Rundwanderung im Vinschgau: Eyrs – Tanas – St. Peter

Heute wanderten wir wieder mal aus – nach Italien, genauer in den Vinschgau. Auf der nach Süden ausgerichteten Bergseite ist der Schnee bis 2400 m.ü.M. weggeschmolzen und es herrschte Frühling. Beim Start im Ort Eyrs war es kurz vor elf Uhr 6°, im Verlauf unserer Panoramawanderung kletterte die Temperatur je nach Ausrichtung bis gegen 16° (am Schatten!). In der Ortsmitte liefen wir vorbei an den letzten Häuser hoch in Richtung Vernatschhof – Wegweiser Tanas. Über 2.3 km auf asphaltierter Fahrstrasse änderte die Unterlage beim Hof. Der Zugang war abgesperrt, und ohne gut vorbereitete Tour (Outdooractive) hätten wir wohl eher umgekehrt. Trotz fehlender Markierung stiegen wir vor dem Vernatschhof links hoch, vorbei an allerlei Gerümpel, auf gut sichtbarem Weg. Erst nach etwa 600 m Strecke erreichten wir einen anderen unbefestigten Feldweg, auf welchem wir nach rechts (in Richtung O) hielten. Unvermindert steil und mittlerweile schweisstreibend gelangten wir auf einer Höhen von 1320 m.ü.M. zu einer aussichtsreichen Bankniederlassung – Trinkpause, Aussicht geniessen, und Griasst enk, kurzer Schwatz mit zwei talfahrenden e-Bikern (sympathische Senioren). Nach 500 m bergwärts war ein Wegkreuz mit Tisch und Bänken erreicht – ein wunderschöner Platz für unsere spätere Mittagsrast. Doch vorher machten wir noch den zehnminütigen Gang hoch zum Dörfchen Tanas, welches an den Hängen des Laaser Sonnenbergs liegt, heute der höchstgelegene Punkt. Hier keine Jausenstation, aber es stehen hier einige neue und alte Häuser und Höfe. In der Ortsmitte Umkehr und zurück zum Rastplatz. Hier hielten wir unsere private Jause ab – schöner ging es nicht! Nach einem netten Schwatz mit einer Einheimischen, welche die Runde in umgekehrter Richtung machte, folgte der kurze Abstieg auf der Fahrstrasse zum Mühlhöfl. Dieser muss auf einem Pfad ostseitig umgangen werden. Jetzt rassig runter zum Tanasbach, der über eine schmale Brücke überwunden wird. Auf der gegenüberliegenden Seite die Ruine einer alten Mühle. Danach folgte der Aufstieg in Richtung St. Peter. Die Kirche steht spektakulär auf einem Felsen, die fünf Minuten für den kurzen Aufstieg lohnten sich. Hier oben ging der Blick hinunter auf die Eyrser Lahn, durch welche unser Abstieg führte. Nach dem Rundgang folgte der Weg zurück auf dem Besinnungsweg bis zur Verzweigung auf ca. 1430 m.ü.M. – dort wo der Alpine Trail namens Brunnasteig beginnt. Stöcke auspacken, und los gings. So alpin wie angekündigt war es nicht, aber trittsicher sollte man schon sein auf dem stellenweise sehr steilen, rutschigen und schmalen Pfad. Vorbei an der Ruine Untere Mühle, immer wieder der Blick hoch zu Kirche St. Peter, ging es runter durch Unterholz, Gebüsch, und schliesslich in eine enge Klamm – hier war der Weiterweg erst spät einzusehen. Mittlerweile im Wald (Eyrser Lahn), erreichten wir nach etwa 240 Abstiegsmetern die ausgeschilderte Verzweigung zum Kanzelsteig. Zwischendurch war der Blick frei nach Eyrs hinunter – noch zwanzig Minuten für die letzten 200 Abstiegsmeter. Den Startpunkt unserer Rundwanderung erreichten wir etwas nach 15 Uhr – bei 16.5°(!). Gut klimatisiert nahmen wir die kurze Fahrt zurück ins Val Müstair unter die Räder.

