Klettgauer Panoramawanderung im Blauburgunderland

Es gibt Weintrinker, und dann gibt es die Weinliebhaber – und dann gibt es solche, die behaupten, den Blauburgunder nicht zu lieben, wohl aber den Pinot Noir. Sorry für die kurze und belustigende Anekdote. Die Idee, das Hügelland oberhalb Hallau zu bewandern, fassten wir nach einem Chat mit Richi, unserem der Liebe wegen nach Schaffhausen emigrierten Zürcher. Er und Susanne stehen noch im Arbeitsleben, wir hingegen dürfen spontan sein. Also fuhren wir ins Chläggi, wo wir vor etwa fünfzig Jahren letztmals zu Fuss unterwegs waren. Und so viel im Voraus: verändert hat sich die schöne Landschaft zum Glück nicht. Der hier wachsende Wein allerdings hat sich zum Guten entwickelt. Also nahmen wir diese aussichtsreiche Wanderung voller Freude unter die Füsse. Etwa zwei Kilometer nach dem Start auf der Siblingerhöhe erreichten wir unterhalb Hammel am Oberhallauerbärg den heute höchstgelegenen Punkt (ca. 610 m.ü.M.). Im leichten Auf und Ab kommen wenige Höhenmeter zusammen, aber eigentlich verläuft die vierzehn Kilometer lange Strecke ziemlich familien- und seniorenfreundlich flach und auf guten Wegen. Unterwegs gibt es unzählige schmucke Rebhüüsli und Bankniederlassungen – immer an schönsten Aussichtslagen. Übrigens: unterwegs gibt es keine Beizen, ausser vielleicht beim Berghof oberhalb Hallau (nach ca. 5 km), wo hofeigene Produkte zu haben wären. Zu früh für uns, also wanderten wir vorbei. Aber wir hatten ohnehin gut vorgesorgt, so dass wir am Hallauerberg an aussichtsreicher und sonniger Lage die wunderbare Aussicht (die Fernsicht war etwas getrübt) geniessen konnten – nur halt ohne Blauburgunder im Glas. Das hatte auch was Gutes, denn dank Klarblick machten wir in etwa 130 km Entfernung die Berner Oberländer Monumente EMJ aus. Auf dem Weiterweg kamen wir am gut ausgestatteten Rastplatz Rummele vorbei. Hier in der Nähe soll es Wegweiser sei Dank einen Skilift Egg geben (wie bitte?). Dem fehlenden Schnee sei Dank also kein Gedränge hier oben. Etwas weiter oben, genau über unseren Köpfen, die Anflugroute zum Flughafen – in Minutenfolge ordneten sich die Riesenvögel zum Landeanflug ein. Ob die Flieger alle ausgelastet waren? Wir sorgten uns nicht, sondern liessen uns von der Landschaft betören. Kurz nach dem Rummelenhof erreichten wir den Wilchingerbärg, auf dessen Rücken wir den Hof Berghaus – nahe der Landesgrenze zu Deutschland – erreichten. Nun wurde der etwa vier Kilometer lange Abstieg nach Trasadingen hinunter einsehbar. Vorbei am Bruderhof, wo uns in einem riesigen Gehege hunderte von Truten begrüssten, gelangten wir wieder in die Nähe der Weinberge. Nach einer erneuten Richtungsänderung am Hof Wilchingerberg vorbei erreichten wir das Waldgebiet Schlaapfi. Weil gerade Holzarbeiten im Gange waren, wichen wir an den westlichen Waldrand aus, um entlang dem Staanacker die ersten Häuser von Trasadingen zu erreichen. Jetzt bemerkten wir auch, dass uns noch zehn Minuten Zeit blieben für die rund 1.2 km Strecke bis zum unterhalb des schmucken Weindorfs liegenden Bahnhofs. Was für eine Punktlandung: quasi in letzter Sekunde bückten wir uns unter der sich bereits schliessenden Barriere durch und stolperten auf den Bahnsteig – einsteigen, zwölf Minuten Verschnaufpause bis Beringen.

Fazit:
Den Frühling auf eine landschaftlich derart reizvollen, und einfachen Wanderung zu begrüssen – es gibt kaum schöneres! Die Strecke könnte gut auch in entgegengesetzter Richtung begangen werden. Wir zogen es vor, jahreszeitlich bedingt von O nach SW zu laufen.

Wetterverhältnisse:
Frühlingshaft mild, Temperatur bei ca. 13° (beim Start), im Tagesverlauf bis 22°. Wind kaum spürbar 7 km/h NO

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Kartenmaterial, GPS

Parameter:
Tourdatum: 8. April 2026
Schwierigkeit: T1 (durchgehend gelb markiert)
Strecke: 14.3 km: mit dem Bus ab Beringen zum Startpunkt, Siblingerhöhe (555 m) – P.577 – Oberhallauerbärg – Hinterer Berghof (584 m) – Fuchshaalde – Im Peter, P.507 – Rappehaalde – Bergkirche St. Moritz (493 m) – Braatele – Hallauerbärg – Rummele (590 m) – Rummelenhof, P.567 – Wilchingerbärg – Berghaus (566 m) – Bruderhof (515 m) – Hof Wilchingerberg – Schlaapfi – Staanacker – Am Bärgli – Trasadingen, Bahnhof (404 m)
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 219 m
Abstieg: ca. -369 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:50 bis 15:20 Uhr

Schreibe einen Kommentar