Für heute Samstag war etwas Niederschlag angesagt – ideal für einen Fussmarsch ins nahe Stadtzentrum. Die Stadtführung war mit einem Genussprogramm angereichert, eine tolle Idee! So wurden unterwegs Besuche in Feinkostläden eingeplant, verbunden mit entsprechenden Degustationen – was nicht nur die Schleckmäuler unter uns erfreute.
Selbstverständlich erfuhren wir auf dem Rundgang viel Geschichte, beispielsweise dass Ravensburg eine Mittelstadt sowie Kreisstadt und grösste Stadt des gleichnamigen Landkreises im südlichen Oberschwaben ist. Die ehemalige Reichsstadt liegt im Schussental unweit des Bodensees und wurde aufgrund ihrer zahlreichen, gut erhaltenen mittelalterlichen Türme früher auch als das schwäbische Nürnberg bezeichnet. Seit 1. April 1956 ist Ravensburg Grosse Kreisstadt. Bekanntheit erlangte die Stadt durch die hier beheimatete Unternehmensgruppe Ravensburger (Gesellschaftsspiele und Puzzles). In der Stadt leben ca. 51000 Menschen. Dominiert wird die geografische Lage durch die Veitsburg, welche oberhalb der Altstadt auf einem Höhenrücken steht, der das Schussental-Becken nach Osten begrenzt. Auf dem der Stadt gegenüberliegenden Westhang des Schussentals befand sich im Mittelalter die Galgenhalde genannte Richtstätte, sowie nördlich davon das Sennerbad. Oberhalb davon entstand Mitte des 20. Jahrhunderts das Neubaugebiet Weststadt. Mit dem Untergang der Staufer endete auch das Herzogtum Schwaben als politische Körperschaft. Wie viele andere Städte Schwabens regierte sich Ravensburg fortan selbst, die Burg wurde Reichsbesitz. 1276 bestätigte der Habsburger König Rudolf I. die reichsstädtischen Privilegien Ravensburgs. Auf der Burg sass fürderhin der kaiserliche Landvogt der Reichslandvogtei Schwaben. Das Marktrecht war dabei eine wesentliche Stütze der Entwicklung. Zur Überwachung der Vorgänge in der Reichsburg errichtete die Reichsstadt an der höchsten Stelle des Stadtgebiets den über 50 Meter hohen Sankt-Michaels-Turm, benannt nach der damals noch dort stehenden Michaelskapelle, der ältesten Kirche der Stadt. Im Volksmund hiess dieser Turm bald Mehlsack, als Verballhornung des offiziellen Namens wie auch unter Bezugnahme auf die mehlweisse Farbe des Turms. Dass der Turm zeitweise auch als Mehlspeicher genutzt wurde, gehört vermutlich ins Reich der Legenden. Heute ist Mehlsack der offizielle Name dieses einzigen Rundturms der Stadtbefestigung. Im Spätmittelalter war Ravensburg Sitz der Grossen Ravensburger Handelsgesellschaft, der damals führenden deutschen Handelsgesellschaft, die in ganz Europa Niederlassungen hatte. Um 1530 ging die Grosse Ravensburger Handelsgesellschaft unter. Die führenden, wohlhabenden Familien hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon Landsitze und Rittergüter zugelegt. Es gab Zwist zwischen verschiedenen Familienzweigen, insbesondere Augsburger Händler drängten in die von den Ravensburgern bedienten Routen. 1803 wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss die Reichsunmittelbarkeit der meisten Reichsstädte aufgehoben. Ravensburg kam 1810 auf Grund des Grenzvertrags mit Bayern – bestätigt durch den Wiener Kongress 1815 – zum Königreich Württemberg, das zuvor auch schon die ausgedehnten Territorien von Weingarten (einschliesslich des heutigen Schlosses in Friedrichshafen) erworben hatte. Die Stadt wurde Sitz des Oberamts Ravensburg. Mit der Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg begann eine allmähliche wirtschaftliche Erholung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war Ravensburg die grösste und industriell am weitesten entwickelte Stadt Oberschwabens und auch politisch ein Zentrum der Region. Im Zweiten Weltkrieg war Ravensburg kaum von Luftangriffen der Alliierten betroffen, die historische Bausubstanz blieb daher vollständig erhalten. Mehr Informationen wird hier vermittelt.
Die Mittagszeit verbrachten wir individuell. Danach fanden wir uns wieder im Hotel ein, noch immer mit Schirmen bewehrt. Schliesslich und gerade rechtzeitig hellte es auf, und wir konnten uns auf die Velos schwingen. Die geplante Umrundung der Stadt Ravensburg führte im Gegenuhrzeigersinn erst durch westlich und östlich gelegene Landwirtschaftsgebiete – sehr reizvoll! In etwa der Hälfte der Strecke erreichten wir die an aussichtsreicher Lage stehende Veitsburg, wo die Stadt überblickt werden kann. Eine Art Kiosk öffnete gerade, so dass wir im Freien etwas trinken konnten. Currywürste wären auch zu haben gewesen… Nun machten wir uns auf die einigermassen steile Abfahrt in Richtung Weststadt; quasi als Schmankerl mutete man uns dann noch einen kurzen Trail zu. Kurz vor 17 Uhr endete unsere Runde direkt beim Hotel; alle waren glücklich und zufrieden darüber, vom Regen verschont worden zu sein. Nach kurzer «Regenerationsphase» trafen wir uns im Restaurant zum feinen und gemütlichen Nachtessen.
Fazit:
Die regnerische Witterung passte irgendwie zum Tagesprogramm (Marktbesuch); die Velorunde am Nachmittag dann bei freundlicherer Witterung. Herzliches Dankeschön an das Leiterteam der Velogruppe Wald/Rüti.
Wetterverhältnisse:
Mehrheitlich trübe, regnerische Witterung, Temperatur 21°, Wind 4 km/h N
Ausrüstung:
e-MTB, GPS, Kartenmaterial Schweiz Mobil/Komoot
Parameter:
Tour-Datum: 5. September 2026
Schwierigkeit: L=Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten, mehrheitlich auf befestigten Strassen und Wegen unterwegs; ein kurzer Trail war auch dabei (S1).
Strecke (ohne Marktrundgang zu Fuss): 26.2 km: Sennerbad – Bernhofen (497 m) – Hübscher – Weststadt (461 m) – Weissenau – Fidazhofen – Veitsburg (525 m) – Schornreute – Ravensburg Nord – Sennerbad
Auf den folgenden LINK klicken und die Tour als 3D-Video anschauen und Lautsprecher EIN, wer Musik gerne hat…
Aufstieg: ca. 400 m
Abstieg: ca. -400 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 40 Min.
Tageszeit: 14:00 bis 16:40 Uhr

















