir über die Sägebrügg auf die andere Seite des Etzlibachs um auf die von der Golzeren-Talstation hinaufführende Naturstrasse zu gelangen. Mässig steigend vorbei am Eingang ins Sellenentobel wurde das Tal erst enger. Nun die Sonne in unseren Gesichtern, passierten wir gemütlich Chrützsteinrüti. Wenig später – bei Porthüsler –  weitete sich das Tal wieder; rechts der Alpweiler Vorder Etzliboden, wo auch ein Wanderweg hochführt zum Lauchernlückli. Hier hielten wir Mittagsrast – leckere Sachen aus dem Rucksack. Eile war nicht angesagt – der Badebottich auf der Etzlihütte erwartete uns erst nach 16 Uhr. Trotzdem konnten wir der Verlockung widerstehen, in der Gartenwirtschaft der nahen Alp Hinteretzliboden einzukehren. Nach einer letzten Überquerung des Etzlibachs war der weitere Verlauf der vor uns liegenden Strecke gut einzusehen. Über die steileren Stufen Tritt und Rossboden erreichten wir – vorbei an behorntem(!) Vieh – den Gulmenstutz. Hier oben eine wunderschöne Hochebene, die Alp Gulmen und die folgende Müllersmatt. Ein Bläss begrüsste uns, der Senn ebenfalls, und ein herziges Büsi genoss unsere Streicheleinheiten. Und eine Mutterkuh mit zwei herzigen Babys – Alpenidylle pur! Knapp hundert Hm über uns erblickten wir die Etzlihütte. Jetzt eine letzte Anstrengung – und schon war die Hütte erreicht. Hüttenwart René und Hilfe Monika begrüssten uns herzlich. Zeit für einen Durstlöscher – dann der Gang in die Wellness-Abteilung: kurze Abkühlung im Brunnen, dann ausgiebiges Bad im auf 37° aufgeheizten Badebottich – was für ein herrliches Vergnügen, und das in einer unbeschreiblichen Kulisse! Der Hütten-z’Nacht mundete ausgezeichnet, natürlich vor allem die hausgemachte Lasagne. Bald war die nötige Bettschwere erreicht, und rechtzeitig zur Hüttenruhe bezogen wir unser Lager – zusammen mit zwei weiteren Wanderern. Vor uns also eine bestimmt ruhige Nacht – vielleicht mit Ausnahme gewisser Geräusche (hihihi…).

Fazit:
Ein nicht allzu fordernder erster Wandertag war das! Danke nochmals herzlich unseren Freunden Susanne und Richi.

Wetterverhältnisse:
Harmlose leichte Bewölkung, sonnig, angenehme Temperatur ca. 16-20°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 4. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.6 km, Bristen Kohlplatz (784 m) – Steinmatt – Unter der Flue – Sagebrügg (1084 m) – Chrützsteinrüti – Porthüsler – P.1329 (bei Hinteretzliboden) – Tritt – Rossboden – Gulmenstutz – Müllersmatt – Etzlihütte SAC (2052 m)
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. 0 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 12:00 bis 16:40 Uhr

