Haider Alm 2155 m – Seeköpfl 2635 m – Seebodenspitze 2859 m

Es ist nicht etwa so, dass uns die Wanderziele im Val Müstair ausgegangen sind; im nahen Vinschgau allerdings gibt es gleichwertige Wanderungen. Heute ging es mal auf einen der höheren Gipfel im oberen Vinschgau. Nach einer halbstündigen Fahrt nach St. Valentin auf der Haide liessen wir uns in einer Gondel der Haideralmbahn auf 2155 m.ü.M. hoch fahren – so vernichteten wir elegant 680 Höhenmeter, Berg- und Talfahrt kosteten € 27.50. Und noch wichtiger: das Thermometer zeigte zu Beginn mit 20° C deutlich angenehmere Verhältnisse. Daran änderte sich heute wenig, zumal wir bis 2859 m.ü.M. aufsteigen wollten. Von der Bergstation auf der Haider Alm aus starteten wir auf dem WW Nr. 16 gut markiert in südwestlicher Richtung Grüner See. Nach ca. anderthalb Stunden erreichten wir bei 2475 den etwa 30 m höher liegenden Aussichtspunkt. Eindrücklich die Rundsicht! Sitzbänke und Tisch motivierten uns zu einer Trink- und Verpflegungspause. Bald wurden wir von gwundrigem Vieh besucht und verdrängt (siehe Bilder). Ab hier begann der steiler und felsiger werdende Aufstieg zum ersten Gipfel, dem 150 m höherstehenden Seeköpfl. Unterwegs verweilten wir, um den Vorbeiflug eines Bartgeiers zu geniessen. Eine halbe Stunde später standen wir beim bescheidenen, gebastelt wirkenden Gipfelkreuz. Toll die Übersicht, Haider Alm, Obervinschgau und seine Seen. Auf einem nach Westen führenden Pfad stiegen wir vorerst wenig steil auf – vorbei an der Verzweigung zum Direktabstieg zur Haider Alm hinunter (WW Nr. 16). Vor uns der nicht ausgesetzte, aber ausgeprägte Grat, der geradewegs in Richtung Seebodenspitze hochführte. Noch ca. 250 Höhenmeter waren zu bewältigen. Nach felsigen Tritten folgte der weitere Aufstieg über grobe Blocks – Misstritte verboten. Nach der Querung eines letztes Blockfeldes folgte der etwas mühsame Steilaufstieg auf rutschigem Geröll. Kurz vor dem Gipfel eine angenehm zu begehende Querung, dann der Steilaufstieg – nach zweieinhalb Stunden berührten wir das überdimensionale Gipfelkreuz der Seebodenspitze. Ziemlich viele Berggänger hier oben. Die 360°-Sicht war vom Feinsten: im Süden die Ortler-Alpen, im Westen die nahen und fernen Bündner Alpen, im Norden die Grenzgipfel in Richtung Tirol, im Osten Tal und Berge im Obervinschgau. Wer auf einem solchen Gipfel stehen darf, wird definitiv belohnt für die Mühen des Aufstiegs. Zwei nicht mehr ganz junge Wanderfrauen löcherten uns betreffend der Bestimmung der Gipfel; dabei stellte sich heraus, dass sie beinahe alles schon kannten. Der schonende Wind erlaubte uns eine ausgiebige Gipfelrast. Nachdem sich der Gipfel langsam entvölkert hatte, kamen wir in den Genuss einer Gipfelfoti – dank Kräuterfrau Gudrun aus Saas. Im Abstieg hatten wir erst die bereits im Aufstieg unangenehm rutschige und steile Halde zu begehen. Am unteren Ende bei P. 2768 bogen wir ab, um über Blocks zu queren und auf dem WW Nr. 10 das geologisch interessante Gebiet Schwarzer Kofel zu durchwandern. Am Verzweigungspunkt 2574 (kürzere Abstiegsvariante Kälberstall-Haider Alm) vorbei, erreichten wir bald einmal die sehr fotogenen Drei Seen. Ab hier bis zur Haider Alm noch 50 Minuten. Bei Roter Eck (P.2301) vereinte sich unser Weg mit dem Abstiegspfad von der Elferspitz und wenige Meter danach mit WW Nr. 14, auf welcher die Höhenwanderung von Schöneben zur Haider Alm verläuft. Jetzt wurde die Unterlage deutlich ruhiger und bequemer begehbar. Klar, hier trampeln die Massen durch, welche die Höhenwanderung machen. Nach zehn Minuten landeten wir auf der Haider Alm – die Runde schloss sich. Der Rest ist rasch erzählt: Talfahrt nach St. Valentin auf der Haide hinunter, wo wir uns an der Talstation einen kühlenden Abschluss-Drink gönnten – bei 30°… Bei dieser Gelegenheit grüssen wir die armen Hitzegeplagten im Unterland.

Fazit:
Eine im oberen Teil recht alpine Bergtour im Obervinschgau auf einen offensichtlich beliebten Gipfel.

Wetterverhältnisse:
Blau blau blau, wolkenlos, ca. bis 20° (im Tal 32°), Wind stellenweise bis 10 bis 30 km/h NW-SW

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 30. Juli 2026
Anforderung: T3
Strecke: 9 km, Haider Alm (2155 m), WW Nr. 16 – P.2320 – Grüner See, P.2475 – Seeköpfl (2635 m) – P.2625 (Verzweigung) – Grat Aufstieg zur Seebodenspitze (2859 m) – Verzweigung P.2768, WW Nr. 10 – Verzweigung P.2574, WW Nr. 10A – Drei Seen (2491 m) – Roter Eck, P.2301, WW Nr. 9-14 – Haider Alm
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Aufstieg: ca. 710 m
Abstieg: ca. -700 m
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 30 Min.
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:30 bis 16:00 Uhr

