Archiv der Kategorie: Zentralschweiz

Biketour Gueteregg – Etzelpass

Auf Werni’s Ausschreibung am Sonntag via WhatsApp-Status antwortete ich umgehend, gerne war ich dabei! Zu uns gesellte sich noch Kari. Um halb zwölf fuhren wir los, recht zügig über Jona nach Rapperswil, ab dort über den Damm nach Pfäffikon und weiter dem Obersee entlang nach Altendorf. Dort verliessen wir die Hauptstrasse, um in Richtung Vorderberg zu fahren. Beim Hof Vorderberg eine erste Pause, Aussicht geniessen, scheue Jungtiere (Zicklein und Schäflein) bestaunen. Im weiteren Aufstieg begann es nach dem Landlütenhof steiler und enger zu werden, allerdings ohne Gegenverkehr. Vier Serpentinen weiter oben hatten wir bereits vierhundert Hm hinter uns. Der Bräggerhof ist wohl endgültig geschlossen, also fuhren wir vorbei am Wandererparkplatz (von hier sind wir schon oft, auch mit Schneeschuhen, auf das Stöcklichrüz gelaufen). Bei P.925 queren wir in der im Wald liegenden Haarnadelkurve den Bleikenbach, um bei Stollen wieder an der Sonne zu fahren. Schön regelmässig steigen wir an bis Hinter-Trittmaren (1069 m); hier ein kleiner Verhauer, den unser Guide Werni sofort bemerkte und korrigierte. Im folgenden Abschnitt (Zauggenwald) lagen noch kleine Schneeflecken, also war (mit Sommerbereifung😎) etwas Vorsicht geboten. Die Fahrstrasse noch immer geteert, beidseitig mit Restschnee gesäumt (klar, es ist noch März!). Kurz vor dem Rindereggli, beim Zauggengädeli, verliessen wir den Wald und die befestigte Strasse, um nach links abzubiegen. Auf der unbefestigten Forststrasse unterquerten wir Rindereggli und Gueteregg, um letztere kurz vor der Gruebhöchi von W über Werni’s Lieblingshaarnadelkure anzusteuern. Den Besuch der Kapelle liessen wir aus, zu stark verlockte die sonnige Terrasse der Alpwirtschaft Gueteregg, schliesslich war es bereits halb zwei. Hier oben – in der neu gebauten Wirtschaft – kann man es sich gut gehen lassen, dank der Gastfreundschaft der Familie Schönbächler. Ein Genuss auf dem Teller, und im Glas, und die tolle Sicht in die nahen Voralpen und Alpen. Nach dieser Stärkung machten wir uns auf den zweiten Teil unserer Runde: die Grüebhöchi umrundend, erreichten wir bei Vogelherd P.1206 einen zurzeit ziemlich übel verunstalteter Holzerplatz (eigentlich ein Grillplatz). Auf ziemlich holpriger Unterlage fuhren wir am Stöcklichrüz westlich vorbei, um vorerst die Höhe haltend in Richtung Etzelpass zu fahren. Im Bereich Müligassegg lagen noch einige Restschneefelder, und der «Weg» glich eher einem Singletrail. Erst bei der Chörnlisegg (1091 m) konnten wir wieder auf festerem Grund (Rasenziegel) fahren. Die Abfahrt bis zu Etzelpass bot dann wieder Bikespass vom Feinsten – die Landschaft erwacht gerade vom Winterschlaf. Die Abfahrt auf der Passstrasse verlangte dann etwas Vorsicht – überholende Autofahrer nahmen wenig Rücksicht, trotz unserer Beleuchtung. Bei der leider geschlossenen Luegeten bogen wir ab, um die hundert Hm nach Schwändi aufzusteigen. Danach erwartete uns die rassige Abfahrt hinunter nach Altendorf (Spitze 63 km/h). Für die weitere Rückfahrt wählten wir den sehr schmalen Weg (kreuzen teilweise nicht möglich) in nächster Nähe des Seeufers. Ab Pfäffikon SZ folgte dann die wenig spektakuläre Fahrt über den Damm, wo sich um diese Tageszeit die Pendler in Geduld üben (müssen). In Rapperswil angekommen, leitete uns Werni auf Schleichwegen durch die Quartiere von Jona, dann der kurze Aufstieg zur Schönau und über Hülstein zurück nach Rüti, resp. dort in den Bauhof zum verdienten Abschiedstrunk. Das war eine wunderbare Runde, Werni und Kari ein herzliches Dankeschön für diese kameradschaftliche und gemütliche Ausfahrt!

Fazit: Eine aussichts- und abwechslungsreiche, klassische Biketour ins nahe Ausland (🤣).

