Für heute Sonntag der Hitze entfliehen war das Motto – also los in die Berge! Bis Linthal mit dem PW, ab dort bequem mit dem Postauto in einer halben Stunde hoch zum Hochtal Urnerboden – der grössten Alp der Schweiz (hier leben im Sommer etwa eintausend Rinder und Kühe). Die Talstation der Seilbahn zum Fisetenpass wird zu Fuss in etwa fünf Minuten erreicht. Kurz vor dem ersten Ansturm bestiegen wir nach kurzer Wartezeit die Kabine der Seilbahn (6 Personen), welche uns für zwölf Franken pro Person in acht Minuten zur Bergstation am Fisetenpass brachte. Ein kurzer Aufstieg zum Pass, wo der Blick zum Limmerental, zu Vorder und Mittler Selbsanft, und rechts zum Gämsfairenstock ging. Wir starteten auf dem ausgeprägten Pfad nach W (vorbei an der Verzweigung zum Gämsfairenstock via Rund Loch), Ober Orthalten heisst das Gebiet. Zur Rechten der Tiefblick zum Urnerboden, darüber die Bergkette der Jegerstöck. Nach anderthalb Kilometern in leichtem Auf und Ab erreichten wir das Hasentrittli, eine seilgesicherte Steilstufe, welche bei dieser Trockenheit gut zu gehen war. Nach ca. hundertfünfzig Höhenmetern Abstieg war der Gemsfairenboden erreicht – viele Alpenblumen, u.a. Enziane und Alpenleinkraut. Das Gemsfairenhüttli (ca. 800 voraus) war bereits zu sehen. Zur linken die von den Felswänden (Speichstock, Tüfelsstock) herunterfliessenden Moränen, zur rechten die feuchte Ebene Gemsfairenboden. In der Alpbeiz herrschte schon reger Betrieb – der Kafi crème und der hauseigene Nussgipfel vom Feinsten! Nach dieser Stärkung wählten wir den Aufstieg zum Griessbödemli – den Fahrweg über das Chlustrittli zur Klausenpassstrasse hinunter sparten wir auf für eine späterer Bikefahrt. Die Chlus (eine eindrückliche runde und ca. 400 m hohe Felsarena) umwanderten wir also oberhalb, Im Griess heisst das Gebiet. Der Weg zum Gletschersee zog sich hin und wurde zunehmend geröllig – recht alpin; Gelände, wie es uns gut gefällt. Im Griess ist in den letzten vierzig Jahren durch den Rückzug des Gletschers eine Geländemulde entstanden. Jeweils ab Spätsommer versiegt der oberflächliche Abfluss, da ein Teil des Seewassers unterirdisch abfliesst. Im Winter fällt dann der trockene Schnee. Im Frühjahr kann der Seewasserspiegel durch Schmelzwasser schnell ansteigen und sich hinter den winterlichen Schneeablagerungen aufstauen. Sobald der Wasserspiegel die höchste Kote der Schneeablagerungen erreicht hat, frisst sich das Wasser durch den Schnee, und es kann zu einem flutwellenartigen Ausbruch mit entsprechenden Hochwasserereignissen entlang des Fätschbaches im Gebiet Urnerboden bis zur Einmündung in die Linth bei Linthal führen. Am Seelein angekommen, tummelten sich viele Wanderer, von denen einige sogar im eisigen Wasser schwammen. Über ein mobiles Brücklein überquerten wir den Fätschbach um auf gerölliger Spur das etwa 80 m hohe Firnband zu übersteigen. Am höchsten Punkt angelangt, begann der Abstieg zum Klausenpass. (zweihundert Höhenmeter über anderthalb Kilometer). Im obersten Bereich waren noch einige Altschneefelder zu queren. Hier taten sich einige vom Pass hochkommenden Flipflop-Wanderer etwas schwer… Auf dem Pass angekommen, übten wir die Rückkehr in die Zuvilisation – zuviel Blech, zuviel Volk oft mit zuvielen Kilos. Die kurze Wartezeit nutzten wir für eine Jause (Alpkäse, Salsiz, Erdinger zero). Die Postautofahrt zum Urnerboden und nach Linthal hinunter zum Abschluss war dann ein grosses Vergnügen.
Fazit:
Eine eindrückliche Panoramawanderung vorbei an der Nordwand des Clariden.
Wetterverhältnisse:
Erste Hitzeperiode in diesem Sommer, Temperatur bei ca. 22° (Fisetenpass). Wind kaum spürbar bei ca. 5 km/h N.
Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS
Parameter:
Tourdatum: 21. Juni 2026
Schwierigkeit: T2
Strecke: 9.63 km: Fiseten, Bergstation der Seilbahn Urnerboden-Fisetenpass (2008 m) – Fisetenpass (2034 m) – Hasentrittli – Schit – Gemsfairenboden – Gemsfairenhüttli (1947 m) – Griessbödemli – P.2080 – Gletschersee Im Griess (2098 m) – Firnband – Chlaridenbödemli – Klausenpass (1948 m)
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 432 m
Abstieg: ca. -487 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 05 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:35 bis 13:40 Uhr










































