Archiv der Kategorie: Radfahren

Biketour ins Trepsental, Rossweid-Grossfeldrederten

Ein weiterer schöner Spätsommertag, der genutzt werden soll: für eine Biketour ins Trepsental. Nie gehört? Also: das Trepsental ist das markanteste Seitental des Wägitals im Kanton Schwyz. Von der Alp Trepsen (1352 m), fliesst der Trepsenbach grösstenteils in Richtung Nordwest, bevor er beim Flüebödeli in die Wägitaler Aa mündet. Das Quellgebiet liegt also südlich des Chöpfenberg und nördlich des Bockmattlistock; von der Alp Trepsen führt ein Saumpfad über die Scheidegg (1431 m) ins schöne Schwändital, welches wir auch schon besuchten (Chöpfenberg-Tour). Das ca. sieben Kilometer lange Trepsental ist grösstenteils bewaldet, enthält nur einzelne Häuser und ist zugunsten der Land- und Forstwirtschaft mit einer 3.-Klasse-Strasse erschlossen. Unser Ziel heute war die nördlich des Chöpfenberg gelegene Alp Feldrederten; auch von dort gibt es einen Übergang ins Glarnerland, die Rossweidhöchi (1423 m), über welche das Niederurner Tal erreicht wird. Dieser Übergang war nicht das Zeil, weil die Rossweid sumpfig ist und das Bike über ca. 120 Hm mehrheitlich geschoben, stellenweise sogar getragen werden muss. So viel zur Ausgangslage.

Start ab Haustür bei ca. angenehmen 15° und Sonnenschein. Die Rosenstadt Rapperswil war rasch erreicht; dort genossen wir einen Startkafi, bevor die nicht gerade attraktive Fahrt über den Seedamm nach Pfäffikon folgte. Auch die folgende Strecke über Altendorf – Lachen – Galgenen wird dominiert von der nahen A3 und der Bahnlinie. Nach 18 km Fahrt, im Ortszentrum von Siebnen, bogen wir ab in Richtung Wägital. Nach wenigen Metern die Brücke über die Wägitaler Aa,vorbei am markanten Gebäude des KW auf die verkehrsarme Eisenburgstrasse. Jetzt begann es anzusteigen, bei P.492 erreichten wir die von Schübelbach herführende Strasse. In einer Rechtskurve weiter ansteigend, vorbei am Rütihof. Jetzt lag der Zürisee schon 100 Hm tiefer; entsprechend die Aussicht, welche lediglich durch die Starkstromleitungen beeinträchtig ist. Bei Eisenburg dann einige Serpentinen, links über uns der Stockberg, rechts unten die Wägitaler Aa, geradeaus Chli und Gross Aubrig. Bei Isenbach dann der Richtungswechsel (nach O) ins Gebiet Schwändelen. Noch immer auf geteerter Strasse fuhren wir stetig ansteigend hoch. Von Gelbberg bis oberhalb Kleinfeldredertli waren dann einige Weidegatter im Weg. Links oben das Lauiloch, welches wir von unserer Juni-Wanderung her kannten. Nach Kleinfeldredertli dann – mittlerweile auf Naturstrasse – über die Rossweid, zur bereits von weit sichtbar beflaggten Alp Feldrederten, gerade richtig zur Mittagszeit. In bester Gesellschaft wurden wir mit Leckereien verwöhnt von Monika und Hans. Frei herumlaufende Hühner mit Güggel versuchten ein paar Brotkrümel zu erbetteln. In unmittelbarer Nähe zierliche Muttertiere der Rasse Dexter – eine Alpidylle sondergleichen. Der Blick hoch zur Rossweidhöchi bestätigte, dass sich einige vom Niederurnertäli herkommende Biker abmühten – nichts für uns! Nach längerer Mittagspause Aufbruch zur Abfahrt, nicht ohne unterwegs noch Alpkäse einzukaufen. Nach sechs Kilometern, bei der Verzweigung P.820 machten wir den Abstecher zur nahegelegenen Kapelle und zum Restaurant gleichen Namens. An dieser schönen (und gut besuchten) Lage lohnt sich der Genuss kühlender Glacen. Nach dem kurzen Wegstück zurück zur Verzweigung dann die Abfahrt auf geteerter Unterlage, den frischen Kuhfladen geschickt ausweichend. Der Rest ist schnell erzählt: beim KW in Siebnen angekommen, folgte die unspektakuläre, flache Fahrt nach Pfäffikon, von dort über den Seedamm nach Rapperswil. Der kurze Aufstieg nach Hause war reine Formsache.

Fazit:
Eine Velofahrt in eine unbekannte Gegend – das Trepsental – absolut lohnend!

Wetterverhältnisse:
Spätsommerwetter, sonnig mit freundlicher Bewölkung, ca. 15 bis 22°, wenig störender Föhn

Ausrüstung:
e-Bike, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 8. September 2021
Schwierigkeit: wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 60.1 km: Rüti ZH (469 m) – Rapperswil-Jona (409 m) – Seedamm – Pfäffikon SZ (418 m) – Altendorf (414 m) – Lachen SZ (409 m) – Galgenen SZ (425 m) – Siebnen SZ (446 m) – beim KW über die Wägitaler Aa (454 m) – Eisenburgstrasse bis P.492 – Stöckweidli – Chapfeten – Ruebari (P.653) – Eisenburg – P.703 – P.728 (unterhalb Langweid) – P.770 – P.812 – P.820 (Verzweigung Kapelle Schwendenen) – Vorder Loch (874 m) – Schwendeli (927 m) – Billmeschwändi (986 m) – P.1059 – Gelbberg – Bergegg (P.1265, Verzweigung WW Lauihöchi) – Kleinfeldredertli – Rossweid – P.1297 (Verzweigung WW Rossweidhöchi) – Alp Feldrederten (1303 m) – Rückfahrt bis P.820 (Verzweigung Kapelle Schwendenen) – Abstecher zur Kapelle und zum Restaurant – zurück bis P.820 – Weiterfahrt wie Hinfahrt
Aufstieg: ca. 1380 m
Abstieg: ca. -1380 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 16:15 Uhr

