Archiv der Kategorie: Nord-/Ostschweiz

Pfufisegg (1950 m) – tolle Saisoneröffnung!

Die halbstündig verkehrende Gondelbahn ab Saxli brachte uns in wenigen Minuten zum 800 m höherliegenden Berghotel Schönhalden, wo wir den Startkafi geniessen konnten. Um halb zehn starteten wir auf eine wie erwartet einsame Tour. Die im östlichen alpinen Raum bestehende mässige Lawinengefahr (Stufe 2) bot heute gute Voraussetzungen, die ohnehin wenig gefährdete Arena um Mädems zu besuchen. Die komfortable Schneelage (ca. 50 cm), sowie eine gute Spur erlaubte einen Aufstieg ohne kräfteraubende Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern war das leicht bewaldete und winterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m) rasch erreicht. Unterhalb des Ostausläufers der Guscha P.1711 der Wanderwegweiser Abzweiger Guscha, der auch schon tiefer im Schnee stand. Weiter nun der etwas abflachende Aufstieg unterhalb der Wisswand (bei P.1761), wo heute noch keine Rutsche auszumachen waren. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – diesmal südwestlich ausholend steil hoch in Richtung des markanten Felsens. Fast froh darüber, für kurze Zeit im Schatten zu laufen, strahlte uns bald wieder die Sonne ins Gesicht – vom wolkenlosen Himmel notabene! Die einige Minuten vor uns gestarteten zwei Skitüreler krampften sich in Richtung Hochgamatsch steil hoch – deren Spur verliessen wir mit einem stillen Dankeschön für die Spurarbeit. Irgendwie bemerkten wir nicht, die Pfufisegg erreicht zu haben – kein richtiger Gipfel halt, vielmehr ein aus mehreren Buckeln bestehender toller Aussichtspunkt. Bei Windstille, von der Sonne voll beschienen und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon) genossen wir mitgebrachte Leckereien. Immer wieder beobachteten wir die beiden mutigen Skitüreler, welche unterhalb des Felsriegels ein Skidepot einrichteten und den Durchschlupf durch die Wand suchten – leider ohne Erfolg, der folgende Abbruch war die richtigerweise einzige Option. Im Süden der Nachbar Hüenerchopf, der auch regen Besuch hatte. Gestärkt nahmen wir die «Abfahrt» unter die Schneeschuhe, diesmal in Richtung Plattisegg, und von dieser dann im unverspurten Pulverschneehang runter zum Trail, welcher von der Alp Hintersäss zur 200 Hm tiefer liegenden Alp Vorsäss führt. Im folgenden Abschnitt Tüfboden im Schatten, deshalb die Unterlage leicht angefroren. Bei der Alp Vorsäss wieder voll an der Sonne, der Blick ins ausgeaperte Rheintal hinunter. Oberhalb der Skihütte die Änderung der Richtung nach NW über die Neualp hinunter, abseits des Trails. Dann – wieder im Schatten – die Querung über die neue Brücke über den Röllbach. Leicht ansteigend bei der Alp Stutz vorbei, galt es die Höhe von ca. 1480 m zu halten, um nach wenigen Minuten den Startpunkt Schönhalden zu erreichen. Eine wunderschöne Runde zum Start in die Schneeschuhtourensaison!

Fazit:
Eine tolle Runde bei idealen Schnee-Verhältnissen im Aufstieg wie auch im Abstieg.

Wetterverhältnisse:
Ein schon fast frühlingshafter Tourentag, wolkenfrei, auf Schönhalden ca. 0°, im Tourverlauf  ca. 2°, kaum spürbarer Wind (Föhn), viel Schnee auf Schönhalden (ca. 50 cm), gute Spur (von den Vortagen) vorhanden, durchgehend pulvrig, dank guter Spur ohne Einsinken bis zum Ziel.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 18. Dezember 2020
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 bis Flums – Ortsdurchfahrt – am Ortsende bei der Flumserei Linksabbieger Richtung Saxli (ausgeschildert Schönhalden), Talstation Luftseilbahn Saxli (630 m.ü.M.), Fr. 22.00/Person Berg- und Talfahrt, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation)
Strecke: 10.2 km, Schönhalden (1487 m) – Fulriet P.1680 – P. 1711 (vorbei am Abzweiger Guscha) – Alp Mädems Hintersäss (1776 m) – Pfufisegg (1950 m) – Abstieg über Plattisegg (1848 m) – Trail Mädems – Tüfboden – Alp Mädems Vorsäss (1553 m) – Neualp – Alp Stutz (1473 m) – Bärenruns (1483 m) – Schönhalden
Aufstieg: ca. 575 m
Abstieg: ca. -575 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 57 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 14:30 Uhr

