Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 1|5: Alp Sadra – Funtauna Grossa

Seit dem relativ ergiebigen Schneefall im November gabs im Tal in den letzten Wochen lediglich ein paar Zentimeter dazu. Nicht wie nördlich und in den Alpen wird der Schnee hier jeweils aus Süden «produziert»; dafür verantwortlich ist in der Regel das sog. Genua-Tief. Wir Schneeschuhläufer dürfen nicht jammern, die Tourenskifahrer schon… Für den ersten Tourentag suchten wir also ein nach Norden/Osten ausgerichtetes Gebiet aus. Nach dem Fussmarsch ab Fuldera montierten wir die Schneeschuhe in Fuldera Daint. Entlang der Multa Daint trampten wir über die dünne Schneeunterlage über Wurzel und Steine zum Punkt 1703 (Plaun Multa Dora). Ab dort etwas stärker ansteigend zum Wasserreservoir bei Punkt 1733, dann über Fastais – noch im Wald (über Stock, Eis und Stein) – hoch zur Lichtung Plaun Grond. Bei Punkt 1849 die Richtungsänderung nach S, mittlerweile auf etwas Schnee und auf der Forststrasse. Bei den Schutzbauten im Val Ruina (Punkt 1928) angekommen, drehten wir in Richtung N. Nach etwas mehr als einem halben Kilometer und 90 Höhenmetern waren die Gebäude der waldfrei und schön gelegenen Alp Sadra erreicht. Blinzelte die Sonne bisher nur spärlich durch das Grau, bereitete sie uns endlich etwas Wärme und schöne Weitblicke zur gegenüberliegenden Talseite (Lü, Muntet, Piz Terza). Zeit für eine Trinkpause. Hier bei 2046 m.ü.M. hatten wir den heute höchstgelegenen Punkt erreicht. Beinahe richtig Winter hier oben, ca. 40 cm Schnee. Auf der Alpstrasse liefen wir nun stetig absteigend – immer wieder über Eisflächen(!) – nach N, immer nahe der Wildruhezone (Schutzstatus «empfohlen», Schutzzeit 20.12. – 30.04). Im Waldgebiet Las Multas verliessen wir bei ca. Km 5 die Alpstrasse nach links, um nach kurzem Aufstieg über dreihundert Meter die wunderbar gelegene Lichtung Funtauna Grossa (1919 m) zu erreichen. Hier hielten wir Mittagsrast, stehend und an der Sonne; die Jagdhütte lag leider im Schatten. Nach der Stärkung folgte der Freeride-Abstieg über einen Tiefschneeabschnitt zum Waldrand hinunter. Im Wald dann über Stolperfallen (Steine, Wurzeln, Eis, kaum Schnee) zur Alp Sadra-Alpstrasse hinunter. Auf dieser zum Punkt 1863 und gemütlich weiter durch das Gebiet Palü Lunga (Punkt 1783). Nach dem Punkt 1715 (Ils Pizs) erreichten wir die Fläche Maschelnot und wenig später Fuldera Daint. Hier fertig lustig mit Schneeschuhen; nach fünfhundert Metern Fussmarsch endete unsere Tour beim Hotel Staila in Fuldera, wo wir uns mit einer Einkehr belohnten. Ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland!

Fazit:
Eine gemütliche Einlauftour bei wenig anspruchsvollen Verhältnissen (Neuschnee dringend erbeten!).

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, zunehmend sonnig, Temperatur beim Start -8°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, vor allem ab 1900 m (bis 40 cm Pulver), wenig Wind (ca. 5 bis 10 km/h OSO)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, >2200 m.ü.M. Triebschnee, Altschnee

Parameter:
Tourdatum: 12. Januar 2026

Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 9 km: Fuldera (1636 m) – Fuldera Daint – Multa Daint – Punkt 1703 (Plaun Multa Dora) – Val Ruina (Punkt 1928) – Alp Sadra (2046 m) – Las Multas – Funtauna Grossa (1919 m) – P.1863 – P.1715 (Ils Pizs) – Maschelnot – Fuldera Daint – Fuldera
Aufstieg: ca. 463 m
Abstieg: ca. -453 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 2 Std. 45 Min.
Tageszeit:
10:00 bis 14:00 Uhr

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