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Kleine Bike-Runde Rüti – Ghöch – Rüti

Ostersonntag, bilderbuch-mässig schön – etwas kühl und windig zwar. Wir starteten ab Haustür, Ortsdurchfahrt Rüti bis Tann, dann über Oberdürnten hoch nach Wernetshausen. Wir staunten nicht schlecht, wie wenig Kraftaufwand mit e-Unterstützung nötig war. Oberhalb der Dorfmitte von Wernetshausen in Richtung Girenbad. Aussichtsreich weiter auf nunmehr ca. 800 m.ü.M. in Richtung Bäretswil. Beim Weiler Tisenwaldsberg in Richtung Bettswil, wo die Strecke flach verlief bis zum Weiler Matt. Hier hielten wir rechts (Richtung O), um die uns vertraute Bergstrecke zum Ghöch zu fahren (ca. 175 Hm Aufstieg). Wenige Biker und Töfffahrer unterwegs, also recht verkehrsarm heute! Auf dem Pässchen dann der Blick zu den Glarner Alpen – erstaunlich sichtig heute! Josip‘s Restaurant Berg war halt umständehalber geschlossen, aber das nahe gelegene Bänkli bot sich für eine Pause an – bei dieser Fernsicht ein Genuss. Von der Bise getrieben, machten wir uns (warm eingepackt) auf die Abfahrt in Richtung Gibswil. Bei Kleinbäretswil bogen wir ab, um über Lee, Auen und Bettschwendi nach Gibswil hinunterzufahren. Nach einem kurzen Abschnitt auf der Hauptstrasse verliessen wir diese in Ried, um etwa hundert Meter über der Hauptstrasse Wald zu erreichen. Das schöne Dorf durchquerend, bogen wir bei der ARA links ab, um oberhalb des Tannertobels und dessen stark befahrener Strasse über eine reizvolle Nebenstrasse Fägswil und wenig später Rüti zu erreichen.

Fazit:
Unsere seit längerer Zeit erste Bike-Ausfahrt, neuerdings elektrisch unterwegs… Erstaunlich, welche Distanzen so mit relativ geringem Kraftaufwand zurück gelegt werden können – die nächste Ausfahrt wird dann bestimmt etwas sportlicher und fordender…

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos, sonnig, Bise (bis 25 km/Std.), ca. 0 bis 10°

Ausrüstung:
GPS

Parameter:
Tour-Datum: 4. April 2021
Schwierigkeit: Leicht, einfach
Strecke: 33 km: Rüti ZH (478 m) – Tann (514 m) – Oberdürnten (557 m) – Hadlikon (580 m) – Wernetshauisen (724 m) – Girenbad (779 m) – Tisenwaldsberg – Bettswil (804 m) – Matt (802 m) – Ghöch (977 m) – Kleinbäretswil (902 m) – Gibswil (757 m) – Ried – Hueb – Dieterswil – Wald (636 m) – Fägswil – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 790 m
Abstieg: ca. -780 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 20 Min.
Tageszeit: 11:10 bis 14:20 Uhr

