Reko-Biketour Val Mora

Der Sommer hat noch nicht begonnen, ein Hitzetag war es heute aber trotzdem. Heute wollten wir es wissen: ob im Val Mora noch Schnee liegt. Jörg sagte spontan zu, mich zu begleiten. Start um halb zwei Uhr. Ab Valchava die Fahrt über die schiefe Ebene Pravalchava der Aufstieg über Fastais/Mottas ins Val Vau. Die etwa 2.8 km Bergfahrt bis P.1716 (Palüetta) verlief nicht steil und überwiegend im Wald. Bei Palüetta änderte die Richtung, und wir fuhren oberhalb der gut hörbaren Aua da Vau bis Pra da Vau. Ab hier wurde die Unterlage holpriger und deutlich steiler. Nach Tschuccai folgten einige Serpentinen, wo wir bis zur Alp Clastras über eine Strecke von ca. 1.6 km 200 Hm Anstieg zu fahren hatten. Bis zur Alp Praveder erst etwas flacher, dann holpriger und steiler werdend. Links der Piz Praveder, geradeaus der Monte Forcola. Bei P.2132 verblieben wir auf der Strasse, welche steil hochführt bis Döss Radond. Noch immer schneefrei, erreichten wir nach zwei Kurven den heute höchstgelegenen Punkt und bald danach die Wasserscheide bei La Stretta. Jetzt folgte der gemütliche Teil unserer Fahrt in leichtem Auf und Ab, über sich weitende Alpen. Unterwegs der kurze Fussmarsch zum verborgenen Seelein Tea Fondada – quasi eine verlorene Alp. Nach etwas mehr als 16 km war die Alp Mora erreicht – die Jausestation noch geschlossen. Kurze Trinkpause vor dem Alpgebäude; in der Euphorie wollte Jörgs Rucksack dort bleiben – ein Grund, übermorgen wieder hochzufahren. Nach diesem Boxenstopp machten wir uns auf die Rückfahrt in Richtung Osten, nun bei leichtem Gegenwind. Bis zur Wasserscheide faszinierte wie immer die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft. Ab Döss Radond war auf der steilen Abfahrt gefühlvolles Fahren angesagt. Jörg wählte den Singletrail, beim Wasserfall trafen wir uns wieder. Vorbei an den Alpgebäuden Praveder und Las Clastras erreichten wir bald wieder Pra da Vau. Hier hielten wir rechts, um rechts der Aua da Vau auf guter Alpstrasse abzufahren, ab und zu eine Abkürzung über einen Trail zu fahren. Die Landung vollzogen wir zwischen Sta. Maria Val Müstair und Valchava, direkt an der Ofenbergstrasse. Anderthalb Kilometer weiter erreichten wir unser Domizil wieder. Kurze Bikewäsche, dann ab unter den Sonnenschirm, wo wir Maria und Doris beim Apero «überraschten».

Fazit:
Wiederholungstäter, begeisternd! Dir lieber Jörg ein herzliches Dankeschön für die Begleitung – hat grossen Spass gemacht…

Wetterverhältnisse:
Sommerwetter, praktisch wolkenlos, ~15 bis 25°, leichter Wind 10 bis 20 km/h NO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 25. Mai 2026

Schwierigkeit: WS=gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills)
Strecke: 31.3 km, Valchava Muglin (1430 m) – Pravalchava – P.1629 (Fastais/Mottas) – P.1716 (Palüetta) – Val Vau – P.1779 (Pra da Vau) – P.1840 (Tschuccai) – P.1947 – P.1974 (Las Clastras) – Praveder – P.2132 – P.2236 (Döss Radond) – P.2216 (Wasserscheide bei La Stretta) – P.2160 – P.2151 (Plazza Gronda) – Pedra Grossa (2119 m) – P.2062 (Verzweigung Passo di Val Mora) – Alp Mora (2080 m) – Rückweg bis Pra da Vau P.1779 analog Hinweg – Vau – Val da la Fracha, Aua da Vau, P.1674 – Bos-chetta – Valchava
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Aufstieg:
ca. 1021 m
Abstieg: ca. -1038 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 05 Min.
Tageszeit: 13:30 bis 16:30

