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Schutzhütte Latzfonser Kreuz (2311 m)

Nach der gestrigen, doch anstrengenden Tour heute nicht die Hohe Scheibe – etwas einfacheres war angesagt: Bergfahrt mit der Gondelbahn ab Reinswald (1570 m) zum Pichlberg (2130 m). Ab hier ca. 3 km auf der Wanderautobahn namens Urlesteig zur auf 2094 m gelegenen Getrumalm (eine schön gelegenen Hütte). Hier dreht der Urlesteig ab, wir wanderten weiter ins Ende des Val Ghetrum, WW Nr. 7). Unterhalb der markanten Kassianspitze (2581 m) ein Wegkreuz; wir hielten weiter auf Nr. 7. Kurz vor dem Luckl (2378 m) wurde es recht alpin. Auf dem Übergang ginge der Blick zu den Dolomiten; Konjunktiv – denn das Wetter entsprach heute nicht ganz den Vorhersagen – die Welterbe-Gipfel waren in dunkle Wolken gehüllt. Sechzig Hm Abstieg, und schon war die Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit dem schönen Kirchlein erreicht. Bei leichtem Wind und wenig Sonne war es draussen vor der Hütte bei 20° grade so zum Aushalten. Viel Volk hier oben – Sonntag! Leckeres Essen (Pasta, Gemüsesuppe mit Würstel)! Gut versorgt traten wir zum Rückweg an. Die Witterung hellte zunehmend auf, sogar die Sonne meldete sich zurück. Auf der Getrumalm angekommen, genossen wir die Radler (das sind nicht etwa VelofahrerInnen, von denen es hier erstaunlicherweise wenige gab…!). Auf dem nun folgenden Urlesteig viele Infotafeln; erklärt wird zum Beispiel, was es mit den Latschenkiefern auf sich hat (wertvolles Öl von den jungen Zweigen), und weshalb auf dem gegenüber verlaufenden Grat eine Trockensteinmauer angelegt ist (Trennung der Alpweiden) – sogar eine Kneipp-Stelle ist eingerichtet. Attraktiv also! Und Fremdsprache-Kenntnisse von Vorteil: alle Informationen in urigem Sarntaler Dialekt! Jedenfalls war der Rückweg kurzweilig, mittlerweile mit freier Sicht zu unseren gestern bestiegenen Villandersberg und Sarner Scharte. Und im Osten zeigten sich sogar einzelne Dolomitengipfel. So erreichten wir die moderne Bergstation Pichlberg. Die knapp 600 Hm Talfahrt war der gemütliche Abschluss einer ebensolchen Wanderung.

Fazit:
Fast schon eine Wellness-Tour – immerhin doch mehr als 12 km…

Wetterverhältnisse:
Teils sonnig, jedenfalls freundliche Witterung bei ca. 24°, bei der Schutzhütte Latzfonser Kreuz starke Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12.4 km, Urlesteig ab Bergstation Pichlberg (2130 m) – Getrumalm (2094 m) – ab hier Wanderweg Nr. 7 – Luckl (ca. 2370 m) – Schutzhütte Latzfonser Kreuz mit Kirchlein (2311 m) – zurück auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 560 m
Abstieg: ca. -560 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 35 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 15:45 Uhr

Sarner Scharte (2468 m) und Villandersberg (2509 m)

Auf der Reise in die Toscana schalteten wir wie oft einige Wandertage im Südtirol ein – diesmal im uns völlig unbekannten, aber bemerkenswert schönen Sarntal. Die Besteigung des oberhalb Sarnthein, des Hauptorts des Sarntals, etwas abweisend stehenden Hausbergs der Sarner, die Scharner Scharte war unser heutiges Ziel; klar, dass wir nach dessen Überschreitung auch noch den wenige Meter höheren Nachbargipfel Villandersberg «mitnehmen» wollten. Knackpunkt der Tour war dann allerdings der Steig ab P.2401; über eine Strecke von ca. 800 m waren knapp 200 Hm abzusteigen – zwar mit Fixseilen «gesichert», aber dennoch knackig eben…

