Heute wanderten wir auf den Spuren von Adolf Guyer-Zeller (*1. Mai 1839 in Neuthal, Bäretswil; †3. April 1899 in Zürich). Die vom Eisenbahn-Pionier resp. von Guyer-Zellers Bau- und Unterhalts-equipen angelegten und instand gehaltenen Wanderwege in romantische Tobel, zu imposanten Gubeln (Felswänden, Nagelfluhpfeilern, Felsköpfen) und rauschenden Giessen waren für seine Freunde und Gäste seines Standes bestimmt. Das zeigt auch die aufwändige Art, in der die breiten Wege befestigt und mit Geländern, Treppen und Brücken versehen sind. Das Lochbachtobel liegt im Süden von Bauma und liegt im engen Tälchen, welches vom Lochbach entwässert wird. Erreicht wird das verborgene Bijou ab Dorfmitte mit einem kurzen Spaziergang durch das südöstliche Quartier Holderbaum, wo auch die Geleise der Museumsbahn (DVZO) überquert werden. Vorbei an den Flarzhäusern Hinterwis wird nach ca. 1.2 km Loch und die Lochweid erreicht. Vorbei an einem kleinen Weiher (wir nennen ihn Lochweier) galt es an einer Verzweigung rechts zu halten und den wenig Wasser führenden Bach zu überqueren. Ungefähr hier beginnt die relative Wildnis des Lochbachtobels. Nach einer ersten Eisenbrücke und nach etwa 1.8 km biegt der Weg ein ins Dachsloch; über eine hohe Nagelfluhwand plätschert das Wasser hinunter. Über eine weitere Brücke vorbei an dieser schönen Giessen dreht der Weg leicht aufsteigend zurück zum Lochbach. Dort wartet schon eine weitere Brücke, welche vorbei an einer weiteren Giessen führt. Ab jetzt zählten wir die Brücken nicht mehr, und auch die vielen Wasserfälle nicht. Das Gleiche gilt für die Treppen – welche jetzt folgten. Etwas Vorsicht war schon geboten, weil der Untergrund nass und unter Laub lag, auch wenn die Holztritte mit Drahtgittern belegt waren. Guyer-Zeller-Weg heisst die folgende Strecke, auch Hoheneggweg genannt. Bald wurde klar, dass hier ein Eisenbahn-Pionier am Werke war. Über etwa 130 Höhenmeter führte der «Weg» über spektakuläre Eisentreppen und -brücken hoch zur Hohenegg. Auf der Hohenegg angekommen, verliessen wir den nach Neuthal hinunter führenden Guyer-Zeller-Weg, um entgegengesetzt nach SO zu laufen. Die Strecke über Hofbööl, Hinteres Lee bis zum Tännler verläuft auf einem nicht sehr ausgeprägten Grat, ohne Höhengewinn oder -verlust. Der Tännler markiert mit 965 m den östlichsten Punkt; schön der Ausblick zum Alpstein! Nach dem kurzen Abstieg zur asphaltierten Läsetenstrasse hinunter wanderten wir auf dieser zur Kreuzung Stattboden und leicht aufsteigend zur heute geschlossenen Bergwirtschaft Sunnenhof. Schön der Weitblick nach W und N, trotz leichter Trübung durch Schleierwolken. Zweihundert Meter weiter drehten wir nach O, um bei Punkt 968 wieder Natur unter den Füssen zu spüren. Wir entschieden, die wenige Meter südlich des markierten WW verlaufende Spur zu nehmen – ziemlich morastig durch das Rellstenloch. Durch das lichte Ghöchweidholz blinzelte uns die Sonne entgegen; vorbei am wenige Meter höheren Baschlisgipfel (1064 m) der kurze Aufstieg zur Ghöchweid. Hier weitete sich der Ausblick zu den Glarner und Schwyzer Alpen. Jetzt war es nur noch eine Sache von Minuten, über Weideland hinunter zum Übergang Ghöch, wo auch das empfehlenswerte Restaurant Berg steht. Gastgeber Josip hiess uns sehr freundlich willkommen – auch in deutlich gezeichneten Wanderklamotten. An diesem wunderschönen Platz fühlen sich Gourmets, Biker, Wanderer und Ausflügler gleichermassen willkommen. Das Tagesmenü passte vorzüglich: Salat, Hackbraten und ein Durstlöscher dazu. So gestärkt war der Abstieg nach Fischenthal hinunter (180 Hm, Distanz 2.5 km) reine Formsache – auch wenn die Unterlage Asphalt war. Ab Fischenthal dann die ÖV-Rückfahrt nach Hause.
Fazit:
Jahreszeitlich bedingt eine einsame Wanderung – uns hats sehr gefallen…
Wetterverhältnisse:
Wiederum viel Sonne, etwas verschleiert bewölkter Himmel, trocken. Temperatur im Bereich 8 bis 10° C, wenig Wind (ca. 7 km/h SSO)
Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Wanderstöcke (evtl. Einsatz), Kartenmaterial Swisstopo, GPS
Parameter:
Tourdatum: 12. November 2025
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 10.13 km, Bauma Bahnhof (638 m) – Hinterwis – Loch – Dachsloch – Guyer-Zeller-Weg P.778 – Lochbachtobel – Hohenegg – Hofbööl, P.921 – Hinteres Lee 894 m – Tännler (965 m) – Lasetenstrasse, P.925 – Stattboden (924 m) – Bergwirtschaft Sunnenhof, heute geschlossen – Laupetswilerstrasse, P.968 – Rellstenloch – Ghöchweidholz – Ghöchweid (999 m) – Ghöch (961 m) – Restaurant Berg – Hinterer Sädel (901 m) – Widenreiti, P.850 – Fischenthal (741 m), Bahnhof
Aufstieg: ca. 481 m
Abstieg: ca. -375 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 34 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 52 Min.
Tageszeit: 10:35 bis 15:05 Uhr























































































































































































































































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