Senda Val Müstair: Ofenpass – Lü

Diese Wanderung ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis – eine Panoramawanderung der Superlative. Im voll besetzten Postauto fuhren wir ab Valchava zum Ofenpass. Der Einstieg auf die Senda Val Müstair liegt gleich gegenüber des Hotels Süsom Givè beim aus Holz geschnitzten Bären. Im lichten Wald über Wurzelwege, gelegentlich leicht auf und ab und manchmal leicht ausgesetzt. Bald verhallte der Lärm der Passstrasse (Pfingstsonntag!), nach etwa 1.7 km und nach Überquerung der eindrücklichen Ruina war die Plaun da l’Aua erreicht, einer unserer Lieblingsplätze im Val Müstair. Auf der Höhe der Chamonna Plaun da I’Aua, einer ehemaligen Schäferhütte, war eine erste Pause angesagt. Ein Bänkli steht auch dort, und war noch unbesetzt. Hier ging der Blick hoch zum Munt da la Bescha, wo sich normalerweise Steinböcke und Gämsen tummeln. Wir hatten Glück (siehe Foto). Ab hier blieben wir wie immer links des Alpsträsschens, um leicht erhöht dem Waldrand entlang führenden Pfad zu laufen. Wenig später die Überquerung der beeindruckenden Geröllhalde, welche sich vom Munt da la Bescha herunter bewegt. An der Verzweigung bei P.2188 hielten wir links, um bergseitig die Höhe zu halten und so die Dolinen und die Alp da Munt zu erreichen. Das Alprestaurant geschlossen (geöffnet nur während der Wintersportsaison). Nach der Alp der kurze Aufstieg und die Querung zur Verzweigung bei P.2244, wo der Direktabstieg durch den God da Munt nach Tschierv hinunterführte. Vorbei an der Infotafel mit Hinweisen zum Bärenthemenweg, wanderten wir leicht ansteigend hoch bis zum Ausichtspunkt über dem Lai da Juata. Der Pfad führte nördlich des Seeleins vorbei, schmaler werdend und leicht absteigend durch paradiesischen Lärchen-, Arven- und Föhrenwald. Von der Alp Champatsch ein steiles Wegstück hinunter zum 100 Hm tiefer gelegenen Alprestaurant La Posa, wo Melanie mit ihrem Team ab heute bis ca. Ende Oktober geöffnet hat. Viele Wanderer genossen die Mittagspause unter den Sonnenschirmen. Bei unserem nächsten Besuch gibt’s dann Kaiserschmarrn! Nach  wählten wir den Weg über die Alpstrasse, vorbei am Punkt 2093, wo der spektakuläre Weg vom Pass da Costainas herunterkommt. Ein paar Meter weiter das kleine Seelein (Einheimische sprechen vom Lüer See), welches ein schönes Fotomotiv abgibt. Das auf einer Sonnenterrasse gelegene Dörfchen war nach etwa fünfundvierzig Minuten erreicht. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass der Hirschen geöffnet ist – also reservierten wir zum z’Nacht für heute Abend (Spaghetti Mamma Lü!). In der Dorfmitte bestiegen wir dann das Postauto, welches uns ins Tal fuhr.

Fazit:
Die Höhenwanderung par excellence… Wellnesswandern!

