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Ruinaulta – Rheinschlucht

Schon länger im Kopf, immer wieder vergessen, jetzt eine geradezu ideale Tour, weil höher hinaus wegen des vielen Schnees wohl noch bis Juni schwierig wird. Und bei diesem verfrühten Hochsommer bietet sich der Besuch dieses einmaligen, famosen Naturspektakels geradezu an. Ab Chur nutzten wir das Rheinschluchtticket für Fr. 19.50 (freie Fahrt mit allen ÖV). Alleine schon die 20-minütige Fahrt mit der Unesco-Welterbe-Bahn bis Station Valendas-Sagogn war das Geld wert. Hier starteten wir direkt beim antiken Bahnhöfli, auf den ersten paar hundert Metern entlang den Geleisen, zur Linken der mächtig Wasser führende Vorderrhein. Und darüber die eindrückliche Errosionslandschaft. Hier ereignete sich vor ca. 10000 Jahren der Flimser Bergsturz, dessen hunderte von Metern hohe Schuttmassen den Vorderrhein begruben. In der Folge bildete sich der ca. 25 km lange Ilanzer See. Mit der Zeit schnitt sich der Fluss jedoch tief in die Schuttmassen ein. Der Ilanzer See floss ab und die Rheinschlucht entstand; diese auch Schweizer „Grand Canyon“ genannte 13 km lange Schlucht endet mit dem Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein zum Alpenrhein bei Reichenau. Auf beiden Seiten des Flusses bildeten sich bis zu 400 m hohe weisse Sandstein-Steilwände. Der rätoromanische Name Ruinaulta ist zusammengesetzt aus den Wörtern Ruina (Geröllhalse/Steinbruch) und aulta (hoch). Auf den Wegen in der Rheinschlucht vermitteln zahlreiche Tafeln Wissenswertes über die Schlucht. Auf den ersten 8 km bis zur Eisenbahnbrücke bei Chrummwag genossen wir das gemächliche Tempo – fast schon ein Spaziergang. Gut so, denn aus dem Staunen kamen wir kaum heraus. Nach der Überquerung des Flusses verloren wir für einen längeren Zeitraum die Schlucht aus den Augen, weil jetzt der Aufstieg nach Flims begann. Steil und wunderbarerweise meist im Wald hechelten wir bis auf eine Höhe von ca. 900 m in Richtung Nord, um dann das Fahrsträsschen abrupt nach links (W) zu verlassen, in Richtung Conn. Dort (auf der grünen Wiese) angekommen, galt unser Besuch der nahen Aussichtsplattform Il Spir Conn – das wunderschöne Panorama auf unsere bisherige Leistung war so gut zu überblicken. Etwas weiter, ungefähr bei P.1010 genossen wir (leicht verspätet) auf einer freien Bankniederlassung das mitgebrachte Menü (1. Gang Bio-Cherry-Tomätli, 2. Gang Bürli mit reichlich Fleischkäse und Käse überfüllt, 3. Gang Mini-Ragusa aufgeweicht…). So gestärkt waren die restlichen 3 km bis Flims Waldhaus das reine Vergnügen. Der Weg führte vorbei am zu- und abflusslosen Caumasee, wo sich schon viele tummelten, um ihr ausgebleichtes Fleisch zu bräteln. Beim See dann die Überraschung: ein 125 m langer Lift befördete und gratis (für den Zugang zum Badesee wird nur während der Sommer-Hauptsaison Eintritt erhoben) geschätzte 30 Hm nach oben, von wo wir dann rassig Flims Waldhaus und damit das Postauto nach Chur erreichten – Doris initiierte angesichts des heranfahrenden Busses einen regelrechten Sprint (und ich gehorsam  hintendrein hihihi…), um das gelbe Ding noch zu erreichen. Geschafft! Ein wunderschöner Tag in einer ebensolchen Landschaft fand einen etwas eiligen Abschluss – mein Glacé-Bedürfnis stillten wir dann doch noch, in Chur auf dem Bahnhofplatz.

Ein paar Worte noch zur Gastronomie in und um die Rheinschlucht:
Mit Ausnahme der kleinen Bahnhofbeiz bei der Station Valendas-Sagogn inexistent! Eigentlich wollten wir einkehren im bei der Station Versam-Safien stehenden Café des Spirituellen Zentums Rheinschlucht, auf dessen Website zur Einkehr mit Spirit und Mystik geladen wird: Unser Café ist von April – 22. Oktober geöffnet. Dort werden auch sog. Licht-Botschaften, Spiritual Teachings, u.a.m. angeboten. Von wegen Spirit – NIX dort! War das eine erleuchtende Licht-Botschaft!? Die Hoffnung nahmen wir mit nach Conn – aber auch dort NIX – geschlossen… Wenigstens stimmten hier die Angaben im Web (bis zum 8. April 2018 durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nach einer kurzen Pause freuen wir uns, Sie ab dem 10. Mai 2018 wieder begrüssen zu dürfen). Gut, dass wir entsprechende Hard- und Software eingepackt hatten😊…

Wetterverhältnisse:
Hochsommerliches Wetter, am Vormittag ca. 14°, im Tagesverlauf bis 27°, windstill

Hilfsmittel:
Stöcke (nicht eingesetzt), GPS-Maschine (die Aufzeichnung ist etwas fehlerhaft, weil die Abschattung  in der stark zerklüfteten Schlucht ausgeprägt war.

Parameter:
Tour-Datum: 21. April 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 14 km, RhB-Station Valendas-Sagogn 669 m – RhB-Station Versam-Safien 635 m – Chrummwag – Chli Isla – Ruin Aulta P.805 – Er Davos – Conn (Aussichtsplattform Il Spir) – Lag la Cauma – Flims Waldhaus 1110 m
Aufstieg: ca. 738 m
Abstieg: ca. -295 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 4 Std.
Tageszeit: 09:30 bis 14:10 Uhr

Kameras:
Nikon D7000

Melchsee-Frutt-Runde: Ärzegg/Gumm – Tannalp – Chringen – Bonistock – Melchsee-Frutt

