Archiv der Kategorie: Graubünden

Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 4|5: Mot Radond 2491 m

Heute werden wir (Amandus, Paul, Doris und Ruedi) von unserem Guide Roland auf ein für uns neues Gipfelziel geführt – Mot Radond (2491 m, Hangneigung bis 34°). Start wie bereits gestern auch bei der Talstation MInschuns (Era Sura). Für die Strecke von 800 m (ca. 80 Höhenmeter) hoch zur Alp da Munt benötigten wir knapp zwanzig Minuten. Am noch geschlossenen Restaurant vorbei wenige Meter hoch zum Panoramaweg, der zur Alp Champatsch führt. Der Höhenweg war auch bei dieser Schneelage gut zu begehen – Schneeschuhe werden eigentlich erst ab Juata benötigt. Das Panorama ins Tal und zu den Ortleralpen entzückte. Auf etwa 2250 m.ü.M. war der vorerst höchste Punkt erreicht – nun begann der Abstieg durch schönsten Arven- und Föhrenwald, hinunter zum oberen Bereich der Alp Champatsch. Jetzt hielten wir nach Norden, vor uns dreihundert Höhenmeter Aufstieg über zwei Kilometer. Vorerst rückte der Gipfel noch nicht ins Blickfeld; lediglich der von uns schon einmal bestiegene Pizzo Rolando (2245 m) zeigte sich. Erst oberhalb Murters da Champatsch auf etwa 2370 m.ü.M. zeigte sich der Mot Radond. Nach Überquerung einer kleinen Ebene begann der Gipfelzustieg – der hatte es in sich. Kleine Wächten, bis zu 34° steiles Gelände, keine Spuren, felsdurchsetzte mit Triebschnee belegte Stufen. Roland war erfahren genug, den für uns guten Weg zu spuren. Dabei hatten wir die nahe Wildruhezone «Murters da Champatsch» (Schutzstatus empfohlen, bitte nicht betreten) zu beachten. Um halb eins war der Gipfel erreicht. Bergheil – Bütsch al Piz! Die etwas windige Lage bewegte uns, die Gipfelrast im Abstieg etwas weiter unten abzuhalten. Kurz vor Erreichen der Murters da Champatsch trafen wir auf die Gruppe Severin/Suse, welche den Minschuns umrundeten. Nach der Mittagsrast «spazierten» wir gemütlich weiter zur oberen Alp Champatsch und über den steilen Forstweg (trotz wenig Schnee nicht vereist) zum Alprestaurant La Posa hinunter. Hier war eine Einkehr Pflicht – in der kleinen gemütlich warmen Stube. Der Weiterweg nach Lü hinunter war dann nur noch reine Formsache. Nach vierzig Minuten Laufzeit in angekommen, verbrachten wir die Wartezeit auf das Postauto gerne im Hirschen, wo wir von Rosa Emilie und José wie immer sehr freundschaftlich bewirtet wurden – grazia ed a revair! Wiederum ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland.

Fazit:
Eine spannende, doch etwas fordernde Tour bei streckenweise anspruchsvollen Verhältnissen (Triebschnee, Lawinengefahr).

Wetterverhältnisse:
Teilweise sonnig, teils bedeckt, trocken, Temperatur beim Start -4°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 2000 m ca. 20 cm Pulver, meist überfrorener Triebschnee), Wind ca. 10 km/h WNW

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, Triebschnee, Altschnee (Triebschneeansammlungen der letzten Tage überlagern eine schwache Altschneedecke).

Parameter:
Tourdatum: 15. Januar 2026
Schwierigkeit: WT3, höchste Neigung 34° im Gipfelbereich
Strecke: 12.3 km: Era Sura, Talstation Minschuns (2163 m) – Prada Sot – Alp da Munt (2212 m) – Senda Alp da Munt – P.2246 – Juata – Alp Champatsch – Maranguns (2275 m) – Mot Radond (2491 m) –  Maranguns – Alp Champatsch – Alprestaurant La Posa (2088 m) – Alpstrasse – Lü Daint (1949 m) – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 491 m
Abstieg: ca. -687 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 3 Std. 40 Min.
Tageszeit:
09:50 bis 15:15 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 3|5: Fuorcla Funtana da S-charl

Das von unserem Guide Roland formulierte Ziel, den Südwestgrat beim Piz Vallatscha (ca. 2730 bis 2760 m, Hangneigung >30°) mussten wir bald einmal verwerfen – zu heikel. Von dort wäre der Ausblick ins Valbella und ins Val S-charl zu geniessen. Die Variante war aber nicht zu verachten: die namenlosen Gipfelchen am Ostende des Munt da la Bescha und nahe der zugehörigen Wildruhezone. So erreichten wir (heute zu fünft, Roland, Amandus, Paul, Doris und Ruedi) doch eine Höhe vo immerhin >2540 m.ü.M.

