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Alpenweg zum Dorf Plawenn

Der Titel dieses Berichts ist nicht etwa irreführend: über eine wunderbare Alpenlandschaft führt der nicht alpine Weg und teilweise steile Pfad ab Fischerhäuser (am Haidersee gelegen) zum Weiler Plawenn, einer Fraktions der Gemeinde Mals im Vinschgau. 41 Menschen wohnen dort. Nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir Fischerhäuser, den an der Reschenpassstrasse am Haidersee gelegenen Weiler. Das ziemlich neue Gasthaus Alpenrose liessen wir vorerst links liegen, um über offenes Weideland der Wanderweg Nr. 3 zu erreichen. Der Aufstieg im Lärchenwald war paradiesisch, der Waldboden ein einziger grüner Teppich. Bei der kleinen Schäferhütte änderte die Landschaft; der Anstieg wurde etwas steiler, der Forstweg ruppiger. Nach sieben Serpentinen endete die Unterlage und wir stiegen auf einem schmalen Pfad etwas steiler auf. Etwa fünfhundert Meter vor dem Zwischenziel Plawenn war der höchstgelegene Punkt (ca. 1570 m.ü.M.) erreicht. Nach dem Verlassen des Waldes stand wie angekündigt eine windgeschützte Bank – die mussten wir selbstverständlich nutzen. Super Aussicht über die Malser Haide und zum Ortler. Nach dem kurzen Abstieg zum Dorf Plawenn hofften wir dort einzukehren — nix da! Das hübsche Dörfchen lohnt einen kurzen Rundgang. Schmuck das Kirchlein St. Maria und der dominante Ansitz Plawenn. Uns wehte eine steife B(r)ise um die Ohren, also suchten wir Windschutz in der Nähe eines beinahe verfallenen Stadels. Kurze Trink- und Verpflegungspause (Ovo Break – weisch wie guet!). Auf der Fahrstrasse erreichten wir nach etwa vierzig Minuten den Ausgangspunkt am Haidersee wieder. Im Gasthaus Alpenrose genossen wir dann einen kleinen zMittag. Danach folgte die Fahrt über die Malser Haide hinunter nach Mals und über LatschTaufers zurück ins Val Müstair.

Fazit:
Eine kurze, sehr lohnende Spazier-Wanderung im Vinschgau, die uns sehr gefiel…

Wetterverhältnisse:
Ein Schönwettertag nach einer Schlechtwetterperiode (Eisheilige!), Temperatur bei ca. 9 bis 13°. Teilweise steife Bise bis ca. 20 km/h.

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 17. Mai 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 6.2 km: Fischerhäuser (1453 m) – Schäferhütte (1577 m) – Plawenn (1725 m) – Fischerhäuser
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Aufstieg: ca. 320 m
Abstieg: ca. -310 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 50 Min.
Tageszeit: 11:05 bis 13:30 Uhr

Obervinschgau – um den Reschen- und Haidersee

Heute unternahmen wir eine erste Biketour im benachbarten Obervinschgau, unsere Nachbarn Jörg und Roman mit dabei. Start beim Sportplatz Laatsch, wo ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen. Die Strecke bis zur Ortsmitte in Laatsch wenig spektakulär, ab dort dann auf dem ausgezeichnet ausgebauten Radweg leicht ansteigend hoch über Schleis nach Burgeis. Dort war der Treffpunkt abgemacht mit Roman, der über Mals fuhr und uns aber bereits erwartete (hatte wohl einen schnellen Guafför?!). Dennoch gönnten wir uns eine Kafipause. Die Weiterfahrt dann unerlaubterweise auf dem wegen Holzer- und Bauarbeiten gesperrten Radweg hoch bis Fischerwiesen am Südende des Haidersees. Unsere Rechnung ging auf, dass die Bauarbeiter Mittagspause machten. Der wenig befahrene Weg entlang dem westlichen Ufer des Haidersees gefällt immer wieder und zu jeder Jahreszeit. St. Valentin auf der Haide war bald erreicht. Die Weiterfahrt dann am orografisch rechtsliegenden Ufer des Reschensees. Kurz vor dem touristischen Ort Reschen erreichten wir das Nordende des Sees. Auf dem Uferweg fuhren wir bis zum bekannten Ort Graun resp. zu dessen «Wahrzeichen», dem im Stausee stehenden Kirchturm. Die Geschichte dieses Stausees stimmt nachdenklich und schweizerisches Energieunternehmen spielte eine Hauptrolle. Die Grauner haben das beste aus den Umständen gemacht: am mittlerweile touristischen Hotspot tummelt sich permanent viel Volk, sogar in Bussen fahren sie an. Der Kiosk ist (hoffentlich) eine Goldgrube; Pommes, Curry- und andere Würste, Getränke – für die kleine Mittagspause war gesorgt. Die Fahrt auf dem staubigen Uferweg war weniger erholsam; nur ja nicht den Mund (zu weit) öffnen, die Nachspeise in Form eines Mückenschwarms nicht gerade appetitlich. Am Ende des Stausees in St. Valentin auf der Haide angekommen, wechselten wir zur rechtsliegenden Seite des Haidersees. Nach kurzer Fahrt auf dem schön angelegten Uferweg die Gelegenheit im idyllisch gelegenen Restaurant Zeress einzukehren – schliesslich mussten wir die Mücken hinunterspülen… Danach folgte die Fahrt durch die wegen Holzerarbeiten verbotene Zone, welche wir über kurze Trails umfuhren. Ab Fischerwiesen dann die ziemlich rasante Abfahrt – jedenfalls zeigten die am Wegrand installierten Radaranlagen(!) massive Geschwindkeitsüberschreitungen. Die rot aufleuchtenden Smilies beeindruckten uns wenig, schliesslich war (noch) kein Gegenverkehr. Nach Durchfahrt der Orte Burgeis und Schleis erreichten wir der ruhig dahin plätschernden Etsch entlang Laatsch – fertig lustig. Zwei Kilometer weiter landeten wir beim Startpunkt. Wir waren uns einig: eine sportliche, aber nicht sehr anforderungsreiche Ausfahrt mit Jörg und Roman – ein herzliches Dankeschön für diesen schönen Tag!

Fazit:
Eine gemütliche Ausfahrt mit einigen Höhenmetern über schöne Radwege im nahen Obervinschgau.

Wetterverhältnisse:
Sonnig und zeitweise bedeckt, ca. 10 bis 15°, spürbarer Wind bis 30 km/h aus S.