Susannes und Richis Idee, auf Melchsee-Frutt eine in diesem Winter wohl letzte Schneeschuh-Runde zu unternehmen, schlossen wir uns gerne an. Nach der Fahrt mit der Gondelbahn ab Stöckalp (heute Saisonschluss) starteten wir ab Bergstation Melchsee-Frutt kurz vor neun Uhr, bei schönstem Wetter. Vorbei an den modernen Hotelbauten strebten wir den Panoramalift an, nicht um die 40 m tiefer liegenden Spuren zu erreichen, nein um direkt durch den tiefen (und weichen) Schnee abzusteigen. Eine steile Herausforderung, wie sich zeigte. Dieser Start war nicht gerade das gelbe vom Ei – dafür das was jetzt folgte! Das erste Ziel, die Ärzegg, präsentierte sich übersichtlich. Den dort ab Distelboden hinaufführenden Sessellift mit den zugehörigen Skiautobahnen liessen wir südwestwärts liegen. Vorbei an der Talstation der auf den Bonistock fahrenden Luftseilbahn spazierten wir die ersten paar hundert Meter auf dem planierten Winterwanderweg, um bald rechts abzubiegen. Die deutlichen Aufstiegsspuren nutzend, erreichten wir in flottem Tempo den flachen Grat nahe Ärzegg und das Kreuz, welches den Punkt Gumm 2141 m markierte. Nach diesen ersten 250 Aufstiegsmetern die Gelegenheit für eine Trinkpause – und natürlich den Genuss des herrlichen Panoramas. Östlich ging der Ausblick in Richtung Titlis, davor die Engstlenalp mit dem gleichnamigen (zugeschneiten) See. Wir strebten die nordöstlich gelegene Tannalp an – wo das Bergrestaurant das östliche Ende unserer Tour markierte. Der etwa 1.9 km lange Abstieg (190 Hm) bot Plaisir-Schneeschuhwandern vom Feinsten, sogar neben der noch immer tragenden Spur konnten wir galoppieren. Gutgelaunt erreichten wir die Tannenalp kurz vor elf Uhr – zu früh für eine ausgiebige Mittagspause. Für Tee und etwas dazu reichte es allemal, die schöne Lage an der Sonne musste genutzt werden. Einige Sonnenanbeter taten dies in lockerer Bekleidung. Nach dem Zwischenhalt hielten wir uns an die über die Schnuer hochführende Spur, welche erstaunlicherweise noch (meist) trug. Allerdings ist man hier mit Schneeschuhen deutlich im Vorteil, wie die tiefen Einsinklöcher einzelner Wanderer zeigten. Unverständlich nur, weshalb die so die Spur teilweise stark malträtierten. Der Aufstieg kurz vor dem Chringenpass hatte es in sich – nicht nur der Steilheit von >30° wegen – die Sonne brannte gehörig. Der Bereich des Übergangs war mächtig verwächtet, trotzdem war der Durchgang mit einigen Tritten erstaunlich gut zu machen. Richi voraus, um einige Tritte zu schlagen (danke!), wir relativ zügig unter der bedrohlich überhängenden Wächte durch – und schon standen wir oben. Jetzt nur nicht zu weit links halten, hier oben hatte es bestimmt noch mehrere Meter Schnee. Den vor uns liegenden Bonistock, resp. die dort auf 2163 m.ü.M stehende Bergstation der Luftseilbahn, strebten wir auf vorhandener Spur an. Hier galt es den nordseitig ausgerichteten, etwa 30 bis 40° steilen und rutschgefährdeten Hang trittsicher zu queren. Anstelle paralleler Trittführung war hier eine Schritt-vor-Schritt-Technik besser – kreuzen mit Entgegenkommenden nicht ganz trivial. Die Einkehr in der wenig einladenden SB-Beiz (föhnige Böen trieben uns ins Innere) war kurz. Auf dem folgenden 1.9 km langen Abstieg zur 240 m tiefer liegenden Melchsee-Frutt war nochmals reines Vergnügen; allerdings wurden wir wohl getrieben von der Vorstellung eines leicht verspäteten Mittagessens. Aber nix da – die meisten der Restaurants haben sich bereits auf den heutigen Saisonschluss vorbereitet. Also rasche Talfahrt zur Stöckalp hinunter, wo wird dann um 14 Uhr ein sonniges und windgeschütztes Plätzchen in einer Gartenwirtschaft fanden – dem extensiven CB-Genuss stand nichts mehr im Wege… Ein schöner Abschluss eines tollen Wintertages mit Susanne und Richi – danke für eure wie immer angenehme Begleitung!

Wetterverhältnisse:
Sonniges Frühlingswetter, im Tagesverlauf stärker werdender Föhn (Böen vorausgesagt 50 bis 80 km/h), viel Schnee, «warme» Temperaturen im Bereich 13°.  Und: noch immer liegende erstaunliche Mengen Schnee – an einigen Stellen 5 bis 6 m…

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 8. April 2018
Schwierigkeit: WT 2 (Chringen WT 3, weil  verwächtet)
Strecke: 11 km, Bergfahrt ab Stöckalp 1073 m mit der Gondelbahn bis zur Bergstation Melchsee-Frutt 1923 m – Melchsee 1891 m – Distelboden 1900 m – Ärzegg/Gumm 2141 m – Tannensee – Tannalp 1974 m – Chringenpass 2158 m – Bonistock (Bergstation) 2163 m – Melchsee-Frutt – Talfahrt mit der Gondelbahn bis zur Talstation Stöckalp
Aufstieg: ca. 536 m
Abstieg: ca. -538 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 08:50 bis 13:50 Uhr

Kameras:
Sony DSC-HV90V
Smartphone Richi

Magisches Lötschental 2|2 – Winterwanderung zur Lauchernalp

Liebe Freunde, bitte jetzt nicht Kopfschütteln, wenn wir nach unserer gestrigen Winterwanderung im lawinenversehrten Lötschental schon wieder unterwegs sind. Und die Wanderung von gestern zur Fafleralp hätten wir heute nicht mehr unternehmen können, da aufgrund der Lawinengefahr mittlerweile die Talloipen und -Wanderwege gesperrt waren. Also etwas höher hinaus, auf die Lauchernalp zum Beispiel, war heute die bessere Entscheidung.

Mit dem Postauto direkt ab Haustüre von Ried nach Wiler bis zur Talstation der Luftseilbahn, welche das Skiparadies Lauchernalp erschliesst. Das Dorf Wiler durchquerten wir ostwärts, um am östlichen Dorfausgang zum Sommerweg, im Winter identisch mit der Talabfahrt, zu gelangen. Dort wo der gefürchtete Milibach in den Wintern immer wieder für Geröll- und Lawinenniedergänge sorgte, schützt seit 1982 ein Damm. Diesen durchquerten wir um dann weiter aufzusteigen – quasi auf der gesicherten Piste der Talabfahrt. Während des ganzen Aufstiegs bis zur Lauchernalp begegneten uns heute wohl witterungsbedingt (grau in grau) nur vier Schlittler. Eine etwas höhere Verkehrsfrequenz hätte uns schon mehr beruhigt. Jedenfalls durchquerten wir einige (rutschgefährdeten?) Steilhänge zügig. Anrisse sahen wir allerdings keine. Mit der Ankunft im Weiler Fischbiel begrüsste uns endlich auch die Sonne. Auf der gegenüber liegenden Talseite lichtete sich sogar die das Bietschhorn abdeckende Wolkenwand. Nur hoch über uns war das vermeintliche Gipfelziel, der Hockenhorngrat und das Hockenhorn selbst noch immer verhüllt. Da kam uns der Besuch im Restaurant Zudili in der Bergstation Lauchernalp gerade recht. Während wir die währschaften Gulaschsuppen genossen, heiterte es draussen immer mehr auf, so dass wir uns für den Abstieg zum Fuss (und nicht mit der Luftseilbahn) entschieden. Da der Weg über Haispil nach Kippel hinunter der heiklen Verhältnisse wegen gesperrt war, wählten wir für den Abstieg den uns bereits bekannten Weg über die Talabfahrt. Das war ziemlich kräfteraubend, weil die Unterlage aufgeweicht war. Entschädigt wurden wir mit dem Dauerblick hinauf zur Lötschenlücke (mit Hollandiahütte) und zum Bietschhorn – sogar die Bietschhornhütte war zu sehen. Nach anderthalb Stunden erreichten wir wohlbehalten Wiler. Die Rückfahrt mit dem Postauto nach Ried dauerte nur wenige Minuten, die dann folgende Siesta dann etwas länger… In der Gewissheit, den misslichen Verhältnisses getrotzt zu haben, konnten wir dem abendlichen Feinschmeckermenü erwartungsfroh entgegen sehen.

