Archiv der Kategorie: Zentralschweiz

Hüttentour Uri 3|3: Treschhütte SAC – Fellilücke – Nätschen

Nach dem reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns von der idyllischen Treschhütte kurz nach acht Uhr. Südlich der Hütte, vorbei an der Alp Vorder Waldi, war auf den ersten anderthalb Kilometern gemütliches Warmlaufen auf relativ flacher Strecke entlang des Fellibachs angesagt. Dann über eine erste Geländestufe (1.5 km, 300 m Höhendifferenz) hoch zur Alp Obermatt. Hier bei P.1839 über eine kleine Brücke über den Fellibach. Danach wieder etwas flacher, vor uns aber die mächtige Geröll- und Blockhalde, über welche die Fellilücke erreicht wird. Kurze Pause und Verpflegung (Susanne’s Kraftriegel vom Beda-Beck). Ungefähr bei 2000 m.ü.M (Murmetsbüel) wurde es ruppig. Die nächsten zwei Kilometer verliefen ziemlich in der Mitte der Breitplanggen, so heisst die Blockhalde. Die häufigen w-r-w-Markierungen waren eine wichtige Orientierungshilfe. Grosse Tritte, kräfte- und zeitraubendes Blockkraxeln, mehrheitlich ohne Stockunterstützung – herrlich! Und eindrucksvoll dazu! Unterwegs in den Blocks nochmals eine Verschnaufpause, vor allem auch um unsere Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen – denn der Schweiss floss in Strömen. Für die letzten 150 Aufstiegsmeter legte Richi etwas vor, um uns dann von oben zu beobachten. Ihn interessierten natürlich auch die alten Festungsanlagen auf dem rechts aufragenden Schneehüenerstock/Unghürstöckli (2773 m). Geschafft – auf der Fellilücke, dem höchsten Punkt des Tages. Gipfelrast im Windschatten, bei nunmehr eingetrübter Witterung, aber trocken. Zum Glück hat man die Sprengarbeiten hier oben vor drei Tagen abgeschlossen. Was nun folgte, erschreckte uns. Allein schon der Tiefblick auf den 230 m unter uns liegenden Oberalppass, resp. auf die dort eingerichtete (unüberhörbare) Baustelle bot ein tristes Bild. Zum guten Glück bot sich uns die Aussicht ins gegenüberliegende Gebiet um den Piz Cavradi (wo sogar die Maighelshütte ausgemacht werden konnte) und auf die umliegenden Gipfel wie z. B. Pazolastock (2740 m). Wir hielten nach Westen um den Schneehüenerstock südlich zu umrunden. Die Höhe von ca. 2400 m.ü.M. haltend, fixierten wir uns auf die Bergstation Gütsch – vorbei am Lutersee. Eine Alternative bot sich uns nicht – die Strecke über Vorder Felli-Strahlboden-Grossboden war gesperrt. Das Gebiet ist eine gigantische Grossbaustelle – die Skiarena Sedrun-Andermatt wird gebaut! Mehrere Bahnanlagen vor Fertigstellung, allen voran das Projekt 2018 auf den Schneehüenerstock mit der auf 2600 m gebauten Bergstation. Möglich, dass diese Arena im Winter und unter Schnee ganz anders wirkt – die Art und Weise, wie hier Wunden in eine ehemals schöne Berglandschaft geschlagen werden, lässt viele Fragen offen. Ob sich die Millionen-Investition des Herrn Sawiri und Konsorten lohnen wird? Zurück zu unserer Wanderung: über breite Baupisten (siehe Bilder) erreichten wir die Bergstation Gütsch, um kurz davor den Abstieg nahe des Gütsch-Express einzuschlagen. Auf der Suche, die staubige und von Baufahrzeugen stark befahrene Piste verlassen zu können, boten sich uns wenige Gelegenheiten (Wanderweg-Markierungen fehlten hier …). In der Direttissima erreichten wir schliesslich die RhB-Bahnstation Nätschen (1842 m), welche wegen des Neubaus des Gütsch-Express-Terminals verlegt worden ist. Eigentlich wollten wir in der nahen Alp Hittä einkehren; nix da, geschlossen (zurzeit geschäften die an der Gewerbeausstellung Uri 18). Egal, uns blieben noch 4 Minuten bis zum Eintreffen des roten Bähnli (Abfahrt 15:04) – was reichte, um die Online-Tickets zu lösen (Reisende ohne Smartphone treibt es hier mangels Ticketautomat Angstschweiss auf die Stirn…). Naja, pünktlich fielen die ersten Tropfen – wir kamen trocken durch.

Fazit:
Lange und wie erwartet anstrengende Tagesetappe, und ausserdem speziell eindrucksvoll, nicht zuletzt wegen der alpinen Grossbaustellen auf Oberalp und Umgebung. Unseren Bergfreunden Susanne und Richi danken wir von Herzen für die Begleitung auf dieser wunderschönen Hüttentour.

Wetterverhältnisse:
Zum Tagesbeginn leichte Bewölkung, sonnig, gegen Mittag bewölkt, Temperatur ca. 10-16°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. September 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 15 km, Treschhütte SAC (1475 m) – Alp Vorder Waldi (1508 m) – Egg – Hinter Waldi (1531 m) – Rinderboden – Obermatt (1839 m) – Plätzli (1900 m) – Murmetsbüel (2010 m) – Breitplanggen – Fellilücke (2478 m) – Vorder Felli – Lutersee – Strahlgand – P.2371 (Alte Stäfel) – Ober Stafel – Bergstation Gütsch – Grossboden – Lochstafel – Im Loch – Börtli – Nätschen (1842 m, Station RhB)
Aufstieg: ca. 1070 m
Abstieg: ca. -690 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 40 Min.
Tageszeit: 08:15 bis 15:00 Uhr

