Pass dal Fuorn – God Tamangur – S-charl

Gemütliche Fahrt mit der RhB via Samedan (wo Michael zustieg) bis Zernez, dann Umstieg ins Postauto (viele Gleichgesinnte, deshalb wurde der Kurs doppelt geführt, die meisten fuhren bis Buffalora). Auf dem Ofenpass um 10 Uhr angekommen, begann unsere Tour auf der Passhöhe Süsem Givè, gleich gegenüber des Hotels, auf dem w-r-w markierten Wanderweg. Der Pfad führte in leichtem auf und ab wunderschön durch lichten Wald. Ab und zu wurde der Blick auf die gut hörbare Passstrasse frei, darüber der schon leicht eingeschneite 2968 m hohe Piz Daint (auch eines unserer Ziele…). Mit dem Verlassen des Waldes weitete sich der Blick zum (kleinen) Skigebiet von Tschierv, weiter südlich der Blick zum majestätischen Ortler (3905 m) – welch ein Postkarten-Panorama! Auf der Alp da Munt dann Richtungsänderung nach Nord, nun auch steiler werdend. Auf den nächsten 1.2 km waren ca. 180 Hm zurück zu legen, die Fuorcla Funtana da S-charl, erreichten wir nach anderthalb Stunden. Hier oben machte sich eine allerdings nicht weiter störende Bise bemerkbar. Vor uns weitete sich das Super-Panorama (Piz Mutera, Piz Starlex, Lorenziberg). Im Abstieg zur etwa 250 m tiefer liegenden Alp Astras waren wir gemütlich unterwegs (Schonung für Michael); vor der Alphütte fanden wir an windgeschützter Stelle einen erstklassigen Picknickplatz an der Sonne. Alleine waren wir hier nicht, vielleicht ein Dutzend Gleichgesinnte. Nach ausgiebiger Verpflegungspause liefen wir unterhalb der Alphütte in Richtung God Tamangur; dieser höchstgelegene Arvenwald Europas war der Hauptgrund für unsere heutige Tour. Diese Streckenvariante bis S-charl ist mit 2 Std. 15 Min. etwas länger, als diejenige über die Fahrstrasse (1 Std. 45 Min.), dafür lohnender. Etwa 50 Hm über dem Wasser der Clemgia erreichten wir den God Tamangur. Sagenhaft schön, dieses Naturwunder (siehe Bilder)! Nur den Retter des God Tamangur, der Tännenhäher, bekamen wir leider nicht vor die Linse. Kurz vor der verfallenen Alphütte Damangur Dadora (2127 m) verliessen wir den Wald, um dann beim P.2018 die Fahrstrasse zu erreichen. Parallel zur hier noch zahmen Clemgia passierten wir Plan d’Immez und etwas weiter Plan San Martaila. Vor uns türmte sich das Massiv mit den Gipfeln Piz Pradatsch, Piz Madlain und Piz Cotschen auf. Das Farbenspiel mit dem blauen Himmel und dem Gold der Lärchen lieferte Postkartenmotive. Bald war S-charl (1810 m), ein nur im Sommer bewohnbares Dörfchen, erreicht wo auch schon zwei Postautos bereit standen, die bestimmt mehr als hundert Wanderer mitzunehmen. Die 16 km lange Talfahrt bis nach Scuol hinunter (1208 m) war unglaublich spektakulär; am 30. Juli (und im August ein zweites mal) wurde die «Strasse» als Folge heftiger Gewitter von mehreren Murgängen und Felsstürzen an verschiedenen Stellen vollständig zerstört; S-charl war von der Umwelt über eine Woche lang abgeschnitten. 15 Personen sassen in ihren Fahrzeugen fest, wie die Kantonspolizei Graubünden damals mitteilte. Die Rega konnte im Verlauf einer Nacht 13 Personen, darunter zwei Kinder, an einem Seil hängend aus dem Val S-charl ausfliegen. Zwei Personen mussten die Nacht in ihrem blockierten Fahrzeug (in einem Tunnel!) verbringen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Auf unserer Talfahrt über die provisorische Piste konnten wir die Schäden und die Bauarbeiten an den sehr schwierig zugänglichen Stellen beobachten. Auf Fotos verzichteten wir aus Gründen des Respekts. Von den Eindrücken fast schon überwältigt, waren wir froh, das Ziel Staziun Scuol-Tarasp wohlbehalten erreicht zu haben. Die sichere Rückfahrt mit der RhB war dann sehr erholsam…

Fazit:
Wiederum eine Herbstwanderung der Superlative! Unschwierig, gute Kondition vorausgesetzt. Wunderbar! Einzigartig! Farbenfroh! Eindrücklich!

Wetterverhältnisse:
Traumwetter! Sonne pur, wolkenlos, ca. 8 bis 14°, wenig Wind aus NO.

Hilfsmittel:
Wanderschuhe, evtl. Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. Oktober 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km
Aufstieg: ca. 387 m
Abstieg: ca. 709 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 30 Min. 

Kamera:
Sony DSC-HX90V

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