Föisc 2208 m – formidabler Panoramagipfel über der Alta Leventina

Am zweiten Tag unseres Aufenthalts im Val Bedretto zog es uns – der Lawinensituation geschuldet – in die nahe Nachbarschaft. Nach der kurzen Fahrt nach Airolo die Bergfahrt hoch nach Brugnasco. Ein freundlicher Bauer hat am Dorfeingang ein paar Parkplätze eingerichtet – grazie! Dass es hier, an dieser südseitig ausgerichteten Bergseite schneefrei war, erstaunt nicht weiter, schliesslich ist es Frühling🌼! Start unmittelbar beim Bauernhof, über einen steilen Güterweg, vorerst ohne Schneeschuhe. Nach etwa fünfhundert Metern eine Hütte, ab welcher es auf schneebedecktem Weg, immer schön an der Märzensonne, über zwei Serpentinen ansteigt. Der immer noch steile, unter Schnee liegende leicht bewaldete Weg war gut zu begehen Bei P.1604 änderte die Situation und die Richtung von NW nach NO, Rütan war erreicht. Unglaubliche Schneemengen hier oben! Also wurden jetzt die Schneeschuhe montiert. Nach der letzten Hütte verliessen wir den über dem Valle di Büi verlaufenden Weg nach rechts (in Richtung O) um ziemlich steil weiter aufzusteigen; die Unterlage hart und deshalb gut tragend, im offenen Gelände kaum Spuren (vom Winde verweht), also war harte Arbeit angesagt – Doris als Führerin voraus👍. An besonders geschützten Stellen konnten wir schwache Spuren nutzen, welche uns auch bestätigten, in Richtung Motti unterwegs zu sein. Kurz vor P.1911 kamen Zweifel auf, weil ein tief verschneites Grätchen zu begehen war – stimmte die Richtung? GPS-Bestätigung sei Dank, erreichten wir bald einmal Pian-Töi, eine Verzweigung auf 1893 m. Hier steht auch eine schöne Hütte, die wir auf dem Rückweg besuchten. An der Verzweigung entschieden wir uns für den Aufstieg über den anspruchsvollen Steilhang, auf welchem vertrauenswürdige Spuren zu erkennen waren. Bis zum Gipfel waren noch 315 Aufstiegsmeter zu bewältigen. Wenn die Querung des evtl. rutschgefährdeten Steilhangs gut gelingt, sollten wir um 13:15 Uhr, nach etwa 60 Minuten also, auf dem Gipfel ankommen. Die problematische, der Sonne voll ausgesetzte Querung, begingen wir zügig, mit äusserster Vorsicht und mit Sicherheitsabstand. Nicht nur der Anstrengung wegen floss der Schweiss in Strömen… Ab einer Höhe von 2050 m.ü.M. waren keine Spuren mehr zu erkennen – der Wind der vergangenen zwei Tage hatte Wirkung. Der windgepresste Schnee erlaubte den Gipfelaufstieg ohne allzu aufwändige Spurarbeit. Und die Orientierung war auch kein Problem, immer in Richtung höchstem Punkt. Der Gipfel selbst zeigte sich aber erst kurz vor dem letzten Aufschwung, ca. 80 Hm unterhalb. Das markante Gipfelkreuz und die Wegweiser waren nicht zu verfehlen. Und pünktlich waren wir auch – 13:15 Uhr! Doch da müsste doch eine Schutzhütte stehen, das legendäre Rifugio Föisc?! Vollständig eingeschneit, der Eingang mit einem winzigen freigeschaufelten Loch zu erkennen – die Hütte stand bestimmt drei Meter unter Schnee. Im Innern könnten angeblich 8 Personen «wohnen» – mehr Infos siehe hier. Auf dem Gipfel bot sich dann ein Panorama der Sonderklasse. Ostseitig nur ja nicht zu nahe auf die Wächte treten! 350 m unter uns der Lago Ritóm mit der Staumauer Piora, dahinter der Lago Cadagno und der Lago di Tom und das Val Piora. Am 360°- Horizont wetteiferten nahe und ferne Gipfel um die Gunst; die Tiefblicke in die Leventina, ins Val Bedretto hinüber und nach Airolo hinunter waren absolut betörend. Nach diesem Genuss folgte die verdiente Gipfelrast vor der Schutzhütte und bei Windstille und angenehmer Temperatur (geschätzte 4 bis 8 Grad). Und das Unerwartete: der Gipfel gehörte uns alleine!

Der ausgiebigen Gipfelrast folgte der Abstieg auf (fast) identischer Strecke. Die Variante über die Bochetta di Föisc hinunter ins Val di Büi war keine Option – zu gefährlich. Wir achteten lediglich darauf, den im Aufstieg beschriebenen Steilhang umgehen. Also wichen wir oberhalb nach O aus, um im meterhohen Schnee irgendwie zwischen den Bäumen durch gefahrlos, jedoch freeride-mässig Pian-Töi zu erreichen. Das gelang, und schon durften wir uns freuen, an der sensationell gelegenen Hütte mit dem treffenden Namen Carpe Diem eine Trinkpause einzulegen. Im weiteren Abstieg folgte über Motti wieder das bekannte Grätchen, dann über wunderschönes Gelände hinunter bis zu den Hütten von Rütan. Der weitere Abstieg auf dem Güterweg schon fast erholsames Auslaufen, um schliesslich beim Startpunkt in Brugnasco zu «landen». So, das war nun doch eine sportliche Tour – die uns etwas mehr forderte. Jedenfalls freuten wir uns auf ein Panaché in Ronco Bedretto. Und die für morgen auf der Heimfahrt prov. Tourenidee (Pizzo dell’Uomo ab Lukmanierpass) lassen wir wohl eher bleiben😅…

Fazit:
Ein wiederum frühlingshafter Schneeschuh-Wandertag der Extraklasse, gespickt mit fast tausend Auf- und Abstiegsmetern – wir durften zufrieden sein… Und sehr speziell heute: auf der gesamten Tour sind uns keine Berggänger begegnet(!).

Wetterverhältnisse:
Unglaubliche Schneemengen, anfänglich pulvrig, im Tagesverlauf unterhalb 1800 m.ü.M. sulzig, kaum Spuren, und falls solche vorhanden windgepresst, ungetrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-5° bis 10° C), je nach Exposition windstill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (seit Tagen)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 23. März 2021
Schwierigkeit: WT3
Strecke: 12.4 km, Brugnasco (ca. 1355 m, Abstellplätze beim ersten Bauernhof an der Strasse) – Campoi (1448 m) – P.1516 – Rütan P.1604 – Motti (P.1911) – Pian Töi (1893 m) – Piatto di Larici – Föisch Rifugio (2208 m) – Abstieg wie Aufstieg (Variante Umgehung Steilhang bis Pian Töi)
Aufstieg: ca. 930 m
Abstieg: ca. -910 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 16:15 Uhr

