Archiv der Kategorie: Italien

Südtirol 4|4: Bikerunde oberhalb Eppan, bis es nicht mehr ging…

Für heute, dem vierten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts, war eine etwas anspruchsvollere e-Bike-Runde geplant. Wiederum direkt ab Feriendomizil fuhren wir hoch zur Ortsmitte von Oberplanitzing und von dort zur Mendelpassstrasse. Diese verliessen wir unverzüglich, um durch den Ortsteil Gand das Zentrum von Eppan zu erreichen. Den vertrauten Bergweg hoch erreichten wir bald einmal die Perdoniger Strasse, vorbei am Gasthaus Kreuzstein und am Staubecken Putschwaner See. Ab hier begann es steiler zu werden, kurz vor St. Vigilius öffnete sich das Gelände, und wir glaubten eine Art Übergang zu erkennen, über den wir nach Nals hinunter abfahren könnten. Daraus wurde nichts, aber mehr dazu später. Erst gelangten wir zum Einschnitt des Firmalinbachs, der ins Hocheppaner Tal hinunter rauscht und wenig später zu den Häusern des Weilers St. Vigilius. Links ragte der bekannte Gantkofel bedrohlich auf, rechts der Hügel mit den Namen Perdonig, resp. Vigiliusbichls, der uns vom Etschtal trennt. Nunmehr stärker ansteigend, fuhren wir an den Höfen Stocker und Ultner vorbei, dann leicht abfahrend ins Bärental, wenig später den Braunbachl querend und weiter ins Höllensteintal, wo der Schwarzenbach von der Gaiderscharte runter rauscht. Hier geht der Blick zur unglaublich spektakulär stehenden Burg Festenstein. Die Strasse wurde zum Strässchen mit zeitweise geschätzt >20° Steigung. Im Gebiet müssen übrigens Wölfe leben, jedenfalls leben die Schafbauern offensichtlich in stetiger Angst, was an den vielen (dramatisch bebilderten) Plakaten unschwer zu erkennen ist. Beim Moarhof dann ein kleines Missgeschick: mein Bike (Ruedi) warf mich ab, die Maschine ging zu Boden (ich nicht), in der Folge kratzten die drei grössten Radkränze stark, also musste ich fortan die höchste Unterstützungstufe (Turbo) fahren – kein Problem! Probleme gab es dann weiter oben, denn ein paar Serpentinen oberhalb des Weilers Gaid, beim kleinen Parkplatz, war fertig lustig: allgemeines Fahrverbot! Also ein kurzes Stück (zwei Kurven) zurück und weiterer Versuch am Hof Aigner vorbei zum Tinner Hof, über einen holprigen, aber gut fahrbaren Forstweg. Hier, zwischen Tinner Hof und Burgstalleck ein Wanderwegweiser, Nr. 6 nach Nals, könnte vielleicht gehen. Nach zweihundert Metern wurde der WW immer schmaler und steiler. Das 700 Hm tiefer liegende Nals war für uns so nicht zu erreichen. – also Kapitulation und Umkehr, solang es noch ging. Die Rückfahrt auf der bekannten Strecke war schon beinahe ein Vergnügen. Unterhalb Gaid begann es kurz zu tröpfeln und der nahe Donner kündigte Gewitter an. Nach kurzer Rast unterhalb des Moarhofs liessen wir es dann vorsichtig laufen. Rasch war das Staubecken wieder erreicht und wenig später der Gasthof Kreuzstein. Mittlerweile war die Witterung wieder freundlicher, und wir genossen in der Jausenstation eins dieser sagenhaften Marendbrettl (wie gewohnt 1 für 2), dazu ein Forst-Radler. Die sehr freundliche Wirtin empfahl uns für die weitere Fahrt den etwas höher gelegenen Weg Nr. 8B, der zum Steinegger hinunterführte. Das gelang problemlos – unterwegs im dunklen Wald maulte uns ein Wandersenior aus Südschweden an, wir sollten doch bitte die Tagfahrlichter ausschalten, weil er geblendet war. Im freundlichen Gespräch klärten wir ihn auf über die schweizerischen Gesetzmässigkeiten («sowas gäbe es in Tütschland nicht…»). Beim Hof/Hotel Steinegger bogen wir ab in Richtung Eislöcher. Nun folgten 5 km Singletrail über Wurzeln und Steine. Zwischendurch abzusteigen war besser als runterfallen. Beim Hotel Stroblhof, nahe der Wickenburg, endete das Drama, das eigentlich gar keins war – eher eine ziemliche Herausforderung. Aber alles ging gut, und wir fuhren durch die Quartiere Untere und Obere Gand hoch zur Mendelpassstrasse und von dort war unsere Basis in Oberplanitzing schnell erreicht.