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 8. Mai 2026

Schwierigkeit:  Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten.
Strecke: 45.5 km, Laatsch, Sportplatz (967 m) – Laatsch, Ortsmitte (967 m) – Radweg entlang der Etsch – Schleis (1057 m) – Burgeis (1203 m) – Fischerwiesen, Südende Haidersee (1460 m) – St. Valentin auf der Haide (1460 m) – Reschensee (1498 m) – Kaschon (1520 m) – Spin (1522 m) – Giern (1530 m) – Pitz (1503 m) – Reschen, P.1505 – Graun (1501 m) – Staumauer (1502 m) – St. Valentin auf der Haide (1461 m) – Haidersee, Restaurant Zeress (1451 m) – Fischerwiesen (1445 m) – restliche Strecke wie Hinfahrt über Burgeis – Schleis – Laatsch – Sportplatz
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Aufstieg:
ca. 1040 m
Abstieg: ca. -1040 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 15:35 Uhr

Rundwanderung im Vinschgau: Eyrs – Tanas – St. Peter

Heute wanderten wir wieder mal aus – nach Italien, genauer in den Vinschgau. Auf der nach Süden ausgerichteten Bergseite ist der Schnee bis 2400 m.ü.M. weggeschmolzen und es herrschte Frühling. Beim Start im Ort Eyrs war es kurz vor elf Uhr 6°, im Verlauf unserer Panoramawanderung kletterte die Temperatur je nach Ausrichtung bis gegen 16° (am Schatten!). In der Ortsmitte liefen wir vorbei an den letzten Häuser hoch in Richtung Vernatschhof – Wegweiser Tanas. Über 2.3 km auf asphaltierter Fahrstrasse änderte die Unterlage beim Hof. Der Zugang war abgesperrt, und ohne gut vorbereitete Tour (Outdooractive) hätten wir wohl eher umgekehrt. Trotz fehlender Markierung stiegen wir vor dem Vernatschhof links hoch, vorbei an allerlei Gerümpel, auf gut sichtbarem Weg. Erst nach etwa 600 m Strecke erreichten wir einen anderen unbefestigten Feldweg, auf welchem wir nach rechts (in Richtung O) hielten. Unvermindert steil und mittlerweile schweisstreibend gelangten wir auf einer Höhen von 1320 m.ü.M. zu einer aussichtsreichen Bankniederlassung – Trinkpause, Aussicht geniessen, und Griasst enk, kurzer Schwatz mit zwei talfahrenden e-Bikern (sympathische Senioren). Nach 500 m bergwärts war ein Wegkreuz mit Tisch und Bänken erreicht – ein wunderschöner Platz für unsere spätere Mittagsrast. Doch vorher machten wir noch den zehnminütigen Gang hoch zum Dörfchen Tanas, welches an den Hängen des Laaser Sonnenbergs liegt, heute der höchstgelegene Punkt. Hier keine Jausenstation, aber es stehen hier einige neue und alte Häuser und Höfe. In der Ortsmitte Umkehr und zurück zum Rastplatz. Hier hielten wir unsere private Jause ab – schöner ging es nicht! Nach einem netten Schwatz mit einer Einheimischen, welche die Runde in umgekehrter Richtung machte, folgte der kurze Abstieg auf der Fahrstrasse zum Mühlhöfl. Dieser muss auf einem Pfad ostseitig umgangen werden. Jetzt rassig runter zum Tanasbach, der über eine schmale Brücke überwunden wird. Auf der gegenüberliegenden Seite die Ruine einer alten Mühle. Danach folgte der Aufstieg in Richtung St. Peter. Die Kirche steht spektakulär auf einem Felsen, die fünf Minuten für den kurzen Aufstieg lohnten sich. Hier oben ging der Blick hinunter auf die Eyrser Lahn, durch welche unser Abstieg führte. Nach dem Rundgang folgte der Weg zurück auf dem Besinnungsweg bis zur Verzweigung auf ca. 1430 m.ü.M. – dort wo der Alpine Trail namens Brunnasteig beginnt. Stöcke auspacken, und los gings. So alpin wie angekündigt war es nicht, aber trittsicher sollte man schon sein auf dem stellenweise sehr steilen, rutschigen und schmalen Pfad. Vorbei an der Ruine Untere Mühle, immer wieder der Blick hoch zu Kirche St. Peter, ging es runter durch Unterholz, Gebüsch, und schliesslich in eine enge Klamm – hier war der Weiterweg erst spät einzusehen. Mittlerweile im Wald (Eyrser Lahn), erreichten wir nach etwa 240 Abstiegsmetern die ausgeschilderte Verzweigung zum Kanzelsteig. Zwischendurch war der Blick frei nach Eyrs hinunter – noch zwanzig Minuten für die letzten 200 Abstiegsmeter. Den Startpunkt unserer Rundwanderung erreichten wir etwas nach 15 Uhr – bei 16.5°(!). Gut klimatisiert nahmen wir die kurze Fahrt zurück ins Val Müstair unter die Räder.

Fazit:
Schöne Panoramarunde bei sehr frühlingshaftem Wetter – der Ausflug in den Vinschgau lohnte sich.

Wetterverhältnisse:
Während der Frühling im Val Müstair Einzug hielt, war er im Vinschgau schon da, Temperatur bei ca. 6° (beim Start), im Tagesverlauf bis 16°. Wind kaum spürbar 11 km/h NNO

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial Outdooractive, GPS

Parameter:
Tourdatum: 19. März 2026
Schwierigkeit: T2+
Strecke: 8.4 km: Eyrs (905 m), P bei der Kirche St. Remigius – Vernatschsteig – Vernatschhof (1158 m) – Fraunwald (P.1262 m) – Grossacker, Sitzbank (1317 m) – Wegkreuz, Rastplatz (1385 m) – Tanas (1430 m) – zurück zum Wegkreuz, Rastplatz – Mühlhöfl (1360 m) – Tanasbach, ex-Mühle (1329 m) – Ziederbach (1340 m) – Kirche St. Peter (1362 m) – zurück zum Ziederbach, Abzw. Brunnasteig (1340 m) – Ruine Untere Mühle – Abzweigung Kanzelsteig (1108 m) – Tanaser Weg – Eyrs
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Aufstieg: ca. 650 m
Abstieg: ca. -610 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:50 bis 15:20 Uhr

