Archiv der Kategorie: Nord-/Ostschweiz

Baselbiet 2|2: Sissacherflue

Einer ruhigen Nacht folgte das sonntägliche Frühstück um acht Uhr – herrlich! So fällt der Start in einen neuen regnerischen Wandertag leicht – ehrlich! Nicht wie ursprünglich beabsichtigt auf die Hohe Winde, sondern etwas gemütlicher zur Sissacherflue. Nach kurzer Fahrt über Liestal hoch zum Wanderparkplatz Stächpalmenhegli, wo witterungsbedingt kein Andrang herrschte. Bei recht freundlicher Witterung wanderten wir los; beim Forenacher hellte es sogar auf und der Blick nach Hersberg wurde frei. Nun folgte die Waldstrecke (Schward) bis zur Grimstelucke, mit wenigen Aufstiegsmetern. Weiterhin im Wald und auf guter Unterlage erreichten wir bald die von Nusshof und/oder Wintersingen nach Sissach führende Strasse bei der Bushaltestelle Sissacherflue, wo sich auch ein gut belegter Parkplatz befindet. Nun wurde es richtig steil – fast hundert Höhenmeter über eine Strecke von knapp 700 m. Keuchend erreichten wir die Überreste der Prähistorischen Wehranlage und kurz darauf auch schon das erwartungsgemäss gut besuchte Sissacherfluh Hüsli (überraschenderweise 1. Platz «Mini Beiz dini Beiz»). Wir fanden einen Tisch am Schärme, so konnte uns der erwartete Niederschlag nichts anhaben. Nach einer leckeren Zwischenverpflegung wurden wir von Wanderleiter Richi zur eindrücklichen Flue geführt. Mittlerweile setzte Regen ein. Die andeutungsweise spektakuläre Aussicht auf dieser Sissach 350 m überragenden Kanzel war witterungsbedingt weniger eindrücklich – immerhin machten wir den Roche-Tower aus (17 Km Luftlinie bis Basel). Damit es uns nicht langweilig wurde, führte uns Richi nach Osten, wo wir am Isleterain bei P.706 sogar einen veritablen Bergweg erreichten (kurzzeitig also T2). Diese reizvolle Runde schloss sich bei der Flueweid wieder. Steil absteigend erreichten wir wieder die Bushaltestelle, welche wir achtlos passierten. Auf dem Rückweg durch den Hardwald bis zur Grimstelucke auf einer vom Hinweg leicht abweichende Route umwanderten wir den Schwardchopf (657 m) nun südlich bis zum Punkt 582. Ab dort dann abwechslungsreich zum Forenacher, wo sich das attraktive Wandergelände etwas öffnete. Schade nur, dass es noch immer keine Scheibenwischer für Brillenträger gibt 🤓. Auf den knapp zwei Kilometer zurück zum Startpunkt war dann feucht-fröhliches Auslaufen angesagt. Nach dem Kleiderwechsel der Abschied von unsere zwei Wanderfreunden – danke herzlich für die wie immer gemütlichen und genussreichen Stunden.

Fazit:
Wandern geht immer, auch bei suboptimaler Witterung – stimmungsvoll und eindrücklich im wunderbaren Faltenjura.

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn etwas Sonne, im Tagesverlauf zunehmend starke Bewölkung, ab Mittag Regen, ca. 13° C

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Regenschutz, Stöcke (kamen nicht zum Einsatz), Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 16. Mai 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12.5 km, Parkplatz Stächpalmenhegli (498 m) – Forenacher (557 m) – Grimstelucke (600 m) – P.602 (Bushaltestelle Sissacherflue) – Sissacherflue (700 m) – Prähistorische Wehranlage – Flueweid P.693 – P.602 – Hinterhard – Grimstelucke – P.582 – Forenacher –
Aufstieg: ca. 490 m
Abstieg: ca. -490 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 10 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:10 Uhr