Doch der Reihe nach: Start bei der Talstation MInschuns (Era Sura). Das Skigebiet war immer noch geschlossen wegen Schneemangels, weshalb wir unsere Aufstiegsroute ohne Rücksicht auf präparierte Pisten wählen konnten. Etwas unterhalb der Zwischenstation Alp da Munt ging es dann zur Sache; Aufstieg dort, wo normalerweise eine schwarze Piste verläuft. Steil hinauf bis zum Sommerwanderweg bei Punkt 2234 am südöstlichen Ende der Wilddruhezone. Eine einzige Gams wich dorthin aus. Die folgende Rampe war felsdurchsetzt und eisig (Schneemangel halt!). Erst auf der folgenden Fläche hoch zum Punkt 2365 wieder einigermassen gute Schneeverhältnisse – dafür wurde der Wind stärker und bissiger. Nun aber voll an der Sonne war es erträglich. Beinahe in Sichtweite der Talstation des Vallatscha-Skilifts, der eine Höhe von 2700 m.ü.M. erreicht, hielten wir nach links, um zu den etwa zweihundert Metern höherliegenden Hügeln zu spuren. Bei einer Hangneigung von bis zu 31° war grosse Aufmerksamkeit geboten, denn das Gelände war mit Triebschnee belegt. An den steilsten Stellen hörten und erkannten wir Anrisse, welche wir gut umgehen konnten. Bei ca. 2540 war der heute höchstgelegene Punkt erreicht. Bergheil und Bütsch al Piz! Grandios die Aussicht nach allen Seiten (siehe Bilder), nur der Blick ins Valbella war uns verwehrt. An eine Gipfelrast war nicht zu denken, zu stark der Wind. Für den Abstieg wählten wir eine sichere Route in Richtung Vallatscha-Skilift, darüber der eingangs erwähnte Grat (auf den Bilder gut zu sehen). Unterwegs legten wir einen Spurenteppich – als exklusiven Gruss an Suse, die mit der Gruppe Severin unterwegs war. An der Talstation des Skilifts auf der Fuorcla Funtana da S-charl fanden wir dann im Windschatten der Hütte einen idealen Platz für die Mittagsrast. Danach folgte der Abstieg entlang des Sommerwanderwegs, der Triebschnee war ziemlich gefroren und trug uns problemlos; für Schneeschuhläufer formidabel, für Skitüreler schreckliche Verhältnisse. Im relativ flachen Gelände westlich des hundertfünfzig Meter aufragenden Skigipfels Minschuns (2520 m) erreichten wir den Punkt 2365. Wenig später wieder auf der Rampe, über welche der Sommerwanderweg zur Alp da Munt hinunter verläuft, war wieder etwas Vorsicht und Trittsicherheit gefragt. Dank unserer Krallen wenig problematisch. Bald wieder auf dem schwarzen Pistengelände, bogen wir nach Punkt 2234 ab nach W. Jetzt folgte eine uns vertraute Steilstufe, in welcher wir in einen Hinterhalt gerieten: die grosse Gruppe Severin/Suse hockte fröhlich in den Föhren und überraschte uns. Am von Severin aufgestellten Fernrohr beobachteten Sie Steinböcke und den Bartgeier. Nach diesem herrlichen Intermezzo liefen wir weiter zur wunderschönen Plaun da l’Aua. Bei Punkt 2189 wendeten wir in Richtung O. Östlich des Döss dals Jals  (Döss=Bergrücken) verliessen wir den Winterwanderweg zur Alp da Munt, um auf eigener Spur durch ausnahmsweise tiefen Pulverschnee zu waten. Vorbei an den hier typischen Dolinen*. Unterwegs kamen wir bei der Ruine eines Chalchera (Kalkofen) vorbei – eindrücklich! Nach wenigen Schritten erreichten wir wieder den Ausgangspunkt unserer Tour. Da wir früh dran waren, machten wir auf der Heimfahrt eine Kurve hoch zum Ofenpass mit gemütlicher Einkehr im Restaurant Süsom Givè. Wiederum ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland.

*Dolinen sind trichter- oder schüsselförmige Vertiefungen in der Erdoberfläche, typisch für Karstgebiete (Gestein aus Kalk, Gips), die durch das Auflösen von Gestein (Lösungsdolinen) oder den Einsturz von Hohlräumen (Einsturzdolinen) entstehen und eine Folge unterirdischer Wasserbewegung sind. Sie können von wenigen Metern bis zu über 100 Metern Durchmesser und Tiefe reichen und stellen oft eine Gefahr dar, da sie mit Schnee verdeckt sein können. 

Fazit:
Eine spannende, fordernde Tour bei streckenweise anspruchsvollen Verhältnissen (Triebschnee, Lawinengefahr).

Wetterverhältnisse:
Sonnig, wenige Wolken, Temperatur beim Start -11°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 2000 m (ca. 20 cm Pulver, meist überfrorener Triebschnee), Wind (ca. 10 bis 20 km/h O)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, Triebschnee, Altschnee (Triebschnee-ansammlungen der letzten Tage überlagern eine schwache Altschneedecke).

Parameter:
Tourdatum: 14. Januar 2026
Schwierigkeit: WT2-3, höchste Neigung 31°
Strecke: 8 km: Era Sura, Talstation Minschuns (2163 m) – Prada Sot – Alp da Munt (2234 m) – P.2365 – P.2518 (Motta Lischa) – Höchstgelegener Punkt bei 2534 m – Fuorcla Funtana da S-charl (2392 m) – P.2365 – Alp da Munt (2234 m) – Plaun da l’Aua (2189 m) – Chalchera (2158 m) – Era Sura
Aufstieg: ca. 440 m
Abstieg: ca. -450 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 3 Std.
Tageszeit:
09:25 bis 13:35 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 2|5: Stimmungsvolle Tour zu den Mots Buffalora