Doch der Reihe nach: ab unserem temporären Domizil in Unter-Reinswald dauerte die 16 km lange Fahrt über Santhein und dann über eine schmale Bergstrasse hoch zum beim Riedlerhof angelegten Wanderparkplatz etwa eine halbe Stunde. Ein gebührenfreier P – wo gibt’s denn sowas (noch). Bei bestem Wanderwetter zogen wir los in Richtung des aus dieser Sicht abweisenden massigen Felsbrockens namens Sarner Scharte – dessen Gipfelkreuz in 2 km Luftlinie entfernt gut zu sehen war. Rechts (also südlich davon) das etwa 80 m tiefer liegende Schartl, wo auch das Sarner Scharten-Biwak steht – dort hinauf soll’s gehen! Wir wählten die markierte Strecke Nr. 3, über welche nach wenigen Minuten der schön gelegene, ab Mittag geöffnete Almschank Tengler erreicht wird. An diesem vorbei begann es nun im Kalkwald anzusteigen. Nahe Riedler Pill (Riedlerbild) noch im Wald, hielten wir nach rechts weiterhin auf WW Nr. 3, nun bei freier Sicht durch die Latschen (so nennt man hier die Legföhren). Unter der Südostwand der Sarner Scharte machten sich ein paar Kletterer bereit; diesen Punkt (Brunnleit Brünnl) erreicht man auch über WW Nr. 3A ab Almschank Waldrast. Jetzt für die verbleibenden 240 Aufstiegsmeter in Serpentinen hoch bis zum sichtbaren Biwak durch blockiges Gelände und steiler werdend, nicht ausgesetzt (T2), aber schweisstreibend. Hier oben erwarteten wir einen ersten Blick zu den Dolomiten; diese versteckten sich aber diskret in den Wolken. Bis zum 80 m höher stehenden Gipfel Sarner Scharte (2468 m) dann noch zehn Minuten. Hier oben ein (trotz Wolken) sehr schönes Rundum-Panorama. Nördlich steil abfallende Felsen, auf dem weitläufigen Gipfelgelände alpig, südlich die Plattenalm mit einigen Seelein (Königslacken), und 1.2 km nordöstlich der Nachbar Villandersberg (2509 m). In 5 km Entfernung das Rittner Horn (2261 m), zu erkennen an der Antennenanlage. Ab und zu lichteten sich die Wolken, und damit der Blick zu den Dolomiten (z. B. Rosengartenspitze, 22 km entfernt). Nach der Gipfelrast der kurze Abstieg zum P.2401 (Einstiegstelle Steig), und dann der Aufstieg (20 Min.) zum hundert Meter höheren Villandersberg. Hier oben weitete sich der Blick, unter uns Reinswald mit seinem Ski- und Wandergebiet, und das Durnholzer Tal. In 9 km Entfernung ein mögliches Gipfelziel für morgen, die Hohe Scheibe (2563 m), im Gebiet des Penser Jochs (dem Übergang vom Sarntal nach Sterzing und zur Brennerautobahn). Nach dem Gipfelfoto der kurze Abstieg zurück zur Einstiegstelle des Steigs. «Gesicherter Steig» steht hier geschrieben, und sicherheitshalber ein Eisentor mit dem Hinweis «Bitte schliessen», was uns nicht abschreckte. Der Beginn war harmlos, zwar steil, aber mit einem fixen Drahtseil gut gesichert. Im weiteren Verlauf dann sehr steil werdend, mit vielen Kletterstellen und einigen unbefestigten Übergängen, die wohl besser im Auf- als im Abstieg gemeistert würden. Aber jetzt, wo wir schon mal da waren, ging’s halt nur noch runter – und wie! Die Absturzgefahr hielt sich zwar in Grenzen, mehr Respekt hatten wir vor Steinschlag. Und Runterschauen muss man schon können… Jedenfalls waren wir glücklich, den doch recht langen Steig (T4, II-er Kletterstellen) gut gemeistert zu haben. Unten dann noch eine lange Querung durch eine steinschlägige Halde – Ruedi zuerst, dann in ausreichendem Abstand Doris. Nach dem Blick zurück nach oben fragten wir uns, wo wir wohl abgestiegen waren. Vor uns jetzt der weitere Abstieg durch Latschenwald, mehr oder weniger steil hinunter bis P.1989 (Hinteren Herrn). Ab hier immer gut markiert weiter über Alpgelände – in Erwartung der wohl bald auftauchenden Almschank Waldrast. Eine erste direkte Abbiegung (WW Nr. 18A) verpassten wir wohl😒, in einem weiten Bogen über WW Nr. 3A erreichten wir diese schön gelegene Jausenstation dennoch. Welche Erlösung dann beim verdienten Radler! Viele wattenden Gäste hier (Samstag ist’s). Nach diesem erholsamen Stopp der weitere Abstieg über WW Nr. 18A, vorbei an einem schönen Seelein, und nach einer halben Stunde war der Hallerhof erreicht, und wenige Minuten später auch der Ausgangspunkt unserer Bergwanderung.

Fazit:
Eine lange und teilweise überraschende Tour in oft heiklem Gelände (Steinschlaggefahr), eine tolle Überschreitung des Hausbergs der Sarner, die uns ausgezeichnet gefallen hat. Allerdings: ein nächstes Mal würden wir die Tour in umgekehrtem Ablauf machen, weil der Steig im Aufstieg bestimmt einfacher zu bewältigen ist.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, freundliche Witterung bei ca. 24°, in der Gipfelregion aufziehende Bewölkung, aber trocken.

Hilfsmittel:
Feste Bergschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 15. September 2018
Schwierigkeit: T2 (Steig T5, II-er Kletterstellen)
Strecke: 14.9 km, Wanderweg Nr. 3 ab Wanderparkplatz Riedlerhof (1503 m) – Almschank Tengler (1617 m) – Riedler Pill – Schartl (2381 m), Sarner Scharten-Biwak – Sarner Scharte (2468 m) – P.2401 – Villandersberg (2509) – P.2401 (Einstiegstelle Steig) – Gesicherter Steig (Kletterstellen II Weg Nr. 18A) – P.1989 (Hinteren Herrn) – Almschank Waldrast (1762 m) – Weg Nr. 3A via Hallerhof – Riedlerhof
Aufstieg: ca. 1082 m
Abstieg: ca. -1067 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 09:20 bis 17:00 Uhr