Osterwünsche:
Morgen Karfreitag fahren wir wieder nach Hause – Ostereier suchen! Allen Freunden und Besuchern unserer Website wünschen wir ein tolles Osterfest 2018!

Fazit:
Ein wiederum eindrückliches Winterwander-Erlebnis im «magischen Lötschental» – uns werden diese beiden Wintertage in bester Erinnerung bleiben. 

Wetterverhältnisse:
Freundliche, teils sonnige Witterung, Unmengen von Schnee, Temperatur um 0°, windstill.

 Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. März 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 13.6 km, Wiler (1399 m) – Lawinenverbauung Milibach – Sommerweg (Talabfahrt) durch den Rufiwald – Fischbiel (1872 m) – Lauchernalp (1969 m) – Abstieg wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 590 m
Abstieg: ca. -590 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Magisches Lötschental 1|2 – Winterwanderung zur Fafleralp

Geplant waren 3 Tage im hochwinterlichen magischen Lötschental – mit dem Höhepunkt einer Winterbesteigung des Hockenhorn (3293 m) mit Schneeschuhen. Daraus wurde nichts – der Genuss kam dennoch nie zu kurz, selbstverständlich auch dank unseres Aufenthalts im geschätzten Genusshotel Nest- und Bietschhorn. Trübes Wetter am Anreisetag, ebensolche Aussichten auch für die folgenden Tage, verbunden mit Niederschlägen (leichter Regen bis 1500 m.ü.M, darüber Schneefall). Lawinengefahr Stufe 3 (erheblich), vor allem aber der starke Wind und der heikle Triebschnee am Hockenhorn sorgten für vernünftigen Verzicht auf die Gipfeltour.

Das Lötschental bietet auch so viele Alternativen, die abendliche Feinschmeckerküche zu «verarbeiten». Die mitgebrachten Schneeschuhe liessen wir im Keller stehen. Heutiges Ziel war eine Wanderung zur Fafleralp, auf dem mehr oder weniger präparierten Winterwanderweg, welcher auch als Loipe dienen sollte. Die markierte Strecke führte entlang des Wildschutzgebietes (Jagdbanngebiet Bietschhorn), durfte also nicht verlassen werden. Gleich ausserhalb Ried war die Lonza über eine Brücke zu queren. Dann der leichte Anstieg auf bereits aufgeweichter Unterlage zum Lawinenkegel. Sehr eindrücklich, die ca. 10 Meter hohen Schneemassen, welche der Birchbach hier vom Birchechinn herunter geschoben hatte. Das war im Januar; in mehrtägiger Arbeit hat man hier den Winterwanderweg durchgefräst. Die Stelle passierten wir mit Respekt. Im folgenden lichten Wald beobachteten wir Gämsen, welche sich, tief einsinkend, mühsam etwas Nahrung suchten. Die ersten Häuser von Blatten (Chinngasse) in Sichtweite – sie werden gut geschützt mittels eines aufgeschütteten Lawinenschutzdamms. Blatten mit seinen schönen Walserhäusern passierten wir südlich über Bruchmatt (P.1534), um dann am linken Ufer der Lonza auf der zugeschneiten und nicht befahrbaren Strasse in Richtung Kühmad zu ziehen. Wieder einmal merkten wir, dass trübes Wetter den Blick für andere Motive schärft. Kurz vor dem Stalldorf Kühmad überquerten wir die Lonza, um die unter gewaltigen Schneemassen liegenden Stadel zu erreichen. Wir befanden uns jetzt auf dem Pilgerweg Blatten-Kühmad, der unmittelbar bei der schönen Wallfahrtskirche vorbeiführte. Ein Blick ins Innere der Kirche lohnte sich (siehe Bilder). Unglaublich: von der zur Fafleralp hochführenden Strasse war nichts zu sehen, lag sie doch unter eine Schneedecke von ca. zwei Metern. Uns sollte es recht sein, von dieser verkehrsarmen Situation profitieren zu dürfen. Ausserhalb Kühmad zogen wir die paar Kehren hoch – die Häuser der Fafleralp schon in Sichtweite. In der letzten Kurve vor der Faflermatte hielten wir links, um vorbei am verwaisten Hotel Langgletscher das in den Bäumen versteckte Berghotel Fafleralp (geöffnet bis 2. April!) zu erreichen. Nur eine Hand voll Gleichgesinnter hatte sich hierher «verirrt». Gelohnt hatte es sich alleweil: leckere Fleischsuppe und köstliche Aprikosenwähe. So gestärkt machten wir uns auf den Weiterweg, vorbei am von der Wucht des Lawinenschnees «abgeholzten» Faflerwald. Nach wenigen Minuten erreichten wir die in den schneefreien Monaten stark belebte Faflermatte mit dem Zeltplatz und der nahe liegenden Siedlung, der grosse Parkplatz ebenfalls meterhoch eingeschneit. Rätselhaft, wie die Schneeräumequipe das viele Weiss bis Ende April wegschaffen will?! Nach der Umrundung des bewaldeten Hügels erreichten wir wieder die Strasse. Auf der mittlerweile stark aufgeweichten Unterlage ging es schrittweise ausbalancierend und zügig runter. Immer wieder beindruckt von den gewaltigen Schneemassen, welche auf der gesamten Strecke lagen und von den steilen Hängen in Form von Lawinen herunter gedonnert waren. Vorbei an der Kühmad war Blatten rasch wieder erreicht. Irgendwie waren wir froh, diese doch etwas bedrohlich-wilde Zone wieder zu verlassen. Jetzt noch die Traverse durch den furchterregenden Lawinenkegel des Birchbachs, den Blick immer nach oben gerichtet in Richtung der nicht sichtbaren Gipfel (Breithorn, Breitlauihorn, Bietschorn). Alles gut gegangen – glücklich und zufrieden erreichten wir das Hotel wieder – Zeit für eine Siesta, denn der Abend mit dem 15 Punkte-Feinschmeckermenü stand ja noch bevor 😊…

Fazit:
Ein eindrückliches Winterwander-Erlebnis in doch sehr speziellem Ambiente war das!

Wetterverhältnisse:
Sehr trübe, schwacher Regen und Schneefall, dennoch typisches Winterwanderwetter, unglaublich viel Schnee, Temperatur um 0°, windstill. 

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Feste Wanderschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 28. März 2018
Schwierigkeit: T2
Strecke: 11.8 km, Ried (1490 m) – Blatten (P.1534) – Kühmad – Fafleralp (1787 m) – Rückweg über Faflermatte, dann wie Aufstieg
Aufstieg: ca. 360 m
Abstieg: ca. -360 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Pischahorn 2980 m – einfach exzellent!