Zur Furkelhütte ab Trafoi – eine wilde Angelegenheit…

Soviel vorab: ein sportliches Vergnügen war das nicht, schon eher eine knackige Schinderei mal auf schneefreiem Wanderweg, mal über gefährliche, vereiste Strecken, selten über Schnee. Aber der Reihe nach: auf dem kleinen Parkplatz (ein ehemaliger Tennisplatz) bei der Talstation des kleinen Skigebiets Trafoi-Furkel standen nur wenige Fahrzeuge. Ein Ansturm war heute also nicht zu erwarten – trotz des Kaiserwetters. Ende März ist wohl Saisonende, denn ausser des Kunstschnees auf den Pisten fehlte das Weiss. Uns sollte das nicht kümmern, wir hatten ohnehin vor, die Furkelhütte zu Fuss zu erreichen. So einfach, wie wir es uns vorstellten, war es dann doch nicht, wie eingangs beschrieben. Die ersten Aufstiegsmeter mussten wir wohl oder übel auf der hartgefrorenen und steilen Skipiste machen. Nach ein paar hundert Metern verliessen wir die Piste nach rechts, um dem markierten 17er-Wanderweg zu folgen. Schneefrei im Wald, bei wunderbaren Durchblicken zum König Ortler, folgte der weitere Aufstieg immer nahe der Sesselbahn – manchmal über von den Holzarbeiten stark in Mitleidenschaft gezogene Pfade. Meist gut markiert, gab es nach 2.1 km dann doch einen Verhauer: zweihundert Meter zurück, um dann Punkt 1796 doch noch zu erreichen. Hier über eine ziemlich neue Brücke über einen Bach, dann vorerst moderat ansteigend durch den Wald – die Schneeschuhe auf den Rücksäcken aufgebunden. Die folgende schmale Strecke bis auf eine Höhe von 2000 m.ü.M. hatte es dann in sich: zwar schneefrei, dafür aber beinahe durchgehend unter Blankeis. Anfänglich suchten wir über eisfreie Tritte auszuweichen; irgendwann mussten wir dann doch die Schneeschuhe anschnallen, weil nur so etwas Halt geboten war. Grödel wären hier definitiv die ideale Steighilfe gewesen, aber die hatten wir nicht dabei. Bis zum Kleinboden zogen wir die Schneeschuhe nicht mehr aus, auch wenn es manchmal über kurze schnee- und eisfreie Stellen ging. Unterhalb der historischen Militärstellungen auf Kleinboden war dann fertig lustig – über letztjährige Kuhfladen zu laufen ging besser ohne Schneeschuhe. Bei der grossen Antennenanlage und dem zugehörigen Gebäude angekommen, lagen mehr als fünfzig cm Schnee – Schneeschuhe also wieder montieren. Erst durch ziemlich tiefen Schnee, führte dann ab Punkt 2082 eine gute Spur siebzig Hm hoch zur Furkelhütte. Erst hatten wir nur die unansehnlichen technischen Anlagen der Bergstation des Sessellifts im Blickfeld; die schöne Hütte steht unmittelbar dahinter. Sensationell jedoch das hier oben gebotene Panorama: Vertainspitze, Tabarettaspitze, Julius Payer-Hütte, Ortler (Luftlinie 7.5 km), Madatschspitzen, Stilfserjoch, Tartscherköpfe, Furkelspitze – Weltklasse! Auf der Sonnenterasse war es dann ziemlich frühlingshaft warm, und wir genossen Gulaschsuppe und Knödelsuppe. Dass wir anschliessend mit der Sesselbahn ins Tal hinunter gondelten (2 km Luftlinie, ca. 613 m Höhendifferenz, € 13/Person), sei uns verziehen – aber auf die Abfahrt durch die Eiskanäle verzichteten wir gerne, und die Skipiste wollten wir meiden…

Fazit:
Viele Höhenmeter auf einer kurzen, aber sehr wilden Strecke

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Tag, Temperatur beim Start 0°. Der wenige Schnee von den nächtlichen Minusgraden gefroren, deshalb gut tragende Spur, schwacher Wind 7 km/h N

Ausrüstung:
Schneeschuhe (Grödel wären besser gewesen), Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut Alpenverein Südtirol Stufe 2, mässig (im heute begangenen Gebiet nicht relevant)

Parameter:
Tourdatum: 13. März 2026
Schwierigkeit: WT2/T2+, Steilheit bis 30%
Hin- und Rückfahrt: PW bis Trafoi, Gratis-P bei der Talstation
Strecke: 5 km: Trafoi, Talstation (ca. 1540 m) – Wanderweg Nr. 17 – P.1796 – Kleinboden (2082 m) – Furkelhütte (2153 m) – Talfahrt Sesselbahn
Aufstieg: ca. 686 m
Abstieg: ca. -34 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 42 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 21 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 13:42 Uhr

Monte Bisbino (I) 1325 m

Zweiter Tag im Valle di Muggio – heute wanderten wir (temporär) nach Italien aus… Ab morgen Mittwoch ist ein Wetterwechsel angesagt, also galt es diesen Tag zu nutzen. Der Monte Bisbino spielte im Ersten Weltkrieg eine strategische Rolle, weshalb von der italienischen Seite eine Strasse auf den Berg führt und eine beeindruckende Befestigung auf dem Gipfel gebaut wurde. Sie war Teil der Cadorna-Linie und zeugt noch heute von der geschichtsträchtigen Vergangenheit der Landschaft. Wir wählen die klassische Route im Gegenuhrzeigersinn: Aufstieg ab Dorfmitte von Sagno auf dem Sentiero forestale auf einem alten Weg durch Kastanienwald bis zum Punkt 1130. Hier treffen sich Sentiero forestale und Sentiero panoramico. Von hier zeigt sich die ganze Gipfelpracht: nicht gerade anmächelig. Der Aufstieg führte über den P.1162 (La Séla), weiter über die Alpe Cavazza, vorbei an einem grossen ramponierten Gebäude (ex Militär oder Zollverwaltung?). Danach folgte der abrupte Anstieg zur Landesgrenz CH/I, wo ein verfallenes Grenzwächterhäuschen in den Bäumen steht. Der letzte Abschnitt zum Gipfel führte über eine felsige Rippe hoch bis unter die Gipfelbaustelle. Der Weg an den Absperrungen vorbei ein kleines Labyrinth. Einmal oben angekommen ein nicht gerade schönes Bild: die Gipfelbauten werden gerade erneuert – eine unansehnliche Baustelle, Antennen, die heilige Stätte Beata Vergine, ein (geschlossenes) Restaurant, eine Wetterstation, und eine Gipfelwiese. Für eine Gipfelrast reicht es allemal, voll an der Sonne – wunderbar! An klaren Tagen ist die Aussicht spektakulär – sogar der Duomo von Milano soll zu sehen sein! Nun denn, über der Lombardei lag grauweisser Dunst (Smog), darüber hinweg reichte die Weitsicht bis zum Appenin (140 km). Darunter ist die Sicht klar zum Comersee und der gleichnamigen Stadt Como. Grosses Kino dann im Westen: 80 bis 90 km Weitsicht, die Walliser Viertausender und die Berner dazu – Klarsicht, ohne Smog! Für den Rückweg geht es zunächst zurück nach La Sèla hinunter. Von dort auf dem Sentiero panoramico (das Panorama ist wirklich prächtig!) bis zur Alpe Merlo hinunter. Jetzt folgte ein grober Verhauer (siehe Parameter). Wahrscheinlich liessen wir uns vom Sturz eines Gravelbikefahrers ablenken; der Fahrer schüttelte sich kurz und setzte die Abfahrt fort. Und wir wanderten über die belaubte Fortstrasse über Carrareccia, a Mariöö, a Veràqua ins Ortszentrum von Sagno.

