Fuorcla Grevasalvas 2688 m

Nach der gestrigen Geburtstagstour zum Crap da Radons und dem herrlichen Abendessen im Hotel Post war für heute etwas leichtere Kost angesagt: die Fuorcla Grevesalvas – schon länger wollten wir mal von dort oben ins Oberengadin hinunter und ins Bergell rüber schauen. Heute waren die Bedingungen ideal. Und Elisabeth (war gestern schon dabei) gesellte sich dazu. Nach der kurzen Fahrt auf den Julierpass parkierten wir beim Ospizio La Veduta. Start um halb neun, bei knapp unter 0° C und noch im Schatten. Der Einstieg direkt gegenüber, und gleich eine erste (die einzige heute) Schlüsselstelle; die hart vereisten Stufen über die Gelgia – nur ja nicht runterfallen… Dann folgte der nicht sehr steile Aufstieg im Schatten, viele Spuren zur Auswahl. Zur linken der Piz Julier im schönsten Morgenlicht. Selbstverständlich waren wir heute nicht alleine unterwegs – insgesamt etwa dreissig Tourengänger, meist auf Skis, wollten auch ins Val Grevasalvas. Einige fuhren dann nach dem Übergang den Südhang hinunter nach Plaun da Lej – mit oder ohne Besteigung einer der Gipfel. Elisabeth hatte als Tagesziel den Piz d’Emma Dadaint (2927 m, WT 3-4) im Auge. Gemeinsam stiegen wir hoch bis auf ca. 2440 m um dann nach kurzem Abstieg den Leg Grevasalvas (2390 m) zu erreichen. Der Bergsee ist tief eingeschneit, ihn zu überqueren sehr erholend. Dennoch hechelte ich den beiden führenden Girls hintendrein – fotografieren dauert halt seine Zeit😊. Nach der Seeüberquerung der wenig steile Aufstieg bis zur Verengung, wo es an einer steilen Hangtraverse an einem Felsbrocken vorbei zu traversieren galt. Danach öffnete sich das Val Grevasalvas wieder, links der Piz da las Coluonnas und der markante Piz Lagrev, dazwischen ein bestimmt trickiger Übergang, die Fuorcla Lagrev (2877 m, mit Schneeschuhen nicht machbar). Zur rechten baute sich der massige Piz d’Emmat Dadora (2851 m) auf. Und wir mitten drin und endlich voll an der 🌞! Jetzt eine Trinkpause und weiter bis ungefähr P.2558, wo eine Hütte am Fels steht.  Hier entscheidet sich Elisabeth für den Gipfel Piz d’Emma Dadaint – einige Türeler standen schon in den Serpentinen und übten Spitzkehren. Wir wünschten Elisabeth Glück und verabschiedeten uns – Wiedersehen dann auf der Passhöhe. Doris und ich gingen den Schlussanstieg von ca. 130 Hm seeeehr gemütlich an. Nach knapp zwei Stunden oben auf dem Übergang empfing uns böiger Wind (ca. 40 bis 50 hm/h). Trotzdem genossen wir das Superpanorama hier oben (siehe Bilder). Mutige Skitüreler nutzten die Verhältnisse für eine lange und bestimmt kräfteraubende Sulzschneeabfahrt hinunter zum fast 900 Hm tiefer liegenden Silsersee. Nichts für uns Schneeschuhläufer. Für den Wiederabstieg wählten wir etwas östlich verlaufende Spuren durch weichen Pulverschnee. Am linksstehenden Gipfel glaubten wir in ca. 700 m Luftlinie Elisabeth’s Turnübungen zu sehen. Den Wiederabstieg genossen wir voll. Mittlerweile war auch die enge Stelle beim grossen Felsen besonnt. Nach der Seeüberquerung und vor dem Gegenaufstieg entledigten wir uns der obersten Schicht – und Handschuhe waren definitiv nicht mehr gefragt. Auf der Kuppe vor dem Abstieg zum Pass bewunderten wir nochmals die tolle Bergwelt, gleich gegenüber das verspurte Val d’Angel, dessen Steilhänge von einigen Rutschen gezeichnet waren. Um halb eins erreichten wir das Ospizio La Veduta wieder – Zeit für eine Mittagspause. Es dauerte nicht lange, bis auch Elisabeth vom erfolgreichen Gipfelerlebnis zurück kehrte – Gratulation!

Fazit:
Ein Schneeschuh-Wandertag der Extraklasse bei wiederum frühlingshaften Bedingungen auf einen Übergang, von dem wir lange träumten.

Wetterverhältnisse:
Viel Schnee, frühmorgens leicht überfroren und im Tagesverlauf sulzig (ab ca. 2400 m Pulver), auf dem Übergang windgepresst, ungetrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-1° bis 8° C), böiger Wind.

Lawinengefahr:
Laut SLF wie folgt: Stufe 2 mässig sowohl für trockene wie auch für Gleitschneelawinen, Gefahrenstelle vor allem an ost- und südexponierten Steilhängen.

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 28. Februar 2019
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 9.7 km, Ospizio La Veduta (2237 m) – Leg Grevasalvas (2390 m) – Fuorcla Grevasalvas (2688 m) – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 570 m
Abstieg: ca. -570 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 08:30 bis 12:30 Uhr

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