Alvier 2342 m – kurz und gäch

Prolog:
Für heute sagten die Wetterfrösche ab Nebelobergrenze von ca. 700 m Sonne pur und erstklassige Fernsicht (in den Bergen) voraus. In der zweiten Novemberhälfte einen schneefreien Aussichtsgipfel zu finden, war die einzige Herausforderung. Die nahen prominenten Zürioberländer würden wohl überlaufen sein. Aber da gibt es doch noch erreichbare Berge in der östlichen Fortsetzung der Churfirsten – den Alvier zum Beispiel. Auf der Webcam der Palfriesbahn war zu erkennen, dass der südseitige Zustieg ab 1700 m.ü.M. schneefrei war. Und wegen der geschlossenen Bahn war kein Ansturm zu erwarten. Zwar ist der Alvier nicht so leicht zu haben – auch dann nicht, wenn der Start auf Palfries erfolgt. Allein die Bergfahrt über die enge und sehr steile Bergstrasse (ab Azmoos 11 km über 1200 m Höhendifferenz) war eine Herausforderung. Beim ersten Parkplatz zahlten wir gerne die Tagesgebühr von zehn Franken, um dann beim Berghaus Palfries (P.9) parkieren zu dürfen. Dort angekommen wie erwartet wenig Wandervolk und viel Sonne…

Bericht:
Etwas nach zehn Uhr starteten wir zum Aufstieg, der direkt beim P markiert war, mit dem Hinweis, dass die Gipfelhütte geschlossen war. Auf dem ersten Kilometer nur mässig ansteigend, konnten wir die herrlich beleuchtete und ruhige Alplandschaft geniessen. Der Südwand der Gauschla entlang erreichten wir das Gebiet In de Stei (P.1790). Beim nächsten Wegpunkt auf 1889 m.ü.M. wurde es dann richtig steil auf guter, aber ab und zu mässig ausgesetzter Spur – jedenfalls war der Einsatz der Hände gefragt. Zum Glück lag kein Schnee (mehr) und die glitschige Schmiere hielt sich in Grenzen. Nach einer kurzen Querung vom Schatten in die Sonne standen wir wie erwartet vor der Schlüsselstelle. Die bekannte Steilstufe durch das enge Chemmi ist mit zwei Holzleitern und anschliessend mit einer Eisentreppe erschlossen; einseitig angebrachte Fixseile bieten zusätzliche Sicherheit. Beim Einstieg etwas Schnee, aber kein Eis. Also Ruckzuck hoch! Oben angekommen, bot sich der phänomenale Ausblick ins Rheintal und zu den markanten Nachbargipfeln Girenspitz, Gauschla und Abgelöste Gauschla. Eindrücklich: auf dem Grat hatten sich zwei Steinböcke gemütlich eingerichtet (Luftlinie 800 m). Unweigerlich ging der Blick nach links zum hundert Meter aufragenden Alvier. Auf dem Grat bis zum Gipfelaufstieg verlief die Spur über ein Schneefeld. Dann folgte der kurze, aber steile Aufstieg (100 Hm), der mit Ketten und Seilen gut gesichert war. Erst kurz vor dem Gipfel rückte die kleine Alvierhütte in unser Blickfeld – nach knapp zwei Stunden. Der nahe und flache Gipfel ist mit einem Steinhaufen «markiert». Mit uns standen noch etwa zehn weitere GipfelstürmerInnen oben. Dem Genuss des grandiosen 360°-Panoramas folgte die verdiente Gipfelrast an windstiller Position. Gestärkt und mit einem etwas mulmigen Gefühl aus Respekt machten wir uns auf den steilen Abstieg. Mit Ausnahme des schattigen Chemmi lag die gesamte Strecke voll an der Sonne. Oben am Einstieg in die Steilstufe nochmals der Blick zu den noch immer sonnenbadenden Steinböcken – hoffentlich lösen die keinen Steinschlag aus, war unser Blitzgedanke. Alles gut gegangen, und wir erreichten wohlbehalten sicheres Gelände, vorbei an den Wegpunkten 1889 und 1790. Auf dem Weg zum Berghaus Palfries genossen wir nochmals die Ruhe in diesem wunderschönen Gelände unter der Felswand der Gauschla. Gegen 15 Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt. Nun folgte mit der Abfahrt ins Rheintal die abschliessende Herausforderung des Tages…