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sonnig, Fernsicht etwas diesig, Wind 4 km/Std. ONO, ca. 11.1°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 28. März 2022
Schwierigkeit: Wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 54.4 km: Rüti ZH (478 m) – Hülstein, Übergang A13 (471 m) – Schönau – Jona – Rapperswil (409 m) – Seedamm – Hurden (415 m) – Pfäffikon SZ (418 m) – Altendorf (421 m) – Unterführung A3 (437 m) – Acheren/Schlipf – P.540 – Vorderberg (601 m) – Landlütenhof – P.700 – P.758 – Bräggerhof (817 m) – P.925 (Bleikenbach) – Stollen – P.1004 – Hinter-Trittmaren (1069 m) – Zauggenwald (P.1123) – Hintereggwald (P.1179) – P.1179 – P.1234 – Gueteregg (1271 m) – P.1243 – Grueb (1240 m) – Vogelherd unterhalb Stöcklichrüz, P.1206 – Wissegg – Müligassegg (P.1154 und 1162) – Beeristofel (1194 m) – Eggli (1092 m) – Grund (P.988) – P.984 – P.975 – St. Meinrad, Etzelpass (949 m) – Bannwald, Meinradsbrunnen, P.822 – Luegeten (609 m) – P.673 – P.684 – Schwändi (694 m) – Lüsibach – Fliegenberg P.587 – Altendorf, Übergang A3 (437 m) – Bad – Winkel – Lidwil – Pfäffikon SZ (418 m) – Seedamm – Hurden – Rapperswil – Jona (Blumenau) – Jona Zentrum – Lattenhof – Schönau – Hülstein – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. -1290 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 34 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 12 Min.
Tageszeit: 11:30 bis 16:00 Uhr

Laucherenstöckli 1755 m – im Land der Trychler

Vor dem Start genossen wir den obligaten Startkafi im Hotel Restaurant Passhöhe Ibergeregg. Dort existiert Covid-19 nicht, also wird auch vorsätzlich(!) weder Maske getragen noch ein Zertifikat verlangt (in den Innenräumen, wohlverstanden). Ach so, wir sind ja im Land der Trychler… Lassen wir die Polemik; wir hatten ohnehin besseres vor. Kurz nach zehn Start zur ersten Schneeschuhtour des Winters 2021/2022. Die Schneelage komfortabel, über einen Meter! Ab Passhöhe in Richtung Süden, auf den ersten 800 m stiegen wir moderat auf (ca. 120 Hm), gut markierter Trail, zu Beginn durch Wald verlaufend. Die Strecke verlief durch eine Wildruhezone, also durfte die Spur nicht verlassen werden. Im Aufstieg links der zackige Gipfel Gross Schijen (1571 m, T5, II), rechts der nicht weniger markante Chli Schijen (1556 m, T4, IV). Bei P.1515 verliessen wir den Wald und urplötzlich öffnete sich das prächtige Panorama ins Muotatal und auf die andere Talseite, wo der Wasserbergfirst, Chaiserstock, Fulen und Rossstock dominierten. Unter dem Hudelschijen traversierten wir auf guter Spur leicht absteigend Richtung SO, wo wir bald die Sternenegg-Hütte des SAC Rossstock erreichten. Auf einen Besuch in der schön gelegenen und nur an Wochenenden bewarteten Hütte mussten wir verzichten. Ca. 300 m nach der Sternenegg, ungefähr bei P.1545, verliessen wir die breit gewalzte Piste, um auf guter Spur über die Windegg aufzusteigen (Markierung Richtung Laucherenchappelen/Spirstock). Ab hier begann es stärker anzusteigen. Zur rechten tat sich der Blick ins Skigebiet Hoch-Ybrig auf, uns am nächsten der Spirstock (1770 m) mit der grossen Bergstation. Bald erreichten wir den höchsten Punkt des Laucherenstöckli mit 1755 m; etwas weiter vor (nördlich) die 2014 erbaute Bergstation der 4er-Sesselbahn (1749 m). Das geräumige Gipfelgebiet war heute gut besucht (klar, bei diesem tollen Wetter…), wenige Skitüreler, mehrheitlich Schneeschuhläufer. Für eine ausgiebige Mittagsrast schaufelten wir eine Sitzgelegenheit an der Sonne; der Verzehr der mitgebrachten Leckereien bei dieser Wetter- und Aussichtslage ein grosser Genuss! Für den Abstieg wählten wir für die ersten zweihundert Meter die Piste, um diese dann in nördlicher Richtung zu verlassen, und durch den verspurten Tiefschnee zur Äbnenmatt hinunter zu gelangen. Bei P.1612 passierten wir die nagelneuen Alpgebäude und gelangten auf einer ausgezeichneten Spur – die Höhe von ca. 1550 m haltend – durch eine stimmungsvolle, hochwinterliche Landschaft bis P.1545. Dort überquerten wir die Piste, um parallel aber leicht höher die Sternenegg wieder zu erreichen. Mittlerweile lag die Nebelsuppe etwas höher, jedenfalls war das auf 850 m liegende Dorf Illgau kaum noch zu sehen. Nach einer kurzen Teepause bei der Hütte wanderten wir auf der vom Aufstieg her bekannten Spur weiter, wieder unterhalb des Hudelschijen querend. Bei P.1515 verabschiedeten wir uns vom wunderbaren Ausblick auf den eingenebelten Vierwaldstättersee, um über ein paar steilere Tritte durch den Wald abzusteigen. Bald war die Passhöhe erreicht, wo sich mittlerweile der grosse Parkplatz ziemlich gefüllt hatte. Auf eine weitere Einkehr im Restaurant verzichteten wir. Die Rückfahrt über Oberiberg – Sihlsee – Einsiedeln – Seedamm Rapperswil verlief ruhig und ohne viel Verkehr.