Übrigens:
Bilder von der Fahrt über den Singletrail gibt es leider nicht, weil ich (Ruedi) keine Hand frei hatte🤣.

Fazit:
Eine (für uns) ziemlich fordernde Biketour war das! Wilde und abenteuerliche Ritte durch eine ebensolche Landschaft – morgen geht’s wieder nach Hause, und dann das Bike zum Mechaniker Harry.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, Sonne mit Schönwetterbewölkung, am Nachmittag leicht gewitterhaft, heiss ~27 bis 31°

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 2. Juni 2022

Schwierigkeiten: Anspruchsvoll, gut fahrbar
Strecke: 31 km, Weidlhof Oberplanitzing (ca. 480 m) – Dorfmitte St. Johann – Mendelpassstrasse – Gand – Eppan – Bergstrasse – Perdoniger Strasse – Staubecken Putschwaner See – Kreiter – Hocheppaner Tal – St. Vigilius (812 m) – Bärental – Schwarzenbach (Höllensteintal) – Gaid (902 m) – Tinner Hof, am Burgstalleck (ca. 1000 m)
Aufstieg: ca. 1020 m
Abstieg: ca. -1020 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:20 bis 16:05 Uhr

Südtirol 3|4: Bikerunde Tramin-Neumarkt-Kaltern

Für heute, dem dritten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts, war eine leichte e-Bike-Runde angesagt. Direkt am Feriendomizil bestiegen wir unsere Bikes, um zur Ortsmitte von Oberplanitzing hochzupedalen, über die wenig befahrene Preystrasse oberhalb der Weinberge und unterhalb der Mendelpassstrasse genossen wir die Fahrt nach Kaltern. Wir blieben oberhalb des Weinorts und fuhren an der Talstation der Mendelbahn vorbei. Ausserhalb Kalterns, nahe des Abenteuerparks, folgte eine schöne Waldstrecke, immer auf guter, geteerter Fahrstrasse. Oberhalb der Rastenbachklamm durchquerten wir den Taleinschnitt, wo bei Altenburg die Waldstrecke in aussichtsreiches Gelände wechselte. Auf einer Höhe von 581 m.ü.M. wurde die Fahrstrasse plötzlich ruppiger und enger, es folgte eine sehr steile Abfahrt nach Söll hinunter. Der Weinort Tramin, resp. dessen markant auf einem Hügel stehende Kirche im Blickfeld. Auch der Blick in Richtung N zum Kalterersee wurde erstmals frei. Wir durchfuhren den alten Dorfkern, um am Ortsende in Richtung Etschebene zu fahren. Auf der Bikern vorbehaltenen Fahrspur erreichten wir die Brücke über die Etsch und bald auch das Städtchen Neumarkt. Die Fahrt durch das schöne historische Zentrum ist aus vielen Gründen lohnenswert: viel Italianità, viele Lauben und – Restaurants(!). Ganz versteckt fanden wir die Tischchen des historischen Gasthofs zur Post, heute eine Trouvaille namens Johnson&Dipoli. Hinter den am Eingang stehenden grossen Sträuchern liessen wir uns gerne für eine längere Pause nieder – glasweise Franciacorta, begleitet von besten Tagliatelle al ragù, resp. Tatar – einfach nur lecker! Die Enoteca ist übrigens auch eine richtige Fundgrube; blöd nur, dass unsere Bikes keine Ladeflächen haben… Ungern verliessen wir diesen schönen Ort, durchfuhren das verkehrsarme, hübsche Zentrum in Richtung N, um den entlang der Etsch führenden Radweg zu erreichen. Nach etwa 3.3 km, auf der Höhe von Auer fuhren wir über die Etsch, um den Hügel namens Rosszähne (Denti di Cavallo, 608 m) westlich zu umfahren. Bald bogen wir auf den Seerundweg ein, um am Ostufer des Kalterersees entlangzufahren. Rasch war der Weiler Klughammer erreicht, wo einige moderne Bettenburgen stehen. Wir fuhren weiter auf dem Weg 20B, durch schönste Weinberge, um das ca. 150 m höher liegende Kaltern wieder zu erreichen. Mitten durch das geschäftige Zentrum, über den Marktplatz zum höher gelegenen Ortsteil Mitterdorf – diesmal ohne Einkehr. Auf der von der Hinfahrt bekannten Strecke fuhren wir gemütlich nach Oberplanitzing zurück. Gerade rechtzeitig zur Siestazeit…

