Nationalpark: Val dal Spöl

Laut Website des Schweizerischen Nationalpark der Wildnis-Weg mit folgender Beschreibung: Die Wanderung führt uns in stetem auf und ab durch das langgezogene, bewaldete und daher eher schattige Spöltal. Sie wird wenig begangen und bietet Ruhe und Besinnlichkeit, die auf anderen Routen nicht immer gewährleistet sind. Der Postautokurs ab Valchava über den Ofenpass wurde nicht unerwartet doppelt geführt. Massen gönnten sich heute eine Wanderung im Nationalpark oder zu einer Bikeausfahrt – verständlich, nach unbeständigen Tagen heute wieder einmal schönes und trockenes Wetter. Bei P10 Buffalora und beim P8 Stabelchod leerte sich das Postauto bis auf wenige, zu denen wir zählten. Am Punt la Drossa, von wo auch der Tunnel zum Lago di Livigno (I) unter dem Munt la Schera durchführt, entstiegen wir dem Postauto um den Warteraum vor dem Tunnelportal zu überqueren. Was anfänglich tatsächlich nach einer einsamen Wanderung aussah, war eine Täuschung. Bis zum Punt Periv begegneten wir lediglich zwei Gleichgesinnten. Nach der Überquerung des Spöl über die stabile Holzbrücke änderte sich das Verkehrsaufkommen – zwar nicht dramatisch, aber regelmässig kamen uns Berggänger entgegen. Uns sollte das nicht stören. Die Ablenkung war ohnehin naturgegeben: leichtes auf und ab, manchmal sogar steil und mit hohen Tritten, das Gelände oft stark verwurzelt, immer etwa hundert Höhenmeter über dem Wasser. An einigen Stellen, dort wo jeweils in den vielen Seitentäler steile Bachrunsen zu passieren waren, war der Untergrund etwas rutschig. Im ersten Einschnitt, dem grössten Seitental, Val da l’Acqua, liegt auf 2400 bis 2200 m.ü.M. zwischen Piz Murtarous (2929 m) und Piz dal Diavel (3061 m) der grösste Blockgletscher des Nationalparks – von unserem Standpunkt aus auf der Höhe von Plan da l’Acqua Suot (1745 m) war er nicht einzusehen – das Tälchen ist ohnehin unzugänglich. In etwa auf halbem Weg zwischen Vallun Verd und Vallun Praspöl nutzten wir einen quer liegenden Baumstrunk als Sitzgelegenheit und für die Mittagspause – die mitgebrachten Leckereien mussten ja irgendwie vertilgt werden… Bei der Wiese Plan Praspöl angelangt, begann der Abstieg über ein Grätchen zum etwa hundert Meter tiefer fliessenden Spöl, eindrücklich der Tiefblick auf die Einmündung der Ova dal Fuorn. Nach dem Abstieg erreichten wir die Brücke, auf welcher der Blick auf die Schwemmebene des Lai da l’Ova Spin (der Stausee ist ein Ausgleichsbecken zum weiter oben gelegenen Stausee Lago di Livigno) frei wurde – spektakuläres Bild auf die hoch aufragenden Felswände. Auf der rechtsliegenden Talseite folgte der Aufstieg von etwa 120 Hm hoch zur Baustelle an der Ofenpassstrasse, wo auch die Haltestelle Vallun Chafuol P3 liegt. Ziemlich viel Staub in der Luft, also verbrachten wir die kurze Wartezeit zur Rückfahrt etwas abseits.

Hinweise:
Der Spöl hat eine Länge von 42 km, entspringt knapp auf Schweizer Territorium im Val Ursera oberhalb der Forcola di Livigno in den westlichen Livigno-Alpen, fliesst durch Livigno und mündet bei Zernez in den Inn.

Ab dem 18. August 2025 ist der Wanderweg von Punt Periv bis zur Staumauer Punt dal Gall wegen der beginnenden PCB-Sanierung geschlossen. Achtung: Beschränktes Parkplatzangebot bei P3 wegen der Baustelle, bitte öffentlichen Verkehr nutzen.

Fazit:
Eine Wanderung im Schweizerischen Nationalpark mit viel Wildnis, entgegen unserer Erwartung nicht gerade einsam unterwegs waren wir; aber an anderen Punkten im SNP (z. B. Margunet) muss heute viel mehr los gewesen sein… Die Landschaftselemente Wald und Wasser begleiteten uns auf der ganzen Tour.