Fazit:
Nach diesen Schlechtwetter-Tagen in der ersten Dezemberhälfte endlich wieder einmal eine Tour im Schnee – einfach herrlich!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, über der Nebelobergrenze von ca. 900 m ziemlich sonnig, Temperaturen im Bereich -3 bis +8°, kaum Wind. Beste Schneeverhältnisse (1 m Pulverschnee, teilweise etwas überfroren), Gelände ziemlich verspurt…

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tourdatum: 15. Dezember 2021
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 7.5 km, Ibergeregg (1406 m) – P.1515 – Sternenegg (1497 m) – P. 1545 (Windegg) – P.1755 – Laucherenstöckli – Äbnenmatt (1613 m) – P.1545 – Sternenegg – P.1515 – Ibergeregg
Aufstieg: ca. 460 m
Abstieg: ca. -450 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 14:35 Uhr

Wängihorn 2148 m – kecker Gipfel im Schächental

Nach der Fahrt über den Sattel und die Axenstrasse nach Altdorf war der Startpunkt rasch erreicht: die Talstation der Seilbahn von Witerschwanden-Eggenbergli. Unmittelbar bei der Talstation an der Klausenpassstrasse kurz vor Spiringen liegt auch die Busstation Locherbach, wo auch ein Parkplatz (gratis!) zur Verfügung steht. Die Fahrt in der nostalgischen Kistenbahn kostet 10 Franken (Hartgeld) pro Fahrt (Platz haben vier Personen, Selbstbedienung). Auf der Fahrt nach Eggenbergli vorbei an typischen Schächentaler Heimetli werden 580 Hm überwunden. Die Aussicht ins Schächental ist Genuss. Auf 1555 m.ü.M. angekommen, betraten wir wieder sicheren Boden. Nach einem kurzen Wegstück in Richtung Oberes Eggenbergli stiegen wir über Weideland steil auf, vorbei an der schönsten Bankniederlassung, die wir je gesehen haben (siehe Bild). Nach einem kurzen Waldabschnitt erreichten wir unterhalb der Alp Unter Wängi eine Höhe von 1600 m.ü.M. Nun ging der Blick hoch zum 550 m hoch und keck aufragenden Tagesziel – ein von hier aus ziemlich abweisender Anblick. Nach einer Trinkpause der Weiteraufstieg zur nach Ober Wängi führenden Alpstrasse; bei P.1665 verliessen wir diese, um nun ziemlich steil und schattig zum Waldrand aufzusteigen. Auf dem folgenden bewaldeten Abschnitt waren die Tritte hoch und ziemlich schmierig (gezeichnet vom Regen der vergangenen Tage). Nach einer Strecke von 1.9 km (ab Startpunkt) war auf einer Höhe von ca. 1800 m.ü.M. die Waldgrenze erreicht. Wunderbar besonnt ging es weiter auf einem nicht ausgesetzten Grat über P.1927 und weiter zur Wängichulm. Hier wurden wir empfangen von einer aufmerksamen Ziegenherde. Einige der lustigen Tiere spielten sich als Wegelagerer auf – ausgerechnet an einer rutschigen, allerdings seilgesicherten Passage. Schliesslich liessen sie uns durch, nicht ohne uns zu (ver)folgen. Bei einer Abwehraktion ging einer meiner Stöcke in Brüche – keine Angst, ich hab die Tiere nicht geschlagen… Endlich etwas Erleichterung: in der Unterquerung der Flühe (200 m über uns das Gipfelziel) eine Eisentreppe mit 17 Tritten; Ende der Verfolgungsjagd – dachten wir. Dass Geissen sehr kletterfreudige und -gewandte Tiere sind, wussten wir. Bald liefen unsere (bettelnden) BegleiterInnen wieder direkt hinter uns. Erst bei der Verzweigung bei P.2022 war Ruhe. Jetzt folgte der kurze Aufstieg zum Übergang bei P.2110. Ab hier waren es nur noch 30 Hm über eine Strecke von 300 m. Nach einer Querung zum Gipfelaufbau war der eigentliche felsige, aber nicht ausgesetzte Gipfelaufstieg in wenigen Minuten geschafft. Was für ein tolles Panorama in alle Richtungen! Das Schächtental bis zum Klausenpass, gegenüber Rossstock, Fulen und Chaiserstock, tief unter uns Altdorf und der Urnersee, weiter westlich der URS (Urisrotstock), im Süden Burg, Hoch Fulen und Bälmeten, im Osten Gross und Chli Schärhorn. Genial, und der Gipfel erst noch allein für uns. Nach einer Viertelstunde folgte ein Paar und wenig später Einzelkämpfer Urs aus Wollerau – im gleichen Alter wie ich, und auch ein Soldedurner. Für den Abstieg «adoptierten» wir Urs. Nun zu dritt, erreichten wir bald wieder das Pässchen bei P.2110, um dann zur Verzweigung bei P. 2022 abzusteigen. Jetzt folgte eine geologisch spannende Steilstufe unterhalb, resp. seitlich der senkrecht aufragenden Flühe. Aus den Wänden quellte das Wasser des späteren Fätschbachs. Bei der Durchquerung des Wildwassers füllte unser Begleiter Urs noch seinen Bidon auf mit diesem einzigartigen Wasser (besser als «Champagner», wie er meinte…). Über ein Grätchen erreichten wir den Hals und später den Pfaffenwald. Für kurze Zeit bot uns der weiche Waldboden so etwas wie Wellness für die Knie und Füsse. Bei Ober Oberfeld (ca. 1445 m.ü.M.) erreichten wir wieder von der Sonne beschienenes Weideland. Vorbei an einigen schönen Ferienhäuschen wanderten wir auf befestigter Unterlage über Wyss bis zum schön gelegenen Berg- und Skihaus Oberfeld (heute geöffnet bis 16 Uhr). Da es mittlerweile 15 Uhr war, verpflegten wir uns vom verfügbaren, eingeschränkten Angebot; die Heidelbeerwähe schmeckte allerdings ausgezeichnet. Nach dieser längeren Pause machten wir uns auf den 20-minütigen Weg hinunter nach Haldi (1082 m.ü.M.) von wo uns die Luftseilbahn Schattdorf-Haldi ins 600 m tiefer liegende Schattdorf hinunter schaukelte (Halbtax Fr. 4 pro Person). Und wie es der schöne Zufall will, konnten wir ohne Wartezeit in den Bus einsteigen, welcher uns via Altdorf (Umsteigen bei Haltestelle «Kollegium») und Bürglen ins Schächtental brachte. Die Busstation Locherbach erreichten wir nach einer kurzen Fahrt von 22 Minuten.

