Lange geplant, heute möglich: die Bergtour mit Severin zu den Macun-Seen – gezählt haben wir sie nicht, aber es sollen 24 Seelein sein. Wegen der Länge der Tour nutzten wir die Dienste des Macun-Shuttle – Hans Hagen brachte uns hoch zur Waldgrenze nach Plan Sech. So sparten wir den kräfteraubenden Aufstieg ab Zernez durch den Wald (5.6 km, 817 m Aufstieg). Noch im Schatten (gut so!) liefen wir bis zum Ende des Fahrwegs kurze vor Punkt 2267. Dann wurde es steiler, auf gutem Pfad in Kehren zwischen den Lawinenverbauungen hoch bis uns die Sonne hatte. Zum ersten Höhepunkt, dem Munt Baselgia, waren es nur wenige Meter. Auf diesem Vorgipfel genossen wir eine Trink- und Esspause. Grandios die Aussicht ins Unterengadin, zu den Berninaalpen, nach Zernez hinunter (-1200 m) und zum sterbenden Vadret da Sarsura. An den Flanken des Piz Sursassa (2967 m) machte Severin ein paar Gämsen ausfindig, die durch den Feldstecher und das Fernrohr gut zu sehen waren. Erwartungsfroh begannen wir mit dem Aufstieg zum heute höchstgelegenen Punkt, dem Spi da Baselgia. Steil und blockig, streckenweise mit Ketten gesichert, über 900 m waren 270 m Aufstieg zu bewältigen. Nach 35 Minuten Blockkraxeln standen wir oben. Was für ein grandioser Ausblick auf die Seen-Platte von Macun und die eindrücklichen Blockgletscher (die sich im Durchschnitt ca. 14 cm pro Jahr bewegen) – Belohnung für all die Mühen! Genussvolle Gipfelpause! Mittlerweile bewegten wir uns genau auf der Grenze des Schweizerischen Nationalparks. Gute wrw-Markierungen wiesen uns über den leicht ausgesetzten Blockgrat, auf dem Konzentration, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt waren. Und der Einsatz nur eines Stockes war hilfreich, ansonsten gutes Gleichgewichtstraining, wie Severin meinte. Der Grat ist etwa dreihundert Meter lang und man steigt etwa hundert Hm ab zur Fuorcletta da Barcli. Hier musste wieder ein Zwischenstopp sein, denn die Aussicht war einfach genial: zur Linken (N) die Macun-Seeplatte mit den Blockgletschern, geradeaus (O) der Spi da Laschadura (3000 m), rechts davon das Val Laschadura und weiter östlich die schön gelegene Alp Ivraina oberhalb Ova Spin. Vom Übergang folgte jetzt der Steilabstieg über Block- und Schuttgelände und über einen der Blockgletscher. Innehalten war angesagt, Wasser- und Windgeräusche lauschen. Auf 2720 m.ü.M. passierten wir das erste Seelein, wunderbar seine Farbe! Hundertfünfzig Höhenmeter weiter unten gelangten wir zum Lai d’Immez, wo auch ein Wanderwegweiser Informationen bot. Wir entschieden uns für den Seenrundgang, der etwa eine halbe Stunde länger dauern sollte. Vorbei am Lai da la Mezza Glüna (Halbmondsee), stiegen wir ein paar Meter höher zum Lai dal Dragun (Drachensee). Hier fanden wir den idealen Platz für die Mittagsrast. Die wenigen Quellwolken, welche sich am Spi da Baselgia bildeten, signalisierten die angekündigten Gewitterzellen – wie sich zeigte, wurden wir verschont. Vom Rastplatz aus waren am Fuss des Piz d’Arpiglias junge und ältere Gämsen zu sehen – ein Augenschmaus. Nach vierzig Minuten Pause der Aufbruch; über gut zu begehende Pfade erreichten wir bei Punkt 2642 die Nationalparkgrenze und wenig später den nördlichsten der Seen. Wieder auf dem Macun-Normalweg, war diese grossartige Seenrunde abgeschlossen – sehr lohnend und ein Muss! Jetzt noch sechshundert Höhenmeter Abstieg zur vier Kilometer entfernten Alp Zeznina Dadaint. Über abschüssige Geröllhalden und endlose Serpentinen war noch etwas Konzentration nötig – anspruchsvoll, waren wir mittlerweile doch leicht ermattet. Unterwegs viele Weidetiere, auch zwei Esel auf dem Pfad, die Streicheleinheiten einforderten (gern geschehen!). Am Wasser der Aua da Zeznina noch eine letzte willkommene Ruhepause, bevor wir zehn Minuten später das Gebäude der Alp Zeznina Dadaint erreichten. Zwei Kurven weiter unten war der Abholort erreicht; nach kurzer Wartezeit kam wie abgemacht der Macun-Shuttle, der uns sicher nach Zernez zurückbrachte.
Fazit:
Der Besuch der Macun-Seenplatte war ein grossartiges Erlebnis – nicht zuletzt auch dank der Begleitung von Severin, der uns mit seiner freundschaftlichen Art reich belohnte – grazia fichun!
Wetterverhältnisse:
Vorzügliches Bergwetter, sonnig, am Nachmittag etwas Quellbewölkung, kein Niederschlag, ca. 8 bis 14°, Wind 11 bis 22 km/h S
Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine
Parameter:
Tour-Datum: 5. August 2026
Anforderung: T4
Strecke: 12.5 km, Startpunkt bei 2218 m – Plan Sech, Ils Mürs – Munt Baselgia (2682 m) – Spi da Baselgia (2945 m) – Fuorcletta da Barcli (2850 m) – Macun, Lai d’Immez (2616 m) – Lai dal Dragun (2627 m) – P.2642 – P.2256 – Aua da Zeznina P.2029 – Alp Zeznina Dadaint (1958 m)
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 744 m
Abstieg: ca. -980 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 7 Std. 45 Min.
Tageszeit: 07:45 bis 15:30 Uhr




















