Wetterverhältnisse:
Sommerlich warm (heiss!), Temperaturen 12° (beim Start auf dem Ofenpass) bis 25°. Wind 9 km/h N

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: Pfingstsonntag 24. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Hinfahrt: Postauto ab Valchava Cumün bis Pass dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün, Umstieg nach Valchava
Strecke: 9.6 km: Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Plaun da l’Aua (P.2153) – P.2189 – Alp da Munt (2212 m) – P.2246 – Juata – Alp Champatsch (2088 m) – P.2093 – Plattuns (1949 m) – Lü Daint – Lü (1916 m)
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Aufstieg: ca. 220 m
Abstieg: ca. -435 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 14:50 Uhr

Bikefahrt zur Planeiler Alm 2203 m

Im Frühsommer ist eine Biketour im nahen Obervinschgau erste Wahl, heute wieder mit unseren Nachbarn Jörg und Roman. Start beim Sportplatz Laatsch, wo ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Die fast 2 km Strecke bis zur Ortsmitte in Laatsch flach, ab dort dann auf dem ausgezeichnet ausgebauten Radweg leicht ansteigend hoch über Schleis nach Burgeis – heute mit etwas mehr Verkehr (Pfingsten lässt grüssen). Die Weiterfahrt dann im obersten Dorfteil zur Kreisel an der Vinschgauer Strasse (viel Verkehr zum und vom Reschenpass). Dann auf dem Asphaltsträsschen leicht ansteigend zum Weiler Ulten. Zwei Kilometer auf der Fahrstrasse hoch bis zum charmanten Bergdörfchen Planeil. Kafipause im kleinen Gasthof Gemse. Übrigens: das Planeiltal ist ein orographisch linkes Seitental des Vinschgaus bzw. des oberen Etschtals in Südtirol. Es zweigt an der Malser Haide in nordöstliche Richtung ab und führt in die Planeiler Berge, eine Untergruppe der Ötztaler Alpen. Dort ragen zahlreiche Dreitausender auf, darunter etwa der Rabenkopf (3393 m), die Falbanairspitze (3199 m) und der Danzebell (3148 m). Zuhinterst im kleinen Tal liegt die Planeischarte auf einer Höhe von 3070 m.ü.M., einem T4-Übergang ins Langtauferer Tal resp. ins Gebiet der Weisskugel. Entwässert wird das Planeiltal von der Puni (Punibach), welcher nahe der Planeischarte entspringt und später, nach ca. 26 km, in die Etsch mündet. Die einzige Ortschaft des Tals ist Planeil auf 1599 m Höhe nahe dem Talausgang. Ab Ortsmitte wurde es etwas ernsthafter: in den sehr engen und bis 25% steilen Gassen fuhren wir in Richtung O dem Punibach entlang hoch ins Planeiltal – immer auf guter Alpstrasse. Kurz vor dem kleinen Feuchtgebiet hielten wir links, um bergseitig rasch an Höhe zu gewinnen. In einer Spitzkehre erreichten wir den heute hintersten Punkt im Tal, um dann nach W zu drehen und 200 Hm weiter die wunderbar gelegene Planeiler Alm zu erreichen. Bei der Mittagsrast genossen wir das prächtige Panorama mit dem Blick ins nahe Val Müstair. Die Abfahrt auf dem holprigen, aber gut fahrbaren Almweg. Auf knapp 2 km waren fast 650 Höhenmeter abzufahren – unterwegs waren einige Zäune mit massiven Gattern zu öffnen (und wieder zu schliessen). Unterwegs bot sich der schöne Ausblick nach Plawenn hinunter (unsere Wanderung vom 17. Mai). Nach kontrollierter Abfahrt erreichten wir beim Weiler Alsack die Malser Haide. Statt den kürzesten Weg nach Mals zu nehmen, folgten wir Jörg’s Vorschlag, nach Norden zum Dorf St. Valentin auf der Haide zu fahren. Unterwegs wehte uns ein starker Wind um die Ohren. Aus der geplanten Einkehr beim Campingplatz wurde nichts (Restaurant geschlossen). Also nahmen wir die bekannte Strecke rechts des Haidersees unter die Räder. Ziemlich viel Volk unterwegs, Wanderer und Biker. Vom südlichen Seeende ab Fischerwiesen folgte die rassige Abfahrt auf der gut ausgebauten Radstrecke über Burgeis und Schleis – dort, am oberen Dorfende, dann noch eine (temporäre) Baustelle mit einer originellen Umleitung: die Bikes schiebend, mitten durch den privaten Garten, dessen Sitzplatz, beinahe noch mitten durch die Stube eines Wohnhauses und über eine Treppe absteigend – Improvisation total! In Laatsch folgte die Pflicht zur Einkehr in der Bar bei der Mühle – Affogato, Amarena-Gelato, alles wie immer ohne Rahm, versteht sich! Der Sprint durch die enge Dorfmitte zurück zum Startpunkt beim Sportplatz war dann reine Formsache.