Für die Rückfahrt entschieden wir uns für die wunderschöne Fahrt über den Klausenpass. Im Hotel Klausenpass stoppten wir, denn das neu gebaute Hotel (Eröffnung Juli 2021) lockte. Es war ja auch gerade Zeit, sich ordentlich zu verpflegen; eine Empfehlung! Und erst die tolle Aussicht: Blick zurück zum Tagewerk, gegenüber die Schärhörner, der Chammliberg mit dem Griessgletscher, der Clariden mit dem eindrücklichen Iswändli. Ein würdiger Abschluss eines unvergesslichen Wandertages!

Fazit:
Eine recht einsame Tour, und fordernd dazu! Begegnet sich wir nur zwei Paaren und einem Einzelkämpfer – alle (auch wir) motiviert vom Tourenbericht von Heinz Staffelbach in der NZZ vom 25.09.2021. Das war quasi ein Gipfelsturm von NZZ-Lesern – spannend, nicht wahr!

Wetterverhältnisse:
Bestes Herbstwanderwetter (Föhn-bedingt), Sonne pur, blauer Himmel, feine Fernsicht, ca. 7 bis 15° C

Ausrüstung:
Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 1. Oktober 2021
Schwierigkeit: T3+ (Trittsicherheit unabdingbar)
Strecke: 9.5 km, Eggenbergli (Bergstation Seilbahn von Witerschwanden-Eggenbergli, 1355 m) – Oberes Eggenbergli – Unter Wängi (1601 m) – P.1638 – P.1927 – Wängichulm – P.2022 – P.2110 (Übergang) – Wängihorn (2148 m) – P.2110 – P.2022 (Verzweigung) – P.1762 –  Fätschbach – Hals – Pfaffenwald (P.1563) – Ober Oberfeld (1445 m) – Berg- und Skihaus Oberfeld – Haldi (1082 m, Bergstation Luftseilbahn Schattdorf-Haldi)
Aufstieg: ca. 830 m
Abstieg: ca. -1100 m
benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 40 Min.
benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:40 bis 16:20 Uhr

Alpin unterwegs im Bisistal: via Mälchberg und Hängst zur Glattalphütte SAC

Letztmals im Oktober 2005 auf der Glattalp, wollten wir dieses paradiesische Wandergebiet zuhinterst im Muotatal oberhalb des Bisistals wieder einmal besuchen. Wer die Glattalp betritt, wähnt sich eher im hohen Norden als im Herzen der Schweiz. Die Hochebene mit ihrer vielseitigen Flora und Fauna wird umringt von den schroffen Wänden und schmalen Graten der höchsten Schwyzer Berge. Die Temperaturen erreichen im Winter dank der muldenartigen Topografie schon mal 30 Grad unter null, der Rekord liegt bei -52,5 Grad Celsius (7. Februar 1991). Im Sommer vom Sahli mit der Luftseilbahn des Elektrizitätswerks des Bezirks Schwyz erschlossen, ist das Hochtal sonst nur zu Fuss erreichbar. Genau das war heute unsere Absicht. Für den Aufstieg wählten wir die alpine Route (weiss-blau-weiss) über den Mälchberg (T4), für den Abstieg den Normalweg.