Sommer 2021 Val Müstair 4|5: Panorama-Runde mit dem e-Bike

Im Herbst des letzten Jahres begann mit dieser Tour unsere e-Bike-Karriere – heute ist eine Wiederholung angesagt. Von Fuldera über Fuldera Daint auf einer Naturstrasse bis Orasom Tschierv und ab dort ein kurzes Stück entlang der Passstrasse bis Curtin da Plaz, dann hoch bis zum schmucken Ortsteil Chasuras. Nach den letzten Häusern links haltend, auf der Naturstrasse (Bärenpfad) steiler hoch und über die Brücke Aua da Laider und ein kurzes Stück durch den Wald. Vor einer S-Kurve eine kurze Trinkpause, dann weiter zum P.1847 über das weite und sonnige Land bis . Die Weiterfahrt durch die Ortsmitte, nach der Kirche links haltend auf der Alpstrasse hoch durch den lichten Wald bis zum Weiler Urschai. Zwischendurch legten wir einen kurzen Stopp ein, um die Aussicht zu geniessen. Zweieinhalb Kilometer weiter die Abbiegung zu den Häusern von Craistas; aber Achtung, oberhalb der Häuser galt es links hochzufahren in Richtung Alp Terza Sura. In einem weiten Bogen erreichten wir unterhalb Terza Sura eine weitere aussichtsreiche Stelle. Den Hof Terza, unser Zwischenziel, war weiter unten schon zu sehen. Doch erst war noch eine steile und holprige Stelle zu meistern, schieben statt fahren. Jetzt die (gefühlvolle) Abfahrt auf der Naturstrasse hinunter zum Bergrestaurant Hof Terza – hier gibt es von Monica Tschenett zubereitete Speisen – bei famoser Aussicht. Der Terza-Teller war ein Genuss. Und schliesslich der Einkauf: die wirklich beste Münstertaler Nusstorte und würzige Salsize aus eigener Produktion. Nur schwer konnten wir uns von diesem wunderbaren Flecken in der Mitte Europas lösen. Nach dieser kulinarischen Mittagspause folgte die Abfahrt über 460 Hm hinunter nach Sta. Maria Val Müstair. Auf der Naturstrasse im oberen Abschnitt war wiederum gutes Bremsgefühl angesagt – die wertvolle Ladung wollten wir heil nach Hause bringen. Auf der fünf Kilometer langen Abfahrt kamen die Scheibenbremsen zum Glühen. Glücklich (und gesund) erreichten wir die Ortsmitte von Sta. Maria Val Müstair mit der sehr engen Ortsdurchfahrt. Ab Ortsende die Weiterfahrt auf der Bikespur bis Valchava. Dort konnten wir links abbiegen und vorerst auf geteerter Unterlage schnurgerade über die Clüs leicht ansteigend fahren. Nach Pravalchava dann eine S-Kurve (wieder auf Naturstrasse), weiter aufsteigend bis Plazzaraun und später im Val da l’Archa Gronda über eine Brücke (diesmal ohne Viehhütergatter!). Nach der nächsten Linkskurve wurde der Blick frei nach Fuldera – noch anderthalb Kilometer abfahren. Das hat wiederum grossen Spass gemacht!

Fazit:
Eine phantastisch angelegte Panorama-Route über dem Val Müstair!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Sommerwetter, ~16 bis 23°

Ausrüstung:
Kartenmaterial Swisstopo, GPS, OHNE Regenschutz

Parameter:
Tour-Datum: 20. August 2021

Schwierigkeit: L, leicht fahrbar
Strecke: 25.3 km, Fuldera Dora (1636 m) – Fuldera Daint (1635) – Orasom Tschierv (1647 m) – Chasuras – Lü (1922 m) – Urschai (2011 m) – Alp Sot (P.2024) – Craistas (oberhalb) – Hof Terza (1843 m) – Pizzet – Il Rom (Brücke, 1342 m) – Sta. Maria Val Müstair (1375 m) – Valchava (1412 m) – Pravalchava – Val da l’Archa Gronda (P.1656) – Fuldera
Bergfahrt: ca. 860 m
Talfahrt: ca. -860 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 5 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 14:50 Uhr

Sommer 2021 Val Müstair 3|5: Piz Praveder 2767 m, Lai da Rims 2395 m

Gestern Mittwoch erholten wir uns von den Strapazen der Piz Vallatscha-Tour. Bikeausfahrt nach Müstair hinunter (21.3 km, 560 m Auf- und Abfahrt). Unterwegs Shoppinghalt in Sta. Maria Val Müstair in der Handweberei Tessanda, Kafi und Gelato in Müstair, anschliessend geführte Besichtigung im Unesco-Welterbe Benediktinerinnen-Kloster Sankt Johann – eine unglaublich beeindruckende Zeitreise über mehr als 12 Jahrhunderte.