Hüttentour Uri 2|3: Etzlihütte SAC – Pörtlilücke – Treschhütte SAC

Bei wiederum besten äusseren Bedingungen starteten wir zur heute etwas stärker fordernden Tour mit mehr als 1000 Abstiegsmetern über eine Strecke von 3 km. Also verabschiedeten wir uns von der Etzlihütte kurz nach neun Uhr. Gleich hinter der Hütte begann es über eine Strecke von 500 m ordentlich zu steigen – was unsere Girls nicht hinderte, ausgiebig von den vielen Power-Heidelbeeren zu essen – Dessert nach dem Frühstück sozusagen! Herrlich das Panorama hier oben! Zur rechten (also nördlich) der Rossbodenstock, wo auch geklettert wird. In der Fortsetzung über uns der bizarre Steinstock. Dann der Zwächten (2853 m), und dahinter teilweise sichtbar der Bristen (3072 m). Links unter uns bald der schöne Spillauisee, dominiert vom ebenfalls bizarren Sunnig Wichel (2911 m). Der Übergang, die Pörtlilücke (2506 m), zeigte sich auch bald und unverkennbar. Während auf den bisherigen 3.5 km Lustwandeln über schönstes Alpweideland dominierte, war nun Blockwandern angesagt – hundert Meter Aufstieg durch unser Lieblingsgelände! Nun doch etwas ausser Atem, war der höchste Punkt des Tages kurz vor zwölf Uhr erreicht. Gerade richtig, um sich von den mitgetragenen Leckereien zu trennen. Solche Übergänge bieten immer wieder atemberaubende Aus- und Rückblicke. So taten sich uns auf der Westseite der Pörtlilücke unvermittelt Abgründe auf. Vor uns der sehr steile Abstieg über Geröll und durch Blockgelände – Konzentration und Trittsicherheit waren gefordert. Zur linken die schuttigen Abbrüche des Sunnig Wichel, Läged Gand. Zur rechten die Südwand des Ruchen mit der Steinchälen. Nach etwa zwei Kilometer steilem Abstieg «beruhigte» sich das Gelände – und wie: beim Hinter Pörtlistöfeli am Pörtlibach bot sich das liebliche Gelände geradezu an, eine längere Pause einzuschalten – Fussbad und anschliessende Siesta könnten kaum erholsamer sein. Unmittelbar danach fiel das Gelände wiederum sehr steil ab in Richtung Pörtlistäfeli. In der immer enger werdenden Schlucht muss es bei Regen gewaltig rumoren – jedenfalls zeugten eindrückliche Runsen von der Naturgewalt. Zwar war für heute kein Niederschlag vorausgesagt, aber einige dunkle Wolken verdeckten die Sonne teilweise. Jedenfalls waren wir nicht unglücklich, die Alp Vorder Waldi in der Ebene des Fellitals zu erreichen. Dort war gerade richtig Betrieb; zwei Sennerinnen trieben schlachtreife Schweine zusammen – schöne Tiere und bald auf der Schlachtbank. Hoffentlich bereitete man den Tieren ein halbwegs schonungsvolles Ende. Nach diesem Intermezzo und der Überquerung des Fellibachs erreichten wir unser Tagesziel, die schön und fast versteckt gelegene, kleine und schmucke Treschhütte. Von der Hüttencrew (Trudi, Vreni und Thomas) herzlich begrüsst, wurden wir an diesem Abend vorzüglich bekocht und bewirtet; Suppe, Salat, eine sehr schmackhafte Gemüse-Lasagne und zum Dessert gabs sogar Kaiserschmarrn mit frischen Heidelbeeren. Zum Abschluss sogar noch eine kulturelle Darbietung einer Berggängerin; eine kleine Geschichte über das Vögelein und die Freundschaft regte zum Mitdenken an. Nochmals allen ein herzliches Dankeschön! Zufrieden und auch etwas ermattet genossen wir eine ruhige und erholsame Nacht. Für die morgige dritte Tagesetappe über die Fellilücke wollten wir bei Kräften sein…

Fazit:
Ein (Hochzeits-)Tag in einer wunderschönen und einsamen Gegend – nicht zu überbieten!

Wetterverhältnisse:
Leichte Bewölkung, sonnig, wiederum angenehme Temperatur ca. 13-18°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 5. September 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 8.6 km, Etzlihütte SAC (2052 m) – Unter Felleli P.2186 – Hinter Spillaui – Pörtlilücke (2506 m) – Hinter Pörtlistöfeli – Pörtlistäfeli 1872 m – Vorder Waldi 1508 m – Treschhütte SAC (1475 m)
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -1100 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 40 Min. (laaaaaaaange Pause am und im Portlibach)
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 09:15 bis 16:15 Uhr

Hüttentour Uri 1|3: Bristen – Etzlital – Etzlihütte SAC

Wetterglück hoch drei: mit Susanne und Richi vor einigen Wochen festgelegt, starteten wir unsere dreitägige Hüttentour durch den Ur-Kanton Uri bei besten Bedingungen. Ab Amsteg brachte uns das Postauto über die spektakuläre und enge Strasse durchs Bristentobel ins Maderanertal bis Bristen Kohlplatz. Um die Mittagszeit querten wir über die Brücke den Chärstelenbach, um nach 500 m ins Etzlital abzubiegen. Entlang und oberhalb des Etzlibachs begann es gleich steil zu werden. Zwar spendete der Wald Schatten, dennoch entledigten wir uns bald einer Kleiderlage. Auf einer Höhe von 1084 m.ü.M. wechselten wir über die Sägebrügg auf die andere Seite des Etzlibachs um auf die von der Golzeren-Talstation hinaufführende Naturstrasse zu gelangen. Mässig steigend vorbei am Eingang ins Sellenentobel wurde das Tal erst enger. Nun die Sonne in unseren Gesichtern, passierten wir gemütlich Chrützsteinrüti. Wenig später – bei Porthüsler –  weitete sich das Tal wieder; rechts der Alpweiler Vorder Etzliboden, wo auch ein Wanderweg hochführt zum Lauchernlückli. Hier hielten wir Mittagsrast – leckere Sachen aus dem Rucksack. Eile war nicht angesagt – der Badebottich auf der Etzlihütte erwartete uns erst nach 16 Uhr. Trotzdem konnten wir der Verlockung widerstehen, in der Gartenwirtschaft der nahen Alp Hinteretzliboden einzukehren. Nach einer letzten Überquerung des Etzlibachs war der weitere Verlauf der vor uns liegenden Strecke gut einzusehen. Über die steileren Stufen Tritt und Rossboden erreichten wir – vorbei an behorntem(!) Vieh – den Gulmenstutz. Hier oben eine wunderschöne Hochebene, die Alp Gulmen und die folgende Müllersmatt. Ein Bläss begrüsste uns, der Senn ebenfalls, und ein herziges Büsi genoss unsere Streicheleinheiten. Und eine Mutterkuh mit zwei herzigen Babys – Alpenidylle pur! Knapp hundert Hm über uns erblickten wir die Etzlihütte. Jetzt eine letzte Anstrengung – und schon war die Hütte erreicht. Hüttenwart René und Hilfe Monika begrüssten uns herzlich. Zeit für einen Durstlöscher – dann der Gang in die Wellness-Abteilung: kurze Abkühlung im Brunnen, dann ausgiebiges Bad im auf 37° aufgeheizten Badebottich – was für ein herrliches Vergnügen, und das in einer unbeschreiblichen Kulisse! Der Hütten-z’Nacht mundete ausgezeichnet, natürlich vor allem die hausgemachte Lasagne. Bald war die nötige Bettschwere erreicht, und rechtzeitig zur Hüttenruhe bezogen wir unser Lager – zusammen mit zwei weiteren Wanderern. Vor uns also eine bestimmt ruhige Nacht – vielleicht mit Ausnahme gewisser Geräusche (hihihi…).

Fazit:
Ein nicht allzu fordernder erster Wandertag war das! Danke nochmals herzlich unseren Freunden Susanne und Richi.

