Zindlenspitz 2097 m – Komiker mit vielen Gesichtern

Schon länger wollten wir uns diesen schönen Komiker von einem Berg vornehmen. Das erstemal aufgefallen ist uns diese spitze Felsnadel auf einer Fahrt über die Sattelegg. Von der Wägitaler Seite ist diese Spitze ziemlich abweisend; Bergwanderer, wie wir es sind, ordneten diesen Fels als nicht besteigbar den Kletterern zu. Dennoch wollten wir mal sehen…. Laut Wetterprognosen der letzte schöne Tag dieses Altweibersommers, also schnell gefasster Beschluss, dass uns unser gemeinsamer Chef (das ist meine Frau Doris) einen freien Tag gönnte; schliesslich könnten wir ja übers Wochenende „kompensieren“ und das Liegengebliebene aufarbeiten. Kurz vor neun Uhr fanden wir die Parkgelegenheit im Schatten am Wägitaler See bei Punkt 932. Gemütlicher Start über Weideland bis Aberli, zweimal die Transportseilbahn kreuzend. Dann etwas steiler auf Hohfläschen, vorbei am idyllisch gelegenen Naturfreundehaus. Die fröhlich winkende Fahne von der Hohfläschenhütte signalisierte uns schon, dass dort Kafi und vielleicht ein Nussgipfel zu erwarten waren. Nach 1 Std. 15 Min. angekommen grosses Staunen: niemand da, geschlossen(!). Dafür wurden wir jetzt von ersten Sonnenstrahlen begrüsst, die hinter dem Zindlenspitz hervorstrahlten. Jetzt wurde es deutlich steiler bis zur Überquerung des Zinggenbachs (gesehen haben wir dort keinen Bach…). Ab jetzt ziemlich steil (weiss-blau-weiss) ab und zu auf allen vieren nach Halt suchend aufwärts. Beim Sattel beim Punkt 1902 angelangt, wunderbarer Ausblick: Säntis, Mürtschenstock, Glärnisch, und unter uns im Tälchen der idyllische Obersee. Nach kurzer Verschnaufpause folgte die Schlüsselstelle, welche aber mit neuen Beschlägen und Ketten sehr gut gesichert und deshalb mit Vergnügen zu meistern war (Schwindelfreiheit und Trittsicherheit natürlich vorausgesetzt!). Weiter dann über den Grat und Überquerung von zwei Vorgipfeln (Trittsicherheit!). Leicht seitwärts Richtung Süden bis zum Wegweiser, der uns zum Gipfel wies

(rot-weiss-rot, 15 Minuten). Der Aufstieg nochmals ziemlich steil und fordernd, aber unproblematisch – lediglich die letzten Meter vor dem Gipfel verlangen etwas mehr Aufmerksamkeit (Überwindung kurzer nicht gesicherter aber griffiger felsiger Stellen). Auf dem Gipfel ein paar Gleichgesinnte, und die verdiente Verpflegung aus dem Rucksack. Dem Smartphone (anderer) sei Dank erleben wir unerwüns chterweise, aber dafür direkt und für alle deutlich hörbar die Resultate der Bundesratswahlen (nur so zum Nachdenken: hier oben könnten wir auf derart unwichtigen Infoschrott gerne verzichten). Nach der Rast Eintrag ins Gipfelbuch, vor uns ein jüngeres Ehepaar, welches sich diesen Gipfel zum Hochzeitstag gönnte (herzliche Glückwünsche nochmals!). Aufbruch, Abstieg auf der Aufstiegstrecke bis zum Wegweiser, dann rechts hinunter Richtung Zindlen – über Weideland mitten durch eine grosse Schafherde. Dann etwas steiler hinunter über den schattigen und deshalb heiklen, ziemlich feucht-glitschigen steinigen Weg. Ab Aberliboden haben wird die Erschliessungsstrasse zur Zinggenbucht hinunter gewählt, von wo wir die letzten paar hundert Meter bis zum Ausgangspunkt auf der heute wenig befahrenen Seestrasse zurücklegten. Die Tour ging uns ganz schön in die Glieder, so dass wir uns dann in Innerthal auf der schönen Terrasse des Gasthauses Stausee erfrischten. Ein wunderbarer Abschluss dieses Sommers 2010!

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 22. Sepzember 2010
Anreise: A53 aus dem Zürichoberland kommend, Siebnen, Wägital, Innerthal bis Punkt 932
Schwierigkeit: T4, Kletterstellen I
Strecke: 11.3 km: Wägitalersee (Punkt 932) – Hohfläschen – Zindlenspitz – Zindlen – Aberliboden – Wägitalersee (Zinggenbucht) zurück zum Ausgangspunkt
Aufstieg: ca. 1180 m
Abstieg: ca. -1170 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:45 bis 15:15 Uhr

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