Monte Oliveto Maggiore – un giro in Creti Senesi

Santa Maria Abbazia di Monte Oliveto Maggiore – eigentlich kein Berg, sondern eine weitläufige Klosteranlage, dessen Gründungsurkunde aus dem Jahre 1319 stammt. Noch heute wird die Abtei von der Benediktinerkongregation von Santa Maria di Monte Oliveto Maggiore geleitet. Der Abtei vorgelagert der Torre mit dem touristischen Teil der Anlage, einem Restaurant und nahe gelegenem Parkplatz. Soviel in Kürze zum historischen Hintergrund.

Seit wir einen kleineren Teil unseres Lebens in der Toscana verbringen, zieht uns diese von Verwitterung und Erosion geformte Landschaft – Crete senesi heisst sie – an. Hier gibt es viele Wandermöglichkeiten und auch mehr oder weniger gut markierte Wege. Heute wollen wir einen Giro, eine Umrundung des Monte Oliveto Maggiore, unternehmen. Während es die meisten Besucher bei einem Rundgang durch die Klosteranlage beliessen und abschliessend in der Bar standeten, liefen wir westlich der Kirche hinunter zum Flüsschen la Borraia. Schattig und stellenweis morastig das Gelände – zur Freude von Doris (Schuhreinigung drohte!). Vom tiefsten Punkt stiegen wir hoch bis zum Hof Pioco, und ab hier nun voll an der Sonne auf dem befestigten Fahrweg zum hübschen Dörfchen Chiusure; immer schön entlang der Abbruchkanten der Crete. Unterwegs begleiteten uns wunderbar intensive Gerüche wilder Kräuter (Wildfenchel, Currykraut, Kamille, usw.) – eigentlich schade, dass sich solche Gerüche nicht fotografisch festhalten lassen – aber vielleicht kommt das noch…

Auch wenn die Wanderung bis hierher wenig anstrengend war, kam uns die in der Dorfmitte stehende Bar del Paradiso gerade richtig. Crodino, Capuccino und eine Paste dazu musste sein. War die Landschaft schon bis hierhin spektakulär, kamen jetzt noch die typischen Toscana-Bilder dazu: junges Grün auf den weiten Feldern, intensives Rot des Mohn (Papavero) und natürlich von Zypressen gesäumte Strässchen. Fotosujets noch und noch (siehe Bilder). Südlich des Dorfausgangs führte uns der Weg nahe der Crete vorbei. Nach einem Kilometer hielten wir rechts, um den Weg Nr. 515 (der nach San Giovanni d’Asso hinunterführt) zu verlassen. Weiter gings noch immer auf dem Weg Nr. 515 – weshalb die Wege gleich bezeichnet sind, weiss der Kuckuck. Ach ja, der schöne Ruf dieses Vogels begleitete uns auf der gesamten Wanderung – für Musik war also gesorgt. Nach leichtem Auf und Ab erreichten wir den verlassenen Hof Fornacino. Hier dann der Irrtum des Tages: für uns war klar, dass wir auf dem Fahrsträsschen weiterliefen. Kurz vor dem Pod. Terzopacino begegneten wir einer in einem Pickup heranfahrenden Engländerin, welche sich als Einheimische outete und uns aufklärte, dass es ab Terzopacino nicht mehr weiter gehe (Proprieta privata, divieto l’accesso). Sowas hatten wir geahnt, weil uns unterwegs ein paar (geöffnete) Absperrungen zweifeln liessen. Macht nichts, wir hatten Zeit und waren ohnehin gut drauf, zurück also bis Pod. Fornacino. Hier suchten (und fanden) wir die gut versteckte Wegmakierung. Ab jetzt führte ein Trampelpfad durch ziemlich stark verbuschte Pampa. Von der vermuteten schönen Aussicht ins Land sahen wir vorerst nichts. Dafür hockten plötzlich zwei Wanderinnen mitten im Weg. „Salve, un bel posto che avete scelto” – “Hallo, das hier ist eine Barrikade”. Sowas kam uns auch gerade in den Sinn. Die zwei deutschen Frauen (Mutter und Tochter wohl) meinten dann noch etwas unsicher “see you later”. Damit war klar: italienisch konnten sie nicht. Und: gesehen haben wir sie später nicht mehr😊. Nach wenigen Metern öffnete sich die erwartete Aussicht, das Panorama ging nach Montalcino und reichte bis nach Siena – Traumlandschaft. Bald war auch die befestigte Fahrstrasse mit der Verzweigung Weg Nr. 515/552 erreicht; wir hielten rechts auf 552. Nach ein paar Serpentinen fanden wir einen schönen Platz, um unsere Mittagsrast abzuhalten. Die Panini waren gut gefüllt und schmeckten entsprechend lecker. Nach ausgiebiger Pause zogen wir weiter, vorbei an schönen, aber leider verlassenen Höfen (Pod. Belvedere, Pod. Castello). Über mit Zypressen gesäumte Serpentinen erreichten wir eine kleine Brücke über das ziemlich ärmliche Rinnsal Fosso del Vespero. Hier verliessen wir den 552er, der nach Buonconvento hinunterführt. Auf kurzem Weg steil hinauf bis zur geteerten Strasse, welche von Buonconvento nach Asciano führt. Leider hofften wir vergebens, den Rest von ca. 3 km zurück zum Ausgangspunkt nicht auf Asphalt gehen zu müssen. Zum Glück war die Strasse nicht stark befahren. Dank dem Landschafts-Kino links und rechts war es recht kurzweilig. Dennoch waren wir – nach 18 km Strecke – froh, die Abtei wieder erreicht zu haben. Im schattenspendenden Garten des Restaurants löschten wir den Durst. Die Rückfahrt durch die uns sehr vertraute Landschaft war dann abschliessender Genuss (bei einer Aussentemperatur von 27°!).

Fazit:
Eine fast schon hochsommerliche Rundtour in dieser einmalig schönen Crete-Landschaft. Einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Sommertag, Temperatur bei ca. 20 bis 25°

Parameter:
Tour-Datum: Pfingstsamstag, 19. Mai 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 18.2 km (davon 2 km Umweg*), Abbazia di Monte Oliveto Maggiore (273 m), gebührenpflichtiger Parkplatz beim Torre, vorbei an der grossen Klosteranlage, Abstieg im Mischwald zum Rinnsal la Borraia – Aufstieg, ab Pioco schliesslich auf befestigter Naturstrasse zum Dörfchen Chiusure (401 m) – südliche Umwanderung der Crete Weg Nr. 515 – Pod. Fornacino, ab hier der Verhauer* bis Pod. Terzopacino (268 m) und wieder zurück –  ab Pod. Fornacino in Richtung SW (Nuova di Gre) – über einen mehr oder weniger ausgeprägten Pfad bis eine Naturstrasse erreicht ist (Verzweigung Weg Nr. 515/552) – weiter auf 552 – Pod. Belvedere 258 m – Pod. Castello 210 m – Brücke über den F.so del Vespero –  Weg Nr. 552 nach rechts verlassend – steile Naturstrasse hoch zur Hauptstrasse  (Buon-convento-Asciano), auf dieser über San Nazzario – Bollano – Abbazia di Monte Oliveto Maggiore
Aufstieg: ca. 559 m
Abstieg: ca. -531 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 15:15 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

4 Gedanken zu „Monte Oliveto Maggiore – un giro in Creti Senesi“

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