Schneeschuh-Tourenwoche 2021 Val Müstair 1|5: Cima del Serraglio (Nordgipfel) 2633 m

Wie schon im Januar des Vorjahres reisten wir in die Januar-Tourenwoche. Unterkunft und Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera liessen auch diesmal keine Wünsche offen, und das angebotene Programm mit fünf geführten Tagestouren versprach einige witterungsbedingt und wegen der erheblichen Lawinengefahr eingeschränkte Gipfelerlebnisse. Nach Eintreffen der 20 TeilnehmerInnen am späten Sonntagnachmittag wurden wir begrüsst von unseren fünf Tourenleitern Heinz, Severin, Reiner, Suse und Roland. Wir teilten uns corona-konform in fünf feste Gruppen auf. Und die äusseren Bedingungen waren ausgezeichnet, viiiiiel Schnee, Temperaturen jeweils deutlich unter der Nullgradgrenze.

Montag, 1. Tourentag:
Wegen der für morgen angekündigten Wetterverschlechterung entschieden wir, diesen tollen Wintertag für eine Gipfeltour zu nutzen – also nix mit einlaufen. Die mehrgipflige Cima del Serraglio soll es sein, ein wenig besuchter Berg auf der Landesgrenze I/CH. Start beim Parkplatz Berggasthaus Buffalora. Nach Überquerung des hochwinterlich eingeschneiten Ova dal Fuorn der Aufstieg zur nahen Alp Buffalora. Danach auf dem Alpweg in einem Links- und Rechtsbogen durch den lichten Wald hoch bis zur offenen, flachen Lichtung an der Waldgrenze. Kurz vor P.2195 verliessen wir den Alpweg, um direkt aufzusteigen zur Brücke bei P.2220. Zur rechten der Munt Buffalora, 4 km voraus das Gipfelziel im Blickfeld, erreichten wir die erste Geländestufe der Jufplaun. Bald war die Chasa da Cunfin (2264 m.ü.M., ein ehemaliger Grenzwachtposten und heute eine Erdbebenmessstation der ETH) erreicht. Gelegenheit für eine erste Trinkpause im Windschatten des Gebäudes. Jetzt noch 1 km über flaches Gelände, dann wurde es ernsthafter: über etwa 2.7 km Strecke waren 370 Aufstiegsmeter zu bewältigen. Von unseren Tourenleitern hervorragend vorgespurt, erreichten wir den aussichtsreichen Gipfel kurz nach 13 Uhr. Wunderschön der Ausblick, im Südosten der dominierende Ortler, Piz Murtaröl, das lange Val Mora, gesäumt vom Piz Daint und vom Piz Dora; im Norden der Blick in den Nationalpark und zur Ofenpassstrasse hinunter. Der Gipfelaufenthalt war kurz, bei gefühlten minus 15 Grad (starker Wind!). Also traten wir unverzüglich den Abstieg an; an geschützter Stelle etwas unterhalb des Gipfels «genossen» wir unsere Verpflegung – bei klirrender Kälte. Im weiteren Abstieg auf der Aufstiegsspur etwas zügiger unterwegs, erreichten wir bald wieder die Chasa da Cunfin, wo wir nochmals eine Trinkpause einschalteten. Danach der Weiterabtieg auf der Spur über die Jufplaun – noch immer an der Sonne. Ungefähr bei P.2195 erreichten wir den Schatten, vor uns noch der Abstieg an der Alp Buffalora vorbei zum Ausgangspunkt beim Bergasthaus Buffalora.

Fazit:
Das war für die meisten von uns eine respektable, der Kälte wegen fordernde, und ziemlich lange «Einstiegstour». Entschädigt wurden wir mit dem tatsächlich schönsten Tag unserer diesjährigen Touren-Woche. Eine bleibende Erinnerung!

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Winterwetter, Temperaturen im Bereich -15 bis -8° (Grrrrrr…). Ausgezeichnete Schneeverhältnisse (viel Pulver, geschätzte 1 bis 1.5 m), Windböen bis 25 km/h, Spuren vorhanden, teilweise selbst gespurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 3, erheblich

Parameter:
Tourdatum: 11. Januar 2021
Schwierigkeit: WT3
Hin- und Rückfahrt: PW Fuldera – Buffalora
Strecke: 13.9 km: P Bergasthaus Buffalora 1967 m – Alp Buffalora 2032 m – Jufplaun – Brücke P.2020 – Chasa da Cunfin 2264 m – Cima del Serraglio (Nordgipfel) 2633 m – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 770 m
Abstieg: ca. -770 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:55 Uhr