Mot ist der Begriff für einen Hügel, mit «s» ist Plural gemeint. Heute besuchten wir (Guide Roland, Paul, Sepp, Amandus, Doris und Ruedi) mindestens zwei solcher namenloser Mots (2437 m, 2439 m). Die Tour begannen wir in Buffalora, beim noch geschlossenen Gasthaus (Neueröffnung Februar 2026). Nach der Überquerung der beiden unter Eis liegenden Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl nahmen wir den mühelosen Aufstieg zu den Alpgebäuden der Alp Buffalora unter die Schneeschuhe. Nach etwa 0.8 km und 70 Hm hielten wir kurz vor der Alp rechts um eine neue Spur anzulegen; diese führte uns bei wenig Schnee (ca. 30 cm Pulver) ins Tälchen Fop da Buffalora (Fop = Senke, Tälchen, Mulde). Auf der rechten Seite die Erhebung Murtera da Chantun, welche genau auf der Nationalparkgrenze liegt und wo sich regelmässig viele Gämsen aufhalten. Die Strecke führte genau in Richtung Munt Chavagl (2543 m). Dieser liegt im Nationalpark und darf nicht begangen werden. Kurz vor dem Übergang in den Nationalpark überschritten wir den Sommerwanderweg, um den ersten der Mots anzusteuern. Dazu drehten wir nach links, also von W nach S. Recht steil (gelegentlich bis 30°) und über windgepressten Schnee mühten wir uns etwas ab. Einmal waren Wumm-Geräusche und ein deutlicher Knall zu hören; wäre das Gelände steiler gewesen, hätten wir wohl ein Schneebrett erlebt – der Riss war jedenfalls zu erkennen. Also suchten wir auf dem Weg zum höchstgelegenen Punkt sichere Tritte. Oben angekommen, hofften wir darauf, dass sich die Sonne durch den Dunst durchsetzt. Nichts von dem, ausser jeweils ein paar kurze Versuche. Dennoch genossen wir die Aussicht bei guter Fernsicht. Nur 1 km südlich der markante Gipfel des Munt Buffalora (2630 m). Nicht allzu stark der Wind, aber dennoch unwirtlich – also stiegen wir einige Meter ab um zum Nachbar-Mot aufzusteigen. Immer nahe der mit gelben Pfosten markierten Nationalparkgrenze, immer darauf achtend, diese nicht zu überschreiten; man weiss ja nie, ob uns plötzlich eine Drohne beobachtete. Ausserdem war der streckenweise verwächtete Grat gefahrvoll. Für kurze Zeit erblickten wir in etwa 30 km Luftlinie den Piz Bernina und den Piz Morteratsch. Der Tanz über die beiden folgenden Hügel bis zum Punkt 2439 brachten wir eilig hinter uns. Auf der Suche nach einem windgeschützten Platz (für die Mittagsrast) stiegen wir ab durch unverspurtes Gelände bis zur Baumgrenze und in die Nähe des bei den Minieras da Fier vorbeiführenden Sommerwanderwegs. Zeit für die Rast, im Windschatten einer schönen Föhre. Noch immer geizte die Sonne, drang nur spärlich durch den Dunst – eine geheimnisvolle Stimmung! Bei Punkt 2196 trafen wir auf Nachbar Andreas – das Wiedersehen musste gefeiert werden: danke für die Betschla-Runde, lieber Andreas! Jetzt der weitere Abstieg über die Alp Buffalora – mittlerweile bei prächtigem Sonnenschein. Danach folgte der Gang durch das liebliche und ziemlich vereiste Val Murtaröl. Etwas östlich der Gebäude der Alp Buffalora erreichten wir wieder die beiden eingefrorenen Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl, welche wir vorsichtig überstiegen. Beim Gasthaus Buffalora warteten wir auf das Postauto, welches uns ins Val Müstair zurückbrachte. Ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland.

Fazit:
Eine sehr abwechselnde Tour bei streckenweise anspruchsvollen Verhältnissen (Triebschnee, Lawinengefahr).

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, zunehmend sonnig, Temperatur beim Start -10°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 2000 m (ca. 40 cm Pulver, streckenweise überfrorener Triebschnee), Wind (ca. 10 bis 20 km/h OSO)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, Triebschnee, Altschnee (Triebschneeansammlungen der letzten Tage überlagern eine schwache Altschneedecke).

Parameter:
Tourdatum: 13. Januar 2026
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 10.4 km: Buffalora Postautohaltestelle P10 (1968 m) – Alp Buffalora (2033 m) – Fop da Buffalora – Nationalparkgrenze (2378 m) – Mots (2437 m, 2439 m) – Minieras da Fier – P.2196 (Hütte) – Alp Buffalora – Val Murtaröl (2085 m) – Buffalora (P.1978) – Buffalora Postautohaltestelle P10
Aufstieg: ca. 519 m
Abstieg: ca. -517 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 3 Std. 45 Min.
Tageszeit:
10:00 bis 14:45 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 1|5: Alp Sadra – Funtauna Grossa

Seit dem relativ ergiebigen Schneefall im November gabs im Tal in den letzten Wochen lediglich ein paar Zentimeter dazu. Nicht wie nördlich und in den Alpen wird der Schnee hier jeweils aus Süden «produziert»; dafür verantwortlich ist in der Regel das sog. Genua-Tief. Wir Schneeschuhläufer dürfen nicht jammern, die Tourenskifahrer schon… Für den ersten Tourentag suchten wir also ein nach Norden/Osten ausgerichtetes Gebiet aus. Nach dem Fussmarsch ab Fuldera montierten wir die Schneeschuhe in Fuldera Daint. Entlang der Multa Daint trampten wir über die dünne Schneeunterlage über Wurzel und Steine zum Punkt 1703 (Plaun Multa Dora). Ab dort etwas stärker ansteigend zum Wasserreservoir bei Punkt 1733, dann über Fastais – noch im Wald (über Stock, Eis und Stein) – hoch zur Lichtung Plaun Grond. Bei Punkt 1849 die Richtungsänderung nach S, mittlerweile auf etwas Schnee und auf der Forststrasse. Bei den Schutzbauten im Val Ruina (Punkt 1928) angekommen, drehten wir in Richtung N. Nach etwas mehr als einem halben Kilometer und 90 Höhenmetern waren die Gebäude der waldfrei und schön gelegenen Alp Sadra erreicht. Blinzelte die Sonne bisher nur spärlich durch das Grau, bereitete sie uns endlich etwas Wärme und schöne Weitblicke zur gegenüberliegenden Talseite (Lü, Muntet, Piz Terza). Zeit für eine Trinkpause. Hier bei 2046 m.ü.M. hatten wir den heute höchstgelegenen Punkt erreicht. Beinahe richtig Winter hier oben, ca. 40 cm Schnee. Auf der Alpstrasse liefen wir nun stetig absteigend – immer wieder über Eisflächen(!) – nach N, immer nahe der Wildruhezone (Schutzstatus «empfohlen», Schutzzeit 20.12. – 30.04). Im Waldgebiet Las Multas verliessen wir bei ca. Km 5 die Alpstrasse nach links, um nach kurzem Aufstieg über dreihundert Meter die wunderbar gelegene Lichtung Funtauna Grossa (1919 m) zu erreichen. Hier hielten wir Mittagsrast, stehend und an der Sonne; die Jagdhütte lag leider im Schatten. Nach der Stärkung folgte der Freeride-Abstieg über einen Tiefschneeabschnitt zum Waldrand hinunter. Im Wald dann über Stolperfallen (Steine, Wurzeln, Eis, kaum Schnee) zur Alp Sadra-Alpstrasse hinunter. Auf dieser zum Punkt 1863 und gemütlich weiter durch das Gebiet Palü Lunga (Punkt 1783). Nach dem Punkt 1715 (Ils Pizs) erreichten wir die Fläche Maschelnot und wenig später Fuldera Daint. Hier fertig lustig mit Schneeschuhen; nach fünfhundert Metern Fussmarsch endete unsere Tour beim Hotel Staila in Fuldera, wo wir uns mit einer Einkehr belohnten. Ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland!