Hüttentour Uri 3|3: Treschhütte SAC – Fellilücke – Nätschen

Nach dem reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns von der idyllischen Treschhütte kurz nach acht Uhr. Südlich der Hütte, vorbei an der Alp Vorder Waldi, war auf den ersten anderthalb Kilometern gemütliches Warmlaufen auf relativ flacher Strecke entlang des Fellibachs angesagt. Dann über eine erste Geländestufe (1.5 km, 300 m Höhendifferenz) hoch zur Alp Obermatt. Hier bei P.1839 über eine kleine Brücke über den Fellibach. Danach wieder etwas flacher, vor uns aber die mächtige Geröll- und Blockhalde, über welche die Fellilücke erreicht wird. Kurze Pause und Verpflegung (Susanne’s Kraftriegel vom Beda-Beck). Ungefähr bei 2000 m.ü.M (Murmetsbüel) wurde es ruppig. Die nächsten zwei Kilometer verliefen ziemlich in der Mitte der Breitplanggen, so heisst die Blockhalde. Die häufigen w-r-w-Markierungen waren eine wichtige Orientierungshilfe. Grosse Tritte, kräfte- und zeitraubendes Blockkraxeln, mehrheitlich ohne Stockunterstützung – herrlich! Und eindrucksvoll dazu! Unterwegs in den Blocks nochmals eine Verschnaufpause, vor allem auch um unsere Flüssigkeitsspeicher aufzufüllen – denn der Schweiss floss in Strömen. Für die letzten 150 Aufstiegsmeter legte Richi etwas vor, um uns dann von oben zu beobachten. Ihn interessierten natürlich auch die alten Festungsanlagen auf dem rechts aufragenden Schneehüenerstock/Unghürstöckli (2773 m). Geschafft – auf der Fellilücke, dem höchsten Punkt des Tages. Gipfelrast im Windschatten, bei nunmehr eingetrübter Witterung, aber trocken. Zum Glück hat man die Sprengarbeiten hier oben vor drei Tagen abgeschlossen. Was nun folgte, erschreckte uns. Allein schon der Tiefblick auf den 230 m unter uns liegenden Oberalppass, resp. auf die dort eingerichtete (unüberhörbare) Baustelle bot ein tristes Bild. Zum guten Glück bot sich uns die Aussicht ins gegenüberliegende Gebiet um den Piz Cavradi (wo sogar die Maighelshütte ausgemacht werden konnte) und auf die umliegenden Gipfel wie z. B. Pazolastock (2740 m). Wir hielten nach Westen um den Schneehüenerstock südlich zu umrunden. Die Höhe von ca. 2400 m.ü.M. haltend, fixierten wir uns auf die Bergstation Gütsch – vorbei am Lutersee. Eine Alternative bot sich uns nicht – die Strecke über Vorder Felli-Strahlboden-Grossboden war gesperrt. Das Gebiet ist eine gigantische Grossbaustelle – die Skiarena Sedrun-Andermatt wird gebaut! Mehrere Bahnanlagen vor Fertigstellung, allen voran das Projekt 2018 auf den Schneehüenerstock mit der auf 2600 m gebauten Bergstation. Möglich, dass diese Arena im Winter und unter Schnee ganz anders wirkt – die Art und Weise, wie hier Wunden in eine ehemals schöne Berglandschaft geschlagen werden, lässt viele Fragen offen. Ob sich die Millionen-Investition des Herrn Sawiri und Konsorten lohnen wird? Zurück zu unserer Wanderung: über breite Baupisten (siehe Bilder) erreichten wir die Bergstation Gütsch, um kurz davor den Abstieg nahe des Gütsch-Express einzuschlagen. Auf der Suche, die staubige und von Baufahrzeugen stark befahrene Piste verlassen zu können, boten sich uns wenige Gelegenheiten (Wanderweg-Markierungen fehlten hier …). In der Direttissima erreichten wir schliesslich die RhB-Bahnstation Nätschen (1842 m), welche wegen des Neubaus des Gütsch-Express-Terminals verlegt worden ist. Eigentlich wollten wir in der nahen Alp Hittä einkehren; nix da, geschlossen (zurzeit geschäften die an der Gewerbeausstellung Uri 18). Egal, uns blieben noch 4 Minuten bis zum Eintreffen des roten Bähnli (Abfahrt 15:04) – was reichte, um die Online-Tickets zu lösen (Reisende ohne Smartphone treibt es hier mangels Ticketautomat Angstschweiss auf die Stirn…). Naja, pünktlich fielen die ersten Tropfen – wir kamen trocken durch.

Fazit:
Lange und wie erwartet anstrengende Tagesetappe, und ausserdem speziell eindrucksvoll, nicht zuletzt wegen der alpinen Grossbaustellen auf Oberalp und Umgebung. Unseren Bergfreunden Susanne und Richi danken wir von Herzen für die Begleitung auf dieser wunderschönen Hüttentour.

Wetterverhältnisse:
Zum Tagesbeginn leichte Bewölkung, sonnig, gegen Mittag bewölkt, Temperatur ca. 10-16°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 6. September 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 15 km, Treschhütte SAC (1475 m) – Alp Vorder Waldi (1508 m) – Egg – Hinter Waldi (1531 m) – Rinderboden – Obermatt (1839 m) – Plätzli (1900 m) – Murmetsbüel (2010 m) – Breitplanggen – Fellilücke (2478 m) – Vorder Felli – Lutersee – Strahlgand – P.2371 (Alte Stäfel) – Ober Stafel – Bergstation Gütsch – Grossboden – Lochstafel – Im Loch – Börtli – Nätschen (1842 m, Station RhB)
Aufstieg: ca. 1070 m
Abstieg: ca. -690 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 5 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 6 Std. 40 Min.
Tageszeit: 08:15 bis 15:00 Uhr

Hüttentour Uri 2|3: Etzlihütte SAC – Pörtlilücke – Treschhütte SAC

Bei wiederum besten äusseren Bedingungen starteten wir zur heute etwas stärker fordernden Tour mit mehr als 1000 Abstiegsmetern über eine Strecke von 3 km. Also verabschiedeten wir uns von der Etzlihütte kurz nach neun Uhr. Gleich hinter der Hütte begann es über eine Strecke von 500 m ordentlich zu steigen – was unsere Girls nicht hinderte, ausgiebig von den vielen Power-Heidelbeeren zu essen – Dessert nach dem Frühstück sozusagen! Herrlich das Panorama hier oben! Zur rechten (also nördlich) der Rossbodenstock, wo auch geklettert wird. In der Fortsetzung über uns der bizarre Steinstock. Dann der Zwächten (2853 m), und dahinter teilweise sichtbar der Bristen (3072 m). Links unter uns bald der schöne Spillauisee, dominiert vom ebenfalls bizarren Sunnig Wichel (2911 m). Der Übergang, die Pörtlilücke (2506 m), zeigte sich auch bald und unverkennbar. Während auf den bisherigen 3.5 km Lustwandeln über schönstes Alpweideland dominierte, war nun Blockwandern angesagt – hundert Meter Aufstieg durch unser Lieblingsgelände! Nun doch etwas ausser Atem, war der höchste Punkt des Tages kurz vor zwölf Uhr erreicht. Gerade richtig, um sich von den mitgetragenen Leckereien zu trennen. Solche Übergänge bieten immer wieder atemberaubende Aus- und Rückblicke. So taten sich uns auf der Westseite der Pörtlilücke unvermittelt Abgründe auf. Vor uns der sehr steile Abstieg über Geröll und durch Blockgelände – Konzentration und Trittsicherheit waren gefordert. Zur linken die schuttigen Abbrüche des Sunnig Wichel, Läged Gand. Zur rechten die Südwand des Ruchen mit der Steinchälen. Nach etwa zwei Kilometer steilem Abstieg «beruhigte» sich das Gelände – und wie: beim Hinter Pörtlistöfeli am Pörtlibach bot sich das liebliche Gelände geradezu an, eine längere Pause einzuschalten – Fussbad und anschliessende Siesta könnten kaum erholsamer sein. Unmittelbar danach fiel das Gelände wiederum sehr steil ab in Richtung Pörtlistäfeli. In der immer enger werdenden Schlucht muss es bei Regen gewaltig rumoren – jedenfalls zeugten eindrückliche Runsen von der Naturgewalt. Zwar war für heute kein Niederschlag vorausgesagt, aber einige dunkle Wolken verdeckten die Sonne teilweise. Jedenfalls waren wir nicht unglücklich, die Alp Vorder Waldi in der Ebene des Fellitals zu erreichen. Dort war gerade richtig Betrieb; zwei Sennerinnen trieben schlachtreife Schweine zusammen – schöne Tiere und bald auf der Schlachtbank. Hoffentlich bereitete man den Tieren ein halbwegs schonungsvolles Ende. Nach diesem Intermezzo und der Überquerung des Fellibachs erreichten wir unser Tagesziel, die schön und fast versteckt gelegene, kleine und schmucke Treschhütte. Von der Hüttencrew (Trudi, Vreni und Thomas) herzlich begrüsst, wurden wir an diesem Abend vorzüglich bekocht und bewirtet; Suppe, Salat, eine sehr schmackhafte Gemüse-Lasagne und zum Dessert gabs sogar Kaiserschmarrn mit frischen Heidelbeeren. Zum Abschluss sogar noch eine kulturelle Darbietung einer Berggängerin; eine kleine Geschichte über das Vögelein und die Freundschaft regte zum Mitdenken an. Nochmals allen ein herzliches Dankeschön! Zufrieden und auch etwas ermattet genossen wir eine ruhige und erholsame Nacht. Für die morgige dritte Tagesetappe über die Fellilücke wollten wir bei Kräften sein…

