Archiv der Kategorie: Radfahren

Veloferien Jura 4|4: Rückfahrt von Saignelégier JU nach Liesberg-Oberrütti BL

Also doch (noch)! Zwar wussten wir bereits am Vorabend, dass der letzte Tag unserer Veloferien, die Rückfahrt nach Liesberg an die Birs, eine nasse Angelegenheit würde. Entsprechend hüllten wir unsere Gepäckträger und uns selbst in Regenschutzkleidung. Zum guten Glück war es nicht zu kalt, Nässe und gleichzeitig Kälte wären schlecht zu ertragen gewesen. So waren wir trotz des Regens motiviert, die uns von der Hinfahrt des ersten Tages bekannte Strecke zu bewältigen. Auf den geplanten Streckenteil über Moutier verzichteten wir, so dass in der Folge etwa zehn Kilometer «eingespart» werden konnten. Unterwegs der Kafihalt im heute geöffneten Hôtel Restaurant de l’Ours in Bellelay. Die Fahrt durch die Gorges du Pichoux hinunter war der nassen Strasse wegen ein zweifelhaftes Vergnügen. In Bassecourt angekommen, wählten wir für die Mittagsverpflegung das Coop-Einkaufszentrum aus. Auf der folgenden Fahrt nach Delémont zeigte sich zwischendurch für wenige Minuten sogar die Sonne, trotzdem machte uns die Witterung nicht an, das Städtchen nochmals zu besuchen. Der Rest ist rasch erzählt; nach der Überquerung der Birs über die Pont de la Birse spulten wir die verbleibenden neun Kilometer bis Liesberg-Oberrütti einfach ab – mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen, so dass unsere Kleider etwas abtrocknen konnten. Der Bus erwartete uns bereits (mehr als eine Stunde früher als geplant – auch nicht schlecht!) und der Veloverlad funktionierte glücklicherweise ohne Regen…

Fazit:
Das waren eindrückliche Veloferientage im den meisten von uns unbekannten Jura; danke herzlich dem Leiterteam der Velogruppe Wald/Rüti, Ernst, Fritz und Willy (und Margreth, welche unglücklicherweise krankheitshalber fehlen musste). Und allen Teilnehmenden danke für die tolle Kameradschaft! Und gut auch, dass wir weder Unfälle noch Pannen zu beklagen hatten.

Wetterverhältnisse:
Unfreundlich, regnerisch☔, 10 bis 18° C, Wind ca. 41 km/h aus W

Hinweis zu den Bildern:
Witterungsbedingt wenige Fotos, leider…

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 15. September 2022
Strecke: 49.7 km, Saignelégier Centre de Loisirs (991 m) – La Tuilerie – P.967 – P.957 – P.952 – Les Royes – Les Rouge-Terres P.1024 – P.1042 – P.1020 – P.1012 – Les Mottes P.1005 – La Pâturatte (1024 m) – Les Joux (1015 m) – Les Joux Derrière (1015 m) – P.1009 – Le Prédame (1005 m) – P.1025 – Les Genevez JU (1035 m) – Bellelay (930 m) – Châtelat (802 m) – Le Pichoux (728 m) – Gorges du Pichoux (662 m) – Undervelier (535 m) – Berlincourt (497 m) – Bassecourt (477 m) – Courfaivre (456 m) – Courtételle (436 m) – Delémont (418 m) – Pont de la Birse (408 m) – Soyhières (399 m) – Riederwald – Brücke über die Birs – Liesberg-Oberrütti (386 m)
Aufstieg: ca. 260 m
Abstieg: ca. -870 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 35 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 14:10 Uhr

Veloferien Jura 3|4: Saignelégier – Doubs – St-Ursanne

Zu sechst und unter der Führung von Fritz machten wir uns auf zur etwas anspruchsvolleren Tagestour an den Doubs und nach St-Ursanne. Saignelégier verliessen wir am nordöstlichen Dorfende in Richtung des Nachbardorfes Le Bémont. Ausserhalb dieses Ortes bogen wir links weg, um den Weiler La Bosse zu erreichen. Über beinahe topfebenes Land fuhren wir vorbei am Hof Mon Désir (welch schöner Name!) und durch ein kleines Ried (Péture des Saignes) zum Dörfchen Les Enfers und weiter bis zum Weiler Les Sairains. Vorbei am Wegkreuz bei P.996 eine kurze Abfahrtsstrecke von etwa 1.8 km (120 Hm) bis oberhalb Montfavergier, wo wir bei P.860 rechts hielten, leicht ansteigend auf bewaldeter Strecke die Verzweigung bei P.931 erreichten. Jetzt folgte die recht holprige und mit Kieselsteinen belegte Abfahrt über ein paar Serpentinen hinunter zum Hof Césai und weiter bis Le Poye. Auf diesem Abschnitt boten Stollenreifen den besseren Grip; aber Dietmar und wir alle haben diesen MTB-Abschnitt gut gemeistert. Dennoch waren es 370 Hm, die etwas Singletrail-Erfahrung voraussetzten. Ab Hof Le Poye wieder auf befestigtem Weg, erreichten wir bald den Doubs. Naja, hier flogen uns ein paar wenige Regentröpfchen um die Ohren – oder war es das ungestüm aufschäumende Wasser des Doubs? Jedenfalls erreichten wir bald einmal Tariche, der Campingplatz mit Restaurant und Fähre. Halb zwölf, Zeit für einen Apero! Vier Kilometer weiter, immer schön den Fluss entlang (flussaufwärts!), überquerten wir den Doubs bei Montmelon-Dessous über eine Holzbrücke. Nun der rechten Uferseite entlang, erreichten wir ca. 2.4 Kilometer weiter flussaufwärts das mittelalterliche Städtchen St-Ursanne. Über die Brücke «Saint-Jean» (18. Jh.) durch das Stadttor, und schon standen wir vor dem Highlight des Städtchens, der Stiftskirche und dem gut erhaltenen Kreuzgang. Der Stadtkern besteht im Wesentlichen von zwei Häuserzeilen und einigen Gassen; touristisch geprägt, ist das gastronomische Angebot reichlich. In der Auberge du Jura gefiel es uns, und wir genossen die leichte Mittagsverpflegung (unter den Sonnenschirmen!). Kurz vor 14 Uhr machten wir uns auf zum zweiten Teil unserer Runde: ab jetzt ging es ausschliesslich aufwärts. Erst entlang des rechten Ufers flussabwärts, bei der Kreisel nahe des Maison du Tourisme fuhren wir ein kurzes Stück in Richtung Les Rangiers, um dann aber nach Unterquerung des Eisenbahnviadukts rechts abzubiegen in Richtung Montmelon-Dessus. Gut, dass wir leichte Kost zu uns genommen haben, denn auf dem langen Anstieg über zehn Kilometer bis St. Brais waren über 500 Hm zu bewältigen. Nach Erreichen des heute höchstgelegenen Punkts ausserhalb St. Brais dann eine kurze Abfahrt und danach die Gegensteigung nach Montfaucon. Jetzt hatten wir wieder die ursprüngliche Höhe von knapp 1000 m.ü.M., und Bémont und wenig später Saignelégier waren rasch erreicht. Mit dreieinhalb Stunden Fahrzeit durften wir zufrieden sein; danke herzlich unserem Leiter Fritz, der uns auf eine sehr abwechslungsreiche und sportliche Tour geführt hat.

