Gamplüt-Runde (anstelle Wildhauser Gulmen)

Der Winter hat (endlich) Einzug gehalten – und wie! Der Wildhauser Gulmen war das Ziel für heute – doch daraus wurde nichts! Die Gamplüt-Runde war schliesslich eine ausgezeichnete Alternative. Bei minus 15° kam uns die Warmlaufstrecke vom Parkplatz beim Feuerwehrdepot bis zum Einstieg unterhalb Bodenweidli gerade recht. Voller Zuversicht folgten wir dem Wegweiser (Gulmen) links haltend. Nach etwa hundert Metern verliessen wir die schneebedeckte Fahrstrasse in den Tiefschnee – 60 cm waren es schon. Bald bestätigte sich, was wir befürchten mussten – von einer Spur keine Spur! Die Orientierung gelang uns einigermassen, weil immer wieder farbige Markierungspfeile die Richtung vorgaben. Bei P.1187 änderte dann die Richtung nach Nord. Was jetzt kam, war herrlich-anstrengende Schneestampferei. Ab und zu konnten wir frische Wildspuren nutzen, aber wir kamen natürlich nur sehr langsam voran. Steiles Gelände und immer tiefer der jungfäuliche Schnee! Kurz vor P.1304 dann eine Verschnaufpause. Und, welche Überraschung: hinter uns kam Unterstützung! Das Paar dankte herzlich für die Spur, hatte auch den Gulmen zum Ziel. Wären die zwei nicht gekommen, hätten wir uns wohl bald für die Rückkehr entschieden. Den Gulmen bei solchen Verhältnissen zu „machen“ konnten wir uns ohnehin abschminken. Zusammen mit Griselda und Otto (ein Bekannter von Doris aus der Jugend, wie sich herausstellte) konnten wir die Spurstampferei im weiteren Aufstieg durch den nunmehr bis zu einem Meter tiefen Schnee aufteilen. Otto war mit dem Gelände bestens bekannt, sodass wir schliesslich Vorder Bannwald erreichten. Von dort wateten wir erst nach Süden, um nach etwa 150 m (unterhalb Langenboden) wieder nördlich zu halten, immer durch steilen Wald aufsteigend, ab und zu von einem roten Pfeil gewiesen. Nahe P. 1442 dann die Verzweigung, wo es in Richtung Ost zur Gulmenhütte und später zum Gipfel ginge. Wir vier waren uns einig, das war heute nicht zu schaffen – zu viel Zeit (und Kraft) würde benötigt. Im folgenden Abstieg zur Teselalp (P.1389) stellten wir fest, dass eben auch Abstiege anstrengen. Bei P.1389 (da stand doch mal ein Bänkli…?) genossen wir stehenderweise die mitgebrachten Leckereien – ein herrlich sonniges Plätzli unterhalb der mächtigen Schofbergwand! Gestärkt und motiviert nahmen wir den Rest der Strecke (ca. anderthalb km) unter die Schneeschuhe. Noch immer spurlos, noch immer Tiefschnee, noch immer Entenschritte – dafür traumhafte hochwinterliche Landschaft. Der leichte Anstieg bis Fros forderte uns nochmals. Jetzt weitete sich der Blick zu den Churfirsten, und unten Gamplüt. Endlich (sehr spät!) dürfen wir eine Spur nutzen – Erholung pur! Der etwa 100 Hm Abstieg war das reine Vergnügen – der Schlusspunkt an der Sonne vor dem Bergrestaurant Gamplüt dann auch.

Fazit:
Es war wohl schon etwas verrückt, nach den starken Schneefällen eine solche Tour zu unternehmen – aber das Bilderbuchwetter lockte uns einfach! Im Rückblick waren wir uns einig: das war eine absolut lohnende Trost-Runde – und nette Bergkameraden haben wir auch noch kennen gelernt! Herzlichen Dank euch beiden für die kraftvolle Unterstützung! Originalton Otto: „solche Verhältnisse haben wir noch nie erlebt“ (wir auch nicht!).

Lawinensituation:
Laut SLF: Stufe 3 „Erheblich“ siehe hier.

Parameter:
Tour-Datum: 18. Januar 2016
Strecke: 5.246 m
Wildhaus – Bodenweidli – Vorder Bannwald – Langenboden – Teselalp P.1389 – Fros – Gamplüt – Gondelbahn ins Tal
Schneeschuhtouren-Schwierigkeit: WT3
Aufstieg: ca. 532 m
Abstieg: ca. -271 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 38 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera: Nikon Coolpix P900

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