Dreibündenstein 2160 m – Schneeschuh-Rundtour von Brambrüesch bis Feldis

Für einen blauen Montag wenige Autos auf dem Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn in Chur – dennoch grosser Andrang; einige Schulklassen drängten auf die erste Bergfahrt um 08:30 Uhr. Die wollten allerdings ausnahmslos skifahren oder schlitteln… Wir lösten das Rundfahrtticket für Fr. 31.00 (Halbtax), mit welchem wir ab Brambrüesch über Mutta/FeldisRhäzüns nach Chur zurück gelangen konnten. So legten wir die ersten 970 m Höhendifferenz elegant und rasch zurück. Oben in Brambrüesch dann zuerst der Startkafi in der schönen Battagliahütte, welche zwar erst um 11 Uhr öffnete; aber für uns (arme Seelen) machte man bereitwillig eine Ausnahme – herzlichen Dank, sehr nett!

Zwanzig vor zehn dann der Start, erst flach und gepistet bis zur Talstation des Skilifts Hühnerköpfe. Ab dort gut markiert und gespurt erst rechts des Lifts hoch, nach etwa 500 m dann in einer Rechtskurve in den Wald (Richtung Spundis), nach ca. 300 m in einer Linkskurve weiter, nun etwas steiler werdend, durch hochwinterlich eingeschneiten Wald, zwischendurch an der Sonne, welche zusätzlich einheizte (bei frühlingshaften 5°). Unterhalb der Spundisköpf querend, erreichten wir P.1812 – ein schöner Platz für eine Trinkpause. Auf der nahen Skipiste tummelten sich viele Jugendliche, die man gut hörte. Nach kurzem Zwischenabstieg der Aufstieg zur Bergstation Hühnerköpfe und an dieser vorbei. Wenig unterhalb der Bergstation dannnoch eine Rega-Show – toll für uns, nicht so für den zu rettenden Skifahrer (hoffentlich nichts allzu Schlimmes – gute Besserung!). Schon eindrücklich, die Rettung ab Landung bis Start dauerte kaum 10 Minuten. Ab Skilift-Bergstation verlief die noch immer perfekte Komfortspur in der Falllinie und ziemlich parallel des Sessellifts zum Furggabüel; auf dem Sessellift wären die 230 m Aufstieg etwas weniger schweisstreibend zu machen gewesen – nicht für uns! Für diesen steilen Kilometer benötigten wir 38 Minuten. Nach den letzten Metern Aufstieg dann das wirklich prächtige 360°-Panorama auf Furggabüel. Vom höchsten Punkt unserer Tour dann der leichte Abstieg zum 500 m weiter südlich stehenden Dreibündenstein Term Bel (2160 m). Zur Geschichte mehr hier. Wir hatten Glück, den 2 Meter grossen Obelisken für kurze Momente alleine für uns zu haben – bis ihn eine Gruppe von Senioren als Wäschehänge «entweihten» 😊. Das Picknick an der prallen und wärmenden Sonne war Genuss pur. Sagenhafte 110 km Weitsicht hatten wir – sogar das Finsteraarhorn war gut zu sehen. Wir konnten uns kaum lösen, hatten wir doch ausreichend Zeit bis zur letzten Talfahrt in Feldis um 16 Uhr. Und das vor uns stehende, verlockende Gipfelziel, das Fulhorn (2529 m), mussten wir für heute ohnehin vergessen. Macht nichts, wir nahmen die genussvolle «Abfahrt» in Richtung Feldis unter die Schneeschuhe. Viele Spuren standen zur Auswahl; die ca. 110 m Abstieg zum Rundwanderweg Alp dil Plaun hinunter war ein grosses Vergnügen in 1a-Schneeschuhgelände – und das bei besten Bedingungen (gut tragende Unterlage, leicht windgepresst, kein Einsinken). Ab Alp dil Plaun führte eine Wanderpiste in leichtem auf und ab erst in Richtung Süd, um dann nach West zu drehen – und immer das hochwinterliche Alpen-Paradies vor Augen – allen voran natürlich der schöne Piz Beverin (2998 m). Auf dem präparierten Winterwanderweg wären die Schneeschuhe eigentlich nicht mehr nötig – wir waren einfach zu bequem, diese zu demontieren. Auf der Alp Raguta (1946 m) angekommen, konnten wir nicht mehr anders: an diesem schön gelegenen Platz einzukehren und den Betrieb auf der 15 x 40 m grossen Natureisbahn zu geniessen – was will man mehr! Nach dem Kafi und dem ausgezeichneten Schoggikuchen sind die wenigen Aufstiegsmeter zur nahe und etwas höher gelegenen Bergstation Mutta ein kurzer Sprint. Auf der Talfahrt mit der 1.3 km langen Sesselbahn präsentierte sich das kleine, aber feine Skigebiet von Feldis. Ab der etwas ausserhalb des Dorfes gelegenen Talstation wurden wir dann mit dem Shuttlebus bis zur Bergstation der Gondelbahn Luftseilbahn Rhäzüns Feldis gebracht – ohne Wartezeit direkt nach Rhäzuns hinunter; so vernichteten wir elegant und rasch 1300 m Höhendifferenz. Kurzer Fussmarsch zum RhB-Bahnhof Rhazüns, von wo wir nach wenigen Minuten Wartezeit komfortabel nach Chur zurückfuhren.

Fazit:
Frühlingshaftes Wetter, ideale Schneeschuh-Verhältnisse, viel Schnee (dieser Winter 2017/18 hat es in sich!). Wieder einer dieser Bilderbuchtage!

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos blau, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, windstill, viel Schnee (1 bis 2 m).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 Chur Süd, Talstation Luftseilbahn Brambrüesch, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation, aber nur für diejenigen, welche Autokennzeichen bei der Talstation registrieren lassen)
Strecke: 8.9 km, Bergstation Brambrüesch (1595 m) – Talstation Skilift Hühnerköpfe – Spundis – P.1812 – Bergstation Skilift Hühnerköpfe (1947 m) – Furggabüel (2174 m) – Dreibündenstein Term Bel (2160 m) – Alp dil Plaun P.1953 – Alp Raguta (1946 m) – Bergststation Sessellift Mutta Feldis – Feldis
Aufstieg: ca. 700 m
Abstieg: ca. -316 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 5 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

6 Gedanken zu „Dreibündenstein 2160 m – Schneeschuh-Rundtour von Brambrüesch bis Feldis“

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