Fazit:
Eine gemütliche Einlauftour bei wenig anspruchsvollen Verhältnissen (Neuschnee dringend erbeten!).

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, zunehmend sonnig, Temperatur beim Start -8°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, vor allem ab 1900 m (bis 40 cm Pulver), wenig Wind (ca. 5 bis 10 km/h OSO)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, >2200 m.ü.M. Triebschnee, Altschnee

Parameter:
Tourdatum: 12. Januar 2026

Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 9 km: Fuldera (1636 m) – Fuldera Daint – Multa Daint – Punkt 1703 (Plaun Multa Dora) – Val Ruina (Punkt 1928) – Alp Sadra (2046 m) – Las Multas – Funtauna Grossa (1919 m) – P.1863 – P.1715 (Ils Pizs) – Maschelnot – Fuldera Daint – Fuldera
Aufstieg: ca. 463 m
Abstieg: ca. -453 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 2 Std. 45 Min.
Tageszeit:
10:00 bis 14:00 Uhr

Eiswanderung Tschierv – Alp Champatsch – Lü

Kaum Neuschnee im Tal, resp. Altschnee vom letzten Schneefall im November(!), die Südseiten vollständig aper. Die Wanderung zur Alp Champatsch gehört mittlerweile zu unserem Standardrepertoire. Alleine schon lohnend, weil auf der Alp das Restaurant La Posa im Winter durchgehend geöffnet ist. Diesmal wählten wir, einer Premiere gleich, den Aufstieg durch das Tälchen der Aua da Laider, wo uns abschnittweise starke Vereisungen am Fortkommen behinderten. Von Melanie, der Gastwirtin vom La Posa, bekamen wir den Hinweis, dass Eisen an den Füssen Schneeschuhen vorzuziehen seien – der Tipp war goldrichtig, danke herzlich! Auch wenn sich die Verausgabung für die 4.3 Kilometer (gegen 500 Hm) hoch zur Alp Champatsch in Grenzen hielt, war die Mittagsrast verdient – lecker wie immer die Knödelsuppe. Der Weiterweg auf dem mit wenig Hartschnee und streckenweise ziemlich vereisten Forstweg forderte nicht unsere Kondition, wohl aber unser Gleichgewichtsgefühl. In Lü angekommen, verbrachten wir die Wartezeit mit der Einkehr im Hirschen. Wenn in dieser Woche kein Neuschnee fällt (viel ist nicht zu erwarten), wird die am kommenden Wochenende beginnende Schneeschuh-Tourenwoche zur Herausforderung. Dennoch freuen wir uns auf das Wiedersehen mit unserer Gruppe. Für heute also wieder einmal ein Kurzbericht – lassen wir die Bilder sprechen…

Fazit:
Nicht gerade eine winterliche Runde, lediglich die arktische Kälte bei starkem Wind erinnerte an den Winter. Aber an diesem letzten schönen Tag in dieser Woche mussten wir die Gelegenheit packen…

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, eisige Kälte (-19° beim Start in Tschierv, -13° am Ende in Lü), starker und kalter Wind aus SW bis NW bis 20 km/h

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Grödel (dringend!), Stöcke (auf Eis keine grosse Hilfe)

Lawinensituation:
Laut SLF Gefahrenstufe „mässig“ (2=) über 2200 m, also oberhalb der von uns begangenen Zone

Parameter:
Tourdatum: 7. Januar 2026
Schwierigkeit: T2+, starke Vereisungen im Aufstieg entlang der Aua da Laider (erstaunlicherweise war der WW nicht gesperrt)
Strecke: 7.8 km: Postauto ab Valchava bis Tschierv Curtin da Plaz (1661 m) – Tablà Nov – Planatsch – Via Plaun da Müs-chel – Sot Vianova – Brücke über die Aua da Laider – Alp Champatsch, Restaurant La Posa (2088 m) – L’Era P.2093 – Plattuns (1949 m) – Lü Daint – Lü (1916 m) – Rückfahrt mit dem Postauto über Fuldera nach Valchava
Aufstieg: ca. 506 m
Abstieg: ca. -188 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 
2 Std. 29 Min.
Tageszeit:
10:40 bis 14:20 Uhr

