Lötschepass 2689 m – Rundwanderung ab Lauchernalp 1969 m

Ziel unseres zweitägigen Aufenthalts im herbstlichen Lötschental war Ried und dort das Hotel Nest- und Bietschhorn. Zu viert – in Begleitung von Susanne und Richi, war Genuss angesagt. Die Anreise am Samstag über die Pässe Susten und Grimsel boten herrliche Aussichten in die Bergwelt. Nach der Ankunft in Ried folgten wir der Empfehlung von Esther Bellwald, der Hotelière des Hotels, mit dem Postauto nach Küemad zu fahren und von dort im famosen Abendlicht über Blatten nach Ried zurück zu spazieren (3.7 km, 45 Minuten, T1). Das lohnte sich allein schon der Ausblicke wegen, diente aber auch als kleine Alibiübung in Erwartung des viergängigen Abendessens von Küchenchef Laurent Hubert (15 G&M-Punkte), Ehemann von Esther Bellwald. Das Essen war dann auch der genussreiche Abschluss des Tages. Selbstverständlich durfte an diesem Wochenende eine richtige Bergwanderung nicht fehlen; morgen Sonntag geht es auf eine Rundwanderung hoch zur Lötschepasshütte.

In diesem wundervollen Wanderherbst, der einem ebensolchen Sommer folgte, liegt gold-richtig, wer in der Bergwelt wandelt. Die Lötschentaler haben ihren Schatz, das Lärchengold, rechtzeitig «ausgepackt» – und wie (siehe Bilder)! Nach dem Frühstück kurze Fahrt nach Wiler und mit der Luftseilbahn hoch zur Lauchernalp. Nach dem Startkafi im Panoramarestaurant Zudili starteten wir um zehn Uhr in Richtung Stafel, der Bergstation des Sessellifts (im Winter in Betrieb!). Wie erwartet, waren wir heute nicht die einzigen, die meisten Bergwanderer wählten allerdings den Klassiker (Panoramawanderung auf dem Lötschentaler Höhenweg bis zur Fafleralp). Auf dem staubtrockenen Weg, vorbei am Restaurant Bergsonne und an den vielen Wochenendhäuschen, waren die ersten 160 Hm Aufstieg rasch zurückgelegt. Beim obersten Gebäude, dem Berghaus Lauchernalp, unterhalb des Arbächnubel, stiegen wir noch ein etwas hoch zum dem Wanderweg, um auf diesem dann bei P.2184 in westlicher Richtung zu halten. Über Mälcherboden bis P.2372 über alpiges Gelände oberhalb der Hockenalp, wo wir die Runse der Schreija überquerten. In einer nach Süden ausholenden Rechtskurve (der Direktaufstieg wäre auch möglich…) erreichten wir – nun in etwas felsigem Gelände – Sattlegi (P.2566). Über uns die Schwarzi Simmla, und darüber die 700 m aufragenden Felsgipfel Kleinhockenhorn und Hockenhorn. Auf dem folgenden Kilometer bis zur Simmle verlief die Strecke auf gleicher Höhe, dafür zunehmend über Blocks. Der weitere Hüttenweg verlief in leichtem Auf und Ab, über 1.7 km waren nur noch ca. 120 Hm aufzusteigen. In diesem Abschnitt wurde der w-r-w-markierte Wanderweg etwas anspruchsvoller, nie aber ausgesetzt. Vorbei an einigen ausgetrockneten Seelein überschritten wir nacheinander die Linien der beiden tief unten durch den Lötschberg führenden Bahntunnels. Plötzlich war auch das Tagesziel zu sehen, die 2690 m.ü.M stehende Lötschepasshütte (Laufzeit bis hierher ca. 2 Std. 25 Min.). Jetzt machte sich auch die böige Bise bemerkbar, so dass wir mangels windgeschütztem Platz Zuflucht in der von Tagesbesuchern gut frequentierten Hütte suchten. Klar, dass wir uns eine ausgiebige Mittagspause gönnten. Nicht zum ersten Mal brachte uns die Aussicht hier oben zum Staunen. Im Nordwesten das massige Balmhorn (3698 m) mit dem zackigen Zackengrat und dem Wildelsiggrat, im Westen das Ferdenrothorn (3180 m) mit seiner faszinierenden Schönheit, dazwischen die Gitzifurggu – vollständig schnee- und eisfrei. Im Süden stehen die Walliser Hochalpen aufgereiht – und hoch über dem Lötschental natürlich das omnipräsente Bietschhorn; die ausgezeichnete Weitsicht reichte bestimmt >60 km. Etwas anderes galt es auch zu bestaunen: der seit letztem Winter bestehende extravagante Spa-Bungalow.