Fazit:
Die erste Bikeausfahrt bot landschaftlich wiederum reizvolle Ein- und Ausblicke im Gebiet Überetsch, oberhalb Kaltern und Tramin und im Etschtal.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, Sonne mit Schönwetterbewölkung, heiss ~26 bis 31°

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 1. Juni 2022

Schwierigkeiten: Leicht, gut fahrbar
Strecke: 40 km, Weidlhof Oberplanitzing (ca. 480 m) – Dorfmitte St. Johann – Preystrasse nach Kaltern – Talstation Mendelbahn (493 m) – vorbei am Abenteuerpark Kaltern bis Altenburg – P.581 – Söll – P.391 – Tramin (223 m) – Traminer/Kalterer Möser – Brücke über die Etsch (220 m) – Neumarkt (214 m) – Etsch-Radweg bis Auer – Brücke über die Etsch – Innerhof/Gmund (219 m) – Seerundweg Kalterersee – Klughammer (225 m) – P.253 – durch die Weinberge hoch bis Kaltern – Marktplatz – Ortsteil Mitterdorf – Preystrasse zurück nach Oberplanitzing
Aufstieg: ca. 620 m
Abstieg: ca. -615 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 16:10 Uhr

Südtirol 2|4: Eppaner Burgenwanderung

Für den zweiten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts folgten wir der Idee unserer GastgeberInnen: eine Rundwanderung zu den Eppaner Burgen. Nach kurzer Fahrt parkieren wir in St. Pauls, einem Ortsteil von Eppan. Von dort führte der St.-Justina-Weg (gekennzeichnet als Wanderweg Nr. 8A) zur gleichnamigen Kirche hoch – betörend der Ausblick ins Tal der Etsch und nach Bozen. Nach der Kirche, beim Kronhof vorbei, erreichten wir den deutlich mit 8A markierten, aber unscheinbaren Pfad durch Gestrüp und ein durch ein Zaungatter durch die mit Felsbuckeln durchsetzte (geschützte) Trockenwiese, welche von Ziegen «bewohnt» wird. Unterwegs wurden wir besungen von einem Wiedehopf (u-u-uuuu!), der sich sogar fotografieren liess. Beim Kreuzstein (einem Aussichtspunkt mit markantem Kreuz) ging der Ausblick über die Umgebung von Eppan. Über einen leichten, bewaldeten Anstieg erreichten wir das Staubecken namens Putschwaner See. An dessen Nordende hatten wir für ein paar hundert Meter auf der nach Perdonig führenden Fahrstrasse zu laufen. Bei Pradol, einem Bauernhof, verliessen wir die Teerstrasse in Richtung Burgruine Schloss Boymont (noch immer 8A). Vor dem Einstieg in die kleine Schlucht ein schöner, eingezäunter und kunstvoll gepflegter Teich mit vielen blühenden Seerosen (siehe Bilder). Dann folgte der kurze Abstieg und der heftige Aufstieg zur bereits durch die Bäume sichtbaren Burgruine Schloss Boymont. Der Aufstieg zwar steil, mit hohen Tritten versehen, aber an den kritischen Stellen gut gesichert – harmlos. Immer wieder der schöne Durchblick nach Eppan hinunter. Im Schloss – eigentlich eine Burgruine – angekommen, bestiegen wir den höchsten