Muottas Muragl – Chamanna Segantini – Alp Languard

Die Bergfahrt mit der Muottas Muragl-Bahn ab Punt Muragl ist ein Bahn-Spektakel der Sonderklasse – steil hinauf von 1738 auf 2456 m.ü.M.; 42 Rappen pro Höhenmeter, der Preis ist gar nicht so heiss. Das Wetter: blau, blau, blau… und das schon seit Tagen – zugegeben, ein bitzeli langweilig (Tschuldigung an die armen Daheimgebliebenen im Unterland, welche unter der Hochnebeldecke leiden). Die Fahrt ins Oberengadin aus dem Val Müstair ist keine Weltreise, eine Stunde, vertretbar für diesen Klasse-Seitensprung. An der Talstation in Punt Muragl noch ausreichend Gratis-P und keine Wartezeit; auf Muottas Muragl entstiegen wir der Bahn kurz nach zehn Uhr. Für einen Start-Kafi nahmen wir uns gerne Zeit, draussen an der Sonne (bei 42°!). Dann der Start über die Wanderautobahn zum Wildwasser der Ova da Muragl hinunter – 90 Hm Abstieg über 1.8 km. Nach dem Brücklein hielten wir links, um über sieben Serpentinen aufzusteigen; das ging ohne Schneeberührung, ab und zu etwas Eis, welches der Sonne ausgesetzt rasch schmolz. Ab ca. 2550 m Höhe ein wunderschön angelegter Steinplatten-Weg bis zur prominent stehenden Bankniederlassung. Der Ausblick grandios (das Superlativ absolut berechtigt!) – zweihundert Höhenmeter weiter unten der Tatzelwurm der Wanderer auf Margun. Wir stiegen rasch weiter, um den aussichtsreichen Buckel unterhalb der Segantinihütte zu erreichen. Der Foto-Halt ein Muss; die gesamte Parade der Oberengadiner Hochalpen, dem sogenannten Festsaal der Alpen. Noch ein paar Höhenmeter, nach 1 Std. 20 Min. Marschzeit standen wir auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung, auf der sonnigen Aussichtsterrasse der Chamanna Segantini; der Andrang hielt sich in Grenzen, jedenfalls fanden wir problemlos gemütliche Plätze, um länger zu verweilen. Proteinschub (zwei Spiegeleier mit gebratenem Speck, dazu ein Engadiner Bier. Nach diesem Genuss machten wir uns auf den Weiterweg in Richtung SO, den mit massiven Schutzbauten «verzierten» Berg Las Sours unterquerend. Kurz vor der Verzweigung Steinbockweg die mittlerweile sehr gut fixseil-gesichterte Steilstufe. An der Verzweigung hielten wir rechts in Richtung Alp Languard, welche über einen sehr gut angelegten Pfad nach 2.5 km und 330 Abstiegsmetern erreicht wird. Einen Tee auf der gut belegten Terrasse war Pflicht. Die verbleibenden 500 Abstiegsmeter nach Pontresina hinunter ersparten wir uns, zu verlockend der Sessellift. Unten angekommen, Pontresina wie es leibt und lebt – ein paar Minuten später fuhr der Bus ein, ca. zehn Fahrminuten bis La Punt. Endpunkt einer landschaftlich sehr reizvollen Wanderung. Gut, dass wir uns heute nicht zu sehr verausgabten, vor uns noch die Rückfahrt ins «unser» Val Müstair…

Fazit:
Eine zauberhafte, nicht sehr lange Wanderung in diesem touristischen Hotspot des Oberengadins – für eine Wiederholungstat ab immer gut!

Wetterverhältnisse:
Sonnenschein mit freundlicher Bewölkung, Temperaturen im Bereich +2 bis +8° C (43° C an der Sonne), trocken, wenig Wind (ca. 4 km/h ONO)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 16. Oktober 2025
Schwierigkeit: T3, Trittsicherheit Bedingung!
Strecke: 7 km, Punt Muragl, Bergfahrt MMB – Muottas Muragl Bergstation (2456 m) – Alp Muragl – Margun – Ova da Muragl (2364 m) – P.2647 – Chamanna Segantini (2731 m) – P.2663 – P.2662 (Steilstufe bei der Verzweigung Steinbockweg) – P.2458 – Alp Languard (2328 m) – Sesselbahn nach Pontresina hinunter
Aufstieg: ca. 417 m
Abstieg: ca. -531 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 32 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 14:45 Uhr

Val Sinestra

Schon seit einigen Jahren geistert die Idee in unseren Köpfen, einmal das sagenumwobene Val Sinestra zu besuchen. Vom ehemaligen Jugendstil-Kurhaus Val Sinestra, in dem es der Sage nach spuken soll, führt der Weg über zwei Hängebrücken nach Zuort. Von da aus geht es weiter zum Wendepunkt Griosch und auf der linken (sonnigen) Talseite bis nach Vnà.