Val Bedretto – von All’Acqua (1622 m) bis Alpe di Cruina (P.2056 m)

Vorwort:
Zu Fuss auf der Nufenenpassstrasse – das geht nur im Winter, wenn die Wintersperre gilt. Dann ist das Val Bedretto am Oberlauf des Flusses Ticino ein vergessenes Tal. Wenige kommen auf die Idee, am Südportal des Gotthardstrassentunnels ins Tal des jungen Ticino abzubiegen. Im Winter fällt hier nicht selten Schnee in rauhen Mengen. Oft gehen an den hohen Bergflanken grosse Lawinen nieder, was dazu führt, dass das Tal zeitweise von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Der grösste Teil des Tals gehört zur gleichnamigen Gemeinde Bedretto, zu welcher auch die Ortschaften Ronco Bedretto, Villa Bedretto und Ossasco zählen. Das erste Dorf im Tal, Fontana, liegt auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Airolo. Die höchstgelegene Ortschaft im Tal ist All’Acqua, wo in der Regel die Wintersperre beginnt, und die Skitouren- und Schneeschuhläufer unter sich sind. Auf den beiden Talseiten warten viele Gipfelziele und bekannte Hütten, z. B.: auf der Südseite der Pizzo San Giacomo, der Pizzo Grandinagia, das Helgenhorn und das Gebiet um die Cristallinahütte, auf der Westseite die Capanna Corno-Gries am Eingang des Val Corno und wenig später am Südfuss des Nufenenstocks der Cornopass und als Übergang ins italienische Val Formazza der Griespass. Auf der Nordseite das Chüebodenhorn, der Pizzo Rotondo und weiter östlich der Pizzo Lucendro. Oberhalb All’Acqua, auf der Alpe di Rotondo, steht die Capanna Piansecco auf einer Höhe von 1980 m, welche wir heute zu erreichen hofften…

Die Idee, die Hütte in einer Runde über die Alpe di Cruina (P.2097) via die Cave delle Pigne zu erreichen, um dann dem Sommerweg folgend durch die Riale di All’Acqua abzusteigen, entpuppte sich bald als Illusion – der Lawinengefahr wegen. Wir starteten beim hintersten Parkplatz in All’Acqua. Auf der Passstrasse lag hier bestimmt ein Meter Schnee. Viele Spuren, hart gefroren, ideale Verhältnisse also für einen Schneeschuhspaziergang. Nach etwa einem Kilometer ein erstes Gefahrenzeichen: ein etwa 70 m breiter einige Tage alter Lawinenzug im Bereich der Riale Partus war auf immerhin sicheren Spuren zu überqueren. Ab und zu war zu erkennen, dass wir auf der Passstrasse liefen, zur Linken der eingeschneite Ticino – wunderbar! Vor der ersten Doppelkurve verliessen wir die Strasse, um direkt zu P.1837 aufzusteigen. Bald weitete sich das Gelände, und vor uns lag die Cantina di Cruina – von den Gebäuden waren nur die Dächer zu sehen. Vor uns türmten sich der Nufenenstock und der Scaglia di Corno auf, links war die Capanna Corno-Gries (das «Alpenraumschiff») auszumachen. Einige hundert Meter nach der Cantina di Cruina verliessen wir die Passstrasse, um über unverspurtes Gelände direkt aufzusteigen – etwas krampfen wollten wir schon noch! Ziel war es, den knapp 100 Hm höher gelegenen P.2097 an der Haarnadelkurve der Passstrasse zu erreichen. Das Gelände erreichte eine Steilheit von knapp 30°, schweisstreibende Spurarbeit war gefordert – zum Glück sanken wir auf der windgepressten Unterlage nur wenig ein. 400 Meter vor der Haarnadel kapitulierten wir: zu heikel erschien uns der Weiterweg in Richtung Capanna Piansecco. Machte nichts, also Umkehr im steilen Gelände. Nahe P.2041 – dort wo im Sommer ein Wanderweg die Passstrasse unterquert, stehen ein paar Hütten, und wenige Meter daneben ragten einige Felsbrocken aus dem Schnee – ideal für eine Mittagsrast bei Windstille(!) und voll an der Sonne. Beste Aussicht zu den gegenüber stehenden Gipfeln, u.a. Helgenhorn. Etwa dreihundert Meter westlich, am Fuss der Scaglia di Corno, fanden einige Gämsen etwas Nahrung auf einer abgeblasenen Moräne. Vom aussichtsreichen und absolut ruhigen Rastplatz konnten wir uns kaum losreissen. Im folgenden Abstieg beobachteten wir bei Paltano von der Doppelkurve aus einige Skitourenfahrer, welche vom Helgenhorn via Passo San Giacomo abfuhren – spektakulär! Auf der restlichen Strecke entlang des Ticino war wieder der Lawinenzug zu überqueren. In diesem Bereich beobachteten wir etwas irritiert einige verwegene Skitüreler im lawinengefährdeten, steilen und südseitig ausgesetzten Gelände, die es offensichtlich nicht sein lassen konnten. Beim unterbesetzten Parkplatz in All’Acqua angekommen, schloss sich unsere landschaftlich sehr reizvolle Schneeschuhwanderung – respektabel in der Distanz, etwas weniger anspruchsvoll als auch schon. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Ronco, wo wir für drei Nächte im hübschen Berghotel Stella Alpina logierten (sehr zu empfehlen, ausgezeichnete regionale Küche!)