Dieses Wochenende sollte uns wettermässig die beiden schönsten Tage der Woche bescheren. Also nichts wie los – Am späten Samstagnachmittag Fahrt nach Davos, wo wir im einsamen Flüelatal, quasi direkt unter unserem Tourenziel, das letzte freie Zimmer fanden im Gasthaus Alpenrose (an der Flüelapassstrasse, einige hundert Meter nach der Talstation der Pischa-Bahn gelegen). Karin und Damir, die herzlichen Gastgeber, verwöhnten uns mit einem leckeren Abendessen. Für erholsamen und ruhigen Schlaf im abgelegenen Flüelatal war gesorgt.

Nach einer als Folge der Umstellung auf die Sommerzeit verkürzten Nacht genossen wir das Frühstück. 400 m weiter unten ab Dörfji dann die Bergfahrt mit der Pischa-Bahn hoch zur Bergstation Mitteltälli – so vernichteten wir die ersten 680 Hm in wenigen Minuten. Das Gebiet Pischa ist vor allem ein Freeride-Skigebiet, wo zusätzlich alternativer Wintersport möglich ist (präparierte Winterwanderwege, ausgewiesene Schneeschuhtrails, hochalpine Langlaufloipen und sogar Fatbike-Abfahrten). Entsprechend ruhig geht es hier oben zu und her. Wir starteten also um zehn Uhr direkt ab Mitteltälli, bei nicht spürbaren -10° – die Sonne heizte schön ein. Wir nutzten eine der vorhandenen Spuren, um so direkter – also nicht auf der präparierten Winterwanderspur – aufzusteigen. Nach weniger als einer halben Stunde war der Pischagrat erreicht bei 2593 m. Hier eröffnete sich erstmals der Blick in die Verloren Pischa – eine grosse (und noch im Schatten liegende) Mulde, wo es etwa 40 Hm steil abzusteigen galt. Aufgrund der guten Verhältnisse entschieden wir uns für die höher liegende Spur. Das Pischahorn vor uns immer im Blickfeld steilte ganz schön auf, und die Route zum Nordwestgrat war gut auszumachen. Und dass wir heute alleine unterwegs seien, erwarteten wir natürlich nicht; aber überlaufen war die Strecke keineswegs. Nach mässig steilem Aufstieg erreichten wir eine kleine Ebene, wo im Sommer zwei namenlose Bergseelein liegen, deren Lage nur erahnt werden kann. Eine gute Gelegenheit für eine Trinkpause. Ab hier führte eine Spur direkt zum Gipfel hoch – mit Skiern zu machen, die Spitzkehren zeugten davon. Wir traversierten auf der doppelt angelegten Spur den Steilhang und gelangten nach zwei (erholsamen) Kehren zum Nordwestgrat bei ca. 2856 m. In diesem Bereich hat die Tour leicht alpinen Charakter, die Schneeverhältnisse waren ideal (nicht zu hart, wenig windgepresst, die Spuren ausgezeichnet tragend). Auf dem NW-Grat öffnete sich ein gewaltiges Panorama in alle Richtungen. Nach einer Teepause waren die letzten 130 Aufstiegsmeter zum Gipfel nur noch eine Formsache. Auf dem Vorgipfel (2979 m) dann der Genuss dieses wunderbaren Panoramas (Silvretta, Plattenhörner, Piz Linard und sogar zum Festsaal der Alpen). Der Blick ging zum 300 m weiter südlich stehenden Hauptgipfel, wo sich schon etliche Türeler versammelten, um sich auf die Abfahrt bereit zu machen. Die meisten wählten den Steilhang hinunter zur Verloren Pischa, wenige ins Mattjisch Tälli. Unschwierig erreichten auch wir den Hauptgipfel des Pischahorn (2980 m), um zu beurteilen, ob ein Abstieg mit Schneeschuhen zu machen wäre. Aufgrund der Steilheit (bestimmt >35 – 40°) entschieden wir uns für den Abstieg auf der uns vertrauten Aufstiegsstrecke. Das war eine gute Entscheidung, denn schliesslich wollten wir den Tourenabfahrern nicht in die Quere kommen😊… Zwar verlangt auch der steile Abstieg über den NW-Grat hinunter bis P. 2856 einiges ab – aber alles ging sturz- und rutschfrei. Nahe der nicht sichtbaren Seelein genossen wir an der gleissenden Sonne und bei Windstille unsere kleine Rast (Tee und Biberli). Auf der Superspur (Schneeschuh- und Skispur schön einträchtig parallel verlaufend zogen wir zur nun voll besonnten Verloren Pischa hinunter. Der steile Gegenanstieg zum Pischagrat war dann doch etwas grenzwertig, weil die Spur praktisch zerstört war – einige Skitourengeher stiegen zu Fuss auf und hinterliessen tiefe Löcher. Auf dem Grat erreichten wir wieder die Ratracspur, die wir aber im weiteren Abstieg bis zur Bergstation Mitteltälli hinunter mieden – zu schön war es im Pulver «abzufahren». Die fast schon überdimensioniert dastehende Bergstation mit zugehörigem Restaurant liessen wir links liegen. Ziel war der weitere Abstieg – mehr oder weniger entlang dem Winterwanderweg – hinunter zur schön gelegenen Mäderbeiz von Otti und Catherine Fontana. Ein Besuch dort wurde uns von unseren Gastgebern Karin und Damir wärmstens empfohlen. Und es hat sich sehr gelohnt! Gerstensuppe und dazu ein gemischtes Bündnerplättli, und das an der prallen Frühlingssonne auf 2000 m.ü.M – was will man mehr! So gestärkt wanderten wir anschliessend (die Schneeschuhe auf den Rucksack gebunden) auf dem Winterwanderweg hinunter, wo wir eine halbe Stunde später die 200 Hm tiefer liegende Talstation der Pischa-Bahn an der Flüelapassstrasse im Dörfji erreichten. Vor uns nun die erwartet etwas mühsame Heimfahrt – nicht für mich, weil Doris sehr sanft fuhr, um mich ja nicht in der verdienten Siesta zu «stören»… Zurück blieb ein wiederum tolles und unvergessliches Bergerlebnis.

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Winterwanderwetter (blaublaublau…), Unmengen Schnee, angenehme Temperatur ca. -8 bis -10° in Gipfelnähe.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. März 2018
Schwierigkeit: WT3
Anfahrt: am Vorabend über Davos – Flüelapassstrasse bis Gasthaus Alpenrose, Rückfahrt ab Dörfji identisch
Strecke: 11.2 km, Bergfahrt mit der Pischa-Bahn bis Bergstation Mitteltälli 2483 m – Pischagrat 2593 m – Verborgen Pischa – Nordwestgrat zum Vorgipfel 2979 m – Pischhorn 2980 m – Abstieg auf gleicher Strecke bis Bergstation Mitteltälli – mehr oder weniger entlang des gespurten Winterwanderwegs hinunter bis Flüelameder (frühere Skiliftstation) 2006 m, heute Mäderbeiz – Abstieg auf dem Winterwanderweg hinunter nach Dörfji, der Talstation der Pischa-Bahn (1799 m)
Aufstieg: ca. 583 m
Abstieg: ca. -1274 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:45 Uhr

Kameras:
Sony DSC-HV90V

Leglerhütte SAC 2273 m – zum zehnten Mal (mit siebzig)