Beim unterhalb des Hotels Sinestra gelegenen Parkplatz (Postautohalt «plazza da parcar») starteten wir – gleichzeitig mit anderen Wanderern. Noch im Schatten gelegen, war der Untergrund noch gefroren. Nach der Brücke über die Brancla über ein paar Serpentinen steil hoch im God Sot, ca. 50 Meter über dem Wildwasser. Nach anderthalb Kilometern eine erste Hängebrücke, wenige Meter später eine zweite, beide leicht wacklig, ca. 30 m über die Brancla führend – kaum eine Mutprobe. Nach etwas mehr als drei Kilometern erreichten wir auf einer Lichtung Zuort, ein historischer Weiler im hintersten Val Sinestra. Gasthof und Stall, Chalet und Kapelle sind als Ensemble in Gestalt und Funktion erhalten, heute ist der Hof das ruhigste Swiss Historic Hotel Graubündens. Gelegenheit, auf der sonnigen Terrasse einen Tee zu geniessen – bei schönster Aussicht in Richtung Unterengadin (u.a. Piz Lischana). Auf dem Weiterweg wird der Blick frei zu den Cluchers da terra da Prà San Peder (Erdpyramiden), welche schwer zugänglich auf der orografisch linksliegenden Talseite liegen; durch die Erosion sind im Laufe der Jahrtausende diese eigenwilligen Gestalten aus dem Moränenmaterial entstanden. Nun voll in der Sonne wandernd, erreichten wir nach ca. 4.4 km Griosch, die zuhinterst im Val Sinestra liegende Siedlung und natürlich das originelle Alpbeizli Tanna da muntanella (Munggänäscht), wo uns Chasper erwartungsfroh begrüsste. Beim ausgezeichneten Espresso(!) gabs einen längeren Schwatz mit dem sympathischen alten Mann. Von ihm vernahmen wir, dass in der letzten Nacht leider sechs Schafe von einem Wolfsrudel gerissen wurden – in unmittelbarer Umgebung. Da die Alpstrasse von Griosch nach Vnà saniert wird, wurde der Wanderweg umgeleitet. Dieser führte etwa vierzig Meter höher durch schönstes Alpgelände vorbei an prächtigem Lärchengold. Im Gebiet oberhalb Prà San Peder erblickten wir etwa zwanzig Meter weg vom Pfad ein einzelnes schwer verletztes Schaf, welches zwar noch stehen konnte, sich aber wegen seiner Verletzungen nicht bewegen konnte – kein schöner Anblick; hoffentlich wird es von den in der Umgebung suchenden Bauern gefunden. Die drei noch verbleibenden Kilometer bis zum Zielort Vnà verliefen im lichten Wald, immer leicht oberhalb der Alpstrasse. Kurz vor Vnà der Blick zum am sonnigen Südhang des Piz Arina gelegenen Dörfchens. Nach etwas mehr als drei Stunden Wanderzeit im Dörfchen angekommen, genossen wir im sonnig gelegenen Garten der Pensiun Arina eine schmackhafte Kürbissuppe bei einer Birra Engadinaisa, gebraut mit Engadiner Berggerste und Tschliner Bergquellwasser. Kurz vor 15 Uhr der kurze Gang durch die schmucke Ortsmitte hinunter zur Postautostation Vnà Jalmèr. Die Postautofahrt nach Ramosch hinunter dauerte wenige Minuten, nach dem Umstieg bis nach Scuol Staziun weniger als eine halbe Stunde.

Fazit:
Eine zauberhafte, wenig fordernde Wanderung in diesem verwunschenen Seitental des Unterengadins.

Wetterverhältnisse:
Sonnenschein mit freundlicher Bewölkung, Temperaturen im Bereich 0 bis +11° C, trocken, wenig Wind (ca. 2 bis 6 km/h O)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 14. Oktober 2025
Schwierigkeit: T2
Strecke: 10.74 km, Postauto Scuol Staziun über Sent bis Val Sinestra, plazza da parcar (1473 m) – Brücke über die Brancla – God Sot – erste Hängebrücke – zweite Hängebrücke – P.1618 – P.1689 – Hof Zuort (1715 m) – Brücke über die Brancla (1750 m) – Griosch, Berggartenbeizli (1817 m) – Umleitung Wanderweg oberhalb Prà San Peder – Tanter Auas – Foras Pradatsch – Foras Chalderas – Via Griosch – Pradè (1711 m) – P.1677 – P.1646 – Vnà (1637 m) – Posthaltestelle Vnà Jalmèr (1602 m) – Postauto über Ramosch – Umsteigen nach Scuol Staziun
Aufstieg: ca. 546 m
Abstieg: ca. -375 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:00 bis 13:45 Uhr

Bikefahrt aus dem Val Müstair zur Laatscher Alm (2041 m)

Seit Tagen erleben wir einen Herbst der Superlative – Sonne, wolkenlos, im Schatten Kühle, an der Sonne bis 20°. Trotzdem war warm einpacken angesagt. Da wir mittlerweile passionierte Alm-Biker sind, war das heutige Ziel die auf 2041 m.ü.M. gelegene Laatscher Alm zuhinterst im Arundatal – insgesamt also beinahe 1800 Höhenmeter. Soviel zum Voraus: auch wenn das Almrestaurant geschlossen war, lohnte sich die Fahrt sehr, alleine schon der herbstlichen Kulisse wegen…

Für die Fahrt durch das untere Val Müstair wählten wir die Sonnenseite. In der Ortsmitte von Sta. Maria Val Müstair bogen wir links ab, um unterhalb der Mulin den Rombach zu überqueren. Danach folgte die Panoramafahrt nach Müstair. Das Klosterdorf durchfuhren wir bis zum Kloster Sankt Johann. Auf der Via Döss über offenes Land der Landesgrenze entgegen. Die Fahrt führte über den Valgarolabach (der aus dem Val d’Avinga abfliesst) zum obersten bei P.1298 gelegenen Punkt, dort wo die Alte Dreschmaschine steht. Auf der sonnigen Aussichtsterrasse genossen wir einen Startkafi. Anschliessend die Fahrt dem bergseitigen Dorfrand von Taufers entlang zur Kirche St. Blasius. Vorerst hielten wir die Höhe nahe des ausgetrockneten Waalsweges, oberhalb der SS41, um am Punkt 1234 vorbei schönstes Gelände zu durchfahren. Bei Punkt 1236 fuhren wir nach einer Richtungsänderung auf einem leichten Trail über eine frisch verkackte Kuhweide zur SS41 hinunter (das setzt am Abend dann eine Handwäsche ab…). Ab Punkt 1100 folgten wir der Staatsstrasse, welche in zwei Kehren zur Calvenbrücke hinunterführte. Kurz danach die Verzweigung nach Laatsch. In der Ortsmitte folgten wir der Etsch entlang auf dem Radweg nach Schleis – zwei Kilometer und hundert Höhenmeter weiter. In der Ortsmitte von Schleis verliessen wir die Radroute (nach Reschen), um ins nach NW verlaufende Schlinigtal einzubiegen. Im Anstieg im Tal waren etwa 500 Hm Aufstieg zu bewältigen, was auch ohne Sonne für erhöhte Betriebstemperatur sorgte. Auf etwa 1500 m Höhe verliessen wir das Schlinigtal, um ins wilde Arundatal einzubiegen. Langgezogenen Forststrassen folgten einige Serpentinen, das Tälchen wurde enger, die Sonne aber blieb. Auf etwa 1800 m Höhe flachte das Gelände merklich ab, die Fahrt entlang dem Arundabach – zu dieser Jahreszeit unglaublich malerisch! Bei Kilometer 26 erblickten wir links die ca. 150 m höher gelegene Almhütte – leider ohne Flagge. Das Brücklein über den Bach, dann der Spurt hoch, und – niemand da. Ausser einer Gruppe von Wanderern, die vom einer Wegstunde (ca. 250 m) höher liegenden Tellajoch herkamen. Pause, halt ohne die erwarteten Vinschger Speisen, dafür aber mit dem Austausch mit netten Einheimischen. Immerhin: Doris hatte einen Proteinriegel dabei – also hungern war nicht angesagt. Nach dieser Stärkung die Abfahrt durch das Arundatal und später durch das Schlingtal nach Schleis hinunter – tausend Meter Höhendifferenz. Ab dort dann zwei Kilometer rassige Abfahrt auf dem Radweg nach Laatsch. In der Ortsmitte die Einkehr in der Bar MeVio – kurz vor 15 Uhr, leicht verspäteter zMittag. Nach dieser Pause gestärkt, waren über etwa fünfzehn Kilometer 450 Höhenmeter ins Val Müstair zurückzulegen. Nach der Durchfahrt Laatsch fast flach zur Calvenbrücke – angesichts des folgenden leichten Aufstiegs dem Rambach entlang entledigten wir uns einer Schicht. Nach Rifair wieder ziemlich in der Sonne, war die Fahrt über die Landesgrenze östlich vorbei an Müstair und durch die enge Ortsmitte von Sta. Maria ein vollkommener Genuss. Valchava erreichten wir kurz vor 17 Uhr – glücklich über die wunderschönen Herbst-Eindrücke.