Fazit:
Eine anspruchsvolle Runde ins wilde Tal des Doubs und ins majestätische mittelalterliche Städtchen St-Ursanne.

Wetterverhältnisse:
Freundliches Herbstwetter🌥️, bis auf wenige Tropfen ohne den angesagten Regen, 13 bis 23° C, Wind ca. 43 km/h aus S

Ausrüstung:
e-MTB, Regenschutz, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 14. September 2022
Strecke: 50.8 km, Saignelégier (991 m) – Le Bémont (981 m) – La Bosse (955 m) – Mon Désir – Les Enfers (954 m) – Abzeigung bei P.950 – P.974 (bei Les Sairains) – P.996 (Wegkreuz) – P.932 (Sur la Seigne) – P.860  (oberhalb Montfavergier) – P.931 (Le Cerneux) – Césai (789 m) – P.738 – Le Poye (554 m) – P.453 (le Rosées) – dem Doubs entlang bis Camping/Restaurant Tariche (449 m) – weiter dem Doubs entlang bis P.453 – Holzbrücke über den Doubs – P.442 – La Lomène (441 m) – St-Ursanne (437 m) – Route des Rangiers bis Kreisel P.439 – weiter bis P.460 – Abbiegung Route de Montmelon – Montmelon-Dessus (599 m) – P.800 (bei La Seigne Dessous) – La Seigne Dessus (891 m) – P.950 – Ban-Dessus P.959 – Le Chésal (939 m) – St-Brais (967 m) – P.1001 – Enson-la-Fin (997 m) – Les Rottes (934 m) – Route de Péchillard – Montfaucon (996 m) – Le Bémont (981 m) – Saignelégier – Centre de Loisirs (991 m)
Aufstieg: ca. 1080 m
Abstieg: ca. -1060 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:40 bis 15:40 Uhr

Veloferien Jura 2|4: Saignelégier – Mont Crosin – Mont-Soleil

Sechs bis sieben Stunden Sonnenschein bei leichter Bewölkung, beste Voraussetzungen für die erste Tagestour. Aufgeteilt in zwei Gruppen, verliessen wir Saignelégier am südlichen Dorfende. Beim Weiler La Theurre mussten wir umkehren, weil die Strasse nach Le Chaumont wegen Bauarbeiten gesperrt war. Nach der Neuprogrammierung schlugen uns die Navi-unterstützten Leiter eine durchaus reizvolle Routenänderung vor: achthundert Meter zurück bis Les Cerlatez, dann Abbiegung nach SW über Les Chenevières (wo einige typische Jura-Bauernhäuser stehen) bis Les Emibois, wo in der Boulangerie et Pâtisserie Au Pain d’Antan das beste Brot in den Franches-Montagnes zu haben wäre – zu früh für einen Stopp! Die Fahrt in Richtung S, nach dreihundert Metern links weg, über schönstes Weideland hoch nach Le Roselet, Standort der bekannten Stiftung für das Pferd. Nach einer kurzen Trinkpause (oder war das eher eine Erholungspause nach den etwas fordernden Aufstieg über 100 Hm?) die Weiterfahrt, erst für einige Meter entlang der Hauptstrasse, dann gut ausgeschildert über einen holprigen Fahrweg nach Les Breleux hinunter. Das Dorf durchquerten wir in Richtung SO – schon wieder eine Baustelle (Rotlicht bedeutet halt auch für VelofahrerInnen Gelb abzuwarten…). Nach 2.3 km, bei der Ferme de la Croisée, rechts weg – hier beginnt der Aufstieg zum Col du Mont Crosin (für Statistiker: 160 Hm über 2.4 km). Nach der Passüberquerung die kurze Abfahrt zum Wegpunkt 1179, wo wir nach rechts abbogen, an der Auberge Vert-Bois vorbei – gesegnet mit dem Trost unserer Leiter, dass in zehn Minuten ein schöner Rastplatz auf uns warte. Der geringe Anstieg dorthin (Central éolienne) war reine Formsache – zu Fuss erreichten wir den nahe bei den Windkraftanlagen gelegenen Punkt Sur la Côte. Hier genossen wir die Mittagsverpflegung aus den Rucksäcken. Hauptanziehungspunkt war der in 5.6 km Luftlinie gelegene Chasseral mit seiner gewaltigen Antennenanlage. Nach der gemütlichen Verpflegungspause folgte die Weiterfahrt dem Mont-Soleil entlang. Beim Weiler La Brigade stand uns eine Beiz im Weg, die Buvette resto Les Sorbiers; die freundliche Wirtin servierte uns Cafés und mehr… Die Weiterfahrt in leichtem Auf und Ab, vorbei an der schön gelegenen Auberge Chez l’Assesseur Mont Soleil, von wo dann die rassige Abfahrt auf der La Chaux-d’Abel zur 160 Hm tiefer gelegenen Verbindungsstrasse in Richtung Les Breulex folgte. Dieser Strasse folgten wir für vier Kilometer ohne spürbare Höhenveränderung bis La Deute. Hier bogen wir links ab und es folgte ein relativ kurzer, aber heftiger Aufstieg von 100 Hm auf einer Forststrasse zum Weiler Le Peuchapatte. Anschliessend folgte zur «Belohnung» die 5.5 km lange Abfahrt zum westlich gelegenen Les Bois (-100 Hm). Nach der Durchfahrt eines Wohnquartiers zum nördlich gelegenen Gehöft Sous les Rangs die erneute Richtungsänderung nach NO. Idyllische, ruhige Landschaft, überall weidende Tiere, vor allem Pferde! Nach 2.7 km fast ebener Fahrt – ungefähr bei Kilometer 45 – schon wieder eine Beiz an wunderbarer Lage, die Auberge du Peu-Péguignot. Die Gartenwirtschaft war praktisch für uns reserviert. Rund herum weidende Pferde, was Pferdeflüsterin Anna ziemlich beanspruchte. Stark gefordert war auch das Servicepersonal, weil jede(r) einzeln zahlen wollte («Ce n’est pas gentil» und «ça fait beaucoup de travail»); richtig gerechnet, generierte die Serviererin (heisst glaubs auf welsch «Tres quatre fille»😎) so bestimmt ein Mehr an Trinkgeld, was ihr wohl gefallen hat. Nach diesem arrêt très amusante machten wir uns auf zur Fahrt zurück nach Saignelégier (12 km). Auf der sog. Franches-Montagnes-Tour rollten wir südlich von Le Noirmont vorbei nach Les Emibois (genau: dort wo Boulangerie et Pâtisserie Au Pain d’Antan steht); achtlos fuhren wir vorbei, um nach einer kurzen Steigung bei Muriaux direkt unser Domizil nahe der Halle du Marché Concours zu erreichen. Unseren drei Guides Fritz, Ernst und Willy wiederum ein herzliches Dankeschön für diesen ersten Tourentag!

