Griesalp 1ǀ4: Aufstieg ab Kiental

Den Eintritt in den (Un-)Ruhestand zusammen mit Doris zu «feiern» war die Idee – aber wo? In den Bergen selbstverständlich! An einem Ort, wo es nebst Ruhe und gutem Essen für einmal auch etwas luxuriöseres sein darf. Die Griesalp, und dort das Griesalp Hotelzentrum sollte es sein – und zwar für vier Tage. Schliesslich war bestes Wetter angesagt (unten grau, oben blau). Was uns geboten wurde, hat unsere Erwartungen übertroffen: wunderschöne Hotelanlage in märchenhaft schöner Winterlandschaft, erstklassiges Essen, motiviertes Griesalp-Team, ein Volltreffer in jeder Beziehung!

Nun gut, die Griesalp ist (zum Glück) nicht einfach zu erreichen, am schönsten und einfachsten natürlich zu Fuss. Was im Sommer die mit die steilste Postauto-Strecke Europas  ist, kann im Winter – vor allem in diesem Winter – nicht befahren werden. Deshalb verirren sich nur ein wenige Gäste dorthin; mehrheitlich Skitüreler und Schneeschuhwanderer eben. Und weil zur Versorgung auch Schneemobile zur Verfügung stehen (müssen), werden damit auch weniger Berggängige für eine Griesalp-Tour motiviert. Dagegen ist nichts einzuwenden – für uns kam nur der Aufstieg auf Schneeschuhen in Frage. Wie auch immer: im Bären in Kiental Dorf haben wir uns gestärkt (mit einer Käseschnitte!). In unmittelbarer Nachbarschaft den PW abgestellt (grosser, gebührenfreier Parkplatz bei der Postautohaltestation «Ramslauenen»), ging es gleich zur Sache mit dem Einlaufen. Gemütlich liefen wir den Talweg entlang der Chiene durch tiefwinterlich verschneite Landschaft – immer das Blüemlisalp-Massiv vor Augen. Bald und nach leichter Steigung erreichten wir das Gelände des Tschingelsees – vom See war natürlich nichts zu sehen; der ist ohnehin nicht sehr gross und besteht zur Hauptsache auch Rinnsalen und Sandgeschiebe. Eine unglaublich märchenhafte Landschaft hier oben! Und wenig erstaunlich, dass wir hier jahreszeiten-bedingt keine Völkerwanderung erlebten (also nichts mit «Grüezi» resp. «Grüessech»…).

Am Ende des Tschingelsees wurden wir unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht auf eine kurze, aber heftige Anstrengung – gut so! Die solide eingeschneite Bergstrasse in der Griesschlucht verliessen wir schon bald, dort nämlich, wo beim mystischen Hexenkassel auf eine alternative Spur hingewiesen wurde: nach schnellem Blick in dieses grosse «Tiefkühlfach» überschritten wir einen kleinen Steg und testeten dabei unser Gleichgewichtsgefühl. Jetzt wurde der Ausstieg steiler, führte vorbei am Pochten(eis)fall, mehrheitlich durch den Wald hoch, immer aber auf guter Spur (danke allen Vorspurern!). In diesem Gebiet sollen ca. dreissig Gämse leben – eine davon posierte ungehemmt vor unserer Kamera. Nach etwa 20 Minuten passierten wir das geschlossene Hotel Waldrand Pochtenfall. Wenig später erreichten wir den für heute höchsten Punkt, um etwas unterhalb des Restaurants Golderli auf der Bergstrasse zum Griesalp Hotelzentrum zu «spazieren». Dort wurden wir sehr nett willkommen geheissen, zuerst mal von der Mischlingshündin Blanca (halb Wölfin, halb Husky), wenig später auch vom Griesalp-Team. Im sog. «Grandhotel» gewannen wir einen ersten Eindruck von dem, was uns in den nächsten vier Tagen erwartete. Und auf dem Balkon die grandios aufgestellte Bergwelt; das morgige Tagesziel Aabeberg präsentierte sich vor uns im frühen Abendlicht. Der währschafte Znacht im gemütlichen Hotelrestaurant stärkte uns für den nächsten.

Fazit:
Ein wunderbarer und einsamer erster Wintertag bei angenehmen Bedingungen.

Wetterverhältnisse:
Viiiiel Schnee, Pulver, ungetrübter Sonnenschein, angenehme Temperaturen im Minusbereich, kaum Wind.

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 26. Februar 2013
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 7.2 km, Kiental 958 m, Parkplatz Postautohaltstelle «Ramslauenen» – Tschingelsee 1150 m – Tschingel Parkplatz 1160 m – Hexenkessel 1180 m – Pochtenfall 1309 m – Pochtenalp 1416 m – Griesalp 1408 m
Aufstieg: 547 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std.Tageszeit: 14:10 bis 17:10 Uhr

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