Mot ist der Begriff für einen Hügel, mit «s» ist Plural gemeint. Heute besuchten wir (Guide Roland, Paul, Sepp, Amandus, Doris und Ruedi) mindestens zwei solcher namenloser Mots (2437 m, 2439 m). Die Tour begannen wir in Buffalora, beim noch geschlossenen Gasthaus (Neueröffnung Februar 2026). Nach der Überquerung der beiden unter Eis liegenden Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl nahmen wir den mühelosen Aufstieg zu den Alpgebäuden der Alp Buffalora unter die Schneeschuhe. Nach etwa 0.8 km und 70 Hm hielten wir kurz vor der Alp rechts um eine neue Spur anzulegen; diese führte uns bei wenig Schnee (ca. 30 cm Pulver) ins Tälchen Fop da Buffalora (Fop = Senke, Tälchen, Mulde). Auf der rechten Seite die Erhebung Murtera da Chantun, welche genau auf der Nationalparkgrenze liegt und wo sich regelmässig viele Gämsen aufhalten. Die Strecke führte genau in Richtung Munt Chavagl (2543 m). Dieser liegt im Nationalpark und darf nicht begangen werden. Kurz vor dem Übergang in den Nationalpark überschritten wir den Sommerwanderweg, um den ersten der Mots anzusteuern. Dazu drehten wir nach links, also von W nach S. Recht steil (gelegentlich bis 30°) und über windgepressten Schnee mühten wir uns etwas ab. Einmal waren Wumm-Geräusche und ein deutlicher Knall zu hören; wäre das Gelände steiler gewesen, hätten wir wohl ein Schneebrett erlebt – der Riss war jedenfalls zu erkennen. Also suchten wir auf dem Weg zum höchstgelegenen Punkt sichere Tritte. Oben angekommen, hofften wir darauf, dass sich die Sonne durch den Dunst durchsetzt. Nichts von dem, ausser jeweils ein paar kurze Versuche. Dennoch genossen wir die Aussicht bei guter Fernsicht. Nur 1 km südlich der markante Gipfel des Munt Buffalora (2630 m). Nicht allzu stark der Wind, aber dennoch unwirtlich – also stiegen wir einige Meter ab um zum Nachbar-Mot aufzusteigen. Immer nahe der mit gelben Pfosten markierten Nationalparkgrenze, immer darauf achtend, diese nicht zu überschreiten; man weiss ja nie, ob uns plötzlich eine Drohne beobachtete. Ausserdem war der streckenweise verwächtete Grat gefahrvoll. Für kurze Zeit erblickten wir in etwa 30 km Luftlinie den Piz Bernina und den Piz Morteratsch. Der Tanz über die beiden folgenden Hügel bis zum Punkt 2439 brachten wir eilig hinter uns. Auf der Suche nach einem windgeschützten Platz (für die Mittagsrast) stiegen wir ab durch unverspurtes Gelände bis zur Baumgrenze und in die Nähe des bei den Minieras da Fier vorbeiführenden Sommerwanderwegs. Zeit für die Rast, im Windschatten einer schönen Föhre. Noch immer geizte die Sonne, drang nur spärlich durch den Dunst – eine geheimnisvolle Stimmung! Bei Punkt 2196 trafen wir auf Nachbar Andreas – das Wiedersehen musste gefeiert werden: danke für die Betschla-Runde, lieber Andreas! Jetzt der weitere Abstieg über die Alp Buffalora – mittlerweile bei prächtigem Sonnenschein. Danach folgte der Gang durch das liebliche und ziemlich vereiste Val Murtaröl. Etwas östlich der Gebäude der Alp Buffalora erreichten wir wieder die beiden eingefrorenen Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl, welche wir vorsichtig überstiegen. Beim Gasthaus Buffalora warteten wir auf das Postauto, welches uns ins Val Müstair zurückbrachte. Ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland.
Fazit:
Eine sehr abwechselnde Tour bei streckenweise anspruchsvollen Verhältnissen (Triebschnee, Lawinengefahr).
Wetterverhältnisse:
Bedeckt, zunehmend sonnig, Temperatur beim Start -10°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 2000 m (ca. 40 cm Pulver, streckenweise überfrorener Triebschnee), Wind (ca. 10 bis 20 km/h OSO)
Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS
Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, Triebschnee, Altschnee (Triebschneeansammlungen der letzten Tage überlagern eine schwache Altschneedecke).
Parameter:
Tourdatum: 13. Januar 2026
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 10.4 km: Buffalora Postautohaltestelle P10 (1968 m) – Alp Buffalora (2033 m) – Fop da Buffalora – Nationalparkgrenze (2378 m) – Mots (2437 m, 2439 m) – Minieras da Fier – P.2196 (Hütte) – Alp Buffalora – Val Murtaröl (2085 m) – Buffalora (P.1978) – Buffalora Postautohaltestelle P10
Aufstieg: ca. 519 m
Abstieg: ca. -517 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 45 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:45 Uhr