Fazit:
Eine unterhaltsame Runde in attraktiver, von der Landwirtschaft geprägten, typischen Jura-Landschaft.

Wetterverhältnisse:
Freundliches, meist sonniges Herbstwetter🌥️, 17 bis 22° C, Wind ca. 20 km/h aus SW

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 13. September 2022
Strecke: 55.3 km, Saignelégier (991 m) – La Theurre (1015 m) – Umleitung zurück bis Les Cerlatez (1002 m) – Les Emibois (955 m) – Le Roselet (1052 m) – Les Breuleux (1019 m) – Abzweigung bei P.1085 – Col du Mont Crosin (1227 m) – Abzweigung bei P.1179 – Centrale éolienne (Windkraftanlagen, 1217 m) – Le Sergent – P.1220 – Mont-Soleil, Sur le Brand (1257 m) – Mont-Soleil (1213 m) – La Brigade (1170 m) – Chez l’Assesseur (1199 m) – P.1194 – La Coronelle (1083 m) – La Chaux d’Abel, La Petite Coronelle (1034 m) – Abzweigung bei La Deute P.1041 – La Peuchapatte (1131 m) – Le Bois (1034 m) – Sous-les-Rangs (1009 m) – Le Creux-des-Biches (1016 m) – Le Peupéguignot (998 m) – P.990 – Le Noirmont Station d’épuration (STEP, 977 m) – Les Emibois (955 m) – Muriaux (962 m) – Saignelégier Halle du Marché Concours, Hippodrome, Centre de Loisirs (Freizeitzentrum)
Aufstieg: ca. 940 m
Abstieg: ca. -930 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 10:00 bis 16:45 Uhr