Heute Donnerstag, kurz vor halb neun Uhr, starteten wir bei nicht gerade sommerlicher Temperatur, aber bei Sonnenschein, in Erwartung einer vielversprechenden Kombi-Rundtour Hike&Bike ab unserem Feriendomizil in Fuldera. Die Fahrt ins Val Vau wie schon vor drei Tagen, vorbei an Pra da Vau über einige Serpentinen bis zum P.1947 (Tschuccai). Hier bei der markierten Verzweigung zum Direktaufstieg Lai da Rims stellten wir unsere Bikes unter einer Lerche ab. Ab jetzt ging es zu Fuss weiter, moderat ansteigend, meist auf der Alpstrasse, vorbei an der Alp Las Clastras und später an der Alp Praveder. Nach knapp 3 km, bei P.2236 (Döss Radond), verabschiedeten wir uns von den vielen pausierenden Bikern, welche ins Val Mora fuhren. Wir bogen nach SO ab, w-r-w markiert ins Val Döss Radond. Nun wurde die Tour einsam, wäre da nicht das laute Pfeiffkonzert der Munggen zu hören – und solche begegneten uns in Scharen (siehe Bilder). Zur Rechten die bizarren Felsen des Monte Forcola, links über uns der unnahbar erscheinende Koloss namens Piz Praveder. Unbeeindruckt stiegen wir auf, bald das wild schäumendes Aua (Wasser) an geeigneter Stelle überquerend. Immer steiler werdend und auf gutem, staubtrockenem und deshalb leicht rutschigem Pfad umliefen wir den Piz Praveder. Rechts über dem Bergbach der ca. 2800 m hohe Grat mit dem kaum auszumachenden Grenzübergang Passo dei Pastori (2768 m). Ausser Kletter-Schafen bekamen wir heute kein Wild zu sehen – die Erfahrung des Jägers Severin fehlte uns. Mit dem Rücken zur Landesgrenze, stiegen wir weiter auf über eine steile geröllige Halde. Im Wissen um den nahenden namenlosen Übergang bei P.2678 gabs eine Trinkpause, mit einem letzten Blick hoch zur Landesgrenze CH-I. Zehn Minuten später standen wir beim Punkt 2678. Ab hier folgten wir w-r-w markiert (laut Wegweiser 20 Min. bis zum Gipfel) einer schwachen Spur, vorbei an einem kleinen Tümpel in Richtung N. Nach wenigen Metern, kurz vor dem Abgrund(!), fehlten weitere Markierungen. Laut Swisstopo mussten wir jetzt unmarkiert und weglos nach rechts aufzusteigen – eine steile Grashalde hoch, mit Felsbrocken durchsetzt (Hände aus den Hosentaschen!). Wäre der nahende Gipfelsteinmann nicht zu sehen gewesen, hätten wir den Ehrgeiz wohl verloren. Plötzlich oben, wurden wir mit einem atemberaubenden 360°-Panorama belohnt. Nur der Lai da Rims war nicht zu sehen; dazu hätte man weiter nach O über den schmalen Grat und wenige Meter absteigen müssen. Naja, den See bekamen wir dann später noch ausgiebig zu sehen. Beim Blick hinunter zum 90 Hm tiefer liegenden Übergang machten wir zwei Berggänger aus – Winken und Johlen war angesagt. Auf dem zweigipfligen Piz Praveder (2764 und 2767 m) wehte eine kräftige Brise, die uns zum Abstieg drängte. Für den Abstieg wählten wir die Direttissima über die guttrittige Steilgrashalde. Unten angekommen, wanderten wir wenige Meter weiter, und was bekamen wir zu sehen: diesen, wie viele völlig zu Recht meinen, schönsten türkisfarben leuchtenden Bergsee der Schweiz – Lai da Rims. Bei diesem betörenden Anblick hielten wir (endlich) unsere Gipfelrast ab auf etwa 2600 m.ü.M. Beim Ausblick hinüber ins Gebiet des Piz Umbrails glaubten wir einige abfahrende Biker(!) auszumachen. Auf das Schauspiel im späteren Steilabstieg vom See hinunter ins Val Vau waren wir folglich gespannt. Die 200 Hm Abstieg zum See hinunter war dann reinstes Wandervergnügen – unterwegs mit Begegnungen und der Gelegenheit sich fast schon euphorisch auszutauschen. Am Lai da Rims angekommen, trafen wir kaum auf Wandervolk – und wider aller Erwartungen auch nicht auf Velofahrer. Über den See hinweg ging der Ausblick nach Norden zum vorgestern bestiegenen Piz Vallatscha. Im Vergleich zu jener Tour war die heutige eine Spazierwanderung. Aber der östlich vom See beginnende Abstieg hatte es dann doch noch in sich. Schmal, steil, teilweise staubtrocken und deshalb rutschig, nahmen wir die 420 Abstiegsmeter unter die Füsse. Enttäuschend und beruhigend zugleich darüber, dass uns keine Biker begegneten. Ehrlich, auf dieser engen Strecke mit den steilen steinigen Stufen und Spitzkehren mit dem Bike abzufahren – unvorstellbar; aber angeblich stellen sich nicht wenige Mutige dieser Herausforderung. Jedenfalls waren wir froh, mangels Überholmöglichkeit nicht ausweichen zu müssen. Der Weg vorbei an den schönen Wasserfällen des Aua da Rims begeisterte uns. Nach knapp viereinhalb Stunden Wanderzeit erreichten wir die Holzbrücke über den Aua da Vau und wenige Schritte später unseren Bike-Parkplatz. Jetzt folgte die kontrolliert rassige Abfahrt auf der bereits bekannten Aufstiegsstrecke hinunter nach Fuldera. Beim Postautohalt Pra da Vau warteten bestimmt 50 Leute auf das Postauto, welches uns kurz vor 16 Uhr entgegen kam. Nach fünfunddreissig Minuten Fahrzeit erreichten wir glücklich und gesund unser Domizil Staila in Fuldera – Zeit für ein kühles Bier🍻. Einmal mehr dürfen Doris und ich auf einen wunderschönen Bergtag zurückblicken – danke .