Fazit:
Einmal auf diesen Grenzgipfel mit der famosen 360°-Aussicht musste sein…

Wetterverhältnisse:
Wiederum viel Sonne, blauer Himmel, nochmals besseres Wetter als gestern, trocken, ab morgen ist nasses Wetter angesagt. Temperaturen im Bereich 12° C, wenig Wind (ca. 4 km/h ONO)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 28. Oktober 2025
Schwierigkeit: T2
Strecke: 10.9 km, Sagno TI (691 m) – Miròlt – P.741 – Sentiero forestale – In Culmanéta – P.1130 – Prà Piano (1132 m) – La Sèla P.1162 – Alpe Cavazza (1180 m) – Monte Bisbino (1325 m) – Alpe Cavazza – Prà Piano – P.1130 Sentiero panoramico – Alpe Merlo (1100 m) – 350 m nach Alpe Merlo der Verhauer, rechts gehalten statt links, also verlassen des Sentiero panoramico – La Culmanéta (930 m) – Abstieg auf Forststrasse – Carrareccia – a Mariöö – a Veràqua – Sagno
Aufstieg: ca. 640 m
Abstieg: ca. -637 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 57 Min.
Tageszeit: 10:30 bis 15:55 Uhr

Bikefahrt auf der Vinschger Sonnenseite

Für die Anfahrt nach Schluderns benötigten wir weniger als eine halbe Stunde; genügend Parkplätze beim Bahnhof. Jörg hatte sich eine unschwierige Bikefahrt auf der Sonnenseite des Vinschgaus ausgedacht. Das Ortszentrum von Schluderns durchfuhren wir in südöstlicher Richtung. Eine Etage unterhalb der Churburg gewannen wir auf einer mässig steilen Nebenstrasse in südlicher Richtung rasch an Höhe, grossartig der Talblick und der Weitblick zum Ortler und seinen Nachbarn. Obstplantagen noch und noch, mittlerweile auf einer Höhe von 1050 m.ü.M. Nach zweieinhalb Kilometern eine nach N drehende Haarnadelkurve, nach einem weiteren Kilometer drehte es wieder nach S. Vorbei am Birkenhof erreichten wir nach 5.2 km die Siedlung Tschutt auf 1300 m.ü.M. Weiter angenehm ansteigend führte die Strecke manchmal durch kurze bewaldete Abschnitte, immer aber mit der Aussicht auf die geometrische Obstplantagen-Landschaft im Tal der Etsch. Kurz vor dem Weiler Tanas war der heute höchstgelegene Punkt erreicht (ca. 1580 m.ü.M.); schön der Ausblick hinunter zur bei 1430 m.ü.M. allein stehenden Herz Jesu Kirche. Hier, kurz vor Abfahrtsbeginn, hiess es sich warm anzuziehen. Zwar voll an der Sonne, aber bei ca. 6 Grad und spürbarem Wind aus NW, war eine Wärmepackung kombiniert mit Windstopper die richtige Mischung. Vorbei am Gasthof Palfur führte die Tempofahrt vorbei an Plantagen-Gelände und landwirtschaftlichen Betrieben. Bei einer auf 1260 m.ü.M. liegenden Siedlung verliessen wir die Strasse trotz Fahrverbot nach links, um nach N in ein Tälchen einzufahren. Spätestens jetzt merkten wir, was unser ortskundige Guide Jörg im Schild führte: auf dem Weg hinunter nach Laas liegt der Weiler Allitz, und dort liegt das Gasthaus Sonneck. Klar, dass wir jetzt einkehrten, weil 13 Uhr, und knurrende Mägen… Draussen in der Gartenwirtschaft war es uns zu kühl, drinnen passte es auch. 3x Hirsch mit Knödel, 1x Tagliolini mit Ragù vom Brillenschaf – leckere Kost auf typische Südtiroler Art. Nach dieser Stärkung hatten wir ausreichend Energie, um ins Marmor-Dorf Laas abzufahren. Am heute mit ca. 860 m.ü.M. tiefstgelegenen Punkt die Fahrt durch die malerische Ortsmitte, dann zwischen Marmorwerk und Etsch in Richtung W. «Etsch-Radweg» heisst diese Route, die über den Reschenpass von den Alpen bis nach Verona führt. Auf der Höhe von Eyrs verliessen wir kurzzeitig den Radweg, um in Richtung Tschengls nach S zu fahren. Kurz vor dem Dorf wieder nach W, auf gutem Weg durch die vorgängig von oben bestaunten Obstplantagen. Ohne wesentlichen Höhengewinn gelangten wir zur Stilfserjochstrasse. Auf dieser ein kurzes Stück nach Spondinig, dort wo das ziemlich kolossale Hotel Post seit Jahrzehnten eingerüstet ist – ein Schandfleck. Etwa dreihundert Meter weiter eine kleine Herausforderung: irgendwie sollten wir beim Bahnhof auf die andere Seite der Bahnlinie gelangen, so wollte es die Wegmarkierung «Radweg». Eine Unterführung gibt es nicht, dafür eine Kuriosität: eine Liftfahrt in den Untergrund, dann in einem weiteren Lift wieder rauf ins Erdgeschoss. Eigentlich nichts Besonderes, nur mussten wir unsere Bikes etwas «aufbäumen», um die seitlich angebrachte Schiebetür zu meistern. Ennet der Geleise schliesslich über die Etschbrücke, dann eine weitere Überraschung: der Besuch der Prader Fischteiche – eine landschaftlich reizvolle Anlage, ein Eldorado für Klein und Gross, und ein Restaurant direkt am Wasser – Kaffeepause! Nach diesem schönen Intermezzo zurück an die Etsch, um auf dem Radweg an der Industriezone von Prad vorbei wieder durch die Obstplantagen-Ebene zu fahren. Zweieinhalb Kilometer vor Glurns hatten wir rechts (in Richtung NO) zu halten, um nach ca. zwei Kilometern Schluderns, den Ausgangspunkt unserer Biketour, zu erreichen.