Wetterverhältnisse:
Harmlose leichte Bewölkung, sonnig, angenehme Temperatur ca. 16-20°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 4. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.6 km, Bristen Kohlplatz (784 m) – Steinmatt – Unter der Flue – Sagebrügg (1084 m) – Chrützsteinrüti – Porthüsler – P.1329 (bei Hinteretzliboden) – Tritt – Rossboden – Gulmenstutz – Müllersmatt – Etzlihütte SAC (2052 m)
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. 0 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 12:00 bis 16:40 Uhr

Arni-Alp UR 2|2: Leutschachtal – Alp Furt 1760 m

Nach einer sehr ruhigen Nacht im «Älpli» und dem wiederum reichhaltigen Frühstück starteten wir kurz nach neun Uhr zum heutigen «Spaziergang». Auf der bereits bekannten Strecke bis zum Arnisee – und wieder bei bestem Wanderwetter. Übrigens: der Arnisee ist ein Speichersee, welcher das Wasser aus dem Leitschachbach und dem Intschialpbach sammelt. Seit Herbst 2009 ist das Kleinwasserkraftwerk Leitschach in Betrieb. Ziel heute war die Alp Furt – dort gibt es die sagenhaft leckeren Älplermaggaronen – dies wurde uns zu Recht vorausgesagt. Vorbei am Arnisee bogen wir, dort wo der Leitschachbach in den Arnisee fliesst, rechts ab, auf der Naturstrasse, vorbei an der Sennhütte; bei P.1383 (Torli) verliessen wir die Strasse nach rechts, um etwas steiler nun aufzusteigen. Genau dort, wo eine riesige Werbetafel verkündete, dass an diesem schönen Hang elf Ferienhäuser zu Preisen ab Fr. 530000 gebaut werden sollen – ein schreckliches Projekt, das hoffentlich scheitert (dachten wir leise für uns). Beim erwähnten Kleinwasserkraftwerk führte der Wanderweg über einen Steg, um dann weiter und nicht sehr steil auf der rechten Seite des wilden Wassers des Leitschachbachs entlang hoch zu führen. Der Abschnitt verläuft abwechslungsreich, vorbei an grünen und blumenreichen Wiesen und an steilen Runsen. Beim Chäserli gelangten wir nahe ans Wildwasser, um dann über eine etwas steilere Kehre Heitersbüel zu erreichen. Bis Bidemli über schönstes Weidegebiet, war hier die Leitschach über eine Brücke zu überqueren. Vor uns die vermutete (aber noch nicht einzusehende) Hochebene der Alp Furt – und eine Mutterkuhherde, die den Wanderweg annektiert hatte. Dieser «Gefahr» wichen wir vorsichtig und in respektablem Abstand aus. Ein paar Kehren noch, und schon standen wir oben an der Stelle, wo auch der Wanderweg von der Sunniggrat-Hütte SAC via Langchälengrätli mündete. Die Fahne der Alp Furt schon gut zu sehen, kannten wir die Richtung. Etwa 450 m über uns trohnte die gut zu sehende Leutschachhütte SAC, welche ab hier in etwas mehr als einer Wegstunde zu erreichen wäre. Auf der Alp Furt angekommen, wurden wir von Marie-Theres und Albin Gamma und Ferienbub Ramon herzlich begrüsst und bewirtet: mit den berühmten Älplermaggaronen selbstverständlich, für die sich jede Anstrengung lohnte… Nach dieser Mittagspause waren wir froh, dass es von jetzt an nur noch runter gehen würde. Für den Abstieg wählten wir die etwas steilere Variante rechts des Leitschachbachs und westlich des Normalaufstiegs, um der Mutterkuhherde auszuweichen. Ab Bidemli dann wieder auf dem Normalweg, genossen wir den Schlendrian; Thomas machte sich etwas rascher auf, um den Hotpot schon mal einzufeuern.  Am Arnisee angelangt dann Stau vor dem nagelneuen und hübsch eingerichteten WC-Häuschen, also nicht nur unten im Tal auf der Gotthardautobahn. Eine knappe Stunde nach Thomas erreichten auch wir unser «Älpli» wieder. Knapp vor drei Uhr der gemütlichere Teil eines weiteren genussvollen Wandertages: Dusche, Apéro, und jetzt ab in den Hotpot – ein unglaublich erholsamer Abschluss! Nun doch etwas ermattet, genossen wir Manuela’s Küche – diesmal von der leichteren Art – vorzüglich!

Fazit:
Ein wiederum sehr genussreicher und gemütlicher Wandertag war das, mit einem reichhaltigen und exklusiven Rahmenprogramm. Danke herzlich Manuela und Thomas, an sowas könnte man sich problemlos gewöhnen😊…

Wetterverhältnisse:
Wiederum Bilderbuch-Wetter, im Tagesverlauf bis 28°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 19. Juli 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.5 km, «Älpli» Vorderarni (1300 m) – Mittelarni (Bergstation Luftseilbahn Amsteg-Arnisee) – Hinterarni – Arnisee (1370 m) – Sennhütte – Chäserli m(1479 m) – Torli (1383 m) – Heitersbüel (1539 m) – Bidemli (1654 m) – Alp Furt (1760 m) – P.1762 – Abstiegsvariante bis Bidemli – restlicher Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 566 m
Abstieg: ca. -544 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 5 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Arni-Alp UR 1|2: Sunnig Grat 2034 m

Nach dem Schlechtwetter-Aufenthalt im August 2014 sollte es diesmal gelingen: ein paar Tage auf Arni zu verbringen, von unseren Freunden Manuela und Thomas grosszügig eingeladen auf ihr «Älpli» – eine wunderbar aussichtsreich gelegene «Hütte» in Vorderarni. Anreise um die Mittagszeit des Vortages, Bergfahrt mit Luftseilbahn Amsteg-Arnisee (790 Hm, 400 kg pro Ladung!). Ab Bergstation dann die 1 km kurze Wanderung, vollbeladen mit Sack und Pack – schliesslich stand uns eine viertägige «Überlebensübung» bevor. Gemütliches Einrichten von Küche und Keller(!), dann lustvoller Apéro vor dem Häuschen, anschliessend leckere Kohlenhydrate (schliesslich war morgen Leistung gefragt…), dazu trinkigen Lambrusco und bester Rotwein (für einen gesunden Schlaf…).

