Obervinschgau – Nauders Bergkastel 2176 m – Plamort-Panzersperren 2020 m

Heute unternahmen wir eine Biketour im Grenzland Obervinschgau/Österreich, unsere vertrauten Einheimischen Jörg und  Roman mit dabei, Victor war leider verhindert. Start wie auch schon bei einem Abstellplatz unterhalb der Fischerwiesen und dem Haidersee am oberen Ende der Malser Haide. Einfahren auf dem schön angelegten Radweg entlang dem westlichen Ufer des Haidersees. St. Valentin auf der Haide war bald erreicht. Die Weiterfahrt dann am orografisch rechtsliegenden Ufer des Reschensees. Kurz vor dem touristischen Ort Reschen erreichten wir den Ortsteil Altreschen und unmittelbar danach den Pass. Hier verläuft die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Donau (vermittelt über den Valmiurbach und den Inn) und der am Reschen entspringenden Etsch*, also zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer. Nach der (flachen) Passhöhe wenige Meter abwärts, nahe der Passstrasse, bis zum Fuhrmannsloch. Vor uns nun der schweisstreibende Aufstieg über 6.5 km (700 Hm) bis zum heute höchstgelegenen Punkt Bergkastel. Viel los hier oben, im Winter ist hier wohl noch mehr Rambazamba, das eindrückliche Skigebiet erstreckt sich bis auf 2670 m.ü.M. Im gut besuchten Bergrestaurant verpflegten wir uns ausgiebig. Den «verlängerten» Kaffee genossen wir hundert Höhenmeter weiter unter auf der schönen Stieralm auf Bergkastelalpe – mit bester Aussicht nach Nauders hinunter und zu den Samnauner Gipfeln. Von hier fuhren wir südwärts zur bereits sichtbaren Panzersperren von Plamort. Der wurzelige und steinige Singletrail verlangte etwas Kozentration, aber schliesslich schafften wir die ca. 800 m lange Strecke sturzfrei. Beeindruckend dieses schöne Moorgebiet mit den Panzersperren. Die Staatsgrenze überquerten wir auf einem Holzsteg, um danach den gesamten Hügel Plamort zu befahren – Wanderer und Biker hübsch pachific. Nach dem Austausch mit einem lustigen Luxemburger Pärchen folgte die Fotosession auf einem besonders ausgesetzten Felskopf – richtig Instagram-wirksam… Dann folgte die Abfahrt hinunter nach Reschen, immerhin 500 Höhenmeter über 6 Kilometer auf guter Forststrasse. Etwas oberhalb von Reschen besuchten wir die abseits des Weges gelegene Etsch-Quelle*, welche zu Fuss in drei Minuten zu erreichen war. In Reschen selbst hielt uns nichts, bei über dreissig Grad zog es uns in die Nähe des Sees. Auf dem staubigen Uferweg war wie bereits vor einer Woche viel Verkehr. Die zwölf Kilometer Fahrt den beiden Seen entlang war erholsam, und der Ortler immer im Blickfeld. Noch erholsamer der Bier-Stopp im nagelneuen und schön gelegenen Camping-Restaurant in St. Valentin auf der Haide. Danach folgte die kurze Schlussfahrt entlang dem schattigen rechten Ufer des Haidersees bis an dessen Südende, wo wir den Startpunkt bei der Fischerwiesen erreichten. Gross unsere Zufriedenheit über eine sehr abwechslungsreiche und sportliche Tour; wir verabschiedeten uns zur getrennten Rückfahrt – danke herzlich Jörg und Roman für diesen wiederum wunderbaren Tag!

Fazit:
Eine ansprechende Rundfahrt mit einigen Höhenmetern und über Singletrails im nahen Obervinschgau und im Grenzland I/A – in einer für uns neuen Gegend!

Interessant*:
Ein Besuch der etwas abseits gelegenen Etschquelle und der kurze Fussmarsch dorthin lohnt sich sehr. Die Etsch entspringt auf rund 1550 Metern über dem Meer. Auf 415 Kilometer Länge fliesst diese hinunter zur Adria. Schliesslich ist die Etsch der zweitlängste Fluss in Italien. Am Reschenpass befindet sich die Wasserscheide. Wäre die Quelle nur wenige Meter weiter nördlich, würde das Wasser nicht in die Adria, sondern zur Donau und ins Schwarze Meer fliessen. Auf dem Weg zur Quelle liegt noch ein weiterer sehenswerter Ort versteckt, der Bunker 20. Dabei handelt es sich um einen Bunker, der Teil des Alpenwalls war. Er ist der einzige renovierte Bunker am Reschen und im Rahmen einer Führung zugänglich. Der Bunker 20 hängt mit der nahen Etschquelle zusammen: damit die Soldaten im Falle der Belagerung Wasser zum Überleben gehabt hätten, wurde von der Etschquelle Wasser in den Bunker geleitet.

Wetterverhältnisse:
Hochsommer im August, hübsche Bewölkung, viel Blau, kaum Wind, ca. 29°(auf 2200 m.ü.M.)

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial Kommot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 12. August 2025

Schwierigkeit:  WS=Gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills).
Strecke: 44.7 km (), Fischerwiesen, Südende Haidersee (1460 m) – St. Valentin auf der Haide (1460 m) – Reschensee – Kaschon (1520 m) – Spin (1522 m) – Giern (1530 m) – Pitz (1503 m) – Altreschen (1513 m) – Reschenpass (1504 m) – Landesgrenze I/A (1458 m) – Fuhrmannsloch (1424 m) – Kastelwald (P.1619, P.1666, P.1868) – Bergkastelalpe, Bergrestaurant Stieralm (2055 m) – Bergkastell (2176 m) – Stieralm – 800 m Singletrail bis Plamortböden (Biotop, Panzersperren, 2020 m) – Singletrail über Plamort (2017 m) – Grüneben – Landesgrenze I/A, Wegkreuz – Fussweg zur Etschquelle (1550 m) – Reschen (1513 m) – Arlund (1502 m) – Graun (1501 m) – Staumauer (1502 m) – St. Valentin auf der Haide (1461 m) – Haidersee – Fischerwiesen
Aufstieg:
ca. 990 m
Abstieg: ca. -990 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 45 Min. (viele Einkehrstopps…)
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 00 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 17:00 Uhr

Schreibe einen Kommentar