Fazit:
So wie’s ausschaut, ist das heute der letzte wolkenfreie, sonnige Herbsttag – das musste genutzt werden. Jörg und Roman unser bester Dank für die kameradschaftliche Begleitung!

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sehr sonnig und recht kühl 4 bis 12°, Wind 9 bis 12 km/h NNW

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 18. Oktober 2025
Schwierigkeit: ausser gelegentlichen Steilheit keine besonderen Schwierigkeiten, keine Singletrails
Strecke: 36.5 km: Schluderns Bahnhof (918 m) – Ortsmitte (924 m) – Grossfeldweg – Birkenhof (1217 m) – Tschutt (1342 m) – Gasthof Paflur (1549 m) – Tanas – Allitz (1093 m) – Laas (868 m) – Etschbrücke (865 m) – Etsch-Radweg – Tschengls (879 m) – Spondinig (886 m) – Prader Fischteiche (883 m) – Etsch-Radweg, SP 106 (893 m) – Schluderns Bahnhof
Strecke: 36.5 km:
Aufstieg: ca. 840 m
Abstieg: ca. -830 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 54 Min.
Tageszeit: 11:05 bis 15:15 Uhr

Bikefahrt aus dem Val Müstair zur Laatscher Alm (2041 m)

Seit Tagen erleben wir einen Herbst der Superlative – Sonne, wolkenlos, im Schatten Kühle, an der Sonne bis 20°. Trotzdem war warm einpacken angesagt. Da wir mittlerweile passionierte Alm-Biker sind, war das heutige Ziel die auf 2041 m.ü.M. gelegene Laatscher Alm zuhinterst im Arundatal – insgesamt also beinahe 1800 Höhenmeter. Soviel zum Voraus: auch wenn das Almrestaurant geschlossen war, lohnte sich die Fahrt sehr, alleine schon der herbstlichen Kulisse wegen…

Für die Fahrt durch das untere Val Müstair wählten wir die Sonnenseite. In der Ortsmitte von Sta. Maria Val Müstair bogen wir links ab, um unterhalb der Mulin den Rombach zu überqueren. Danach folgte die Panoramafahrt nach Müstair. Das Klosterdorf durchfuhren wir bis zum Kloster Sankt Johann. Auf der Via Döss über offenes Land der Landesgrenze entgegen. Die Fahrt führte über den Valgarolabach (der aus dem Val d’Avinga abfliesst) zum obersten bei P.1298 gelegenen Punkt, dort wo die Alte Dreschmaschine steht. Auf der sonnigen Aussichtsterrasse genossen wir einen Startkafi. Anschliessend die Fahrt dem bergseitigen Dorfrand von Taufers entlang zur Kirche St. Blasius. Vorerst hielten wir die Höhe nahe des ausgetrockneten Waalsweges, oberhalb der SS41, um am Punkt 1234 vorbei schönstes Gelände zu durchfahren. Bei Punkt 1236 fuhren wir nach einer Richtungsänderung auf einem leichten Trail über eine frisch verkackte Kuhweide zur SS41 hinunter (das setzt am Abend dann eine Handwäsche ab…). Ab Punkt 1100 folgten wir der Staatsstrasse, welche in zwei Kehren zur Calvenbrücke hinunterführte. Kurz danach die Verzweigung nach Laatsch. In der Ortsmitte folgten wir der Etsch entlang auf dem Radweg nach Schleis – zwei Kilometer und hundert Höhenmeter weiter. In der Ortsmitte von Schleis verliessen wir die Radroute (nach Reschen), um ins nach NW verlaufende Schlinigtal einzubiegen. Im Anstieg im Tal waren etwa 500 Hm Aufstieg zu bewältigen, was auch ohne Sonne für erhöhte Betriebstemperatur sorgte. Auf etwa 1500 m Höhe verliessen wir das Schlinigtal, um ins wilde Arundatal einzubiegen. Langgezogenen Forststrassen folgten einige Serpentinen, das Tälchen wurde enger, die Sonne aber blieb. Auf etwa 1800 m Höhe flachte das Gelände merklich ab, die Fahrt entlang dem Arundabach – zu dieser Jahreszeit unglaublich malerisch! Bei Kilometer 26 erblickten wir links die ca. 150 m höher gelegene Almhütte – leider ohne Flagge. Das Brücklein über den Bach, dann der Spurt hoch, und – niemand da. Ausser einer Gruppe von Wanderern, die vom einer Wegstunde (ca. 250 m) höher liegenden Tellajoch herkamen. Pause, halt ohne die erwarteten Vinschger Speisen, dafür aber mit dem Austausch mit netten Einheimischen. Immerhin: Doris hatte einen Proteinriegel dabei – also hungern war nicht angesagt. Nach dieser Stärkung die Abfahrt durch das Arundatal und später durch das Schlingtal nach Schleis hinunter – tausend Meter Höhendifferenz. Ab dort dann zwei Kilometer rassige Abfahrt auf dem Radweg nach Laatsch. In der Ortsmitte die Einkehr in der Bar MeVio – kurz vor 15 Uhr, leicht verspäteter zMittag. Nach dieser Pause gestärkt, waren über etwa fünfzehn Kilometer 450 Höhenmeter ins Val Müstair zurückzulegen. Nach der Durchfahrt Laatsch fast flach zur Calvenbrücke – angesichts des folgenden leichten Aufstiegs dem Rambach entlang entledigten wir uns einer Schicht. Nach Rifair wieder ziemlich in der Sonne, war die Fahrt über die Landesgrenze östlich vorbei an Müstair und durch die enge Ortsmitte von Sta. Maria ein vollkommener Genuss. Valchava erreichten wir kurz vor 17 Uhr – glücklich über die wunderschönen Herbst-Eindrücke.