Mit unseren wandertüchtigen Freunden Manuela, Susanne, Gaby, Thomas, Richi und Ueli ein Jubiläums-Wochenende zu verbringen, das war die Idee. Anreise am Samstagnachmittag, am Abend Überraschungsmenü und Übernachtung im formidablen Berghotel Mettmen. Nach einer erholsamen Nacht empfing uns Noel Laurent von Getoutdoor – diesmal gönnten wir uns einen Guide, was sich in jeder Beziehung lohnte. Start kurz nach neun Uhr zur gemeinsamen Schneeschuhtour zur Leglerhütte – im dichten Nebel und bei leichtem Schneetreiben und bei einer Temperatur von knapp unter Null. Nach den ersten Metern eine kleine Mutprobe: die Überquerung des weit über das Geländer hinaus eingeschneiten Damms des Garichti Stausees. Auf dem gefrorenen Stausee tummelten sich bereits viele Eisfischer und Eistaucher. Auf guter Spur überquerten wir die Ebene Matt (der Niderenbach hier vollständig unter Eis und Schnee) um dann die enge Steilstufe anzustreben – der links über uns querende Sommerweg über Mattplanggen ist bei solchen Verhältnissen zu gefährlich. Am hinteren Ende, dort wo der Niderenbach im Sommer in einer Enge etwa 80 m runter fällt – Noel als Einheimischer nennt die Stelle Chuchi. Jedenfalls meisterten wir diese Stelle problemlos, und erreichten so Betriebstemperatur. Oben bei P.1768 angelangt, folgte eine wieder etwas flachere Ebene bis zu den tief eingeschneiten Alphütten Ober-Stafel. Links vorbei wieder etwas steiler an der Chärpfbrugg vorbei. Bald war P.1859 erreicht – erste Trinkpause. Der Nebel begann sich zu lichten, und die Sonne leuchtete blass durch. Mit jedem Tritt nahm die Zuversicht zu und nahe P.1925 dann die unbeschreiblich schöne Bergwelt (Schwarz Tschingel, Kärpf) und blauer Himmel. Da Noel jeden Meter dieses Geländes kennt, folgten wir ihm in Richtung Schwarzchöpf, um so die «Autobahn» zur Furggele zu meiden. Über unverspurtes und hochwinterliches Gelände stiegen wir wenig südlich über Hübschböden auf. Erst unterhalb der Sunnenberg Furggele nutzten wir die vorhandene Spur wieder. Auf der Furggele dann das immer wieder faszinierende Schauspiel: fast schon plötzlich taucht der Glärnisch auf – der Blick geht übers Nebelmeer zum Glarner Wahrzeichen. Jetzt noch ein paar Kehren hoch – krass die Schneelage hier oben; von den grossen Felsbrocken ist nichts zu sehen. Dann die Hangquerung auf guter Spur und schon kam die Leglerhütte ins Blickfeld – und das gesamte grossartige Gipfelpanorama (Tödi, Claridenfirn, Ortstock, Höch Turm, Glärnisch). Die Hütte erreichten wir trotz des weiteren Wegs nach knapp zweidreiviertel Stunden. Wir waren also sportlich unterwegs – mit Ausnahme des jubilierenden Autors, der in seinem eigenen Tempo gemütlich ein paar Meter hinterher hechelte😊. Nach dem ersten Genuss des Panoramas nichts wie rein in die gemütliche, und heute erstaunlicherweise nicht voll besetzte Hütte. Tagessuppe mit Kärpfwürsten waren erste Wahl – danke Simone und dem ganzen Hüttenteam.

Der ausgiebigen Mittagspause folgte der Genuss des prächtigen Hüttenpanoramas (siehe Bilder). Schon beeindruckend, wie die Landschaft hier oben unter Schnee eingeebnet ist. Noel meinte, dass es hier mindestens 8 m habe – jedenfalls konnten wir die Lage des 450 m südlich liegenden Milchspüelersees nur erahnen. Bevor wir den Rückweg antraten, gabs noch eine eindrückliche Suchaktion im Rahmen einer LVS-Übung. Noel hatte zwei Objekte vergraben und uns entsprechend instruiert. Die folgende Suchaktion war erfolgreich, und Noel war sichtlich erleichtert, dass sein vergrabener Rucksack wiedergefunden wurde. Mittlerweile sorgte eine bissige Bise für arktisches Kälteempfinden, und wir waren froh, jetzt abzusteigen. Bis zur Sunnenberg Furggele hielten wir uns ein paar Meter bergseits der Spur, weil das Treten im weichen Pulverschnee angenehmer war. An den steileren Stellen vor und unterhalb der Furggele konnten wir uns dem Vergnügen auf den Hosenböden «abzufahren» nicht entziehen. Im weiteren Abstieg hielten wir uns leicht nördlich der Autobahn, um dann über Vorderen Hübschböden zum Niderenbach «abzufahren» – herrlich! Bei der Chärpfbrugg verabschiedete sich die Sonne, und die Umrisse der tief eingeschneiten Hütten Ober Stafel waren im Nebel kaum noch auszumachen. Vor uns dann der Abstieg über die bereits bekannte Chuchi hinunter. Über die Ebene Matt zogen wir vorbei an mit Raureif wunderschön verzierten Bäumen in Richtung Stausee. Auf dem See waren nur noch wenige Eisfischer auszumachen; die sahen heute keine Sonne. Die Staumauer war reine Formsache, zum Abschluss im Berghotel Mettmen der Genuss der leckeren Mettmoccino’s. Um halb fünf dann die Talfahrt mit der Luftseilbahn, wo im Kies schon der Mettmenbus wartete…

Unterwegs kurz vor Schwanden dann – als wärs nicht genug – der letzte Höhepunkt heute; zehn Meter unterhalb der Strasse ein ausgewachsener Hirsch, der erst im Unterholz hockte, sich dann majestätisch erhob und langsam davon spazierte. Show total!

Fazit:
Ein grosser Wunsch hat sich (gestern) und heute erfüllt! Ein tolles Gourmet-Winterwander-Erlebnis mit unseren Freunden (bei Freunden) – danke euch allen, das war richtig schön! Und Sara und Romano und dem ganzen Team vom Berghotel Mettmen unser grosses Kompliment für die tolle Gastfreundschaft.