Veloferien Jura 1|4: von Liesberg-Oberrütti BL nach Saignelégier JU

Heute Montag und für die nächsten drei Tage stand ein besonderes Programm an: eine muntere Schar von mehr als zwanzig SeniorInnen trafen sich in Wald ZH zur von der Velogruppe Wald/Rüti organisierten Fahrt in den Jura – Veloferien in Saignelégier (Franches-Montagnes). Bei idealem Reisewetter wurden wir nach dem Verladen der e-Bikes in einem Car der Bührer Reisen Hirzel zum Startort gefahren, Liesberg-Oberrütti BL. Unsere drei Leiter Ernst, Fritz und Willy hatten schon für den Anreisetag eine Einfahrtour ausgedacht, also starteten wir die Bikefahrt im Laufental kurz vor elf Uhr. Bei sonnigem Herbstwetter fuhren wir über die Birs-Brücke zum Ortsteil Riederwald. Dem rechten Ufer der Birs entlang erreichten wir nach 1.2 km die Kantonsgrenze BL/JU, ab jetzt änderte die Landessprache, und der Fluss trägt den Namen La Birse. Kurz nach Soyhières durchfuhren wir die enge Stelle, welche von der oberhalb stehenden Chapelle Notre-Dame du Vorbourg «kontrolliert» wird. Kurz danach über die Pont de la Birse, und nach neun Kilometer Fahrt ohne nennenswerte Höhendifferenz erreichten wir den Kantonshauptort Delémont (ca. 13000 Einwohner). Nach der Fahrt durch die schmucke Altstadt und am westlichen Altstadtende durch die Porte de Porrentruy besuchten wir den öffentlichen Park des bischöflichen Châteaus – zur Mittagsverpflegung aus dem Rucksack. Nach der Mittagspause verliessen wir die Stadt am südwestlichen Ende, um der La Sorne entlang über Courtételle, Courfaivre den grösseren Ort Bassecourt (früher Altdorf) zu erreichen. Wenig später, im Dörfchen Berlincourt bestand die Möglichkeit, nach Glovelier zu fahren und dort die Bahn nach Saignelégier zu nehmen – niemand wollte👍. Also fuhren wir vorerst gemütlich und mit wenig Höhendifferenz weiter der La Sorne entlang, die sich mittlerweile immer enger werdend durch den Jurakalk schlängelte. Knapp einen Kilometer vor Undervelier ein Stopp bei der am linken Ufer der Sorne gelegenen Grotte de Sainte-Colombe – sie ist 26 Meter breit, geht 30 Meter tief in den Berg und ist am Eingang 7 Meter hoch. Der Balm wurde in vorgeschichtlicher Zeit genutzt und ist heute ein Wallfahrtsort. Im Höhlenhintergrund entspringt eine kleine Karstquelle. Das Wasser, dem eine wundersame Heilkraft nachgesagt wird, fliesst als Rinnsal von einem Stalagmiten in ein flaches Becken. Unter dem Eingangsbogen der Grotte, die der heiligen Kolumba von Sens, einer Märtyrerin des 3. Jahrhunderts, geweiht ist, steht ein Kruzifix. Seit dem 13. Jahrhundert ist der Ort belegtes Ziel einer am 15. August stattfindenden Wallfahrt (Quelle: Wikipedia). Nach dieser Pause die Weiterfahrt bis Undervelier, wo wir nach rechts abbogen. Nun folgte der spannendste Abschnitt des Tages: die Fahrt durch die Gorges du Pichoux – eine eindrückliche und enge Schlucht. Erst auf einer Höhe von 728 m.ü.M., bei Le Pichoux, wurde das Gelände wieder offener, genau dort wo eine verlassene Herberge steht und La Sorne und Strasse eine grosse Kurve bilden. Nun etwas weniger steil ansteigend durchfuhren wir in westlicher Richtung schönstes, typisches Jura-Landwirtschafts-land. Kurz vor Châtelat, beim Wegpunkt 788, verliessen wir den nach Bellelay führenden Direktweg, um den steilen Aufstieg zum schön gelegenen Dörfchen Sornetan hochzufahren. In einem erst nach Westen und daraufhin nach Süden ausholenden Bogen erreichten wir bei La Combe die Höhe von knapp 1000 m.ü.M. Ab jetzt durchfuhren wir – die Höhe haltend – wunderschönes Jura-Land. Vorbei an schönen Höfen und Weiden bis zum Weiler La Bottière. Hier, in der Umgebung von La Rouge Eau, trafen wir auf eindrückliche Spuren, offensichtlich hinterlassen vom Transport mit Karren. Der Weg besteht im Wesentlichen aus einem wenig ausgeprägten, unbenutzten Hohlweg im offenen Weideland. Die Wegoberfläche ist zum grössten Teil mit Gras überwachsen. Unter der Grasnarbe verbirgt sich eine Geleisestrasse, die zu Beginn des Teilstücks vom archäologischen Dienst des Kantons Bern auf einer Länge von 15 Metern frei gelegt wurde. Das Wegstück ist bis zu einem halben Meter eingetieft und weist eine Spurweite von rund 107 Zentimetern auf. Nach 350 Metern gabelt sich der Weg. Wir fuhren zum nordwestlich gelegenen Ort Bellelay, wo das markante Maison de la Tête de Moine steht. Das benachbarte markante Hôtel Restaurant de l’Ours hatte leider geschlossen. Nachdem wir auf den letzten Kilometern einige Höhenmeter abgefahren sind, hatten wir jetzt bis zum drei Kilometer entfernten Les Genevez wieder hundert Meter aufzusteigen – mit Motorunterstützung kein Problem. Ein kleines Problem dann beim trotz Anmeldung geschlossenen Restaurant le Chat Bleu – unsere Flüssig-keitsspeicher konnten wir im nahen Dorfladen auffüllen. Dazu eine kurze Erklärung: im von der Trockenheit stark betroffenen Kanton Jura waren alle Brunnen abgestellt(!). Jetzt hatten wir noch eine Strecke von zwölf Kilometern vor uns – vorbei an schön gelegenen Höfen (Le Prédame, Les Joux, Les Mottes, Les Rouges Terres. Weideland vom Feinsten, Kühe, Rinder und natürlich Pferde. Das Seelein Etang des Royes und der nahe gelegene Campingplatz signalisierte uns, dass das Tagesziel bald erreicht war. Und tatsächlich, nach einer Fahrt von knapp 55 km fuhren wir vor beim Centre de Loisirs (Hotel Jura-Resort). 17 Uhr, Bezug der Zimmer, dann der Genuss eines Biers (vorzügliche Produkte von der einheimischen Brasserie BFM), danach die verdiente Dusche und der gemütliche Abend beim gemeinsamen Nachtessen. Unseren drei Guides Fritz, Ernst und Willy ein herzliches Dankeschön für diesen ersten Tourentag!

Fazit:
Angenehme Startetappe zu verheissungsvollen Veloferien im Jura.

Wetterverhältnisse:
Freundliches Herbstwetter🌤️, 10 bis 20° C, Wind ca. 40 km/h aus W

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 12. September 2022
Strecke: 54.15 km, Liesberg-Oberrütti (386 m) – Brücke über die Birs – Riederwald – Soyhières (399 m) – Pont de la Birse (408 m) – Delémont (Chateau Sur-le-Griuox, 418 m) – Courtételle (436 m) – Courfaivre (456 m) – Bassecourt (477 m) – Berlincourt (497 m) – Undervelier (535 m) – Gorges du Pichoux (626 m) – Le Pichoux (728 m) – P.788 – Sornetan (841 m) – Sous le Châble (873 m) – La Combe (980 m) – Combe de Peux (1019 m) – La Bottière (929 m) – Bellelay (931 m) – Les Genevez (1035 m) – Le Prédame (1005 m) – Les Joux (1015 m) – Les Mottes P.1012 – Les Rouges Terres (1024 m) – Etang des Royes P.952 – Saignelégier JU (991 m) Aufstieg: ca. 1060 m
Abstieg: ca. -450 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:45 bis 17:00 Uhr

