Ofenpass – Valbella – Fuorcla Funtana da S-charl – Alp Astras – God Tamangur – S-charl

Zum Start in den Wandertag die gemütliche Postautofahrt. Auf dem Ofenpass kurz vor 9 Uhr angekommen, begann unsere Tour auf der Passhöhe, gleich gegenüber des Hotels Süsom Givè, auf dem w-r-w markierten Wanderweg. Nachahmer bitte beachten: gleich zu Beginn links halten, um nicht unerwartet dem Hauptteil der Wandernden auf den Senda Val Müstair in Richtung Alp da Munt zu geraten. Gleich zu Beginn der Aufstieg, wo ausser uns noch ein Bikerpaar und später eine Wandergruppe mit Severin, einem «alten Bekannten», unterwegs waren. Vorbei am markanten Punkt 2311, wo die bekannte auf einem grossen Felsen trohnende Bergföhre grüsste. Bis auf die Höhe des kleinen Aussichtspunkts namens Chaschlot waren einige gewaltigen Runsen zu queren – hier war Trittsicherheit gefragt. Wir fragen uns immer, ob diese Strecke tatsächlich ein Bikevergnügen ist – befahren wird diese jedoch häufig. Den Bikern ist mit Sicherheit der gewaltige Ausblick (Piz Daint, Munt Buffalora, Alp Buffalora) vergönnt. Bis zum Eintritt ins Tälchen, das treffend den Namen Valbella trägt, hatten wir eine Höhe von knapp 2400 m.ü.M. erreicht. Vor uns der gewaltige Piz Nair und rechts von ihm das wunderbare Val Nüglia, wo es kein menschliches Leben gibt. Auf den nächsten anderthalb Kilometern dominierte die eindrückliche Runsenlandschaft, welche an der Nordflanke des uns etwa vierhundert Meter überragenden Munt da la Bescha entlang führte. An einigen Stellen war Stillstehen nicht empfehlenswert – weil aufgrund der Erosion jederzeit mit abstürzenden Gesteinsbrocken zu rechnen war. Nicht selten werden solche auch von Wildtieren ausgelöst. Ohnehin war unsere Ausschau nach Tieren heute erfolgreich: eine Gams und ein Steinbock präsentierten sich zuoberst. Zur linken wurde der Blick frei zum Piz Vallatscha, den wir mit Severin im August 2021 bestiegen. Entlang des ausgetrockneten Bergbachs erreichten wir bei ca. 3540 m.ü.M. den höchsten Punkt des schönen Valbellas. Der Blick weitete sich, und zwanzig Kilometer voraus der dominante Ortler – genial! Nach einem kurzen Abstieg von ca. hundertfünfzig Höhenmetern entlang dem Vallatscha-Skilift erreichten wir die Fuorcla Funtana da S-charl, dieser Übergang, der auch von der Alp da Munt her erreicht wird. Im Winter ist hier oben jeweils einiges los – dank Skibetrieb am Minschuns. Die Strecke zur Alp Astras hinunter ist sehr abwechslungsreich, nicht nur der vielen Munggen wegen. Es waren auch BikerInnen, die Spektakel boten. Vor uns weitete sich das Panorama (Piz Murtera, Piz Starlex, Lorenziberg). Nach zweihundertfünfzig Höhenmetern steilem Abstieg, den sich Wanderer und Biker friedlich teilen, über ca. 2.5 km erreichten wir die schön gelegene Alp Astras. Viel Volk hier hielt uns von der Einkehr ab – also vorbei an diesem Wander- und Bike-Treffpunkt, weiter in Richtung O. Über die ruhig plätschernde Clemgia zum Alpgebäude Tamangur Dadaint. Vor der Alphütte fanden wir einen ruhiggelegenen Picknickplatz an der Sonne – mit bestem Ausblick zurück zur Alp Astras, wo emsiges Treiben herrschte. Nach ausgiebiger Rast liefen wir weiter nach Norden in Richtung God Tamangurdieser höchstgelegene Arvenwald Europas war ein weiterer Höhepunkt auf unserer heutigen Tour. Diese Streckenvariante bis S-charl ist mit 2 Std. 15 Min. etwas länger, als diejenige über die Fahrstrasse (1 Std. 45 Min.), dafür aber lohnender. Etwa 50 Hm über dem Tal der Clemgia erreichten wir den God Tamangur. Eindrücklich schön, dieses Naturwunder; der Pfad schlängelt sich über zweieinhalb Kilometer auf gleichbleibender Höhe. Am Waldende erreichten wir die mittlerweile renovierten Alpgebäude Tamangur Dadora (2127 m), um dann auf der Alpstrasse die Brücke über die Clemgia bei P.2018 die Fahrstrasse zu erreichen. Parallel zur hier noch zahmen Clemgia passierten wir Plan d’Immez und etwas weiter Plan San Martaila. Vor uns türmte sich das Massiv mit den Gipfeln Piz Pradatsch, Piz Madlain und Piz Cotschen auf. Bald war S-charl (1810 m) erreicht, ein nur im Sommer bewohntes Dorf. Die Zeit reichte aus, um im schönen Garten des Alpengasthofs Crusch Alba ed Alvetern die verbrannten Kalorien aufzufüttern. Danach folgte 16 km lange Talfahrt mit dem Postauto bis nach Scuol hinunter – unglaublich spektakulär. Wohlbehalten erreichten wir die Staziun Scuol-Tarasp. Weiterfahrt im Postauto mit Umsteigen in Zernez dann sehr erholsam…

Fazit:
Letztmals im Oktober 2017 begangen, eine erinnerungswürdige, längere Wanderung, die uns wieder begeisterte.

Wetterverhältnisse:
Sommerwetter, im Tourenverlauf unterschiedlich bewölkt, aber die Sonne dominierte, Temperatur beim Start 18° bis 24°.  beste Verhältnisse auf der gesamten Strecke, leichter Wind 13 bis 20 km/h W bis NW

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 18. Juli 2025
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: Postauto ab Valchava bis Pass dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto S-charl-Scuol-Zernez-Valchava
Strecke: 15.4 km: Ofenpasshöhe (2148 m) – P.2229 – P.2311 – Valbella (2535 m) – Fuorcla Funtana da S-charl (2393 m) – Plan Mattun (2304 m) – Alp Astras (2132 m) – Tamangur Dadaint – God Tamangur – Tamangur Dadora (2127 m) – Brücke über die Clemgia (2019 m) – P.1993 – S-charl (1808 m)
Aufstieg: ca. 480 m
Abstieg: ca. -800 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 08:50 bis 15:00 Uhr