Fazit:
Eine wiederum sehr schöne Erfahrung, mit dem Bike zum Wanderstartpunkt anzufahren und so die Wanderung um ca. 550 Auf-/Abstiegsmeter resp. um 14.5 km zu verkürzen.

Wetterverhältnisse:
anfänglich bewölkt, im Tagesverlauf sonniges Sommerwetter, wenig Wind, ca. 8 bis 18° C

Ausrüstung:
Wanderausrüstung, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 19.08.2021
Schwierigkeit: T3, e-Bike leicht fahrbar
Strecke: 26.6 km (Bike 14.5 km, Hike 12.1 km), Fuldera (1636 m) – P.1656 (Val da l’Archa Gronda) – P.1577 (Plazzaraun) – P.1629 (Fastais/Mottas) – P.1716 (Palüetta) – Val Vau – P.1779 (Pra da Vau) – P.1840 (Tschuccai) – P.1947 (ab hier zu Fuss weiter) – P.1974 (Las Clastras) – Praveder – P.2132 – P.2236 (Döss Radond) – Val Döss Radond P.2378 – namenloser Übergang bei P.2678 – Piz Praveder (Steinmann P.2764 und P.2767) – Übergang bei P.2678 – P.2536 – Lai da Rims (2395 m) – P.2406 – P.2117 – P.2018 – P.1947 (ab hier Abfahrt mit dem Bike) analog Bergfahrtsstrecke bis Fuldera
Aufstieg: ca. 1400 m (davon Bike 550 m, Hike 850 m)
Abstieg: ca. 1400 m (davon Hike 850 m, Bike 550 m)
benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std. 55 Min. (davon Bike-Zufahrt 1 Std. 10 Min., Bike-Abfahrt 35 Min.)
benötigte Zeit ohne Pausen: 5 Std. 25 Min.
Tageszeit: 08:25 bis 16:20 Uhr

Sommer 2021 Val Müstair 1|5: Biketour ins Val Mora ab Fuldera

Nach der Anreise und dem Bezug unseres Quartiers in Fuldera im uns vertrauten  Hotel Landgasthof Staila freuten wir uns auf ein paar bergsportliche Tage im geliebten Val Müstair. Die Wettervorhersagen für die kommenden Tage waren sehr gut. Diesmal begannen wir mit einer e-Bike-Tour ins Val Mora, bis zur Alp Mora.

Nicht zu früh, kurz vor elf Uhr, fuhren wir los. Nach der kurzen Abfahrt über die Naturstrasse bis oberhalb Valchava begann der Aufstieg bei P.1577 (Plazzaraun). Die etwa 1.5 km Bergfahrt bis P.1716 (Palüetta) verlief überwiegend im schattenspendenden Wald, zwischendurch mit einem schönen Durchblick nach Valchava hinunter. Bei Palüetta änderte die Richtung, und wir fuhren oberhalb des gut hörbaren Aua da Vau bis Pra da Vau. Bis und hierher bestehen spärliche Postautoverbindungen (MI und DO), welche von Wanderern (auf Voranmeldung!) gerne genutzt werden. Nun begann es auf etwas holpriger Unterlage stärker zu steigen. Vorbei an Tschuccai folgten einige Serpentinen, wo bis zur Alp Clastras über eine Strecke von ca. 1.6 km 200 Hm Anstieg zu fahren waren. Danach folgten keine Richtungsänderungen mehr bis zur Alp Praveder. Das Gelände wunderbar besonnt, der Streckenverlauf gut einzusehen, zur linken der (noch) wolkenverhüllte Piz Praveder, und geradeaus der Monte Forcola. Die paar Wolken zeigten an, dass unterwegs eventuell mit ein paar Regentropfen zu rechnen war. Bei P.2132 verblieben wir auf der Strasse – den Wanderweg (und Singletrail) hoch bis Döss Radond trauten wir uns nicht zu. Nach zwei Kurven erreichten wir den heute höchsten Punkt und bald auch die Wasserscheide bei La Stretta. Jetzt folgte der gemütliche Teil der Fahrt, leichtes auf und ab, über endlos weite Alpen, vorbei an friedlich weidenden Kühen, Rindern und Pferden, ab und zu eine dieser heute trockenen, aber mächtigen Runsen durchquerend. Nach etwas mehr als 17 km Fahrt war die Alp Mora erreicht. In der Jausestation (so heisst sie…) gönnten wir uns hausgemachten Kuchen und Kafi. Wir staunten über den schwachen «Verkehr» – die Fahrt durch das Val Mora ist nämlich sowas wir ein Hotspot für Biker. Uns sollte es recht sein. Weniger Gefallen fanden wir am nun aufkommenden leichten Regen. In Regenschutzbekleidung starteten wir die Flucht nach vorne, Rückfahrt in Richtung Osten, wo es deutlich aufgehellter war. Bis zur Wasserscheide faszinierte die ruhige Fahrt durch die kanadisch anmutende Landschaft. Bei P.2236 (Döss Radond) war dann fertig lustig – ab jetzt galt es auf der steiler werdenden Abfahrt gefühlvoll zu bremsen. Vorbei an den Alpgebäuden Praveder und Las Clastras erreichten wir bald wieder Pra da Vau. Die zwischen Las Clastras und Tschuccai markierten Wanderwege und Singletrails mieden wir. Weil Pra da Vau heute nicht mit dem Postauto versorgt war, begegneten wir auf dem Weiterweg kaum Wanderern. Die Forststrasse darf übrigens mit PW’s nur mit einer Sondergenehmigung befahren werden. Im unteren Teil des Val Vau galt unsere Aufmerksamkeit einzig den schräg angelegten Wasserrinnen. Ab Palüetta änderte die Richtung nach NW, im Waldschatten wurde es nun etwas kühler. Bei Plazzaraun öffnete sich der Blick ins untere Val Müstair. Bei der dort aussichtsreich stehenden Bankniederlassung galt es die Haarnadelkurve nicht zu verpassen. Über die reizvolle Plazzaraun stiegen wir leicht hoch, um den wenig Wasser führenden Bach im Val da l’Archa Gronda über eine schmale Holzbrücke zu überqueren. Zweieinhalb Kilometer weiter erreichten wir wieder unser Domizil Fuldera – wo im Staila im Schutz eines Sonnenschirms die Belohnung folgte🍻.

