Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 4|5: Mot Radond 2491 m

Heute werden wir (Amandus, Paul, Doris und Ruedi) von unserem Guide Roland auf ein für uns neues Gipfelziel geführt – Mot Radond (2491 m, Hangneigung bis 34°). Start wie bereits gestern auch bei der Talstation MInschuns (Era Sura). Für die Strecke von 800 m (ca. 80 Höhenmeter) hoch zur Alp da Munt benötigten wir knapp zwanzig Minuten. Am noch geschlossenen Restaurant vorbei wenige Meter hoch zum Panoramaweg, der zur Alp Champatsch führt. Der Höhenweg war auch bei dieser Schneelage gut zu begehen – Schneeschuhe werden eigentlich erst ab Juata benötigt. Das Panorama ins Tal und zu den Ortleralpen entzückte. Auf etwa 2250 m.ü.M. war der vorerst höchste Punkt erreicht – nun begann der Abstieg durch schönsten Arven- und Föhrenwald, hinunter zum oberen Bereich der Alp Champatsch. Jetzt hielten wir nach Norden, vor uns dreihundert Höhenmeter Aufstieg über zwei Kilometer. Vorerst rückte der Gipfel noch nicht ins Blickfeld; lediglich der von uns schon einmal bestiegene Pizzo Rolando (2245 m) zeigte sich. Erst oberhalb Murters da Champatsch auf etwa 2370 m.ü.M. zeigte sich der Mot Radond. Nach Überquerung einer kleinen Ebene begann der Gipfelzustieg – der hatte es in sich. Kleine Wächten, bis zu 34° steiles Gelände, keine Spuren, felsdurchsetzte mit Triebschnee belegte Stufen. Roland war erfahren genug, den für uns guten Weg zu spuren. Dabei hatten wir die nahe Wildruhezone «Murters da Champatsch» (Schutzstatus empfohlen, bitte nicht betreten) zu beachten. Um halb eins war der Gipfel erreicht. Bergheil – Bütsch al Piz! Die etwas windige Lage bewegte uns, die Gipfelrast im Abstieg etwas weiter unten abzuhalten. Kurz vor Erreichen der Murters da Champatsch trafen wir auf die Gruppe Severin/Suse, welche den Minschuns umrundeten. Nach der Mittagsrast «spazierten» wir gemütlich weiter zur oberen Alp Champatsch und über den steilen Forstweg (trotz wenig Schnee nicht vereist) zum Alprestaurant La Posa hinunter. Hier war eine Einkehr Pflicht – in der kleinen gemütlich warmen Stube. Der Weiterweg nach Lü hinunter war dann nur noch reine Formsache. Nach vierzig Minuten Laufzeit in angekommen, verbrachten wir die Wartezeit auf das Postauto gerne im Hirschen, wo wir von Rosa Emilie und José wie immer sehr freundschaftlich bewirtet wurden – grazia ed a revair! Wiederum ein herzliches Dankeschön unserem Leiter Roland.

Fazit:
Eine spannende, doch etwas fordernde Tour bei streckenweise anspruchsvollen Verhältnissen (Triebschnee, Lawinengefahr).

Wetterverhältnisse:
Teilweise sonnig, teils bedeckt, trocken, Temperatur beim Start -4°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 2000 m ca. 20 cm Pulver, meist überfrorener Triebschnee), Wind ca. 10 km/h WNW

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, Triebschnee, Altschnee (Triebschneeansammlungen der letzten Tage überlagern eine schwache Altschneedecke).

Parameter:
Tourdatum: 15. Januar 2026
Schwierigkeit: WT3, höchste Neigung 34° im Gipfelbereich
Strecke: 12.3 km: Era Sura, Talstation Minschuns (2163 m) – Prada Sot – Alp da Munt (2212 m) – Senda Alp da Munt – P.2246 – Juata – Alp Champatsch – Maranguns (2275 m) – Mot Radond (2491 m) –  Maranguns – Alp Champatsch – Alprestaurant La Posa (2088 m) – Alpstrasse – Lü Daint (1949 m) – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 491 m
Abstieg: ca. -687 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 25 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 3 Std. 40 Min.
Tageszeit:
09:50 bis 15:15 Uhr

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