Schneeschuh-Tourenwoche 2026 Val Müstair 5|5: Wildbeobachtung auf Murtera da Chantun

Heute schlossen wir uns der grösseren Gruppe (Severin und Suse) an, während «unsere» Gruppe  Roland den Munt Buffalora bestieg, den wir schon oft besucht haben. Am und auf dem kleinen Murtera da Chantun, dessen höchster mit Punkt 2302 m einige Meter ausserhalb des Nationalpark liegt, tummeln sich in der Regel viele Tiere. Und das ist eine der Domänen Severin’s – darauf freuten wir uns (zu Recht). Die Tour begannen wir in Buffalora, beim noch geschlossenen Gasthaus (Neueröffnung Februar 2026). Nach der Überquerung der beiden unter Eis liegenden Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl folgte der kurze Aufstieg zu den Alpgebäuden der Alp Buffalora. Nordwestlich der Gebäude begangen wir die von uns vor drei Tagen angelegte Spur ins Tälchen Fop da Buffalora. Auf der rechten Seite die steilen Flühe des Murtera da Chantun. Die Strecke führte vorerst entlang dem eingeschneiten Bach aufwärts. Nach etwa zwei Kilometern, nach Austritt aus dem Wald, erste Bewegungen in den Föhren – wir verhielten uns still, um zu beobachten, wie drei, vier Gämsen in Richtung Felsen aufwärts flüchteten. Das Kletterkönnen dieser Tiere fasziniert uns immer wieder. Wir suchten uns einen sonnigen Platz für eine Trinkpause; oben an den Flühen in ca. hundert Meter Distanz waren bestimmt ein Dutzend Tiere zu sehen, welche unter Führung der Gamsgeiss aufstiegen. Zuhinterst mit Abstand folgte ein etwas langsameres Tier, vielleicht ein älteres oder krankes? Eindrückliches Kino! Statt zum höchsten Punkt aufzusteigen und die Tiere unnötig zu stören, liefen wir erst einige Meter nach N um dann in Richtung W die Parkgrenze zu erreichen. Von dort ging der Tiefblick zur Ofenpassstrasse hinunter. Bei einer der Grenzmarkierungen hielten wir nach S in Richtung Sommerwanderweg (der zum Munt la Schera führt). Die Unterlage nun winterlich, etwa 40 cm Pulver – ideal um eine Spur zu ziehen. Etwas unterhalb von 2300 m.ü.M. strebten wir eine (uns bekannte) Baumgruppe an – ideal um sich für die Mittagsrast niederzulassen, die Sonne zu geniessen, und den spannenden Geschichten Severin’s zuzuhören. Nach dem Aufbruch liefen wir nahe des WW zu den Minieras da Fier. Etwas weiter, am heute höchstgelegenen Punkt bei ca. 2350 m konnten wir das begangene Gebiet an der Murtera da Chantun nochmals überblicken. Jetzt erkannten wir auch, dass eine Tierspur in ungewöhnlichen Kreisbewegungen verlief – Severin meinte, dass es sich wohl um ein von der Gamsblindheit betroffenes Tier handle; vermutlich handelte es sich um das vorgängig am Schluss des Rudels aufsteigende Tier. Severin machte eine Meldung an den zuständigen Wildhüter. Etwas nachdenklich wanderten wir weiter in Richtung O um bald den kurzen Abstieg zu Punkt 2196 – dort wo die «Marangun»-Hütte steht, zu erreichen. Hier trafen wir auch auf die Munt Buffalora-Besteiger. Der weitere Abstieg über die Alp Buffalora führte über die uns mittlerweile vertraute Strecke über die Alp Buffalora – bei prächtigem Sonnenschein – danach durch das wilde und noch immer vereiste Val Murtaröl. Etwas östlich der Gebäude der Alp Buffalora erreichten wir wieder die beiden eingefrorenen Bäche Ova dal Fuorn und Ova da Murtaröl, welche wir gefahrlos überstiegen. Beim Gasthaus Buffalora warteten wir auf das Postauto, welches uns ins Val Müstair zurückbrachte. Ein herzliches Dankeschön unseren Leitern Severin und Suse.

Fazit:
Eine erlebnisreiche Tour bei unschwierigen Verhältnissen, streckenweise bei überraschend guten Schneeverhältnissen.

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, wenige Wolken, Temperatur beim Start -8°. Trotz wenig Schnee gute Tourenverhältnisse, ab ca. 1900 m (ca. 40 cm Pulver), Wind (ca. 8 km/h OSO)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig

Parameter:
Tourdatum: 16. Januar 2026
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 9.4 km: Buffalora Postautohaltestelle P10 (1968 m) – Alp Buffalora (2033 m) – Fop da Buffalora – Nationalparkgrenze (2293 m) – Minieras da Fier – P.2196 (Hütte) – Alp Buffalora – Val Murtaröl (2085 m) – Buffalora (P.1978) – Buffalora Postautohaltestelle P10
Aufstieg: ca. 385 m
Abstieg: ca. -385 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen:
 3 Std. 15 Min.
Tageszeit:
10:00 bis 14:45 Uhr

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