Zur Furkelhütte ab Trafoi – eine wilde Angelegenheit…

Soviel vorab: ein sportliches Vergnügen war das nicht, schon eher eine knackige Schinderei mal auf schneefreiem Wanderweg, mal über gefährliche, vereiste Strecken, selten über Schnee. Aber der Reihe nach: auf dem kleinen Parkplatz (ein ehemaliger Tennisplatz) bei der Talstation des kleinen Skigebiets Trafoi-Furkel standen nur wenige Fahrzeuge. Ein Ansturm war heute also nicht zu erwarten – trotz des Kaiserwetters. Ende März ist wohl Saisonende, denn ausser des Kunstschnees auf den Pisten fehlte das Weiss. Uns sollte das nicht kümmern, wir hatten ohnehin vor, die Furkelhütte zu Fuss zu erreichen. So einfach, wie wir es uns vorstellten, war es dann doch nicht, wie eingangs beschrieben. Die ersten Aufstiegsmeter mussten wir wohl oder übel auf der hartgefrorenen und steilen Skipiste machen. Nach ein paar hundert Metern verliessen wir die Piste nach rechts, um dem markierten 17er-Wanderweg zu folgen. Schneefrei im Wald, bei wunderbaren Durchblicken zum König Ortler, folgte der weitere Aufstieg immer nahe der Sesselbahn – manchmal über von den Holzarbeiten stark in Mitleidenschaft gezogene Pfade. Meist gut markiert, gab es nach 2.1 km dann doch einen Verhauer: zweihundert Meter zurück, um dann Punkt 1796 doch noch zu erreichen. Hier über eine ziemlich neue Brücke über einen Bach, dann vorerst moderat ansteigend durch den Wald – die Schneeschuhe auf den Rücksäcken aufgebunden. Die folgende schmale Strecke bis auf eine Höhe von 2000 m.ü.M. hatte es dann in sich: zwar schneefrei, dafür aber beinahe durchgehend unter Blankeis. Anfänglich suchten wir über eisfreie Tritte auszuweichen; irgendwann mussten wir dann doch die Schneeschuhe anschnallen, weil nur so etwas Halt geboten war. Grödel wären hier definitiv die ideale Steighilfe gewesen, aber die hatten wir nicht dabei. Bis zum Kleinboden zogen wir die Schneeschuhe nicht mehr aus, auch wenn es manchmal über kurze schnee- und eisfreie Stellen ging. Unterhalb der historischen Militärstellungen auf Kleinboden war dann fertig lustig – über letztjährige Kuhfladen zu laufen ging besser ohne Schneeschuhe. Bei der grossen Antennenanlage und dem zugehörigen Gebäude angekommen, lagen mehr als fünfzig cm Schnee – Schneeschuhe also wieder montieren. Erst durch ziemlich tiefen Schnee, führte dann ab Punkt 2082 eine gute Spur siebzig Hm hoch zur Furkelhütte. Erst hatten wir nur die unansehnlichen technischen Anlagen der Bergstation des Sessellifts im Blickfeld; die schöne Hütte steht unmittelbar dahinter. Sensationell jedoch das hier oben gebotene Panorama: Vertainspitze, Tabarettaspitze, Julius Payer-Hütte, Ortler (Luftlinie 7.5 km), Madatschspitzen, Stilfserjoch, Tartscherköpfe, Furkelspitze – Weltklasse! Auf der Sonnenterasse war es dann ziemlich frühlingshaft warm, und wir genossen Gulaschsuppe und Knödelsuppe. Dass wir anschliessend mit der Sesselbahn ins Tal hinunter gondelten (2 km Luftlinie, ca. 613 m Höhendifferenz, € 13/Person), sei uns verziehen – aber auf die Abfahrt durch die Eiskanäle verzichteten wir gerne, und die Skipiste wollten wir meiden…

Fazit:
Viele Höhenmeter auf einer kurzen, aber sehr wilden Strecke

Wetterverhältnisse:
Ein sehr sonniger Tag, Temperatur beim Start 0°. Der wenige Schnee von den nächtlichen Minusgraden gefroren, deshalb gut tragende Spur, schwacher Wind 7 km/h N

Ausrüstung:
Schneeschuhe (Grödel wären besser gewesen), Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut Alpenverein Südtirol Stufe 2, mässig (im heute begangenen Gebiet nicht relevant)

Parameter:
Tourdatum: 13. März 2026
Schwierigkeit: WT2/T2+, Steilheit bis 30%
Hin- und Rückfahrt: PW bis Trafoi, Gratis-P bei der Talstation
Strecke: 5 km: Trafoi, Talstation (ca. 1540 m) – Wanderweg Nr. 17 – P.1796 – Kleinboden (2082 m) – Furkelhütte (2153 m) – Talfahrt Sesselbahn
Aufstieg: ca. 686 m
Abstieg: ca. -34 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 42 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 21 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 13:42 Uhr

Schreibe einen Kommentar