Baselbiet 1|2: Reigoldswil – Wasserfalle – Passwang – Bürten – Reigoldswil

Wandern mit Susanne und Richi im Baselbieter Kettenjura: Richis Vorschlag, mal in einem uns weniger bekannten Gebiet zu wandern, fand volle Zustimmung. Er kennt die Gegend um Liestal von einer früheren beruflichen Tätigkeit. Also war der Posten des Wanderleiters diskussionslos vergeben – eine gute Wahl, wie sich zeigte. Dem Treff im Hotel Bad Bubendorf folgte die kurze Fahrt ins Reigoldswilertal, bis Reigoldswil resp. zum Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfalle. Trotz trüber Witterung trafen wir einige Gleichgesinnte. Für den Aufstieg zur Wasserfalle wählten wir das Jägerwägli. Bei einer Brücke ein grosses Loch im Fels – das Weibelloch. Eine Tafel erklärte: ein Mineraloge namens Weibel habe um 1828 hier nach Steinkohlen graben und gleichzeitig einen Fussgängertunnel unter den Wasserfallen hindurch nach Mümliswil bauen wollen. Wegen Geldmangels sei die Grabung aber schon bald eingestellt worden. Entlang der Hinteren Frenke, an unzähligen romantischen Wasserfällen und an teilweise überhängenden Felsformationen vorbei, stiegen wir mehr oder weniger steil hoch zum Schelmeloch. Schon wieder eine spannende Geschichte: je nach Überlieferung Aufenthaltsort einer Mörderbande im 16. Jahrhundert, nach anderer Überlieferung Versteck von zwei Wegelagerern. Wie auch immer: die Fantasie kam nicht zu kurz. Vom eindrücklichen Schelmeloch zurück auf das Jägerwägli, stiegen wir unterhalb der östlichen Bürtenflue steil hoch, vorbei an Kalkmergelwänden, teilweise mit Ketten gesichert, bis es lärmig wurde. Familien mit Kindern vergnügten sich im unterhalb der Bergstation eingerichteten Waldseilpark. Noch ein paar Treppen, und Wasserfalle, der höchste Aussichtspunkt im Kanton Baselland war erreicht. Direkt bei der Bergstation liegt das Restaurant Heidi-Stübli, auf dessen Terrasse wir freie Plätze ergattern konnten. Die Käseschnitten schmeckten ausgezeichnet! Nach dieser Stärkung zogen wir weiter, um kurz unterhalb der Hinteren Wasserfalle die Kantonsgrenze BL/SO zu überschreiten. Beim witterungsbedingt geschlossenen Bergrestaurant böte sich auch die Variante an, über einen steilen Wiesenpfad direkt in Richtung Vogelberg aufzusteigen; das sogenannte «Huerewägli», auf dem Schmuggler früher auf dem Weg von Solothurn ins Baselland den Zoll von Reigoldswil umgangen hatten. Richi schlug den Aufstieg bis zum Grat (P.1009) vor. Hier der Tiefblick nach Mümliswil hinunter (557 m), der angeblich phänomenale Alpenblick blieb uns heute versagt. Auf dem Grat hielten wir nach W über den schmalen und leicht aufsteigenden Gratweg, für Trittfeste mit gutem Schuhwerk ein Vergnügen, mit schlechtem Schuhwerk mühsam. Die Kalksteine verlangten sorgfältiges Gehen und sind bei Nässe bestimmt rutschig. Noch waren sie trocken, wir genossen den Aufstieg längs des Grates, auch wenn die Weitblicke fehlten. Wir gelangten zu einer Verzweigung bei Punkt 1148; hier ginge es weiter westlich zum höchsten Punkt des Passwangs, dem Vogelberg (1203 m). Oberhalb des Bergrestaurants Vogelberg, am Ende der alten Militärstrasse liegend, hielten wir auf dem Wiesenweg in Richtung NO zum Schattberg. Von hier geht der Ausblick über den Rhein nach Deutschland. Nun begann auch der erwartete leichte Regen; Zeit, die Regenschutzkleidung überzuziehen. Auf dem Weiterweg erreichten wir den Reiterhof Bürten, von dessen Durchquerung mit dem Hinweis auf eigene Gefahr abgeraten wird. Allerdings führt der Wanderweg zu P.981 laut Landeskarte mitten durch die Pferdeweide(!) – die Rösser wunderten sich, wir auch… Unterhalb des Reiterhofs dann wieder sicherer unterwegs, ein kurzes Stück entlang der Fahrstrasse, welche wir bald nach links verliessen. Jetzt folgte ein ruppiger Abschnitt, steil, rutschig, nass, ca. 250 Hm hinab über Märtisweid bis P.751 und über Gämpis, ab dort für kurze Zeit auf einem besser begehbaren Weg. Unterhalb Bergmatte verliessen wir die Strasse, um direkt und steil (vorsichtig und kontrolliert) über Steinige abzusteigen, nochmals ca. 200 Hm bis zur Talstation der Wasserfallebahn. Den Startpunkt erreichten wir ziemlich durchnässt und erleichtert zugleich. Nach kurzer Fahrt zu unserem Domizil (Hotel Bad Bubendorf) freuten wir uns auf die Dusche, die Siesta und das Menü im Gourmetrestaurant Osteria Tre und schliesslich auf die erholsame Nachtruhe.

Fazit:
Wandern geht auch bei suboptimaler Witterung – stimmungsvoll und eindrücklich in einer bestimmt auch bei gutem Wetter tollen Gegend im wunderbaren Faltenjura.

Wetterverhältnisse:
Kaum Sonne, starke Bewölkung, zu Beginn freundlich und trocken, leichter Regen im Abstieg, ca. 13° C

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Regenschutz, Stöcke (kamen nicht zum Einsatz), Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 15. Mai 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 10.3 km, Reigoldswil (P bei der Talstation der Luftseilbahn Reigoldswil-Wasserfalle, 544 m) – Jägerwägli zum Schelmeloch (714 m) – Wasserfalle (Bergstation Luftseilbahn, 928 m) – Hintere Wasserfalle (955 m) – P.1009 – P.1014 – Passwang P.1148 – Schattberg – Hof Bürten (980 m) – P.871 – P.751 – Gämpis – Steinige – Talstation Luftseilbahn
Aufstieg: ca. 672 m
Abstieg: ca. -660 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 10 Min.
Tageszeit: 11:30 bis 15:50 Uhr