Gut ausgeschlafen und von den «Strapazen» des Vorabends bestens erholt, fielen wir über den reichhaltigen Frühstückstisch her. Gegen halb zehn dann Aufbruch zur Tour: der Sunnig Grat war das Ziel. Über Mittelarni, vorbei an der Bergstation Luftseilbahn Amsteg-Arnisee, spazierten wir (natürlich in Begleitung unseres Hüttenhundes Miro) gemütlich hoch zum Arnisee. Im Vorbeigehen noch eine Reservation im schön gelegenen Gasthaus Arnisee für heute Abend. Oben am See angelangt, verliessen wir die Flaniermeile, um im schattenspendenden Grüenwald aufzusteigen. Der weiss-rot-weiss markierte Weg verläuft beachtlich steil, kurz unterhalb Rietboden sogar hart am Abgrund – tief unter uns der Leitschachbach – fast schon eine Schlüsselstelle (gell Manuela 😊). Im weiteren Verlauf dann durch Legföhren-Land, mit Heidelbeeren reich durchsetzt. Dann über hohe Felstritte durch eine Steilstufe hoch, bis bei P.1940 ein hübsches Seelein der Beginn einer moorigen Hochebene markierte. Auf 1960 m.ü.M. dann das Sunniggrat-Seeli. Welch eine wunderschöne, fast schon kitschige Kulisse! Hier schwenkte der Blick zu den Windgällen rüber, ins Maderanertal hinein, zum Bristen, und unmittelbar über uns der Sunnig Grat – unser Tagesziel. Doch erst einmal war eine ausgiebige Rast am Seelein angesagt (zu kühl zum Baden). Danach zogen wir schnurstraks an der wenige Meter oberhalb gelegenen Sunniggrat-Hütte SAC vorbei bis zum Wegkreuz auf dem Grat; von hier führt ein Weg zu den markanten Ruchälplistock und Jakobiger (beide T5), oder über das Langchälengrätli (T3) ins Tal des Leitschachbachs hinunter und von dort – wer will – zur Leutschachhütte SAC. Nach zehn Minuten auf und ab war der felsige Gipfelaufbau erreicht, den es über ein paar Felsbrocken zu erklimmen galt – auch für Gipfelhund Miro kein Problem. Famoses 360°-Panorama hier oben: Windgällen, Bristen, Fellilücke, Gotthardgebiet, Krönten, Ruchälplistock, Jakobiger, usw. Nur mit Mühe konnten wir uns zum Abstieg aufmachen – doch in der Sunniggrat-Hütte SAC erwartete uns eine Belohnung – suure Moscht und/oder Panaché. Für den Abstieg wählten wir die Aufstiegsstrecke; dabei fiel uns wieder einmal auf, wie sich die Bilder auf ein und derselben Strecke stark unterscheiden. Das liegt nicht zuletzt auch an den veränderten Lichtverhältnissen. Fröhlicher Stimmung und voller Eindrücke erreichten wir nach dem steilen Abstieg im Grüenwald den Arnisee, und damit die Zivilisation wieder. Dann zügiges Auslaufen über Hinter-, Mittel- nach Vorderarni hinunter, wo wir den späteren Nachmittag an dieser tollen Aussichtslage reichlich geniessen durften. Zur Ablenkung verlangte Hüttenhund Miro pausenlose Aufmerksamkeit (Stecken werfen…). Dusche, Apéro, danach folgte der Spaziergang zum immerhin zwei Kilometer entfernten Gasthaus Arnisee; dort wurden wir vom gastfreundlichen Ehepaar Ruth und Louis Ziegler ausgezeichnet bewirtet. Mittlerweile hatten sich die Tagestouris ins Tal verzogen, so dass wir die Gesellschaft der Gastgeber und des benachbarten Bauern Martin Schilter von der Sennhütte geniessen konnten.

Fazit:
Schöner kann ein Wandertag nicht sein: alles hat gestimmt! Danke herzlich unseren lieben Freunden für dieses tolle Alperlebnis in einer Gegend, die ganz bestimmt als Geheimtipp gelten darf.

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Wetter, im Tagesverlauf bis 27°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 18. Juli 2018
Schwierigkeit: -T3
Strecke: 11.1 km, «Älpli» Vorderarni (1300 m) – Mittelarni (Bergstation Luftseilbahn Amsteg-Arnisee) – Hinterarni – Arnisee (1370 m) – Grüenwald – Riedboden – P.1940 – Sunniggrätli-See (1960 m) – Sunniggrat-Hütte SAC (1977 m) – Sunnig Grat (2034 m) – Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 833 m
Abstieg: ca. -833 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 15:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HX90V

Rophaien 2077 m – Überschreitung mit famoser Gratwanderung

Auf der Fahrt auf der A2 ist uns immer wieder das markante Gipfelkreuz des Rophaien hoch über Flüelen aufgefallen, an dessen steil abfallenden Halden und Wänden Wildheuer ihre gefährliche Arbeit machen. Mal dort oben zu stehen, und die Eiligen von oben zu grüssen, das war heute unser Ziel.

Für die Anreise mit dem PW (ÖV-Anreise 3 Std.) benötigten wir knapp anderthalb Stunden. Die Bergfahrt von Sisikon ins Riemenstaldner Tal hoch bis Chäppeliberg ist recht schmal und abenteuerlich (770 Hm) – zum Glück war heute Mittwoch. Bei der Talstation der Luftseilbahn Chäppeliberg-Spilau angekommen, durften wir auf dem Parkplatz (auf Anfrage) gratis parkieren. Um neun Uhr starteten wir gleich bei der Talstation auf dem markierten WW entlang dem Riemenstaldner Bach (Verlauf auf der Kantonsgrenze UR/SZ) bis zum hübschen Chäppeli. Bei der Brücke über den Bach, dann gemütliches Einlaufen auf der Alpstrasse vorbei an den Gebäuden Cher und Schübli, dann im Wald in einer Kehre ausholend, durch die Ängi vorbei an der Talstation der Versorgungsseilbahn zur Alp Rotenbalm. Auf Alplen wurde emsig gekäst, unser Weg führte links an den Alpgebäuden vorbei. Jetzt folgte eine erste steile Stufe über eine Auswahl guter Pfade. Hier ging der Blick links in Richtung Alpler Bach und hoch; dort stieg eine Dreierguppe auf, welche wir auf Distanz von etwa 300 m identifizierten. Unsere Zurufe wurden nicht gehört; wie sich später zeigte, gab es dann auf dem Rophaien eine überraschende Begegnung. Am oberen Ende der Steilstufe weitete sich das Gelände – der wunderbar gelegene Alpler See lag vor uns – eine Bilderbuchlandschaft. Der WW führte etwas oberhalb des Nordufers über eine weitere steile Stufe, anfänglich über kleinere Geröllhalden, dann am Fuss des aufragenden Holzerstocks steil hoch bis zur Stockalp. Niemand da, also konnten wir das an der Sonne stehende Bänkli nutzen für eine kleine Pause – und bei grossartiger Aussicht auf den Urnersee und die umgebenden Gipfel (Rigi, Vitznauer-/Gersauerstock, Rigi-Hochfluh, um nur einige zu nennen). Über uns der aus dieser Sicht etwas unförmige Rophaien, dessen Gipfelkreuz sich allerdings verbarg. Nun der Aufstieg, erst durch ein Blumenparadies von Alpenrosen und Trollblumen, dann immer steiler werdend an der Westseite des Tagesziels. Die Sonne brannte nun erbarmungslos, und schattige Stellen boten lediglich einige Legföhren. Und plötzlich zeigte sich das Gipfelkreuz und der dort hinaufführende, in einer Mulde verlaufende Aufstieg. Auf dem Gipfel wurden wir von ein paar Gleichgesinnten und von ein paar gwundrigen (und erwartungsfrohen) Ziegen begrüsst. Oben angekommen, mussten wir unseren Platz fast erkämpfen, so „anhänglich“ waren die begehrlichen Tiere. Gegenwehr mit den Füssen half dann, und wir konnten die Gipfelrast ausgiebig geniessen.