Hinweis:
Bei zu dieser Jahreszeit aussergewöhnlich mildem Wetter den Alvier besteigen zu dürfen – ein einmalig schönes Bergerlebnis!

Wetterverhältnisse:
Ein Bilderbuchtag über dem Nebel, beste Fernsicht, Temperatur ca. 4 bis 10°, wenig störender Südwestwind bis ca. 18 km/h.

Hilfsmittel:
Bergwanderausrüstung, Grödel (nicht verwendet), Stöcke, Kartenmaterial

Parameter:
Tour-Datum: 18. November 2020
Schwierigkeit: T3+
Strecke: 6.4 km, Parkplatz Nr. 9 beim Berghaus Palfries (1700 m) – In den Stei P.1790 – P.1889 – Chemmi (2185 m) – Alvier (2342 m) – Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 665 m
Abstieg: ca. -665 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 45 Min
Tageszeit: 10:20 bis 15:00 Uhr

Herbstwanderung von Lichtensteig zur Burgruine Neutoggenburg und weiter bis St. Peterzell

Der bekannte Buchautor Heinz Staffelbach lieferte uns die Idee und die Grundlage für diese Herbstwanderung. Während heute die Bewohner weiter Teile des Mittellandes unter einer Nebelsuppe ächzten, durften wir eine sonnige Bilderbuchwanderung erleben. Mit knapp tausend Auf- und Abstiegsmetern und einer Länge von ca. 14 km ein Konditionstest für die bevorstehende Schneeschuhtouren-Saison. Wir starteten beim Bahnhof Lichtensteig, kurz vor zehn Uhr. Nach der Überquerung der Thur und dem Gang durch das schmucke und gut erhaltene Städtchen Lichtensteig genossen wir den Startkafi im Café Huber (dort gibt es übrigens die allerbesten Biber!). Nach wenigen Metern verliessen wir die lärmige Wasserfluhstrasse gelb markiert. Nach den letzten Einfamilienhäusern die Brücke über den Lederbach, dann steil hoch zum Hof Vorderhalden; kurz danach bei der Verzweigung P.765 hielten wir links hoch, um am Waldrand auf einem etwas schmierigen Chuewägli (nur nicht hinfallen…) im Nässiwald aufzusteigen. Wieder an der Sonne, gelangten wir zu den wunderschönen Toggenburger Häusern bei Graben. Oberhalb gelbmarkiert weiter in Richtung Burgruine – die noch nicht zu sehen war. Nach einer kurzen Strecke galt es nach Süden zu halten, um den «Burghügel» auf einer Forststrasse zu erreichen. Die letzten Aufstiegsmeter bis zur Burgruine führten gut markiert durch den Wald steil hoch bis zum Burggraben. Und schon war der erste Höhepunkt erreicht: die 240 m über der Wasserfluh stehende Burgruine Neutoggenburg. Auf diesem heute höchstgelegenen Punkt residierten einst die Grafen von Toggenburg. Ein exzellenter Aussichtspunkt, und gut nachvollziehbar der strategische Standort dieser mittelalterlichen Burganlage. Und der ideale Punkt für eine kurze Trinkpause und etwas Geschichtsunterricht.