Fazit:
Ein (Hochzeits-)Tag in einer wunderschönen und einsamen Gegend – nicht zu überbieten!

Wetterverhältnisse:
Leichte Bewölkung, sonnig, wiederum angenehme Temperatur ca. 13-18°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 5. September 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 8.6 km, Etzlihütte SAC (2052 m) – Unter Felleli P.2186 – Hinter Spillaui – Pörtlilücke (2506 m) – Hinter Pörtlistöfeli – Pörtlistäfeli 1872 m – Vorder Waldi 1508 m – Treschhütte SAC (1475 m)
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -1100 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 40 Min. (laaaaaaaange Pause am und im Portlibach)
Laufzeit mit Pausen: total ca. 7 Std.
Tageszeit: 09:15 bis 16:15 Uhr

Hüttentour Uri 1|3: Bristen – Etzlital – Etzlihütte SAC

Wetterglück hoch drei: mit Susanne und Richi vor einigen Wochen festgelegt, starteten wir unsere dreitägige Hüttentour durch den Ur-Kanton Uri bei besten Bedingungen. Ab Amsteg brachte uns das Postauto über die spektakuläre und enge Strasse durchs Bristentobel ins Maderanertal bis Bristen Kohlplatz. Um die Mittagszeit querten wir über die Brücke den Chärstelenbach, um nach 500 m ins Etzlital abzubiegen. Entlang und oberhalb des Etzlibachs begann es gleich steil zu werden. Zwar spendete der Wald Schatten, dennoch entledigten wir uns bald einer Kleiderlage. Auf einer Höhe von 1084 m.ü.M. wechselten wir über die Sägebrügg auf die andere Seite des Etzlibachs um auf die von der Golzeren-Talstation hinaufführende Naturstrasse zu gelangen. Mässig steigend vorbei am Eingang ins Sellenentobel wurde das Tal erst enger. Nun die Sonne in unseren Gesichtern, passierten wir gemütlich Chrützsteinrüti. Wenig später – bei Porthüsler –  weitete sich das Tal wieder; rechts der Alpweiler Vorder Etzliboden, wo auch ein Wanderweg hochführt zum Lauchernlückli. Hier hielten wir Mittagsrast – leckere Sachen aus dem Rucksack. Eile war nicht angesagt – der Badebottich auf der Etzlihütte erwartete uns erst nach 16 Uhr. Trotzdem konnten wir der Verlockung widerstehen, in der Gartenwirtschaft der nahen Alp Hinteretzliboden einzukehren. Nach einer letzten Überquerung des Etzlibachs war der weitere Verlauf der vor uns liegenden Strecke gut einzusehen. Über die steileren Stufen Tritt und Rossboden erreichten wir – vorbei an behorntem(!) Vieh – den Gulmenstutz. Hier oben eine wunderschöne Hochebene, die Alp Gulmen und die folgende Müllersmatt. Ein Bläss begrüsste uns, der Senn ebenfalls, und ein herziges Büsi genoss unsere Streicheleinheiten. Und eine Mutterkuh mit zwei herzigen Babys – Alpenidylle pur! Knapp hundert Hm über uns erblickten wir die Etzlihütte. Jetzt eine letzte Anstrengung – und schon war die Hütte erreicht. Hüttenwart René und Hilfe Monika begrüssten uns herzlich. Zeit für einen Durstlöscher – dann der Gang in die Wellness-Abteilung: kurze Abkühlung im Brunnen, dann ausgiebiges Bad im auf 37° aufgeheizten Badebottich – was für ein herrliches Vergnügen, und das in einer unbeschreiblichen Kulisse! Der Hütten-z’Nacht mundete ausgezeichnet, natürlich vor allem die hausgemachte Lasagne. Bald war die nötige Bettschwere erreicht, und rechtzeitig zur Hüttenruhe bezogen wir unser Lager – zusammen mit zwei weiteren Wanderern. Vor uns also eine bestimmt ruhige Nacht – vielleicht mit Ausnahme gewisser Geräusche (hihihi…).

Fazit:
Ein nicht allzu fordernder erster Wandertag war das! Danke nochmals herzlich unseren Freunden Susanne und Richi.

Wetterverhältnisse:
Harmlose leichte Bewölkung, sonnig, angenehme Temperatur ca. 16-20°

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 4. September 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 8.6 km, Bristen Kohlplatz (784 m) – Steinmatt – Unter der Flue – Sagebrügg (1084 m) – Chrützsteinrüti – Porthüsler – P.1329 (bei Hinteretzliboden) – Tritt – Rossboden – Gulmenstutz – Müllersmatt – Etzlihütte SAC (2052 m)
Aufstieg: ca. 1300 m
Abstieg: ca. 0 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 3 Std. 20 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 4 Std. 40 Min.
Tageszeit: 12:00 bis 16:40 Uhr