Gerade, als wir aufbrechen wollten die freudige Überraschung. Ursula, Felix und Susanne erreichten ebenfalls den Gipfel – vom Äbneter Stöckli herkommend. Welche Wiedersehensfreude! Ein kleines hikr-Treffen quasi. Solche Zufälle lösen besondere Emotionen aus; wir haben uns sehr gefreut, euch zu sehen😊. Nach diesem Intermezzo begann der ernsthaftere Teil unserer heutigen Tour; die Route über den Grat und genau entlang der Kantonsgrenzee UR/SZ (mit Roten Chöpf und Äbneter Stöckli) war gut einzusehen. Die über etwa anderthalb Kilometer verlaufende Gratbegehung (weiss-blau markiert) hatte es dann auch in sich – jedenfalls definitiv etwas für schwindelfreie und trittsichere. An einigen besonders exponierten Auf- und Abstiegsstufen waren die Fixseile hilfreich, an den teilweise sehr ausgesetzten Gratstellen darf man sich von den Tiefblicken nicht scheuen. Uns hat der Grat sehr gefallen! Vor dem aufragenden Diepen (2221 m) drehte der markierte Pfad nach links, um leicht absteigend zum Firtiggrätli zu führen. Anschliessend waren ein paar ungefährliche kleine Schneefelder zu queren, und schon war die Alp Rotenbalm (1811 m) erreicht. Vorbei an der Bergstation der Versorgungsseilbahn wurde das Gelände nun zunehmend ruppiger um schliesslich vorbei an grossen Felsblöcken in eine steile Runse zu führen. Zeit für eine kurze Trinkpause auf einem der Blocks. Wenig später dann die Verzweigung bei P.1767: hier führte ein wbw-markierter Weg etwas höher und direkter nach Gitschen/Lidernenhütte. Wir wählten wrw und stiegen weiter ab durch diese enge und teilweise noch mit Restschnee gefüllte Schlucht. Am unteren Ausgang erreichten wir die Alp Zingeli – das Glockengeläut war schon von weitem zu vernehmen. Tiere sahen wir leider keine, im Stall waren aber wohl einige – etwas erstaunlich, bei diesem Traumwetter. Auch keine ÄlplerInnen waren anzutreffen. An einem der Brunnen füllten wir unsere Wasserflaschen auf, um den restlichen Weg und den kurzen Wiederaufstieg bis Gitschen, der Bergstation der Luftseilbahn zu erreichen. Etwas geschafft freuten wir uns nun über die kurze Wartezeit. Um vier dann die luftige Talfahrt in der Kistenbahn zur 550 Hm tiefer gelegenen Talstation Chäppeliberg. Dort verabschiedeten wir uns von der netten Frau Stadler, nicht ohne den Einkauf der leckeren Geisskäsli.

Fazit:
Diesen schönen Aussichtsgipfel mit dem monumentalen Gipfelkreuz zu besteigen – ein alter Wunsch ging heute in Erfüllung. Und auf dem Gipfel dann noch das überraschende hikr-Treffen mit Ursula, Susanne und Felix – schöne Zufälle gibt’s…

Wetterverhältnisse:
Herrliches Wanderwetter, Temperatur 17 bis 24° (zuhause 32°!) – schöne Fernsicht – wenig Wind (angenehm leichte Bise)

Hilfsmittel:
Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juni 2018
Schwierigkeit: T4
Strecke: 11.4 km, Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn Chäppeliberg-Spilau (1177 m) – Cher – Ängi – Talstation Versorgungsseilbahn Alp Rotenbalm – Alplen (P.1382) – P.1391 – P.1561 – Alpler See (1506 m) – Alp Stock (1705 m) – Rophaien (2077 m) – Roten Chöpf (1998 m) – Äbneter Stöckli (2087 m) – Firtiggrätli (1959 m) – Rotenbalm (1811 m) – P.1767 – Alp Zingeli (1639 m) – Gitschen (1717 m, Bergstation der Luftseilbahn Chäppeliberg-Spilau)
Aufstieg: ca. 1156 m
Abstieg: ca. -620 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:00 bis 15:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Vitznauerstock 1450 m – Überschreitung

Je nach kantonaler Auslegung wird dieser markante und wilde Gipfel Vitznauerstock oder Gersauerstock genannt. Das monumentale Gipfelkreuz steht denn auch auf der Kantonsgrenze LU/SZ. Einheimische erklärten uns, dass es eigentlich zwei Gipfel gäbe, und auf dem wenige Meter östlich des Vitznauerstocks gelegenen Gersauerstock ebenfalls ein kleineres Gipfelkreuz stehe. In unserem Bericht ist der Einfachheit halber (und weil wir von Vitznau aufgestiegen sind) vom Vitznauerstock die Rede…

Zur Tour: spontan entschieden Sylvia und Jürg auf Anfrage, uns auf dieses Pensioniertentürli zu begleiten. Und das Wetter sollte nach diesen Regentagen auch mitspielen. Auf der ÖV-Hinfahrt bis Luzern und der anschliessenden Schifffahrt nach Vitznau dampfte zwar nicht das Schiff, das Wetter hingegen schon. Die Sonne sog die Feuchtigkeit richtiggehend auf, so dass sich die umliegenden Berge nur langsam zeigten. Beim Schiffsteg in Vitznau war der Gipfel noch wolkenverhüllt. Trotzdem motiviert machten wir uns auf die quer durch Vitznau verlaufende Strecke hinauf bis zu den Talstationen der beiden Seilbahnen (Hinterbergen und Wissifluh). Beim Wehr am Altdorfbach hielten wir rechts, vorbei an der dort eingerichteten Kletterwand(😊). Hier ist auch der Eingang zur Festung Vitznau (Artillerie-Felsfort, Kasemattenwerk), heute Museum. Gleich zu Beginn begann es heftig zu steigen, und das bei dieser sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Erst über Weideland und unter der Seilbahn verlaufend führte der wrw-markierte Pfad dann zunehmend steil im Wald hoch, bis auf einer Höhe von 800 m.ü.M. die St. Antoni-Kapelle erreicht war. Hier gönnten wir uns eine erste Trinkpause. Gleich nach diesem besinnlichen Ort bei P.819 die Verzweigung, wo es auch direkt nach Hinterbergen oder Fälmis hoch ginge; wir drehten in Richtung Süd (Wegweiser Wissifluh). Es folgte ein immer ruppiger werdender Pfad, der ab P.914 schliesslich unter felsigen Flühen durchführte. Hier waren einige Stellen seilgesichert, was vor allem im Abstieg hilfreich wäre. Das Gelände sehr feucht und unangenehm schmierig-rutschig. Bald war die im Wald auf einem Felssporn stehende Bergstation Wissifluhbahn erreicht. Ab hier verlief der Pfad angenehmer und über eine trockene «Strasse». Beim aussichtsreich gelegenen Restaurant Wissifluh (946 m) hielten wir links, um weiter aufzusteigen. Durch schönste Alpwiesen führte der Weg hoch bis Oberurmi (1154 m); auf diesem Abschnitt erfreute uns die Sonne, in Oberurmi dann die tolle Aussicht nach Gersau und Beckenried hinunter und auf den «Vier-Kantone-See». Sogar der Urirotstock zeigte sich zaghaft. Nach einer weiteren Pause drehten wir in Richtung Nord zum Waldrand, hoch, über uns das bewaldete Gipfelziel. Nun folgte ein Aufstieg in Gratnähe, der es in sich hatte: nass-feucht, schmierige rutsch-gefährdete hohe Tritte (gell Sylvia!?), teilweise seilgesicherte Querungen unter Felsen – eine wilde Gegend! Immer wieder meinten wir, den Gipfel bald erreicht zu haben. Ab Oberurmi waren auf einer Strecke von einem km immerhin 300 Aufstiegsmeter zurück zu legen. Dann plötzlich ein letzter felsiger Aufschwung – und endlich standen wir am Abgrund beim übergrossen Gipfelkreuz auf dem Vitznauerstock. Hier verweilten wir etwas länger und genossen den Tiefblick und eine kleine Mittagsrast, selbstverständlich war auch der Eintrag ins festmontierte Gipfelbuch – der letzte war vom 10. Juni.