Walensee: Au – Quinten – Weesen, den Frühling gesehen…

…seit Tagen frühlinghaftes Wetter, und das sollte auch heute (noch) so bleiben. Also nutzten wir diesen wohl letzten Schönwettertag vor dem ab Wochenmitte angesagten (und der Trockenheit wegen ersehnten) Regen für «unsere» Walenseewanderung. Wie meist, bevorzugten wir die umgekehrte Laufrichtung (heute Montag wie erwartet mit wenig Gegenverkehr), mit der Bahn von Ziegelbrücke nach Murg, von dort wenige Minuten zu Fuss bis zum Schiffsteg Murg Ost, dann die Überfahrt mit dem MS Alvier, eine gemütliche Schaukelfahrt bis Au ans Nordufer des Walensees unter die bedrohlich beeindruckenden Felswände der westlichen Churfirsten. Der gepflegte Uferweg nach Quinten ist ca. 1.2 km lang, bei gemütlichem Tempo in einer Viertelstunde zu schaffen. In Quinten angekommen, ging es mitten im Dorf aufsteigend, vorbei an der schmucken Kirche. Bei einer Verzweigung oberhalb der letzten Häuser bot sich dieser bekannte und immer wieder schöne Postkartenblick über das Dorf hinweg und auf den ruhigen See. Ab hier verlief der Weg leicht ansteigend, links der Blick auf den mittlerweile ca. 200 m unter uns liegenden Walensee und hinüber zum A3-beschallten Südufer. Die letzten Häuschen Laueli und Tscherrüti schon passiert, kamen wir im nun etwas steileren Aufstieg über Steinlaui leicht ins Schwitzen. Der streckenweise beidseitig mit Ketten gesicherte Bergweg bot keine besonderen Schwierigkeiten. Oberhalb des Steinbruchs war der wenig Wasser führende Fulenbach zu queren und kurz danach der mit 720 m höchstgelegene Punkt der Strecke. Im Seerenwald verläuft der breite und leicht absteigende Weg hinunter zum Weiler Seeren. Bei Vorderbetlis dann die bekannten Seerenbachfälle, welche einiges an Wasser führten. Zielstrebig wählten wir den bergseitig verlaufenden Weg in Richtung Landgasthof Paradiesli, der sich unerwartet noch immer im Winterschlaf präsentierte (laut Website wäre dieser ab März beendet). Schade – so nahmen wir halt den kurzen Abstieg in Richtung Restaurant Burg-Strahlegg, wo die Gartenwirtschaft wie erwartet geöffnet war – Mittagspause! Weiter dann entlang dem Seeufer, wo zwei enge Tunnels durchquert werden mussten – zum Glück heute ohne Gegenverkehr… Vorbei an KW und Strandbad erreichten wir kurz vor Weesen die Haltestelle Fli, wo wir ohne Wartezeit in den Bus nach Ziegelbrücke einsteigen konnten.

Fazit:
Eine wiederum abwechslungsreiche Frühjahrswanderung – ideal um den Frühling zu spüren… Eine lohnenswerte Wanderung in einer uns bekannten Gegend, an Wochentagen wenig begangen, in der wärmeren Jahreszeit stark besucht…

Wetterverhältnisse:
Ziemlich sonnig mit Wolken, trocken, leichter Wind aus W (bis 20 km/Std.), ca. 14°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 26. April 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.9 km: Au (438 m) – Quinten (433 m) – Laueli (468 m ) – Tscherrüti (461 m) – Steinlaui – Fulenbach – P.712 oberhalb Steinbruch – Seerenwald (720 m) – Seeren – Seerenbachfälle bei P.496 – Kapelle Vorderbetlis (531 m) – Oberbetlis P.505 (beim Landgasthof Paradiesli) – Burg Stralegg (458 m) – Höfli P.425 m – Muslen (KW) – Bad P.424 – Bushaltestelle Fli Weesen (436 m)
Aufstieg: ca. 441 m
Abstieg: ca. -425 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:55 bis 14:10 Uhr

Feierabend-Bike-Türli auf den Bachtel (1115 m)