Fazit:
Diese Tourenwoche mit einer Biketour zu beginnen, war die richtige Entscheidung. Eine ideale Aufwärmtour für die morgen folgende anspruchsvolle Gipfelbesteigung.

Wetterverhältnisse:
Herrliches, sonniges Bergwanderwetter, ~12 bis 22°

Hilfsmittel:
Kartenmaterial Swisstopo, GPS, Regenschutz

Parameter:
Tour-Datum: 16. August 2021

Schwierigkeit: wenig schwierig, gut fahrbar, konditionell mittlere Anforderung
Strecke: 34.5 km, Fuldera (1636 m) – P.1656 (Val da l’Archa Gronda) – P.1577 (Plazzaraun) – P.1629 (Fastais/Mottas) – P.1716 (Palüetta) – Val Vau – P.1779 (Pra da Vau) – P.1840 (Tschuccai) – P.1947 – P.1974 (Las Clastras) – Praveder – P.2132 – P.2236 (Döss Radond) – P.2216 (Wasserscheide bei La Stretta) – P.2160 – P.2151 (Plazza Gronda) – Pedra Grossa (2119 m) – P.2062 (Verzweigung Passo di Val Mora in Richtung Italien) – Alp Mora (2080 m) – Rückweg analog Hinweg
Aufstieg: ca. 1100 m
Abstieg: ca. -1100 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:55 bis 14:35 Uhr

Biketour ab Wattwil über Vorder Höhi und Ricken

Der erste Sommertag nach Rückkehr dieses schon totgeglaubten Sommers 2021 wollte genutzt werden. In Wattwil trafen wir uns mit Urs aus Bazenheid, einem Toggenburger Freund mit einigen tausend Bike-Kilometern in den Beinen. Um halb neun starteten wir, Wattwil am südwestlichen Gebiet Bleiken umfahrend, vorbei an den drei Hochhäusern in Richtung Ebnat-Kappel. Hier grüssten uns schon alle sieben Churfirsten – welch eine Sicht! Auf der verkehrsarmen und deshalb ruhigen Talseite fuhren wir bei kaum spürbarem Aufstieg über Steinenbach (wo Doris‘ Geburtshaus steht), Brandholz, Blomberg, Krümmenswil bei Krummenau. Vorbei an wunderschönen Toggenburger Häusern und über abwechslungsreiches Gelände erreichten wir bald Neu St. Johann. Auf der Haupstrasse durchfuhren wir das mit Nesslau praktisch zusammengewachsene Dorf, um nun etwas stärker ansteigend Stein zu erreichen. Hier folgten wir (gerne) Doris’ Rat, beim Kafi Ziehler einen Halt einzuschalten (des Schlorzifladens wegen selbstverständlich…). Gestärkt fuhren wir weiter durch die enge Stelle, wo Thur und Strasse sich nahekommen (beim Iltishag). Nach dem Steinbruch – im Weiler Starkenbach – verliessen wir die Hauptstrasse nach rechts, also nach Süden. Vorbei an der Talstation der bekannten Seluner Kistenbahn; der Parkplatz voll besetzt, und es warteten bestimmt 20 Wanderer auf die Bergfahrt. Voll motiviert fuhren wir vorbei ins enge Tälchen des Leistbachs. Jetzt folgte die interessante, kurvenreiche Auffahrt zur Vorder Höhi; über eine Strecke von 6.5 km war eine Höhendifferenz von 640 Hm zu bewältigen. Das schmale Beton-Strässchen (Fahrverbot für Motorfahrzeuge) wurde im Jahre 1974 vom Militär gebaut; nach dem Felssturz vom 21. Januar 1974 konnte Amden nur über diesen Übergang versorgt werden. Die «Armeestrasse», wie sie bei den Einheimischen seither genannt wird, verlangt von sportlichen Bio-Bikern einiges ab; wir schafften den Aufstieg relativ locker dank Doping aus der Steckdose. Auf der Vorder Höhi angekommen, öffnete sich der Blick zu den Glarner Gipfeln, im Rücken der Blick zum Säntis, gegen Osten die Kette der berühmten sieben Churfirsten, und westlich der Alphütten der um 250 m höhere Gulmen. Vor der Alphütte genossen einige Wanderer und Biker die verdiente Pause, während frisch geborene Kälbchen willkommene Aufmerksamkeit bekamen. Nach diesem höchsten Punkt des Tages ging es vorerst nur noch abwärts mit uns – und wie! Die Abfahrt ins 640 m tiefer liegende Amden führte vorbei an der leider geschlossenen Skiclubhütte Altschen (geöffnet nur an Wochenenden). Die weitere Abfahrt war zwar steil, verführte aber nicht zu einer Schussfahrt, da einige Weideroste und Kurven zu befahren waren. Mit «glühenden» Bremsscheiben erreichten wir beim Vorderberg die Strasse Arvenbühl-Amden. In der Ortsmitte von Amden kehrten wir ein im Restaurant Sonne, resp. auf der sehr einladenden und aussichtsreichen Sonnenterrasse. Notabene: auf dem kleinen Bike-Parkplatz(!) können sogar die Akkus geladen werden. Zwölf Uhr, also gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nach der ausgedehnten Mittagspause folgte die rasende Abfahrt an den Walensee runter – bei Geschwindigkeiten von bis zu 75 km/h. Das schön gelegene Weesen durchquerten wir zielstrebig, um danach die Strecke nach Ziegelbrücke dem Linthkanal entlangzufahren. Hier spürten wir Gegenwind, welcher kaum störte, und sich ausserdem eher als Kühlung anfühlte. Mittlerweile war es hochsommerlich warm. Noch immer in der Ebene, rollten wir im Gaster über Schänis und Maseltrangen nach Kaltbrunn. Dort in der Ortsmitte begann der Aufstieg über ca. 250 Hm auf den Ricken. Nach Gommiswald öffnete sich der Blick zum Zürisee und zum nahe gelegenen Kloster Berg Sion. Bei Bildhaus hatten wir die Höhe annähernd erreicht, so dass wir bequem und mit höherem Tempo zum Ricken gelangten. Dort bogen wir rechts weg, um auf der verkehrsarmen Ostseite des Rickentobels abzufahren. Kurz vor Erreichen des Rickenhofs nochmals steiler, endete die Schussfahrt und der Kreis schloss sich. Die Fahrt durch das Quartier Bleiken zum Ausgangspunkt in Wattwil war dann noch gemütliches ausrollen. Auf der Terrasse bei Vreni und Urs durften wir dann einen sehr gemütlichen und kulinarischen Abschluss eines genussvollen Tourentages «feiern» – danke herzlich für die Gastfreundschaft. Und bei Urs bedanken wir uns nochmals für die freundschaftliche Begleitung.