Fazit:
Ein frühlingshafter Schneeschuh-Wandertag im uns unbekannten Bedrettotal – wir kommen gerne wieder!

Wetterverhältnisse:
Viel Schnee, anfänglich hart und windgepresst, im Tagesverlauf unterhalb 2000 m.ü.M. sulzig, ungetrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-6° bis 6° C), kaum spürbarer Wind (gemeldet war starker Nordföhn mit Böen von 50 bis 80 km/h).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (seit Tagen)

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 22. März 2021
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 11.6 km, All’Acqua (oberster Parkplatz) – Manió (1740 m) – Doppelkurve bei P.1837 – Cantina di Cruina (1902 m) – Alpe di Cruina P.2028 – P.2056 (Umkehrpunkt) – Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 460 m
Abstieg: ca. -460 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 14:50 Uhr

Gottschalkenberg – eine Runde über dem Ägerisee

Der zwischen der Sihl und dem Ägerisee verlaufenden Gottschalkenberg ist bekannt wegen des Übergangs über den Raten, der von Biberbrugg/Schwyzerbrugg SZ nach Oberägeri ZG führt. Im Winter ein kleines Kinderskiparadies, im Sommer ein solches für Biker und Wanderer. Vom Pass her wird das Restaurant Gottschalkenberg erreicht über eine zwei km lange Strasse. Der grosse Parkplatz ist Lockdown-bedingt leer, also können wir unser Fahrzeug problemlos abstellen. Hier treffen wir Lisebeth, deren Anfahrt etwas kürzer war.

Zu Beginn der Wanderung hatten wir der leicht winterlichen Witterung zu trotzen, der moderate Aufstieg sorgte aber rasch für die nötige Betriebstemperatur. Die Muetegg mit 1204 m.ü.M., dieses bewaldete unscheinbare Gipfeli, war zu erkennen an der Bankniederlassung. Einige Hartschneestellen auf dem Weiterweg boten kaum Schwierigkeiten. Bald erreichten wir P.1122 (Eisenkreuz, Bank, Feuerstelle) und kurz danach einen markant im Wald stehenden „Gipfelfelsen“. Im Grau ging der Blick hinunter nach Finstersee. Wenige Minuten später standen wir auf der Mangelhöhe (1102 m), wo uns die gelben Wegweiser ein verwirrend grosses Angebot machten. Wir entschieden uns für – keinen der vorgeschlagenen Wege. Ab durch die Mitte, auf einigermassen sichtbaren Trittspuren relativ steil hoch durch den Wald – der Bruusthöchi entgegen. Zwar noch immer bewölkt, lockerte sich die Sicht in Richtung Ägerisee etwas auf. Jetzt folgte der wenig steile Abstieg zu einer grossen und aussichtsreichen Lichtung namens Grümel, auf welcher auch die Wanderhütte steht – und rund herum viele Bänke und Grillstellen; hier oben muss wohl normalerweise viel Betrieb sein. Am westlichen Ende der Lichtung wurden wir in einer scharfen Kurve in Richtung N nach Hintertann hinunter gewiesen (30 Hm Abstieg). An der ziemlich neuen Eventlocation vorbei, erreichten wir nun einen geteerten Streckenteil, der nach Hinterschneidt hinunterführte. Beim Wegkreuz (P.945) hielten wir nach rechts (NW), vorbei an der schön gelegenen Bergbeiz Kistenpass. Hier trafen wir den freundlichen (und gesprächigen) Bauer und Beizer, der – wohl auch Lockdown-bedingt unter etwas sozialem Entzug „leidend“ – innert kurzer Zeit viel zu berichten wusste. Jedenfalls mussten wir uns mittlerweile frierend verabschieden – schliesslich hatten wir noch gute drei Stunden Laufzeit vor uns… später über den Lutisbach, erreichten wir P.931 bei Hinterwiden. Den etwas abseitsstehenden Aussichtspunkt liessen wir stehen und nahmen den direkten Weg durch das Tälchen des Lutisbach hinunter bis zur Klinik Adelheid. Bei P.839 die Richtungsänderung nach O; etwa 80 Hm oberhalb des Ägerisees fanden wir an aussichtsreicher und sonniger Lage ein Bänkli – ideal für die Mittagsrast. Gestärkt überschritten wir den Lütisbach wieder, um das zu Oberägeri gehörende Villenquartier Erliberg zu durchstreifen. Einen halben Kilometer weiter östlich dann eine natürliche Barriere – der Mitteldorferbach; jetzt den Grundweg steil hinauf bis zur Tannstrasse und auf dieser über den Bach weiter nach O. Ober- und Hinter-Haltenbühl heissen die Höfe. Beim Hof Hinter-Haltenbühl verliessen wir die Fahrstrasse, um gelb markiert über den Dorfbach den an der Strasse von Schwand nach Alosen P.927 (Mattli) zu erreichen. Hier entschied sich Lisebeth – unter Kniebeschwerden leidend – bis Alosen zu laufen und mit dem Postauto zum Ratenpass zu fahren. Wir hatten jetzt noch 220 Aufstiegsmeter vor uns. Über Wiesland direkt hoch bis zum Waldrand, dann auf der Forststrasse weiter hoch. Der Abschnitt bis zur Abschwändi war eine einzige Plage: die Unterlage durchgehend geschottert (einem stillgelegten Eisenbahntrassee gleich). Bei der Lichtung bei Abschwändi Richtungsänderung nach N. Bei P.1162 schloss sich die Runde; jetzt noch wenige Schritte bis zum Ausgangspunkt auf Gottschalkenberg – 40 Min. für den Aufstieg ab Mattli P.927, wo die Vorgabe 1 Std. lautete. Zufrieden entledigten wir uns der Wanderschuhe, um dann die Heimfahrt (über Alosen) anzutreten – Lisebeth hatte das Postauto in Alosen um eine Minute verpasst.

