Schibenstoll 2234 m – unser 6. von sieben Churfirsten

Am Nationalfeiertag 2017 bestiegen wir Nachbar Zuestoll. Für heute nahmen wir uns den Schibenstoll vor – einer der uns noch fehlenden Churfirsten (fehlt nur noch der Frümsel).

Die ersten 500 Hm legten wir wie auch schon zurück mit der Sessel- und Gondelbahn Alt St. Johann-Sellamatt. Bei bestem hochsommerlichem Bergwetter begannen wir gemütlich, wie immer begleitet vom Glockenklang des Alpviehs. Auf Zinggen den Sagenweg überquerend, dann in Richtung Hinderlücheren über den breiten Alpweg. Die eindrücklich steilen Zacken der Churfirsten vor uns, wie immer etwas unnahbar wirkend. Über Langlitten und Rügglizimmer etwas steiler und wilder werdend hoch zur Verzweigung Rüggli, wo es rechts w-b-w zum Zuestoll und für uns links w-r-w zum Schibenstoll hochging. Hier ein erster Trinkhalt, nach einer Stunde; jetzt noch ca. 500 Hm vor uns. Nach wenigen Metern war der eindrückliche Karr erreicht, den es zu überqueren galt. Auf den teilweise scharfkantigen Kalkfelsen galt es trittsicher zu balancieren, stürzen war jedenfalls keine Option. Vor uns die mächtige Flanke des Schibenstoll, unter deren Felsband der markierte Pfad schon zu sehen war – schattenhalb. Zur Rechten der markante Gipfel des Zuestoll, und zwischen den beiden Gipfeln die Stollenfurgge, der Übergang zum Einstieg auf den berühmt-berüchtigten Schnüerliweg (T5+). An der Felswand angelangt, wurde der Pfad über hohe Tritte steiler bis sehr steil, gelegentlich nassfeucht und deshalb rutschig. Nach etwa 500 m Strecke (200 Hm) war die Sonne erreicht, welche durch eine Scharte schien. In dieser windeten wir uns vorsichtig hoch bis wir schliesslich auf dem flacher werdenden Rücken des Bergs fast schon gemütlich über Alpweideland zum näher kommen Gipfelkreuz gelangten. Auf dem Weg zum Gipfel und etwas abseits einer Herde weidender Schafe leider eine Totgeburt – grauslig und bedrückend zugleich. Oben dann die gewohnt spektakuläre Aussicht und der Tiefblick über die senkrechten Wände hinunter auf den 1800 m weiter unten liegende Walensee. Die Gipfelrast genossen wir wie immer ausgiebig – mit Blick zum Alpstein natürlich, und hinüber zu den Nachbarn Zuestoll und Hinderugg, von wo einige Gleitschirmpiloten mutig über die Kanten starteten. Kurz vor Aufbruch zum Abstieg dann noch folgende Szene: eine fünfköpfige (amerikanische?) Gruppe mehr oder weniger gut ausgerüsteter BerggängerInnen erreichte den Gipfel; vor allem eine nicht mehr ganz junge Frau war mit auffallend (fahrlässigem) Schuhwerk ausgerüstet, Sandalen nämlich. Dafür war sie mit einem als Kamera herhaltenden Tablet unter dem Arm schon fast overdressed. Wir verzogen uns vom Gipfel, um die absurde Show nicht weiter miterleben zu müssen…

Für den Abstieg über den grasigen Rücken und erst recht über den nachfolgenden steilen und rutschigen Bänderpfad war der Einsatz der Stöcke sehr hilfreich. Auf dem Karr angelangt, versorgten wir die Hilfsmittel um die Hände frei zu halten. Ab der Verzweigung Rüggli ging dann alles sehr rasch. Auf Hinderlücheren genehmigten wir uns dann am bekannten SB-Stand ein kaltes Getränk. Der Weiterweg bis zur Bergstation Sellamatt war vergnügliches Auslaufen, vorbei am friedlich weidenden Alpvieh.

Fazit:
Eine schöne Bergwanderung auf unseren 6. Churfirstengipfel war das! Den noch ausstehenden siebten schaffen wir wohl auch noch in diesem tollen Bergsommer…

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig und heiss, ca. 24 bis 29°, praktisch windstill, am Nachmittag einige Schönwetterwolken, welche gelegentlich und angenehmerweise für etwas Schatten sorgten.

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Juli 2018
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 9.9 km ab Sellamatt 1389 m – Zinggen – Hinderlücheren – Langlitten – Rügglizimmer – Rüggli 1740 m (Verzweigung) – Schibenstoll (2234 m)
Aufstieg: ca. 870 m
Abstieg: insgesamt ca. 870 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

8 Gedanken zu „Schibenstoll 2234 m – unser 6. von sieben Churfirsten“

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