Fazit:
Schöne Panoramarunde bei sehr frühlingshaftem Wetter – der Ausflug in den Vinschgau lohnte sich.

Wetterverhältnisse:
Während der Frühling im Val Müstair Einzug hielt, war er im Vinschgau schon da, Temperatur bei ca. 6° (beim Start), im Tagesverlauf bis 16°. Wind kaum spürbar 11 km/h NNO

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial Outdooractive, GPS

Parameter:
Tourdatum: 19. März 2026
Schwierigkeit: T2+
Strecke: 8.4 km: Eyrs (905 m), P bei der Kirche St. Remigius – Vernatschsteig – Vernatschhof (1158 m) – Fraunwald (P.1262 m) – Grossacker, Sitzbank (1317 m) – Wegkreuz, Rastplatz (1385 m) – Tanas (1430 m) – zurück zum Wegkreuz, Rastplatz – Mühlhöfl (1360 m) – Tanasbach, ex-Mühle (1329 m) – Ziederbach (1340 m) – Kirche St. Peter (1362 m) – zurück zum Ziederbach, Abzw. Brunnasteig (1340 m) – Ruine Untere Mühle – Abzweigung Kanzelsteig (1108 m) – Tanaser Weg – Eyrs
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen, und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat
Aufstieg: ca. 650 m
Abstieg: ca. -610 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:50 bis 15:20 Uhr

Zur Furkelhütte ab Trafoi – eine wilde Angelegenheit…

Soviel vorab: ein sportliches Vergnügen war das nicht, schon eher eine knackige Schinderei mal auf schneefreiem Wanderweg, mal über gefährliche, vereiste Strecken, selten über Schnee. Aber der Reihe nach: auf dem kleinen Parkplatz (ein ehemaliger Tennisplatz) bei der Talstation des kleinen Skigebiets Trafoi-Furkel standen nur wenige Fahrzeuge. Ein Ansturm war heute also nicht zu erwarten – trotz des Kaiserwetters. Ende März ist wohl Saisonende, denn ausser des Kunstschnees auf den Pisten fehlte das Weiss. Uns sollte das nicht kümmern, wir hatten ohnehin vor, die Furkelhütte zu Fuss zu erreichen. So einfach, wie wir es uns vorstellten, war es dann doch nicht, wie eingangs beschrieben. Die ersten Aufstiegsmeter mussten wir wohl oder übel auf der hartgefrorenen und steilen Skipiste machen. Nach ein paar hundert Metern verliessen wir die Piste nach rechts, um dem markierten 17er-Wanderweg zu folgen. Schneefrei im Wald, bei wunderbaren Durchblicken zum König Ortler, folgte der weitere Aufstieg immer nahe der Sesselbahn – manchmal über von den Holzarbeiten stark in Mitleidenschaft gezogene Pfade. Meist gut markiert, gab es nach 2.1 km dann doch einen Verhauer: zweihundert Meter zurück, um dann Punkt 1796 doch noch zu erreichen. Hier über eine ziemlich neue Brücke über einen Bach, dann vorerst moderat ansteigend durch den Wald – die Schneeschuhe auf den Rücksäcken aufgebunden. Die folgende schmale Strecke bis auf eine Höhe von 2000 m.ü.M. hatte es dann in sich: zwar schneefrei, dafür aber beinahe durchgehend unter Blankeis. Anfänglich suchten wir über eisfreie Tritte auszuweichen; irgendwann mussten wir dann doch die Schneeschuhe anschnallen, weil nur so etwas Halt geboten war. Grödel wären hier definitiv die ideale Steighilfe gewesen, aber die hatten wir nicht dabei. Bis zum Kleinboden zogen wir die Schneeschuhe nicht mehr aus, auch wenn es manchmal über kurze schnee- und eisfreie Stellen ging. Unterhalb der historischen Militärstellungen auf Kleinboden war dann fertig lustig – über letztjährige Kuhfladen zu laufen ging besser ohne Schneeschuhe. Bei der grossen Antennenanlage und dem zugehörigen Gebäude angekommen, lagen mehr als fünfzig cm Schnee – Schneeschuhe also wieder montieren. Erst durch ziemlich tiefen Schnee, führte dann ab Punkt 2082 eine gute Spur siebzig Hm hoch zur Furkelhütte. Erst hatten wir nur die unansehnlichen technischen Anlagen der Bergstation des Sessellifts im Blickfeld; die schöne Hütte steht unmittelbar dahinter. Sensationell jedoch das hier oben gebotene Panorama: Vertainspitze, Tabarettaspitze, Julius Payer-Hütte, Ortler (Luftlinie 7.5 km), Madatschspitzen, Stilfserjoch, Tartscherköpfe, Furkelspitze – Weltklasse! Auf der Sonnenterasse war es dann ziemlich frühlingshaft warm, und wir genossen Gulaschsuppe und Knödelsuppe. Dass wir anschliessend mit der Sesselbahn ins Tal hinunter gondelten (2 km Luftlinie, ca. 613 m Höhendifferenz, € 13/Person), sei uns verziehen – aber auf die Abfahrt durch die Eiskanäle verzichteten wir gerne, und die Skipiste wollten wir meiden…