Der in einer geraden und direkten Linie folgende steile Abstieg (100 Hm) verlangte etwas Vorsicht; die Unterlage leicht feucht, stark belaubt und darunter jede Menge (unsichtbarer) Steine – ideales Stolpergelände. Wohlbehalten erreichten wir bei Schwanden einen Geräteschuppen mit einer an der Sonne stehenden Bankniederlassung. Mittlerweile halb ein Uhr: Zeit und Ort für die Mittagsrast – mit herrlichem Alpstein-Panorama. Danach folgte der Abstieg über Oberwald, Vögelisegg, Sonnegg nach Brunnadern hinunter – die Landschaft in phantastischen Herbstfarben eingekleidet; und mit 🍁-«Musik» unter den Füssen. Bald war die Ortsmitte Brunnadern Neckertal erreicht. Die Holzbrücke über den Necker zum Ortsteil Tös, dann begann der zweite Aufstieg des Tages – und wie! Steil hoch zum Tösbergli und dort links haltend durch Wald hoch zum Oberberg – immerhin 230 Hm über einen Kilometer. Wieder voll an der Sonne, gelangten wir leicht ansteigend zum Furtberg. Dem nicht ausgeprägten Grat entlang folgten wir zum markanten Aussichtspunkt Linde (P.1034) – auf den Besuch des nahe gelegenen (und offensichtlich geöffneten) Restaurants Alp Wimpfel verzichteten wir – die hatten es wohl nicht nötig, auf unsere gestrige Anfrage zu antworten. Bald war der etwas tiefer liegende Gerensattel erreicht. Jetzt folgte der kurze, aber steile und rutschige Abstieg auf schmalem Pfad hinunter zur Forststrasse bei P.928 – auf diesem Streckenteil waren Stöcke sehr hilfreich. Den Waldrand erreicht, öffnete sich der Blick nach St. Peterzell hinunter und ins Neckertal. Das Jaulen der Motorräder und das «Furzen» der übermotorisierten Autos signalisierte uns den Wiedereintritt in die Zuvilisation. Unterwegs im Abstieg dann noch die intensiven Gerüche der nahen Landwirtschaft – bei Oberenzenberg wurde tüchtig gegüllt. In Enzenberg stehen einige schöne alte und neue Häuser an toller Südlage. Kurz vor Erreichen der Wasserfluhstrasse «verloren» wir Zeit (die wir hatten) beim Pro SpecieRara-Hof Windelsteig; hier wohnen viele Tiere, z. B. seltene Bündner Strahlenziegen, glückliche, weil freilaufende Hühner mit Güggel, Gänsefamilien (mit Jungen), und sogar Pfaue. Und alles mit Schautafeln gut erklärt – eindrücklich! Unten an der lärmigen Strasse angekommen, ging es ein paar hundert Meter in Richtung St. Peterzell, bis zur Postautohaltestelle Mühle, wo wir uns die kurze Wartezeit mit dem Konzert der Spassgesellschaft mit ihren krachenden Pferdestärken vertrieben…

Fazit:
Eine sehr spannende Lust-Wanderung in Doris’ Heimat, sehr geeignet auch für (konditionsstarke) Familien mit Kindern; kann auch abgekürzt werden (SOB Brunnadern).

Wetterverhältnisse:
Sonniges Herbst-Bergwanderwetter, ~8 bis 18° (am Schatten), windstill

Hilfsmittel:
Normalwanderausrüstung

Parameter:
Tour-Datum: 31. Oktober 2020

Schwierigkeit: T1
Strecke: 13.8 km, Bahnhof Lichtensteig (615 m) – Zentrum Lichtensteig (639 m) – Brücke über den Lederbach (P.687) – Vorderhalden – Verzweigung P.765 – Nässiwald – Graben (883 m) – Burgruine Neutoggenburg (1083 m) – Schwanden Ost (940 m) – Oberwald (887 m) – Vögelisegg – Sonnegg (P.751) – Unterbitzi – Brunnadern (654 m) – Holzbrücke über den Necker – Tösbergli – Oberberg (883 m) – Verzeigung P.891 – Furtberg (961 m) – Aussichtspunkt Linde (P.1034) – Gerensattel (1001 m) – Forststrasse P.928 – Oberenzenberg – Enzenberg (791 m) – Hof Windelsteig (P.724) – Mühle (692 m), Postautohaltestelle (St. Peterzell)
Aufstieg: ca. 930 m
Abstieg: ca. -850 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 35 Min.
Tageszeit: 09:50 bis 16:10 Uhr