Toggenburg 3|3: Bikefahrt Stein SG – Vorder Höhi – Weesen – Rüti

Nach einer erholsamen Nacht im gemütlichen Gasthaus Ochsen starteten wir um halb zehn zur Abschlusstour. Die Route über die Vorder Höhi war uns schon bekannt; also freuten wir uns auf einen aussichtsreichen Tag. Bereits zu Beginn begrüssten uns die aufgereihten Churfirstengipfel. Die Fahrt auf der Hauptstrasse führte nahe der Thur durch die bekannte Enge zwischen Fuchsboden und Iltishag. Nach 2.7 km war Starkenbach erreicht, wo wir nach rechts auf die Strickstrasse abbogen. An der Talstation der Seluner Kistenbahn warteten viele Wanderer darauf, in der luftigen Kiste zum Vorderselun hochgeschaukelt zu werden. Vorbei am gut besetzten Parkplatz fuhren wir ins schattige Tälchen des Leistbachs. Jetzt folgte der kurvenreiche Aufstieg zur Vorder Höhi; über eine Strecke von 6.5 km war eine Höhendifferenz von 640 Hm zurückzulegen. Das schmale Beton-Strässchen (Fahrverbot für Motorfahrzeuge) wurde im Jahre 1974 vom Militär gebaut; nach dem Felssturz vom 21. Januar 1974 konnte Amden nur über diesen Übergang notversorgt werden. Auf der «Armeestrasse», wie sie von Einheimischen genannt wird, waren nur wenige Biker unterwegs, die meisten mit Motorunterstützung. Unterwegs wurde der Blick frei zu Säntis, Wildhuser Schofberg, Wildhuser Gulmen. Nach dem Laubwald auf einer Höhe von 1420 m.ü.M. wurde der Blick frei zu den «neuen Churfirsten» (Wart, Schären, Nägeler, Glattchamm, Leistchamm). Kurz nach Chaltgräbe (P.1499) tauchte die Vorder Höhi auf, zur rechten flankiert von den markanten Gipfeln Schär und Goggeien. Wie erwartet, trafen wir hier oben auf einige Wanderer und Biker, welche sich zwischen den freilaufenden Tieren tummelten. Die Alpbeiz war geschlossen. Während der Trinkpause genossen wir die wunderbare Aussicht, im Nordosten zum Alpstein, über uns der 250 m höherstehende Amdener Gulmen, im Süden Mürtschenstock, Fronalpstock, Glärnisch. Die Abfahrt ins 640 m tiefer liegende Amden führte vorbei an der nur an Wochenenden geöffneten Skiclubhütte Altschen. Die steile Abfahrt verführte zu hohen Tempi, auch wenn einige Weideroste und mit Kuhfladen belegte Kurven zu befahren waren. Über Vorderberg erreichten wir die Strasse Arvenbühl-Amden. Im Zentrum von Amden genehmigten wir uns einen Kafi auf der menschenleeren Sonnenterrasse des Restaurants Löwen. Danach folgte die rassige Abfahrt zum Walensee hinunter. Im schön gelegenen Weesen besuchten wir die hübsche Strandpromenade mit der fotogenen Wasserfontäne. Ab jetzt rollten wir entlang dem Lintkanal, mehrheitlich auf Naturwegen, der leichte Gegenwind schützte uns vor der sommerlichen Temperatur. Nahe Schänis machte die Strecke einen Bogen und führte nahe dem Flugplatz vorbei. Beim Rufibach angelangt, umfuhren wir den zweihundert Meter hohen Benkner Büchel südlich, nahe dem Linthkanal. Im Ortsteil Giessen (Benken) stand uns der direkt am Kanal gelegene Landgasthof Sternen mit seiner grossen Gartenwirtschaft im Weg; gerade richtig zur Mittagszeit (Fitnessteller…). Auch wenn die Weiterfahrt noch immer absolut flach verlief, bot die Umgebung reizvolle Ausblicke. Zwischen Uznach und Grynau dann die Überquerung der Hauptstrasse und wenig später, ungefähr bei Kilometer 38, dann etwas Abwechslung: die hölzerne Aabachbrücke. Danach die Durchfahrt Schmerikons, entlang des Obersees. Immer schön auf dem Wander- und Radweg fuhren wir vorbei an Bollingen und dem Kloster Wurmsbach und schliesslich durch die Jonerallmeind. In Jona angelangt, suchten und fanden wir nahe des Bahnhofs Rapperswil endlich eine Unterführung, durch welche wir das geschäftige Zentrum Rapperswils umfahren konnten. Der Rest ist rasch beschrieben: durch die Wohnquartiere nach Kempraten, dann der leichte Aufstieg zum Hintermeienberg, über die A13, dann dem Rütiwald entlang bis nach Hause.

Fazit:
Diese dritte und abschliessende Tagesetappe «erledigten» wir im Schongang, gemütlich also…

Wetterverhältnisse:
Wiederum herrliches Spätsommerwetter, 10 bis 28° C, Wind ca. 15 km/h aus W

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 25. August 2022
Schwierigkeit: L (Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten, kurze steile Passagen)
Strecke: 54.3 km, Stein SG (838 m) – Starkenbach (890 m) – Leistbachstrasse – Vorder Höhi (1534 m) – Altschen (1388 m) – Amden (909 m) – Weesen (423 m) – Biäsche (426 m) – dem Linthkanal entlang – Ziegelbrücke (425 m) – Schänis (414 m) – Giessen, Benken (409 m) – dem Nebengraben des Linthkanals entlang bis Grynau (411 m) – Gross Allmeind, Aabachbrücke (412 m) – Schmerikon (408 m) – Bollingen – Wurmsbach (408 m) – Jona (417 m) – Kempraten – Hintermeienberg – dem Rütiwald entlang bis Rüti
Aufstieg: ca. 950 m
Abstieg: ca. -1300 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 15:10 Uhr