Mettmen-Alp: Chärpfbrugg-Rundtour

Heute der Bericht einer gemütlichen Runde. Am Nachmittag des Vortags mit der Luftseilbahn ab Kies auf die Mettmenalp, in Begleitung von Ursle und Hitsch, zwei langjährigen Freunden. Am Abend dann das leckere Überraschungsmenü im Berghotel Mettmen. Es folgte die ruhige und aussichtsreiche Nacht mit Blick zum Hauptdarsteller hier oben, dem Glärnischmassiv. Der Panoramablick aus dem Bett durch die vollflächig verglaste Front ersetzt das hier richtigerweise nicht vorhandene TV-Gerät problemlos. Gut ausgeruht machten wir uns nach dem Genuss des reich gedeckten Frühstückstisches auf zur geplanten Rundtour. Etwas Anstrengung gleich zu Beginn, der steile Aufstieg ennet der Staumauer hoch zur Verzweigung Börtli. Von hier dann aussichtsreich in leichtem auf und ab in Richtung Süd. 150 m tiefer unten die schöne und sumpfige Ebene Matt, darüber der Blick zum Widerstein (Klettergarten), rechts Mattchöpf und darüber der uns bekannte Weg zum Wildmadfurggeli, dem Übergang nach Elm. Über uns Matzlenstock (1953 m) und Matzlenfurggelen (1913 m). Vor uns der erst über eine schöne Alp und wenig später unterhalb des Matzlengrat leicht absteigende, schön angelegte Wanderweg. Der Abstieg in die Ebene Niderenalp wenig steil, die Brücke über den Niderenbach in etwas morastigem Gelände (Kuhtritte😊). Beim P.1775 war der Normalweg zur Leglerhütte erreicht. Unser Ziel: die Alp Ober Stafel (mit Beizli) und gleich dahinter die Chärpfbrugg. Diese liegt mitten im ältesten Banngebiet Europas Freiberg Kärpf. Nach der Trinkpause wollten wir unbedingt diese ca. 50 m hohe Naturbrücke (ein spektakulärer Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung) durchsteigen. Gut markiert, war der Einstieg leicht zu finden. Zum Glück führte der Niderenbach wenig Wasser, so dass es keine nassen Füsse absetzte. An der einen oder anderen Stelle war trotzdem Vorsicht geboten (nasser Fels, grosse Tritte). Nach wenigen Minuten war der obere Ausgang der Naturbrücke erreicht; von hier bietet sich eine schöne Aussicht vor der tollen Kulisse der Berge Schwarz Tschingel (2426 m) und Chli Chärpf (2700 m). Etwas weiter oberhalb der Chärpfbrugg dann Hübschboden, wo der Weiterweg zur Leglerhütte nach Westen über die Sunnenbergfurggele verläuft. Das Ziel, unseren Freunden die eindrückliche Chärpfbrugg von innen zu zeigen war erreicht. Für den Rückweg wählten wir den Sommerweg, welcher unterhalb der Mattchöpf und oberhalb der Ebene Matt verläuft. Diese Strecke ist uns wohlbekannt von unseren wiederholten Hüttenbesuchen im Sommer wie im Winter. Je näher wir uns dem Stausee Garichti näherten, desto häufiger war «Grüezi» angesagt. Nach der Überquerung der Nebenstaumauer der kurze Abstieg zum Berghotel Mettmen resp. direkt auf dessen Terrasse – heute gut besucht (wen wunderts…). Kleines Mittagessen (leckere Zigerhöreli mit Öpfelmues z. B.), und schon stand die Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Kies hinunter an. Abschied von einem gemütlichen Verwöhn-Aufenthalt und von «alten» Freunden – schön wars!

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Wetter, hier oben nicht zu heiss, im Schatten angenehm um 20°.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. August 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 7 km, Berghotel Mettmen (1608 m) – Stausee Garichti (Hauptstaumauer) – Börtli P. 1676 – P.1815 – Niderenalp P.1775 – Ober Stafel – Chärpfbrugg – zurück bis Niderenalp P.1775 – Sommerweg oberhalb Matt – P.1648 – Stausee Garichti P.1625 – Nebenstaumauer – Mettmen
Aufstieg: ca. 295 m
Abstieg: ca. -279 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 05 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std.

Arni-Alp UR 2|2: Leutschachtal – Alp Furt 1760 m

Nach einer sehr ruhigen Nacht im «Älpli» und dem wiederum reichhaltigen Frühstück starteten wir kurz nach neun Uhr zum heutigen «Spaziergang». Auf der bereits bekannten Strecke bis zum Arnisee – und wieder bei bestem Wanderwetter. Übrigens: der Arnisee ist ein Speichersee, welcher das Wasser aus dem Leitschachbach und dem Intschialpbach sammelt. Seit Herbst 2009 ist das Kleinwasserkraftwerk Leitschach in Betrieb. Ziel heute war die Alp Furt – dort gibt es die sagenhaft leckeren Älplermaggaronen – dies wurde uns zu Recht vorausgesagt. Vorbei am Arnisee bogen wir, dort wo der Leitschachbach in den Arnisee fliesst, rechts ab, auf der Naturstrasse, vorbei an der Sennhütte; bei P.1383 (Torli) verliessen wir die Strasse nach rechts, um etwas steiler nun aufzusteigen. Genau dort, wo eine riesige Werbetafel verkündete, dass an diesem schönen Hang elf Ferienhäuser zu Preisen ab Fr. 530000 gebaut werden sollen – ein schreckliches Projekt, das hoffentlich scheitert (dachten wir leise für uns). Beim erwähnten Kleinwasserkraftwerk führte der Wanderweg über einen Steg, um dann weiter und nicht sehr steil auf der rechten Seite des wilden Wassers des Leitschachbachs entlang hoch zu führen. Der Abschnitt verläuft abwechslungsreich, vorbei an grünen und blumenreichen Wiesen und an steilen Runsen. Beim Chäserli gelangten wir nahe ans Wildwasser, um dann über eine etwas steilere Kehre Heitersbüel zu erreichen. Bis Bidemli über schönstes Weidegebiet, war hier die Leitschach über eine Brücke zu überqueren. Vor uns die vermutete (aber noch nicht einzusehende) Hochebene der Alp Furt – und eine Mutterkuhherde, die den Wanderweg annektiert hatte. Dieser «Gefahr» wichen wir vorsichtig und in respektablem Abstand aus. Ein paar Kehren noch, und schon standen wir oben an der Stelle, wo auch der Wanderweg von der Sunniggrat-Hütte SAC via Langchälengrätli mündete. Die Fahne der Alp Furt schon gut zu sehen, kannten wir die Richtung. Etwa 450 m über uns trohnte die gut zu sehende Leutschachhütte SAC, welche ab hier in etwas mehr als einer Wegstunde zu erreichen wäre. Auf der Alp Furt angekommen, wurden wir von Marie-Theres und Albin Gamma und Ferienbub Ramon herzlich begrüsst und bewirtet: mit den berühmten Älplermaggaronen selbstverständlich, für die sich jede Anstrengung lohnte… Nach dieser Mittagspause waren wir froh, dass es von jetzt an nur noch runter gehen würde. Für den Abstieg wählten wir die etwas steilere Variante rechts des Leitschachbachs und westlich des Normalaufstiegs, um der Mutterkuhherde auszuweichen. Ab Bidemli dann wieder auf dem Normalweg, genossen wir den Schlendrian; Thomas machte sich etwas rascher auf, um den Hotpot schon mal einzufeuern.  Am Arnisee angelangt dann Stau vor dem nagelneuen und hübsch eingerichteten WC-Häuschen, also nicht nur unten im Tal auf der Gotthardautobahn. Eine knappe Stunde nach Thomas erreichten auch wir unser «Älpli» wieder. Knapp vor drei Uhr der gemütlichere Teil eines weiteren genussvollen Wandertages: Dusche, Apéro, und jetzt ab in den Hotpot – ein unglaublich erholsamer Abschluss! Nun doch etwas ermattet, genossen wir Manuela’s Küche – diesmal von der leichteren Art – vorzüglich!