Fazit:
Eine respektabel lange Velofahrt, bei sportlicher Fahrweise mit gutem Fitnessfaktor

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, sonnig mit freundlicher Schönwetter-Bewölkung, ca. 12 bis 28°

Ausrüstung:
e-Bike, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 10. August 2021
Schwierigkeit: wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 70.2 km: Wattwil, Vordere Schomatten (615 m) – Rickenhof (624 m) – Buechen, Ebnat-Kappel (631 m) – Steinenbach (651 m) – Brandholz (688 m) – Blomberg (749 m) – Krümmenswil/Krummenau (727 m) – Thurrain (759 m – Büelerbrugg (743 m) – Neu St. Johann (755 m) – Nesslau (756 m) – Stein (838 m) – Thur/Iltishag – Starkenbach (890 m) – Vorder Höhi (1533 m) – Altschen (1388 m) – P.1149 (Vorderberg) – Amden (908 m) – Weesen (427 m) – Ziegelbrücke (425 m) – Schänis (420 m) – Rufi (427 m) – Maseltrangen (437 m) – Steinenbrücke (450 m) – Kaltbrunn (440 m) – Gommiswald (583 m) – Bildhaus (785 m) – Ricken (786 m) – Hinterschönenberg (753 m) – Rickenhof – Wattwil
Aufstieg: ca. 1550 m
Abstieg: ca. -1550 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 08:30 bis 15:30 Uhr

