Selun 2204 m

Vorwort:
Die laufende Woche war ungewohnt anstrengend, weil wir unserem Haus neue Fenster verpassten. Super-Handwerker besorgten das in nur 2 Tagen – danach waren wir als Putz-Dream-Team gefordert. Zum Ausgleich gönnten wir uns heute eine Tour; ich bevorzugte den Dejenstock, Doris den Selun – auch gut, Hauptsache wir konnten uns etwas lockern🛠.

Bericht:
Start beim Parkplatz bei der Talstation der Seilbahn Selun; die ersten 670 Hm bewältigten wir in 10 Minuten in der Seluner Kisten(schaukel)bahn. Auf Strichboden angekommen, entstiegen wir der Kiste frohgelaunt. Erst auf dem Alpsträsschen Richtung Antenne laufend, verliessen wir dieses nach etwa 50 m rechts hochsteigend (rot-weiss-rote Markierung «Selun»). Der Anstieg auf den ersten Streckenmeter war moderat und führte vorbei an schönen Nadelbäumen und über hier typische Kalksteinplatten. Ab etwa 1680 m wurde es dann richtig steil – nicht zuletzt deswegen, weil direkt an der Kante aufsteigend. Vor uns der beeindruckende Nordrücken des Selun mit einer Streckenlänge von ca. 1.8 km und einer Höhendifferenz von ca. 500 m. Anfänglich in der Morgensonne aufsteigend, bemerkten wir den Wind (Föhnlage) nicht sonderlich; ungefähr ab 2000 m machte sich dieser stärker bemerkbar, weil sich die Sonne nun hinter dem Gipfel versteckte. Auf diesem schattigen Streckenteil war an einigen schmierig-rutschigen Stellen etwas Vorsicht angesagt – offensichtlich lag hier bis vor ein oder zwei Tagen Schnee. Nach einer Stunde und 20 Minuten hatten wir den Gipfel erreicht – weil wir alleine oben waren, genossen wir die Gipfelrast und die phantastische Fernsicht ausgiebig. Der Abstieg hinunter dann auf gleicher Strecke. Ab Strichboden wählten wir den sonnigen Weg in Richtung Alp Sellamatt. Vorbei am Wildmannlisloch, einer alpinen Karsthöhle (und nicht etwa Begräbnisstätte, wie die vielen Knochenfunde vermuten liessen). Die «Bewohner» sollen Jäger gewesen sein und lebten offenbar zum grossen Teil vom Fleisch der Höhlenbären, die sie in Fallen und durch Treibjagd erlegen konnten; wertvolle weitere Infos hier. Über die Breitenalp erreichten wir in gemütlichen auf und ab die Thurthalerstofel und damit auch den Bereich der Sellamatt. Auf dem gut markierten und kurzweiligen Wanderweg (Sagenweg) erreichten wir über LochhütteMittelstofelLämboden die Bergstation Sellamatt. Ab hier liessen wir uns mit der Sesselbahn hinunterschaukeln – den wunderschönen Ausblick zum Säntis und zum Wildhuser Schafberg geniessend.

Fazit:
Bilderbuch-Herbsttag, angenehme Temperatur (ca. 20°), ohne anspruchsvolle oder ausgesetzte Stellen, eine richtig familientaugliche Wanderung…

Parameter:
Tourdatum: 25. Oktober 2013
Schwierigkeit: T2
Anreise: PW-Anfahrt via Ricken – Wattwil – Starkenbach (P bei der Talstation Säss in Starkenbach). Rückreise: Postauto Alt St. Johann – Starkenbach, ab hier PW-Heimfahrt
Strecke: 10.6 km, Talstation Starkenbach-Säss (908 m) – Bergstation Vorderselun (1579 m) – Selun (2204.8 m) – Strichboden (1636 m) – Wildmannlisloch – Breitenalp – Thurthalerstofel – Lochhütte (1486 m) – Mittelstofel – Lämboden – Alp Sellamatt (1390 m)
Aufstieg: 780 m
Abstieg: -960 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 45 Min.

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