Fazit:
Ein wiederum sehr genussreicher und gemütlicher Wandertag war das, mit einem reichhaltigen und exklusiven Rahmenprogramm. Danke herzlich Manuela und Thomas, an sowas könnte man sich problemlos gewöhnen😊…

Wetterverhältnisse:
Wiederum Bilderbuch-Wetter, im Tagesverlauf bis 28°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 19. Juli 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.5 km, «Älpli» Vorderarni (1300 m) – Mittelarni (Bergstation Luftseilbahn Amsteg-Arnisee) – Hinterarni – Arnisee (1370 m) – Sennhütte – Chäserli m(1479 m) – Torli (1383 m) – Heitersbüel (1539 m) – Bidemli (1654 m) – Alp Furt (1760 m) – P.1762 – Abstiegsvariante bis Bidemli – restlicher Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 566 m
Abstieg: ca. -544 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 5 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

ViaStockalper 3|3: Simplon Dorf – Gondoschlucht – Gondo

Erwartungsfroh und bestens gelaunt trafen wir uns um acht Uhr beim Frühstücksbuffet. Danach verabschiedeten wir uns vom sympathischen Gastgeberehepaar Romeo und Rita Arnold. Vor dem Start der Besuch in der örtlichen Sennerei Simplon, wo wir ein ordentliches Stück Käse abholen durften. Dann der Gang durch das schmucke Dorf bis zum unteren Ortsende, wo wir in der Bäckerei Arnold (Über 100 Jahre Tradition in 5. Generation) ein typisches Simpilär Roggenbrot (aus Sauerteig, wird nur aus reinem Roggenmehl, Wasser und Salz hergestellt) entgegennehmen durften. «Schwer beladen» nahmen wir den Abstieg ab südlichem Ortsende unter die Füsse. Erst auf der Napoleonstrasse, dann über eine Flurstrasse unter dem eleganten Chrummbachviadukt durch, von dort über das Wiesland der Chluisä. Es folgte ein etwas steilerer und ruppiger Abstieg nach Gabi hinunter; nach erneuter Überquerung der Nationalstrasse bei Gstein über die Brücke, welche die Doveria überquert. Hier links in Richtung Gondoschlucht. Nach rechts müsste laufen, wer über die Furggu (zwischen Seehorn und Guggilihorn) ins Zwischbergental wandern will. Durch lichten Wald laufend, hatten wir den Blick frei zum Gabi Klettersteig, welcher in der Felswand über dem Gabitunnel eingerichtet ist (siehe Bild). In der Äbi führte der Weg an einer Ruine vorbei, welche von Kaspar Stockalper als Warendepot konzipiert worden war. Hier am nördlichen Eingang der Gondoschlucht führte der steinschlaggefährdete Pfad rechts der Doveria entlang und unter senkrechten Felswänden durch. Bald sichteten wir links der Doveria die Alte Kaserne, ein ursprünglich napoleonischer Militärbau, welcher über eine Passerelle erreicht wird. Die im schlicht modernisierten Gebäude untergebrachte grosse Ausstellung informiert über die geschichtliche Entwicklung der Napoleonstrasse – sehr eindrücklich! Zurück über den Steg führte der Pfad erst der Doveria entlang talwärts, um nach etwa dreihundert Metern über einen Steg auf die linke Seite zu wechseln. Ausserhalb und entlang der Galerien der Nationalstrasse führte der Weiterweg über neu eingerichtete Metallstege, auf denen sich spektakuläre Tiefblicke in die Schlucht bieten. Nach Unterquerung der Nationalstrasse (bei Hohsteg) beeindruckten uns die steil aufragenden Felswände. Bei der Casermetta erreichten wir das Fort Gondo (eine Infanteriefestung); in der Festung führte der Weiterweg durch unterirdische Tunnels. Nach den (beleuchteten) Tunnels folgte ein gut ausgebauter, kurzer steiler Abstieg, danach war ein etwa 300 m lange stark steinschlaggefährdeter Hang zu queren – was uns veranlasste, Abstand zu halten. Bei Ramserna überquerten wir abermals die Doveria und unterquerten die Nationalstrasse erneut. Nach einem kurzen Auf- und Wiederabstieg «landeten» wir auf dem Dach der Galerie. Einen Kilometer vor Gondo fanden wir ein wenig exponiertes, schattiges und ruhiges Plätzchen für unsere Mittagsrast. Der Weiterweg folgte erst auf der Galerie und kurz vor Gondo ein kurzes Stück auf der Passstrasse. In der Dorfmitte auf dem schön gepflästerten Platz beim Hotel Restaurant Stockalperturm «feierten» wir den Abschluss einer tollen Dreitagestour. Die Wartezeit auf das Postauto verkürzten wir auf die angenehme Art (🍺🍺🍺🍺). Um 14:17 schliesslich der Start zur mühelosen Rückfahrt über den Simplonpass – beim Halt in Simplon Dorf konnten wir dann noch unser Gepäck einladen (herzliches Dankeschön an Frau Rita Arnold vom Hotel Grina für den Super-Service!).

