Guscha – ehemalige Walsersiedlung oberhalb St. Luzisteig

Heute unternehmen wir eine Kurzwanderung: Besuch der ehemaligen Walsersiedlung Guscha, welche oberhalb St. Luzisteig liegt. Wir starteten nahe der Passhöhe beim Abstellplatz an der Strasse nach Maienfeld. Der Pass verbindet Maienfeld mit dem nördlichen Talort Balzers FL. An der nördlichen Pass-Kulmination liegt, geschützt von einem alten Graben, die historische Festung St. Luzisteig mit einem Torgebäude von 1702, die heute noch als Kaserne der Schweizer Armee genutzt wird. Vorbei am Landgasthof St. Luzisteig nahmen wir den Guschaweg, östlich vorbei an der militärhistorischen Festungsanlage. Bald erreichten wir den Guschaturm, ein historischer Wehrturm aus den Jahren 1853-1855 auf der St. Luzisteig in der Gemeinde Maienfeld gelegen. Errichtet wurde der Turm während des Krimkriegs als Teil der Befestigungsanlage der Passhöhe St. Luzisteig. Er wird auch als Malakoffturm oder Hungerturm bezeichnet. Den Namen Hungerturm erhielt er, weil dort im Jahr 1871 straffällig gewordene Soldaten der internierten Bourbaki-Armee festgehalten wurden. Nach dem Turm wurde das Gelände steiler, teils bis 20°. Eine nicht markierte Abkürzung ignorierten wir. Zum Glück verlief die Strecke bis kurz vor Guscha im Wald – die Sonne hätte uns sonst bestimmt Mühe bereitet. Nach 75 Minuten erreichten wir die ehemalige Walsersiedlung. Grund für unseren Besuch war auch das Wiedersehen mit Marianne und Peter, welche an diesem Wochenende Teil des Wirte-Teams sind. Tagessalat, Winzerrisotto mit Luganighe, Kuchen – ein Genuss auf dem sonnigen und aussichtsreichen Platz vor der Wirtschaft. Es gibt übrigens den Verein Pro Guscha, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich der Pflege und dem Unterhalt der bestehenden Bauten widmen. Der Verein, der sich aus Spenden, Gönnerbeiträgen, Aktiv- und Passivmitgliederbeiträgen, sowie aus Erträgen aus dem Guscha-Beizli finanziert, kann die finanziellen Mittel für diese Bauprojekte nicht aus eigenen Mitteln aufbringen und er ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen; Aktiv- und Passiv-Mitglieder und Gönner sind also hochwillkommen. So viel Werbung muss sein! Nach dem Mittagessen besuchten wir den hundertachtzig Meter weiter nördlich und ca. zwanzig Meter höher liegenden Aussichtspunkt Büel. Hart am Abgrund zum Guschatobel reicht der Ausblick über das Rheintal bis zum Alpstein. Für den Abstieg nahmen wir denselben Weg wie für den Aufstieg. Doris versuchte es für einen kurzen Abschnitt auf der unmarkierten Abkürzung. Unterwegs ein kleiner Stolperer, der ihr leider am rechten Fuss eine kleine Zerrung eintrug. Vorbei am Guschaturm, flachte die Strecke etwas ab. Oberhalb der Festungsanlage leuchtete das intensive Grün der Weiden im herbstlichen Nachmittagslicht. Beim P angekommen, entschieden wir uns für die verkehrsärmere Rückreisevariante über Buchs, Grabs, Gams und durch das Toggenburg. Ein schöner Abschluss eines Wander- und Ausflugtages, der alles bot, was uns in der Natur und Bergwelt gefällt – einfach herrlich!

Fazit:
Eine geschichtsträchtige Wanderung, nicht zu lang, aber trotzdem schweisstreibend.

Wetterverhältnisse:
Herbstlich schön, 17 bis 20°, Wind 9 km/h NW

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 12. September 2026
Anforderung: T2
Strecke: 7.5 km, St. Luzisteig (716 m) – Guschaweg – Steigwiesen – P.728 – P.776 – Guschaturm – Rappatobel P.835 – Windegg – Guscha (1112 m) – Büel (1130 m) – Rückweg wie Aufstieg
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 435 m
Abstieg: ca. -435 m
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 15 Min.
Laufzeit ohne Pausen: ca. 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:30 bis 15:45 Uhr

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