Fazit:
Eine sportliche, anforderungsreiche Bike-Runde mit anständig vielen Höhenmetern war das! Jörg und Roman ein herzliches Dankeschön für diesen wunderbaren Tag!

Wetterverhältnisse:
Sommer! Wolkenlos! Blau, blau, blau! Bis 25°, unterschiedlich starker Wind 5 bis 30 km/h SO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 22. Mai 2026

Schwierigkeit: Gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills).
Strecke: 44.8 km, Laatsch, Sportplatz (967 m) – Laatsch, Ortsmitte (967 m) – Radweg entlang der Etsch – Schleis (1057 m) – Burgeis (1203 m) – Kreisel Vischgauerstrasse – Ulten (1435 m) – Planeil (1597 m) – Planeier Alm (2203 m) – Alsack (1524 m) – St. Valentin auf der Haide (1461 m) – Haidersee – Fischerwiesen (1445 m) – Burgeis – Schleis – Laatsch – Sportplatz
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Aufstieg:
ca. 1432 m
Abstieg: ca. -1430 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:30 Uhr

Alpenweg zum Dorf Plawenn

Der Titel dieses Berichts ist nicht etwa irreführend: über eine wunderbare Alpenlandschaft führt der nicht alpine Weg und teilweise steile Pfad ab Fischerhäuser (am Haidersee gelegen) zum Weiler Plawenn, einer Fraktions der Gemeinde Mals im Vinschgau. 41 Menschen wohnen dort. Nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir Fischerhäuser, den an der Reschenpassstrasse am Haidersee gelegenen Weiler. Das ziemlich neue Gasthaus Alpenrose liessen wir vorerst links liegen, um über offenes Weideland der Wanderweg Nr. 3 zu erreichen. Der Aufstieg im Lärchenwald war paradiesisch, der Waldboden ein einziger grüner Teppich. Bei der kleinen Schäferhütte änderte die Landschaft; der Anstieg wurde etwas steiler, der Forstweg ruppiger. Nach sieben Serpentinen endete die Unterlage und wir stiegen auf einem schmalen Pfad etwas steiler auf. Etwa fünfhundert Meter vor dem Zwischenziel Plawenn war der höchstgelegene Punkt (ca. 1570 m.ü.M.) erreicht. Nach dem Verlassen des Waldes stand wie angekündigt eine windgeschützte Bank – die mussten wir selbstverständlich nutzen. Super Aussicht über die Malser Haide und zum Ortler. Nach dem kurzen Abstieg zum Dorf Plawenn hofften wir dort einzukehren — nix da! Das hübsche Dörfchen lohnt einen kurzen Rundgang. Schmuck das Kirchlein St. Maria und der dominante Ansitz Plawenn. Uns wehte eine steife B(r)ise um die Ohren, also suchten wir Windschutz in der Nähe eines beinahe verfallenen Stadels. Kurze Trink- und Verpflegungspause (Ovo Break – weisch wie guet!). Auf der Fahrstrasse erreichten wir nach etwa vierzig Minuten den Ausgangspunkt am Haidersee wieder. Im Gasthaus Alpenrose genossen wir dann einen kleinen zMittag. Danach folgte die Fahrt über die Malser Haide hinunter nach Mals und über LatschTaufers zurück ins Val Müstair.