Tanzbodenalp (1443 m) – Herbstgenuss

Recht kühl heute, aber sonnig. Ideale Verhältnisse für diese Halbtageswanderung, verbunden mit einem Besuch in der Alpwirtschaft Tanzbodenalp, wo seit einem Jahre Romina und Ernst Forrer wirten. Begleitet wurden wir von Mägi, heute leider solo, weil Roli sich zurzeit von einem schweren gesundheitlichen Schlag erholt – von Herzen gute Besserung lieber Roli, und bestimmt bald wieder zu viert in den Bergen, gell.

Kurze Anfahrt über Rieden bis zum Parkplatz Bachmannsberg/Müselen, nur mit zwei Autos belegt. Für den Aufstieg wählten wir wie immer die Direttissima – den Starthang also direkt hoch bis P. 1190 (Stock). Schweisstreibend trotz der tiefen Temperatur. An der Stockhütte vorbei, weiter auf der Normalroute bis Chüebodenegg. Ab dort dann der kurze Lauf hinauf zur Alpwirtschaft. Die gemütlichen Stuben waren schon gut besetzt. Nach der leckeren Mittagsverpflegung der Abstieg auf der bekannten Aufstiegsroute, ab Stock die kleine Zusatzrunde über P.1085.

Fazit:
Immer wieder gern begangene Kurztour in vertrauter Umgebung.

Wetterverhältnisse:
sonnig mit freundlicher Bewölkung, gute Sicht in die Voralpen, Bise bis ca. 20 km/h, Temperatur bei ca. -2 bis +3°, gefühlt kälter (Windchill)

Hilfsmittel:
Normalwanderausrüstung

Parameter:
Tour-Datum: 14. Oktober 2020
Schwierigkeit: T1-T2
Strecke: 6 km, Aufstieg ab Parkplatz Bachmannsberg/Müselen oberhalb Rieden SG (968 m) – P.1085 – Stockhütte (P.1190) – Chüebodenegg (1402 m) – Tanzboden (1443 m) – Abstieg ungefähr wie Aufstieg via P.1125
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -400 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 15 Min.