Seniorenrunde von Rüti an den Greifensee

Nach dem Regen ist vor dem Regen – das Motto dieses Sommers 2021. Und zwischendurch mal einen Tag, der das Prädikat Sommer verdient – heute war so ein Tag! Spontan schlossen wir uns der 60+ Velogruppe Wald/Rüti an, Treffpunkt Oberdürnten um 08:50 Uhr. Auf mehrheitlichen geteerten, ländlichen Strassen, und wie in unserem Zürioberland typisch, in leichtem Auf und Ab, radelten wir – immer leicht erhöht und deshalb aussichtsreich – in Richtung Greifensee. Zu solchen Ausfahrten gehören immer auch Pausen, weshalb die gewählte Strecke geschickt an Kafi-Stopps vorbeiführte. Über Hadlikon die leichte Abfahrt bis Wandhüslen, dann vorbei an der Betzholz-Kreisel nach Hellberg, weiter über Ober-Ottikon bis zum Badi-Restaurant in Gossau. Nach dem ausgiebigen Kafi- und Gipfeli-Halt die Weiterfahrt nach Bertschikon, Heusberg, Oberuster, Nossikon, Riedikon. Auf der Naturstrasse kurz vor Riedikon passierte dann ein kleines Malheur: das zu starke Bremsmanöver führte zu einem Sturz – auf einer solchen Unterlage meist mit einem Ausrutscher und mit schmerzhaften Schürfungen verbunden. Nichts Ernstes, ein paar Schrammen, dennoch ungefreut für die gestürzte Mitfahrerin. Der raschen Hilfsbereitschaft (Senioren-Solidarität!) einiger Teilnehmenden war es zu verdanken, dass wir nach kurzer erster Hilfe alle zusammen weiterfahren konnten. Der Betroffenen gute Genesungswünsche! In Riedikon die vielbefahrene Durchfahrtsstrasse zu überqueren, war dann schon etwas herausfordernd. Nachdem wir diese „Schlüsselstelle“ geschafft hatten, rollten wir dem hochwasserbedingt randvollen Greifensee entlang bis zu einer direkt am See gelegenen Badestelle. Idealer Ort für das verdiente Picknick aus dem Rucksack! Den anschliessenden Kafi (und Gelato) genossen wir wenige Minuten weiter in der Badi Niederuster. Für einen Sprung ins Wasser hatte niemand von uns Lust, oder die Badehose war nicht dabei… Die Rückfahrt führte zurück nach Riedikon, von dort durch das Riet zur Mündung der Mönchaltorfer Aa. Bei der Naturstation Silberweide vorbei, dem Bach entlang bis nach Mönchaltorf, nach der Ortsmitte links weg über Brand, Jungholz, Tägernau bis zum Einschnitt bei Chindlismüli. Dem kurzen Aufstieg nach Unterottikon und der folgenden Unterquerung der A52 folgte die gemütliche Weiterfahrt über Fuchsrüti, Lanzacher, Platten, den Hausberg Bachtel im Blickfeld. Kurz vor Bubikon die schmale Unterführung der S-Bahn-Linie, und beim Lettenmoos die südliche Umfahrung der A15-Ausfahrt Nr. 10. Nach der Unterführung nochmals auf Natursträsschen über schönstes Landwirtschaftsland bis zum Bahnhof Tann-Dürnten. Hier verabschiedeten wir Rütemer uns von den Waldnern – mit einem herzlichen Dank an Guide Margreth für die Vorbereitung und Leitung. Uns blieb jetzt noch die Fahrt durch das Quartier Sonnenberg, dann über den Bahnübergang an die Jona hinunter bis zur Ortsmitte Rüti und von dort nach Hause in den Talgarten.

Fazit:
Den regenfreien Tag optimal genutzt – für morgen sind wieder Gewitter angesagt…

Wetterverhältnisse:
Sonnig bei leichter Bewölkung, kaum Wind, ca. 18 bis 24°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 29. Juli 2021
Schwierigkeit: Leicht, einfach
Strecke: 46.1 km: Rüti ZH (478 m) – Tann (514 m) – Oberdürnten (557 m) – Hadlikon (580 m) – Wandhüslen (523 m) – Affeltrangen – Hellberg (546 m) – Ottikon, Strick (520 m) – Tannenberg bei Gossau (509 m) – Badi Gossau – Bertschikon (493 m) – Heusberg – Langgricht (535 m) – Oberuster – Nossikon (485 m) – Brunnacherriet (468 m) – Riedikon (441 m) – Greifensee (436 m) – Bad Niederuster (437 m) – Riedikon – Mönchaltorfer Aa – Mönchaltorf (441 m) – Brand (452 m) – Jungholz (454 m) – Tägernau (456 m) – Chindlismüli – Unter-Ottikon (491 m) – Hanfgarten (499 m) – Fuchsrüti – Lanzacher – Platten (Bubikon) – Lettenmoos – Unterführung A15 – Tann (514 m) – Rüti
Aufstieg: ca. 600 m
Abstieg: ca. -600 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 50 Min. (viele Pausen halt, wie es sich für Senioren gehört)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 08:25 bis 15:15 Uhr

Bike-Türli ins Wengital

Heute Freitag, mutmasslich letzter Sommertag vor Eintreffen eines neuen Gewittertiefs – also galt es diesen Tag zu nutzen. Eine Biketour ab Haustür ins nahe Wengital war schon länger auf der Projektliste. Das kleine Tälchen kann erreicht werden ab Rieden SG oder etwas steil ansteigender ab Steinenbrücke im Gasterland. Es hat eine Länge von ca. 6 km und erstreckt sich vom Steinenbachtobel bis an den Nordfuss des Nagelfluhkolosses Speer. Der Wängibach sammelt sein Wasser an den schroffen Flanken des Chüemettlers, Grappehorns und des Speers. Die zuhinderst im Tälchen bestossenen Alpen liegen zwischen 1570 und 1400 m.ü.M. Der hinterste, mit Fahrzeugen legal erreichbare Punkt, ist der Parkplatz in Mittelwengi (1155 m); von dort beginnen die Aufstiege auf die erwähnten Gipfel (Alpines Bergwandern T4-T5). Unser Ziel liegt ca. 60 Hm tiefer, ca. 700 m vor Mittelwengi – die Bergwirtschaft Vorderwängi. Je nach Massstab der Landeskarte ist die Schreibweise „Wängi“ oder „Wengi“ – alles klar?