Biketour zur Stilfser Alm 2077 m

Heute, an diesem ersten Hitzetag (vierte Hitzewelle in diesem Sommer…) gabs eine Fahrt zu einer für uns unbekannten Alp – zur Stilfser Alm. Startpunkt am östlichen Dorfende von Lichtenberg, bei der Kreisel an der SP50, stehen viele Parkplätze zur Verfügung. Begleitet von unseren Münstertaler Bikekameraden Victor und Roman (heute ohne Jörg, der leider verhindert war) führte die Fahrt durch die Ortsmitte hoch und nahe vorbei an der Burgruine Lichtenberg – eine riesige Anlage, die erstmals 1259 als Burg des landesfürstlichen Besitzes der Grafen von Tirol erwähnt wird, scheint aber bereits um 1200 von den Vögten von Matsch als adeliger Stützpunkt gegründet worden zu sein. Die Fahrt führte moderat ansteigend hoch an der NO-Seite des Montoni, dessen SO-Flanke im April 2025 von einem verheerenden Waldbrand zerstört wurde. Die Wanderwege sind grösstenteils wieder offen, der Anblick allerdings schrecklich. Die Fahrt verläuft meist im Nationalpark Stilserjoch, mit 130734 Hektaren einer der grössten Naturpärke im Alpenraum. Auf der Lichtenberger Scharte (1833 m) erreichten wir den vorläufigen Höhepunkt, bevor die Abfahrt um den Montoni herum auf dessen Südseite führte. Der verbrannte Wald hat sich noch nicht wieder erholt, was auch der Grund war, nicht auf den Gipfel zu fahren (ca. 1 km Strecke und 140 Hm). Der Gipfel ist ohnehin «verunziehrt» mit einem Antennenturm. Westlich des Dorfes Stilfs erreichten wir den tiefstgelegenen Punkt bei ca. 1460 m.ü.M. Jetzt folgte der Aufstieg zur etwas mehr als 500 m höher gelegenen Stilfser Alm. Auf der gut fahrbaren Naturstrasse erreichten wir bald einmal das Almgelände, welches sich wie eine grosse Rundarena vor uns ausbreitete. An der Unteren Stilfser Alm vorbei die letzte Steigung zur wunderbar gelegenen Oberen Stilsfer Alm. Von hier aus wäre der Aufstieg zum östlichsten Grenzgipfel der Schweiz, dem Piz Chavalatsch (2763 m) in ca. 1.5 Std. Fussmarsch zu machen (knapp 700 Höhenmeter, T2-3). Das wäre mal eine Idee für eine kombinierte Bike&Hike-Tagestour. Zurück zum Alm-Restaurant: die jungen Wirtsleute bieten Speisen bester Qualität und zelebrieren die typische Südtiroler Gastfreundlichkeit. So liessen wir es uns gut gehen, was die Mittagspause entsprechend lang dauern liess. Gestärkt nahmen wir die Abfahrt unter die Räder, hinunter bis Thialwiesen und weiter nach Gomagoi hinunter, wo wir die Stilfser-Joch-Passstrasse erreichten. Auf dieser rasten wir beinahe im Tempo des Strassenverkehrs bis Prad am Stilfserjoch. In der Dorfmitte nochmals Einkehr in der Eurobar. Dann auf der SP50 in Richtung N, auf einer Nebenstrasse durch das schöne Dörfchen Agums, bis nach zwei Kilometer flacher Fahrt durch Apfelplantagen der Startpunkt wieder erreicht war. Das war eine sportliche Tour in einer tollen Landschaft und mit vielen Höhenmetern. Zufrieden verabschiedeten wir uns zur Rückfahrt – danke herzlich Victor und Roman für den tollen Tag!

Fazit:
Eine wiederum tolle Rundfahrt im nahen Vinschgau mit vielen Höhenmetern – herrlich!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, wolkenlos, teilweise spürbarer Wind 9 bis 25 km/h NO, ca. 24° bis 31°

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 28. Juli 2026

Schwierigkeit:  L=Leicht fahrbar, durchgehend auf guten Fahrwegen
Strecke: 38.2 km, P Kreisel SP50 bei Lichtenberg (910 m) – Lichtenberg (927 m) – Kirchweg – Kirchlein St. Cristina (1054 m) – Lichtenberger Alm (1353 m) – Lichtenberger Scharte (1833 m) – Ochsenberg P. 1740 – Thialwiesen (1464 m) – Faslarhöfe, oberhalb Stilfs (1537 m) – Alter Almweg – Platz (1558 m) – Strasse nach Valatsches (P.1643) – Stilfser Almweg – Untere Stilfser Alm (2058 m) – Obere Stilfser Alm (2077 m) – Rückfahrt hinunter bis Thialwiesen – Gomagoi (1265 m) – Stilfserbrücke (1115 m) – Stilfser-Joch-Passstrasse bis Prad, Ortsmitte (909 m) – SP50, Brücke über den Suldenbach – Agums (904 m) – Werkgebäude Strassendienst (901 m) – Lichtenberg, P Kreisel SP50
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Aufstieg: ca. 1552 m
Abstieg: ca. -1510 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 15:25 Uhr

Unterwegs im Paradies: Ofenpass – Jufplaun – Buffalora

Heute war eine Wellness-Wanderung angesagt, sowohl für das Auge wie auch für den Körper. Mit dem Postauto zum Ofenpass (Doppelkurs!). Dort stiegen die meisten aus, kaum jemand hatte aber dasselbe vor, wie wir. Der Aufstieg zur Davo Plattas ist felsig, im letzten Abschnitt steil, aber nicht ausgesetzt. Bizarre Felstürme am Il Jalet, den wir umrundeten. Ab Davo Plattas dann über anderthalb Kilometer die aussichtsreiche Querung, unterwegs führt der Weg durch die Runse der Aua da Murtaröl – spektakulär wie immer. Etwas Konzentration und Trittsicherheit war gefordert. Bald war die Verzweigung auf Döss da las Plattas erreicht – wir blieben rechts. Es folgten dreieineinhalb Kilometer leichter Abstieg über wunderbares Weidegelände, wo wir rasteten und dem weidenden Vieh zuschauten und -hörten. Etwas weiter unten erreichten wir die Brücke über die Aua da Murtaröl, welche wenig Wasser führte. Ab jetzt verlief die Strecke nach N, voll in der Sonne, und paradiesisch die Aussicht zum Piz Nair und zum auch schon besuchten, eindrücklichen Piz Vallatscha. Bald erreichten wir die bekannte Privathütte bei P.2196 (Margun wird sie genannt) – kein Zutritt, privat, niemand zuhause. Ein paar hundert Meter weiter die (bekannte) grosse Arve. Immer wieder faszinierend der Blick nach S zum massigen Piz Murtaröl, zum Piz Daint und zum Munt Buffalora mit seiner zerklüfteten Ostflanke. Mit Ausnahme eines Wiesels und der weidenden Kühe bekamen wir heute keine Tiere zu Gesicht, auch der Bartgeier gab keine Vorstellung. Und wie immer in dieser Gegend maulte eine Cratschla hektisch. Nun folgte der Abstieg zur 180 Hm tiefer liegenden Alp Buffalora. Am Gebäude der Alp angekommen, wählten wir die Trittspur, welche über die Weide direkt zur Postautohaltestelle P10 an der Ofenpassstrasse hinunterführte. Nach 15 Minuten Ankunft beim Restaurant Buffalora; wir fanden Platz, sogar unter einem freien Sonnenschirm. Die Gelati erfrischten und schmeckten ausgezeichnet…

Fazit:
Eine relativ ruhige Wanderung im Paradies am Ofenpass.