Turm; das Treppenhaus wird gegen oben immer enger und dunkler (gut für schlanke Leute…). Zuoberst der Überblick über das schöne Land; sogar die bizarren Dolomitentürme Santnerspitze und Euringerspitze im Schlernmasssiv waren gut zu sehen. Eine Einkehr im Burgrestaurant liessen wir aus, weil wir erst noch zur benachbarten Burg Hocheppan laufen wollten, wo es auch eine Jausestation gibt. Der Weg dorthin ist nicht ohne. Nach etwa 1.1 km auf und ab führt der Burgenweg über einige Treppensektionen ins sehr wilde Hocheppaner Tal («Tälchen» wäre zutreffender) hinunter und vom tiefsten Punkt wieder hoch zum spektakulär trohnenden Schloss Hocheppan. Empfangen vom herzigen Burgbüsi schritten wir über die Holzbrücke und durch den parkähnlich gestalteten Eingangsbereich. Und schon standen wir mitten im Hof mit Schlossrestaurant; uns sagte ein Tisch zu, wo der Blick hoch zum mächtigen und bedrohlichen Gantkofel und zu den beiden Scharten ging (siehe unser Bericht vom Mai 2018 hier). Bei solcher Aussicht liessen wir es uns gut gehen, das leicht verspätete Mittagessen mundete vorzüglich – und die wunderschöne Burghündin (eine Berner Sennin) leistete uns geduldig Gesellschaft (und nein, nichts viel vom Tisch runter…). Auf dem Weiterweg stiegen wir steil ab zum nahen Kreideturm, einem hohen Wehrturm, der 65 m unterhalb der Burg steht. Vom nördlichsten Punkt unserer Burgentour wanderten wir nun in Richtung S weiter, erst durch schattigen Wald und auf schön eingerichtetem Weg, der parallel zur schmalen Burgstrasse zum Ebner hinunterführte, dann vorbei am Parkplatz und Schloss Korb (heute eine ziemlich komfortable Hotelanlage). Bald erreichten wir die Südtiroler Weinstrasse, mit Blick zum fotogenen Hügel, auf dem der Ortsteil Missian liegt. Weiter auf der Weinstrasse erreichten wir rasch den Startpunkt unserer Burgenwanderung im Eppaner Ortsteil St. Pauls.

Fazit:
Dieser zweite Wandertag bot landschaftlich wunderschöne Ein- und Ausblick in die reizvolle, westlich von Bozen gelegenen Gegend am Fuss des Gantkofels.

Wetterverhältnisse:
Immer noch Sommer im Mai, Sonne mit Schönwetterbewölkung, ~25 bis 28°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 31. Mai 2022

Schwierigkeiten: T2
Strecke: 10.9 km, Eppan, Ortsteil St. Pauls (ca. 400 m) – St.-Justina-Weg – St.-Justina-Kirche – Ortsteil Aich, Wanderweg 8A – Kreuzstein – Staubecken Putschwaner See – Perdoniger Weg bis Abzweig Pramol (WW 8A) – Burgruine Schloss Boymont (580 m) – Burgenweg ins Hocheppaner Tal – Schloss Hocheppan (625 m) – Kreideturm – Schloss Korb (heute ein ****Hotel) – Missianerweg – Nussbaumerweg – St. Pauls
Aufstieg: ca. 620 m
Abstieg: ca. -550 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:50 bis 17:20 Uhr

