Senda Val Müstair: Panoarama pur vom Ofenpass über die Alp da Munt nach Lü

Heute genossen wir die Postautofahrt zum Ofenpass besonders, neu mit Botschafterkarte. Nicht nur deswegen entstiegen wir bestens gelaunt dem Postauto – auch das wunderschöne Wetter machte mit. Und erstaunlich: ausser uns nur noch zwei Personen, die ausstiegen. Gegenüber dem Hotel Süsom Givè beim hölzernen Bären stiegen wir ein auf den uns vertrauten Wanderweg. Doris mit Grödel, ich mit Schneeschuhen ausgerüstet. Beides von Nutzen, wie sich zeigte – allerdings wäre die gesamte Strecke auch mit Schuhen (allerdings mit gutem Profil) zu bewältigen gewesen. Also starteten wir im leichten Auf und Ab. Nach der unproblematischen Überquerung der bekannten Runse nach 1.2 km verliessen wir den lichten Wald – ab jetzt und bis zum Ende der Tour die Sonne voll im Gesicht. Bei der Sitzbank auf der Höhe der Jagdhütte eine erste Trinkpause, der Blick hoch zu den Flanken des Munt da la Bescha brachte diesmal nichts – kein Wild, kein Bartgeier. Ohne Severin, der Kenner für solche Beobachtungen, waren wir hilflos… Trotzdem bot uns die betörende Landschaft der Plaun da l’Aua fantastische Ausblicke – einer unserer Lieblingsplätze. Bei P.2189 hielten wir links, verliessen also den präparierten Winterwanderweg, um die Alp da Munt über die spektakuläre Landschaft der Dolinen zu erreichen. Mitten im kleinen und noch sehr ruhigen Skigebiet von Minschuns angelangt, die Einkehr im geöffneten Bergrestaurant Alp da Munt – Hirtenmakkaronen😋. Nach dieser Mittagspause zogen wir weiter ostwärts über den gespurten Winterwanderweg. Bei P.2246 hielten wir die Höhe, um die Gegend Juata (mit dem eingeschneiten Lai da Juata) anzustreben. Jetzt verliessen wir den Sommerwanderweg, um höher aufzusteigen. Die planierte Spur verliessen wir bald, um über eine gute Spur durch schönen und lichten Föhren- und Arvenwald zur Alp Champatsch abzusteigen – trotz Schneeknappheit ein tolles Pulverschnee-Erlebnis. Nach etwa 700 m erreichten wir wieder den Sommerwanderweg, der im Winter auch von Skitourenfahrern genutzt wird (bei solchen Verhältnissen nicht zu erwarten). Nach dem kurzen, aber steilen Abstieg von ca. 150 m erreichten wir das gut besuchte Alprestaurant La Posa Alp Champatsch. Nicht wie auch schon, durften wir heute draussen an der Sonne und bei Windstille einen Tee geniessen. Für den Weiterweg nach auf dem Normalweg über die Alpstrasse packten wir Schneeschuhe und Grödel auf die Rücksäcke. Beim freistehenden Haus in Lü Daint genossen wir auf der Bank bei Sonne und Windstille eine Trinkpause und die zugehörige Aussicht auf die gegenüberliegende Talseite. Mittlerweile war es kurz vor 16 Uhr, und die Sonne liess die umliegenden Dreitausender vom Ortler bis zum Piz Daint in wunderschönem Licht erleuchten. Erfüllt von schönen Eindrücken traten wir die Postautofahrt ins Tal hinunter an. Ein eindrücklicher Wandertag bei Kaiserwetter!

Fazit:
DIE Höhenwanderung par excellence und bei bestem Winterwetter.

Wetterverhältnisse:
Sehr sonnig, Temperatur beim Start -8°. Wechselnde Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (ca. 0 bis 20 cm Hartschnee), kaum spurbarer Wind.

Ausrüstung:
Schneeschuhe/Grödel, Lawinenausrüstung nicht nötig, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF Stufe 2+, mässig, ab 2200 m relevant

Parameter:
Tourdatum: 21. Januar 2026
Schwierigkeit: WT2/T2
Hinfahrt: Postauto ab Valchava Cumün bis Pass dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün, Umstieg nach Valchava
Strecke: 9.6 km: Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Plaun dals Bovs (P.2077) – P.2136 – Plaun da l’Aua (P.2153) – P.2188 – Alp da Munt (2212 m) – P.2244 – Juata – Alp Champatsch (2087 m) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 295 m
Abstieg: ca. -489 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:50 bis 15:50 Uhr

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