Fazit:
Eine lohnenswerte Wanderung in einer uns unbekannten Gegend, zu dieser Jahreszeit wenig begangen, in der wärmeren Jahreszeit wohl stark besucht…

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, trocken, ab Mittag etwas Sonnenschein, leichter kalter Wind aus O (bis 10 km/Std.), ca. 0 bis 4°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 9. März 2021
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14.0 km: Gottschalkenberg (1148 m) – Charenboden (1162 m) – Muetegg (1204 m) – Wegkreuz P. 1122 – Mangelhöhe (1102 m) – Bruusthöchi (1176 m) – Grümel (1050 m, Wanderhütte) – Hintertann (1024 m) – Hinterschneidt (Wegkreuz P.945 m) – P.931 (Hinterwiden) – Klinik Adelheid (P.839) – Lütisbach – Erliberg (Mitteldorferberg Oberägeri) – Mitteldorferbach (P.856 m) – Ober- und Hinter-Haltenbühl (P.894) – Mattli (P.927) – P.1017 – P.1052 (Gireggwald) – Abschwändi (P.1137) – P.1140 – Charenboden – Gottschalkenberg
Aufstieg: ca. 585 m
Abstieg: ca. -554 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 15:00 Uhr

Über den Lägerngrat – von Baden nach Buchs

Wieder einmal (nach Mai 2016) diesen Gratweg der Extraklasse oberhalb des Furttals – unglaublich dieses wilde Naturparadies in unmittelbarer Nähe der Region Zürich/Limmattal! Unser Auto parkierten wir beim Bahnhof Buchs-Dällikon, mit anschliessender Bahnfahrt nach Baden. Auch wenn die Wetterlage nicht gerade einlud, diesen Klassiker über den langen Lägerngrat zu laufen, hatte es doch auch sein Gutes – viel Wandervolk war nicht zu erwarten. Kurz vor zehn Uhr trafen wir ein im Bahnhof Baden; nach einem Take Away-Startkafi begann der gelb markierte Wanderweg beim Lift, der uns elegant und direkt zur Limmat hinunterbrachte. Über den Metallsteg über die Limmat nach Ennetbaden, ab dort dem Fluss entlang bis zur Holzbrücke, dann die Hauptstrasse mangels Zebrastreifen eilig überquerend, anschliessend gelb markiert steil hoch über „ein paar Treppen“ über die Felsenegg zum hundert Meter höherstehenden und eindrucksvoll gelegenen Schloss Schartenfels. Direkt hinter dem Schloss der Einstieg zum Grat, vorbei an der übergrossen Warntafel (siehe Bild). Die nächsten drei Kilometer boten Gratwandern vom Feinsten, verbunden mit schönen Durch- und (theoretischen) Weitblicken. An einigen Stellen T3-Gelände, nicht wirklich ausgesetzt – das Begehen der schräg geschichteten Felslagen verlangte schon etwas Konzentration; jedenfalls nahmen wir die Hände aus den wärmenden Hosentaschen. Trotz der fehlenden Ausblicke nahmen wir uns viel Zeit, das Gelände zu geniessen! Einmal, an nicht sehr exponierter Stelle, folgte der ultimative Härtetest: der konzentrierte Blick auf die felsige Unterlage und die „Dächlichappe“ behinderten den Blick nach oben. Und plötzlich schlug doch einer dieser krummgewachsenen und harten Baumstämme an meinen ebenfalls harten Kopf, und ich musste kurz zu Boden – das Sturzgelände war buschig und weich, also nichts passiert. Sowohl der Baumstamm wie auch mein harter Kopf bestanden den Test – was mich (nicht aber Doris…) beruhigte. Ab Lägernsattel dann ein kurzer Wiederaufstieg zum Burghorn, wo zwei Bankniederlassungen stehen – heute leider zu viel Wind für eine Rast. Bald erreichten wir die stark verfallene, in ihrer Grösse aber beeindruckende Ruine Alt Lägeren – von dieser ehemals strategischen Aussichtslage würde der Ausblick über das Wehntal hinweg bis zum Rhein und tief in den Schwarzwald reichen – heute eben leider nicht. Wenige Minuten später war dann die Hochwacht erreicht, wo das renovierte Restaurant wenig Zulauf hatte. Die Aussicht von hier oben wäre formidabel… Der Weiterweg führte vorbei am Skyguide-Radar, erst in Richtung Regensberg. Dieses schöne Burgstädtchen mieden wir heute; kurz vor Ebrecht folgten wir den gelben Wegweisern in Richtung Buchs. Auf wenig steilen Forststrassen, ab und zu mal eine Abkürzung nutzend, erreichten wir bei Pfaffenbüel die ersten Häuser von Buchs und nach Durchquerung des alten Dorfkerns den Endpunkt beim Bahnhof Buchs-Dällikon.