Toggenburg 2|3: Bikefahrt Degersheim – Schwägalp – Risipass – Stein SG

Start zur 2. Etappe unserer dreitägigen Bike-Rundfahrt. Gut geschlafen, üppiges Frückstücksbuffet, beste äussere Bedingungen für eine Tagesetappe, die vier Aufstiege brachte. Also starteten wir mit (vollen Akkus) kurz vor zehn Uhr. Nach der kurzen Abfahrt ins beinahe hundert Höhenmeter tiefer gelegene Degersheim und der Ortsdurchquerung verliessen wir den Ort östlich in Richtung Büel, um nahe Büelberg die SOB-Bahnlinie unter dem Viadukt zu unterqueren. Leicht abfahrend war bei Untere Müli dann fertig lustig – im lauschigen Tälchen des Wissbachs begann es allmählich anzusteigen, ab einer Höhe von ca. 800 m.ü.M. erblickten wir Schwellbrunn. Nach einem Fotohalt (weisse Geissen sorgten für Aufmerksamkeit…) nahmen wir die knapp zwei Kilometer über 170 Höhenmeter in Angriff. Ohne dass wir uns verausgabten, erreichten wir das schön gelegene Dorf mit den tollen Ausblicken, u. a. zum heute allgegenwärtigen Säntis. Am südlichen Dorfausgang hielten wir nach rechts in Richtung Risiwald um den Ortsteil Risi zu erreichen. Kaum oben angelangt, begann auch schon die Abfahrt ins Strassendorf Wald SG und ein paar Radumdrehungen weiter nach Schönengrund AR; dazu muss man wissen: Wald SG bildet mit Schönengrund AR eine Ortschaft über die Kantonsgrenze hinweg (alles klar?). Der Tüfenbach bildet die Kantonsgrenze, und schwups haben wir das Toggenburg für eine Weile verlassen. Unser Aufstieg führte über Bäregg, Scheibe, Letz und Hamm hoch bis Tüfenberg, einem unscheinbaren Übergang. Und wie erwartet, öffnete sich wieder der Blick zum Säntis. Nach drei Kilometer rassiger Abfahrt erreichten wir Urnäsch, wo wir an der schmucken Häuserzeile im Zentrum einen Kafi geniessen durften. Der Bike-Parkplatz war zum Bersten voll, der Auto-P ziemlich unterbelegt. Das schön aufgemotzte Dorf verliessen wir über die Unterdorfstrasse zur Urnäsch hinunter (Ort und Fluss heissen gleich). Beim Dorfausgang (P.834) erreichten wir die Schwägalpstrasse und wir fuhren in Richtung Pass, aber nicht für lange. Bis Rossfall war der Anstieg fast unmerklich, jedenfalls rollten wir mühelos mit dem Schnellverkehr mit🤣. Nach etwas mehr als einem Kilometer, dort wo der Tosbach in die Urnäsch fliesst, bei P.985, verliessen wir die Passstrasse nach links, um die Schwägalp quasi von hinten anzufahren (über die Alte Schwägalppassstrasse).  Weniger anstrengend als erwartet, und auf befestigter Unterlage, immer nahe dem Tosbach, stiegen wir nun etwas steiler auf, vorbei an den Alpgebäuden Bächli, Biglen und Tanne. Kurz vor der Tolegg ein Zwischenstopp; hier oben ist die Welt noch in Ordnung… Unterhalb Chüesitz trafen wir auf den von der Chamhaldenhütte herführenden Weg. Ab Siebenhütten kam allmählich Verkehr auf – viele Wanderer, welche von resp. zur Schwägalp unterwegs waren! Bei P.1353 war dann die Zuvilisation (wieder) erreicht. Auf der voll besetzten Terrasse des Hotels Säntis genossen wir eine Zwischenverpflegung. Übrigens: selten wurden wir bei derartigem Andrang so difig bedient – trotz Personalmangel (der SB-Teil war aus diesen Gründen geschlossen). Gut verpflegt machten wir uns auf den heute anspruchsvollsten Streckenteil. Nach der Abfahrt zur Schwägalp-Passhöhe (nun wieder im Toggenburg angelangt) bogen wir ab, um über Chegelboden (Wideralp) zu fahren – ein kurzer Aufstieg auf einer Armeestrasse. Über fünf Kilometer fuhren wir vorsichtig ab bis nach Lutertannen (-300 Hm). Auf der gesamten Strecke bestand die einzige Schwierigkeit darin, nicht über die zahlreichen Kuhfladen zu fahren oder mit weidenden Kühen zu kollidieren… So, Lutertannen erreicht; ab jetzt wurde es ernsthaft. Auf der Lütisalpstrasse begann der Aufstieg zum 420 m höher gelegenen Risipass. Nach vier bewältigten Kehren gab es insofern etwas Entspannung, als dass das Zielgelände offener wurde. Sorgen machte uns weder die Steilheit noch der holprige Untergrund. Auf der Höhe der Lütisalp, nach der Alphütte Riet, kurz 140 m vor Blackentolen wurden wir korrekt vom Wanderweg nach links weggewiesen zur Alp Leser. Unsere Hoffnung, ohne abzusteigen hochzufahren, zerschlug sich bald. Nicht der doch schweinischen Steilheit wegen – vielmehr stand da einer dieser berüchtigten, bergaufwärts stehenden Metallgitterübergänge über einen Weidezaun im Weg. Absteigen zwingend, was kontrolliert gelang. Das voll beladene Bike über den Übergang zu bringen, war für Doris dann zu viel und sie verlor das Gleichgewicht; zum guten Glück verlief der Sturz harmlos (von ein paar Kratzern abgesehen…), weil sie vom umfallenden Bike nicht getroffen wurde. Mit gemeinsamen Kräften gelang es uns schliesslich, diese Schlüsselstelle zu meistern. Wieder auf das Bike zu steigen, war bei dieser Steilheit nicht möglich, also war Schieben angesagt (ca. 80 Hm Aufstieg über 200 m). Bei der Alp Leser angekommen, gönnten wir uns eine Verschnaufpause; die Alp ist übrigens seit Mitte August geschlossen, resp. nur an Wochenenden geöffnet. Nun hatten wir die Höhe, und die Strecke bis zum einen Kilometer entfernten Risipass war gut zu befahren. Auf dem Übergang freuten wir uns über den Ausblick ins Toggenburg, zu Speer, Mattstogg und zu den Glarnern. Natürlich auch der Blick zurück zum Säntis, und über uns der Stockberg, auf dessen Besteigung wir heute verzichteten. Auf der folgenden Talfahrt auf durchgehend befestigter Unterlage (immerhin 620 m Höhendifferenz) brachten wir unsere Bremsscheiben fast zum Glühen. Wohlbehalten und glücklich über das Vollbrachte «landeten» wir im Dörfchen Stein SG direkt vor dem Gasthaus Ochsen, wo wir trotz Wirtesonntag ausgezeichnet verpflegt wurden und in einem der schön renovierten Zimmer übernachten konnten – danke herzlich an Rita und Klemenz Müller!

Fazit:
Diese zweite Tagesetappe brachte annähernd 1700 Höhenmetern, welche wir (fast) problemlos bewältigten.