Wetterverhältnisse:
Sonnenschein, wolkenlos, Temperaturen im Bereich 10 bis 15° C, trocken, kaum spürbarer  Wind (ca. 13 bis 30 km/h NW), der angenehm und leicht kühlend wirkte.

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 24. Juli 2026

Schwierigkeit: T2
Strecke: 7.5 km, Postauto zum Pass dal Fuorn/Ofenpass (2148 m) – Aufstieg südöstliche Jalet in Richtung Piz Daint – Davo Plattas (2288) – Val Murtaröl – Döss da las Plattas – Verzweigung P.2272 – Brücke über die Aua da Murtaröl bei P.2221 – Privathütte bei P.2196 – P.2156 – P.2157 – Alp Buffalora (2033 m) – Aua da Murtaröl – Buffalora P10 (1967)
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Aufstieg: ca. 221 m
Abstieg: ca. -382 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 27 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 14:10 Uhr

Bikefahrt über den Pass da Costainas nach S-charl und zurück

Valchava verliessen wir am nördlichen Ortsrand auf der Ofenpassstrasse in Richtung Furom, dort über den Rombach hoch nach , nach 6 km Fahrt schon 530 m Aufstieg – kaum spürbar die Anstrengung. Also weiter hoch auf der Alpstrasse bis zur Alp Champatsch; die Einkehr im Alprestaurant La Posa war erst auf der Rückfahrt geplant. Bei Punkt 2093 fuhren wir auf dem Alpweg hoch bis zum Brücklein über den Bach. Unterwegs spickte die Kette an Doris’ Bike raus – zum Glück ohne Riss, rasch behoben. Nach der Brücke wurde es ernsthaft: der fürchterlich steile Aufstieg Serrà bis hinauf zur Hütte (100 Hm über 400 m, Steilheit >20%). Der Untergrund war derart rutschig und felsdurchsetzt, dass teilweise absteigen und schieben die besser Lösung war; Schiebehilfe sei Dank, gelang das gut, nur halt etwas langsamer. Oben bei der kleinen Hütte auf etwa 2230 m.ü.M. angekommen, eine kurze Trinkpause. Wenige hundert Meter später hatten wir die heute maximale Höhe erreicht, der Pass da Costainas. Einige BikerInnen und Wanderer trafen sich. Hier öffnete sich der Blick ins Tälchen der Clemgia und zum mächtigen Piz Murtera. Auf dem folgenden schmalem Singletrail viel Gegenverkehr. Nach kurzerer Abfahrt erreichten wir die 120 m tiefer liegende Alp Astras Tamangur Dadaint, wo die Alpwirtschaft geöffnet war und sich einige Wanderer und Biker verpflegten, wir hatten (noch) keinen Bedarf. Auf dem Alpsträsschen rollten wir vorsichtig an weidenden Tieren vorbei, links der Piz Vallatscha und der Piz d’Astras, rechts über dem Bach Clemgia der God Tamangur – höchstgelegener Arvenwald Europas. Nach der Alp Praditschöl wurde der Trail ruhiger und auch etwas steiler. Bei P.2019 die Brücke über die rauschende Clemgia. Nun folgte die Abfahrt über vier Kilometer und 200 Hm über die unbefestigte Fahrstrasse nach S-charl hinunter, immer darauf achtend, die Wanderer nicht einzustauben. Allegra und grazia – das Miteinander funktionierte bestens dank Rücksicht, Aufmerksamkeit und Respekt; isch jo logisch (Slogan Fairtrail Graubünden). Das schmucke Dorf war gut besucht von Wanderern, Bikern und Postauto-Ausflüglern. Im beschatteten Garten des Gasthauses Crusch Alba genossen wir eine längere Mittagspause. Hier erwarteten wir unsere Bikekollegen Jörg, Roman und Victor, welche eine weite Runde ab Zernez über Guarda – Scuol hinauf nach S-charl fuhren (Respekt!). Die drei kamen um 14 Uhr an, einen Kafi gabs für alle. Gestärkt brachen wir auf zur Rückfahrt auf der bekannter Strecke: 20 km über ca. 1300 Höhenmeter. Unterwegs bis zur Alp Astras Tamangur Dadaint war die Völkerwanderung vom Vormittag abgeebbt, nach der Alp wurde es verständlicherweise ruhiger. Wieder über den Pass da Costainas, danach näherten wir uns wieder der kritischen Steilstufe Serrà, welche bei der bekannten Hütte begann. Während unsere Münstertaler furchtlos durch die Steilstufe abfuhren, meisterten wir den oberen Abschnitt der Strecke an den besonders kritischen Stellen zu Fuss – zu gross der Respekt! Den zweiten Teil der steilen Strecke wagten wir vorsichtig abfahrend, nach der Brücke über die Aua da Laider die kurze Strecke über eine Weide zur Alp Champatsch. Im Restaurant La Posa wurden wir von den drei Münstertalern erwartet; Viva beim gemeinsamen Bier auf einen wunderschönen Tag!

Fazit:
Diese Biketour hatten wir schon vor vier Jahren unternommen, weniger fordernd und anspruchsvoll war sie heute trotz unserer Erfahrung definitiv nicht.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, wolkenlos, ca. 10 bis 20°, kaum Wind – ideal also!