Fazit:
Viele Höhenmeter auf einer kurzen, aber sehr wilden Strecke

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Tag, Temperatur beim Start 0°. Der wenige Schnee von den nächtlichen Minusgraden gefroren, deshalb gut tragende Spur, schwacher Wind 7 km/h N

Ausrüstung:
Schneeschuhe (Grödel wären besser gewesen), Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut Alpenverein Südtirol Stufe 2, mässig (im heute begangenen Gebiet nicht relevant)

Parameter:
Tourdatum: 13. März 2026
Schwierigkeit: WT2/T2+, Steilheit bis 30%
Hin- und Rückfahrt: PW bis Trafoi, Gratis-P bei der Talstation
Strecke: 5 km: Trafoi, Talstation (ca. 1540 m) – Wanderweg Nr. 17 – P.1796 – Kleinboden (2082 m) – Furkelhütte (2153 m) – Talfahrt Sesselbahn
Aufstieg: ca. 686 m
Abstieg: ca. -34 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 42 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 21 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 13:42 Uhr

Val Müstair: beinahe Frühling, Wanderung ab Valchava über Büglios – Pütschai – Sta. Maria

Nach der gestrigen Winterrunde über den Ofenpass folgte heute eine Nachmittagsrunde in den Frühling. Im oberen Dorfteil von Valchava überquerten wir die Passstrasse, um zur Vüschnai zu gelangen. Auf befestigter, schneefreier Unterlage zwei Kehren hoch bis Vuschnai Sura, dann im lichten Wald steil hoch in der Flanke Costeras, nahe an den Verbauungen vorbei. Es soll Biker geben, welche diese Strecke als Abfahrtstrail nutzen (ca. 31% Neigung). Nach 45 Minuten war die Häusergruppe Büglios erreicht, nicht schlecht: fast 300 Hm über 1.8 km. Büglios (Bügl = Brunnen) ist nicht dauernd bewohnt, gehören tut es Einheimischen, welchen etwas weiter oben auch Chapazeller gehört. Die originellen Namen finden wir interessant, und die sonnige Lage dreihundert Meter über dem Tal ist einfach phänomenal. Hier oben könnte man länger verweilen, wenn nicht der Wind wäre… Also zogen wir weiter, auf einem Feldweg unterhalb der Fahrstrasse nach Craistas bis zum Punkt 1624, dort wo die Via Craistas und die Via Munt Terza zusammenkommen. Jetzt «durften» wir auf geteerter Unterlage hinunterlaufen, vorbei an den Höfen Pütschai Dimez und Pütschai Josom. Oberhalb Pütschai Dimez weidete bereits eine Herde Schafe. Weil am Waldrand noch Schnee lag, mieden wir den direkten Abstieg über den markierten WW. Auch so erreichten wir bald die Stallungen von Iris Hauschild (Fokus Pferd – Mensch). Jetzt über die Rom-Brücke noch ein paar hundert Meter zur Dorfmitte Sta. Maria Val Müstair. Einer Punktlandung nahe bestiegen wir das Postauto, welches uns vor dem mittlerweile starken Gegenwind auf den flachen zwei Km bis Valchava verschonte. Zwei Haltestellen weiter schon zuhause – das Postauto ist schon was Bequemes!