Südtirol 1|4: Montiggler Seen

Nach der gestrigen Anreise aus dem Val Müstair gönnten wir uns heute leichte Kost. Start direkt ab unserem Domizil Weidlhof in Oberplanitzing, diesem kleinen Paradies nahe bei Kaltern. Nicht einfach, nach diesem grossen Frückstückskörbl… Unterhalb des Hauses führte ein schöner Weg hinunter an die Kalterer Strasse, welche wir überquerten. Weiter durch die Weinberge nördlich Unterplanitzing bis zur am Etschradweg strategisch gut gelegenen Jausenstation Christl im Loch, wo wir im Garten eine Latte macchiato genossen. Anschliessend stiegen wir direkt hinter dem Restaurant auf einem kurzen und etwas ruppigen Abschnitt steil ab durch hohes Gras (Achtung Zeckengefahr!). Am tiefsten Punkt angelangt, durchquerten wir ein Tälchen, um dann auf dem WW 4A durch den Montiggler Wald über zwei Kilometer etwa 200 Hm aufzusteigen. Begleitet von den Gesängen der Vögel, allen voran des Kuckucks, erreichten wir den grossen Parkplatz an der Montiggler Strasse. Hier begegneten wir einen jungen Ordnungshüterin, welche uns minutenlang mit köstlichen Geschichten unterhielt – richtig originell! Auf ihren Tipp hin liefen wir die Strecke zum Kleinen Montiggler See auf dem Wanderweg 1A, ca. 20 Minuten. Dort angelangt – es war gerade 13 Uhr – löschten wir den Durst in der Jausenstation direkt am See und beim kleinen Badebetrieb. Auf dem Rückweg mieden wir die touristische Anlage am vierhundert Meter südlich gelegenen Grossen Montiggler See. Vom bereits erwähnten Parkplatz aus wanderten wir wieder durch den Montiggler Wald hinunter bis zur Verzweigung Wanderweg 4, wo wir links hielten, Richtung Kaltern – dort hatten wir noch etwas nachzuholen🍽… Erst aber hatten wir den ziemlich steilen Aufstieg vor uns, der zur Kellereistrasse und schliesslich über die Bahnhofstrasse ins Zentrum des schönen und belebten Weinstädtchens Kaltern führte. Kurz nach 15 Uhr angekommen, war es die richtige Zeit, sich auf dem Marktplatz niederzulassen: Unter einem Schatten spendenden Sonnenschirm gönnten wir uns einer dieser typischen Brotzeitteller (1 für 2 versteht sich!), dazu einen Hugo, wie es sich gehört. Anschliessend marschierten wir durch das Zentrum hoch zum Rottenburgerplatz und von dort über die Maria-Theresien-Strasse zur Klavenzstrasse, welche zum drei Kilometer entfernten Oberplanitzing führte – ein wunderbarer Panoramaweg durch die Weinberge. Und das bei bester Aussicht ins Etschtal und nach Bozen. In Oberplanitzing angekommen, waren es nur noch ein paar Schritte zum Weidlhof hinunter. Nach der Dusche folgte das tolle Abendprogramm: ausnahmsweise kochte die junge Gastgeberin Anna für uns, und wie: Melanzane zur Vorspeise, Speck- Bärlauch und Kasknödel, zum Dessert Quittenkompott an Mascarponecreme – alles seeeeeeeeeeeehr lecker. Und der hauseigene Weisse und Rote war ebenfalls ein schöner Genuss.

Fazit:
Dieser erste Wandertag erfüllte unsere Erwartungen voll, sowohl landschaftlich, als auch kulinarisch.

Wetterverhältnisse:
Sommer im Mai, Sonne mit Schönwetterbewölkung, ~24 bis 27°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 30. Mai 2022

Schwierigkeiten: T1-2
Strecke: 14.6 km, Wanderweg 4A ab Weidlhof Oberplanitzing (ca. 480 m) – Kalterer Strasse – Jausenstation Christl im Loch (400 m) P.347 – Montiggler Wald – Unterfeldrain, Parkplatz Montiggler Strasse (541 m) – Wanderweg 1A Kleiner Montiggler See (519 m) – Rückweg bis Verzweigung Wanderweg 4 (396 m) – Altenloch – Kavarienberg – Kaltern Zentrum (493 m) – Maria-Theresien-Strasse – Klavenzstrasse (durch die Weinberge) – Oberplanitzing
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 17:10 Uhr

Ticino 4|4: Auf den Monte Sasso del Ferro (1062 m) – rauf und runter mit der Kübelbahn