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 22. Juli 2026
Schwierigkeit: S1-2 (gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills), überwiegend Naturstrassen, 3.6 km Singletrails
Strecke: 40.1 km, Valchava (1424 m) – Furom (1604 m) – Lü (1916 m) – Lü Daint – Champatsch (P.2093) – Serrà (2199 m) – Pass Costainas (2250 m) – Alp Astras Tamangur Dadaint (2131 m) – Astras Dadora (2122 m) – P.2019 (Brücke über die Clemgia) – P.1993 (Taleingang Alp Plazèr) – P.1962 – Plan San Martaila – P.1913 – Charbunera – S-charl (1808 m) – Rückfahrt auf gleicher Strecke
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Aufstieg: ca. 1314 m
Abstieg: ca. -1296 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min. (viele Pausen)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:40 bis 17:10 Uhr

Alp Prasüra – Sassa Marscha – Chalderas – Alp Sielva

Ideales Bergwanderwetter heute: nicht zu heiss, klare Fernsicht, kein Niederschlag – beste Verhältnisse also, eines unserer Projekte anzugehen: die Höhenwanderung über die Alp Prasüra, die anspruchsvolle Querung über Sassa Marscha mit teilweise ausgesetzten Steilhängen, die Passage oberhalb der Brüche bei Chalderas, streckenweise wegloser Abstieg im Val da Pisch.

Startpunkt war die Postautohaltestelle Blockhütte auf 1870 m.ü.M. an der Strasse zum Umbrailpass. Gleich bei der Haltestelle begann der Aufstieg, erst auf der Forststrasse in Richtung Alp Präsura. Nach etwa zweihundert Metern verliessen wir die Strasse, um den Direktaufstieg zur Marangun da Prasüra zu nehmen. Angenehm steil und im Schatten des Waldes, bis nach etwa siebenhundert Metern bei den Gebäuden der unteren Alp Prasüra die Alpstrasse wieder erreicht war. Jetzt gings ordentlich ansteigend hoch zur Alp Prasüra. Kurz vor den Alpgebäuden verliessen wir die steile Strasse bei 2200 m.ü.M. nach links, um den WW in Richtung Pin Grond zu laufen. Anfänglich auf deutlicher Spur, änderte die Unterlage zusehends. Zwar waren nur etwa zweihundert Hm bis Chalderas zu bewältigen; die Strecke im Bereich Pra da la Bargia war teilweise steil, unwegsam und stark verbuscht, teilweise waren rutschige Runsen zu überqueren. Die sehr schmalen Querungen im Bereich Sassa Marscha (= fauler Stein) über bis zu 30° steile Hänge verlangten Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – jedenfalls war ausrutschen verboten. Stöcke waren sehr hilfreich. Auf einer Höhe von ca. 2350 m.ü.M. dann abrupter Kulissenwechsel; vor uns die furchterregende Abbruchlandschaft Chalderas. Der dominante, 600 m hohe Abbruch ins Val Schais hinunter wirkt sehr bedrohlich. Der Stein besteht aus Gips, deshalb die weisse Farbe. Schais ist der romanische Begriff für Gips. Chalderas heisst auf deutsch übersetzt Käsekessel. Der Name lässt auf die zahlreichen Dolinen (trichter- oder schüsselförmige Senken) schliessen, welche im Gipsgestein am Piz Chalderas (2793 m) vorkommen. Seit hunderten von Jahren rutschte hier viel Material talwärts und bedrohte das Dorf Sta. Maria Val Müstair. Das Gelände am Piz Calderas ist generell sehr instabil und steinschlagträchtig, was eine permanente Überwachung und Sicherung erfordert. Von unserem Zuhause in Valchava blicken wir dauernd hoch zur Gefahrenstelle. Niemand käme darauf, oben durchzuwandern. Heute war das Gebiet gefahrlos zu durchqueren; allerdings vorausgesetzt, man hielt sich an die markierten Pfade. Am Ende der Querung steht sogar eine Bankniederlassung (Simon 2002) an prominenter Lage – diese und die Panoramasicht waren wie gemacht für eine ausgiebige Mittagsrast. Der weitere Weg führte an einigen grossen Dolinen vorbei, in denen an der tiefsten Stelle noch Schnee lag. Nach einem kurzen Aufstieg von etwa 100 Hm erreichten wir bei Punkt 2426 die heute höchstgelegene Stelle. Vor uns jetzt der Abstieg über 6 km mit beinahe 1100 Hm. Nach wenigen Minuten erreichten wir die schön gelegene Hirtenhütte Pin Grond – trotz Fahne niemand da. Vierhundert Meter weiter die Verzweigung, für uns hiess das links abzubiegen, Richtung Alp Sielva. Verwunderung darüber, dass in diesem wunderbaren Gelände keine weidenden Tiere anzutreffen waren. Fehlende Zäune liessen vermuten, dass die Alp nicht bestossen ist. Auf dem «Weg» bis zum Wildwasser der Aua da Pisch wiesen uns gute wrw-Markierungen, von Weg keine Spur. Ziemlich holprig und fordernd der Abstieg in diesem wilden Bereich. Am Bach angekommen, wagte Doris ein kurzes Fussbad. Auf dem weiteren Abstieg ins Val Pisch – immer entlang des Wildwassers – erreichten wir auf etwa 1850 m.ü.M. die Hütte Alp Sielva. Nur noch fünfhundert Hm bis Sta. Maria. Auf dem Schlussabschnitt über 3 km war also weiterhin mit steilem Gelände zu rechnen. Unsere Muskeln begannen langsam zu brennen. Durch eine idyllische Hohlgasse erreichten wir die Lichtung Belvair und bald auch das Waldende. Nun voll der Sonne ausgesetzt (bei gefühlten 30°), wanderten wir leicht ermattet dem Ziel entgegen – unterwegs Heuwetter. Dort, wo die Umbrailstrasse im Ortszentrum einmündet, bei der Post, warteten wir kurz, um das Postauto zu besteigen. Zuhause angekommen, gabs im Garten des Hotel Central den verdienten Apéro – Viva! Einfach schön wars…

Fazit:
Eine anspruchsvolle Höhenwanderung über eindrucksvolle Alpen, Brüche und Dolinen, Schwindelfreiheit Voraussetzung, unbedingt nur bei trockenen Verhältnissen zu empfehlen.