Wetterverhältnisse:
Heute ein Comeback des Sommers, ziemlich sonnig mit Schönwetterbewölkung, Temperatur beim Start ca. 14°, kaum Wind

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 22. Juli 2025
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: Postauto bis Punt la Drossa
Rückfahrt: Postauto ab Vallun Chafuol P3
Strecke: 8.2 km: Haltestelle Punt la Drossa (1712 m) – Charbunera (1829 m) – P.1726 (Verzweigung WW nach Punt dal Gall) – Punt Periv (1662 m) – Plan da l’Acqua Suot (1745 m) – Val da la Föglia – Vallun Verd – Vallun Praspöl – Plan Praspöl (1693 m) – Brücke bei P.1648 Lai da l’Ova Spin – P.1720 – Vallun Chafuol P3 (1767 m)
Aufstieg: ca. 472 m
Abstieg: ca. -414 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 5 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 14:15 Uhr

Ofenpass – Valbella – Fuorcla Funtana da S-charl – Alp Astras – God Tamangur – S-charl

Zum Start in den Wandertag die gemütliche Postautofahrt. Auf dem Ofenpass kurz vor 9 Uhr angekommen, begann unsere Tour auf der Passhöhe, gleich gegenüber des Hotels Süsom Givè, auf dem w-r-w markierten Wanderweg. Nachahmer bitte beachten: gleich zu Beginn links halten, um nicht unerwartet dem Hauptteil der Wandernden auf den Senda Val Müstair in Richtung Alp da Munt zu geraten. Gleich zu Beginn der Aufstieg, wo ausser uns noch ein Bikerpaar und später eine Wandergruppe mit Severin, einem «alten Bekannten», unterwegs waren. Vorbei am markanten Punkt 2311, wo die bekannte auf einem grossen Felsen trohnende Bergföhre grüsste. Bis auf die Höhe des kleinen Aussichtspunkts namens Chaschlot waren einige gewaltigen Runsen zu queren – hier war Trittsicherheit gefragt. Wir fragen uns immer, ob diese Strecke tatsächlich ein Bikevergnügen ist – befahren wird diese jedoch häufig. Den Bikern ist mit Sicherheit der gewaltige Ausblick (Piz Daint, Munt Buffalora, Alp Buffalora) vergönnt. Bis zum Eintritt ins Tälchen, das treffend den Namen Valbella trägt, hatten wir eine Höhe von knapp 2400 m.ü.M. erreicht. Vor uns der gewaltige Piz Nair und rechts von ihm das wunderbare Val Nüglia, wo es kein menschliches Leben gibt. Auf den nächsten anderthalb Kilometern dominierte die eindrückliche Runsenlandschaft, welche an der Nordflanke des uns etwa vierhundert Meter überragenden Munt da la Bescha entlang führte. An einigen Stellen war Stillstehen nicht empfehlenswert – weil aufgrund der Erosion jederzeit mit abstürzenden Gesteinsbrocken zu rechnen war. Nicht selten werden solche auch von Wildtieren ausgelöst. Ohnehin war unsere Ausschau nach Tieren heute erfolgreich: eine Gams und ein Steinbock präsentierten sich zuoberst. Zur linken wurde der Blick frei zum Piz Vallatscha, den wir mit Severin im August 2021 bestiegen. Entlang des ausgetrockneten Bergbachs erreichten wir bei ca. 3540 m.ü.M. den höchsten Punkt des schönen Valbellas. Der Blick weitete sich, und zwanzig Kilometer voraus der dominante Ortler – genial! Nach einem kurzen Abstieg von ca. hundertfünfzig Höhenmetern entlang dem Vallatscha-Skilift erreichten wir die Fuorcla Funtana da S-charl, dieser Übergang, der auch von der Alp da Munt her erreicht wird. Im Winter ist hier oben jeweils einiges los – dank Skibetrieb am Minschuns. Die Strecke zur Alp Astras hinunter ist sehr abwechslungsreich, nicht nur der vielen Munggen wegen. Es waren auch BikerInnen, die Spektakel boten. Vor uns weitete sich das Panorama (Piz Murtera, Piz Starlex, Lorenziberg). Nach zweihundertfünfzig Höhenmetern steilem Abstieg, den sich Wanderer und Biker friedlich teilen, über ca. 2.5 km erreichten wir die schön gelegene Alp Astras. Viel Volk hier hielt uns von der Einkehr ab – also vorbei an diesem Wander- und Bike-Treffpunkt, weiter in Richtung O. Über die ruhig plätschernde Clemgia zum Alpgebäude Tamangur Dadaint. Vor der Alphütte fanden wir einen ruhiggelegenen Picknickplatz an der Sonne – mit bestem Ausblick zurück zur Alp Astras, wo emsiges Treiben herrschte. Nach ausgiebiger Rast liefen wir weiter nach Norden in Richtung God Tamangurdieser höchstgelegene Arvenwald Europas war ein weiterer Höhepunkt auf unserer heutigen Tour. Diese Streckenvariante bis S-charl ist mit 2 Std. 15 Min. etwas länger, als diejenige über die Fahrstrasse (1 Std. 45 Min.), dafür aber lohnender. Etwa 50 Hm über dem Tal der Clemgia erreichten wir den God Tamangur. Eindrücklich schön, dieses Naturwunder; der Pfad schlängelt sich über zweieinhalb Kilometer auf gleichbleibender Höhe. Am Waldende erreichten wir die mittlerweile renovierten Alpgebäude Tamangur Dadora (2127 m), um dann auf der Alpstrasse die Brücke über die Clemgia bei P.2018 die Fahrstrasse zu erreichen. Parallel zur hier noch zahmen Clemgia passierten wir Plan d’Immez und etwas weiter Plan San Martaila. Vor uns türmte sich das Massiv mit den Gipfeln Piz Pradatsch, Piz Madlain und Piz Cotschen auf. Bald war S-charl (1810 m) erreicht, ein nur im Sommer bewohntes Dorf. Die Zeit reichte aus, um im schönen Garten des Alpengasthofs Crusch Alba ed Alvetern die verbrannten Kalorien aufzufüttern. Danach folgte 16 km lange Talfahrt mit dem Postauto bis nach Scuol hinunter – unglaublich spektakulär. Wohlbehalten erreichten wir die Staziun Scuol-Tarasp. Weiterfahrt im Postauto mit Umsteigen in Zernez dann sehr erholsam…