Fazit:
Die dritte Tagesetappe – eine eindrückliche und spannende Tour durch die geschichtsträchtige Gondoschlucht. Das waren drei wunderschöne Tage auf der ViaStockalper – danke herzlich an Thomas und Michael für die Kameradschaft.

Wetterverhältnisse:
Schon wieder ein Traumtag, wolkenlos, blau blau blau, 24 bis 28°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 1. Juli 2018
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 9.5 km, Wanderweg Nr. 90, Simplon Dorf (ca. 1470 m) – Krummbachbrücke – Gabi (Gstein) – Äbi (1197 m) – Alte Kaserne – Hohsteg – Casermetta (P.1067) – Fort Gondo (Tunnel) – Ramserna (P.960) – Gondo (855 m)
Aufstieg: ca. 152
Abstieg: ca. -643m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:25 bis 13:10 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

ViaStockalper 2|3: Simplonpass – Simplon Dorf

Nach einer angesichts der Lage direkt an der Nationalstrasse erstaunlich ruhigen und erholsamen Nacht trafen wir uns (nicht zu früh) um acht Uhr zum Frühstück. Auf dem bereits belebten Pass tummelten sich schon die ersten Wanderer und mobilen Nomaden. Nach dem ausgiebigen Genuss des famosen Bergpanoramas (im Norden reichte die Sicht bis zum Finsteraarhorn, im Osten das Breithorn mit deutlich sichtbaren Aufstiegsspuren zum Breithornpass auf dem Homattugletscher, der Chaltwassergletscher und darüber der Monte Leone, das dominante Hübschhorn, und im Süden das Fletschhorn). Bei dieser Kulisse fiel es uns nicht ganz leicht, loszulaufen. Doch vor uns lag ein weiterer Abschnitt unserer Kulturwanderung. Westlich der Nationalstrasse erst über flaches Weideland, ab Niwen dann auf dem alten Säumerweg bis zum Alten Spittel und dem Barralhaus, Fotosujets erster Güte. Nach einem kurzen Stück der asphaltierten Fahrstrasse entlang setzte sich der Wanderweg fort bis zur Nideralp, wo einige schmucke, alte Häuschen stehen. Über schönes Weideland fast flach weiter zur Chlusmatte, dort links haltend (rechts führte der Weg hinauf zum Sirwoltesee und Sirwoltesattel). Nach ein paar hundert Metern schon war die erste Tankstelle erreicht: das Gasthaus Engiloch (steht zum Verkauf für Fr. 533333). Wir hatten Zeit, also genossen wir diese erste Trinkpause… Nach der Rücküberquerung der Nationalstrasse der kurze Aufstieg zum Saumpfad, und dann über schönes Weideland leicht absteigend bis zum Weiler Maschihüs, einem Bio-Bauernhof. Kurz vor der Brücke über den Chrummbach fanden wir eine schattige Stelle direkt am Bach – wunderbar, um das Lunchpaket zu verzehren. Vom Maschihüs führte der Pfad nahe und parallel der Nationalstrasse bis zum schmucken Weiler Egga, vorbei an einer schönen Kirche und an gepflegten Häusern. Nach einem kurzen Abschnitt auf der alten Passstrasse führte der Wanderweg rechts weg in den Wald. Jetzt durchquerten wir die eindrückliche Landschaft durch das mächtige Geschiebe des Gletschersturzes von 1901. Hier geht der Blick hoch zum eindrücklichen Rossbodegletscher resp. zu dessen gigantischer Abbruchstelle. Unterhalb der Häusergruppe Sengg senkte sich der Saumweg in einem weiten Bogen und führte über schönes Wiesland hinunter nach Simplon Dorf. Im Zentrum war unsere Bleibe für die kommende Nacht, das Hotel Grina, nicht zu verfehlen. Schnurstraks ab in den schönen Garten, Prost mit Panachés🍻! Nach dem Zimmerbezug und einer kurzen Siesta nutzten wir die reichlich verfügbare Zeit für einen ausgedehnten Dorfrundgang, den Besuch des wunderbaren Ecomuseums im «Alten Gasthof». Das schöne Dorf verdient einen Besuch – auch wenn viele auf der Nationalstrasse einfach achtlos vorbeisausen. Dem Apéro im Garten folgte das abschliessende leckere Abendessen im Hotelrestaurant (natürlich CB!!).