Nach ausgiebigem Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit einem netten, älteren einheimischen Berggänger (dem einzigen, den wir heute angetroffen haben), der von Fälmis aufgestiegen war, machten wir uns auf den Abstieg – das Gipfelkreuz des Gersauerstocks haben wir nicht gesehen… Der Abstieg verlief weiter auf der Kantonsgrenze. Und nun urplötzlich die bekannte Leiter vor uns, welche allerdings keine wirkliche Herausforderung bedeutete – selbstverständlich entsprechende Vorsicht vorausgesetzt. Das folgende Abstiegsgelände nochmals sehr schmierig und weiterhin ausrutsch-gefährdet. Oberhalb Fälmis dann eine lange Bank an der Sonne, welche uns geradezu einlud, zu pausieren – mittlerweile bei schönstem Wetter. Ab P.1176 (Fälmis) dann leichtes Auslaufen auf der Strasse bis zur einen km entfernten Wirtschaft Hinterbergen. Hier liessen wir uns zu einer längeren Mittagspause nieder auf der einladenden Terrasse. Die sehr nette Gastfreundschaft der Familie Küttel hier oben zu geniessen, war ein schöner Abschluss einer doch fordernden Bergwanderung. Der kurze Weg zu Bergstation der Seilbahn meisterten wir mit etwas schweren Beinen. Für 8 Franken pro Person konnten wir elegant und knieschonend ca. 600 Hm vernichten. Bei der Schiffstation Vitznau angekommen, wählten wir für die Heimfahrt eine ziemlich ausgefalle Route: Bergfahrt mit der Bahn auf Rigi Kulm, dort Umstieg ins «blaue Bähnli» und Talfahrt nach Arth Goldau hinunter. Von dort mit der SOB gemütlich über Sattel – Rothenturm – Biberbrugg – Pfäffikon SZ – Rapperswil ins Zürioberland. Sowas geht am idealten mit einer Spartageskarte HT für 59 Franken.

Fazit:
Eine nicht zu lange, teilweise aber ruppige und Trittsicherheit abverlangende Bergwanderung mit über tausend Aufstiegsmetern, welche angeblich früher weiss-blau-weiss(!) und seit einiger Zeit weiss-rot-weiss markiert ist. Nach unserer Erfahrung und unter Berücksichtigung der Verhältnisse eher T4 als T3. Ein schönes Pensioniertentürli – fast schon wie früher ein Schulreisli😊 – war das mit euch Sylvia und Jürg; danke, ihr ward tüchtig!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas bewölkt, bald zunehmend sonniger mit leichter Bewölkung, auf dem Gipfel gute Sicht auf die umliegende Seen- und Berglandschaft, die Weitsicht war etwas getrübt. Anfänglich ca. 12°, im Tagesverlauf bis ca. 24°.

Hilfsmittel:
Stöcke (heute unbedingt zu empfehlen), GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 15. Juni 2018
Schwierigkeit: -T4
Strecke: 8.2 km, Schiffssteg Vitznau, Talstationen der Seilbahnen (Hinterbergen und Wissifluh) – St. Antoni-Kapelle – P.819 (Verzweigung) – P.914 (Verzweigung) – Bergstation Wissifluhbahn – Restaurant Wissifluh (946 m) – Oberurmi (1155 m) – Vitznauerstock (1450 m) – P.1176 (Fälmis) –  Alpwirtschaft Gründli – Wirtschaft Hinterbergen – Bergstation Seilbahn Vitznau-Hinterbergen)
Aufstieg: ca. 1038 m
Abstieg: ca. -371 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:10 bis 15:10 Uhr

Kamera:
Nikon D7000

Schimberig 1816 m, über den luftigen Hängst

Die Teilnahme an der Geburtstagsfeier zweier Freunde (in Bäup) brachte uns auf die Idee, zu übernachten und den Sonntag auf der Rückfahrt durch das Emmental und die Unesco-Biosphäre Entlebuch zu nutzen für eine Tour auf den Schimberig. Das Gebiet am Glaubenberg kannten wir bislang nicht. Und die hikr-Berichte von Ursula&Felix und Fraroe (Franz und Rösly) motivierten uns geradezu zu dieser knackigen Tour. Zwar wussten wir um die respektable Schlüsselstelle am Hängst, die notfalls auch unterquert werden könnte.

Etwas oberhalb der Alpwirtschaft Gründli fanden wir einen Parkplatz an der Glaubenberg-Passstrasse. Die sympathische Alpwirtschaft liessen wir vorerst rechts stehen; die Belohnung sparten wir auf, denn zuerst wollten wir etwas leisten. Gleich unterhalb des Gründli überquerten wir das Wildwasser der Grossen Entle, um nach wenigen Metern bei Punkt 1127 rechts zu halten. Auffallend waren die bereits zu Beginn und dann durchgehend weiss-blauen Markierungen – nach unserer Auffassung etwas übertrieben. Vorbei am Vordergrund und oberhalb bei P.1153 verlief der gute Pfad am Rand des schattenspendenden Waldes. Nach etwa einem Kilometer wurde es ruppiger und steiler bis zur Bergstation der Transportseilbahn, welche die Schafschimbrig-Hütte versorgt. Die Hütte umgingen wir westlich, um dann in einigen Kehren (an der prallen Sonne) bis zu P.1475 weiter aufzusteigen. Ab hier bewegten wir uns immer möglichst nahe des (noch) nicht ausgeprägten Grates. Nach etwa dreihundert Metern (und hundert Hm) verliessen wir den Wald und der Ausblick weitete sich, nicht zuletzt deshalb, weil wir den weiteren Aufstieg links auf dem Grat und nicht wie markiert in der parallel verlaufenden Mulde zurücklegten. Bis P.1755 (Wegweiser) waren jetzt noch vierhundert Meter Strecke zurück zu legen; die wbw-markierte Stange mit Wegweiser war von weitem zu sehen. Hier wird der Weiterweg nach links gewiesen, auf welchem der Hängst unterquert wird und der Schimberig direkt erreicht wird. Ein Hinweis zum Hängst fehlt, was schade ist. Der weitere Aufstieg (50 Hm) führte wegelos durch hohes Gras (und Brennnesseln!); Trittspuren waren kaum zu erkennen. Vor dem höchsten Punkt war in einem kurzen Zwischenabstieg ein leicht ausgesetztes Grätchen zu überwinden. Auf dem Hängst angekommen die Schlüsselstelle: eine beeindruckende, fünf Meter hohe felsige Steilstufe, die abgeklettert werden musste. Gut für uns, dass vier Huttwiler SACler (Ursula, Felix, Jumbo, Thömu) auf ihrer gemeinsamen Tour am 12. Mai die Stelle mit einer verankerten Eisenstange und einer Schlinge etwas entschärften (Danke viu mau!). Dank dieser Hilfe gelang der Einstieg zum Abstieg etwas einfacher. Wer kurze Beine hat, muss mit etwas mehr Mühe rechnen; aber ich bin vorgestiegen und habe Doris gecoacht. In der senkrechten Kletterstelle hat es aber ein paar gute Trittstellen. Was dann folgte, war die zweite Herausforderung: ein etwa sieben Meter langer sehr schmaler und luftiger Grat; links und rechts geht’s tiiiiiiiief runter. Nach diesem Meisterstück fühlten wir uns bestätigt, doch ziemlich schwindelfrei zu sein. Der restliche Weg bis zum Schimberig war ein Spaziergang. Auf dem Gipfel hat es Platz für viele, zahlreich war heute der Besuch. Aber die Bankniederlassung war frei, und wir genossen die Gipfelrast ausgiebig. Das Panorama war etwas getrübt durch die (angekündigte) Quellbewölkung.