Wetterverhältnisse:
Erstklassiges Bergwetter, gute Fernsicht, sonnig, Schönwetterbewölkung, 16 bis 26°, Wind bis 7 km/h N

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juli 2026
Anforderung: T3-T4
Strecke: 11.9 km, Umbrailstrasse, Postautohaltestelle Blockhütte (1870 m) – P.1925, Abbiegung – Marangun da Prasüra (1998 m) – Alp Prasüra, Abbiegung Pin Grond (2195 m) – Sassa Marscha – Pra da la Bargia – Chalderas – P.2426 – Pin Grond, Abzweigung Alp Sielva (2361 m) – P.2163 – Aua da Pisch – P.1865, Brücke – Val Pisch, Hütte Alp Sielva – Belvair – Aua Naira (1469 m) – P.1403 – Sta. Maria Val Müstair (1376 m)
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Aufstieg: ca. 523 m
Abstieg: ca. -1063 m
Laufzeit mit Pausen: ca. 6 Std. 15 Min
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 16:20 Uhr

Kafi-Bike-Runde Alp Champatsch-Lü-Craistas

Nach dem kurzen Regen von heute Vormittag war am Nachmittag eine sonntägliche Bikerunde angesagt. Oberhalb Valchava über die Ebene Pravalchava hoch bis zur Brücke im Val da l’Archa Gronda. Auf dem Bärenpfad, über die Aua da las Fruos-chas nach Fuldera, und bald war Fuldera Daint erreicht. Kurze Umleitung (Bauarbeiten am Normalweg) über Palü dals Lais bis Curtin da Plaz. Nach der Überquerung der Hauptstrasse am Biotop Stretta vorbei hoch nach Chasuras, dem westlichsten Punkt der heutigen Runde. Aussichtsreich und voll an der Sonne der Aufstieg vorbei am Hügel Mottas – Feuerlilien fotografieren! Kurze Abfahrt zur Brücke über die Aua da Laider, dann hoch durch lichten Wald (im Winter eine Schlittelpiste), bis nach dem Wald die Sonnenterrasse von erreicht war. Das Dörfchen streiften wir am westlichen Dorfrand, um über Lü Daint zur Alp Champatsch hochzufahren. Wenige später dann im Alp-Restaurant  La Posa bei Melanie die obligate Einkehr; viele Besucher hier. Einfach prächtig, diese Lage westlich des Muntet und am Fuss des Pass da Costainas. Kafi und Kuchen musste sein! Nach dieser Stärkung folgte die Abfahrt (150 Hm) auf der Alpstrasse zurück nach . Nach der Kirche links steil hoch auf der neuen Strasse in Richtung Valmorain. Bei P.2011 geradeaus über Urschai, vorbei an der Alp Sot – wo der freundliche Muni Hibou darauf wartete, abgelichtet zu werden. Weiterfahrt vorbei an Bertrand’s Bänkli, ohne Stopp, weil der Ortler sich nicht blicken liess. In Craistas am Hof der Famiglia Lamprecht vorbei, weiter hinunter nach Valpaschun, und wenig später landeten wir bei Furom an der Via Val Müstair. Anderthalb Kilometer weiter beendeten wir diese gemütliche Kafirunde zuhause in Valchava – schön war’s!

Fazit:
Nach dem Regenguss am Vormittag (welche Wohltat!) eine Runde in vertrauter Umgebung und wieder bei Sonnenschein.

Wetterverhältnisse:
Sonne und Wolken, ca. 20 Grad

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 19. Juli 2026

Schwierigkeit:  L=Leicht fahrbar, meist auf guten Fahrwegen
Strecke: 29.4 km, Valchava (1415 m) – Pravalchava – Plazzaraun – Val da l’Archa Gronda (1657 m) – Sur Fuldera (1636 m) – Fuldera Daint (1635 m) – Palü dals Lais (1616 m) – Orasom Tschierv (1635 m) – Curtin da Plaz (1661 m) – Chasuras (1689 m) – Aua da Laider (1762 m) – P.1847 – P.1898 – Lü (1916) – Lü Daint – P.2093 – Alp Champatsch (2088 m) – Lü – Urschai (2011 m) – P.2025 – Craistas (1875 m) – Valpaschun (1770) – Stabels (1654 m) – Furom (1604 m) – Via Val Müstair – Valchava
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Aufstieg: ca. 815 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 14:10 bis 16:50

Vinschger Panoramarunde Laatsch-Glurns-Prad-Tschengls

Heute soll es hitzig werden – bis 30° wurden vorausgesagt. Also sparen wir uns die 17 km Fahrt mit den Bikes in den Vinschgau – sonst würden es gegen 60 km. Die Fahrt der Etsch entlang stellt keine besonderen Anforderungen, ist erstklassig ausgebaut – entsprechend viel Verkehr in dieser Jahreszeit. Interessanter ist es, wenn von der Normalroute abgewichen wird und im näheren Umland Aufstiege befahren werden, auf welchen das wunderbare Panorama genossen werden kann. Jörg, der den Vinschgau kennt wie seine Westentasche, zeigte uns heute auf einer der Hitze angepasste Strecke, die viel Abwechslung und schönste Ausblicke bot. Beim Sportplatz vor Laatsch entluden wir unsere Bikes und starteten, bei bereits 22°. In der engen Ortsmitte von Laatsch fuhren wir auf den Radweg Vinschgau, der von Reschen bis Meran führt (ca. 80 km). Nach Glurns und weiter bis zu den Prader Fischteichen, meist gut beschattet und entsprechend kühl. Auf der Höhe von Spondinig dann in Richtung Prad am Stilfserjoch. Im Restaurant Sandheim genossen wir den leicht verspäteten Startkafi. In der Ortsmitte an der Kirche St. Johann vorbei, wo der Anstieg begann. Auf geteerter Unterlage hoch und an schön gelegenen Höfen vorbei erreichten wir über eine Forststrasse im Hinterbergwald den heute höchstgelegenen Punkt bei 1445 m.ü.M. Herrliche Tiefblicke ins sechshundert Meter tiefer liegende Tal und auf die streng geometrisch ausgerichteten Obstplantagen. Kurz vor Tschengls an der Burgruine Tschenglsberg (auch Hinterburg genannt) vorbei – eine strategisch erstklassige Lage; die Burg wurde zu rein militärischen Zwecken erbaut um 1193), heute dienen die Gebäude im Innern als Bauernhof. Im schön gelegenen Dorf Tschengls stehen viele schöne alte und neue Häuser; auch das Schloss ist als Bau sehenswert. Früher war dort ein Restaurant untergebracht, heute stehen im Hof nur noch leere Tische und Bänke. Also fuhren wir weiter ins flache Tal hinunter in Richtung Eyrs, über die Etsch-Brücke; umittelbar danach liegt ein Sportzentrum und integriert das Sportbistro Pizzeria – in dessen schattigen Garten genossen wir ausgezeichnete Spaghetti Bolo mit Forstbier dazu. So gestärkt konnten wir getrost die Hitzefahrt über Prad-Lichtenberg-Mals in Angriff nehmen. Von wegen: unterwegs in den Apfelplantagen riss an Jörgs Bike die Kette (ich glaub, er hat einfach zu viel Kraft…). Auf unser dürftiges Reparaturtalent vertrauten wir nicht; also missbrauchte Jörg sein antriebsloses Velo als Trottinett und wartete im nahen Spondinig auf uns. Auf der Weiterfahrt über Prad, Glurns und Laatsch verzichteten wir auf den Abstecher nach Lichtenberg. Schliesslich gab es doch noch ein glückliches Ende…