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe glich einem Wander-Spaziergang auf Napoleons Spuren in eher anspruchslosem Gelände. Landschaftlich sehr reizvoll, mit hohen Gipfeln in allen Richtungen und vorbei an schönen Weilern.

Wetterverhältnisse:
Ein Traumtag, wolkenlos, blau blau blau, 20 bis 26°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 30. Juni 2018
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 9.6 km, Wanderweg Nr. 90, Simplonpass Hotel Monte Leone – Niwen – Alter Spittel – Nideralp (1825 m) – Chlusmatte – Engiloch (Restaurant) – Maschihüs (1621 m) – P.1593 – Egga – Gletschersturz – Simplon Dorf (ca. 1470 m)
Aufstieg: ca. 60
Abstieg: ca. -570 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 50 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 08 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 13:30 Uhr
Unterkunft: Hotel Grina (sehr empfehlenswert!)

Kamera:
Sony DSC-HX90V

ViaStockalper 1|3: Brig – Simplonpass

Auf der ÖV-Anreise am Vortag trafen wir in Bern Thomas und in Brig der aus Bielefeld angereiste Michael. Der spätere Nachmittag war wie geschaffen für etwas Kultur: Spaziergang durch das schöne Stadtzentrum, Besuch des Stockalperschlosses, erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vom Briger Handelsherrn Kaspar Stockalper, abschliessendes Abendessen in einem der zahlreichen Restaurants. Die eindrucksvolle Geschichte des Kaspar Stockalper und die der wirtschaftlich wichtigen Handelsroute über den Simplonpass prägt das Wallis bis heute. Hundert Jahre später erkannte Napoleon Bonaparte die strategische Bedeutung dieses grossen Alpenübergangs für seine Pläne in Italien. 1805 war die erste fahrbare Passstrasse in den Westalpen vollendet. Die damals schon visionäre Linienführung wurde für den Bau der Nationalstrasse in den 1960er Jahren weitgehend übernommen. In der Folge geriet der Stockalper-Saumpfad in Vergessenheit, weil er von den neuen Verkehrswegen kaum berührt wurde. In den 1990er Jahren reaktivierte ihn die Stiftung Ecomuseum Simplon und machte ihn zum Rückgrat ihres Freiluftmuseums. Unter dem Namen ViaStockalper ist er heute Teil der ViaStoria Kulturwege Schweiz. Soviel in wenigen Worten zur Geschichte. Wir nutzten das ausgezeichnete Paket von Brig Simplon Tourismus (Unterkunft, Halbpension, Besichtigungen, Lunchpaket, Gepäcktransport).