Wetterverhältnisse:
Bilderbuch-Winterwanderwetter, Unmengen Schnee, ab ca. 1950 m.ü.M. Nebelgrenze erreicht, dann blau und sonnig, oberhalb Sunnenberg Furggele spürbare Bise, Temperatur ca. -8 bis -10° minus Windchill.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 25. Februar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: Mettmenbus ab Schwanden bis Kies (Talstation Luftseilbahn Kies-Mettmen), Rückfahrt identisch
Strecke: 11.2 km, Berggasthaus Mettmen (1610 m) – Stausee Garichti – Staudamm – Oberstafel – Hübschboden – Sunnenberg Furggele 2210 m – Leglerhütte SAC – Abstieg ungefähr auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 727 m
Abstieg: ca. -751 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 09:10 bis 15:40 Uhr

Kameras:
Diverse

Motta Naluns 2146 m – Sent 1430 m

Nach einigen Tagen Alpinskifahren im attraktiven Motta Naluns nutzten wir die für heute angekündigte Schlechtwettersituation für eine Schneeschuhwanderung mit Manuela und Thomas. Die ersten 900 Höhenmeter legten wir elegant zurück in der Gondel ab Scuol hoch zur Bergstation Motta Naluns. Bei leichtem Schneetreiben starteten wir gleich unterhalb der Bergstation, die Talstation der Sesselbahn umrundend führte die präparierte, unter ca. 10 cm Neuschnee liegende Spur parallel zu den Skiliften des Kinderskiparadieses hoch. Hier fanden gerade die Abschlussrennen der jüngsten Skischüler statt – am lustigen (und ernsthaften!) Treiben der angehenden Skirennfahrer hatten wir unsere helle Freude. Über die nächsten anderthalb Kilometer stiegen wir locker hoch bis zum heute höchsten Punkt bei ca. 2293 m.ü.M. (östlich der Chamanna da Naluns). Etwa 140 m tiefer Jonvrai (2158 m), wo sich die Skifahrer auf drei sternförmig angelegten Transportanlagen bis auf 2700 m hoch transportieren lassen. Der etwa 600 m lange Abstieg bot bei dieser tollen Spuranlage keine Schwierigkeiten. Schon fast achtlos liessen wir die von uns in den vergangenen Tagen regelmässig besuchte Bergbeiz Alpetta links liegen. Vorsichtig querten wir die Pisten um dann auf einer gemischt genutzten Spur aufzusteigen. Im Gebiet Sur Bos-cha trennten sich Piste und Winterwanderweg – in leichtem auf und ab erreichten wir nach ca. 5 km nahe Taslaina die Traumpiste, welche wir vorsichtig querten (heute kein Problem, da wenig «Verkehr»). Unser Ziel war die schön gelegene Sömmi Bar (2015 m.ü.M.), eine einfache Hütte. Gulaschsuppe, Hirschsalzi, Senterkäse, und zum Dessert Berliner – weisch wie fein!! Hier oben zeigte sich heute auch erstmals die Sonne, so dass der Blick frei war zu den Unterengadiner Dolomiten (Piz Lischana und Konsorten). Unter uns lagen Scuol und Sent in einer grauen Suppe. Gestärkt und vergnügt nahmen wir den weiteren Abstieg unter die Schneeschuhe. Gleich unter der Hütte verlief die breite Spur nahe P.1891 ins enge Val Spadla, entlang der nahen Traumpiste, welche wir aber bald aus den Augen verloren. Wir hatten unsere eigene Traumpiste. Unser nächstes Ziel war das Restorant da Muntogna Vastur (ca. 1650 m.ü.M.). Sonne und aufziehende Nebelschwaden wechselten sich ab, so dass wir den Hauskafi in der gemütliche (vom Vorabend noch immer Fondue-geschwängerten) Stube genossen. Eigentlich stünden hier für die Abfahrt auf der Alpstrasse (ca. 3 km) auch Schlitten zur Verfügung – wegen des doch leicht höheren Alkoholpegels trauten wir uns nicht so richtig😊. Ab hier stiegen unsere Freunde direkt nach Scuol hinunter; wir blieben auf dem verschneiten Weg nach Sent hinunter. Die ca. 220 m Abstieg wären übrigens auch problemlos ohne Schneeschuhe zurück zu legen. Beim Schlittendepot nahe Hof Ils Clüs kurz vor Sent entledigten wir uns der Hilfsmittel. Der Weiterweg führte durch das schluchtartige Val da Muligns, und bald erreichten wir die Ortsmitte, wo wir die vielen schönen Senter Häuser bestaunen konnten. Am Pflotsch auf der Strasse war unschwer zu erkennen, dass es hier unten geregnet haben musste. Am Plaz angelangt, begegneten wir ein zweites Mal dem sympathischen Senter Künstler Not Vital, der übrigens gestern Abend in «unserer» Pensiun Aldier den 70. Geburtstag feierte. Wir (Not und Ruedi) sind also Jahrgänger, unsere Geburtstage liegen zwölf Tage auseinander… – schon speziell.

Auf der etwas übertrieben als hochalpine Winterwanderung beworbenen Strecke begegneten wir trotz des nahen Skigebiets wenigen Gleichgesinnten.

Fazit:
Ein tolles Winterwander-Erlebnis mit unseren Freunden Manuela und Thomas – danke, mit euch beiden wars schön!

Wetterverhältnisse:
Ideales Winterwanderwetter, viel Schnee, ab Mittag sogar freundlich-sonnig, auf unserer Tour anfänglich leichter Schneefall bei ca. 0°, wenig Wind.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 16. Februar 2018
Schwierigkeit: WT2 (dank gut präparierter Spur)
Anfahrt: ÖV (Postauto), Bergfahrt ab Scuol Staziun bis Motta Naluns
Strecke: 12 km, Bergstation Motta Naluns (2146 m) – Jonvrai (2158 m) – Sur Bos-cha –  Sömmi Bar (2015 m.ü.M.) – P.1891 – Vastur – Ilss Clüs – Sent (1430 m)
Aufstieg: ca. 336 m
Abstieg: ca. -1051 m(!)
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 15 Min. (wie waren also sportlich unterwegs…)
Tageszeit: 10:40 bis 16:10 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Dreibündenstein 2160 m – Schneeschuh-Rundtour von Brambrüesch bis Feldis

Für einen blauen Montag wenige Autos auf dem Parkplatz bei der Talstation der Luftseilbahn in Chur – dennoch grosser Andrang; einige Schulklassen drängten auf die erste Bergfahrt um 08:30 Uhr. Die wollten allerdings ausnahmslos skifahren oder schlitteln… Wir lösten das Rundfahrtticket für Fr. 31.00 (Halbtax), mit welchem wir ab Brambrüesch über Mutta/FeldisRhäzüns nach Chur zurück gelangen konnten. So legten wir die ersten 970 m Höhendifferenz elegant und rasch zurück. Oben in Brambrüesch dann zuerst der Startkafi in der schönen Battagliahütte, welche zwar erst um 11 Uhr öffnete; aber für uns (arme Seelen) machte man bereitwillig eine Ausnahme – herzlichen Dank, sehr nett!

