Mettmen-Alp: Freiberg Kärpf (anlässlich 475. Geburtstag)

Der Freiberg Kärpf, das älteste Wildschutzgebiet Europas, feiert 2023 seinen 475. Geburtstag. Die unberührte Natur und der einmalige Freiberg Kärpf sind die Heimat des Berghotels Mettmen, was die Gastgeber Sara und Romano dazu brachte, ein Geburtstagsfest der besonderen Art durchzuführen. Der sagenhafte Abend und die kulinarischen Grüsse aus der Küche übertrafen unsere Erwartungen. Roger Rhyner und Catherine Fritsche, zwei lokale Kulturschaffende, präsentierten beim Apéro und zwischen den einzelnen Gängen des Nachtessens alte (und neue, originelle) Glarner Sagen mit musikalische Begleitung. Absoluter Höhepunkt des Abends war die Uraufführung der Sage «Das stinkendä Schnee-Schtei-Mandli»! Am nächsten Morgen nahm uns Freiberg-Kenner und Förster Heinz Brühwiler mit auf eine Wildbeobachtungsrunde. So erlebten wir den Freiberg Kärpf hautnah und tauchten ein in die Natur auf der Mettmen-Alp.

Schon die Anreise am Nachmittag des ersten Tages bot Spektakel. Weil die Zufahrt und auch der Wanderweg durch das Niderental ab Schwanden zwischen Schwarzenbach und Güetliwinkel infolge eines Erdrutsches (zurzeit und bis auf weiteres) gesperrt ist, kann die Talstation Kies der Luftseilbahn Kies-Mettmen ausschliesslich mit dem Sernftalbus erreicht werden. Die Strecke hat es in sich: ab neu eingerichtetem P+R Däniberg oder ab Bahnhof Schwanden über Nidfurn-Haslen zum Tannenberg und weiter hoch zum Schwander Turm. Dort, auf 1040 m.ü.M., folgt die Abbiegung auf eine Naturstrasse, über welche das Niderental erreicht wird – Schwerstarbeit für die Busfahrer – eine Meisterleistung! Zirka dreissig Minuten dauerte die Panoramafahrt, für sage und schreibe Fr. 2.60 (Halbtax).

Statt in Kies in die Luftseilbahn umzusteigen, entschieden wir uns für den Aufstieg zu Fuss: sehr steile 580 m Höhendifferenz über ca. 2.5 km, und solches bei dieser Gluthitze. Gut, dass ein Teil des gut zu begehenden Bergwegs im Schatten der Bäume lag. Nach knapp anderthalb Stunden erreichten wir, vollständig verschwitzt und einigermassen entkräftet, das Berghotel Mettmen. Den Direktaufstieg auf die Terrasse schafften wir gerade noch, schliesslich gabs dort das verdiente Adler-Bier. Und gegen 17 Uhr begann es schüchtern zu tröpfeln, also flüchteten wir (nach dem Check-in) unter die Dusche. Am 18 Uhr dann das bereits beschriebene, sagenhafte Programm.

Vom Nachmittags- und Abend-Programm etwas erschlafft, sanken wir zufrieden in unsere aussichtsreichen Betten – dann folgte das volle Nacht-Programm (ohne TV-Maschine): Gewitterstimmung, Sternschnuppen, Tiefblick nach Glarus – und als Beigabe der wunderschöne Traum von den Wölfen des Kärpfrudels.

Herrlich ausgeruht genossen wir am zweiten Tag um halb sieben Kafi und Gipfeli. Danach folgte eine fröhliche Gästeschar Förster Heinz Brühwiler, der uns auf eine eindrückliche Wildbeobachtungsrunde führte. Auf der zweistündigen Runde um den idyllischen Stausee Garichti und zur wunderschön gelegenen Ebene Matt erfuhren wir Wissenswertes aus erster Hand – und tatsächlich entdeckten wir viele Gämsen an den Hängen, meist in einer Distanz von einem bis anderthalb Kilometern. Nur das Kärpfrudel begegnete uns nicht… Zurück im Berghotel Mettmen genossen wir das Frühstücksbuffet. Nach dem Abschied machten wir uns auf den Abstieg nach Kies hinunter. Die Strecke über die Rossgletti und entlang dem Auerenbach kannten wir bislang nicht. Nach dem Gang über die Staumauer der kurze Aufstieg zur Verzweigung bei Punkt 1676, dann teilweise steil und ruppig, aber gut zu gehen, zur Rossgletti hinunter. In dieser Gegend soll sich eines der Wolfsrudel herumtreiben. Am Auerenbach bei Punkt 1186 hielten wir rechts, um wie ausgeschildert Kies zu erreichen – hundert Meter ruppiger Steilabstieg auf den letzten achthundert Metern hinunter zur Talstation der Luftseilbahn Kies-Mettmen. Nach wenigen Warteminuten traf der mit viel Wandervolk beladene Sernftalbus ein, und wir durften die gemütliche Panoramafahrt auf dieser ausserordentlichen Strecke nochmals so richtig geniessen…

Fazit:
Herrliche zwei Tage vom Feinsten auf der Mettmen-Alp! Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerlich heiss, Temperaturen im Bereich ca. 20 bis 30° C, trocken, kaum Wind

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS, Feldstecher(!)

Parameter:
Tourdatum: 15.-16. August 2023
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.4 km, Kies Talstation (1027 m) – Mettmen (1608 m) – Stausee Garichti (1625 m) – Matt (1649 m) – Staumauer – P.1676 – P.1646 – Bödmer – Rossgletti – Auerenbach – P.1186 – Geissegg – Kies Talstation
Aufstieg: ca. 730 m
Abstieg: ca. -730 m
Benötigte Zeit inkl. Wildbeobachtungsrunde: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit Auf- und Abstieg: 3 Std. 10 Min.

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