Bivio – Stallerberg (2581 m) – Juf (Avers)

Kurz nach zehn Uhr starteten wir in Bivio bei idealen Bedingungen (ca. 5°, sehr sonnig, leichte Bise). Gleich in der Ortsmitte wurden wir von den Wanderwegweisern auf die gewünschte Strecke gewiesen in Richtung Juf über den Stallerberg (das ist kein Berg, sondern ein Übergang in den Avers). Erst führte der Wanderweg über abgeweidete, aber noch immer grüne Wiesen und durch Buschwerk. Leichter Frost, die Blumen am Wegesrand beinahe erfroren. Ab Radons (etwa 1900 m.ü.M.) dann wunderbare Alpen mit friedlich weidenden Tieren. Baumfrei, und folglich bei uneingeschränkter Sicht, die Sonne im Rücken, so haben wir es gerne… Regelmässig und gemütlich stiegen wir auf, unterwegs begegneten wir nur wenigen Wanderern. Zur Linken der Blick nach Bivio hinunter und zur Julierpassstrasse, und natürlich zum markanten Piz Julier und seinen Nachbarn. Das Skigebiet war andeutungsweise zu erkennen aufgrund der Anlagen. Bald war Plang Tguils – eine moorige Hochebene mit einem hübschen Seelein – erreicht; der richtige Ort für eine erste Trinkpause. Mittlerweile lag neben dem Weg ein Schäumchen Schnee (von gestern!). Bald erreichten wir den oberen Teil der Hochebene, wo ein Brücklein über den Stallerbach führt. Danach wurde das Gelände etwas steiler und enger, entlang einer Moräne schlängelte sich der Pfad hoch; schon bald müsste der Blick zum Übergang frei werden – meinten wir. Doch das zog sich hin: bis zum Pass waren es noch ca. 1.4 km und 130 m Aufstieg. Nach 2 Stunden 35 Min. (Nettolaufzeit) standen wir auf dem Stallerberg. Hier änderte sich die Kulisse schlagartig: der weite Blick ins Obertal des Avers, fünfhundert Meter tiefer die Häuser von Juf. Einige Meter nach dem höchstgelegenen Punkt war die uns bekannte kleine Jagdhütte erreicht – und siehe da: der schön gelegene Platz war frei und ist neuerdings sogar mit einer Sitzbank versehen. Hier liessen wir es genussvoll angehen – Mittagsrast. Von hier aus könnten in zwanzig Minuten die hundert Meter höher gelegenen Flüeseen erreicht werden. Diese wunderschöne Runde kannten wir bereits. Für die ca. fünfthundert Abstiegsmeter nach Juf hinunter (ca. fünfhundert Höhenmeter) benötigten wir weniger als eine Stunde – der Abstieg ist streckenweise steil und mit einigen felsigen, hohen Tritten versehen – also war Stockunterstützung angesagt. Im unteren Bereich, nahe des Treiabachs führte der Pfad zickzack über Weideland, wo uns einige Rinder friedlich und lautstark grüssten. In Juf, der höchstgelegenen dauernd bewohnten Siedlung in der Schweiz, hatten wir die Wahl zwischen zwei Restaurants, das Edelweiss und die Alpenrose. Hier beschlossen wir unseren wunderbaren Wandertag bei einem Bier. Kurz vor vier Uhr bestiegen wir das Postauto, welches uns zwei Haltestellen weiterbrachte, bis nach Rufana, wo das Hotel Avers steht – unsere Bleibe für zwei Nächte. Vom kurz vor Juppa stehenden Haus, resp. dessen sonnigen Terrasse (und auch von den schönen Zimmern mit Balkonen) hat man einen wunderbaren Blick ins Val Bergalga, zum 7.5 km weiter liegenden Bergalgapass (dem 2790 m hohen Übergang ins Bergell), und zu den markanten Dreitausendern Wissberg und Gletscherhorn. Hier gabs wie geplant das Wiedersehen mit Hanni und Rolf; zu viert genossen wir den gemeinsamen Hochzeitstag, begleitet von der Hausmusik des Gastgeber-Ehepaars Barbara und Hansueli – sogar mit einem Hochzeitstänzchen, versteht sich! Danach folgte das leckere Abendessen in fünf Gängen(!) – zubereitet mit lokalen Bio-Produkten. Dem ganzen Team mit Barbara und Hansueli, Svea, Ana, Maria und René ein herzliches Dankeschön für diese unvergessliche Stunden.

Fazit:
Bilderbuchwetter, einfach ein unvergesslicher Hammertag!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig mit leichter Schönwetter-Bewölkung, 5 bis 18°, leichte Bise 13 km/h

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke, SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 6. September 2025
Schwierigkeit: T2+
Hin- und Rückfahrt: Postauto-Fahrt ab Thusis Bahnhof RhB bis Bivio Posta
Strecke: 9.2 km: Bivio, Haltestelle Posta (1769 m) – Radons (1902 m) – Plan Tguils – P.2428 – Stallerberg (2581 m) – P.2506 (Verzweigung Lawinenverbauung) – Carblung – Tubadellbärga – Wissa-Turtschi – Juf (2126 m)
Aufstieg: ca. 810 m
Abstieg: ca. -450 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:05 Uhr

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