Fazit:
Auch bei suboptimalen Wetterbedingungen eine in der Länge respektable Gratwanderung auf dem östlichen Ausläufer des Jurabogens.

Wetterverhältnisse:
Für heute war Sonnenschein pur angekündigt, doch der Saharasand sorgte für bedeckte Verhältnisse, leichter (kalter) Wind aus SO, ca. 2 bis 8°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 3. März 2021
Schwierigkeit: T2-3
Strecke: 13.5 km: Baden (Bahnhof, 385 m) – Schartenfels – Buck (630 m) – Lägernsattel (773 m) – Burghorn (859 m) – Kantonsgrenze AG/ZH (852 m) – Burgruine Alt Lägeren (866 m) – Hochwacht (853 m) – Ebrecht P.791 – P.749 – Bildstock – Mötsche – P.553 – Pfaffenbüel – Buchs ZH (429 m) – Bahnhof Buchs-Dällikon (424 m)
Aufstieg: ca. 632 m
Abstieg: ca. -593 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 20 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:30 Uhr

Fuorcla Grevasalvas 2688 m – in der Sahara…

Nach diesem verlängerten Touren-Wochenende im Oberengadin begleiteten wir Susanne und Richi ein Stück weit auf der Fahrt nach Hause; nicht ohne auf dem Julierpass noch eine Abschiedstour zur Fuorcla Grevasalvas zu unternehmen. Bei etwa minus 5° und leichtem Südwestwind Start kurz nach zehn Uhr beim Ospizio La Veduta. Der Einstieg direkt gegenüber über einige hart-vereisten Tritte über die Gelgia. Dann folgte der angenehm steile Aufstieg (noch im Schatten) über gute Spuren. Zur linken der mächtige Piz Julier im schönsten Morgenlicht. Wie sich im Tagesverlauf herausstellte, waren wir heute einsam unterwegs (lediglich vier weitere Schneeschuh-Tourengänger). Ungefähr bei P.2449, am Fuss des aufragenden Piz da las Coluonnas, erreichten wir die ersten Sonnenstrahlen, die heute des Saharastaubs wegen ziemlich diffus wirkten. Jetzt folgte der kurze, aber steile Zwischenabstieg (ca. 60 Hm) zum unter Schnee und Eis liegenden Leg Grevasalvas hinunter. Nach der Seeüberquerung die wenig steile Hangtraverse bis zur Verengung, wo es einen markanten Felsbrocken zu unterlaufen galt. Nach wenigen Metern Aufstieg öffnete sich das Val Grevasalvas, links der markante Piz Lagrev, links von ihm die Fuorcla Lagrev (2877 m), mit Schneeschuhen nicht machbar, im Sommer T4+. Rechts baute sich der Piz d’Emmat Dadora (2851 m) auf, und wir mitten in diesem ruhigen Tal aufsteigend, das vom Saharastaub gebrochene Licht im Gesicht. Bei P.2558, dort wo eine verfallene Hütte am Fels steht, gönnten wir uns eine Trinkpause – und staunten darüber, dass in Richtung Gipfel Piz d’Emmat Dadaint weder Spuren noch Türeler auszumachen waren. Auf dem nun steiler verlaufenden Schlussaufstieg von ca. 130 Hm folgten wir den vorgegebenen windgepressten Spuren. Dann ein eindrückliches Phänomen im Gegenlicht: ein Super-Halo (siehe Bilder). Nach knapp zwei Stunden Laufzeit auf der Fuorcla Grevasalvas angekommen, empfing uns ein böiger Südwind. An eine Gipfelrast war nicht zu denken. Trotzdem genossen wir das prächtige Panorama mit dem eindrücklichen Blick zu den Hochalpen und zum fast tausend Meter tiefer liegenden Maloja und dem Silsersee. Etwas unterhalb des Übergangs – bereits wieder im Abstieg – fanden wir eine windgeschützte Stelle, um die Gipfelrast abzuhalten. Im weiteren Abstieg zogen wir dann unsere Single Lines durch weichen Pulverschnee. Rasch war die enge Stelle beim grossen Felsen erreicht; hier galt es die vereisten Stellen vorsichtig zu passieren. Nach der folgenden Seeüberquerung der Gegenaufstieg, wo noch einmal gekeucht und eingeheizt wurde. Auf der Kuppe vor dem Abstieg zum Julierpass bewunderten wir nochmals die Bergwelt, gegenüber das verspurte Val d’Angel, dessen Steilhänge am Piz Bardella von einigen Rutschen gezeichnet waren. Etwas nach zwei Uhr erreichten wir das Ospizio La Veduta wieder – wegen der aktuellen Lage halt ohne Einkehr. Adieu Susanne und Richi, gute Heimfahrt – es war schön mit euch!