Fazit:
Eine kurze, sehr lohnende Spazier-Wanderung im Vinschgau, die uns sehr gefiel…

Wetterverhältnisse:
Ein Schönwettertag nach einer Schlechtwetterperiode (Eisheilige!), Temperatur bei ca. 9 bis 13°. Teilweise steife Bise bis ca. 20 km/h.

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 17. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 6.2 km: Fischerhäuser (1453 m) – Schäferhütte (1577 m) – Plawenn (1725 m) – Fischerhäuser
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Aufstieg: ca. 320 m
Abstieg: ca. -310 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 11:05 bis 13:30 Uhr

Wanderung auf verschlungenen Wegen: Valchava – Aual Claif – Bain Guad – Müstair

Diesen Schönwettertag mitten in den Eisheiligen (heute Servatius gewidmet!) nahmen wir gerne. Da ab morgen (über das Auffahrtswochenende) noch drei nasse Tage folgen werden, nutzten wir diese Gelegenheit für eine Wanderung in der unmittelbaren Umgebung. Der verborgene, und auf der Landeskarte nicht eingezeichnete Waalweg Aual Claif wollten wir besuchen. Von Jörg, unserem Hausbesitzer, erhielten wir wertvolle Hinweise – grazcha fich! In der Ortsmitte von Valchava nach der reformierten Kirche hielten wir nach S rechts um bei Ortsteil Puoz zum Kalkbrennofen (Chalchera) zu laufen. Die Anlage ist wunderbar erhalten und gepflegt, mit Tischen, Bänken und einer grossen Infotafel ausgestattet. Dem Waldrand entlang wanderten wir bei Multa zur Plaun da la Tettaglia, wo die wenig Wasser führende Aua da Vau über eine schöne Holzbrücke überquert wird. Schön der Blick ins untere Tal! Auf den folgenden achthundert Metern hielten wir die Höhe, um das kleine Val Quanas zu queren und die Döss da las Levras (Lichtung der Hasen) an der obersten Stelle zu erreichen. Hier wählten wir nicht etwa den ins Tal der Muranzina (Val Muranza) führende Pfad, sondern hielten geradeaus nach O, um unerwartet wild (einige den Pfad blockierende grosse Äste überwindend) abzusteigen zur Muranzina; die Holzbrücke war schon von weitem zu sehen. An der Brücke dann der Blick zur Baustelle, wo offensichtlich die Wasserfassung des Aual Claif restauriert wird (Begehen verboten). Do Calcogn heisst die Stelle. Ab hier führte ein sehr gut unterhaltener Weg entlang dem Wasserkanal, der (noch) kein Wasser führte. Etwa neunzig Hm tiefer liegt der Campingplatz Pè da Munt. Rund siebenhundert Meter Länge hat der Bewässerungskanal, am Ende stand das neu erstellte Wasserrad mit dem Hammer. Jetzt hielten wir bergwärts, um zum Viadukt der Umbrail-Passstrasse aufzusteigen; kein Verkehr wegen Wintersperre. Der kleine Viadukt bei Runc Süsom führt über den ziemlich ausgetrockneten Bach, der aus dem Val Schais abfliesst und etwas weiter unten – kurz vor Sta. Maria – in die Muranzina einmündet. Nach einem kurzen Spaziergang auf der Passstrasse hielten wir in der nächstliegenden Haardnadelkurve nach rechts, um über einen guten Pfad nach O Belvair anzustreben; Tiefblick hinunter nach Sta. Maria, Sielva zum Center da sandà und zu den gegenüber liegenden Höfen von Pütschai, darüber der Piz Terza. Nun wieder im Wald, erreichten wir bald einmal die Chasa Lemnius. Hier muss etwas Geschichte eingestreut werden: Simon Lemnius (1511 bis 1550) lebte hier. Der preisgekrönte Dichter aus dem Münstertal wird als bekanntester unter den Bündner Humanisten gesehen. Sein Leben war ein schwerer Kampf gegen ein hartes Schicksal. Bereits mit sechs Jahren verlor der kleine Schimun Lemm seine Eltern und bald darauf auch seine Grossmutter. Schliesslich wurde er in grober Weise von seinem schönen Elternhaus, dem Hof zu Guad ob Müstair vertrieben. Hier mehr zu seinem Leben. Da wir von dieser tragischen Geschichte erst zuhause erfuhren, waren wir vorerst nicht beeindruckt. Auf dem Forstweg liefen wir durch das Val Pisch, um bald den Hof Bain Ars zu erreichen. Vierhundert Meter weiter, beim wunderbar gelegenen Hof Bain Guad nutzten wir die sonnige und aussichtsreiche Lage, um auf einer Bankniederlassung der sympathischen Art Mittagsrast abzuhalten. Gestärkt bewältigten wir danach den kurzen Aufstieg zum heute höchstgelegenen Punkt beim Haus Tramèr. Zu Beginn des Valler Lad verliessen wir die nach Guad Orasom hoch führende Strasse. Ab hier ging es nur noch runter – und wie: steil, schmal der Pfad, viel Totholz, aber der Pfad sehr gepflegt (Trittsicherheit war von Vorteil). 320 Abstiegsmeter über Plazzöl Sura nach Plazzöl. Unterwegs viel Botanik (wechselblättriges Milzkraut, Waldveilchen, usw.) und urwaldmässiger Dschungel, sehr abwechslungsreich! Über die Rom-Brücke (wenig Wasser im Rombach!) noch ein paar hundert Meter zur Dorfmitte von Müstair. Nach kurzer Wartezeit bestiegen wir das Postauto, welches uns bequem nach Hause brachte.