Die Anfahrt über die enge Strasse (mit Ausweichstellen) endete bei der Talstation der Luftseilbahn Glattalp (Kapazität 8 Personen pro Fahrt). Bei unserer Ankunft kurz vor neun Uhr war der Parkplatz Sahli fast voll besetzt, und viel Volk wartete bereits auf die Bergfahrt. Wir starteten, vorbei an der Alpwirtschaft Sahli in Richtung Glattalp; auf der Alpstrasse bis P.1281, nach drei Kurven bei P.1338 bei der Verzweigung zum Direktaufstieg zur Glattalp blieben wir auf der Alpstrasse. Diese führte in geringem Aufstieg zur schön gelegenen Alp Milchbüelen, vorbei am Schattgadenhüttl. Über unseren Köpfen schwebte die voll besetzte Kabine der Luftseilbahn hoch. Mehr beeindruckte uns aber der mächtige Felskopf der Höchegg mit dem Hauptgipfel Hängst – dort rauf wollten wir… Erst galt es die Felswand auf gleichbleibender Höhe von ca. 1340 m.ü.M. über die Bietliplanggen westlich zu umgehen. Bei Feldmoos (einem Alpgebäude), genau unterhalb der dort startenden Materialseilbahn, wurden wir nach rechts (nach S) gewiesen. Ab jetzt wurde es steil, zu Beginn noch auf kuhtrittigem Wanderpfad, vorbei an einem Stall und mitten durch eine Herde friedlicher Viecher. Immer steiler werdend, drehte der Pfad – zum Glück schattenhalb – nach Norden hoch bis zum P.1565. Jetzt wieder voll an der Sonne, ging der Blick ins Bisistal hinunter. Weiter steil hoch, entlang einer Runse, die noch mit Resten von Lawinenschnee gefüllt war – über uns der furchterregende Felskopf Hängst (wortlos in Gedanken: dort hinauf wollen wir, wie soll das gehen?). Nun folgte der anspruchsvollste Teil des Aufstiegs: weglos, gut markiert, über schroffige und felsige Bänder und hohe Tritte. Nun packten wir einen Stock in den Rucksack, um die Hände besser einsetzen zu können. Es folgten einige Kletterstellen im I. Grad – manchmal leicht ausgesetzt, Trittsicherheit war gefordert. Uns gefiel dieser Abschnitt ausgezeichnet. Bald kam die Bergstation der Materialseilbahn ins Blickfeld, und nach knapp drei Stunden (ab Sahli) standen wir vor den Alpgebäuden auf Mälchberg, inmitten friedlicher Muttertiere und begrüsst von einem Senn. Nach einem kurzen Schwatz zogen wir weiter, um nach etwa 200 m den markierten Pfad nach rechts zu verlassen. Ziel war der 154 m höher liegende Aussichtsgipfel des Hängst. Der ist nur in der Direttissima zu erreichen, über eine mit tiefen Kuhtritten durchsetzte, sehr steile Grashalde (für Doris eine nicht ganz triviale Sauerei😊). Auf dem Gipfelchen angekommen, wurden unsere Anstrengungen reichlich belohnt mit einem herrlichen Panorama nach allen Seiten. An der Kante stand zum Glück ein Elektrozaun, denn auf der Südseite gehts 500 m senkrecht runter. Für eine Gipfelrast war es zu früh, ausserdem wurden wir von fliegenden Ungeziefern «gestört». Also stiegen wir die paar Hm ab zum Punkt südöstlich Mälchberg, wo wir wieder den WW erreichten. Hier wäre es auch noch möglich, den 2108 m hohen Pfaff zu besteigen; für die hundert Meter Höhendifferenz würde eine Viertelstunde reichen. Wir verzichteten, weil wir auf dem weglosen Aufstieg vom Vieh malträtiertes, tiefes Gelände befürchteten. Also folgten wir dem nunmehr weiss-rot-weiss markierten Pfad hinunter zur Glattalphütte SAC, welche nach einer halben Stunde erreicht war. Unterwegs immer wieder der Blick zur Furggele und zu den imposanten Gipfeln Flätstock, Höch Turm und Ortstock (den wir im September 2009 bestiegen haben). Im Nachhinein wunderten wir uns heute, wie wir es damals geschafft haben, diesen unnahbar scheinenden Gipfel zu besteigen. Begrüsst von Franziska Gwerder und ihrem Team fanden wir auf der Terrasse vor der neu umgebauten Glattalphütte SAC ein schattiges Plätzchen, um ausgedehnt zu rasten. Die Käseschnitten mundeten ausgezeichnet. Und der Ausblick zu den schroffen Wänden von Signalstock und Rot Nossen war gewaltig, weil ungetrübt. Gestärkt nahmen wir den Abstieg unter die Füsse; die vielen Abstiegsmeter wären auch mit der Luftseilbahn möglich gewesen… Der Abstieg ist an einigen Stellen sehr steil und unangenehm geröllig (und deshalb ausrutsch-gefährdet), vor allem im Bereich In den Chrümpfen, wo Wegarbeiten im Gange waren. Eine Abkürzung stellte sich schliesslich als kurze seilgesicherte T3-Schlüsselstelle heraus (Schild «nur für gute Gänger»). Ab Verzweigung Milchbüelen bei P. 1502 normalisierte sich das Gelände wieder (Bereich Läcki). Bei P.1338 erreichten wir den Alpweg wieder, auf dem wir im Aufstieg zur Alp Milchbüelen wanderten. Ab jetzt folgten wir, mit Ausnahme einiger Abkürzungen, der staubtrockenen Alpstrasse hinunter bis Sahli, wo die Erlösung wartete: Alpwirtschaft Sahli, Suure Moscht und ein Bier – einfach Wellness pur! Eine anspruchsvolle und entsprechend anstrengende Tour, die uns in bester Erinnerung bleiben wird.