Bachtel 1115 m – der Zürcher Oberländer Hausberg ab Rüti

Der erste einigermassen würdige Herbstwettertag in diesem nassen Oktober musste genutzt werden. Die heutige Wanderung starteten wir direkt ab Haustür. Ziel: unser Hausberg, der sich in nur 5 km Luftlinie Entfernung für eine Besteigung geradezu aufdrängt. Nach Durchquerung des «historischen» Zentrums von Rüti über die Schwarz und über Quartierstrassen und bis zur SBB-Haltestelle Tann-Dürnten. Dort folgten wir dem Wanderwegweiser «Bachtel» nach Osten. Vorbei an den letzten Häusern von Tann über landwirtschaftliches Land und wenig später durch das Eichholz (wo sich auch ein Vitaparcours befindet). Zur Rechten die Tössstal-Bahnlinie und das (schattige) Tannertobel, welches von der Jona durchflossen wird. Den herbstfarbenen Wald verlassend, erreichten wir bald die Breitenmatt. Dieses zu Dürnten gehörende Quartier umliefen wir östlich, um entlang eines Minitobels aufzusteigen. Unterhalb des Hofes Hüslen hielten wir nach links, vorbei an einem Reservoir mit voll besonntem Bänkli – Gelegenheit für einen Schluck Tee und um sich einer Schicht zu entledigen – die Sonne heizte ein, auch wenn sich die Temperatur fast schon im winterlichen Bereich hielt. Vierhundert Meter weiter dann das aussichtsreich gelegene Restaurant Hasenstrick, wo wir (leicht verspätet) unseren Startkafi genossen. Zwischen dem Hasenstrick und dem benachbarten ehemaligen Flugplatz stiegen wir auf treppenartig angelegtem Wanderweg dem Waldrand entlang hoch. Genau auf der Höhenlinie 800 m traten wir aus dem Wald, um zum schön hergerichteten Hof Ämet zu gelangen. Oberhalb folgte eine etwas lärmige Baustelle beim Reservoir, welches gerade abgerissen und wohl neu aufgebaut wird. Beim Hof Niderorn überquerten wir den Loorenbach um gleich nach links den Pfad in Richtung Orn zu nehmen. Nach wenigen Minuten erreichten wir die Zufahrtstrasse nach Orn und die dort (leer)stehende Bachtel-Ranch. Trotz der vielen Parkplätze wird hier oben bald wieder der Teufel los sein; viele Nebelgeplagte fahren im Herbst und Winter jeweils hoch, um das Nebelmeer zu erleben. Folge: völlig überlastete und überstellte Zufahrtstrassen. Direkt bei der Bachtel-Ranch hielten wir rechts in Richtung N um nach wenigen Metern Teerstrasse auf den Geoweg zum Bachtel einzubiegen. Über ein paar Serpentinen und vorbei an weidenden (und gwundrigen) Viechern erreichten wir schliesslich das bekannte Panoramarestaurant Bachtel-Kulm. Auf die Besteigung des Sendeturm verzichteten wir – möglicherweise ohnehin gesperrt aus bekannten Gründen (Pandemie sei Dank). Die leichte Bise zwang uns Gförli, die Mittagsrast im gemütlichen SAC-Stübli zu geniessen. Trotz grossem Andrang wurden wir sehr zügig und zuvorkommend bedient! Gestärkt verliessen wir diesen fast schon touristischen Hotspot. Der Abstieg auf ungefähr gleicher Strecke, deswegen aber keinesfalls langweilig. Die Sicht auf den Zürisee, die freundlich bewölkten Voralpen, so dass es heute nichts wurde mit dem Blick zu den grossen Bernern. Macht nichts, wichtig war, dass wir einen sonnigen Tag an der frischen Luft erlebten und etwas für unsere Gesundheit leisteten…

Fazit:
Eine sehr lohnende und nicht allzu strapaziöse, aber dennoch «anständige» Tagestour im schönen Zürioberland zu «unserem» Hausberg

Wetterverhältnisse:
Herbst-Bergwanderwetter (endlich!), ~3 bis 10°, leichte Bise

Hilfsmittel:
Normalwanderausrüstung

Parameter:
Tour-Datum: 13. Oktober 2020

Schwierigkeit: T1-T2
Strecke: 16.2 km, Rüti Talgarten (486 m) – Rüti Zentrum – SBB Tann-Dürnten – Eichholz – Breitenmatt (620 m) – Hüslen (730 m) – Hasenstrick (757 m) – Ämet – Niderorn (867 m) – Orn (925 m) – Bachtel Kulm (1109.1 m)
Aufstieg: ca. 660 m
Abstieg: ca. -670 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 20 Min.
Tageszeit: 09:10 bis 15:05 Uhr