Nach dem gemütlichen Frühstück bestiegen wir um 09:18 das Postauto für die zehnminütige Fahrt nach Brig-Brei; so ersparten wir uns die ersten 2.5 km Marsch auf Asphalt und vernichteten erst noch mühelos 200 Hm. Es erwartete uns ein strahlend-schöner Wandertag mit einem Aufstieg von immerhin 1500 Metern, verteilt über 11 km. Die noch immer präsente leichte Bise milderte die gefühlte Temperatur; ausserdem verlief die Strecke abwechselnd auch im Schatten des Waldes – ideal also! Wir liessen es gemütlich angehen, dennoch erreichten wir den Gfalte Wald und Chalchofen rasch. Auf dem wiedergestellten Hangweg bot sich ein eindrücklicher Tiefblick in die 400 m tiefer liegende Saltinaschlucht – welche übrigens nicht durchgehend begehbar ist. Etwas unterhalb der Nationalstrasse, ab Chalchofen, dann der steile Abstieg zum 220 m tiefer liegenden Grund. Hier fliessen drei Bäche zur Saltina zusammen (Ganterbach, Taferna und Nesselbach). Ab hier führt ein gut unterhaltener Weg entlang dem Tafernabach – schönes wildromatisches Gelände, angenehm steigend, über viele schöne Holzbrücken. Bald war die Ruine der ehemaligen Säumerstation des Gasthofes Taferna erreicht. Vor uns jetzt das letzte Wegstück, welches ab Egga in Serpentinen steil hinauf führte zum Simplonpass. Diese vierhundert Aufstiegsmeter brachten uns mächtig ins Kochen. Gut, dass nun bald eine «Tankstelle» kam. Doch vorher packte uns der Ehrgeiz: der kurze Aufstieg zum Wahrzeichen des Passes, dem Steinadler. Welch ein famoses Panorama hier oben! Dreissig Meter unter uns die lärmige Passstrasse, das Hospiz und unsere Unterkunft für die nächste Nacht – das Hotel Monte Leone. Auf der Terrasse dann (endlich) das ersehnte Panaché – mit einem Prost auf einen wunderbaren Wandertag!

Fazit:
Diese erste Tagesetappe war die längste, sowohl betr. Distanz, wie auch diejenige mit den meisten Aufstiegsmetern. Unterwegs ohne nennenswerte Schwierigkeiten, landschaftlich wildromantisch, grün und viel Wasser. Und wichtig: Michaels Bein hat die Strapazen dieser langen Tour ohne Beschwerden mitgemacht – toll!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn wolkenlos und sehr sonnig , am Nachmittag sonnig mit leichter Bewölkung,
20 bis 24°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. Juni 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 10.9 km, Wanderweg Nr. 90 (weiss-rot-weiss), Brig-Brei (887 m) – Chräijubielwald (P.1092) – Gfalte Wald – Schwamm – Äscha – Chalchofen – Gfallte Wald – Grundachra – Grund (1071 m) – P.1248 – P.1531 – Taferna P.1597 – P.1800 (oberhalb Egga) – Lärchmatte – Simplonpass (2005 m) – Steinadler (2033 m) – Simplonpass Hotel Monte Leone
Aufstieg: ca. 1522
Abstieg: ca. -409 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std. 08 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 15:30 Uhr
Unterkunft: Hotel Monte Leone (im runden Turm…)

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Asciano – Serre di Rapolano – Rundtour le Crete

Den angekündigten schönen Frühsommertag wollten wir nutzen für eine weitere, nicht sehr fordernde, aber auch nicht zu kurze Rundwanderung im Gebiet der Crete. Nach einem Caffè in einer Bar im Centro storico starteten wir bei noch etwas bedecktem Himmel. Im Nachhinein durften wir froh sein darüber, dass uns die Sonne nicht gleich zu Beginn einheizte. Vorbei an der Chiesa della Madonna del Giardino verlief die gewählte Strecke (Weg Nr. 525 – schlecht resp. gar nicht markiert) leicht steigend durch eine von der Landwirtschaft geprägten natürlichen Landschaft, welche in sattem Grün eingebettet war. Dazwischen immer wieder grössere, rot leuchtende Mohnfelder, welche diesen typischen Landschaftszauber ausmachen. In grösseren Abständen passierten wir Bauernhöfe (siehe Streckenbeschreibung). Als wir den höchsten Punkt beim Podere Piocaia (ca. 315 m.ü.M.) erreichten, hatte sich der morgendliche Nebel verzogen. Herrliches Gelände mit Blick zur nahen Terme di Rapolano und zum Nachbarort Serre die Rapolano. Zwar wussten wir schon um die herausfordernde Schwierigkeit, nahe der Bauernhöfe ihre Aufgabe sehr ernst nehmenden Hirtenhunden zu begegnen. In der Regel machen sich die schönen und eindrücklich-aggressiven Tiere frühzeitig bemerkbar. Ganz anders aber beim Podere Treno; wie aus dem Nichts werden wir von einem wilden Rudel sieben(!) Hunden umringt und mit wildem Gebell bedroht. Doris hatte schon den Pfefferspray bereit; mit vereinter energischer Gegenwehr gelang es uns, die wilde Horde auf Distanz zu halten. Dazu sei erwähnt: Angst darf man in solchen Situationen keinesfalls zeigen – eine Kunst, die ziemlich Überwindung fordert. Die folgenden Höfe wurden zwar auch von Hunden bewacht, die aber immerhin von Zäunen in Schach gehalten waren. Nahe der Terme di San Giovanni überquerten wir die Bahnlinie, um dann (auf geteerter Strasse) den Ortsrand Serre die Rapolano zu erreichen. Hier missbrauchten wir ein am Strassenrand stehendes Bildstöckli mit Travertinbank(!) für die Mittagsrast. Hier erreichte uns dann auch eine Whats-Nachricht von Richi, der sich erkundigte, wie wir es denn in der Toscana so hätten – unsere Antwort war „So olala“. Naja, schliesslich wollten wir nicht die armen daheimgebliebenen Werktätigen mit „übertriebenen“ Darstellungen und Bildern „belästigen“😊. Nach der Mittagsrast meinten wir eine Abkürzung durch einen Olivenhain machen zu können – der Weg war hübsch, aber nicht durchgehend. Ein Stück weiter dann eine Erfahrung, die wir in der Toscana oft machten: es gibt durchaus gute Wanderkarten und auf diesen mit Nummern bezeichnete Wanderwege. Nur in der Praxis fehlen bestenfalls die Wegmarkierungen (oder sie sind gut versteckt resp. überwuchert), oder die Wege sind ganz einfach nicht (mehr) vorhanden. Die Option, die Felder einfach durch das hohe Gras zu durchqueren, war Doris mit ihrer Pollenallergie nicht zuzumuten. Also ungeplante Umwege! Die Schwierigkeit war, südlich von Serre die Rapolano einen vernünftigen Übergang über die Bahnlinie zu finden. Die Richtung kannten wir ja, und ungefähr beim Podere Poggio Greppoli trafen wir dann wieder auf die geplante Strecke, mittlerweile als Nr. 505 (auf der Karte) bezeichnet. Der Weg führte über offenes Gelände, und in der Ferne waren auch schon die Häuser von Asciano zu erkennen. Auf dem Weg dorthin dann noch der schöne Ausblick auf ein veritables Bahnviadukt, und fast wie bestellt wurde dieses befahren von einer modernen Zugskomposition (Stadler Rail!). Bei der Chiesa della Madonna del Giardino schloss sich der Kreis, und eine landschaftlich sehr reizvolle Wanderung fand einen schönen Abschluss. Arrivederci.