Susanne’s und Richi’s Vorschlag, mit der originellen Kübelbahn auf den Sasso del Ferro zu «steigen», folgten wir mit Vergnügen. Die Fahrt von Pura über Ponte Tresa – Luino nach Laveno. Etwas oberhalb der Dorfmitte liegt die Talstation der Bergbahn. Für die Besteigung der offenen, langsam fahrenden «Kübel» gibt es klare Regeln – 2 Personen dürfen rein, einer nach dem anderen und im Abstand von vier Metern. Je nach Gemüt der GipfelstürmerInnen kommt ein mehr oder weniger mulmiges Gefühl auf (bei uns doch nicht…). Für 7 Senioren-Euro rauf und runter – kein ruinöses Erlebnis für dieses einmalige Spektakel. Die Bergstation steht am Westhang des Bergs auf 974 m.ü.M. neben einem Restaurant. Die Fahrt für die ca. 1300 m lange Strecke, auf der 780 Höhenmeter bewältigt werden, dauert 15 Minuten. Oben angekommen, liessen wir es uns nicht nehmen, den 88 Meter höherstehenden Gipfel Sasso del Ferro doch noch per pedes zu besteigen – 15 Minuten rauf, und gleich viel runter. Das war wohl kaum ausreichend, die zuvor verzehrte Crostata zu verbrennen. Auf dem Gipfel steht eine Skilift-Ruine aus besseren Zeiten. Der Ausblick sowohl vom Gipfel wie auch von der Plattform der Bergstation ist schlicht phänomenal – aber lassen wir die Bilder sprechen, die sind ohnehin eindrücklicher als Worte.

Fazit:
Sowas haben wir seit Jahren nicht mehr erlebt; die kürzeste Gipfelbesteigung unseres Lebens. Lohnend war es alleweil…

Wetterverhältnisse:
Schönes Herbstwetter, der schönste Tag dieser Woche, ca. 18 bis 26° C

Ausrüstung:
Normale Laufschuhe

Parameter:
Tour-Datum: 24. September 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 1.3 km, siehe Google Maps am Ende dieses Berichts
Aufstieg: ca. 88 m
Abstieg: ca. 88 m

Piemont 2|2: Spazierrunde im Land des Ruchè nach Castagnole Monferrato

Nach dem gestrigen Abendprogramm mit mehrgängigem Menü und starkem Gewitter (52 mm Wasser kamen herunter…) war heute eine Verdauungsrunde angesagt. Durch Weinberge und über sanfte Hügel zu spazieren, das macht richtig Spass. Wir starteten wiederum direkt von unserem mitten in den Weinbergen gelegenen Domizil. Vorbei am Hauptgebäude der Cascina Terra Felice führte die Runde erst bis zum vom Vortag bekannten Aussichtspunkt. Diesmal hielten wir die Richtung (N) bis zur Sp 94, welche wir überquerten. Kurz vor der markant gelegenen Cascina San Pietro verliessen wir die Landstrasse, um leicht abwärtszulaufen, vorbei an wunderbar besonnten Weinbergen. Im folgenden kleinen Tälchen liegt ein kleines, namensloses Seelein. An diesem vorbei erreichten wir bald die Sp14, welche wir nur kurz begingen. Wir zogen es vor, das Städtchen Castagnole Monferrato auf einem Feldweg anzusteuern. Das lohnte sich, begegneten wir doch unterwegs einer Nutria (auch Biberratte oder seltener Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte oder Coypu genannt). Das Foto gelang, wenn auch aus etwas grosser Entfernung. Etwas ausserhalb der Dorfmitte fanden wir dann eine Bar, wo wir unsere Flüssigkeitsspeicher auffüllten – Gelati gabs selbstverständlich auch noch… Zurück zur Dorfmitte, dann in Richtung W absteigend, unter einem alten Aquädukt durch, weglos über Ackergelände aufsteigend, erreichten wir wieder die vertrauten Weinberge der Cascina Terra Felice. Im Anschluss an den längeren Spaziergang führte uns Monika durch die eindrücklichen Weinlagen und danach folgte eine kundig geführte Weinverkostung. Am Abend durften wir die Kochkünste von Felice und die herzliche Gastfreundschaft der beiden glücklichen Gutsbesitzer geniessen: Risotto (Carnaroli) mit Funghi porcini, und dazu die ausgezeichneten Weine der Cascina Terra Felice. Nur so viel: einen besseren Risotto haben wir bisher nie gegessen – complimenti e mille grazi…

Fazit:
Eine gemütliche Wein-Wanderung und Verdauungsrunde…

Wetterverhältnisse:
Herrliches Herbstwetter, kaum Wind, viel Sonne, ca. 20 bis 26° C

Ausrüstung:
Leichtwanderschuhe, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 17. September 2021
Schwierigkeit: T1
Strecke: 11.3 km, siehe Google Map am Ende dieses Berichts
Aufstieg: ca. 200 m
Abstieg: ca. -190 m
benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 35 Min.
benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 05 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 14:35 Uhr

Piemont 1|2: eine Runde über Scurzolengo – Portocomaro

Der runde Geburtstag von Richi musste gebührend gefeiert werden – über die Zahl wird hier zurückhaltend geschwiegen… Eine Genussreise ins Piemont mit unseren Bergfreunde Susanne und Richi – Pandemie-bedingt mehrmals verschoben – konnte jetzt endlich durchgeführt werden.