Fazit:
Wetterbedingt in Lagen bis 1500 m.ü.M. unterwegs; Freude darüber, den verborgenen Waalweg (Aual Claif) gesucht und gefunden zu haben.

Wetterverhältnisse:
Ein Schönwettertag in einer Schlechtwetterperiode (Eisheilige!), Temperatur bei ca. 6 bis 14°. Wind aus allen Richtungen, meist Bise bis ca. 10 km/h.

Anmerkung:
Heute, am Tag wo ich diesen Bericht verfasse, ist der 4. der Eisheiligen: Bonifatius. Schneetreiben bis 1400 m.ü.M. Was wohl die Kalte Sophie morgen bringt?

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 13. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.7 km: Valchava Muglin (ca. 1430 m) – Chalchera (1442 m) – Multa – Aua da Vau, Plaun da la Tettaglia (1484 m) – Döss da las Levras – Do Calcogn, Muranzina (1500 m) – Aual Claif (ca. 700 m Länge) – Viadukt Umbrail Passstrasse, Runc Süsom (1517 m) – P.1500 – Belvair (1470 m) – Chasa Lemnius (1473 m) – Bain Ars – Bain Guad (1500 m) – Valler Lad (Abzweigung) – Plazzöl Sura – Plazzöl, Rom (1252 m) – Val Müstair (1250 m)
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Aufstieg: ca. 300 m
Abstieg: ca. -450 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 45 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 14:55 Uhr