Guscha 2140 m – eine überraschend schöne Gratwanderung

Guscha? Kaum jemand kennt diesen Gipfel, dessen nördlicher Felskopf Schönhalden um ca. 700 Hm überragt und auf der Vorbeifahrt auf der A3 auf Höhe der Ausfahrt Flums immer wieder (unsere) Blicke anzog. Doris’ Vorschlag, an diesem Montag wieder einmal eine Tagestour in den Flumserbergen unternehmen, kam gut an. Und anständiges Wanderwetter wurde auch vorhergesagt. Ab A3-Ausfahrt Flums und der Ortsdurchfahrt in Flums (in Richtung Flumserberg) nach dem grossen ehemaligen Industriegebäude Flumserei links abbiegen (gut ausgeschildet «Saxli, Berghotel Schönhalden»). Nach 1.5 km Bergfahrt war im Ortsteil Saxli die auf 640 m.ü.M. liegende Talstation der kleinen Doppelgondelbahn erreicht (ausreichend P vorhanden). Mit der immer zur vollen und halben Stunde verkehrenden Bahn bewältigten wir zeitsparend und elegant fast 900 Hm zum Preis von Fr. 20.00 pro Person (Berg- und Talfahrt). Gleich bei der Bergstation nahmen wir den direkten Eingang ins nach einer Brandkatastrophe neuerbaute Berghotel Schönhalden – der Startkafi musste sein. Bergseitig hinter dem Haus beginnt der w-r-w-markiert ausgeschilderte Wanderweg. Über steiles Weideland im stillgelegten ehemaligen Klein-Skigebiet war Fulriet bald erreicht. Nach einer kurzen Waldstrecke wurde der Blick frei zum Pizol-Gebiet und weiter in Richtung Mädems und Hüenerchopf. Vorbei an friedlich weidendem Vieh war die Abzweigung bei P.1711 rasch erreicht. Hier hielten wir rechts, um auf steiler werdendem Pfad rechts (nördlich) der felsigen Wisswand in engen Stufe aufzusteigen. Unterhalb der ebenfalls felsigen Wand des Guscha war die steile Stufe zu erkennen, welche zu P.1994 hochführte. Alternativ hätte sich unterhalb auch die Aufstiegsmöglichkeit weiter östlich und näher am Grat geboten. Bei P.1994 vereinen sich die beiden Pfade wieder. Ab hier noch etwas steiler, aber gut zu begehen der Aufstieg zum Kreuz, welches markant an der Kante des nördlichen Ausläufers des Guscha auf etwa 2060 m.ü.M. steht – hier geht’s 200 m senkrecht runter. Beim Kreuz, das nicht der höchste Punkt des Guscha ist, trafen wir den einzigen Berggänger heute – Wildhüter Paul aus Mels mit seiner Hündin Cindy. Nach einer netten Schwatz-Pause hielten wir weiter in Richtung Grat und erreichten beim grossen Steinmann den höchsten Punkt 2140 m.ü.M. Zwar erst halb zwölf, war der Ort trotzdem gerade richtig, um eine ausgedehnte Rast abzuhalten – mit wunderbarem 360°-Panorama. Weit und breit niemand unterwegs, mit Ausnahme einer Gruppe, welche sich grade auf dem Gratübergang zwischen Steingässler und Hochgamatsch befand (Distanz 2 km). Hatte uns die bisher attraktive Streckenführung über den nicht ausgesetzten Grat überrascht, ging es vorerst weiter so. Auf dem Vorderchamm angelangt dann der steile Abstieg über Chuewägli zum hundert Meter weiter untenstehenden Chammhüttli – niemand da. Beim nahestehenden Wegkreuz nutzten wir die Bankniederlassung für eine Trinkpause, und natürlich zum Genuss der Aussicht – unter uns die Alp Mädems Hintersäss. Der steile, aber gut gepflegte Weg zur Alp hinunter führte unterhalb des markanten Schluderichopf vorbei. Bis zur Alp hinunter begleitete uns die friedliche Glockenmusik der weidenden Tiere. Auf den letzten Metern kurz vor der Alp war der Untergrund dann verständlicherweise etwas morastig, Grasbuckelhüpfen war angesagt. Der Weg führte zwischen den Alphütten durch – und an einer wunderschönen Sauerei vorbei (siehe Bilder). Auf dem uns von Schneeschuhwanderungen (zur oberhalb liegenden Pfufisegg) bekannten Normalweg wanderten wir zurück, bis sich die Runde schloss beim Verzweigungspunkt 1711. Der Ausblick ins Rheintal und in die Vorarlbergischen und Bündner Alpen beeinträchtigte unsere Aufmerksamkeit leicht, so dass wir den (unfallträchtigen!) Kuhfladen nur reflexartig😎 ausweichen konnten. Immerhin erreichten wir den Ausgangspunkt unbeschadet, und die Panachées auf der Terrasse im Berghotel Schönhalden bildeten den willkommenen Schlusspunkt.

Fazit:
Eine schön aussichtsreiche, unerwartet einsame Kammwanderung

Wetterverhältnisse:
Sonnig mit leichter Bewölkung, ca. 17-20°, windstill, sehr angenehm im Vergleich zu den hinter uns liegenden Hochsommertagen

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 27. August 2018
Schwierigkeit: T3
Strecke: 9.1 km ab Berghotel Schönhalden 1484 m – Fulriet P.1680 – Abzweigung P.1711 – Wisswand – P.1994 (Steilstufe) – Guscha Kreuz 2092 m – Guscha Steinmann 2140 m – Vorderchamm – Chammhüttli 2040 m – Alp Mädems Hintersäss 1776 m – Abzweigung P.1711 – Fulriet P.1680 – Berghotel Schönhalden 1484 m
Aufstieg: ca. 674 m
Abstieg: insgesamt ca. 666 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 15 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 45 Min.