Fazit:
Ein weiterer Herbsttag mit farblichen Eindrücken vom Feinsten

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sehr sonnig und sehr kalt 6 bis 16°, Wind 9 bis 15 km/h SSW

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 12. Oktober 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit bis 22%, kurzer Abschnitt Singletrail S0 bis S1 (Landesgrenze bei Punkt 1327 und bei Punteil, und Taufers P.1234 bis  P.1100)
Strecke: 56.5 km: Valchava (1426 m) – Sta. Maria (1373 m) – Rombrücke – Via Faschas – Müstair (1246 m) – Landesgrenze bei Punkt 1327 – Taufers P.1298 – Kirche St. Blasius – P.1234 – P.1236 – P.1100 – SS41 bis zur Calvenbrücke (980 m) – Laatsch (974 m) – Etschbrücke – Etschradweg – Schleis (1058 m) – Bergstrasse bis nach P.1484 – Alpstrasse Arundatal – P.1786 – Brücke über den Arundabach bei P.1982 – Laatscher Alm (2041 m) – Rückfahrt Arundatal bis Schleis – ab hier bis Müstair analog Hinfahrt bis Laatsch – Calvenbrücke – Rambach-Weg Rifair – Landesgrenze Puntweil (1220 m) – Müstair, Pradalai – Via Surom bis Schiessanlage (1290 m) – Via Sielva – Sta. Maria – Valchava
Aufstieg: ca. 1764 m
Abstieg: ca. -1773 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 05 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 16:50 Uhr

Bikerunde Munt da Lü – Alp Valmorain – Terza

Seit Tagen erleben wir hier Herbstwetter vom Feinsten; Einheimische pflegen zu sagen, dass es die schönste Jahreszeit sei. Volle Zustimmung! Intensive Farben, Wolkenspiele, klare Weitsicht in den Bergen, keine Gewittergefahr – wunderbar! Doris tut mir fast ein wenig leid, dass sie (heute allerdings der letzte Tag!) die Schulbank drückte – bald spricht sie wohl nur noch Vallader und/oder Jauer mit mir. Heute also die letzte Gelegenheit für eine Solofahrt mit dem e-MTB. Wunderbar, gibt es diese Dinger!

Also: nicht zu früh, angenehme Temperatur abwartend, fuhr ich um zehn vor elf los in Richtung Ofenpass, ich starte direkt ab Haustür in Valchava, durch das vom Durchgangsverkehr schon lange verschonte, schöne Quartier Muglin hoch zur Ofenpassstrasse, dann über die schiefe Ebene Pravalchava schnurgerade hoch zur Bergstrasse ins Val Mora und weiter ins Val da l’Archa Gronda. Statt das Holzbrücklein zu befahren, nahm ich die «Velowaschanlage» durch den Bergbach – leider ohne grossen Reinigungseffekt. Von dort auf dem Senda da l’Uors oberhalb Furom nach Fuldera – dort ein netter Schwatz mit Chasper, der gerade im Garten werkte. Über Palüds Cotschnas leicht oberhalb des Il Rom entlang bis Curtin da Plaz. Dort überquerte ich die Passstrasse, um nach Chasuras zu fahren. Oberhalb des pyramidenförmigen Hügels Mottas (1749 m) dem Waldrand des God da Munt entlang über die Naturstrasse zur Brücke über die Aua da Laider (im Winter Schlittelweg). Nach der Lichtung Plaun da Müs-chel gewann ich über zwei Serpentinen etwas Höhe, um nach Verlassen des God Nair das auf einer Sonnenterrasse gelegene Dörfchen zu erreichen. Etwas unterhalb der Dorfmitte bog ich nach O ab, um über die Via Urschai steil hochzufahren. Hier wie gewohnt der Blick zum ca. dreizehn Kilometer entfernten Ortler – der musste selbstverständlich geknipst werden. Kurz vor Urschai, bei P.2011 die Haarnadelkurve in Richtung Tabladatsch und Valmorain. Weiter oben, bei P.2081, bogen ich nicht ab, um Valmorain direkt zu erreichen, sondern fuhr weiter in Richtung NW der Costa dals Pals entlang bis zur anderthalb Kilometer weiter oben gelegenen Kurve bei Multa Naira. In der Haarnadelkurve der Ausblick zum Ofenpass mit dem überragenden Piz Daint und zum schön gelegenen Haus auf Pra Sech. Jetzt wurde die Alpstrasse zum holprigeren Alpweg, noch immer gut befahrbar. Bei P.2235 nochmals eine Kurve, in der ich den Alpweg nach O verliess. Nach paar hundert Meter Querung der Blick zur hundert Hm tiefer gelegenen Alp Valmorain – dort niemand zuhause. Nun folgte die Abfahrt zur bei Punkt 2011 gelegenen Kurve, wo sich die Runde am Munt da Lü schloss. Den Weiterweg über Urschai an der Alp Sot vorbei nach Craistas war mir mittlerweile sehr vertraut. Ab Craistas den wunderschönen Alpweg über Vallatscha, Tablà Nair und von dort zwei Kurven hinunter zum Bergrestaurant TerzaMonicas Reich, wo wie immer eine Einkehr auf der Sonnenterasse lockte. – und natürlich die schöööööööööööne Aussicht. Im Rucksack hatte es noch ausreichend Platz für ein Mitbringsel (eine Nusstorte für Doris – und für mich…). Nach dieser Marenda folgte die rassige Abfahrt über die fast 500 Hm nach Santa Maria Val Müstair hinunter und zum anderthalb Kilometer weiter gelegenen Ausgangspunkt in Valchava.