Fazit:
Schöne Panoramarunde mit einigen Höhenmetern über eine relativ kurze Strecke

Wetterverhältnisse:
Auf dieser Talseite lag kein Schnee mehr, ziemlich sonnig, im Verlauf der Wanderung Bewölkungszunahme, Temperatur bei ca. 9° (gefühlt 7°). Kühler Wind 15 km/h WSW

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 10. März 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 7.4 km: Valchava Muglin (ca. 1430 m) – Vüschnai Sura – Costeras – P.1667 – Büglios (1667 m) – Via Craistas P.1624 – Pütschai – Do Mundaditschas (1503 m) – P.1449 – P.1348 – Brücke über den Rom (1343 m) – Sta. Maria Val Müstair (1376 m)
Aufstieg: ca. 350 m
Abstieg: ca. -370 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std.
Tageszeit: 14:05 bis 16:20 Uhr

Spv. Minschuns (Paparazzibrücke) – Ofenpass – Buffalora

Für den Verlauf dieser neuen Woche wird die Rückkehr des Winters vorausgesagt – naja, könnte nicht schaden, wenn der Frühling etwas gestoppt würde. Uns beeindruckt das alles wenig, schliesslich haben wir noch Schnee in der Nachbarschaft. Die ursprünglich für heute geplante Tour zur Sesvennahütte (ab Schlinig) verschoben wir wegen der Lawinengefahr (Gefahr von Nassschneerutschen in der Steilstufe an der Schwarzen Wand). Ersatz war rasch gefunden: ab Haltestelle Spv. Minschuns (bei der Paparazzibrücke) wanderten wir über Fora dal Jallina und Plaun dals Bovs zum Pass dal Fuorn hoch. Ausser uns niemand unterwegs, dabei bot das Wetter tolle und wechselhafte Stimmungen. Gut, dass die Spur bei den unter dem Gefrierpunkt liegenden nächtlichen Temperaturen leicht überfroren war und wir deshalb (Schneeschuhen sei Dank) nicht einsanken. Unverständlich, dass es trotzdem Trittspuren gab mit bis zu einem halben Meter tiefen Löcher – das muss richtig mühselig gewesen sein. Nach einer guten Stunde Laufzeit war die Passhöhe erreicht; ausser ein paar Hundehalter, die ihre Tiere auslaufen liessen, kein Betrieb. Für einmal ohne Einkehr im Restaurant Süsom Givè machten wir uns auf den Abstieg in Richtung Buffalora (-180 Höhenmeter). In der Ebene angekommen, nutzten wir für kurze Zeit die Loipe, um dann eine der Spuren über die Aua da Murtaröl und wenig später über die Ova dal Fuorn zu nehmen – letztere über eine stark vereiste Schneise, aber immerhin trockenen Fusses. Selbstverständlich kehrten wir ein im Berggasthaus Buffalora – eine kleine Mittagsverpflegung… Die Postautofahrt über den Ofenpass zurück ins Val Müstair war der Abschluss eines doch einigermassen sportlichen Montags. Der Winter kann zurückkommen!