Wetterverhältnisse:
Wiederum herrliches Spätsommerwetter, 12 bis 25° C, Wind ca. 4 km/h aus NNW

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 24. August 2022
Schwierigkeit: WS (Gut fahrbar, mit technischen Abschnitten)
Strecke: 47.1 km, Wolfensberg (900 m) – Degersheim (812 m) – Büel (796 m) – Schwellbrunn (968 m) – Risi (1005 m) – Wald-Schönengrund (841 m) – Tüfenberg (1067 m) – Urnäsch (832 m) – Rossfall – P.985 (Steinflue Abzweigung) – Alte Schwägalppassstrasse – Tanne (1241 m) – Siebenhütten (1319 m) – Schwägalp (1353 m) – Schwägalp Passhöhe (1299 m) – Wideralp – Dunkelboden (1150 m) – Lutertannen (1030 m) – Lütisalpstrasse – Dreckloch P.1199 – Riet (1288 m) – Achtung: 140 m vor Blackentolen links (Wegweiser Alp Leser), teilweise Schiebestrecke weglos, 80 Hm Aufstieg über 200 m – Alp Leser (1443 m) – Risipass (1457 m) – kurvige, steile Alpfahrstrasse – Stein SG (838 m)
Aufstieg: ca. 1650 m
Abstieg: ca. -1640 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 16:15 Uhr

Toggenburg 1|3: Bikefahrt Rüti ZH – Hulftegg – Degersheim

Voll motiviert starteten wir kurz vor zehn Uhr in Richtung Tösstal; das schöne Wald erreichten wir – die Strecke Pilgersteg/Grundtal meidend – über Fägswil. Nach der Durchfahrt von Wald folgte auf dem parallel zur Tösstalstrasse geführten Veloweg der Anstieg bis Gibswil. Ab dort durchfuhren wir das kleine Fischentalerriet über Fischenthal bis Steg, dann bogen wir ab in Richtung Hulftegg. Dem Fuchslochbach entlang schlängelt sich die Strasse vorerst flach, um dann ab Chümiwisli (759 m) anzusteigen. Vier Kehren resp. ca. 1.7 km weiter war die Passhöhe (953 m) erreicht. Und weil das Passrestaurant so einladend an der Strasse steht, genossen wir auf der Terrasse Capucchini mit Zubehör. War der Aufstieg wenig fordernd, war jetzt für die rassige Abfahrt hinunter nach Mühlrüti (758 m) Konzentration gefragt. Bis Dreien leicht abwärts rollend, war das schöne Toggenburger Dorf Mosnang kurz nach zwölf Uhr erreicht. Nach einem Fotohalt wählten wir für die Fahrt nach Bütschwil hinunter die wenig befahrene Strecke über Sonnhalden. Ab Bütschwil der Hauptstrasse entlang bis Dietfuhrt, wo es nach der Brücke über die Thur abzubiegen galt in Richtung Oberhelfenschwil. Über zweihundert Höhenmeter erreichten wir nach etwas mehr als drei Kilometern das «Bergdorf» Oberhelfenschwil, welches auf einer Anhöhe zwischen den Flüssen Thur und Necker thront. Kurz vor ein Uhr war es Zeit für ein Salötli im Restaurant Dorfplatz. Eile hatten wir nicht, im Gegenteil, wir wollten das zehn Kilometer weiter liegende Tagesziel nicht zu früh erreichen. Obwohl: vor uns lagen noch die zwei Aufstiege nach Mogelsberg und Wolfensberg. Für die Abfahrt ins Neckertal hinunter wählten wir die Strecke über Weid nach Rennen, welche wir schon bewandert haben. Die knifflige Stelle beim Hof Rennen kannten wir also; dort über den gerölligen und sehr steilen (und mit frischem Heu belegten «Weg») abzufahren, war eine, allerdings kurze, Herausforderung. Am Necker gut angekommen, überquerten wir den Fluss an einer besonders reizvollen Stelle, nahe der ARA. Nach ein paar Metern war die Hauptstrasse erreicht, die wir kurz danach in Richtung Mogelsberg verliessen. Nach der Bahnunterführung folgte der Aufstieg zum uns vertrauten Dorf Mogelsberg. Hier jetzt nur nicht weich werden! Also liessen wir die beiden verführerischen Beizen rechts liegen😎. Nach der Durchquerung des Unterdorfs überquerten wir die Bahnlinie, welche hier Mogelsberg in einem grossen Bogen umrundet. Die hundert Höhenmeter nach Böschenbach hinunter hatten es in sich: rutschiger Kies, steeiiiil. Nach der Überquerung der Hauptstrasse und der Brücke über den Aachbach folgten wir dem erst im Wald ziemlich steil aufsteigenden geteerten Strässchen. Kurz vor Neuegg änderte die Fahrtrichtung nach Süden, vorbei an den wenigen Häusern von Neuegg. Wenige Meter weiter oben Egg, Rotmoos und Hueb – Traumgelände hier oben: friedlich weidendes Vieh, schmucke Häuser, und die Aussicht zum Alpstein. Beim Weiler Mämetschwil flachte das Gelände etwas ab, zur rechten (in 200 m Luftlinie und 50 m höher) das 911 m hohe Chrüz, von welchem die Aussicht zum Alpstein geht. Der Versuchung, dort hochzufahren, widerstanden wir – da wir nicht über Weideland fahren wollten. Wir konnten warten, denn bis zum Tagesziel waren nur noch etwas mehr als einen Kilometer zurückzulegen. Nach einem kurzen Waldstück erreichten wir offenes Land, mit der Aussicht zum Hörnli und zur Hulftegg. Und wenig überraschend standen wir unvermittelt vor dem Wolfensberg, der Bleibe für einen Abend und die folgende Nacht. Nach dem Check-in genossen wir das verdiente Bier. Und wenig später die Dusche, die Siesta, und vor allem die wirklich phänomenale Aussicht übers Land. Das Nachtessen im schmucken Garten, unter alten Bäumen, und bei ca. 22° mundete vorzüglich.

