Valchava verliessen wir am nördlichen Ortsrand auf der Ofenpassstrasse in Richtung Furom, dort über den Rombach hoch nach Lü, nach 6 km Fahrt schon 530 m Aufstieg – kaum spürbar die Anstrengung. Also weiter hoch auf der Alpstrasse bis zur Alp Champatsch; die Einkehr im Alprestaurant La Posa war erst auf der Rückfahrt geplant. Bei Punkt 2093 fuhren wir auf dem Alpweg hoch bis zum Brücklein über den Bach. Unterwegs spickte die Kette an Doris’ Bike raus – zum Glück ohne Riss, rasch behoben. Nach der Brücke wurde es ernsthaft: der fürchterlich steile Aufstieg Serrà bis hinauf zur Hütte (100 Hm über 400 m, Steilheit >20%). Der Untergrund war derart rutschig und felsdurchsetzt, dass teilweise absteigen und schieben die besser Lösung war; Schiebehilfe sei Dank, gelang das gut, nur halt etwas langsamer. Oben bei der kleinen Hütte auf etwa 2230 m.ü.M. angekommen, eine kurze Trinkpause. Wenige hundert Meter später hatten wir die heute maximale Höhe erreicht, der Pass da Costainas. Einige BikerInnen und Wanderer trafen sich. Hier öffnete sich der Blick ins Tälchen der Clemgia und zum mächtigen Piz Murtera. Auf dem folgenden schmalem Singletrail viel Gegenverkehr. Nach kurzerer Abfahrt erreichten wir die 120 m tiefer liegende Alp Astras Tamangur Dadaint, wo die Alpwirtschaft geöffnet war und sich einige Wanderer und Biker verpflegten, wir hatten (noch) keinen Bedarf. Auf dem Alpsträsschen rollten wir vorsichtig an weidenden Tieren vorbei, links der Piz Vallatscha und der Piz d’Astras, rechts über dem Bach Clemgia der God Tamangur – höchstgelegener Arvenwald Europas. Nach der Alp Praditschöl wurde der Trail ruhiger und auch etwas steiler. Bei P.2019 die Brücke über die rauschende Clemgia. Nun folgte die Abfahrt über vier Kilometer und 200 Hm über die unbefestigte Fahrstrasse nach S-charl hinunter, immer darauf achtend, die Wanderer nicht einzustauben. Allegra und grazia – das Miteinander funktionierte bestens dank Rücksicht, Aufmerksamkeit und Respekt; isch jo logisch (Slogan Fairtrail Graubünden). Das schmucke Dorf war gut besucht von Wanderern, Bikern und Postauto-Ausflüglern. Im beschatteten Garten des Gasthauses Crusch Alba genossen wir eine längere Mittagspause. Hier erwarteten wir unsere Bikekollegen Jörg, Roman und Victor, welche eine weite Runde ab Zernez über Guarda – Scuol hinauf nach S-charl fuhren (Respekt!). Die drei kamen um 14 Uhr an, einen Kafi gabs für alle. Gestärkt brachen wir auf zur Rückfahrt auf der bekannter Strecke: 20 km über ca. 1300 Höhenmeter. Unterwegs bis zur Alp Astras Tamangur Dadaint war die Völkerwanderung vom Vormittag abgeebbt, nach der Alp wurde es verständlicherweise ruhiger. Wieder über den Pass da Costainas, danach näherten wir uns wieder der kritischen Steilstufe Serrà, welche bei der bekannten Hütte begann. Während unsere Münstertaler furchtlos durch die Steilstufe abfuhren, meisterten wir den oberen Abschnitt der Strecke an den besonders kritischen Stellen zu Fuss – zu gross der Respekt! Den zweiten Teil der steilen Strecke wagten wir vorsichtig abfahrend, nach der Brücke über die Aua da Laider die kurze Strecke über eine Weide zur Alp Champatsch. Im Restaurant La Posa wurden wir von den drei Münstertalern erwartet; Viva beim gemeinsamen Bier auf einen wunderschönen Tag!
Fazit:
Diese Biketour hatten wir schon vor vier Jahren unternommen, weniger fordernd und anspruchsvoll war sie heute trotz unserer Erfahrung definitiv nicht.
Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich, wolkenlos, ca. 10 bis 20°, kaum Wind – ideal also!
Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Swisstopo, GPS
Parameter:
Tourdatum: 22. Juli 2026
Schwierigkeit: S1-2 (gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills), überwiegend Naturstrassen, 3.6 km Singletrails
Strecke: 40.1 km, Valchava (1424 m) – Furom (1604 m) – Lü (1916 m) – Lü Daint – Champatsch (P.2093) – Serrà (2199 m) – Pass Costainas (2250 m) – Alp Astras Tamangur Dadaint (2131 m) – Astras Dadora (2122 m) – P.2019 (Brücke über die Clemgia) – P.1993 (Taleingang Alp Plazèr) – P.1962 – Plan San Martaila – P.1913 – Charbunera – S-charl (1808 m) – Rückfahrt auf gleicher Strecke
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 1314 m
Abstieg: ca. -1296 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min. (viele Pausen)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:40 bis 17:10 Uhr


