Fazit:
Heute waren wir, der gewählten Strecke im Aufstieg sei Dank, wie erwartet einsam unterwegs, wenigstens bis zur Glattalp…

Wetterverhältnisse:
Ein sommerlicher Hitzetag (im Mittelland), wenig Wind, im Wandergebiet angenehme 12 bis 24° C

Ausrüstung:
Profilwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 12. August 2021
Schwierigkeit: T4
Strecke: 12.1 km, Sahli (1146 m) – P.1280 – P.1338 (Verzweigung WW Glattalp/Milchbüelen) – Milchbüelen, Schattgadenhüttl (1359 m) – Feldmoos (1350 m) – P.1565 – Mälchberg 1848 m – Hängst (2002 m) – Punkt südöstlich Mälchberg (1985 m) – P.1929 – Glattalphütte SAC (1896 m) – In den Chrümpen – P. 1502 (Verzweigung Milchbüelen) – Läcki – P.1338 – P.1280 – Sahli
Aufstieg: ca. 970 m
Abstieg: ca. -950 m
benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std.
benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:00 bis 16:00 Uhr

Lauihöchi – Bigligerhöchi – Stockberg SZ

Von unserem Wohnsitz aus blicken wir dauernd zu diesen schönen Alpweiden (Luftlinie 12 km), dahinter Gipfel, die wir auch schon bestiegen haben: Chöpfenberg, Bockmattlistock. Eine der Alpwiesen trägt den von Bekannten geprägten Namen Schildchrötliwiese… Diese unbekannte Gegend wollten wir mal erwandern. Nach kurzer Anfahrt bis Schübelbach fuhren wir auf der schmalen Eisenburgstrasse hoch bis zur markanten Haarnadelkurve bei P.702, ab dort zum 50 m höher liegenden Weiler Mettlen, resp. zum P.751, wo wir am Waldrand gut parkieren konnten. Eigentlich ginge es ab hier direkt und sehr steil hoch zum Stockberg. Wir entschieden uns aber die Runde im Gegenuhrzeigersinn zu machen. Also liefen wir auf der Strasse bis zum P.702 zurück, dann weiter nach S bis P.728 (Langweid). Immer auf der geteerten Strasse bleibend, änderte die Richtung oberhalb der Höfe Argeli nach O. Der Blick ins Wägital entschwand uns langsam, und wir liefen mässig aufsteigend in Richtung Gebiet Schwändelen. Bei P.828 eine Verzweigung: rechts ginge es zum Restaurant Kapelle Schwendenen, wir hielten links (Wanderwegweiser Lauihöchi 2 Std. 25 Min.). Wieder einmal fielen uns die unterschiedlichen Schreibweisen auf: Schwendenen, Schwändelen. Noch immer liefen wir auf geteerter Unterlage, nicht gerade das gelbe vom Ei, aber moderat ansteigend noch einigermassen bequem. Immer wieder mal machte die Strasse eine Kurve und führte abwechslungsreich über einen Bach. Vorbei an landwirtschaftlichen Betrieben endete die Unterlage beim Hof Billmeschwändi (986 m) endlich auf Naturbelag. Hier auch eine erste Begegnung mit einem sympathischen eBiker, welcher über die Rossweidhöchi ins Niederurnertäli und weiter nach Ziegelbrücke «fahren» wollte – Respekt! Nach einem ziemlich langen Schwatz meckerten uns schöne (weissen) Geissen an, die gestreichelt und fotografiert werden wollten. Nach dem Lauilochbach folgte eine Waldstrecke (Oberer Schwendiwald), und schon bald erreichten wir die Alp Gelbberg – auch hier noch kein Alpleben. Einige hundert Meter weiter verliessen wir die in einem Bogen zur Rossweid führende Alpstrasse nach links (Wanderwegweiser Lauihöchi 35 Min.). Weglos und ziemlich direkt der Aufstieg über noch nicht bestossene Alpweiden, markiert mit rotweissen Pfosten. Nach einer halben Stunde war der höchste Punkt des Tages, die Lauihöchi, erreicht. Im Osten der Ausblick zu Hirzli und Planggenstock, beide schneefrei. Und der Tiefblick in die tausend Meter tiefer liegende Linthebene. Die Bise hielt uns von einer Gipfelrast ab; diese verlegten wir fünfzig Meter tiefer, wo sich die schön gelegene Alphütte Laui mit Tisch, Bänken und schattenspendendem Vordach geradezu anbot. Nach einigen Minuten die Begegnung (mit Schwatz selbstverständlich) mit einem ebenfalls nicht mehr ganz jungen Wanderer, welcher von Reichenburg aufgestiegen war (1000 Aufstiegsmeter!). Nach dem Abschied zogen wir weiter, nun immer in Richtung WNW. Gut ausgeschildert folgten wir einem mehr oder weniger ausgeprägten Grat, meist auf dem höchsten Punkt verlaufend. Definitiv kein einfaches Gehgelände mehr – jedenfalls nicht kinderwagentauglich. Mal 50 m rauf mal so viel wieder runter. Und immer die schöne Aussicht – sogar unser Wohnsitz war von blossem Auge auszumachen. Die Bigligerhöchi überschritten wir fast ohne sie zu beachten. Den Übergang Ruobengschwand mit den Alpgebäuden war markanter; irgendwo hier müsste doch die Schildchrötliwiese liegen… Jetzt wieder 40 Hm hinauf, dann wieder runter. Unterwegs einige nicht ganz triviale Passagen über bewurzelte Steilstufen, wo der Einsatz der Hände nötig war. Bald war das wunderschön gelegene Alpgebäude Genossame Holeneich erreicht, von wo es nur ein paar Meter sind bis zum aussichtsreichen Stockberg. Hier steht auch eine Bankniederlassung, daneben ein Fahnenmast, und ein Gipfelbuch sowie eine Grillstelle hat es auch. Hier machten wir nochmals Pause und sahen nach, ob zuhause alles in Ordnung ist. Jetzt folgte der happigste Abschnitt des Tages: 470 Hm steiler Abstieg durch den Stockbergwald hinunter, unterbrochen von der steilen Weidelichtung bei Chäseren. Die vielen Holztreppen haben wir nicht gezählt, aber wir waren doch erleichtert, endlich den Startpunkt unserer Tour zu erreichen.