Hörnli 1132 m – «Flucht» an die Sonne

Eine geplante Tagestour ins nahe Glarnerland liessen wir heute sein – Schnee in Lagen ab 1600 m.ü.M. suchten wir (noch) nicht. Was lag näher, als wieder einmal die Hügel in unmittelbarer Nähe zu besuchen. Auf dem Hörnli waren wir schon länger nicht mehr. Nach der kurzen Fahrt auf die Hulftegg ergatterten wir einen der wenigen freien Parkplätze. Ob alle dasselbe vorhaben? Am gut besetzten Pass-Restaurant vorbei, liefen wir leicht ansteigend und voll in der Sonne los – gut markiert und nicht zu verfehlen. Bald ist der schön gelegene Hof Schlattberg erreicht. Hier verliessen wir die nach Buechenhorn führende Fahrstrasse nach links, um auf gutem Pfad ein kurzes Waldstück (Bechtenwald) zu passieren. Das auf einem nahen Hügel etwa 30 m höherstehende Kreuz liessen wir dort stehen und liefen gemütlich und die Höhe haltend weiter bis zum Punkt 977 (Ergeten). Dort steht auf einer an einem grossen Stein montierten Gedenktafel, dass der Naturschutzbund (ProNatura) das Alpgebiet 1985 dank Spenden erwerben und unter Schutz stellen konnte. Hier oben müsste man also Kuh sein… Beim Stein nahmen wir den WW links, der den Hügel Silberbüel (1026 m) südlich quert – wunderschönes Alpgelände, alte Bäume (Föhren, Lärchen, usw.). Bei P.985 angelangt, mündet der Pfad in den von Allenwinden herführenden WW. Kurz danach war der Dreiländerpunkt (TG/SG/ZH) erreicht, wo auch das Grenzhüttli steht. Ab hier begann es tatsächlich noch steil zu werden, auf einem Kilometer bis zum Gipfel waren 150 Hm zurückzulegen. Auf dem steilen Gelände ist etwas Vorsicht verlangt wegen der leicht feuchten Unterlage. Nach etwas mehr als einer Stunde standen wir fast schon plötzlich vor der Hörnlihütte – ja eine solche haben nicht nur die Walliser😊! Auf der sonnig gelegenen Terrasse genossen wir eine kleine (süsse) Zwischenverpflegung und die heute von Wolken etwas getrübte Fernsicht – immerhin zeigten sich Säntis, Churfirsten Mürtschenstock und Glärnisch. Den Rückweg auf der Aufstiegsstrecke beschreiben wir nicht weiter – lediglich die Feststellung, dass sich die Landschaft im herbstlich-sonnigen Nachmittagslicht in prächtigen Farben zeigte. Unterwegs lernten wir den Bauer vom Hof Schlattberg kennen, der gerade seine Jersey-Herde in den Stall trieb; auf die Unterstützung eines nervösen Wadenbeissers verzichte er, weil das die Tiere nur stresse. Im Gespräch mit dem kommunikativen Bauern gewannen wir den Eindruck eines glücklichen Menschen – irgendwie wohltuend und sympathisch. Auf Wiedersehen!

Fazit:
Jederzeit und bei allen Verhältnissen eine lohnende Kurzwanderung in «unserem» Zürioberland

Wetterverhältnisse:
Herbst-Bergwanderwetter vom Feinsten, ~12 bis 25°

Hilfsmittel:
Leichtwanderausrüstung

Parameter:
Tour-Datum: 30. September 2020

Schwierigkeit: T1
Strecke: 8.2 km, Hulftegg (953 m, Parkplatz auf der Passhöhe) – Hof Schlattberg – Ergeten (977 m) – P.985 – P.991 (Grenzhüttli) – Hörnli (1132 m) – Rückweg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 292 m
Abstieg: ca. -292 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 10 Min.
Tageszeit: 14:25 bis 17:20 Uhr

