Genusstage im Domleschg (1): Burgenwanderung zu den Felsritzungen von Carschenna

Zum jährlichen Treffen mit unseren ssssssWanderfreunden versammelten wir uns im ehemaligen Armenhaus Paspels, welches Ausgangspunkt für unsere Wandertage im Domleschg war. Nach dem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse (mit schönstem Ausblick zum Piz Beverin) beschlossen wir eine kurze Einlauftour ab Sils i. D. zu dessen Burgen und den Felsritzungen von Carschenna. Bei bestem Hochsommerwetter starteten wir mitten in Sils. Die ersten Aufstiegsmeter bis hinauf zur Burg Hohenrätien waren identisch mit der uns schon bekannten ViaSpluga-Strecke. Vorbei an der Burg Ehrenfels (heute eine Jugendherberge), stiegen wir über einen etwas steileren Pfad im Schatten spendenden Wald hoch. Nach einer Dreiviertelstunde war die 250 m über Thusis und Sils gelegene Burg erreicht. Der Ausblick reicht von der Nordseite der Viamala über den Einschnitt des Verlorenen Lochs ins Domleschger-Tal und im Norden bis zu den schneebedeckten Bergen (Ringelspitz, Calanda). Nach längerem Verweilen stiegen wir kurz ab zurück auf die Route der ViaSpluga und weiter bis zum P.974, von wo wir – den Wald verlassend – über eine Fahrstrasse P.1071 erreichten. Ab jetzt wurde es flacher, links und rechts schönste Magerwiesen in voller Blüte, vorbei an wunderbar gelegenen Maiensässen. Ungefähr auf etwa 1140 m. ü. M. hielten wir links (in Richtung N), um einen toll gelegenen Aussichtspunkt zu erreichen. Nach einer Fotosession liefen wir auf dem Grätchen ein paar Meter hoch bis zum höchsten Punkt unserer Wanderung; nicht ohne die nahe gelegene Grillstelle zu besuchen und erneut zu pausieren (Genuss – das Motto unseres diesjährigen Wandertreffs); im Hintergrund der Piz Scalottas.

Nach der Rast begann eine kurze Suchaktion nach dem richtigen Pfad zu den Felsritzungen von Carschenna – die wir dann auch problemlos fanden (Wegweiser Felszeichnungen). Die Felsbilder von Carschenna sind die ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur in der Region der Viamala. Sie sind 1965 zufällig durch einen Forstbeamten entdeckt worden und anschliessend durch das Rhätische Museum freigelegt worden. Auf etwa einem Dutzend Felsplatten, die sich über eine Distanz von ca. 400 m verteilen, sind unzählige Zeichen und Sujets geritzt. Vergleiche mit anderen, zum Teil datierten Felszeichnungen, lassen einen Ursprung auf die Bronze- und Eiszeit zu (1800 vor Christus). Der Weiterweg führte hinunter auf eine Forststrasse, dann in ein paar Kehren hinunter nach Salatschas. Kurz vor Campi (oberhalb Hauptstrasse und Bahnlinie) querten wir an einem etwas abschüssigen Hang und durch Steinschlaggalerien (oberhalb des alten Bahnhofs RhB Sils im Domleschg) bis zur Burg Ehrenfels. Von dort erfolgte der Abstieg auf der bereits bekannten Aufstiegsstrecke, bis wir mitten im Dorf Sils „landeten“ – die Gartenbeiz des Campell erwartete uns bereits.

Fazit:
Eine gemütliche Einlauf- und Kommunikationstour war das – gerade richtig, um die etwas geschundenen Kniegelenke eines Teils unserer Gruppe nicht zu arg zu strapazieren. Kampfwandern war jedenfalls heute und auch in den nächsten Tagen nicht angesagt.

Parameter:
Tour-Datum: 4. Juli 2016
Schwierigkeit: T2
10.038 km: Sils i. D. (Parkplätze im Zentrum bei der Gemeindekanzlei) – Burg Ehrenfels – Burg Hohenrätien – P.974 – P. 1071 – Carschenna – Crap Carschenna – Caltgeras – Salatschas – Burg Ehrenfels – Sils i. D.
Aufstieg: ca. 592 m
Abstieg: ca. -545 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 54 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 49 Min.
GPS-Maschine: Garmin Montana 600, Topo Schweiz V.4

Kamera:
Nikon Coolpix P900 (Bridgekamera)

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