Auf der Abstiegstrecke bis zur Verzweigung Schimbrigbad/Chätterech verläuft der Pfad durch lichten Wald; wer wie wir ein paar Meter links lief (immer auf der Grathöhe), hat mehr Weitblick. Bei der genannten Verzweigung war ein Stacheldrahtzaun (ja solche gibt es noch immer!) zu überwinden über eine kleine Leiter. Der passartige Einschnitt Ober Loegg (1469 m) war bald erreicht; beim Weidezaun folgten wir dem Wegweiser (wrw) über Under Loegg – wo wir auf die ersten Alpviecher trafen – bis zur Alp Chätterech (1240 m). Hier feierten die Älpler mit ihren Familien grade – das Jodelchörli war schon von weit oben zu hören. Hier dann auch die ersten (scheuen) Tropfen. Nun folgte der etwas unangenehme Weiterweg auf der holprigen Alpstrasse hinunter bis Vordergrund. Etwas unangehm, weil wir immer wieder von talwärts fahrenden SUVs «bedrängt» wurden. Bei P.1127 schloss sich unsere schöne Runde. Nun winkte die Belohnung in der Alpwirtschaft Gründli – sympathisch, weil sich hier alle duzen. Die Belohnung war dann doch etwas reichlich: zuerst Panachés um die Flüssigkeitsdepots aufzufüllen, danach Süsses (Meringues für Ruedi natürlich…). Gerade zur richtigen Zeit, als wir gemütlich in der Gartenwirtschaft sassen, begann es kurz und kräftig zu schütten. Machte uns nichts aus, wir waren ja am Schärme. Und als es vorbei war, waren wir bereit für die kurzweilige Heimfahrt durch dieses schöne Land.

Fazit:
Eine eher kurze, dafür umso anspruchsvollere, witterungsbedingt stimmungsvolle, teilweise alpine Bergwanderung, welche uns sehr gut gefallen hat. Danke Dir lieber Felix, für die vielen Tipps in der Vorbereitung!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn sonnig mit leichter Bewölkung, an Schimberig-Gipfel mit zunehmend stärkerer Bewölkung, ab Chätterech einige Regentropfen, ca. 18 bis 24°, wenig ausgeprägte Gewittertendenz

Hilfsmittel:
Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 10. Juni 2018
Schwierigkeit: T4+, I-II nach UIAA-Skala (Kletterstelle Hängst), ansonsten T3
Strecke: 7.6 km, Parkplatz oberhalb Alpwirtschaft Gründli – P.1127 – Vordergrund – P.1153 – Vordergrund – Schafschimbrig-Hütte – P.1475 – P.1755 (Verzweigung) – Hängst – Schmiberig – Ober Loegg – Under Loegg – Chätterech – P. 1127 – Alpwirtschaft Gründli🍺🍺
Aufstieg: ca. 726 m
Abstieg: ca. -713 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std.
Tageszeit: 10:00 bis 14:15 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Goldauer Bergsturz bei Föhnsturm

So eine stimmungsvolle Föhnsturm-Wanderung muss erlebt werden! Ab (gebührenpflichtigem) Parkplatz Bahnhof Arth-Goldau durchquerten wir das Zentrum von Goldau in Richtung Tierpark. Kurz vor dem Ortsende und nach P. 514 folgten wir links dem Wegweiser in Richtung Gnipen (3 Std.). Bei P. 655 in der Haarnadelkurve nach rechts (Richtung Untergrisselen, nach wenigen Metern die Strasse nach links verlassend (WW Richtung Gnipen). Jetzt weiter auf dem Direktaufstieg durch den Schuttwald bis P. 817. Vorbei an der Haarnadelkurve der Strasse weiter durch den Schuttwald. Auf einer Höhe von ca. 960 m dann links haltend (WW Gnipen – rechts ginge es nach Gribsch). Nach wenigen Metern böte sich dann der Einstieg zum Orchideen-Paradies (mit ausführlicher Infotafel). Diesen Lehrpfad wollten wir heute nicht begehen, weil die Orchideen (Frauenschuh, Vogel-Nestwurz und Waldvöglein) bestimmt noch nicht zu bewundern waren – das dürfte erst im Laufe des Mai der Fall sein. Wir hielten uns also vorerst nach Westen, um dann auf dem Normalweg (rot-weiss) aufzusteigen. Dieser verlief nun zunehmend steil, ab einer Höhe von ca. 1280 m sogar sehr steil und über hohe Tritte. Auf den letzten 200 Höhenmetern einer Gratwanderung gleichend, waren einige steilere Kraxelstellen zu meistern. Bald standen wir auf einem begrasten Aufschwung – das Gipfelkreuz des Gnipen vor uns. Der Fernblick war stimmig, mit Blick zu den Epizentren des Föhns, getrübt von riesigen Pollen-Wolken. Dennoch erkannten wir einige uns bekannte Gipfel (Rossstock, Kaiserstock, Fulen, Bristen, Urirotstock, usw.). Nach windbedingt kurzer Gipfelpause zogen wir weiter nach Osten über den Schwyzer Panoramawanderweg in Richtung Wildspitz. Hier oben waren die Auswirkungen vom Sturmtief Burglind unübersehbar – mindestens 30 Bäume versperrten den eigentlichen Weg. Einige Wanderer versuchten vergeblich durchzukommen, wäre auch zu gefährlich gewesen; Umgehung war die richtige Lösung. Der Wildspitz war in einer knappen halben Stunde erreicht. Dort oben war einiges los: Biker und Wanderer wollten verpflegt werden. Nach unserer Einkehr entschieden wir nach Steinerberg abzusteigen – im Wissen darum, dass der letzte Abschnitt von ca. 4 km nicht gerade knieschonend über eine asphaltierte Strasse verläuft. Den im Stundentakt verkehrenden Zug nach Arth Goldau verfehlten wir um wenige Minuten, was uns Zeit für eine Siesta bescherte.

