Sulzfluh (2817 m) – Abbruch bei 2520 m.ü.M.

Auf zur voraussichtlich letzten Schneeschuhtour in diesem Winter! Die Tour auf die Sulzfluh lockte, weil uns dieser schöne Berg auf unserer Tour vom 30. Januar 2016 (Chrüz-Überschreitung) in die Augen stach. Beim Recherchieren fiel uns auf, dass dieser Gipfel ein Skitourenberg ist, Begehungen mit Schneeschuhen sind rar – also ein Versuch wert. Als Skitour mehrheitlich mit ZS qualifiziert; wohl wegen der Steilstufe zum Gemschtobel – auch heute die Schlüsselstelle. Aber das wichtigste zuerst: wir schafften den Gipfel leider nicht! Wie schon auf der Winterhorn-Tour hatte ich (Ruedi) mit einem Schwächeanfall zu kämpfen. Aber der Reihe nach!

Start kurz nach 07:00 Uhr bei Tagesanbruch ab Partnunstafel (Berggasthaus Sulzfluh) – vielleicht eine Stunde zu spät, wie wir später erkennen mussten. Nach einer klaren Nacht stiegen wir auf einer guten und hartgefrorenen Spur in Richtung Berggasthaus Alpenrösli und weiter bis P. 1801, wo uns ein Wegweiser links wies. Den Direktaufstieg über Wanne wählend, erreichten wir bald Gruoben (1975 m). Hier erlebten wir ein einmaliges Schauspiel: vier Birkhähne trugen Scheinkämpfe aus, ohne sich von uns stören zu lassen. Aufmerksam wurden wir durch die lauten und sehr auffälligen Rufe; sieh auch hier. Allerdings war die Distanz etwas gross und die Lichtverhältnisse so, dass die Aufnahmen von minderwertiger Qualität sind. Uns hat dieses Schauspiel sehr beeindruckt! Der weitere Aufstieg führte bis zum P. 2095, wo ein Schneeschuhtrail zur Garschinahütte führte; wir hielten rechts hoch (N) in Richtung Felswand, wo der Einstieg zur Steilstufe immer deutlicher zu sehen war. Die Strecke über den stark geneigten Schräghang und die hartgefrorene Spure bis zur Einstiegstelle war mit Schneeschuhen grenzwertig. Den Einstieg versuchten wir erst mit Schneeschuhen; die mit tiefen und hartgefrorenen Trittspuren versehene Steilstufe war heute eindeutig besser ohne zu bewältigen – auch die Ski-Tourengänger demontierten ihre Skis. Zwar konnte man sich zu Beginn auch am Fels festhalten, aber ausrutschen wäre nicht ratsam. Die im oberen Teil etwas abflachende und gut eingeschneite Enge ist bestimmt die Hauptschwierigkeit auf dieser Tour. Oben dann genügend Platz, um die Schneeschuhe wieder zu montieren und den weiteren Aufstieg durch das Gemschtobel anzugehen. Vor uns der markante Felsgipfel der Sulzfluh, bietet der weitere Aufstieg keine nennenswerten Schwierigkeiten (WT2) – von der Neigung (geschätzt 20 bis 25°) einmal abgesehen. Keuchend und immer wieder kleine Pausen einlegend, musste ich (Ruedi) erkennen, dass heute die Tagesform nicht stimmt. Auf einer Stufe bei ca. 2520 m dann die Entscheidung zum Abbruch und zur Umkehr – leider (für Doris). Für die restlichen ca. 300 Hm hätten wir noch etwa 45 Min. (ein Weg) benötigt. Was für eine Enttäuschung! Jetzt schaffe ich nicht mal mehr tausend Aufstiegsmeter, dröhnte es in meinem Kopf. Ob sich noch immer die Folgen dieser Infektion bemerkbar machten? Oder einfach eine Unterzuckerung? Schweren Herzens also Umkehr. Etwas weiter unten dann eine (trotzdem) verdiente Rast an der wunderbaren Sonne – schliesslich sollte meine grauweisse Gesichtsfarbe etwas bronziert werden! Der weitere Abstieg bis zur Steilstufe verlief ohne weitere Zwischenfälle (runter geht’s halt immer bequemer…). Der Abstieg durch die Schlüsselstelle hinunter dann wieder „barfüssig“, heikler als der Aufstieg. Unten angekommen, mieden wir die Querung des Steilhangs und hielten direkt hinunter in Richtung Partnunsee im mittlerweile schon sulzigen Schnee. Am unteren Ende des Sees, bei P. 1870, erreichten wir den Schneeschuhtrail, und bald auch wieder Partnunstafel und das Berggasthaus Sulzfluh. Auf der sonnigen Terrasse genossen wir den famosen Blick in die umliegende Bergwelt und die Stärkung hellte unsere Stimmung auf.

Fazit:
Die Gründe für meine Formschwäche werde vermag ich nicht richtig deuten: war das Aufstiegstempo zu hoch? Waren es Spätfolgen der Infektion? War es die Wetterlage (Föhn)? War es die Höhe? Vergessen wir’s! Einen sehr schönen Bergtag haben wir trotzdem erlebt. Und Doris hat gesagt, dass sie mich wieder mal mitnehme – was mich tröstet…

Lawinensituation:
Laut SLF: Stufe 2 „mässig“

Parameter:
Tour-Datum: 11. April 2016
Schneeschuhtouren-Schwierigkeit: WT3+ (Steilstufe)
Strecke: 8.1 km, Partnunstafel (Berggasthaus Sulzfluh) – Wanne – Gruoben – Steilstufe – Gemschtobel – Abstieg zum Ausgangspunkt über Partnunsee
Aufstieg: ca.  800 m
Abstieg: ca.  -800 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 11 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 18 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera: Nikon Coolpix P900

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