Walliser Suonen 2|2: Bisse de Sion ab Barrage du Rawil

Von unserem Standort in Anzère resp. St-Romain ist die Barrage du Rawil, auch Barrage de Tseuzier genannt, auf kurvenreicher und sehr enger Strecke bequem und in weniger als 30 Minuten zu erreichen (Postautokurs sei Dank!). Die auf 1778 m.ü.M. stehende Talsperre hat folgende Daten: Höhe 156 m, Länge 256 m, Dicke oben 7 m, Dicke unten 26 m – eindrücklich also! Wir, das waren der heute aus Bern angereiste Wanderführer Peter, Ruth, Doris, Jürg, Viktor und Ruedi starteten auf der Talsperre. Erstes Ziel war die Umrundung des Stausees, der einen tiefen Wasserstand aufwies. Ganz hinten, unter dem Wetzsteihore (2782 m), befindet sich auf etwa 1840 m.ü.M. die Quelle der Liène. Peter, ausgewiesener Suonenkenner, erklärte: die Bisse de Sion wurde erbaut in den Jahren 1901 und 1902, sie dient nicht direkt der Bewässerung. Sie wird unterhalb von Anzère in das Flüsschen Sionne geleitet, das nach der Schneeschmelze für die Bissen Bitailla, Grimisuat, Dejour und Lentine sonst zu wenig Wasser führt. Von der Schöpfe hinter dem Lac de Tseuzier bis zum Wasserschloss bei Sé des Samarins fliesst sie ausserhalb der Stollen offen und anschliessend einige Kilometer verrohrt. Sehr spannend, einen Kenner wie Peter dabei zu haben! Unterhalb der Staumauer beginnt übrigens die Bisse d’Ayent, deren Schöpfe sich ursprünglich an der Liène unterhalb der Staumauer des Lac de Tseuzier befand. Der obere Teil dieser Bisse ist heute ausgetrocknet. Sie erhält oberhalb von Samarin ihr Wasser aus einem Stollen.

Zurück zu unserem Seerundgang: der Wanderweg führt über eine blütenreiche Alp. Die Quelle ist schon von weitem zu sehen, je näher man ihr kommt, desto besser ist zu erkennen, wie das Wasser aus mindestens sieben Felslöchern zischt und als Wasserfall herunter schiesst – heute sogar mit Regenbogen. An diesen hintersten Punkt beginnt übrigens auch der Aufstieg zum Rawilpass (2429 m.ü.M., T3) und von dort z. B. zur Iffigenalp hinunter. Wir wendeten in Richtung Westufer, vorbei an P.1815, wo ein kleine Wirtschaft mit Tipizelt steht. Die Suone führte gerade kein Wasser; es scheint, dass die Ufer und die Wasserleitung gerade gesäubert werden – also wird wohl bald wieder Wasser fliessen. Nach ca. 1 Stunde Seerundgang erreichten wir die Barrage wieder. Der weitere Weg führte erst einmal durch einige beleuchtete Tunnels. Bei der Talstation des Télésiège Les Rousses verliessen wir gerne die geteerte Unterlage, um rechts zur Suone zu gelangen. Die noch immer trockene Bisse verläuft hier wunderschön durch Wald und über Wiesen. Ab ca. Les Grillesses ist die Suone verrohrt und der Weg verläuft unmittelbar über der Wasserleitung (zu erkennen an den sporadisch sichtbaren Schachtdeckeln). Der weitere Verlauf des Abstiegs nach Anzère war sehr aussichtsreich – mit Fernblick zu den Walliser Viertausenden und bis zum Montblanc. In Anzère angekommen, freuten wir uns alle, die Zeit bis zur Abfahrt des Postautos mit einem Panaché zu geniessen. Fehlanzeige, alles tot hier oben – offensichtlich hat die Sommersaison noch nicht begonnen.

Fazit:
Diese Suonenbegehung war landschaftlich sehr reizvoll, auch wenn sie zurzeit kein Wasser führte. Die nicht sehr anforderungsreiche Tour bietet viel Abwechslung. Uns hat diese Wanderung mit netten Gleichgesinnten sehr gefallen. Peter, ein herzliches Dankeschön für deine Initiative und die vielen Informationen eines profunden Suonen-Kenners!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wolkenlos, hochsommerlich heiss (35°). Gut dass Suonen viele Waldabschnitte haben…

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. Juli 2017
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.3 km, Barrage du Rawil /1778 m) – Umrundung Lac de Tseuzier – Les Rousses (P.1778) – P.1760 (Se des Samarins) – P.1750 (Ravouyéne) – P.1676 – Les Grillesses (1711 m) – Les Bochones – Anzère (Poste)
Aufstieg: ca. 280
Abstieg: ca. -366 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 4 Std.

Kamera:
Sony DSC-HX90V

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