Zurück zum Start: in Rüti irrten wir mangels ausreichender Ortskenntnis etwas umher. Schliesslich schafften wir es die A15 beim Langacher zu überqueren. Dann weiter durch schattenspendenden Wald und übers Moosriet. Beim P.445 die Brücke über die Jona, dann eine kurze Schiebestrecke über Stufen die Unterführung der Bahnlinie beim Nordeingang des Aspwaldtunnels. Die Fahrrichtung falsch gewählt, wären wir beinahe nach Jona gefahren – nahe Untertägernau, noch immer im Aspwald – drehten wir in Richtung Oberes Asp – Tägernau – Ermenswil. Jetzt waren wir mit der Gegend vertrauter; nach einer leichten Anfahrt rollten wir in Eschenbach SG ein. Das Dorf durchquerend, erreichten wir nach etwa 2 km Neuhaus SG. Hier galt es, nicht auf die A15 aufzufahren. Über den Kapellweg, vorbei an der schön renovierten Kirche, erreichten wir den parallel zur Uznacherstrasse verlaufenden Veloweg. Genau beim Beginn der A15 überquerten wir die vielbefahrene Ausfahrt Nr. 14, um durch das Industriegebiet Hinterwis und bald auf die Alte Uznabergstrasse abzubiegen. Vorbei am altehrwürdigen (stillgelegten) Gasthof zur Felsenburg erreichten wir den Ortsteil Uznaberg, 70 Hm unter uns die aus dem Uznabergtunnel führende A15. Eingangs Uznach, beim Restaurant Kunsthof, fielen wir beinahe von unseren Bikes. Auf dem Dach des Kunsthofs sichteten wir mindestens sechs Storchennester. Das Städtchen von SW nach NO durchquerend, hielten wir in Richtung Kaltbrunn, vorbei am Spital Linth. Im Zentrum Kaltbrunn stärkten wir uns im Kafi Gabriel, das sind Glarner, weshalb es hier auch Glarner Beggeli gäbe (nicht für uns!). War die Fahrt bis jetzt relativ flach, mit leichtem Auf und Ab, änderte sich das beim Weiler Steinenbrücke (Strasse in Richtung Schänis). Gleich nach der Brücke über den Steinenbach (P.450) bogen wir nach links ab um den Ortsteil zu verlassen. Jetzt begann (endlich) der Anstieg: über ein paar Serpentinen gewannen wir rasch (und mit wenig Mühe) an Höhe und an Aussicht. Nach Kühneberg (713 m) – oberhalb des Kühnebachtobels – macht die Strasse einen grossen Rechtsbogen. Rechts oben der Blick zum Speer und zur schön gelegenen Bruder Klaus Kapelle Altwies. Kurz nach P.884 wechselte die Unterlage von Asphalt auf Natur. Zur Linken das Bachmannsbergtobel, fuhren wir auf der Wengistrasse weiter. Bei P.915 die Verzweigung nach Rieden. Geradeaus durch den Steineggwald, dann die Wengibrugg, eine Holzbrücke (969 m). Jetzt noch zwei Kehren, und schon war Vorderwängi erreicht. Glück gehabt, denn vor uns der Alpauftrieb auf die höher gelegenen Alpen. Wie geplant, drehten wir ab zur Einkehr – pünktlich zur Mittagszeit. Wenige Besucher heute: einige Wanderer, ein paar Älpler, zwei Fans (im Seniorenalter) mit ihren 60jährigen Rapid S-Spezial mit Treibachswagen 4×4. Der WKS schmeckte ausgezeichnet, die Wirtsleute waren sehr freundlich. So waren wir gut „gerüstet“ für die Abfahrt. Beim P.915 bogen wir ab um über den Wängibach – also ennet des Bachmannsbergtobels – über die Schännerwitistrasse nach Bachmannsberg zu fahren; ab hier wäre auch die Tanzbodenalp zu erreichen (auch eins unserer Bike-Projekte). Weiter über P.847 (Steinenbach) und Mülibächli (im Offline-Modus versteht sich…) erreichten wir das Dorf Rieden SG mit seiner übergrossen Kirche. Auf der wenig befahrenen Strasse nach Gommiswald hinunter genossen wir die Aussicht (Linthebene, Obersee). Wenig oberhalb der auch hier markanten Dorfkirche verliessen wir die Rickenstrasse nach links auf die Ernetschwilerstrasse. In Ernetschwil fuhren wir erst falsch, um schliesslich den Klosterwald nördlich zu umfahren, vorbei am Altbad. Im Wald (Brand) beim Lindenplatz (P.565) wieder ein Verhauer – machte ja nichts, mit dem Bike sind Strecken kurz. Jetzt stimmte die Richtung wieder: ab durch den Burgerwald, vorbei am Fabrikweiher (489 m). Nach ein paar Kurven war die Kreisel an der Zürcherstrasse erreicht. Nach wenigen Metern verliessen wir die Hauptstrasse wieder in Richtung Uznaberg. Über die von der Hinfahrt bekannte Alte Uznabergstrasse weiter bis Neuhaus SG und von dort via Eschenbach – Ermenswil zurück nach Hause. Wieder einmal staunten wir über die vielen zurückgelegten Höhenmeter…

Fazit:
Eine mittellange Velofahrt, bei sportlicher Fahrweise mit befriedigendem Fitnessfaktor

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, windstill, ca. 30°

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 23. Juli 2021
Schwierigkeit: wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 63 km: Rüti ZH (478 m) – Langacher, Brücke über die A13 (470 m) – Moosriet – Oberes Asp – Tägernau (464 m) – Ermenswil (484 m) – Chälenstich – Eschenbach (479 m) – Neuhaus (502 m) – Industrie Hinterwis (489 m) – Uznaberg (489 m) – Uznach – Kaltbrunn (440 m) – Steinenbrücke (450 m) – Kühneberg (714 m) – Berggarten (775 m) – Wengibrugg (968 m) – Vorderwengi (1086 m) – Wengibrugg – P.915 – Bachmannsberg (P.885) – Steinenbach (847 m) – Mülibächli – Rieden (717 m) – Gommiswald (583 m) – Ernetschwil (576 m) – Klosterwald – Altbad (574 m) – Lindenplatz (P.565) – Burgerwald – Fabrikweiher (489 m) – P.420 und 424 (Uznach) – Uznaberg (499 m) – Industrie Hinterwis (489 m) – Neuhaus – Eschenbach – Ermenswil – Rüti
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. -1290 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 09:00 bis 15:00 Uhr