Feierabend? Ganz klar, auch Rentner geniessen den Feierabend. Ein spontanes Bike-Türli auf unseren Hausberg bietet sich immer an für eine Flucht aus dem Home Office (hihihi…). Nach der Ortsdurchfahrt Rüti in Richtung Tann verliess ich die Hauptstrasse, um über schöne Fahrsträsschen via Oberdürnten zur Breitenmatt hochzufahren. Diesen Ortsteil umfahre ich über die steile Loorenstrasse bis P.681, dort wage ich den Versuch, den sehr steilen Hüslenbachweg hochzufahren, was beinahe gelang – kurz vor der Hubackerstrasse wurde mir eine der Querrinnen zum Verhängnis und ich musste absteigen. Wenige Meter weiter oben, bei P.718 – hielt ich links in Richtung Wasserreservoir, an diesem vorbei über den Wanderweg hoch zum Hasenstrick. Achtlos(!) an der gut besetzten Gartenwirtschaft vorbei, den Parkplatz überquerend, suchte und fand ich den Forstweg in Richtung Ornberg. Die quer über dem Weg liegenden Baumleichen waren weder Hindernis noch Warnung. Ein paar Meter weiter endete der Weg – mitten im abgeholzten Wald. Ein Zurück war keine Option, absteigen jedoch zwingend; kein Problem, schliesslich hat mein eBike diese sagenhafte Schiebehilfe (6 km/h). Steil, sehr steil wurde ich von meinem Bike regelrecht hochgezogen(!) über eine schwache Trittspur – ich musste lediglich höllisch aufpassen, dass sich das Gerät nicht selbständig machte. Nach einer Schiebestrecke von ca. 85 Hm über 400 m war ich erleichtert, einen Forstweg zu erreichen. Aufsteigen und weiterfahren bis nach Orn, dort der Abzweiger in Richtung Bachtel. Auf geteerter Unterlage ging es (fast) von selbst hoch zum knapp 200 m höher liegenden Bachtel Kulm. Auch hier war die Gartenwirtschaft gut besetzt. Mir reichte das Bänkli beim Triangulationspunkt, um etwas zu trinken und Doris eine Bildnachricht (als Tatbeweis) zu senden. Jetzt folgte die rasende Abfahrt nach Wald hinunter, nach der Dorfquerung bog ich bei der ARA links ab, um oberhalb des Tannertobels und dessen stark befahrener Strasse über eine reizvolle Nebenstrasse Fägswil und wenig später Rüti zu erreichen. Der Empfang zuhause war standesgemäss: Doris freute sich über meine unfallfreie Fahrt und ich mich über das bereitgestellte kühle Bier – Prost!

Fazit:
Eine kleine und kurze, aber doch sportliche Fahrt mit befriedigendem Fitnessfaktor

Wetterverhältnisse:
Sonnig und Schönwetterwolken, windstill, ca. 13°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 21. April 2021
Schwierigkeit: Wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 21.5 km: Rüti ZH (478 m) – Tann (514 m) – Oberdürnten/Breitenmatt (622 m) – Hüslenbachweg – P.718 – Hasenstrick (757 m)  – Ornberg – Howacht (Schiebestrecke 85 Hm über 400 m) – Orn (925 m) – Bachtel (1115 m) – Orn – Sagen (853 m) – Unterbach – Boden (795 m) – Rickenbach – P.683 – Oberfeld – Wald (606 m) – Tonacher – Oberwis – Fägswil – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 780 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 1 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 20 Min.
Tageszeit: 14:35 bis 16:25 Uhr

Bike-Ausfahrt ins Zugerland

Am Vorabend entschieden wir, Lisebeth zu besuchen – damit war gesichert, dass wir keinen Proviant mittragen mussten… so war es dann auch! Die 30 km-Fahrt nach Heiterstalden dauerte knapp drei Stunden. So kümmerte es uns auch nicht, dass wir an den vielen seit Monaten corona-bedingt geschlossenen Beizen vorbeifahren mussten.

Aber der Reihe nach: kurz nach dem Start rollten wir bereits auf offenem Land dem Rütiwald entlang in Richtung A15, nach deren Überquerung am Frohberg vorbei, an der Schönau vorbei über Hintermeienberg hinunter, Kempraten östlich streifend bis ins Zentrum von Rapperswil. Die Velowege führen durch die Altstadt, beim Rathausplatz unterhalb des Schlosses vorbei via Fischmarktplatz zur Quaistrasse. Nun die Überquerung des Seedamms, welcher Zürisee und Obersee trennt. Gut, dass hier Velo- und Autoverkehr getrennt sind! Die verkehrsreiche Ortsmitte von Pfäffikon durchrollten wir im Eilzugstempo. Freienbach umfuhren wir südlich, um Wilen und später Wollerau zu erreichen. Nach Durchquerung des nördlich des Beckihügels stehenden Villenquartier und der Überquerung der Strasse nach Samstagern änderte das Landschaftsbild schlagartig. Im Aufstieg zum Freyenweijer (in älteren LK als Itlimoosweiher bezeichnet) standen wir nun (endlich) etwas unter «Strom». Kurz vor dem Hof Nüfeld die Unterführung der Bahnlinie SOB. Dann die Überquerung der Hauptstrasse Samstagern-Schindellegi – eine kleine Herausforderung. Nach 50 m in Richtung Schindellegi wies uns der vorbereitete Track rechts weg – anfänglich auf einem befestigten Landwirtschaftsweg, führte uns SchweizMobil über eine morastige (Schiebe-)Strecke hoch zur Hauptstrasse nach Hütten. Die unterwegs zu öffnenden und wieder zu schliessenden Viehzäune sorgten zusätzlich für «Stimmung». Oben angekommen, folgte die durchaus verständliche Diskussion darüber, wer die Velos waschen dürfe. Weiter auf der Hauptstrasse, verliessen wir diese beim Ortseingang von Hütten nach links, um an die Sihl abzufahren. Eigentlich wies uns SchweizMobil über die Hüttner Brugg, dann nach rechts; das versuchten wir, mit mehr (Doris) oder weniger (Ruedi) schlechtem Gewissen – allg. Fahrverbot für den folgenden Wanderweg, bei Androhung einer durchaus existenzbedrohenden Busse. Nach wenigen hundert Metern wichen wir der drohenden Busse aus, um zur Brücke zurückzukehren – so haben wir heute zweihundert Franken gespart(!). Ab Brücke wählten wir nun die Naturstrasse entlang der Sihl an deren rechtsliegendem Ufer – durchaus sehr schön. Nach 2.6 km erreichten wir die Finsterseebrugg. Ab hier wäre es möglich, auf einem kleinen Umweg über Untermülistock nach Finstersee hochzufahren und so wieder auf die ursprünglich geplante Strecke zu gelangen. Inzwischen hatte uns der Mut etwas verlassen, und wir wählten die normale Strasse an der Strafanstalt Bostadel vorbei und weiter über Wilersee, Chrüzegg, Menzingen – naja, die lärmige und stark befahrene (Raser-)Strecke brauchte schon auch Mut. In der Dorfmitte Menzingens bogen wir ab in Richtung S, an der am Edlibach gelegenen Bachmüli vorbei, steiler aufsteigend bis zum Hof Stockacher. Mittlerweile strahlte uns die Aprilsonne voll entgegen. Jetzt flachte das traumhafte Gelände ab, und zur «Beiz» waren es nur noch wenige Fahrminuten. Bei Schurtannen erreichten wir die ursprünglich geplante Route, die uns beim Hof Bolzli (eher einer Deponie gleichend) vorbei zum 50 Hm tiefer liegenden Heiterstalden hinunterführte. «Beizerin» Lisebeth hatte schon alles bereitgestellt, und wir freuten uns auf das Wiedersehen und die Mittagspause.