Fazit:
Ein Schneeschuh-Wandertag bei angenehmen Bedingungen auf einen Übergang, der keine Wünsche offenlässt.

Wetterverhältnisse:
Viel Schnee, Spuren leicht windgepresst, auf dem Übergang teilweise abgeweht, vom Saharastaub mystisch getrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-5° bis 8° C), unterwegs meist windstill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig für trockene Lawinen, Stufe 3 erheblich für Nassschneelawinen

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPSParameter:
Tour-Datum: 22. Februar 2021
Schwierigkeit:
WT2
Strecke: 9.2 km, Julierpass, Ospizio La Veduta (2237 m) – Leg Grevasalvas (2390 m) – Fuorcla Grevasalvas (2688 m) – Abstieg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 570 m
Abstieg: ca. -610 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:10 bis 14:10 Uhr

Muottas Muragl 2454 m – Lej Muragl 2715 m – Val Muragl/Punt Muragl 1738 m

Was für ein Traumtag! Mit der Standseilbahn zum Aussichtspunkt auf Muottas Muragl (Einfachticket für Fr. 25.00/Person). Bei der Bergstation möglichst schnell weg! Bereits auf dem planierten Philosophenweg dünnte sich der Besucherstrom aus. Bald waren Schneeschuh- und Skitüreler unter sich. Als wir den Philosophenweg bei der Verzweigung Fuorcla Val Champagna (P.2363) verliessen, wurde es fast schon einsam. Die Auswahl an Spuren war gross, fast alle führten zum Seelein Lej Muragl hinunter, wenige nahmen sich einen den Gipfel vor (Piz Muragl, Piz Clüx); die Strecke zur 180 m höher liegenden Fuorcla Muragl wäre schon mal was – aber aktuell zu gefährdet, wie die Niedergänge warnend zeigten. Nach einem Fotohalt auf dem eingewinterten See machten wir uns auf den weiteren Abstieg ins Val Muragl. Immer der logischen Linie folgend, nahe der Ova da Muragl, erreichten wir bald den Punkt 2363, dort wo der Sommerweg vom Muottas Muragl via Alp Margun mündet und der Sommeraufstieg zur Cna. Segantini beginnt. Die Rutsche oberhalb des Alpgebäudes vermittelten die Gefahren bei einer Begehung über den Direktabstieg deutlich. Fast unmerklich änderte nun die Laufrichtung von NW nach W. Jetzt hofften wir auf einen schönen Rastplatz, wo wir unsere mitgebrachten Leckereien verzehren konnten. Bei der Tegia Muragl war es so weit; die Sitzbank vor dem Alpgebäude war rasch freigeschaufelt. Hier wurde Kurzweil geboten, verlief doch die Schlittelpiste direkt an der Hütte vorbei. Gut gestärkt machten wir uns auf den weiteren Abstieg im etwas enger werdenden Tälchen. Die 300 Hm bis Punt Muragl (der Talstation der Bergbahn) boten hochwinterliche Ausblicke ins Val Roseg, zum Piz Palü und zum Berninamassiv, bei frühlingshafter Wärme. Entsprechend aufgeweicht war die Unterlage. Für die letzten paar hundert Meter zum nahen Parkplatz entledigten wir uns der Schneeschuhe.

Fazit:
Eine sehr angenehme, keinesfalls überlaufene, Schneeschuhwanderung, fast schon gemütlich, trotz der vielen Abstiegsmetern. Touren wie diese mit unseren Bergfreunden Susanne und Richi zu unternehmen, ist immer wieder ein besonderes Vergnügen – herzliches Dankeschön!