Fazit:
Letztmals im Oktober 2017 begangen, eine erinnerungswürdige, längere Wanderung, die uns wieder begeisterte.

Wetterverhältnisse:
Sommerwetter, im Tourenverlauf unterschiedlich bewölkt, aber die Sonne dominierte, Temperatur beim Start 18° bis 24°.  beste Verhältnisse auf der gesamten Strecke, leichter Wind 13 bis 20 km/h W bis NW

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 18. Juli 2025
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: Postauto ab Valchava bis Pass dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto S-charl-Scuol-Zernez-Valchava
Strecke: 15.4 km: Ofenpasshöhe (2148 m) – P.2229 – P.2311 – Valbella (2535 m) – Fuorcla Funtana da S-charl (2393 m) – Plan Mattun (2304 m) – Alp Astras (2132 m) – Tamangur Dadaint – God Tamangur – Tamangur Dadora (2127 m) – Brücke über die Clemgia (2019 m) – P.1993 – S-charl (1808 m)
Aufstieg: ca. 480 m
Abstieg: ca. -800 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 08:50 bis 15:00 Uhr

Diesmal im Sommer: Plaun da l’Aua – Alp da Munt

Wieder mal über die Plaun da l’Aua – einer unserer Lieblingsplätze im Val Müstair. Diesmal im Sommer. Bei spv. Minschuns überquerten wir die Passstrasse (dort wo die bekannte Paparazzi-Brücke steht), um auf dem Wanderweg in Richtung  Ofenpass zu laufen. Die Fora da la Jallina erreicht, folgte ein kurzer Abstieg, dann drehten wir im Uhrzeigersinn über die einsame Ebene Plaun dals Bovs. Nach der Überquerung der Passstrasse auf der Forststrassse leicht ansteigend, um bald den Aufstieg zur Chamonna Plaun da I’Aua zu erreichen. Kurze Trinkpause bei der ehemaligen Schäferhütte, dann weiter in Richtung O, überquerten wir die mächtige Runse am Fuss des Munt da la Bescha in Richtung Alp da Munt. Im Windschatten liessen wir uns nieder, um die Mittagsrast zu geniessen. Bei Punkt 2189 hielten wir links in Richtung Funtauna da S-charl, um oberhalb der Forststrasse zu bleiben. Nach der Steilstufe im kleinen Tälchen verliessen wir den Weg hoch zur Fuorcla Funtauna da S-charl, um durch die Dolinen-Landschaft die Alp da Munt zu erreichen. Das Bergrestaurant Alp da Munt ist im Sommer geschlossen. Also liefen wir ohne Einkehr talwärts – vorbei an einem mächtigen Muni mit seiner weidenden Herde – in Richtung Talstation der Wintersportanlagen, welche wir westlich umgingen. Zweihundert Höhenmeter Abstieg durch das Valplaun, um wenig später den Ausgangspunkt zu erreichen. Eine wie immer wunderbare, nicht zu lange Runde endete. Morgen werden wir länger unterwegs sein – über die Fuorcla Funtauna da S-charl, durch den God Tamangur nach S-charl…

Fazit:
Eine zu jeder Jahreszeit phänomenale Runde in einer beinahe unberührten Gegend.

Wetterverhältnisse:
Endlich (wieder) Sommerwetter, Temperatur beim Start 16°.  beste Verhältnisse auf der gesamten Strecke, leichter Wind 13 km/h NW

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 17. Juli 2025
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: PW bis spv. Minschuns
Rückfahrt: wie Hinfahrt
Strecke: 6.84 km: Haltestelle spv. Minschuns (1973 m) – Fora da la Jallina – Plaun dals Bovs (2078 m) – P.2136 – Chamonna Plaun da I’Aua (2150 m) – P.2153 – P.2189 – Alp da Munt – P.2212 – Prada Sot – P.2116 – Valplaun P.2077 – spv. Minschuns
Aufstieg: ca. 300 m
Abstieg: ca. -300 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 58 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 4 Min.
Tageszeit: 10:55 bis 13:55 Uhr