Gestärkt traten wir um halb vier die Rückfahrt an. Auf der bekannten Strecke über Schurtannen – nicht ohne bei der Hofkäserei Winzwilen bei Silvia und Wolfi Windlin Käse zu kaufen. Die Weiterfahrt über Gschwänd führte uns am ehemaligen Kurhaus und Hotel Schwandegg vorbei, das heute der Priesterbruderschaft St. Pius als Generalhaus dient. Der rassigen Abfahrt mit Spitzkehre folgte die Fahrt über Twärfallen (einem reizvoll gelegenen Moorgebiet), nun auf etwa gleicher Höhe bis nach Finstersee. Das schön gelegene Dörfchen durchfuhren wir, um ca. 80 Hm weiter unten die von Menzingen herführende Strasse zu erreichen. Vorbei am «Hotel für die schweren Jungs» zur Finsterseebrugg. Ab hier weiter auf der nach Hütten aufsteigenden Hauptstrasse – wir wollten mal die stromunterstützte Fahrgeschwindigkeit auf glatter Unterlage testen – 18 bis 20 km/h lagen schon drin. Nach der Durchquerung Hüttens bogen wir auf der normalen Strasse links ab (neiiin – nicht über das Kuhwegli vom Vormittag…), um am Hüttnersee vorbei über Nüfeld, Unterführung SOB-Linie, den Freyenweijer zu erreichen. An dieser schönen Lage drängte sich eine Trinkpause geradezu auf. Kurz nach dem Itlismoos war dann fertig luschtig mit schöner Landschaft. Es folgte die Fahrt über Wollerau, Wilen, Freienbach, Pfäffikon, Seedamm – analog Hinfahrt. Auf dem Seedamm durften wir endlich mal das Gefühl erleben, an der stehenden Autokolonne vorbei zu sausen… Rapperswil – Kempraten – mit der Steigung hoch nach Hintermeienberg als letzte Herausforderung – und kurz darauf endete unser Veloausflug. Erneut staunten wir über die Möglichkeiten, eBike-unterstützt viele Höhenmeter und Streckenkilometer zurückzulegen – und das ohne Erschöpfungs-Erscheinungen.

Fazit:
Unsere zweite eBike-Ausfahrt, wie vor Wochenfrist «versprochen», heute etwas sportlicher und konditionell fordender – mit ausgiebiger Verpflegungspause bei Lisebeth (herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft).

Wetterverhältnisse:
bei Tour-Start bedeckt und kühl, aber trocken, im Tagesverlauf sonnig, leichter Wind aus SW, ca. 8 bis 13°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 10. April 2021
Schwierigkeit: Leicht, konditionell ansprechend
Strecke: 62.4 km: Rüti ZH (478 m) – Hintermeienberg – Kempraten – Rapperswil – Seedamm (409 m) – Hurden – Pfäffikon (418 m) – Eichholz – Wilen (504 m) – Wollerau – Itlimoosweiher (647 m) – Unterführung SOB-Linie – Nüfeld – Hütten (741 m) – Hüttner Brugg (693 m) über die Sihl – dem rechten Ufer entlang bis zur Finsterseebrugg (650 m) – Strafanstalt Bostadel – Wilersee – Chrüzegg – Menzingen (805 m) – Bachmüli – Hasental/Stockacher – Schurtannen (838 m) – Bolzli (834 m) – Rotenbuch – Heiterstalden (787 m) – Rückweg über Schurtannen – Gschwänd (844 m) – Black (846 m) – Schloss Schwandegg (839 m) – Twärfallen (P.786) – Ziegelhütte – Finstersee (774 m) – P.719 – Bostadel – Finsterseebrugg – Finsterseehalden – Hütten (729 m) – Boden – Hüttnersee (658 m) – Nüfeld – Unterführung SOB-Linie – ab hier ungefähr wie Hinfahrt nach Rüti
Aufstieg: ca. 1136 m
Abstieg: ca. -1133 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 8 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 10 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 17:45 Uhr

