ViaStockalper 2|3: Simplonpass – Simplon Dorf

Nach einer angesichts der Lage direkt an der Nationalstrasse erstaunlich ruhigen und erholsamen Nacht trafen wir uns (nicht zu früh) um acht Uhr zum Frühstück. Auf dem bereits belebten Pass tummelten sich schon die ersten Wanderer und mobilen Nomaden. Nach dem ausgiebigen Genuss des famosen Bergpanoramas (im Norden reichte die Sicht bis zum Finsteraarhorn, im Osten das Breithorn mit deutlich sichtbaren Aufstiegsspuren zum Breithornpass auf dem Homattugletscher, der Chaltwassergletscher und darüber der Monte Leone, das dominante Hübschhorn, und im Süden das Fletschhorn). Bei dieser Kulisse fiel es uns nicht ganz leicht, loszulaufen. Doch vor uns lag ein weiterer Abschnitt unserer Kulturwanderung. Westlich der Nationalstrasse erst über flaches Weideland, ab Niwen dann auf dem alten Säumerweg bis zum Alten Spittel und dem Barralhaus, Fotosujets erster Güte. Nach einem kurzen Stück der asphaltierten Fahrstrasse entlang setzte sich der Wanderweg fort bis zur Nideralp, wo einige schmucke, alte Häuschen stehen. Über schönes Weideland fast flach weiter zur Chlusmatte, dort links haltend (rechts führte der Weg hinauf zum Sirwoltesee und Sirwoltesattel). Nach ein paar hundert Metern schon war die erste Tankstelle erreicht: das Gasthaus Engiloch (steht zum Verkauf für Fr. 533333). Wir hatten Zeit, also genossen wir diese erste Trinkpause… Nach der Rücküberquerung der Nationalstrasse der kurze Aufstieg zum Saumpfad, und dann über schönes Weideland leicht absteigend bis zum Weiler Maschihüs, einem Bio-Bauernhof. Kurz vor der Brücke über den Chrummbach fanden wir eine schattige Stelle direkt am Bach – wunderbar, um das Lunchpaket zu verzehren. Vom Maschihüs führte der Pfad nahe und parallel der Nationalstrasse bis zum schmucken Weiler Egga, vorbei an einer schönen Kirche und an gepflegten Häusern. Nach einem kurzen Abschnitt auf der alten Passstrasse führte der Wanderweg rechts weg in den Wald. Jetzt durchquerten wir die eindrückliche Landschaft durch das mächtige Geschiebe des Gletschersturzes von 1901. Hier geht der Blick hoch zum eindrücklichen Rossbodegletscher resp. zu dessen gigantischer Abbruchstelle. Unterhalb der Häusergruppe Sengg senkte sich der Saumweg in einem weiten Bogen und führte über schönes Wiesland hinunter nach Simplon Dorf. Im Zentrum war unsere Bleibe für die kommende Nacht, das Hotel Grina, nicht zu verfehlen. Schnurstraks ab in den schönen Garten, Prost mit Panachés🍻! Nach dem Zimmerbezug und einer kurzen Siesta nutzten wir die reichlich verfügbare Zeit für einen ausgedehnten Dorfrundgang, den Besuch des wunderbaren Ecomuseums im «Alten Gasthof». Das schöne Dorf verdient einen Besuch – auch wenn viele auf der Nationalstrasse einfach achtlos vorbeisausen. Dem Apéro im Garten folgte das abschliessende leckere Abendessen im Hotelrestaurant (natürlich CB!!).

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe glich einem Wander-Spaziergang auf Napoleons Spuren in eher anspruchslosem Gelände. Landschaftlich sehr reizvoll, mit hohen Gipfeln in allen Richtungen und vorbei an schönen Weilern.

Wetterverhältnisse:
Ein Traumtag, wolkenlos, blau blau blau, 20 bis 26°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 30. Juni 2018
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 9.6 km, Wanderweg Nr. 90, Simplonpass Hotel Monte Leone – Niwen – Alter Spittel – Nideralp (1825 m) – Chlusmatte – Engiloch (Restaurant) – Maschihüs (1621 m) – P.1593 – Egga – Gletschersturz – Simplon Dorf (ca. 1470 m)
Aufstieg: ca. 60
Abstieg: ca. -570 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 50 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 08 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 13:30 Uhr
Unterkunft: Hotel Grina (sehr empfehlenswert!)

Kamera:
Sony DSC-HX90V

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