Fazit:
Kurze stimmungsvolle Schneeschuhwanderung vor angesagtem Wetterwechsel

Wetterverhältnisse:
Wechselhafte Bewölkung mit Sonne, trockene Witterung, noch etwas Saharastaub in der Luft, Temperatur beim Start -2°. Ca. 40 cm Altschnee, leicht überfroren deshalb gut tragende Spur, schwacher Wind 2 km/h OSO

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig (Altschnee, im unteren Teil der Schneedecke sind ausgeprägte Schwachschichten, in allen Expositionen >2200 m.ü.M.), für unsere heutige Tour also nicht relevant

Parameter:
Tourdatum: 9. März 2026
Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto bis Haltestelle Spv. Minschuns
Rückfahrt: Postauto ab Buffalora nach Valchava
Strecke: 4.5 km: Spv. Minschuns, Paparazzibrücke (1973 m) – Fora dal Jallina – Plaun dals Bovs – Ofenpass (2148 m) – Aua da Murtaröl, P.1978 – Ova dal Fuorn – Berggasthaus Buffalora P10 (1968 m)
Aufstieg: ca. 206 m
Abstieg: ca. -201 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 07 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 36 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 13:00 Uhr

Schneeschuhtour ab Fuldera zur Alp Sadra und Salinas

Zu sechst (Guide Severin, Charlotte, Luzia, Roger, Doris und Ruedi) starteten wir oberhalb der Kirche von Fuldera in westlicher Richtung zum Bachgraben Multa Daint bzw. zu dessen Verbauungen, die wir problemlos übersteigen konnten. Nach einer Waldstrecke von ca. 800 m vorbei am Wasserreservoir Faistas steil hoch bis P.1850, wo wir die Alpstrasse überquerten. Nach einer Trinkpause auf guter, aber steiler Spur stiegen wir weiter auf bis zum Punkt 1928. Hier änderte die Richtung nach S; nach knapp 900 m erreichten wir die aussichtsreich gelegenen Gebäude der Alp Sadra. Hier entledigten wir uns einer Kleiderschicht, die Sonne heizte nämlich richtig ein. Wunderbar die Aussicht zur gegenüberliegenden Talseite (Lü, Muntet 2762 m, Piz Terza 2908 m) und zum östlichsten Gipfel der Schweiz (Piz Chavalatsch 2762 m) und weiter zu den Ortler- und Ötztaleralpen. Severin’s Vorschlag, die 180 Höhenmeter zu seiner Jagdhütte Salinas aufzusteigen und dort eine Mittagsrast abzuhalten, begeisterte uns. Die Strecke hoch ziemlich steil (bis 34 %) und der Hang unter viel Schnee, was uns veranlasste, mit etwas Abstand zu laufen um die (vielleicht) instabile Schneedecke zu entlasten. Die Hütte steht an wunderschöner und einsamer Lage, direkt oberhalb der Wildruhezone Alp Sadra (Schutzzeit 20.12.-20.04.). Auf der sonnigen Seite der kleinen Hütte durften wir ausgiebig ruhen und rasten und den spannenden Geschichten unseres Guides Severin zuhören. Nach anderthalb (!) Stunden galt es diesen wunderschönen Ort zu verlassen – vor uns der Freeride-Abstieg im Pulverschnee. Vorbei an der Alp Sadra nutzten wir unverspurte Hänge und Lichtungen – trotz Galopp meist sturzfrei (hihihi…). Bald war beim Wasserreservoir Faistas der Normalweg wieder erreicht. Über Plaun Multa Daint und Plaun Multa Dora «landeten» wir wohlbehalten oberhalb der Kirche von Fuldera. Ab ins Staila, wo wir einen Super-Tag abschlossen – Viva. Wiederum ein herzliches grazia fich unserem Leiter Severin.

Fazit:
Eine wie immer unter Führung von Severin überraschende und spannende, hochwinterliche Tour im einsamen Alpgelände, mit Besuch in der reizvollen Jagdhütte Salinas.