Fazit:
Ein weiterer Herbsttag mit farblichen Eindrücken vom Feinsten

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sehr sonnig und sehr kalt 6 bis 16°, Wind 9 bis 15 km/h SSW

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 12. Oktober 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit bis 22%, kurzer Abschnitt Singletrail S0 bis S1 (Landesgrenze bei Punkt 1327 und bei Punteil, und Taufers P.1234 bis  P.1100)
Strecke: 56.5 km: Valchava (1426 m) – Sta. Maria (1373 m) – Rombrücke – Via Faschas – Müstair (1246 m) – Landesgrenze bei Punkt 1327 – Taufers P.1298 – Kirche St. Blasius – P.1234 – P.1236 – P.1100 – SS41 bis zur Calvenbrücke (980 m) – Laatsch (974 m) – Etschbrücke – Etschradweg – Schleis (1058 m) – Bergstrasse bis nach P.1484 – Alpstrasse Arundatal – P.1786 – Brücke über den Arundabach bei P.1982 – Laatscher Alm (2041 m) – Rückfahrt Arundatal bis Schleis – ab hier bis Müstair analog Hinfahrt bis Laatsch – Calvenbrücke – Rambach-Weg Rifair – Landesgrenze Puntweil (1220 m) – Müstair, Pradalai – Via Surom bis Schiessanlage (1290 m) – Via Sielva – Sta. Maria – Valchava
Aufstieg: ca. 1764 m
Abstieg: ca. -1773 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 05 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 16:50 Uhr

Bikefahrt aus dem Val Müstair zur Schliniger Alm (1868 m)

Für heute war Kaiserwetter angesagt, voll Sonne, wolkenlos, nach klarer Nacht «e bitzeli» kalt – knapp bei Null Grad beim Start und Bise dazu. Also warm einpacken! Die Fahrt nach Müstair hinunter drosselten wir etwas der Kälte wegen – aber die Sonne war ja auch noch da… Nach Müstair dann dem Rom entlang auf dem frostig-schattigen Trail zur Landesgrenze. Bei Puntweil dann ein kurzer Anstieg und auf dem neu geteerten Radweg nach Rifair hinunter – Taufers links liegen gelassen. Erst nach dem kleinen Ort wieder an der Sonne, wieder auf unbefestigtem Weg gemächlich hinunter dem Rambach (wie der Rom in Italien genannt wird) entlang bis zur Calvenbrücke. Mittlerweile wieder an der Sonne und unter tausend Meter Höhe, rollten wir gemütlich beim Sportplatz vorbei. Nach der herzerwärmenden «Schweinerei» erreichten wir Laatsch («Lotsch» sagen die Vinschger) – Zeit für einen Capuccino in der Bar bei der Mühle, draussen an der wärmenden Sonne (gut auszuhalten, diese Hitze!). Nach dieser wohltuenden Pause folgte die Weiterfahrt der Etsch entlang auf dem Radfahrern vorbehaltenen Weg nach Schleis (und weiter nach Reschen) – zwei Kilometer und hundert Höhenmeter weiter. Auf diesem Abschnitt kamen uns etliche TouristenbikerInnen entgegen, die meisten mit kältegezeichneten und stummen Mienen. Vor der Ortsmitte von Schleis verliessen wir die Radroute, um ins nach NW verlaufende Schlinigtal einzubiegen. Ab jetzt konnte uns weder Kälte noch Wind etwas anhaben – im Anstieg über die ca. 6.5 km bis Schlinig waren 700 Hm Aufstieg zu bewältigen. Die Betriebstemperatur erreichte rasch Normalwerte. Etwa auf halber Strecke dann die schöne Begegnung mit zwei zu Recht stolzen Jägern, welche einen erlegten Hirsch abtransportierten – Gruässt enk, und Weidmannsheil! Bald erreichten wir den Hof Oberlutaschg und wenige später die Zugonhöfe. Nach einem weiteren Kilometer war Schlinig erreicht. Hier ist vor allem im Winter richtig was los, dank dem Nordischen Langlauf- und Wettkampfzentrum, gleichzeitig Startpunkt einer landschaftlich reizvollen 2.5 Kilometer langen Strecke von Schlinig zur Schliniger Alm. Ein paar schmucke Hotels stehen auch hier. Die gegenwärtige Grossbaustelle (Wasserleitungen) bewältigten wir zu Fuss, danach auf dem eigentlich mit einem Fahrverbot belegten Schliniger Almweg vorbei an viel Wandervolk über wunderschönes Almgelände sanft ansteigend zum Tagesziel, der Schliniger Alm. Das Schlinigtal zieht sich dann noch weiter hoch, vorbei an der Schwarzwand mit dem grossen Wasserfall, zur Sesvennahütte und zum Schlinigpass, einem alten Schmugglerweg. Vom Pass geht es in die Schweiz durch die spektakuläre Uinaschlucht ins Unterengadin. Im sehr schön gelegenen Alm-Restaurant genossen wir eine ausgiebige Brotzeit (siehe Bilder). Nicht zum ersten Mal stellten wir fest, dass die Almhütten im Südtirol einfach einzigartig sind. Nach dieser Stärkung die Abfahrt, im obersten Abschnitt auf dem Metzbach entlangführenden Weg – vorbei an vielen Kinderspielplätzen. Am Nordirschen Langlauf- und Wettkampfzentrum vorbei fuhren wir ab Schlinig auf der uns vom Aufstieg bekannten Strecke nach Schleis hinunter; auf der holprigen Unterlage war Vorsicht geboten. Zwischenhalt beim Kirchlein St. Martin, Genuss der schönen Aussicht über die Malser Haide nach Mals und Schluderns. Am darüber liegenden Gebiet am Spitzige Lun fuhren wir vor ein paar Tagen hoch und ins Matscher Tal. Nach ein paar steilen Serpentinen war Schleis rasch erreicht; nun folgte die Abfahrt auf der Radfahrerautobahn – jetzt allerdings ohne Gegen- und Überholverkehr. Naja, die TouristenbikerInnen waren mittlerweile bestimmt schön in den warmen Stuben. In Latsch angekommen war es mittlerweile 15 Uhr, noch waren über etwa fünfzehn Kilometer 450 Höhenmeter hinein ins Val Müstair zurückzulegen. Nach der Durchfahrt Laatsch fast flach zur Calvenbrücke – angesichts des folgenden sanften Aufstiegs dem Rambach entlang entledigten wir uns der äussersten Schicht. Nach Rifair wieder voll in der Sonne, war die Fahrt über die Landesgrenze östlich vorbei an Müstair und durch die enge Ortsmitte von Sta. Maria ein einziger Genuss. Valchava erreichten wir kurz nach 16 Uhr, zufrieden über eine wunderschöne und erlebnisreiche Ausfahrt.

Fazit:
Kaiserwetter – wieder ein Traumtag, aber seeeehr frostig.