Wetterverhältnisse:
Viel Schnee, anfänglich pulvrig, im Tagesverlauf unterhalb 1800 m.ü.M. sulzig, ab Bergstation Muottas Muragl als Winterwanderweg gespurt, ab Verzweigung Fuorcla Val Champagna (P.2363) Ski- und Schneeschuhspuren, wiederum ungetrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-5° bis 12° C), windstill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig für trockene Lawinen, Stufe 3 erheblich für Nassschneelawinen

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 21. Februar 2021
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 10.3 km, Muottas Muragl (2454 m) – Tschimas da Muottas – P.2750 – Lej Muragl (2715 m) – P.2363 – Tegia Muragl (2093 m) – Punt Muragl (1738 m)
Aufstieg: ca. 330 m
Abstieg: ca. -1035 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 10:30 bis 15:00 Uhr

Cho d’Valletta 2495 m – eine prächtige Rundtour

Eine Männerrunde heute – Marathonmann Richi als «Kampfmaschine» und Senior Ruedi als «Krampfmaschine». Der uns bereits bekannte Cho d’Valletta sollte es sein. Irgendwie verpassten wir beim Start am Schiessstand Muntarütsch den bekannten Alpweg zur Alp Muntatsch. Nicht schlimm, also hielten wir erst nach W auf dem Alpweg in Richtung Skilift Survih Bergstation – so wurde daraus eine Rundtour. Unterwegs ein kleiner Verhauer in die Wildruhezone, und prompt wurden wir von einem aufmerksamen Wildhüter zurück gepfiffen – zu Recht! Oberhalb der Kirche San Peter bis zum Skilift voll an der Sonne und bei prächtigem Panorama. Bei P.1932 war dann fertig lustig: auf dem mutmasslichen WW (weiss-rot-weiss) stampften wir steiler werdend nach O. Mangels Spuren und Markierungen verpassten wir den Abzweiger in Richtung Alpweg Muntatsch; stattdessen in direkter Linie hoch durch das Val Muntatsch, am Rand der Wildruhezone des God da Munt. Zum Glück spurte Richi im sehr steilen Gelände (gemessene 25-30°), so durfte ich in seinen Fussstapfen wühlen. Gefühlsmässig lagen wir richtig, erreichten wir doch oberhalb der Alp Muntatsch die «offizielle» Spur. Ziemlich ausgepowert🥵 (gilt nur für den Autor…) konnten wir nun auf guter Spur und weniger steil in Richtung Gipfel steigen. Erst etwa 80 Hm unterhalb des Gipfels steilte das Gelände auf und Richi führte uns durch die felsdurchsetzten, aber nicht ausgesetzten, Steilstufen zur Cho d’Valletta. 1 Std. 50 Min. Laufzeit für 760 Aufstiegsmeter – respektabel! Der Begrüssung von sechs GipfelstürmerInnen folgte der phänomenale Gipfelgenuss. Der wenig starke Wind erlaubte sogar eine ausgiebige Gipfelrast – bei dieser grossartigen Kulisse eine echte Belohnung! Für eine halbe Stunde gehörte der Gipfel uns. Für den Abstieg wählten wir die Strecke über die Alp Muntatsch, ab dort dann auf dem Alpweg hinunter bis zur schönen Hütte Alpetta. Die Unterlage wurde zunehmend sulzig, trug aber durchgehend gut bis zum Startpunkt beim Schiessstand – kein Wunder bei dieser Temperatur! Erst viel später – bereits unter der Dusche stehend – bemerkten wir den leichten Sonnenbrand auf unseren Unterarmen…

Ergänzung:
Susanne und Doris haben den Skitag auf Corviglia sehr genossen; dennoch berichteten sie von Massenandrang und langen Wartezeiten bei der Talstation in Celerina. Und der Umstand, dass die Beizen geschlossen waren, trübte das Skierlebnis etwas. Aber gegönnt haben wir den beiden diesen tollen Tag 🥰.

Fazit:
Ein frühlingshafter Schneeschuh-Wandertag der Extraklasse – heute zu zweit (unsere Girls genossen einen Skialpin-Tag im Gebiet Corviglia). Dir lieber Richi ein grosses Dankeschön für die Kameradschaft und die rücksichtsvolle Führung👌.

Wetterverhältnisse:
Viel Schnee, anfänglich pulvrig, im Tagesverlauf unterhalb 2000 m.ü.M. sulzig, ab Alp Muntatsch bis zum Gipfel teilweise gespurt, Gipfelgelände windgepresst, Fels teilweise ausgeapert, ungetrübter Sonnenschein, frühlingshafte (-4° bis 10° C), windstill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig für trockene Lawinen, Stufe 3 erheblich für Nassschneelawinen

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS, Sonde, Schaufel, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 20. Februar 2021
Schwierigkeit: WT2-3
Strecke: 9.8 km, Samedan Muntarütsch Chesa da tir (1779 m) – Sur San Peter – Skilift Survih Bergstation – P.1932 – Wildruhezone – Muntatsch – Cho d’Valletta (2496 m) – Alp Muntatsch (2187 m) – Alpetta (1961 m) – Muntarütsch
Aufstieg: ca. 760 m
Abstieg: ca. -760 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 09:40 bis 14:40 Uhr