Fazit:
Diese nicht gerade kurze, ansprechende, geologisch und witterungsbedingt stimmungsvolle Bergwanderung hat uns einmal mehr sehr gut gefallen.

Wetterverhältnisse:
Föhnsturm mit Böen bis 60 km/h, ca. 14 bis 24°

Hilfsmittel:
Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. April 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 14.8 km, Goldau – P. 655 – P.818 – Gnipen GK (1532 m) – Gnipen P.1566 – P.1538 – Wildspitz (1579 m) – P.1520 – Waldhütte – Obhegkapelle – P.1128 – P.1102 – P.1019 – P.967 (Schwand) – P.918 – Oberstock – Steinerberg
Aufstieg: ca. 1174 m
Abstieg: ca. -1034 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 25 Min.
Tageszeit: 08:80 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Melchsee-Frutt-Runde: Ärzegg/Gumm – Tannalp – Chringen – Bonistock – Melchsee-Frutt

Susannes und Richis Idee, auf Melchsee-Frutt eine in diesem Winter wohl letzte Schneeschuh-Runde zu unternehmen, schlossen wir uns gerne an. Nach der Fahrt mit der Gondelbahn ab Stöckalp (heute Saisonschluss) starteten wir ab Bergstation Melchsee-Frutt kurz vor neun Uhr, bei schönstem Wetter. Vorbei an den modernen Hotelbauten strebten wir den Panoramalift an, nicht um die 40 m tiefer liegenden Spuren zu erreichen, nein um direkt durch den tiefen (und weichen) Schnee abzusteigen. Eine steile Herausforderung, wie sich zeigte. Dieser Start war nicht gerade das gelbe vom Ei – dafür das was jetzt folgte! Das erste Ziel, die Ärzegg, präsentierte sich übersichtlich. Den dort ab Distelboden hinaufführenden Sessellift mit den zugehörigen Skiautobahnen liessen wir südwestwärts liegen. Vorbei an der Talstation der auf den Bonistock fahrenden Luftseilbahn spazierten wir die ersten paar hundert Meter auf dem planierten Winterwanderweg, um bald rechts abzubiegen. Die deutlichen Aufstiegsspuren nutzend, erreichten wir in flottem Tempo den flachen Grat nahe Ärzegg und das Kreuz, welches den Punkt Gumm 2141 m markierte. Nach diesen ersten 250 Aufstiegsmetern die Gelegenheit für eine Trinkpause – und natürlich den Genuss des herrlichen Panoramas. Östlich ging der Ausblick in Richtung Titlis, davor die Engstlenalp mit dem gleichnamigen (zugeschneiten) See. Wir strebten die nordöstlich gelegene Tannalp an – wo das Bergrestaurant das östliche Ende unserer Tour markierte. Der etwa 1.9 km lange Abstieg (190 Hm) bot Plaisir-Schneeschuhwandern vom Feinsten, sogar neben der noch immer tragenden Spur konnten wir galoppieren. Gutgelaunt erreichten wir die Tannenalp kurz vor elf Uhr – zu früh für eine ausgiebige Mittagspause. Für Tee und etwas dazu reichte es allemal, die schöne Lage an der Sonne musste genutzt werden. Einige Sonnenanbeter taten dies in lockerer Bekleidung. Nach dem Zwischenhalt hielten wir uns an die über die Schnuer hochführende Spur, welche erstaunlicherweise noch (meist) trug. Allerdings ist man hier mit Schneeschuhen deutlich im Vorteil, wie die tiefen Einsinklöcher einzelner Wanderer zeigten. Unverständlich nur, weshalb die so die Spur teilweise stark malträtierten. Der Aufstieg kurz vor dem Chringenpass hatte es in sich – nicht nur der Steilheit von >30° wegen – die Sonne brannte gehörig. Der Bereich des Übergangs war mächtig verwächtet, trotzdem war der Durchgang mit einigen Tritten erstaunlich gut zu machen. Richi voraus, um einige Tritte zu schlagen (danke!), wir relativ zügig unter der bedrohlich überhängenden Wächte durch – und schon standen wir oben. Jetzt nur nicht zu weit links halten, hier oben hatte es bestimmt noch mehrere Meter Schnee. Den vor uns liegenden Bonistock, resp. die dort auf 2163 m.ü.M stehende Bergstation der Luftseilbahn, strebten wir auf vorhandener Spur an. Hier galt es den nordseitig ausgerichteten, etwa 30 bis 40° steilen und rutschgefährdeten Hang trittsicher zu queren. Anstelle paralleler Trittführung war hier eine Schritt-vor-Schritt-Technik besser – kreuzen mit Entgegenkommenden nicht ganz trivial. Die Einkehr in der wenig einladenden SB-Beiz (föhnige Böen trieben uns ins Innere) war kurz. Auf dem folgenden 1.9 km langen Abstieg zur 240 m tiefer liegenden Melchsee-Frutt war nochmals reines Vergnügen; allerdings wurden wir wohl getrieben von der Vorstellung eines leicht verspäteten Mittagessens. Aber nix da – die meisten der Restaurants haben sich bereits auf den heutigen Saisonschluss vorbereitet. Also rasche Talfahrt zur Stöckalp hinunter, wo wird dann um 14 Uhr ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen in einer Gartenwirtschaft fanden – dem extensiven CB-Genuss stand nichts mehr im Wege… Ein schöner Abschluss eines tollen Wintertages mit Susanne und Richi – danke für eure wie immer angenehme Begleitung!

Wetterverhältnisse:
Sonniges Frühlingswetter, im Tagesverlauf stärker werdender Föhn (Böen vorausgesagt 50 bis 80 km/h), viel Schnee, «warme» Temperaturen im Bereich 13°.  Und: noch immer liegende erstaunliche Mengen Schnee – an einigen Stellen 5 bis 6 m…

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 8. April 2018
Schwierigkeit: WT 2 (Chringen WT 3, weil  verwächtet)
Strecke: 11 km, Bergfahrt ab Stöckalp 1073 m mit der Gondelbahn bis zur Bergstation Melchsee-Frutt 1923 m – Melchsee 1891 m – Distelboden 1900 m – Ärzegg/Gumm 2141 m – Tannensee – Tannalp 1974 m – Chringenpass 2158 m – Bonistock (Bergstation) 2163 m – Melchsee-Frutt – Talfahrt mit der Gondelbahn bis zur Talstation Stöckalp
Aufstieg: ca. 536 m
Abstieg: ca. -538 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:50 bis 13:50 Uhr

Kameras:
Sony DSC-HV90V
Smartphone Richi