Zwanzig vor zehn dann der Start, erst flach und gepistet bis zur Talstation des Skilifts Hühnerköpfe. Ab dort gut markiert und gespurt erst rechts des Lifts hoch, nach etwa 500 m dann in einer Rechtskurve in den Wald (Richtung Spundis), nach ca. 300 m in einer Linkskurve weiter, nun etwas steiler werdend, durch hochwinterlich eingeschneiten Wald, zwischendurch an der Sonne, welche zusätzlich einheizte (bei frühlingshaften 5°). Unterhalb der Spundisköpf querend, erreichten wir P.1812 – ein schöner Platz für eine Trinkpause. Auf der nahen Skipiste tummelten sich viele Jugendliche, die man gut hörte. Nach kurzem Zwischenabstieg der Aufstieg zur Bergstation Hühnerköpfe und an dieser vorbei. Wenig unterhalb der Bergstation dannnoch eine Rega-Show – toll für uns, nicht so für den zu rettenden Skifahrer (hoffentlich nichts allzu Schlimmes – gute Besserung!). Schon eindrücklich, die Rettung ab Landung bis Start dauerte kaum 10 Minuten. Ab Skilift-Bergstation verlief die noch immer perfekte Komfortspur in der Falllinie und ziemlich parallel des Sessellifts zum Furggabüel; auf dem Sessellift wären die 230 m Aufstieg etwas weniger schweisstreibend zu machen gewesen – nicht für uns! Für diesen steilen Kilometer benötigten wir 38 Minuten. Nach den letzten Metern Aufstieg dann das wirklich prächtige 360°-Panorama auf Furggabüel. Vom höchsten Punkt unserer Tour dann der leichte Abstieg zum 500 m weiter südlich stehenden Dreibündenstein Term Bel (2160 m). Zur Geschichte mehr hier. Wir hatten Glück, den 2 Meter grossen Obelisken für kurze Momente alleine für uns zu haben – bis ihn eine Gruppe von Senioren als Wäschehänge «entweihten» 😊. Das Picknick an der prallen und wärmenden Sonne war Genuss pur. Sagenhafte 110 km Weitsicht hatten wir – sogar das Finsteraarhorn war gut zu sehen. Wir konnten uns kaum lösen, hatten wir doch ausreichend Zeit bis zur letzten Talfahrt in Feldis um 16 Uhr. Und das vor uns stehende, verlockende Gipfelziel, das Fulhorn (2529 m), mussten wir für heute ohnehin vergessen. Macht nichts, wir nahmen die genussvolle «Abfahrt» in Richtung Feldis unter die Schneeschuhe. Viele Spuren standen zur Auswahl; die ca. 110 m Abstieg zum Rundwanderweg Alp dil Plaun hinunter war ein grosses Vergnügen in 1a-Schneeschuhgelände – und das bei besten Bedingungen (gut tragende Unterlage, leicht windgepresst, kein Einsinken). Ab Alp dil Plaun führte eine Wanderpiste in leichtem auf und ab erst in Richtung Süd, um dann nach West zu drehen – und immer das hochwinterliche Alpen-Paradies vor Augen – allen voran natürlich der schöne Piz Beverin (2998 m). Auf dem präparierten Winterwanderweg wären die Schneeschuhe eigentlich nicht mehr nötig – wir waren einfach zu bequem, diese zu demontieren. Auf der Alp Raguta (1946 m) angekommen, konnten wir nicht mehr anders: an diesem schön gelegenen Platz einzukehren und den Betrieb auf der 15 x 40 m grossen Natureisbahn zu geniessen – was will man mehr! Nach dem Kafi und dem ausgezeichneten Schoggikuchen sind die wenigen Aufstiegsmeter zur nahe und etwas höher gelegenen Bergstation Mutta ein kurzer Sprint. Auf der Talfahrt mit der 1.3 km langen Sesselbahn präsentierte sich das kleine, aber feine Skigebiet von Feldis. Ab der etwas ausserhalb des Dorfes gelegenen Talstation wurden wir dann mit dem Shuttlebus bis zur Bergstation der Gondelbahn Luftseilbahn Rhäzüns Feldis gebracht – ohne Wartezeit direkt nach Rhäzuns hinunter; so vernichteten wir elegant und rasch 1300 m Höhendifferenz. Kurzer Fussmarsch zum RhB-Bahnhof Rhazüns, von wo wir nach wenigen Minuten Wartezeit komfortabel nach Chur zurückfuhren.

Fazit:
Frühlingshaftes Wetter, ideale Schneeschuh-Verhältnisse, viel Schnee (dieser Winter 2017/18 hat es in sich!). Wieder einer dieser Bilderbuchtage!

Wetterverhältnisse:
Wolkenlos blau, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, windstill, viel Schnee (1 bis 2 m).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 2 mässig (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 29. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 Chur Süd, Talstation Luftseilbahn Brambrüesch, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation, aber nur für diejenigen, welche Autokennzeichen bei der Talstation registrieren lassen)
Strecke: 8.9 km, Bergstation Brambrüesch (1595 m) – Talstation Skilift Hühnerköpfe – Spundis – P.1812 – Bergstation Skilift Hühnerköpfe (1947 m) – Furggabüel (2174 m) – Dreibündenstein Term Bel (2160 m) – Alp dil Plaun P.1953 – Alp Raguta (1946 m) – Bergststation Sessellift Mutta Feldis – Feldis
Aufstieg: ca. 700 m
Abstieg: ca. -316 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 5 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 14:45 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Pfufisegg (1950 m) – ein Schneeschuh-Geheimtipp!

Nach der gemütlichen Bergfahrt (800 Hm) mit der Gondelbahn genossen wir den Startkafi im nach dem Brand vom 20. April 2015 neu aufgebauten und am 13. Mai 2017 neu eröffneten Berghotel Schönhalden. Der Neubau ist schlicht, zweckmässig, und steht an einer wunderbaren Aussichtslage. Um zehn also starteten wir – aufgrund der Aussage des Besitzers Reto Flury durften wir eine einsame Tour erleben. So war es dann auch: einen einzigen Skitourengänger haben wir angetroffen! Die Tour kannten wir schon vom 29. März 2014. Die im gesamten alpinen Raum bestehende hohe Lawinengefahr (Stufe 3 erheblich) brachte uns auf die Idee, die relativ ungefährdete Arena um Mädems zu besuchen.

Viel mehr Schnee als 2014! Froh darum, eine Spur vom Vortag nutzen zu können, erwartet uns heute kaum Spurarbeit. Nach den ersten Aufstiegsmetern – nicht mehr wie früher entlang des (abgebrochenen) Skilifts – erreichten wir rasch das leicht bewaldete und hochwinterlich verschneite Fulriet (ca. 1680 m). Unterhalb des Ostausläufers der Guscha erreichten P.1711 (Wanderwegweiser Abzweiger Guscha). Der weitere Aufstieg verlief in sicherem Abstand unterhalb der Wisswand (bei P.1761), von welcher schon kleinere Rutsche heruntergekommen waren. Nach etwa 75 Min. erreichten wir die fast vollständig eingeschneiten Gebäude der Alp Mädems Hintersäss. Zwischen den Alphütten stiegen wir weiter auf – noch immer auf einer gut angelegten Spur, diesmal direkt in Richtung Pfufisegg – das ist zwar kein Gipfel, sondern vielmehr eine aus mehreren Hügelchen bestehender Aussichtspunkt. Jetzt kam die Schaufel zum Einsatz – schliesslich wollten wir eine Sitzgelegenheit für die ausgiebige Rast – bei Windstille und mit einzigartigem Panorama (Alvier, Rheintal, Vorarlberg, Rätikon). Das mitgebrachte Gourmetmenü (Vorspeise Parpaner Birabrot, Hauptgang Schruubebrot gefüllt mit Kräuterkäse und Bio-Bündnerfleisch von Brügger aus Parpan, Schoggi-Dessert und Tee natürlich) schmeckte ausgezeichnet. So gestärkt nahmen wir die Abfahrt unter die Schneeschuhe, der Einfachheit halber auf der Aufstiegsspur. Ab Alp Mädems Hintersäss diesmal nicht in Richtung Mädems Vorsäss hinunter, weil im Tüfboden keine Spur auszumachen war. Den dort zu erwartenden Harsch mit Einsinkgefahr wollten wir uns ersparen. Immer wieder verlangsamten wir unser „Arbeitstempo“ um den Genuss zu erhöhen – und ausserdem erreichten wir bald wieder das bereits schattenhalb gelegene Fulriet. Der restliche Abstieg – bereits wieder auf leicht gefrorener Unterlage – war reine Formsache. Im Berghotel Schönhalden verkürzten wir die Wartezeit beim Tee am Panoramafenster und dem Ausblick zum gegenüberliegenden Alvier und Konsorten. Und in der Luft über dem Seeztal herrschte reger Flugverkehr (WEF und Trumpeltier sei Dank😊).