Obervinschgau – um den Reschen- und Haidersee

Heute unternahmen wir eine erste Biketour im benachbarten Obervinschgau, unsere Nachbarn Jörg und Roman mit dabei. Start beim Sportplatz Laatsch, wo ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Strecke bis zur Ortsmitte in Laatsch wenig spektakulär, ab dort dann auf dem ausgezeichnet ausgebauten Radweg leicht ansteigend hoch über Schleis nach Burgeis. Dort war der Treffpunkt abgemacht mit Roman, der über Mals fuhr und uns aber bereits erwartete (hatte wohl einen schnellen Guafför?!). Dennoch gönnten wir uns eine Kafipause. Die Weiterfahrt dann unerlaubterweise auf dem wegen Holzer- und Bauarbeiten gesperrten Radweg hoch bis Fischerwiesen am Südende des Haidersees. Unsere Rechnung ging auf, dass die Bauarbeiter Mittagspause machten. Der wenig befahrene Weg entlang dem westlichen Ufer des Haidersees gefällt immer wieder und zu jeder Jahreszeit. St. Valentin auf der Haide war bald erreicht. Die Weiterfahrt dann am orografisch rechtsliegenden Ufer des Reschensees. Kurz vor dem touristischen Ort Reschen erreichten wir das Nordende des Sees. Auf dem Uferweg fuhren wir bis zum bekannten Ort Graun resp. zu dessen «Wahrzeichen», dem im Stausee stehenden Kirchturm. Die Geschichte dieses Stausees stimmt nachdenklich und schweizerisches Energieunternehmen spielte eine Hauptrolle. Die Grauner haben das beste aus den Umständen gemacht: am mittlerweile touristischen Hotspot tummelt sich permanent viel Volk, sogar in Bussen fahren sie an. Der Kiosk ist (hoffentlich) eine Goldgrube; Pommes, Curry- und andere Würste, Getränke – für die kleine Mittagspause war gesorgt. Die Fahrt auf dem staubigen Uferweg war weniger erholsam; nur ja nicht den Mund (zu weit) öffnen, die Nachspeise in Form eines Mückenschwarms nicht gerade appetitlich. Am Ende des Stausees in St. Valentin auf der Haide angekommen, wechselten wir zur rechtsliegenden Seite des Haidersees. Nach kurzer Fahrt auf dem schön angelegten Uferweg die Gelegenheit im idyllisch gelegenen Restaurant Zeress einzukehren – schliesslich mussten wir die Mücken hinunterspülen… Danach folgte die Fahrt durch die wegen Holzerarbeiten verbotene Zone, welche wir über kurze Trails umfuhren. Ab Fischerwiesen dann die ziemlich rasante Abfahrt – jedenfalls zeigten die am Wegrand installierten Radaranlagen(!) massive Geschwindkeitsüberschreitungen. Die rot aufleuchtenden Smilies beeindruckten uns wenig, schliesslich war (noch) kein Gegenverkehr. Nach Durchfahrt der Orte Burgeis und Schleis erreichten wir der ruhig dahin plätschernden Etsch entlang Laatsch – fertig lustig. Zwei Kilometer weiter landeten wir beim Startpunkt. Wir waren uns einig: eine sportliche, aber nicht sehr anforderungsreiche Ausfahrt mit Jörg und Roman – ein herzliches Dankeschön für diesen schönen Tag!

Fazit:
Eine gemütliche Ausfahrt mit einigen Höhenmetern über schöne Radwege im nahen Obervinschgau.

Wetterverhältnisse:
Sonnig und zeitweise bedeckt, ca. 10 bis 15°, spürbarer Wind bis 30 km/h aus S.

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 8. Mai 2026

Schwierigkeit:  Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten.
Strecke: 45.5 km, Laatsch, Sportplatz (967 m) – Laatsch, Ortsmitte (967 m) – Radweg entlang der Etsch – Schleis (1057 m) – Burgeis (1203 m) – Fischerwiesen, Südende Haidersee (1460 m) – St. Valentin auf der Haide (1460 m) – Reschensee (1498 m) – Kaschon (1520 m) – Spin (1522 m) – Giern (1530 m) – Pitz (1503 m) – Reschen, P.1505 – Graun (1501 m) – Staumauer (1502 m) – St. Valentin auf der Haide (1461 m) – Haidersee, Restaurant Zeress (1451 m) – Fischerwiesen (1445 m) – restliche Strecke wie Hinfahrt über Burgeis – Schleis – Laatsch – Sportplatz
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Aufstieg:
ca. 1040 m
Abstieg: ca. -1040 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 15:35 Uhr