Fazit:
Wer sagt denn, dass Tourenziele immer bekannte Gipfel sein müssen?! Wir haben eine ausserordentlich schöne Gegend kennen gelernt!

Wetterverhältnisse:
Viel Sonne, Schönwetter-Bewölkung, leichte Bise, ca. 13 bis 16° C

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 1. Juni 2021
Schwierigkeit: T2 (Stellen T3)
Strecke: 14.8 km, Mettlen P.751 – Eisenburgstrasse P.702 – P.728 (Langweid) – P.770 – P.821 (Siebnerschwendi) – P.828 (Schwändelen) – Vorderloch (873 m) – Schwändeli (926 m) – Billmeschwändi (986 m) – Lauilochbach P.1058 – Alp Gelbberg – Alp Bergegg (1265 m, Abzweiger WW Richtung Lauihöchi – Lauihöchi (1455 m) – Alphütte Laui (1405 m) – P.1383 – Bigligerhöchi (1406 m) – Trosenwald P.1230 – P.1205 (oberhalb Ruobengschwand) – P.1235 – P.1178 – P.1183 – Alp Stockberg Genossame Holeneich – Stockberg (1217 m) – Chäseren (1032 m) – Mettlen P.751
Aufstieg: ca. 882 m
Abstieg: ca. -863 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 45 Min.
Tageszeit: 09:40 bis 16:30 Uhr

Gottschalkenberg – eine Runde über dem Ägerisee

Der zwischen der Sihl und dem Ägerisee verlaufenden Gottschalkenberg ist bekannt wegen des Übergangs über den Raten, der von Biberbrugg/Schwyzerbrugg SZ nach Oberägeri ZG führt. Im Winter ein kleines Kinderskiparadies, im Sommer ein solches für Biker und Wanderer. Vom Pass her wird das Restaurant Gottschalkenberg erreicht über eine zwei km lange Strasse. Der grosse Parkplatz ist Lockdown-bedingt leer, also können wir unser Fahrzeug problemlos abstellen. Hier treffen wir Lisebeth, deren Anfahrt etwas kürzer war.