Kleine Bike-Runde Rüti – Ghöch – Rüti

Ostersonntag, bilderbuch-mässig schön – etwas kühl und windig zwar. Wir starteten ab Haustür, Ortsdurchfahrt Rüti bis Tann, dann über Oberdürnten hoch nach Wernetshausen. Wir staunten nicht schlecht, wie wenig Kraftaufwand mit e-Unterstützung nötig war. Oberhalb der Dorfmitte von Wernetshausen in Richtung Girenbad. Aussichtsreich weiter auf nunmehr ca. 800 m.ü.M. in Richtung Bäretswil. Beim Weiler Tisenwaldsberg in Richtung Bettswil, wo die Strecke flach verlief bis zum Weiler Matt. Hier hielten wir rechts (Richtung O), um die uns vertraute Bergstrecke zum Ghöch zu fahren (ca. 175 Hm Aufstieg). Wenige Biker und Töfffahrer unterwegs, also recht verkehrsarm heute! Auf dem Pässchen dann der Blick zu den Glarner Alpen – erstaunlich sichtig heute! Josip‘s Restaurant Berg war halt umständehalber geschlossen, aber das nahe gelegene Bänkli bot sich für eine Pause an – bei dieser Fernsicht ein Genuss. Von der Bise getrieben, machten wir uns (warm eingepackt) auf die Abfahrt in Richtung Gibswil. Bei Kleinbäretswil bogen wir ab, um über Lee, Auen und Bettschwendi nach Gibswil hinunterzufahren. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Hauptstrasse verliessen wir diese in Ried, um etwa hundert Meter über der Hauptstrasse Wald zu erreichen. Das schöne Dorf durchquerend, bogen wir bei der ARA links ab, um oberhalb des Tannertobels und dessen stark befahrener Strasse über eine reizvolle Nebenstrasse Fägswil und wenig später Rüti zu erreichen.

Fazit:
Unsere seit längerer Zeit erste Bike-Ausfahrt, neuerdings elektrisch unterwegs… Erstaunlich, welche Distanzen so mit relativ geringem Kraftaufwand zurück gelegt werden können – die nächste Ausfahrt wird dann bestimmt etwas sportlicher und fordender…

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sonnig, Bise (bis 25 km/Std.), ca. 0 bis 10°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 4. April 2021
Schwierigkeit: Leicht, einfach
Strecke: 33 km: Rüti ZH (478 m) – Tann (514 m) – Oberdürnten (557 m) – Hadlikon (580 m) – Wernetshausen (724 m) – Girenbad (779 m) – Tisenwaldsberg – Bettswil (804 m) – Matt (802 m) – Ghöch (977 m) – Kleinbäretswil (902 m) – Gibswil (757 m) – Ried – Hueb – Dieterswil – Wald (636 m) – Fägswil – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 790 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 20 Min.
Tageszeit: 11:10 bis 14:20 Uhr