Dem gestrigen Trip nach Barolo und La Morra und dem Abendprogramm folgte heute ein für italienische Verhältnisse untypisch reichhaltiges Frühstück – danach war etwas Bewegung angesagt. Wir starteten direkt ab unserem mitten in den Weinbergen gelegenen Domizil, dem kleinen, aber feinen B&B Casa Monika auf Cascina Terra Felice. Die ca. 8 ha Weinberge liegen in unmittelbarer Nähe auf einer Höhe von 200 bis 250 m.ü.M. und gehören zur Ortschaft Castagnole Monferrato. Zurzeit ist Weinlese, Sauvignon Blanc und Ruchè sind schon eingebracht, in den nächsten Tagen folgen Barbera, Merlot und Syrah. Unsere kleine Tour führte am Hof der Cascina vorbei in Richtung N, leicht ansteigend bis zu einem Aussichtspunkt, der mit soliden Bänken und Tischen zur Rast einlädt. Zu früh für uns; beim Wanderwegweiser hielten wir nach links, um über den WW Nr. 507 das langgezogene Hügeldorf Scurzolengo zu erreichen. Doch erst folgte ein Abstieg von ca. 90 Hm in ein kleines Tälchen, und der Aufstieg zum 90 m höher liegenden Ort, der von einem riesigen, ehemaligen Castello dominiert wird. Etwas mehr als 500 Scurzolenghesi wohnen (noch) hier. Am Municipio und an der Piazza (und der geschlossenen Bar) vorbei erreichten wir den höchsten Punkt, um erneut abzusteigen. Hier trafen wir auf eine neu angelegte Haselnuss-Plantage. Dazu muss man wissen, dass im Piemont nebst Wein eben auch Haselnüsse geerntet werden – nein, nicht nur für die industriell produzierte Nuss-Nougat-Creme namens Nutella, sondern für viele andere Köstlichkeiten, so etwa für Gianduja-Schoggi, u.a.m. Nun liefen wir über etwa 3.5 km relativ flaches Gelände, östlich und unterhalb des Dorfes Portocomaro vorbei. Hier wohnen immerhin 2000 Menschen; aus dem Ort stammt die Familie von Papst Franziskus. Wir blieben weltlich und wanderten weiter in Richtung Süd, um schliesslich die Sp 26 zu überqueren, resp. dieser entlang bis zur Verzweigung bei der Sp 38 zu laufen. Bei den Industriegebäuden hielten wir nach links (nach Nord), um wenig später, noch immer auf der Sp 26, nach rechts zu halten, um auf der wenig befahrenen Strasse aufzusteigen. Es folgten ein paar enge Kurven («Links gehen, Gefahr sehen» – gell Doris!). Auf der Höhe angelangt (Weiler Chiccetto), bogen wir links weg, um nach einem Kilometer das uns vertraute Glückliche Land Terra Felice zu erreichen. Da wir auf der gesamten Strecke an keiner einzigen Tankstelle vorbeikamen, genossen wir die flüssige Belohnung auf der Terrasse unserer lieben Gastgeber. Salute🍻!

Fazit:
Eine gemütliche Wein-Wanderung…

Wetterverhältnisse:
Angenehme Herbstwitterung, kaum Wind, bedeckt/wenig Sonne, ca. 18 bis 24° C

Ausrüstung:
Leichtwanderschuhe, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 16. September 2021
Schwierigkeit: T1
Strecke: 10.5 km, siehe Google Map am Ende dieses Berichts
Aufstieg: ca. 230 m
Abstieg: ca. -230 m
benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std.
benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:15 bis 14:15 Uhr