Guscha 2140 m – eine überraschend schöne Gratwanderung

Guscha? Kaum jemand kennt diesen Gipfel, dessen nördlicher Felskopf Schönhalden um ca. 700 Hm überragt und auf der Vorbeifahrt auf der A3 auf Höhe der Ausfahrt Flums immer wieder (unsere) Blicke anzog. Doris’ Vorschlag, an diesem Montag wieder einmal eine Tagestour in den Flumserbergen unternehmen, kam gut an. Und anständiges Wanderwetter wurde auch vorhergesagt. Ab A3-Ausfahrt Flums und der Ortsdurchfahrt in Flums (in Richtung Flumserberg) nach dem grossen ehemaligen Industriegebäude Flumserei links abbiegen (gut ausgeschildet «Saxli, Berghotel Schönhalden»). Nach 1.5 km Bergfahrt war im Ortsteil Saxli die auf 640 m.ü.M. liegende Talstation der kleinen Doppelgondelbahn erreicht (ausreichend P vorhanden). Mit der immer zur vollen und halben Stunde verkehrenden Bahn bewältigten wir zeitsparend und elegant fast 900 Hm zum Preis von Fr. 20.00 pro Person (Berg- und Talfahrt). Gleich bei der Bergstation nahmen wir den direkten Eingang ins nach einer Brandkatastrophe neuerbaute Berghotel Schönhalden – der Startkafi musste sein. Bergseitig hinter dem Haus beginnt der w-r-w-markiert ausgeschilderte Wanderweg. Über steiles Weideland im stillgelegten ehemaligen Klein-Skigebiet war Fulriet bald erreicht. Nach einer kurzen Waldstrecke wurde der Blick frei zum Pizol-Gebiet und weiter in Richtung Mädems und Hüenerchopf. Vorbei an friedlich weidendem Vieh war die Abzweigung bei P.1711 rasch erreicht. Hier hielten wir rechts, um auf steiler werdendem Pfad rechts (nördlich) der felsigen Wisswand in engen Stufe aufzusteigen. Unterhalb der ebenfalls felsigen Wand des Guscha war die steile Stufe zu erkennen, welche zu P.1994 hochführte. Alternativ hätte sich unterhalb auch die Aufstiegsmöglichkeit weiter östlich und näher am Grat geboten. Bei P.1994 vereinen sich die beiden Pfade wieder. Ab hier noch etwas steiler, aber gut zu begehen der Aufstieg zum Kreuz, welches markant an der Kante des nördlichen Ausläufers des Guscha auf etwa 2060 m.ü.M. steht – hier geht’s 200 m senkrecht runter. Beim Kreuz, das nicht der höchste Punkt des Guscha ist, trafen wir den einzigen Berggänger heute – Wildhüter Paul aus Mels mit seiner Hündin Cindy. Nach einer netten Schwatz-Pause hielten wir weiter in Richtung Grat und erreichten beim grossen Steinmann den höchsten Punkt 2140 m.ü.M. Zwar erst halb zwölf, war der Ort trotzdem gerade richtig, um eine ausgedehnte Rast abzuhalten – mit wunderbarem 360°-Panorama. Weit und breit niemand unterwegs, mit Ausnahme einer Gruppe, welche sich grade auf dem Gratübergang zwischen Steingässler und Hochgamatsch befand (Distanz 2 km). Hatte uns die bisher attraktive Streckenführung über den nicht ausgesetzten Grat überrascht, ging es vorerst weiter so. Auf dem Vorderchamm angelangt dann der steile Abstieg über Chuewägli zum hundert Meter weiter untenstehenden Chammhüttli – niemand da. Beim nahestehenden Wegkreuz nutzten wir die Bankniederlassung für eine Trinkpause, und natürlich zum Genuss der Aussicht – unter uns die Alp Mädems Hintersäss. Der steile, aber gut gepflegte Weg zur Alp hinunter führte unterhalb des markanten Schluderichopf vorbei. Bis zur Alp hinunter begleitete uns die friedliche Glockenmusik der weidenden Tiere. Auf den letzten Metern kurz vor der Alp war der Untergrund dann verständlicherweise etwas morastig, Grasbuckelhüpfen war angesagt. Der Weg führte zwischen den Alphütten durch – und an einer wunderschönen Sauerei vorbei (siehe Bilder). Auf dem uns von Schneeschuhwanderungen (zur oberhalb liegenden Pfufisegg) bekannten Normalweg wanderten wir zurück, bis sich die Runde schloss beim Verzweigungspunkt 1711. Der Ausblick ins Rheintal und in die Vorarlbergischen und Bündner Alpen beeinträchtigte unsere Aufmerksamkeit leicht, so dass wir den (unfallträchtigen!) Kuhfladen nur reflexartig😎 ausweichen konnten. Immerhin erreichten wir den Ausgangspunkt unbeschadet, und die Panachées auf der Terrasse im Berghotel Schönhalden bildeten den willkommenen Schlusspunkt.

Fazit:
Eine schön aussichtsreiche, unerwartet einsame Kammwanderung

Wetterverhältnisse:
Sonnig mit leichter Bewölkung, ca. 17-20°, windstill, sehr angenehm im Vergleich zu den hinter uns liegenden Hochsommertagen

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 27. August 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 9.1 km ab Berghotel Schönhalden 1484 m – Fulriet P.1680 – Abzweigung P.1711 – Wisswand – P.1994 (Steilstufe) – Guscha Kreuz 2092 m – Guscha Steinmann 2140 m – Vorderchamm – Chammhüttli 2040 m – Alp Mädems Hintersäss 1776 m – Abzweigung P.1711 – Fulriet P.1680 – Berghotel Schönhalden 1484 m
Aufstieg: ca. 674 m
Abstieg: insgesamt ca. 666 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.

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