Zufriedenheit über eine sportliche Panorama-Tour – danke herzlich lieber Jörg für die Führung in eine uns unbekannte Gegend!

Fazit:
Eine Panoramarunde vom Feinsten im nahen Vinschgau, hitzebedingt mit eher wenigen Höhenmetern – die Umgebung von Prad und Tschengls war uns bis heute unbekannt!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, leichte Bewölkung, trocken, keine Gewittergefahr, teilweise böiger Wind bis ca. 20 km/h N bis NW, 22° bis 31°

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 16. Juli 2026

Schwierigkeit:  L=Leicht fahrbar, durchgehend auf guten Fahrwegen
Strecke: 45.1 km, Sportplatz Laatsch (956 m) – Laatsch (967 m) – Etsch-Brücke – Radweg der Etsch entlang nach Glurns (908 m) – Etsch-Damm – Ausgleichsbecken Glurns – Prader Fischteiche (886 m) – Prad, Restaurant Sandheim (Kafipause) – Prad (911 m) – Kirche St. Johann (930 m) – Thialhof (1076 m) – Pastelwies (1208 m) – P.1312 – Zimbach P.1372 – Rio Nico – Hinterburgerwald P.1445 – Maso Passo (1332 m) – Maso Dietro Castello (1287 m) – Burgruine Tschenglsberg (1250 m) – P.1209 – Türkhof – Tschengls, Schloss (950 m) – Etsch-Brücke (876 m) – Eyrs, Sportbistro Pizzeria (Mittagspause) – über die Etsch zurück bis P.880 – Tschenglser Bach (893 m) – P.885 – P.878 – P.887 – Prad (911 m) – P.916 – SP50 bis Glurns Kirche St. Pankratius (914 m) – Etsch-Brücke – Etsch-Radweg bis Laatsch – Sportplatz Laatsch
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Aufstieg: ca. 725 m
Abstieg: ca. -725 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 14:55 Uhr

Langtauferer Tal – Maseben (2267 m)

Einmal im Jahr eine Alp-Fahrt zur Maseben im Obervinschgau mit Einheimischen, heute Sonntag mit Jörg, Mario und Rico. Ziel: die Berghütte Maseben, fast zuhinterst im 12 km langen Langtauferer Tal. Das abgeschiedene Tal, welches vom Karlinbach entwässert wird, mit seinen Lärchenhängen reicht bis zu den Almen unterhalb der mächtigen Weisskugel (3738 m). Start wie gewohnt beim Abstellplatz unterhalb der Fischerwiesen am südlichen Ende des Haidersees – am oberen Ende der Malser Haide. Einfahren auf dem schön angelegten Radweg entlang dem westlichen Ufer des Haidersees. St. Valentin auf der Haide war bald erreicht. Dieser belebte, touristische Ort liegt zwischen dem Haider- und dem Reschensee. Nahe des Campingplatzes ein Kafihalt, mit schönem Ausblick zu den Ortler-Alpen. Anschliessend weiter, direkt an der Talstation der Bergbahn (Haideralm, Schöneben) vorbei, hoch zur Staumauer des Reschensees, überquerten wir die noch junge Etsch. Den Reschensee erreicht, fuhren wir auf der staubigen Baupiste (Aufschüttung längs des Sees für die aus Sicherheitsgründen notwendige Verlegung der Staatsstrasse) nach Graun und dort vorbei am aus dem See aufragenden Glockenturm, der an die alte, im See versunkene Ortschaft Graun erinnert. Hier wie immer viel los hier.

Rasant dann die Fahrt ins Tal hinein, erst über ca. 4 km auf der wenig befahrenen Talstrasse, dem viel dreckiges Wasser führenden Bach entlang bis zum 200 m höher gelegenen Ort Kapron. Hier verliessen wir die Strasse nach rechts über den Karlinbach, um über den Weiler Perwarg und dann durch den Putzenwald mehr oder weniger ansteigend auf der Höhe von Kappl den Masebner Wald zu erreichen. An der stillgelegten Bergbahn nach Maseben vorbei über das ehemalige Pistengelände, bei Punkt 1897 abbiegend, um nun in entgegen gesetzter Richtung weiter hochzufahren. Bei Punkt 2015 dann wieder nach O drehend, noch immer moderat ansteigend an der Schweinealp Masebener Alm (Nase zu!) vorbei. Danach wurde es richtig steil – das Tagesziel Maseben nahte. Was für ein grandioser Rundblick hier auf 2267 m.ü.M. Vor allem die Weisskugel beeindruckte, aber auch der links auf ca. 2900 m.ü.M.  liegende Gepatschferner, der zweitgrösste Gletscher Österreichs (in diesem heissen Sommer ein trauriges Bild).

Draussen vor der schönen und gut besuchten Hütte fanden wir zum Glück einen schattigen Platz – Forst-Bier und Sennenmaccheroni schmeckten vorzüglich. Nach diesem Genuss folgte der wilde Abfahrts-Ritt auf der Aufstiegsstrecke, vorbei an der Schweinealp bis hinunter nach Perwarg, dort über den Karlinbach und dann den kurzen Aufstieg hoch nach Kapron. Gesund erreichten wir Graun und den Reschensee wieder. Die Staubpiste dem See entlang liessen wir aus, stattdessen fuhren wir über Reschen ans rechte Seeufer, um über die schöne Strecke nach St. Valentin auf der Haide und dem Haidersee entlang bis zum Restaurant Zeress zu rollen. Die attraktive Lage sorgte für viel Publikum – wir vermuteten eine Goldgrube. Eine letzte Einkehr, dann das kurze Stück bis zum Startpunkt. Am Startpunkt bei der Fischerwiesen angekommen die Feststellung, dass wir heute ein hohes Durchschnittstempo (>20 km/h) gefahren sind. Zufrieden über eine sportliche Tour verabschiedeten wir uns – danke herzlich Jörg, Mario und Rico für den tollen Tag!