Fazit:
Nicht allzu lange Startetappe, aber mit etlichen Höhenmetern doch etwas fordernd

Wetterverhältnisse:
Bestes Spätsommerwetter, 14 bis 25° C, Wind ca. 5 km/h aus NO

Ausrüstung:
e-MTB, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 23. August 2022
Schwierigkeit: L (Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten, kurze steile Passagen)
Strecke: 47 km, Rüti (480 m) – Fägswil (561 m) – Wald (614 m) – Jonatal (676 m) – Gibswil (762 m) – Fischenthal (741 m) – Steg (698 m) – Hulftegg (953 m) – Mühlrüti (758 m) – Dreien (669 m) – Mosnang (726 m) – Sonnhalden (726 m) – Bütschwil (611 m) – Dietfurt (592 m) – Wigetshof (691 m) – Oberhelfenschwil (799 m) – Rennen (628 m) – ARA, Brücke über den Necker – P.633 – Mogelsberg (743 m) – Böschenbach (643 m) – Neuegg (713 m) – Egg (750 m) – Hueb (825 m) – Mämetschwil (869 m) – Wolfensberg (900 m)
Aufstieg: ca. 1370 m
Abstieg: ca. -950 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 20 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:05 Uhr

Binntal VS 3|3: Bikefahrt zur Schinerewyssi (2302 m)

Nach der gestrigen Bike&Hike-Tour aufs Breithorn war für heute keine Grosstat geplant – aber immerhin… Start in Binn direkt ab Hotel Ofenhorn, über die steinerne Bogenbrücke über die Binna, dann auf der Binntalstasse über Hof bis kurz vor Giesse, wo wir von Michael bereits erwartet wurden. Weiterfahrt bis Fäld, dann über die Binna-Brücke, steiler hoch durch den wunderschönen Dorfkern, auf der Alpstrasse vorbei am Obere Fäldbode und Schaflee. Bald einmal im schattigen Wald, auf (noch) geteerter Unterlage war nach achthundert Meter fertig mit der Komfortunterlage. Steiler und holprig werdend, passierten wir den Wegpunkt 1673, wo der Wanderweg hochkommt. Wieder an der Sonne, folgte bald die Haarnadel bei Heiwmeder. Jetzt folgte der ruhige Aufstieg, wenig steil, weshalb die ruppige Unterlage gut zu kontrollieren war. Bei Brunnebiel (bis hierhin fahren kleine Postautos) dann eine weitere Haarnadel, geradeaus wäre es nicht weit bis zum Alpbeizji – neiiiiinnn, das behalten wir uns für später auf! Also links hoch bis zur Trogschlüecht, wo die Richtung wieder änderte. Nach NO vorbei an den Gebäuden Hanschbiel (2014 m) und weiter und sehr aussichtsreich bis Gand (2126 m). Die tolle Aussicht verunsicherte, ja machte fast schwindlig: war es die Auswirkungen der Anstrengung der gestrigen Tour oder einfach der Mangel an Flüssigkeit? Über uns die mächtige Wand des Gandhorns, überwanden wir fast unmerklich weitere hundert Höhenmeter. Bei P.2207 die Verzweigung, wo wir einem vom Turbewasser hochfahrenden Älpler-SUV den Vortritt liessen – der blinkte sogar! Auf den restlichen 1200 Streckenmetern waren nur noch knapp hundert Hm zu bewältigen, was wir problemlos schafften. Auf der Alp Schinerewyssi, dem höchsten Punkt unserer heutigen Tour, endet die Alpstrasse; die Alp ist wohl auch Ausgangspunkt für Bergwanderer, die beispielsweise den Holzerspitz (2655 m, T3) oder das Gandhorn (2460 m, T3) besteigen. Etwas unterhalb – beim Kreuz – genossen wir eine Mittagspause an der frischen Luft (heftig der Wind!). Anschliessend die Rückfahrt bis zur Verzweigung bei P.2207. Jetzt folgte die holprige Abfahrt über ca. 2.3 km, vorbei an der Runse Wysse Bach, den Wegpunkten 2094 und 2056 bis zum östlichsten (und äussersten) Punkt, welcher im Binntal mit vier Rädern zu erreichen ist, Chiestafel. Hier vereinen sich Turbewasser und Binna. Wenige Meter weiter, bei Wegpunkt 1950, nahe der Binna auffällige Kreidefelsen, genau dort wo der Wanderweg über die junge Binna führt hoch zur Binntalhütte und weiter über den Albrunpass nach Italien. Möglich wäre auch, ab hier zum 50 Hm höher liegenden Halsesee zu laufen und von dort das obere Binntal runter bis Fäld (ca. 5.5 km, 550 Abstiegsmeter). Wir hatten besseres vor: vorbei an der Alp Freichi steuerten wir das bereits erwähnte Alpbeizji Stella Alpina an, wo wir bei Jacqueline Imhof und Tochter Vanessa herzliche Gastfreundschaft erlebten. Hier gäbe es auch hauseigenen Alpkäse und Ziger zu kaufen. Und man stelle sich sowas mal vor: Michael, seit 50 Jahren Wallis-Kenner, genoss seinen ersten Wurst-Käse-Salat(!!). So gestärkt war die weitere Abfahrt, vorbei am Brunnebiel hinunter über Fäld bis Binn reine Formsache.

Fazit:
Eine aussichtsreiche Tour, Michael’s Vorschlag hat voll eingeschlagen…

Wetterverhältnisse:
Ein Hochsommertag, 8 bis 16° C, Wind ca. 6 km/h aus N

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 12. August 2022
Schwierigkeit: WS (Gut fahrbar, mit technischen Abschnitten)
Strecke: 22.8 km, Binn (1400 m) – Binntalstrasse Hof (1421 m) – Giesse (1458 m) – Café Imfeld (1518 m) – Fäld (1546 m) – Schaflee (1589 m) – P.1673 – Heiwmeder (1711 m) – P.1785 – P.1799 – P.1845 (Brunnebiel) – Trogschlüecht – Hanschbiel – Gand (2126 m) – P.2207 – Schinerewyssi (2302 m) – P.2207 – Wysse Bach – P.2094 – P.2056 – Chiestafel – P.1950 (Binna) – P.1879 – Freichi (P.1873) – Alpbeizji Stella Alpina (1845 m) – P.1845 (Brunnebiel), ab hier gleiche Strecke zurück über Fäld, Binntalstrasse, Binn
Aufstieg: ca. 910 m
Abstieg: ca. -900 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 20 Min.
Tageszeit: 09:10 bis 14:50 Uhr