Fazit:
Eine phänomenale Runde, in dieser Jahreszeit einfach das Nonplusultra!

Wetterverhältnisse:
Traumhaftes Herbstwetter, Sonne pur, wenig Wind 6 bis 12 km/h S, ca. 9 bis 16° C.

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 10. Oktober 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit <20%, kurze Abschnitte Singletrail S0 bis S1
Strecke: 30.8 km: Valchava (1420 m) – Pravalchava – Chatschinas – Val da l’Archa Gronda (1657 m) – Aua da las Fruos-chas (1647 m) – Sur Fuldera – Dschurnaidas – Fuldera Daint (1635 m) – Resia (1635 m) – P.1638 – Orasom Tschierv (1648 m) – Curtin da Plaz (1661 m) – Chasuras (1689 m) – Aua da Laider (1761 m) – Lü (1916 m) – Urschai (2011 m) – Costa dals Pals, P.2081) – Mutta Naira – P.2235 – Valmorain (2193 m) – Urschai (2011 m) – Craistas (1875 m) – P.1995 (Vallatscha) – Tablà Nair – P.2006 – Terza, Bergrestaurant (1845 m) Via Craistas (P.1624) – P.1348 – Brücke Il Rom – Sta. Maria Val Müstair (1386 m) – Valchava
Aufstieg: ca. 1150 m
Abstieg: ca. 1150 m
benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 8 Min.
benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 14:00 Uhr

Nachmittagsrunde Plaun dals Bovs-Plaun da l’Aua-Alp da Munt

Doris wird in dieser Woche stark gefordert, im Rumantschkurs. Gut, dass um 13 Uhr Schluss war, da blieb noch Zeit, den Kopf zu lüften. Nach dem kleinen Mittagessen eine knackige Bikerunde ab Haustüre. Trotz Sonnenschein und angenehmer Wärme sahen wir uns vor, denn am späteren Nachmittag weicht die Sonne dem Schatten – entsprechend rasch wird es kühl. So war es auch heute, also warm anziehen. Die vertraute Strecke musste hier nicht (mehr) ausführlich beschrieben werden (siehe Streckenbeschreibung unten und Bilder). Die Schwierigkeiten hielten sich in Grenzen, lediglich auf der Strecke über die Talabfahrt nach Tschierv hinunter hatte etwas Singletrail-Charakter. In Aintasom Tschierv beobachteten wir (wie schon im Aufstieg) die Idylle weidender Kühe, welche ihre vielleicht eine Woche alten Babies ins Leben einführten – wunderschön! Danach die rassige Fahrt nach Fuldera hinunter, im Landgasthof Staila war Aufwärmen angesagt. Für den abschliessenden Schlussteil nach Hause spürten wir nochmals die rasch gesunkene Tagestemperatur. Ab unter die Dusche…

Fazit:
Eine herrliche Nachmittagsrunde, um den Herbst zu geniessen – ein Vollerfolg!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, herbstliches Kaiserwetter, ca. 15°, schwacher Wind 7 km/h NO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 8. Oktober 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit bis 20%, kurze Abschnitte Singletrail S0 bis S1
Strecke: 28.3 km, Valchava (1420 m) – Pravalchava – Chatschinas – Val da l’Archa Gronda (1657 m) – Aua da las Fruos-chas (1647 m) – Sur Fuldera – Dschurnaidas – Fuldera Daint (1635 m) – Resia (1635 m) – P.1638 – Orasom Tschierv (1648 m) – Curtin da Plaz (1661 m) – Chasuras (1689 m) – Tschierv (1693 m) – Aintasom Tschierv (1727 m) – P.1757 – Via Pass dal Fuorn, P.1841 – P.1973 – P.2021 – Chamona da Ladner – Plaun dals Bovs (2078 m) – Via Plaun da l’Aua, P.2136 – P.2153 – P.2189 – Alp da Munt – Via Alp da Munt, P.2116 – P.2077 – Valplaun – Spv. Minschuns (1973 m) – Via Pass dal Fuorn – Prazos – Pra Chalchera – Aintasom Tschierv – Tschierv – Curtin da Plaz – Orasom Tschierv – Resia – Fuldera Daint – Fuldera Dora (1636 m) – Via Val Müstair, Furom (1604 m) – Runca Sot (1515 m) – Muglin, Valchava
Aufstieg: ca. 900 m
Abstieg: ca. -900 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 42 Min.
Tageszeit: 14:40 bis 17:40 Uhr