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas Hochnebel, der sich ab 10 Uhr auflöste, dann ein sehr sonniger und warmer Hochsommertag, Temperatur bei ca. 22 bis 30°

Parameter:
Tour-Datum: 25. Mai 2018
Schwierigkeit: T1
Strecke: 18.4 km, Asciano (Parkplatz am nordwestlichen Stadtrand) – Chiesa della Madonna del Giardino – Podere Monticelli – Podere Piocaia – Podere Treno (Achtung Hirtenhunde!) – Podere Ripi – Podere San Martino – Serre di Rapolano – Podere Poggio Greppoli – Asciano
Aufstieg: ca. 365 m
Abstieg: ca. -361 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 06 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Nikon D7000

Monte Oliveto Maggiore – un giro in Creti Senesi

Santa Maria Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – eigentlich kein Berg, sondern eine weitläufige Klosteranlage, dessen Gründungsurkunde aus dem Jahre 1319 stammt. Noch heute wird die Abtei von der Benediktinerkongregation von Santa Maria di Monte Oliveto Maggiore geleitet. Der Abtei vorgelagert der Torre mit dem touristischen Teil der Anlage, einem Restaurant und nahe gelegenem Parkplatz. Soviel in Kürze zum historischen Hintergrund.

Seit wir einen kleineren Teil unseres Lebens in der Toscana verbringen, zieht uns diese von Verwitterung und Erosion geformte Landschaft – Crete senesi heisst sie – an. Hier gibt es viele Wandermöglichkeiten und auch mehr oder weniger gut markierte Wege. Heute wollen wir einen Giro, eine Umrundung des Monte Oliveto Maggiore, unternehmen. Während es die meisten Besucher bei einem Rundgang durch die Klosteranlage beliessen und abschliessend in der Bar standeten, liefen wir westlich der Kirche hinunter zum Flüsschen la Borraia. Schattig und stellenweis morastig das Gelände – zur Freude von Doris (Schuhreinigung drohte!). Vom tiefsten Punkt stiegen wir hoch bis zum Hof Pioco, und ab hier nun voll an der Sonne auf dem befestigten Fahrweg zum hübschen Dörfchen Chiusure; immer schön entlang der Abbruchkanten der Crete. Unterwegs begleiteten uns wunderbar intensive Gerüche wilder Kräuter (Wildfenchel, Currykraut, Kamille, usw.) – eigentlich schade, dass sich solche Gerüche nicht fotografisch festhalten lassen – aber vielleicht kommt das noch…

