Es ist nicht etwa so, dass uns die Wanderziele im Val Müstair ausgegangen sind; im nahen Vinschgau allerdings gibt es gleichwertige Wanderungen. Heute ging es mal auf einen der höheren Gipfel im oberen Vinschgau. Nach einer halbstündigen Fahrt nach St. Valentin auf der Haide liessen wir uns in einer Gondel der Haideralmbahn auf 2155 m.ü.M. hoch fahren – so vernichteten wir elegant 680 Höhenmeter, Berg- und Talfahrt kosteten € 27.50. Und noch wichtiger: das Thermometer zeigte zu Beginn mit 20° C deutlich angenehmere Verhältnisse. Daran änderte sich heute wenig, zumal wir bis 2859 m.ü.M. aufsteigen wollten. Von der Bergstation auf der Haider Alm aus starteten wir auf dem WW Nr. 16 gut markiert in südwestlicher Richtung Grüner See. Nach ca. anderthalb Stunden erreichten wir bei 2475 den etwa 30 m höher liegenden Aussichtspunkt. Eindrücklich die Rundsicht! Sitzbänke und Tisch motivierten uns zu einer Trink- und Verpflegungspause. Bald wurden wir von gwundrigem Vieh besucht und verdrängt (siehe Bilder). Ab hier begann der steiler und felsiger werdende Aufstieg zum ersten Gipfel, dem 150 m höherstehenden Seeköpfl. Unterwegs verweilten wir, um den Vorbeiflug eines Bartgeiers zu geniessen. Eine halbe Stunde später standen wir beim bescheidenen, gebastelt wirkenden Gipfelkreuz. Toll die Übersicht, Haider Alm, Obervinschgau und seine Seen. Auf einem nach Westen führenden Pfad stiegen wir vorerst wenig steil auf – vorbei an der Verzweigung zum Direktabstieg zur Haider Alm hinunter (WW Nr. 16). Vor uns der nicht ausgesetzte, aber ausgeprägte Grat, der geradewegs in Richtung Seebodenspitze hochführte. Noch ca. 250 Höhenmeter waren zu bewältigen. Nach felsigen Tritten folgte der weitere Aufstieg über grobe Blocks – Misstritte verboten. Nach der Querung eines letztes Blockfeldes folgte der etwas mühsame Steilaufstieg auf rutschigem Geröll. Kurz vor dem Gipfel eine angenehm zu begehende Querung, dann der Steilaufstieg – nach zweieinhalb Stunden berührten wir das überdimensionale Gipfelkreuz der Seebodenspitze. Ziemlich viele Berggänger hier oben. Die 360°-Sicht war vom Feinsten: im Süden die Ortler-Alpen, im Westen die nahen und fernen Bündner Alpen, im Norden die Grenzgipfel in Richtung Tirol, im Osten Tal und Berge im Obervinschgau. Wer auf einem solchen Gipfel stehen darf, wird definitiv belohnt für die Mühen des Aufstiegs. Zwei nicht mehr ganz junge Wanderfrauen löcherten uns betreffend der Bestimmung der Gipfel; dabei stellte sich heraus, dass sie beinahe alles schon kannten. Der schonende Wind erlaubte uns eine ausgiebige Gipfelrast. Nachdem sich der Gipfel langsam entvölkert hatte, kamen wir in den Genuss einer Gipfelfoti – dank Kräuterfrau Gudrun aus Saas. Im Abstieg hatten wir erst die bereits im Aufstieg unangenehm rutschige und steile Halde zu begehen. Am unteren Ende bei P. 2768 bogen wir ab, um über Blocks zu queren und auf dem WW Nr. 10 das geologisch interessante Gebiet Schwarzer Kofel zu durchwandern. Am Verzweigungspunkt 2574 (kürzere Abstiegsvariante Kälberstall-Haider Alm) vorbei, erreichten wir bald einmal die sehr fotogenen Drei Seen. Ab hier bis zur Haider Alm noch 50 Minuten. Bei Roter Eck (P.2301) vereinte sich unser Weg mit dem Abstiegspfad von der Elferspitz und wenige Meter danach mit WW Nr. 14, auf welcher die Höhenwanderung von Schöneben zur Haider Alm verläuft. Jetzt wurde die Unterlage deutlich ruhiger und bequemer begehbar. Klar, hier trampeln die Massen durch, welche die Höhenwanderung machen. Nach zehn Minuten landeten wir auf der Haider Alm – die Runde schloss sich. Der Rest ist rasch erzählt: Talfahrt nach St. Valentin auf der Haide hinunter, wo wir uns an der Talstation einen kühlenden Abschluss-Drink gönnten – bei 30°… Bei dieser Gelegenheit grüssen wir die armen Hitzegeplagten im Unterland.
Fazit:
Eine im oberen Teil recht alpine Bergtour im Obervinschgau auf einen offensichtlich beliebten Gipfel.
Wetterverhältnisse:
Blau blau blau, wolkenlos, ca. bis 20° (im Tal 32°), Wind stellenweise bis 10 bis 30 km/h NW-SW
Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine
Parameter:
Tour-Datum: 30. Juli 2026
Anforderung: T3
Strecke: 9 km, Haider Alm (2155 m), WW Nr. 16 – P.2320 – Grüner See, P.2475 – Seeköpfl (2635 m) – P.2625 (Verzweigung) – Grat Aufstieg zur Seebodenspitze (2859 m) – Verzweigung P.2768, WW Nr. 10 – Verzweigung P.2574, WW Nr. 10A – Drei Seen (2491 m) – Roter Eck, P.2301, WW Nr. 9-14 – Haider Alm
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 710 m
Abstieg: ca. -700 m
Laufzeit mit Pausen: ca. 5 Std. 30 Min.
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:30 bis 16:00 Uhr




































































































































































































































































































































