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sehr sonnig und sehr kalt 0 bis 11°, Wind 9 bis 17 km/h NO (Windchill -4°)

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 2. Oktober 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit bis 20%, kurzer Abschnitt Singletrail S0 bis S1 (Landesgrenze bei Puntweil)
Strecke: 54.9 km, Valchava (1426 m) – Sta. Maria (1373 m) – Rombrücke – Via Faschas – Müstair (1246 m) – Landesgrenze bei Puntweil (1224 m) – Rifair (1100 m) – Abazassweg entlang dem Rambach bis zur Calvenbrücke (980 m) – Laatsch (974 m) – Etschbrücke – Etschradweg – Schleis (1058 m) – Bergstrasse Zugonhöfe (1603 m) – Schlinig (1720 m) – Schliniger Alm (1868 m) – Rückfahrt über das Nordische Langlaufzentrum – Schlinig – ab hier bis Müstair analog Hinfahrt – Müstair, Via Surom bis Schiessanlage (1290 m) – Via Sielva – Sta. Maria – Valchava
Aufstieg: ca. 1500 m
Abstieg: ca. -1500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 35 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:40 bis 16:15 Uhr

Matschertal – eine Bikerunde im schönen Obervinschgau

Der grosse Parkplatz beim Sportplatz in Mals ist ein strategisch günstig gelegener Startpunkt für unsere heutige Biketour – in zwanzig Minuten ab Valchava zu erreichen. Heutiges Ziel war eigentlich die von uns vor neun Tagen erwanderte Matscher Alm; erst unterwegs bemerkten wir, dass die Almwirtschaft heute geschlossen war. Also sparten wir uns die 2.2 km Fahrt über 230 Hm ab Glieshof. Im hintersten Talabschluss steht das Almhotel Glieshof, auch ein guter Platz für die Mittagsverpflegung – jedenfalls schmeckten die Almspeisen wie Pressknödel, Maltagliati mit Wildragout und Almnudeln vorzüglich.

Aber der Reihe nach: ab Parkplatz die Unterführung der SS 36, dann durch die von vielen Türmen dominierte Ortsmitte von Mals, einer schmucken Marktgemeinde mit 5300 Einwohnern. Bald waren wir hundert Höhenmeter oberhalb des Orts und fuhren auf (noch) guter Strasse in Richtung O, die Sonne (und den relativ starken Wind) also voll in unseren Gesichtern. Toll die Ausblicke ins Tal und zu den Ortleralpen. Bald wurde die mittlerweile unbefestigte Unterlage holpriger und steiler, aber immer gut zu fahren. Bei Muntatschinig auf ca. 1400 m Höhe ein Richtungswechsel. Wieder auf geteerter Strasse vorsichtig vorbei an einigen die Strasse belagernden Rindern erreichten wir nach sechs Kilometern Fahrt den auf ca. 1600 m.ü.M. gelegenen Gemassen Hof, ein Ferienhof an phänomenaler Aussichtslage. Achthundert Meter weiter, etwa 90 Hm oberhalb des Hofs änderte die Unterlage auf den Typ Feldweg. Es folgte eine bewaldete Abfahrtsstrecke, auf der wir vor dem Wind geschützt waren. Auf knapp 1600 m.ü.M. fuhren wir in einem grossen Linksbogen von SO in Richtung NO, etwa 200 m oberhalb der ins Matschertal führenden SP 105. Kurz vor Kilometer 9 dann eine Lagebesprechung; von unseren einheimischen Bikern wurden wir auf die bevorstehende, heute einzige Herausforderung vorbereitet: ein zugewachsener Pfad über etwa fünfhundert Meter mit abschliessendem Singletrail, flowig meint Jörg der Downhiller, wir weniger mutigen Auswärtigen (Doris und Ruedi) stiegen kontrolliert von den Bikes, um das steile und schwierig fahrbare Wegstück zu Fuss zu bewältigen. Alles gut gegangen. Die Weiterfahrt zum Bergsteigerdorf Matsch war dann ein Panorama-Vergnügen der Sonderklasse. Mitten im Dorf die Einkehr auf der sonnigen Aussichtsterrrasse des Cafe Pleres; trotz der gutgemeinten Empfehlung der Bedienung, dass man ofenfrischen Apfelstrudel anzubieten habe, begnügten wir uns (schweren Herzens…) mit Capuccinos. Denn bis zur Mittagspause waren es nur noch 6.5 km Fahrt über 230 Höhenmeter – das sollte zu schaffen sein… Etwas entkräftet (aber ausgezeichnet gelaunt) parkierten wir unsere schmucken Bikes, um im ebensolchen Almhotel Glieshof Platz zu nehmen. Wie eingangs schon beschrieben, liessen wir es uns sehr gut gehen – entsprechend verfloss die Zeit, von welcher wir Rentner bekanntlich reichlich zur Verfügung haben. Nach dem Genuss der Aufbruch: die Fahrt zum Saldurbach hinunter, dann auf der von der Hinfahrt bekannten Strasse rassig hinunter, um nach vier Kilometern scharf nach links abzubiegen. Ein kurzes Stück zurück und hinunter zum Saldurbach, dann die 180°-Kurve nach SW, am schmucken Hof Tumpaschin vorbei. Bei ca. 1380 m.ü.M. erreichten wir nahe des Saldurbachs den vorerst tiefstgelegenen Punkt, zweihundert Hm über uns Matsch. Hier trafen wir den demokratischen Entscheid, auf den frischen Apfelstrudel im Cafe Pleres zu verzichten (hihihi…). Mehr als einen Kilometer südwestlich von Matsch erreichten wir die SP 105. Jetzt folgte bei allerdings schwachem Verkehr die Schussfahrt nach Tartsch hinunter (450 Hm, 5 km). Wäre da nicht die Wahnsinnsaussicht gewesen, hätten einige von uns bestimmt Spitzengeschwindkeiten erreicht. Ab Ortsmitte von Tartsch (Tartscher Bichl!) folgte der Endspurt nach Mals, wo sich uns wenige Meter vor dem Tourende tatsächlich eine Tankstelle mit dem schönen Namen Bistro Trattoria Vinterra in den Weg stellte. Viva auf einen wunderschönen Biketag!

Fazit:
Kaiserwetter – ein Traumtag! Danke herzlich Jörg, Victor und Janet für eure kameradschaftliche Begleitung!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig und warm 14 bis 19°, Wind 12 bis 30 km/h N

Hilfsmittel:
e-MTB, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 29. September 2025
Schwierigkeit: gut fahrbar, meist auf guten Fahrwegen, Steilheit bis 21%, kurzer Abschnitt Singletrail S0 bis S2
Hin- und Rückfahrt: PW ab Valchava bis Mals, P beim Sportplatz (20 Min. Fahrt)
Strecke: 37.8 km: Mals, Parkplatz beim Sportplatz (1034 m) – Mals Ortsmitte (1050 m) – Matscher Weg, oberhalb Mals – Muntatschinig (1400 m) – Gemassen Hof (1606 m) – Feld- und Waldwege, Singletrail – Matsch (1580 m) – SP 105 – Glieshof (1820 m) – Rückfahrt auf SP46.1 bis ca. 2 km vor Matsch – Saldurbach (1635 m) – Hof Tumpaschin (1618 m) – Hof Rumlatsch (1460 m) – Saldurbach (1369 m) – SP 105 – Tartsch (1028 m) – Mals, Parkplatz
Aufstieg: ca. 1190 m
Abstieg: ca. -1170 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 10 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 16:10 Uhr