Über den Lägerngrat – von Baden nach Buchs

Wieder einmal (nach Mai 2016) diesen Gratweg der Extraklasse oberhalb des Furttals – unglaublich dieses wilde Naturparadies in unmittelbarer Nähe der Region Zürich/Limmattal! Unser Auto parkierten wir beim Bahnhof Buchs-Dällikon, mit anschliessender Bahnfahrt nach Baden. Auch wenn die Wetterlage nicht gerade einlud, diesen Klassiker über den langen Lägerngrat zu laufen, hatte es doch auch sein Gutes – viel Wandervolk war nicht zu erwarten. Kurz vor zehn Uhr trafen wir ein im Bahnhof Baden; nach einem Take Away-Startkafi begann der gelb markierte Wanderweg beim Lift, der uns elegant und direkt zur Limmat hinunterbrachte. Über den Metallsteg über die Limmat nach Ennetbaden, ab dort dem Fluss entlang bis zur Holzbrücke, dann die Hauptstrasse mangels Zebrastreifen eilig überquerend, anschliessend gelb markiert steil hoch über „ein paar Treppen“ über die Felsenegg zum hundert Meter höherstehenden und eindrucksvoll gelegenen Schloss Schartenfels. Direkt hinter dem Schloss der Einstieg zum Grat, vorbei an der übergrossen Warntafel (siehe Bild). Die nächsten drei Kilometer boten Gratwandern vom Feinsten, verbunden mit schönen Durch- und (theoretischen) Weitblicken. An einigen Stellen T3-Gelände, nicht wirklich ausgesetzt – das Begehen der schräg geschichteten Felslagen verlangte schon etwas Konzentration; jedenfalls nahmen wir die Hände aus den wärmenden Hosentaschen. Trotz der fehlenden Ausblicke nahmen wir uns viel Zeit, das Gelände zu geniessen! Einmal, an nicht sehr exponierter Stelle, folgte der ultimative Härtetest: der konzentrierte Blick auf die felsige Unterlage und die „Dächlichappe“ behinderten den Blick nach oben. Und plötzlich schlug doch einer dieser krummgewachsenen und harten Baumstämme an meinen ebenfalls harten Kopf, und ich musste kurz zu Boden – das Sturzgelände war buschig und weich, also nichts passiert. Sowohl der Baumstamm wie auch mein harter Kopf bestanden den Test – was mich (nicht aber Doris…) beruhigte. Ab Lägernsattel dann ein kurzer Wiederaufstieg zum Burghorn, wo zwei Bankniederlassungen stehen – heute leider zu viel Wind für eine Rast. Bald erreichten wir die stark verfallene, in ihrer Grösse aber beeindruckende Ruine Alt Lägeren – von dieser ehemals strategischen Aussichtslage würde der Ausblick über das Wehntal hinweg bis zum Rhein und tief in den Schwarzwald reichen – heute eben leider nicht. Wenige Minuten später war dann die Hochwacht erreicht, wo das renovierte Restaurant wenig Zulauf hatte. Die Aussicht von hier oben wäre formidabel… Der Weiterweg führte vorbei am Skyguide-Radar, erst in Richtung Regensberg. Dieses schöne Burgstädtchen mieden wir heute; kurz vor Ebrecht folgten wir den gelben Wegweisern in Richtung Buchs. Auf wenig steilen Forststrassen, ab und zu mal eine Abkürzung nutzend, erreichten wir bei Pfaffenbüel die ersten Häuser von Buchs und nach Durchquerung des alten Dorfkerns den Endpunkt beim Bahnhof Buchs-Dällikon.

Fazit:
Auch bei suboptimalen Wetterbedingungen eine in der Länge respektable Gratwanderung auf dem östlichen Ausläufer des Jurabogens.

Wetterverhältnisse:
Für heute war Sonnenschein pur angekündigt, doch der Saharasand sorgte für bedeckte Verhältnisse, leichter (kalter) Wind aus SO, ca. 2 bis 8°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 3. März 2021
Schwierigkeit: T2-3
Strecke: 13.5 km: Baden (Bahnhof, 385 m) – Schartenfels – Buck (630 m) – Lägernsattel (773 m) – Burghorn (859 m) – Kantonsgrenze AG/ZH (852 m) – Burgruine Alt Lägeren (866 m) – Hochwacht (853 m) – Ebrecht P.791 – P.749 – Bildstock – Mötsche – P.553 – Pfaffenbüel – Buchs ZH (429 m) – Bahnhof Buchs-Dällikon (424 m)
Aufstieg: ca. 632 m
Abstieg: ca. -593 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:30 Uhr