Piz Nair 3055 m

Für heute war eigentlich die Tour auf den Piz Julier geplant. Doch daraus wurde leider nichts. Zu unsicher die Wettervorhersagen; für die Besteigung benötigten wir je nach Ausgangspunkt ca. 8 bis 10 Stunden, davon 3 Stunden im Klettersteig (Fuorcla Albana – Senda Enferrada und zurück). Gewitter sind an diesem Berg sehr gefährlich, also Vertagung! Ersatz war rasch gefunden: Piz Nair ab Corviglia, Abstieg über Pass Suvretta nach Champfèr. Das war ausgesprochen lohnend – und unterwegs haben wir gestaunt wie selten. Doch mehr darüber später…

Etwas früher als an den Vortagen starteten wir mit einer der ersten Bergfahrten ab St. Moritz mit der Standseilbahn nach Corviglia. Dort steht die Quattro-Bar provozierend im Gelände – gerade richtig für einen Startkafi. Um 09:20 Uhr dann der Start ab Corviglia-Industriezone auf bestens markierter Wanderstrasse hoch zur Alpinahütte. An dieser vorbei in Richtung Bergstationen von drei Wintersport-Transportanlagen. Und vorbei auch an der einzigen Stütze der Schwebebahn zum Piz Nair. Dort werden im Winter die Skiweltcupabfahrer rausgekippt und über ein paar dutzend Treppentritte zum spektakulär gelegenen Startpunkt getrieben – der Name dieser Plattform selbsterklärend: Freier Fall (Starthang 150 m Länge, 45 % Gefälle). Nein, hier haben wir (noch) nicht gestaunt – da bekannt vom TV. 200 Meter weiter dann die Verzweigung, wo das Fussvolk in die steile Wand gewiesen wird. Direkt unter der Schwebebahn stiegen wir hoch – ziemlich schweisstreibend. Vermutlich haben uns die Bahntouristen für Verrückte gehalten, jedenfalls winkten sie uns ganz verzweifelt zu. Na ja, wir winkten zurück, mit einer Hand nur, die andere benötigten wir um zu balancieren. Die Strecke bis zum Grat (P.2911) ist übrigens nirgends wirklich ausgesetzt, dafür aber ziemlich steil und rutschig. Auf dem Grat wird der Blick frei ins Valleta Schlattain, wo von der Fuorcla gleichen Namens «schwarz» abgefahren wird. Jetzt nur noch ein paar Tritte Aufstieg über felsige Stufen, und schon wurden wir von den Touris empfangen. Noch rasch die paar Höhenmeter zum Gipfel und ebenso rasch wieder runter – die Aussicht hier oben ist wirklich sehenswert, das viele Volk weniger. Wie auch immer: vor dem Gebäudekomplex steht Gian (oder ist es Giacen?), der musste unbedingt handygrafiert werden. Doch der hatte nur Augen für Frau Berahmi (siehe Bilder). Noch etwas anderes verursachte unser Stirnrunzeln: haben die dort oben unsere Aufstiegsroute doch tatsächlich für talwärts fahrende Velofahrer gesperrt – ein Rätsel!

Lange hielten wir es hier oben nicht aus – genauer gesagt für einen kurzen WC-Halt reichte es. Der Abstieg auf der roten Piste über die Errosions-Landschaft bis zum Lej da la Pêsch hinunter dauerte etwa dreissig Minuten. Unterwegs dünnte sich die Wanderschaft aus. In der Beiz war tote Hose, was man während der Skisaison nicht behaupten darf. Wir zogen oberhalb der Anlagen über zwei Kurven zum Pass Suvretta hinunter. Dort unten waren wir die einzigen Fussgänger. E-Biker dominierten die Szene, alle wählten die Abfahrt ins Val Bever hinunter. Gut für uns! Entlang dem schön gelegenen Suvretta-Seelein wanderten wir gemütlich und wenig steil der Ova da Suvretta entlang talwärts. Unterwegs wurden wir immer ehrfurchtsvoller: über uns der Granitkoloss namens Piz Julier, vor uns – ja was ist denn das? Staunend stehen wir bei Chaschigna unmittelbar vor einem Blockgletscher monumentaler Grösse – sowas haben wir bislang noch nicht gesehen (vielleicht mit Ausnahme des desjenigen im Val Muragl). Dazu schreibt Fredy Joss in der aktuellen Ausgabe der SAC-Zeitschrift ALPEN (08.2018) folgendes:

Bei Chaschigna, gleich neben dem Bergweg, baut sich eine Wand aus Geröll auf. Die Wand scheint langsam vorzurücken, denn offensichtlich wurde der Pfad schon mal überrollt und musste wieder neu ausgetreten werden. Ein aktiver Blockgletscher! Und einer, den man wortwörtlich hautnah erleben kann. Blockgletscher sind ein Hinweis auf Permafrost. Sie bilden sich aus Felsschutt, der im Innern von Eis zusammengehalten wird, und fliessen wie die «richtigen» Gletscher zu Tale, nur etwa hundertmal langsamer. Im Gegensatz dazu fliessen inaktive – man sagt auch fossile – Blockgletscher nicht mehr, flachen ab und sind oft schon von Pflanzen bewachsen.

Alleine schon dieser Blockgletscher war sehenswert und alleine deshalb hätte sich diese spannende Tour gelohnt. Im weiteren Verlauf des Abstiegs hielten wir bei der Abzweigung nach Randolins und zur Bergstation der Signalbahn geradeaus, um weiter entlang des Wildwassers abzusteigen. Während sich der Himmel schwärzte – so wie wir das von den Vortagen gewohnt waren – hofften wir trocken nach Champfèr hinunter zu kommen. Ab Futschöls führte der sehr gut unterhaltene Pfad durch den God Foppettas hinunter, mehr oder weniger steil. Kurz vor den ersten Häusern Champfèrs die ersten Tropfen, die uns aber nichts anhaben konnten. Nach ein paar Minuten Wartezeit bestiegen wir den Bus nach Pontresina.

Fazit:
Eine wie schon an den Vortagen der Witterung angepasste, jedoch ziemlich lange Gipfeltour auf einen von Touris stark frequentierten 3000er – weil dort halt eine Bahn hochfährt…

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 21. August 2018
Anforderung: T3
Strecke: 12 km, Corviglia Bergststation (2486 m) – Alpinahütte (2565 m) – Munt da San Murezzan – P.2821 – P.2911 – Piz Nair Bergstation (3022 m) – Piz Nair (3056 m) – Lej da la Pêsch – Pass Suvretta (2615 m) – Lej Suvretta (2602 m) – P.2503 – P.2412 – Chaschigna P.2311 (Verzweigung zur Fuorcla Albana) – Blockgletscher – P.2148 – Futschöls (P.2012) – God Foppettas – Champfèr (Post)
Aufstieg: ca. 575 m
Abstieg: ca. -1220 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 45 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 50 Min.