Matschertal

Vorausinformation:
Das Matschertal (italienisch Val di Mazia), ist ein Seitental des Vinschgaus bzw. oberen Etschtals in Südtirol, das in nordöstliche Richtung zwischen die Planeiler Berge und den Saldurkamm führt, zwei Untergruppen der südlichen Ötztaler Alpen. Das Tal wird vom Saldurbach entwässert. Der den Alpenhauptkamm erreichende Talschluss ist vergletschert. Die einzige Ortschaft des Tals, Matsch, ist eine Fraktion von Mals. Matsch ist das erste Bergsteigerdorf Südtirols. Der relativ geringe Tourismus konzentriert sich auf den hintersten Teil des Tals. So verwundert es nicht, dass das in seiner Ausdehnung etwa 12 Kilometer lange Tal seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Das Tal ist von Tartsch auf einer Bergstrasse zu erreichen, von Schluderns aus hingegen, wo das Tal seinen Ausgang in einer Schlucht nimmt, nur zu Fuss. Im Talschluss steht auf 2670 m die Oberetteshütte des Alpenvereins Südtirol. Von der namensgebenden Ortschaft Matsch aus hat man gute Sicht auf die südwestlich gegenüberliegenden Ortler-Alpen mit ihren ausgedehnten Gletschern.

Unsere Wanderung:
Mit dem Auto erreichten wir den hintersten Punkt im Matschertal nach einer Fahrt ab Valchava in vierzig Minuten. Im hintersten Talabschluss steht das ****-Hotel Glieshof, in unmittelbarer Umgebung hat es zwei gebührenfreie(!) Parkplätze. Nach dem Startkafi im Glieshof wanderten wir über die Brücke über den Saldurbach um unterhalb des zweiten Parkplatzes WW Nr. 9 in Richtung West zu nehmen. Nach sechshundert Meter erreichten wir oberhalb Thanai den Weg Nr. 8. Dieser führte nicht etwa in Serpentinen, sondern in direkter Linie bis 36% steil hoch über eine Lichtung zum nördlich gelegenen Punkt 1988. Einen kleinen Wildbach überquerend, führte der Weg weniger stark ansteigend nach Westen, wo bald das offene Weidegelände Eisawiesen erreicht war. Ab hier nahmen wir den Weg Nr. 7, der uns sehr steil zum Gelände Plazur hoch führte. An einer Verzweigung hielten wir nach links (Weg Nr. 7A), also weg von Nr. 7, welcher über den Vinschger Höhenweg zur Martscher Alm führte. Bald erreichten wir eine einsame Jägerhütte(?), welche durch ein schief im Gelände stehendes WC zusätzlich auffiel. Immer schön den weissroten Markierung nach erreichten wir bald einen hohen Zaun, welcher uns davor bewahrte, in die mit Lawinenschutzbauten versehene Klamm einzusteigen. Stattdessen über einige sehr hohe Tritte entlang dem Zaun hoch, dann schliesslich über ein paar Serpentinen hoch zur Waldgrenze. Über der erwähnten Klamm erreichten wir Punkt 2372, den heute höchstgelegenen Punkt. Muttwiegen heisst das wunderbare Gelände, welches wir nun durchwanderten – grandios das Panorama! Und einsam unterwegs waren wir auch. Nach etwa anderthalb Kilometer auf gleicher Höhe über Mesettes, erreichten wir die markierte Verzweigung auf etwa 2370 m, wo wir zur Matscher Alm hinunter gewiesen wurden (30 Minuten, 1.2 km, 300 Hm). Der Abstieg war im obersten Abschnitt sehr steil (<30%). Bald vernahmen wir das helle Geläut der im Gelände weidenden Ziegen – herrlich! Auf der Matscher Alm angekommen, wurden wir landestypisch mit Grüesst enk willkommen geheissen. Mittlerweile viertelvorzwei – Zeit also für eine Brotzeit: Speckknödel mit Salat für Doris, Almnudeln für Ruedi, Bier und Almwasser dazu… Nach dieser Erholung wollten wir nicht den direkten Weg auf der Alpstrasse zum Glieshof hinunter laufen. Nach einem kurzen Abstieg folgte der ebenso kurze Aufstieg über das Wildwasser des Saldurbachs. Dreihundert Meter weiter hielten wir uns an den Wegweiser – über den Herrensteig waren es etwa vierzig Minuten bis zum Glieshof: ca. 2.5 km und 180 Abstiegsmeter durch lichten Mischwald, ca. achtzig Meter unter uns rauschte der Saldurbach. Die «Landung» vollzogen wir mitten im Hotelkomplex, leicht oberhalb des Parkplatzes. So beschlossen wir einen wunderbaren Wandertag bei spätsommerlichem Wetter.

Fazit:
Spätsommerwetter – ein Traumtag!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig und sehr warm bis 26°, kaum Wind

Hilfsmittel:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 20. September 2025
Schwierigkeit: T2
Hin- und Rückfahrt: PW ab Valchava ins Matschertal bis Parkplatz Glieshof (40 Min. Fahrt)
Strecke: 9.5 km: Parkplatz Glieshof (1810 m) – Brücke über den Saldurbach (1809 m) – unterhalb des 2. P WW Nr. 9 in Richtung W – oberhalb Thanaihof ab ca. 1857 m Weg Nr. 8 – steil hoch in Richtung N bis 36% zum P.1988 – Querung in Richtung W bis Eisawiesen (2068 m) – Weg Nr. 7, aufsteilendes Gelände «Plazur» (>27%) – Jägerhütte bei ca. 2200 m – ab hier Weg Nr. 7A in Richtung NO bis zu einem Hohen Zaun (dahinter Lawinenverbauungen), ca. 2240 m – Serpentinen steil hoch (>25%) bis ca. 2300 m – ab ca. 2330 m in Richtung NO durch das Gebiet Muttwiegen, höchstgelegener Punkt 2372 – ca. 1.5 km auf gleicher Höhe über Mesettes, Verzweigung «Matscher Alm (ca. 2370 m) – teilweise steiler Abstieg bis Matscher Alm (2045 m) – zum hintersten Punkt Brücke über den Saldurbach (2022 m) – «Herrensteig» in Richtung Glieshof – Parkplatz
Aufstieg: ca. 631 m
Abstieg: ca. -603 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.

Tageszeit: 10:20 bis 16:15 Uhr