Neuenalpspitz 1816 m – Gmeinenwishöchi 1818 m

Wieder einmal etwas knackiges im Toggenburger Alpstein – das war die Idee. Wenn sich dann noch Susanne mit Richi spontan entschieden, mitzumachen – perfekt! Treff in Wattwil, Fahrt nach Unterwasser – nicht ohne unterwegs beim Schäflisepp in Alt St. Johann einzukehren (Startkafi mit Zopf!). Um halb zehn dann Start ab Burst, wo sich ein kleiner Parkplatz befindet – erstaunlich, dass es noch freie Plätze hatte an diesem aussergewöhnlich warmen Herbsttag. Die geteerte Fahrstrasse verliessen wir nach etwa 500 m bei Gamser (P.1349) um der über die Wiese steil zur Chrinn (1349 m) hoch führenden Spur zu folgen. Oben angekommen, waren die ersten 200 Aufstiegsmeter hinter uns, und vor uns der spiegelglatte Gräppelensee. Auf der Fahrstrasse marschierten wir bis zur ca. 2 km westlich liegenden Neuenalp, dann verliessen wir (geteerte) Strasse bei Oberstofel w-r-w ausgeschildert rechts in Richtung Neuenalpspitz zu halten. Ab hier nun voll an der Sonne, wanderten wir auf der Naturstrasse gemütlich plaudernd unterhalb des markanten Neuenalpspitz über Hoor zum Schlofstein (1600 m), wo eine erste Rast angesagt war. Der Tiefblick über die Felswand hinunter nach Stein und zum Nachbarn Stockberg faszinierte uns. Die nun vor uns liegenden 220 Aufstiegsmeter über eine Strecke von 900 m zum ersten Gipfel waren schon etwas fordernder, nicht zuletzt auch der spannenden felsigen Steilstufe wegen, welche es unter dem Gipfel zu übersteigen galt. Fast schon unvermittelt standen wir dann auf dem Neuenalpspitz (1815 m). Einige Gipfelstürmer waren schon oben, für uns bot sich auf dem kleinen Gipfelplateau dennoch ausreichend Platz für einen gemütliche und aussichtsreichen z’Mittag. Ein aufgestellter Vorarlberger beglückte uns mit seinem Gipfelkonzert auf seiner Mundharmonika – danke herzlich! Nach diesem Plausch der Ernst – vor resp. unter uns der kurze, aber steile und weil schattenhalb verlaufend etwas rutschige Abstieg zum Gmeinenwisgrat. Auf dem Grat dann an zwei Stellen knackige Klettereien über steil aufragende Felsstufen (T3+, I), der Fels war ausgezeichnet und griffig, an einer Stelle (vielleicht unnötig) seilgesichert – uns hat die Partie bis zum P.1728 ausgezeichnet gefallen. Zwei entgegenkommende Berggänger «freuten» sich weniger, jedenfalls hörten wir ungewollt deren Kommunikation («wie kommen wir hier wieder runter»?). Ab P.1728 ein kurzer Grataufstieg auf einer Grashalde, dann standen wir schon auf Gmeinenwishöchi West (P.1802). Wieder der Blick zu den nördlich liegenden Gipfeln (Stockberg, Hinterfallenchopf, usw.) und hinunter nach Lutertannen – von wo uns das Gedröhne der Töffs beschallte, welche die Schwägalp-Passstrasse befuhren. Nach ein paar Metern war auch schon der heute höchste Punkt erreicht, die Gmeinenwishöchi Ost (1818 m). Hier oben wiederum ein formidables Panorama in allen Richtungen. Möglicherweise gäbe es hier eine nordöstlich verlaufende Abstiegsvariante zum Alpli(?) – wir entschieden uns für den markierten Abstieg. Dieser führt südöstlich steil hinunter, um dann eine Geröllhalde zu queren. Nach kurzem auf und ab war das Alpli erreicht, das um halbdrei Uhr bereits im Schatten stand. Also nichts wie weiter in Richtung Windenpass (Distanz 1 km). Dieser Abschnitt war sehr reizvoll, vor allem des hier sehr schönen Legföhrenbestands wegen. Die letzten Abstiegsmeter kurz vor dem Pass führten dann durch eine steile und ruppige, aber durchaus spannende Rinne hinunter. Auf dem Windenpass dann wieder volle Besonnung! Etwas sehnsüchtig gingen unsere Blicke hoch zum Lütispitz – das Ziel für eine weitere Tour! Wir zogen weiter, zur Alp Hinterwinden absteigend, wo ein voll an der Sonne hängendes Thermometer 38°(!) anzeigte. Ab hier wählten wir nicht den Fahrweg, sondern den markierten Wanderweg, der über schönes Alpgelände oberhalb von Foggboden über Winkfeel zum idyllisch gelegenen Gräppelensee führte. Licht der Nachmittagssonne sorgte für ein herrliches Beleuchtungsspektakel. Jetzt noch der kurze Aufstieg zur Chrinn, dann der Abstieg hinunter – hier war Vorsicht geboten, weil das viele Lauf und die darunter «versteckten» Steine Misstritte provozierten. Gesund aber ermattet erreichten wir unseren nunmehr einsam dastehenden PW. Auf der Heimfahrt dann wie erwartet starker Rückreiseverkehr – für unsere Schaffhauser Bergfreunde leider etwas «staumässig»…

Fazit:
Ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer (vorweihnächtlicher!) Wandertag mit Susanne und Richi – danke herzlich für die eure nette Begleitung! Hoffentlich «spürt» Susanne ihre etwas malträtierte Achillessehne nicht zu arg – gute Besserung jedenfalls! Und bis bald wieder einmal – auf Schneeschuhen?!

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, Steigeisen, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tourdatum: 8. November 2015
Schwierigkeit: T3+, I (UIAA-Skala)
Anreise: PW Toggenburg bis Unterwasser (Halden, Parkplatz Burst)
Strecke: 14.3 km, Halden/Burst (kleiner Parkplatz) – Chrinn – Gräppelensee – Risi – P.1403 – P.1414 (Rietegg) – P.1435 – Hoor (P. 1487) – Schlofstein (P. 1600) – Neuenalpstein – Gmeinenwisgrat (P.1728) – Gmeinenwishöchi West (P. 1802) – Gmeinenwishöchi Ost (P.1818) – Alpli (P.1674) – Windenpass (P.1630) – Hinterwinden – Foggboden – Winkfeel – Gräppelensee – Chrinn – Burst
Aufstieg: ca. 940 m
Abstieg: ca. -940 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 30 Min.

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