Mai-Wanderung ab Valchava über Büglios – Craistas – Hof Terza – Sta. Maria

Endlich wieder unterwegs – nach einer kräftezehrenden Erkältungszeit. Im Val Müstair war die Pollenbelastung (noch) niedrig, beste Gelegenheit also für eine 1. Mai-Wanderung. Im oberen Dorfteil von Valchava überquerten wir die Ofenbergstrasse, um an der alten Mühle vorbei die zwei Kehren hoch bis Vüschnai Sura, dann im lichten Wald steil hoch in der Flanke Costeras, zu laufen. Die Häuser von Büglios – diesem wunderbaren Aussichtspunkt – erreichten wir nach einer knappen Stunde (ca. 300 Hm). Traumhaft klare Sicht nach Süden und ins Tal – der leichten Bise sei Dank. Zwischen den Häusern führte der Wanderweg hoch zur Strasse, über welche wir den Weiler Chapazeller und wenig später Craistas erreichten. Oberhalb Craistas erreichten wir die uns bestens vertraute Alpstrasse, welche auf einer Höhe von ca. 1900 m.ü.M. ins Tälchen Vallatscha rundet. Zwischen den Bäumen erblickten wir das Zwischenziel, Monica’s Hof Terza, wo heute in die neue Saison eröffnet wurde. Kurz vor Tablà Nair erreichten wir den heute höchstgelegenen Punkt auf knapp 2000 m.ü.M. Jetzt nur noch 1 km bis zum 180 m tiefer liegenden Zwischenziel. Viele Gäste – alles bekannte Gesichter – genossen schon den Platz an der Sonne. Apérogebäck vom feinsten, ein Bier dazu und leckere Rahmschnitzeli mit Spätzli, dazu hausgemachte Apfeltorte, Monica’s Team verwöhnte uns wie gewohnt – grazcha fich! Zwei Stunden Aufenthalt hier oben – richtig pachific… Nach dem Abschied der Abstieg zum 500 m tiefer liegenden Sta. Maria Val Müstair. Die Fahrstrasse verliessen wir bei Punkt 1759, um über die noch nicht bestossene Schafweide nach Pütschai Josom hinunter zu laufen. Auf dieser Strecke ist im Sommer mit aggressiven Hirtenhunden zu rechnen. Ab Pütschai kürzten wir dem nunmehr schneefreien Waldrand entlang ab, um bald die Stallungen von Iris Hauschild (Fokus Pferd – Mensch) zu erreichen. Über die Rom-Brücke (wenig Wasser im Rombach!) noch ein paar hundert Meter zur Dorfmitte Sta. Maria Val Müstair. Nach kurzer Wartezeit bestiegen wir das Postauto, welches uns bequem nach Hause brachte.

Fazit:
Eine wunderbare Panoramarunde mit einigen Höhenmetern und bei klarer Fernsicht dank Biswind.

Wetterverhältnisse:
Ein Bilderbuch-Frühsommertag, Temperatur bei ca. 10 bis 17°. Leichte Bise ca. 15 km/h.

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 1. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.3 km: Valchava Muglin (ca. 1430 m) – Vüschnai Sura – Costeras – P.1667 – Büglios (1667 m) – Via Craistas P.1689 – Chasalba – Craistas 1875 m) – P.1995 – Tablà Nair (P.2006) – Hof Terza (1845 m) – P.1759 – Plaun da Sach (1640) – Pütschai Josom (1520 m) – Do Mundaditschas (1503 m) – P.1449 – P.1348 – Brücke über den Rom (1343 m) – Sta. Maria Val Müstair (1376 m)
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 660 m
Abstieg: ca. -690 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:55 Uhr