Wetterverhältnisse:
Ein Bilderbuch-Tag, sehr sonnig, leichte Bewölkung, Temperaturen im Bereich -9 bis 6°, kaum Wind. Auf dieser Talseite ausgezeichnete Schneeverhältnisse (Pulver, geschätzte 70 bis 80 cm), Gelände ziemlich verspurt (Ski und Schneeschuhe)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 3-, erheblich, ab 2200 m.ü.M. in allen Expositionen (Altschnee mit ausgeprägten Schwachschichten)

Parameter:
Tourdatum: 5. März 2026
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 7.2 km: Fuldera Dora (1636 m) – Plaun Multa Dora – Plaun Multa Daint – Faistas, Wasserreservoir (1733 m) – P.1849 – P.1928 – Alp Sadra (2048 m) – Jagdhütte Salina (2212 m) – Alp Sadra – Taubter Vials – Faistas – Plaun Multa Dora – Plaun Multa Daint – Fuldera Dora
Aufstieg: ca. 603 m
Abstieg: ca. -611 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min. (laaaaaaaaange Mittagsrast auf Salinas!)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 10 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 15:25 Uhr

«Cler Glüna» Schneeschuhwanderung bei Vollmond

Im Angebot des Naturparks Biosfera Val Müstair finden sich tolle Erlebnistouren – heute nahmen wir wieder einmal teil an der geführten Vollmond-Schneeschuhtour, bei solchen Verhältnissen einfach unübertrefflich! Zu fünft (Guide Severin, Luzia, Roger, Doris und Ruedi) fuhren wir hoch nach Era Sura zur Talstation des kleinen, aber feinen Skigebiets Minschuns. Bei besten Schneeverhältnissen und wie bestellt bei klarem Vollmond (Cler Glüna) liefen wir erst auf dem untersten Teil der Skipiste und wenig später auf einer schönen Spur hoch zu den ersten Dolinen und vorbei am (unter Schnee liegenden) Chalchera (Kalkofen). Nach einem kurzen Stück auf dem Winterwanderweg zur Plaun da l’Aua hielten wir nach links um den kleinen Bergrücken Döss dals Jals zu erreichen – wenig steil und durch lichten Wald und deshalb gut beleuchtet vom Mondschein. Mittlerweile fühlte sich die helle Beleuchtung beinahe an wie Tageslicht. Severin führte uns souverän durch den Wald und nach einem kurzen Abstieg erreichten wir die grosse «Ebene» Plaun da l’Aua – hier gefällt es uns immer besonders! Mit Hilfe von Severin’s Wärmebildkamera suchten wir vergeblich nach Wildtieren. Erfolglos – aber den Ruf eines Käuzchens und der Balzruf eines Fuchses war zu hören. Unglaublich schön, wie die umgebenden Gipfel (Piz Dora, Piz Daint, Munt da la Bescha, Minschuns) beinahe taghell leichteten. Entlang dem Winterwanderweg Via Plaun da l’Aua (auch eine Panoramaloipe) erreichten wir unterhalb der Alp da Munt die untersten Dolinen wieder. Der Blick zum ca. 18 km entfernten Ortler war etwas getrübt, aber der Eispanzer war gut zu erkennen. Kurz vor 22 Uhr, also folgte der Abstieg nach Era Sura. Eine kurze, aber sehr lohnende und stimmungsvolle Runde bei besonderen Verhältnissen. Nach kurzer Rückfahrt nach Fuldera kamen wir zum Abschluss im Staila in den Genuss einer Suppe – dem Staila-Team mit Roman, Irène und Regula ein herzliches Dankeschön für die aussergewöhnliche Gastfreundschaft! Und ebenfalls grazia fich unserem Leiter Severin.

Fazit:
Eine spannende, kaum fordernde Tour bei gut gespurten Verhältnissen.

Wetterverhältnisse:
Ziemlich klar, Vollmond, wenige Wolken, Temperatur beim Start -4°. Ausreichend Schnee, leicht überfroren, schwacher Wind (ca. 10 km/h S)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Stirnlampe, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 3-, erheblich an allen Expositionen >2000 m.ü.M.

Parameter:
Tourdatum: 3. März 2026
Schwierigkeit: WT2
Strecke: ca.3.5 km: Era Sura, Talstation Minschuns (2163 m) – Prada Sot – Plaun da l’Aua – Plauns (2189 m) – Alp da Munt – Era Sura
Aufstieg: ca. 200 m
Abstieg: ca. -200 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 2 Std.
Tageszeit:
19:25 bis 21:45 Uhr