Piz Umbrail 3032 m ab Pass Umbrail

Heute wollten wir eine (Rund-)Fahrt unternehmen in und durch den Nationalpark, und dabei auf die schnelle die Besteigung eines beliebten und einfach zu erreichenden 3000ers, dem Piz Umbrail, unternehmen. Startpunkt war die Passhöhe Umbrail auf 2501 m.ü.M. Gleich beim Gebäude der ehemaligen Zollstation beginnt der Aufstieg. Der Weg ist durchgehend markiert (weiss-rot-weiss), verläuft nahe der Grenze zu Italien, auf den letzten Metern zum Gipfel genau auf der Grenze. Bis auf eine Höhe von ca. 2700 m.ü.M. wählten wir den etwas steileren Aufstieg nahe der Landesgrenze. Spätestens dort, wo der Weg vom Alpgelände in eine geröllige Querung übergeht, ist gutes Schuhwerk definitiv gefragt. Wir erwähnen das deshalb, weil wir heute auch anderes gesehen haben (junge Leute unterwegs mit Slicks, siehe Bilder). In der Querung wird der Gipfelaufbau östlich umgangen um dann in einen etwas schwierigeren Steig zu münden. Berggängern mit mangelnder Trittsicherheit und/oder ungenügender Schwindelfreiheit bieten die montierten Ketten willkommene Unterstützung. Kurz unter dem Gipfel wird die Landesgrenze erreicht und der Blick wird frei zum Stilfserjoch und zum massigen Ortler (3905 m). Auf dem Gipfel dann – trotz starker Bewölkung – ein famoses 360°-Panorama. Angenehme Temperatur (ca. 15°) und Windstille motivierten uns zur längeren Gipfelrast. Sogar ein Biker hat sein Gerät hochgetragen(!), um auf ihm dann im Val dal Lai – Lai da Rims – Val Vau nach Sta. Maria oder Valchava abzufahren. Nichts für uns! Wir nahmen für den Abstieg die bekannte Aufstiegsroute, ab etwa 2700 m in der Variante über P.2586. Auf der gesamten Strecke begegneten wir spektakulären Zeugen des 1. Weltkrieges (1914-1918), dessen Ende sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt: zerfallene Stellungen mit entsprechenden Infotafeln über die Grenzbefestigung; weitere Informationen hier. Zurück auf dem Pass wurden wir wie schon gestern von ersten Tropfen begrüsst – nichts Ernsthaftes…

Fazit:
Eine der Witterung angepasste sehr kurze Tour auf einen beliebten 3000er und damit verbunden eine attraktive Rundfahrt (Pontresina – Zernez – Ofenpass – Pass Umbrail – Bormio – Livigno – Forcola di Livigno – Berninapass – Pontresina).

Hilfsmittel:
Stöcke, feste Bergschuhe, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 20. August 2018
Anforderung: T3
Strecke: 5.8 km, Pass Umbrail – P.2722 – Piz Umbrail – Abstieg mit leichter Korrektur wie Aufstieg (via P.2586)
Aufstieg: ca. 534 m
Abstieg: ca. -524 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 2 Std. 05 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 2 Std. 45 Min.

Piz Padella 2857 m

Am ersten Tag unserer Wandertage im Oberengadin war eine Tour angesagt, die in der Mitte des Nachmittags enden sollte – der vorausgesagten Gewittertendenz wegen. Der Hausberg von Samedan sollte es sein, Piz Padella (2857 m). Nach der Bergfahrt mit der Gondelbahn Celerina-Marguns waren die ersten 540 Hm rasch und elegant vernichtet. Um zehn Uhr dann der Start ab Bergstation Marguns (2276 m) – das Gebiet kannten wir schon vom Skifahren. Gleich unterhalb der Station ist der WW weiss-rot-weiss markiert und führt leicht ansteigend in Richtung Munt da-la-Bês-cha. Im Gegensatz zum Unterland waren die Wiesen hier oben noch grün, was daran liegen mag, dass es in den vergangenen Tagen (nach Aussagen Einheimischer) täglich ein Regengüsschen gab. Nahe bei P.2489 hielten wir links und verliessen das Alpgelände in Richtung Las Trais Fluors. Nach etwa 400 m die nächste Verzweigung (P.2532); wir bogen rechts weg in nördlicher Richtung. Jetzt wurde der Weg steiler, schmaler, und auch felsiger. War der breitschultrige Berg anfänglich noch in Schönwetterwolken eingehüllt, zeigte er sich nun in voller Grösse. Ab einer Höhe von ca. 2700 m.ü.M. eine kleine Richtungsänderung durch Blockgelände unter die Felswand; dann noch etwas steiler bis zur von weitem sichtbaren Verzweigung unter dem Gipfelaufbau. Unterwegs ein paar hohe Tritte im Fels, welche mit Ketten unterstützt gesichert sind. Ab der Verzweigung in einer felsigen Links-Rechts-Kurve und unter Einsatz der Hände auf den Grat – welch ein Panorama ins fast 300 m tiefer liegende Valletta, und gegenüber die alles überragende Pyramide Piz Ot (3246 m). Noch ein paar Schritte wenig steil und über breite Platten, und schon war der Gipfel erreicht – nach knapp zwei Stunden Aufstieg. Gerade richtig zur Mittagszeit. Die Windstille erlaubte eine Gipfelrast. Auch wenn über dem 10 km nordöstlich gelegenen Piz Kesch und seinen Nachbarn bereits dunkelgraue Wolken eine bedrohliche Kulisse aufbauten, genossen wir die Sonne bei angenehmer Temperatur (ca. 18-20°). Noch rasch eine Kurznachricht mit Gipfelbild an Freunde senden, und dann machten wir uns auf den Abstieg. Ab der unterhalb des Gipfels liegenden Verzweigung wählten wir die Strecke in Richtung Sass Alv (weisser Stein, 2510 m). Die ersten 230 Hm Abstieg sind sehr schmal und auch etwas ausgesetzt – mit einer Schlüsselstelle mit tollem Tiefblick nach Samedan. Ablenken lassen darf man sich hier keinesfalls – der Einsatz je eines Stocks bot zusätzlichen Halt auf der rutschigen (aber trockenen) Unterlage. Bei Sass Alv dann die Richtungsänderung bei P.2478. Hier böte sich die Abstiegsmöglichkeit zur Alp Muntatsch (2188 m), wo es angeblich bester Kaiserschmarren gäbe… Die Alp kennen wir schon (gell Michael😊), also hielten wir nach Süden. Bei P.2388 (oberhalb Alp Clavadatsch) unterquerten wir die über uns wild aufragende Felslandschaft des Padella. Etwa hundert Meter weiter unten verläuft ein Abschnitt der Via Engiadina. Zurück beim P.2489 schloss sich der Kreis unserer Überschreitung. Der weitere Abstieg über Munt da-la-Bês-cha verlief auf der Aufstiegsstrecke. Kurz vor Marguns mahnten uns ein paar scheue Tropfen, es mit der Gemütlichkeit nicht zu übertreiben. Begleitet wurden wir von der gefälligen Musik einer auf Marguns gerade auftretenden Band (22. Celerina New Orleans Jazz Festival 2018). Die Band beendete ihr Konzert just mit unserem Eintreffen – also «flüchteten» wir uns vor dem herantrampelnden Publikum in eine der Gondeln. Zehn Minuten später – wieder im Sonnenschein – genossen wir an der Bar bei der Talstation in Celerina Durst löschende Panachées. So überbrückten wir die Wartezeit auf den Bus nach Pontresina, wo die Strassen vom Gewitter richtig nass waren. Wir kamen trockenen Fusses nach Hause…