Fazit:
Frühlingshafte Witterung, ideale Schnee-Verhältnisse im Aufstieg wie auch im Abstieg, unglaublich viel Schnee hier oben. Wiederum ein Bilderbuchtag!

Wetterverhältnisse:
Ein schöner, schon fast frühlingshafter Tourentag, wolkenfrei, im Tal ca. 12°, auf unserer Tour ca. 4°, schwacher, kaum spürbarer Wind (Föhn?), viel Schnee auf Schönhalden (1 bis 2 m), gute Spur (vom Vortag) vorhanden, bis auf eine Höhe von 1700 m etwas verharscht, ab Mädems pulvrig, dank Spur ohne Einsinken bis zum Ziel.

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: 24. Januar 2018
Schwierigkeit: WT2
Anfahrt: A3 bis Flums – Ortsdurchfahrt – am Ortsende Linksabbieger Richtung Saxli (ausgeschildert „Schönhalden“), Talstation Luftseilbahn Saxli (630 m), Fr. 20.00/Person Berg- und Talfahrt, Gratis-Parkplätze direkt bei der Talstation)
Strecke: 7.9 km, Bergstation Saxli/Berghotel Schönhalden (1487 m) – Fulriet P.1680 – P. 1711 (vorbei am Abzweiger Guscha) – Alp Mädems Hintersäss (1776 m) – Pfufisegg (1950 m) – Rückweg auf gleicher Strecke
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 14:30 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Gamperfin – Silvester-Schneeschuhrunde 2017

Für heute war eine einfache Schneeschuhtour das Ziel: ausnahmsweise auf einem Global Trail. Die ausgeprägte Lawinensituation und auch die angesagten Windverhältnisse (Böen aus SW bis 60 km/h) liessen höhere Ambitionen nicht zu; und schliesslich wollten wir das abendliche Silvestermenü im Bären nicht verpassen… Am schönsten Tag dieser Woche lockte das herrliche Wetter verständlicherweise viele an die frische Luft. Das war gut zu spüren an der Talstation des Sessellift Wildhaus-Oberdorf. Im Oberdorf – nach einem Kafi – starteten wir um zehn Uhr und querten das Pistengebiet, um über die St. Gallerweid aufzusteigen bis zur ersten Skiliftbergstation. Dort verliessen wir den Rummel, um auf dem markierten Trail in Richtung O – vorbei an P.1310 und P.1347 über Älpligatter bis Schöntobel (1391 m). Auf diesen ersten 2.2 km waren ca. 160 Aufstiegsmeter zurück zu legen – moderat also. Der Trail führte durch das sensible Hochmoorgebiet Älpli. Unterwegs immer wieder Infotafeln über Standort und mögliche Varianten (Schlaufen), immer mit dem Ziel Gamperfin, resp. dem dort stehenden Skihaus (Skiclub Grabserberg). Dem hier im Obertoggenburg reichlich gefallenen Schnee hat der Regen der letzten Tage ziemlich zugesetzt; entsprechend verharscht war die Grundlage – für Schneeschuhläufer besser als für Skitourenläufer. Das idyllische Traumgelände präsentierte sich winterlich. Kurz nach einer Richtungsänderung nach S war der P.1427 Ölberg erreicht. Während sich in unserem Rücken der Alpstein von den Restwolken enthüllte, ragten vor uns Gamsberg und Sichelchamm auf. Wir entschieden uns für die weite Schlaufe über Hinter Witi (1380 m), um dann leicht absteigend entlang des Chrüzwaldes die auf 1303 m schön gelegene Skihütte Gamperfin zu erreichen; kurz nach zwölf, gerade richtig für die Mittagspause (leckere Hüttensuppe für Doris, Ghackets und Hörnli für Ruedi😊). So gestärkt verliessen wir die gemütliche Hütte – mittlerweile hatte sich auch die Sonnenterrasse gefüllt. Gleich hinter der Hütte der kurze, schweisstreibende Aufstieg (100 Hm) über den sonnigen Südhang hoch zum P.1405 oberhalb Brand. Bei Lochgatter P.1429 war der höchste Punkt erreicht. In leichtem auf und ab – die Höhe haltend – führte der Trail durch das Hochmoor, bis sich beim Ölberg die grosse Gamperfin-Runde schloss. Die Unterlage wurde wieder härter und wegen der maschinellen Präparierung auch holprig. Ab Schöntobel wählten wir die Schlaufe über P.1384 um das Hochmoorgebiet Älpliboden südlich/westlich zu umrunden. Dann der Abstieg über die St. Gallerweid, und weiter am östlichen Rand des Pistengebiets direkt hinunter zur Bergstation Oberdorf. Zum Abschluss die windige Talfahrt auf dem Sessellift (zurück im Rummel).

Fazit:
Eine richtig gemütliche Schneeschuhtour war das, nicht zu anstrengend, gerade richtig um ca. 1800 Kalorien zu verbrennen (keine schlechte Perspektive also für die abendliche Schlemmerei im Bären).

Wetterverhältnisse:
Sonnig, der Alpstein anfänglich noch wolkenverhüllt, im Tagesverlauf mehrheitlich wolkenfrei, im Tal ca. 8°, auf unserer Tour etwas weniger, gefühlt aber weit über null Grad, schattenhalb etwas kühler, auf der gesamten Strecke kaum störender Wind (auf Chäserrugg und Gamserrugg waren Windfahnen zu sehen).

Lawinengefahr:
Laut SLF Stufe 3 erheblich (siehe Bild)

Hilfsmittel:
Schneeschuhe, Stöcke, GPS-Maschine

Parameter:
Tour-Datum: Silvester, 31. Dezember 2017
Schwierigkeit: WT1-2
Strecke: 11.2 km, Wildhaus Oberdorf (Bergstation Sessellift 1233 m) – St. Gallerweid – P.1310 – P.1347 – Älpligatter – Schöntobel P.1391 – Ölberg P. 1428 – Hinter Witi 1380 m – Skihaus Gamperfin 1303 m – Lochgatter P.1429 – Ölberg – Schöntobel – Älpliboden – St. Gallerweid – Oberdorf
Aufstieg: ca. 440 m
Abstieg: ca. -440 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 55 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 3 Std. 25 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:00 Uhr

Kamera:
Sony DSC-HV90V

Allen Besuchern unserer Website unsere beste Wünsche für ein tolles 2018 bei bester Gesundheit!