Fazit:
Eine wiederum phänomenale Rundfahrt im nahen Obervinschgau mit einigen Höhenmetern – herrlich, nicht zum erstenmal – aber gerne wieder!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, wolkenlos, teilweise spürbarer Wind bis ca. 30 km/h N bis NO, ca. 20° bis 25°

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 12. Juli 2026

Schwierigkeit:  L=Leicht fahrbar, durchgehend auf guten Fahrwegen
Strecke: 54.5 km, Fischerwiesen, Südende Haidersee – St. Valentin auf der Haide (1460 m) – Reschensee – Graun (1500 m) – Langtauferer Tal – Kapron (1700 m) – Perwarg – Putzenwald – Kappl – Masebner Wald – Punkt 1897 – Punkt 2015 – Masebener Alm (2100 m) – Berghütte Maseben (2267 m) – Rückweg bis Graun auf gleicher Strecke – Reschen- und Haidersee auf der rechtsufrigen Seite – Fischerwiesen (1460 m)
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Aufstieg: ca. 1070 m
Abstieg: ca. -1070 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 50 Min. (immer diese schönen Jausestationen!)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 16:05 Uhr

Piz Umbrail 3032 m (Überschreitung), Abstieg über Lai da Rims bis Pra da Vau

Für heute Samstag war die Besteigung und Überschreitung eines beliebten und einfach zu erreichenden 3000ers, Piz Umbrail, geplant. Anschliessend der lange Abstieg via Lai da Rims ins Val Vau. Startpunkt war die Passhöhe Umbrail, resp. Postautohaltestelle Schweizer Zoll auf 2501 m.ü.M. Gleich beim Gebäude der ehemaligen Zollstation begann der Aufstieg. Der Weg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert, verläuft nahe der Landesgrenze zu Italien, auf den letzten Metern am Gipfel auf der Grenze. Auf der unteren Strecke begegneten wir spektakulären Zeugen des 1. Weltkrieges (1914-1918); zerfallene Stellungen mit entsprechenden Infotafeln über die Grenzbefestigung; weitere Informationen hier. Bis auf eine Höhe von ca. 2700 m.ü.M. der Aufstieg ein paar Meter östlich der Landesgrenze. Spätestens dort, wo der Weg vom Alpgelände in eine geröllige Traverse übergeht, ist gutes Schuhwerk definitiv von Vorteil. Wie erwartet, waren heute auch einige Biobiker unterwegs; schiebend oder tragend (immerhin ca. 12 kg Last). In der Querung wird der Gipfelaufbau östlich umgangen um dann in einen etwas schwierigeren Steig zu münden. Berggänger mit mangelnder Trittsicherheit und/oder ungenügender Schwindelfreiheit bieten die montierten Ketten eine gute Unterstützung. Kurz unter dem Gipfel wird die Landesgrenze erreicht und der Blick wird frei zum Stilfserjoch und zum heute leider wolkenumhüllten Ortler (3905 m). Auf dem Gipfel dann – trotz leichter Bewölkung – ein famoses 360°-Panorama – sogar die Bernina-Alpen waren zu erkennen. Bei angenehmer Temperatur (ca. 12°) und schwachem Wind nutzten wir den (noch) ruhigen Gipfel, zusammen mit einem jungen Paar (danke herzlich für gegenseitiges Fotografieren!). Nach diesem Gipfelgenuss und einer Trinkpause wichen wir den anstürmenden Bikern und weiteren Gipfelstürmern. Der Abstieg ins Val dal Lai führte steil und über felsiges Gelände – wie wir es lieben – auf eine Fläche hinunter, wo wir auf einer Höhe von knapp 2700 m.ü.M. eine weitere Trinkpause (und OvoBreak dazu!) einschalteten. Von hier aus war das Abstiegsgelände gut einsehbar. Und für Unterhaltung war auch gesorgt: schliesslich wollten wir die «Abfahrt» der Biker beobachten. Spektakel pur! Zwar sind wir der Meinung, dass das Gelände nicht (oder nur grenzwertig) fahrbar ist. Aber die finden solches Tun geiiiiil. Neidlos müssen wir anerkennen, dass die Mutigen die Herausforderung sturzfrei meisterten. Der weitere Abstieg zum wunderschönen, smaragdgrünen Lai da Rims war ein farbiges Festival – und unten am See tummelten sich bestimmt fünfzig Menschen, einige sogar badend. Unsere Mittagsrast genossen wir auf einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt – beinahe zwei Stunden Erholung und Schauspiel. Nach ausgiebiger Siesta folgte der steile Abstieg. Im obersten Teil der Pfad schmal, leicht ausgesetzt und der Trockenheit wegen staubig-trocken. Das hielt die Biker nicht davon ab, hier ohne abzusteigen abzufahren. An der Brücke über die Aua da Rims wurde das Gelände lauffreundlicher, und wir nutzten Abkürzungen zwischen den Kurven der Alpstrasse, welche ins Val Mora führt. Unterhalb Tschucais dann die Ankunft auf Pra da Vau; hier liegt die Postautohaltestelle, wo müde Wanderer abgeholt und ins Tal hinuntergefahren werden (20 Min. Fahrt bis Fuldera, mehr Infos hier); Reservation obligatorisch, was die Mehrheit der Fahrwilligen nicht beeindruckte…

Fazit:
Eine prächtige Überschreitung auf einen beliebten 3000er und ein Abstieg mit vielen Höhenmetern, laaaaange Mittagspause am schönsten Bergsee – Lai da Rims.