Zu Beginn der Wanderung hatten wir der leicht winterlichen Witterung zu trotzen, der moderate Aufstieg sorgte aber rasch für die nötige Betriebstemperatur. Die Muetegg mit 1204 m.ü.M., dieses bewaldete unscheinbare Gipfeli, war zu erkennen an der Bankniederlassung. Einige Hartschneestellen auf dem Weiterweg boten kaum Schwierigkeiten. Bald erreichten wir P.1122 (Eisenkreuz, Bank, Feuerstelle) und kurz danach einen markant im Wald stehenden „Gipfelfelsen“. Im Grau ging der Blick hinunter nach Finstersee. Wenige Minuten später standen wir auf der Mangelhöhe (1102 m), wo uns die gelben Wegweiser ein verwirrend grosses Angebot machten. Wir entschieden uns für – keinen der vorgeschlagenen Wege. Ab durch die Mitte, auf einigermassen sichtbaren Trittspuren relativ steil hoch durch den Wald – der Bruusthöchi entgegen. Zwar noch immer bewölkt, lockerte sich die Sicht in Richtung Ägerisee etwas auf. Jetzt folgte der wenig steile Abstieg zu einer grossen und aussichtsreichen Lichtung namens Grümel, auf welcher auch die Wanderhütte steht – und rund herum viele Bänke und Grillstellen; hier oben muss wohl normalerweise viel Betrieb sein. Am westlichen Ende der Lichtung wurden wir in einer scharfen Kurve in Richtung N nach Hintertann hinunter gewiesen (30 Hm Abstieg). An der ziemlich neuen Eventlocation vorbei, erreichten wir nun einen geteerten Streckenteil, der nach Hinterschneidt hinunterführte. Beim Wegkreuz (P.945) hielten wir nach rechts (NW), vorbei an der schön gelegenen Bergbeiz Kistenpass. Hier trafen wir den freundlichen (und gesprächigen) Bauer und Beizer, der – wohl auch Lockdown-bedingt unter etwas sozialem Entzug „leidend“ – innert kurzer Zeit viel zu berichten wusste. Jedenfalls mussten wir uns mittlerweile frierend verabschieden – schliesslich hatten wir noch gute drei Stunden Laufzeit vor uns… später über den Lutisbach, erreichten wir P.931 bei Hinterwiden. Den etwas abseitsstehenden Aussichtspunkt liessen wir stehen und nahmen den direkten Weg durch das Tälchen des Lutisbach hinunter bis zur Klinik Adelheid. Bei P.839 die Richtungsänderung nach O; etwa 80 Hm oberhalb des Ägerisees fanden wir an aussichtsreicher und sonniger Lage ein Bänkli – ideal für die Mittagsrast. Gestärkt überschritten wir den Lütisbach wieder, um das zu Oberägeri gehörende Villenquartier Erliberg zu durchstreifen. Einen halben Kilometer weiter östlich dann eine natürliche Barriere – der Mitteldorferbach; jetzt den Grundweg steil hinauf bis zur Tannstrasse und auf dieser über den Bach weiter nach O. Ober- und Hinter-Haltenbühl heissen die Höfe. Beim Hof Hinter-Haltenbühl verliessen wir die Fahrstrasse, um gelb markiert über den Dorfbach den an der Strasse von Schwand nach Alosen P.927 (Mattli) zu erreichen. Hier entschied sich Lisebeth – unter Kniebeschwerden leidend – bis Alosen zu laufen und mit dem Postauto zum Ratenpass zu fahren. Wir hatten jetzt noch 220 Aufstiegsmeter vor uns. Über Wiesland direkt hoch bis zum Waldrand, dann auf der Forststrasse weiter hoch. Der Abschnitt bis zur Abschwändi war eine einzige Plage: die Unterlage durchgehend geschottert (einem stillgelegten Eisenbahntrassee gleich). Bei der Lichtung bei Abschwändi Richtungsänderung nach N. Bei P.1162 schloss sich die Runde; jetzt noch wenige Schritte bis zum Ausgangspunkt auf Gottschalkenberg – 40 Min. für den Aufstieg ab Mattli P.927, wo die Vorgabe 1 Std. lautete. Zufrieden entledigten wir uns der Wanderschuhe, um dann die Heimfahrt (über Alosen) anzutreten – Lisebeth hatte das Postauto in Alosen um eine Minute verpasst.

Fazit:
Eine lohnenswerte Wanderung in einer uns unbekannten Gegend, zu dieser Jahreszeit wenig begangen, in der wärmeren Jahreszeit wohl stark besucht…

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, trocken, ab Mittag etwas Sonnenschein, leichter kalter Wind aus O (bis 10 km/Std.), ca. 0 bis 4°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 9. März 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.0 km: Gottschalkenberg (1148 m) – Charenboden (1162 m) – Muetegg (1204 m) – Wegkreuz P. 1122 – Mangelhöhe (1102 m) – Bruusthöchi (1176 m) – Grümel (1050 m, Wanderhütte) – Hintertann (1024 m) – Hinterschneidt (Wegkreuz P.945 m) – P.931 (Hinterwiden) – Klinik Adelheid (P.839) – Lütisbach – Erliberg (Mitteldorferberg Oberägeri) – Mitteldorferbach (P.856 m) – Ober- und Hinter-Haltenbühl (P.894) – Mattli (P.927) – P.1017 – P.1052 (Gireggwald) – Abschwändi (P.1137) – P.1140 – Charenboden – Gottschalkenberg
Aufstieg: ca. 585 m
Abstieg: ca. -554 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 15:00 Uhr