Atzmännig – Tweralpspitz – Chrüzegg – Chümibare – Atzmännig

Diese klassische Panorama-Schneeschuhtour liegt praktisch vor unserer Haustüre. Heute spontan wieder einmal in Begleitung von Richi (Susanne musste arbeiten…), der eine schöne Überraschung im Rucksack gepackt hatte. Den bereits gut besetzten, grossen Parkplatz im Schutt bei der Talstation des Skigebiets Atzmännig verliessen wir zügig ostwärts. Auf dem parallel zur Fahrstrasse zur Altschwand führenden Schneeschuhtrail erreichten wir nach ca. zwanzig Minuten das Alprestaurant Altschwand (corona-bedingt geschlossen, aber mit Take away-Angebot). Zu früh für eine Einkehr, zogen wir weiter. Das Gelände wurde steiler, die Spur schmaler, führte durch Wald und über Lichtungen. Im steilen Aufstieg zum Rotstein verwöhnte uns die Sonne, einige Schneeschuhläufer im Abstieg kamen uns entgegen; die hatten sich wohl mit dem Sessellift hochtragen lassen, um via Schwammegg zu laufen. Auf dem Rotstein angekommen, bot sich uns die erwartete Fernsicht zum Alpstein, zu den Churfirsten, zum Speer, über die Innerschweizer hinweg war sogar der Eiger und das Finsteraarhorn auszumachen. Ab hier könnte man den Tweralpspitz westlich umgehen um direkt zur Obertweralp zu laufen. Wir stiegen weiter hoch auf guter Spur zum Rotstein, dessen Besteigung bei winterlichen Verhältnissen und mit Schneeschuhen so etwas wie eine Schlüsselstelle war; während Richi direkt aufstieg, wählten wir die nicht weniger heikle Traverse durch den Wald – sehr schmal, sehr steil abfallend, und bei Gegenverkehr war etwas Geduld gefragt. Wer hier ausrutscht, landet im Cholloch… Der folgende, nunmehr etwas ausgeprägtere Grat war sogar verwächtet – also immer schön Abstand und Distanz halten! Nach kurzem Zwischenabstieg wieder eine Traverse über einen Steilhang, welche Konzentration forderte. Und schon standen wir auf dem Tweralpspitz, dem heute höchsten Punkt. Phänomenal die Aussicht, das Toggenburg, der Alpstein, die Churfirsten – ein Genuss! Nun folgte die «Abfahrt» zur Obertweralp hinunter, welche am schönsten neben der hartgetretenen Spur, also im annähernd unverspurten Pulverschneehang, bewältigt wurde. Beim Alpgebäude angekommen, bereits gut besetzte Sonnenplätze – also weiter der kurze Aufstieg bis nach P.1229, wo uns eine Bankniederlassung erwartete. Idealer Platz an der Sonne; Richi packte die mitgebrachte Überraschung aus: ein Fläschli Merlot, stilgerecht serviert in Outdoor-Gläser. Passte bestens zu den mitgebrachten Leckereien. Ein herzliches Dankeschön dir Richi! Vorbeilaufende Schneeschuhwanderer meinten etwas neidisch, wir hätten einen Take away-Stand eingerichtet. Nach dieser genussvollen Pause der Weiterweg zum Berggasthaus Chrüzegg, welches trotz gutem Zulauf nicht mal eine Take away-Möglichkeit anbot – die haben es offensichtlich nicht nötig😯. Wir zogen vorbei, vor uns der kurze, aber steile Aufstieg zum fünfzig Meter höherstehenden Chümibare, wo ein schönes Kreuz und eine ebensolche Bank steht. Im Gegensatz zur Chrüzegg kaum Gipfelstürmer hier oben. Von diesem wunderbaren Aussichtspunkt liefen wir über die nach Süden verlaufende Krete runter zum später von der Chrüzegg her verlaufenden Geoweg. Den Hof Oberchamm oberhalb querend weiterhin steil hinunter, immer schön der Krete entlang. Jetzt noch der ruppige Abstieg über die «unbequemen», weil teilweise ausgeaperten Treppenstufen nach Enkrinnen hinunter. Zum Schluss entlang der Fahrstrasse, immer noch auf Schnee – Parkplatz Schutt erreicht, der sich langsam entleerte.

Fazit:
Nach langen Schlechtwetter-Wochen endlich wieder einmal eine Tour im Schnee, und erst noch in «unserem» Zürioberland – einfach herrlich!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, ziemlich sonnig, Temperaturen im Bereich -10 bis -4°, mässige Bise. Beste Schneeverhältnisse (unten Hartschnee, ab 1000 m.ü.M. Pulverschnee, geschätzte 0.5 bis 1 m), Gelände ziemlich verspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Parameter:
Tourdatum: 14. Februar 2021
Schwierigkeit: WT2 (Stellen WT3)
Strecke: 8.7 km: Atzmännig Parkplatz Schutt (824 m) – Hinteraltschwand (968 m) – Rotstein (1285 m) – Tweralpspitz (1331 m) – Obertweralp – P.1229 – Chrüzegg (1264 m) – Chümibare (1313 m) – Oberchamm – Enkrinnen – Atzmännig
Aufstieg: ca. 690 m
Abstieg: ca. -690 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 05 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 15:25 Uhr

Pfufisegg (1950 m) – tolle Saisoneröffnung!

Die halbstündig verkehrende Gondelbahn ab Saxli brachte uns in wenigen Minuten zum 800 m höherliegenden Berghotel Schönhalden, wo wir den Startkafi geniessen konnten. Um halb zehn starteten wir auf eine wie erwartet einsame Tour. Die im östlichen alpinen Raum bestehende mässige Lawinengefahr (Stufe 2) bot heute gute Voraussetzungen, die ohnehin wenig gefährdete Arena um Mädems zu besuchen. Die komfortable Schneelage (ca. 50 cm), sowie eine gute Spur erlaubte einen Aufstieg ohne kräfteraubende Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern war das leicht bewaldete und winterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m) rasch erreicht. Unterhalb des Ostausläufers der Guscha P.1711 der Wanderwegweiser Abzweiger Guscha, der auch schon tiefer im Schnee stand. Weiter nun der etwas abflachende Aufstieg unterhalb der Wisswand (bei P.1761), wo heute noch keine Rutsche auszumachen waren. Nach etwas mehr als einer Stunde erreichten wir die Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – diesmal südwestlich ausholend steil hoch in Richtung des markanten Felsens. Fast froh darüber, für kurze Zeit im Schatten zu laufen, strahlte uns bald wieder die Sonne ins Gesicht – vom wolkenlosen Himmel notabene! Die einige Minuten vor uns gestarteten zwei Skitüreler krampften sich in Richtung Hochgamatsch steil hoch – deren Spur verliessen wir mit einem stillen Dankeschön für die Spurarbeit. Irgendwie bemerkten wir nicht, die Pfufisegg erreicht zu haben – kein richtiger Gipfel halt, vielmehr ein aus mehreren Buckeln bestehender toller Aussichtspunkt. Bei Windstille, von der Sonne voll beschienen und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon) genossen wi