Fazit:
Eine tolle Einlauftour auf einen Wunsch-Gipfel war das. Und angenehm (nicht zu heiss) die Witterung. Mal abwarten, was die folgenden Tage bringen – der Piz Julier wäre das Ziel…

Hilfsmittel:
Stöcke, Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 19. August 2018
Anforderung: T3
Strecke: 10 km, Bergstation Marguns – Munt da-la-Bês-cha – P.2489, P.2532 – Piz Padella – Sass Alv P.2478 – P.2388 (oberhalb Alp Clavadatsch) – P.2489 – Munt da-la-Bês-cha – Marguns
Aufstieg: ca. 660 m
Abstieg: ca. -654 m
Laufzeit ohne Pausen: ca. 3 Std. 10 Min.
Laufzeit mit Pausen: ca. 4 Std. 30 Min.

Mettmen-Alp: Chärpfbrugg-Rundtour

Heute der Bericht einer gemütlichen Runde. Am Nachmittag des Vortags mit der Luftseilbahn ab Kies auf die Mettmenalp, in Begleitung von Ursle und Hitsch, zwei langjährigen Freunden. Am Abend dann das leckere Überraschungsmenü im Berghotel Mettmen. Es folgte die ruhige und aussichtsreiche Nacht mit Blick zum Hauptdarsteller hier oben, dem Glärnischmassiv. Der Panoramablick aus dem Bett durch die vollflächig verglaste Front ersetzt das hier richtigerweise nicht vorhandene TV-Gerät problemlos. Gut ausgeruht machten wir uns nach dem Genuss des reich gedeckten Frühstückstisches auf zur geplanten Rundtour. Etwas Anstrengung gleich zu Beginn, der steile Aufstieg ennet der Staumauer hoch zur Verzweigung Börtli. Von hier dann aussichtsreich in leichtem auf und ab in Richtung Süd. 150 m tiefer unten die schöne und sumpfige Ebene Matt, darüber der Blick zum Widerstein (Klettergarten), rechts Mattchöpf und darüber der uns bekannte Weg zum Wildmadfurggeli, dem Übergang nach Elm. Über uns Matzlenstock (1953 m) und Matzlenfurggelen (1913 m). Vor uns der erst über eine schöne Alp und wenig später unterhalb des Matzlengrat leicht absteigende, schön angelegte Wanderweg. Der Abstieg in die Ebene Niderenalp wenig steil, die Brücke über den Niderenbach in etwas morastigem Gelände (Kuhtritte😊). Beim P.1775 war der Normalweg zur Leglerhütte erreicht. Unser Ziel: die Alp Ober Stafel (mit Beizli) und gleich dahinter die Chärpfbrugg. Diese liegt mitten im ältesten Banngebiet Europas Freiberg Kärpf. Nach der Trinkpause wollten wir unbedingt diese ca. 50 m hohe Naturbrücke (ein spektakulärer Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung) durchsteigen. Gut markiert, war der Einstieg leicht zu finden. Zum Glück führte der Niderenbach wenig Wasser, so dass es keine nassen Füsse absetzte. An der einen oder anderen Stelle war trotzdem Vorsicht geboten (nasser Fels, grosse Tritte). Nach wenigen Minuten war der obere Ausgang der Naturbrücke erreicht; von hier bietet sich eine schöne Aussicht vor der tollen Kulisse der Berge Schwarz Tschingel (2426 m) und Chli Chärpf (2700 m). Etwas weiter oberhalb der Chärpfbrugg dann Hübschboden, wo der Weiterweg zur Leglerhütte nach Westen über die Sunnenbergfurggele verläuft. Das Ziel, unseren Freunden die eindrückliche Chärpfbrugg von innen zu zeigen war erreicht. Für den Rückweg wählten wir den Sommerweg, welcher unterhalb der Mattchöpf und oberhalb der Ebene Matt verläuft. Diese Strecke ist uns wohlbekannt von unseren wiederholten Hüttenbesuchen im Sommer wie im Winter. Je näher wir uns dem Stausee Garichti näherten, desto häufiger war «Grüezi» angesagt. Nach der Überquerung der Nebenstaumauer der kurze Abstieg zum Berghotel Mettmen resp. direkt auf dessen Terrasse – heute gut besucht (wen wunderts…). Kleines Mittagessen (leckere Zigerhöreli mit Öpfelmues z. B.), und schon stand die Talfahrt mit der Luftseilbahn nach Kies hinunter an. Abschied von einem gemütlichen Verwöhn-Aufenthalt und von «alten» Freunden – schön wars!

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Wetter, hier oben nicht zu heiss, im Schatten angenehm um 20°.

Hilfsmittel:
Stöcke; Kartenmaterial, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. August 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 7 km, Berghotel Mettmen (1608 m) – Stausee Garichti (Hauptstaumauer) – Börtli P. 1676 – P.1815 – Niderenalp P.1775 – Ober Stafel – Chärpfbrugg – zurück bis Niderenalp P.1775 – Sommerweg oberhalb Matt – P.1648 – Stausee Garichti P.1625 – Nebenstaumauer – Mettmen
Aufstieg: ca. 295 m
Abstieg: ca. -279 m
Laufzeit ohne Pausen: total ca. 2 Std. 05 Min.
Laufzeit mit Pausen: total ca. 3 Std.