Wetterverhältnisse:
Super Bergwetter, sonnig, Schönwetterbewölkung, ca. 12 bis 26°, Wind bis 25 km/h N/NW

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2026
Anforderung: T3
Strecke: 11.9 km, Pass Umbrail, Schweizer Zoll (2501 m) – P.2587 – P.2740 – Piz Umbrail (3033 m) – P.2903 – Val dal Lai, P.2692 – Lai da Rims, P.2404 – P.2118 – Plaun da la Vacha – Brücke über die Aua da Vau (2018 m) – P.1948 – Las Clastras – Tschucais (1840 m) – Haltestelle Pra da Vau (1779 m)
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Aufstieg: ca. 524 m
Abstieg: ca. -1202 m
Laufzeit inkl. Pausen: ca. 7 Std. 05 Min.
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:10 bis 15:15 Uhr

Alpauffahrt Schöneben – Reschner Alm

Unsere heutige Biketour führte uns wieder einmal in den benachbarten Obervinschgau.  Start beim kleinen (inoffiziellen) Parkplatz bei der Ruine an der Etsch – Fischerwiesen am Südende des Haidersees. Entlang dem westlichen Ufer des Haidersees fuhren wir bis St. Valentin auf der Haide und weiter bis zur Staumauer des Reschensees. Im Weiler Kaschon hielten wir bergseitig, um auf der asphaltierten Kaschonstrasse in Richtung Schöneben zu fahren. Nach der Kapelle St. Martin (ca. 1620 m) bogen wir nach links ab, um über eine gute Naturstrasse weiter hoch zu strampeln. Unterwegs liessen wir uns nicht dazu verleiten, die alpinen Trails zu nehmen – die sind ohnehin den Downhillers vorbehalten. Also immer schön (und bequem) ausholen, um dann beim Schild Schneider nach N zu drehen. Unsere Vorahnung bestätigte sich: steil, steiler, absteigen und eine kurze Strecke schiebend, konnten wir auf einer Höhe von 1820 m.ü.M. wieder aufsteigen – im Winter traversiert hier eine Skipiste zur Haideralm. Die ca. drei km lange Strecke bis Schöneben verlief mit ca. 240 Hm angenehm «flach». An der Bergstation Schöneben angekommen, passierten wir die zurzeit unansehnliche Grossbaustelle ohne Kafihalt in der Schihütte. Danach folgte die rassige Abfahrt auf der geteerten Fahrstrasse hinunter ins Rojental, vorbei an der Talstation der Rojensesselbahn. Vorbei am etwa fünfzig Meter höher liegenden Bergdörfchen Rojen rollten wir auf der Altdorfstrasse in Richtung Reschen. Beim P.1792 nahmen wir die gut beschilderte Abzweigung in Richtung Reschner Alm. Der gut besetzte Wanderparkplatz signalisierte, dass auf der etwa drei km langen Strecke (ca. 200 Höhenmeter) viel Verkehr zu erwarten war. Gegen 13 Uhr – also gerade zur richtigen Zeit – erreichten wir das wunderbar gelegene Alm-Restaurant auf der Reschner Alm (geöffnet 15. Juni bis 18. Oktober täglich 10 bis 17 Uhr). Wir erbten einen besonders aussichtsreich gelegenen Platz mit Panoramablick. Die Nudeln Piz Lad (benannt nach dem Hausberg) schmeckten ausgezeichnet. Und einmal mehr erlebten wir Vinschger Gastfreundschaft vom feinsten – herzlich, freundlich, ohne lange Wartezeit. So gestärkt verliessen wir dieses Paradies, um auf der Alpstrasse erst nach N zu fahren. Nahe des Dreiländereckes (I/A/CH) besuchten wir bei Gravalada die Ruine der Festungsanlage aus dem 1. Weltkrieg – wenig attraktiv und von der Natur bereits stark eingenommen. Jetzt folgten sechs Kilometer Abfahrt auf der unbefestigten Alpstrasse nach Reschen hinunter. Kurz vor dem touristischen Ort erreichten wir das Nordende des Sees. Auf dem Uferweg fuhren wir an der Talstation (Piz) der Schönebenbahnen vorbei, am rechtsliegenden Ufer entlang des intensiv türkisfarbenen Reschensees. In leichtem Auf und Ab war die sechs Kilometer südlich gelegene Staumauer erreicht. St. Valentin auf der Haide durchfuhren wir nahe der Talstation der Haideralmbahn. Zügig auf der staubigtrockenen Uferstrasse dem schönen Haidersee entlang, wohl wissend um das nahende Restaurant Zeress, wo uns das erfrischende Eis erwartete. Danach waren die anderthalb Kilometer Waldstrecke bis zum Startpunkt bei Fischerwiesen am Südende des Haidersees reine Formsache. Wir waren uns einig: Biken im Obervinschgau macht uns immer viel Spass (natürlich nicht zuletzt der vielen attraktiven Jausen wegen).

Fazit:
Eine teilweise fordernde «Alpauffahrt» mit einigen Höhenmetern über schöne Rad- und Forstwege, im Aufstieg nach Schöneben streckenweise Singletrail mit kurzer Schiebestrecke.

Wetterverhältnisse:
Kaiserwetter, sonnig, wolkenlos, ca. 22 bis 25°, Wind bis 30 km/h N/NO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 9. Juli 2026

Schwierigkeit:  Leicht fahrbar, streckenweise Singletrail S0/S1.
Strecke: 38.5 km, Fischerwiesen, Südende Haidersee (1460 m) – St. Valentin auf der Haide (1460 m) – Reschensee (1498 m) – Kaschon (1520 m) – P.1867 Spiner Wald – P.2024 – Schöneben (2105 m) – Rojental P.1925 – Hof Hohenegger (1833 m) – P.1792 (Verzweigung Reschner Alm) – Kalkwald (1815 m) – Falmiurbach (1915 m) – Brennwald (1953 m) – Reschner Alm (2023 m) – Ochsenwald – Gravalada (alte Festungsanlage, 1977 m) – P.1854 – Tendershof (1676 m) – P.1530 – Altreschen (1500 m) – Piz, Talstation Schönebenbahnen (1503 m) – Giern (1530 m) – P.1515 – Spin (1522 m) – Greinhof – Staumauer Reschensee (1502 m) – Ausserkaschon (1520 m) – St. Valentin auf der Haide (1461 m) – Haidersee, Restaurant Zeress (1451 m) – Fischerwiesen (1445 m)
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Aufstieg:
ca. 1040 m
Abstieg: ca. -1040 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 25 Min.
Tageszeit: 11:15 bis 15:45 Uhr