Frümsel 2266 m – steil, sehr steil…

Was für ein Traumtag heute! Gerade richtig für eine Besteigung unseres 7. und letzten Churfirsten-Gipfels. Nach der Fahrt ins Toggenburg fanden wir bei der Talstation Selunbahn noch genügend Parkplätze. Zusammen mit einem Einheimischen (ex-Stuntmen i. R.) genossen wir die unruhige Bergfahrt – sogar vor der fahrplanmässigen Erstfahrt. Uns sollte es recht sein, so waren wir heute bestimmt bei den ersten Besuchern auf der Alp Selun – Zeit genug für den (ausgiebigen) Genuss des Startkafis mit dem besten Schlorzifladen, den wir je gegessen haben in der sehr empfehlenswerten Alpwirtschaft Wildmannli Strichboden. Um halbzehn dann der Aufbruch zur Tat – der Frümsel mit seiner steilen Nordflanke vor uns, direkt neben dem breitflächigen Selun. Auf der Alpstrasse in Richtung Wildmannlisloch und Breitenmatt, verliessen wir diese nach 900 m rechts, um unmarkiert aber trotzdem auf gutem Pfad zur ersten Alphütte (P.1640) aufzusteigen. Weiter in Richtung Alp Chalttal (1695 m) auf vorgegebenem Pfad bis zur Alpstrasse, welche als offizieller WW unterhalb der Alp Torloch (1786 m) erreicht wird. Das Alpgebäude (rechts!) umlaufend, hielten wir weiss-rot-weiss markiert in Richtung Frümsel. Etwa auf der Höhenlinie 1900 war die Schlüsselstelle, eine seilgesicherte (im Schatten liegende) Steilstufe, erreicht. Ziemlich feucht und schmierig die Unterlage, und das sollte sich bis zum Gipfel nicht ändern. Nach ein paar Metern wieder in der Sonne, wurde es dann richtig steil – ein Aufstieg von 350 Hm über eine Strecke von 800 m – über teilweise hohe felsige Tritte, ziemlich schmierig und feucht, unter Einsatz von Händen und Stöcken aber gut zu meistern. Manchmal wichen wir vorsichtig auf das Steilgras aus, auch nicht das Gelbe vom Ei. Immer näher an der Abbruchkante (links das Frümseltälchen und der Nachbar Brisi), öffnete sich knapp unter dem Gipfel der spektakuläre Blick auf die Nordostseite ins Seeztal hinunter. Nach zweieinhalb Stunden standen wir auf dem Gipfel – dem siebten der Sieben – ein wunderbares Gefühl. WhatsApp-Gipfelfotis an unsere Bergfreunde in SH, ausgiebiger Genuss des heute weitsichtigen 360°-Panoramas, Winken zu den BesteigerInnen auf Selun und Brisi. Auf eine ausgiebige Gipfelrast verzichteten wir; diese sparten wir auf für den zweiten Besuch in der Alpwirtschaft. Den schmierig-feuchten Aufstieg im Kopf, gingen wir den Abstieg besonders vorsichtig an – nur ja nicht rutschen; ein Sturz hätte fatale Folgen (Erinnerung an den tödlichen Unfall vom 1. August 2017). Im Abstieg mit einem Stock bewehrt (und mit einer freien Hand), waren wir schliesslich froh, wieder an der Steilstufe anzukommen; diese meisterten wir gut (das Fixseil war im Abstieg eine gute Hilfe). Rasch war die Alp Torloch wieder erreicht. Unterhalb wählten wir wiederum den direkten Abstieg via Alp Chalttal und weglos (noch etwas direkter als am Vormittag) hinunter zum Wildmannlisloch. Auf den Besuch dieser Höhle verzichteten wir – zu verlockend der Besuch in der Alpwirtschaft. Etwas nach vierzehn Uhr war es Zeit für Speis und Trank. Die Tische im Freien waren schon gut besetzt – aber der freundliche Thomas aus dem Kanton Übrig (😁) – er hatte heute den Brisi ab Alt St. Johann „gemacht“ – hatte nichts gegen unsere Nachbarschaft. Anderthalb Stunden Genuss pur, leckeres Essen, zwei aufgestellte junge Frauen die uns bedienten, und ein abwechlungsreicher Austausch mit Biker und Wanderer Thomas – danke für die nette Gesellschaft!

Fazit:
Endlich geschafft – alle sieben Churfirsten! Pflicht für die Toggenburgerin Doris und den angeheirateten Ruedi. Gratulation an uns selbst!

Wetterverhältnisse:
Sehr sonniger Spätsommertag, ausgezeichnete Fernsicht, schwacher Wind aus SW, ~12 bis 22°

Ausrüstung:
Bergwanderausrüstung, Stöcke

Parameter:
Tour-Datum: 8. September 2020

Schwierigkeit: T3+ (heutige Verhältnisse, Trittsicherheit gefordert)
Strecke: 7.7 km, Bergstation Selunbahn (1578 m) – Strichboden – P.1640 – Alp Chalttal (1695 m) – Alp Torloch (1786 m) – Frümsel – Abstieg auf derselben Strecke
Aufstieg: ca. 786 m
Abstieg: ca. -786 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 40 Min.