Auch wenn die Wanderung bis hierher wenig anstrengend war, kam uns die in der Dorfmitte stehende Bar del Paradiso gerade richtig. Crodino, Capuccino und eine Paste dazu musste sein. War die Landschaft schon bis hierhin spektakulär, kamen jetzt noch die typischen Toscana-Bilder dazu: junges Grün auf den weiten Feldern, intensives Rot des Mohn (Papavero) und natürlich von Zypressen gesäumte Strässchen. Fotosujets noch und noch (siehe Bilder). Südlich des Dorfausgangs führte uns der Weg nahe der Crete vorbei. Nach einem Kilometer hielten wir rechts, um den Weg Nr. 515 (der nach San Giovanni d’Asso hinunterführt) zu verlassen. Weiter gings noch immer auf dem Weg Nr. 515 – weshalb die Wege gleich bezeichnet sind, weiss der Kuckuck. Ach ja, der schöne Ruf dieses Vogels begleitete uns auf der gesamten Wanderung – für Musik war also gesorgt. Nach leichtem Auf und Ab erreichten wir den verlassenen Hof Fornacino. Hier dann der Irrtum des Tages: für uns war klar, dass wir auf dem Fahrsträsschen weiterliefen. Kurz vor dem Pod. Terzopacino begegneten wir einer in einem Pickup heranfahrenden Engländerin, welche sich als Einheimische outete und uns aufklärte, dass es ab Terzopacino nicht mehr weiter gehe (Proprieta privata, divieto l’accesso). Sowas hatten wir geahnt, weil uns unterwegs ein paar (geöffnete) Absperrungen zweifeln liessen. Macht nichts, wir hatten Zeit und waren ohnehin gut drauf, zurück also bis Pod. Fornacino. Hier suchten (und fanden) wir die gut versteckte Wegmakierung. Ab jetzt führte ein Trampelpfad durch ziemlich stark verbuschte Pampa. Von der vermuteten schönen Aussicht ins Land sahen wir vorerst nichts. Dafür hockten plötzlich zwei Wanderinnen mitten im Weg. „Salve, un bel posto che avete scelto” – “Hallo, das hier ist eine Barrikade”. Sowas kam uns auch gerade in den Sinn. Die zwei deutschen Frauen (Mutter und Tochter wohl) meinten dann noch etwas unsicher “see you later”. Damit war klar: italienisch konnten sie nicht. Und: gesehen haben wir sie später nicht mehr😊. Nach wenigen Metern öffnete sich die erwartete Aussicht, das Panorama ging nach Montalcino und reichte bis nach Siena – Traumlandschaft. Bald war auch die befestigte Fahrstrasse mit der Verzweigung Weg Nr. 515/552 erreicht; wir hielten rechts auf 552. Nach ein paar Serpentinen fanden wir einen schönen Platz, um unsere Mittagsrast abzuhalten. Die Panini waren gut gefüllt und schmeckten entsprechend lecker. Nach ausgiebiger Pause zogen wir weiter, vorbei an schönen, aber leider verlassenen Höfen (Pod. Belvedere, Pod. Castello). Über mit Zypressen gesäumte Serpentinen erreichten wir eine kleine Brücke über das ziemlich ärmliche Rinnsal Fosso del Vespero. Hier verliessen wir den 552er, der nach Buonconvento hinunterführt. Auf kurzem Weg steil hinauf bis zur geteerten Strasse, welche von Buonconvento nach Asciano führt. Leider hofften wir vergebens, den Rest von ca. 3 km zurück zum Ausgangspunkt nicht auf Asphalt gehen zu müssen. Zum Glück war die Strasse nicht stark befahren. Dank dem Landschafts-Kino links und rechts war es recht kurzweilig. Dennoch waren wir – nach 18 km Strecke – froh, die Abtei wieder erreicht zu haben. Im schattenspendenden Garten des Restaurants löschten wir den Durst. Die Rückfahrt durch die uns sehr vertraute Landschaft war dann abschliessender Genuss (bei einer Aussentemperatur von 27°!).

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Sommertag, Temperatur bei ca. 20 bis 25°

Parameter:
Tour-Datum: Pfingstsamstag, 19. Mai 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 18.2 km (davon 2 km Umweg*), Abbazia di Monte Oliveto Maggiore (273 m), gebührenpflichtiger Parkplatz beim Torre, vorbei an der grossen Klosteranlage, Abstieg im Mischwald zum Rinnsal la Borraia – Aufstieg, ab Pioco schliesslich auf befestigter Naturstrasse zum Dörfchen Chiusure (401 m) – südliche Umwanderung der Crete Weg Nr. 515 – Pod. Fornacino, ab hier der Verhauer* bis Pod. Terzopacino (268 m) und wieder zurück –  ab Pod. Fornacino in Richtung SW (Nuova di Gre) – über einen mehr oder weniger ausgeprägten Pfad bis eine Naturstrasse erreicht ist (Verzweigung Weg Nr. 515/552) – weiter auf 552 – Pod. Belvedere 258 m – Pod. Castello 210 m – Brücke über den F.so del Vespero –  Weg Nr. 552 nach rechts verlassend – steile Naturstrasse hoch zur Hauptstrasse  (Buon-convento-Asciano), auf dieser über San Nazzario – Bollano – Abbazia di Monte Oliveto Maggiore
Aufstieg: ca. 559 m
Abstieg: ca. -531 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:15 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V