Diesmal wählten wir für den Abstieg die Strecke über die Kummenalp. Die stärker werdende Bise nun im Rücken, wandelten wir über die glatt geschliffenen Felsplatten zum grössten der Hüttenseelein hinunter. Obligates Motiv hier das sich im Wasser spiegelnde Bietschi. Vor uns nun der Stierstutz – ein sehr steiler Pfad direkt entlang senkrecht aufragender Felswände mit alten Markierungen w-b-w, aktuelle Wegführung w-r-w. Am unteren Ende des Stierstutzes trafen wir auf eine Verzweigung mit dem Hinweis auf den «Gitziweg», welcher westwärt (in Richtung Ferdenpass?) führte, aber mit einigen Steinen leicht verbarrikadiert war. Wir hielten nach Osten, um über weniger steile Alpen die bereits im Schatten stehende Kummenalp zu erreichen. Entsprechend kühl war es hier (bei zunehmend bissiger Bise). Über die Brücke des Färdanbachs liefen wir auf dem Lötschentaler Höhenweg (1 Std. bis Lauchernalp) und leicht ansteigend wieder an der Sonne. Mittlerweile war es kurz vor vier Uhr. Der Abschnitt bis zur Lauchernalp führt unterhalb der Hockenalp durch, und der im letzten Winter stark beschädigte und teilweise gesperrte Weg ist instand gestellt. Zwischen den Blicken durch die goldigen Lärchen Kalenderbildmotive noch und noch – immer mit dem Bietschhorn im Blickfeld. Beim hübschen Weiler Stafel vorbei am schönen Kirchlein, entlang dem Themenweg (Biotop-Rundwanderweg), nun die Bergstation Lauchernalp in Sichtweite. Hier blies uns die starke Bise fast vom Weg; zum Glück kamen die Böen von hinten, so konnte uns der aufgewirbelte Staub nicht weiter stören. Auf der Lauchernalp angekommen, schwebten wir nach kurzer Wartezeit in wenigen Minuten zum Talort Wiler hinunter. Eine exzellente Rundtour fand einen tollen Abschluss…

Fazit:
Kontrastreiche Genusstage waren das – und gemütlich war’s wie immer mit Susanne und Richi…

Wetterverhältnisse:
Perfektes Wanderwetter, Sonne pur, wolkenlos, ca. 0 bis 10° (Lötschepass ca 3°), spürbare Bise (Böen bis ca. 35 km/h), was die gefühlten Temperaturen tiefer erscheinen liess.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 21. Oktober 2017
Schwierigkeit: T3 (Stierstutz), ansonsten T2
Strecke: 12.4 km, Bergstation Lauchernalp 1965 m – Stafel 2102 m – P.2184 – Mälcherboden 2285 m – P.2372 – Sattlegi (P.2566) – Simmle – Lötschenpass 2690 m – Stierstutz – Kummenalp 2086 m – Lötschentaler Höhenweg bis Stafel 2047 m – Bergstation Lauchernalp
Aufstieg: ca. 866 m
Abstieg: ca. 853 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std. 45 Min.

4 Gedanken zu „Lötschepass 2689 m – Rundwanderung ab Lauchernalp 1969 m“

  1. immer wieder schön dort oben – jetzt besonders farbintensiv!

    mit zwei meiner Töchtern war ich anfangs August oben – und auf dem Hockenhorn; nächstes Jahr werde ich die Überschreitung Gasteretal-Lötschental mit Hockenhorn als Clubtour anbieten 🙂

    liebe Grüsse, Felix

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