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Biketour zur Alp Prasüra 2209 m

Die uns vom Wandern bekannte Alp Prasüra einmal mit dem Bike zu besuchen – (für uns) eine besondere Herausforderung, weil auf den letzten 1200 m Strecke >200 Hm zurückzulegen waren, und das bei einer Steigung von bis zu 30%(!). Zurück zum Start; die Tour begannen wir in Fuldera direkt ab Haustür. Die malerische Strecke über Valchava nach Sta. Maria Val Müstair hinunter gleicht einer bequemen Abfahrt (-260 Hm) auf guten Forststrassen. In der engen Ortsmitte von Sta. Maria war der Weg leicht zu finden: auf der Umbrailpassstrasse (viele Biker und Töffs unterwegs) fuhren wir hoch bis zum in der 18. Kehre stehenden Restaurant Alpenrose – hier muss man einfach einen Kafihalt einschalten und die tolle Aussicht geniessen. Etwas mehr als 1 km und 90 Hm weiter steht die bekannte Blockhütte Punt Teal (auch eine ÖV-Haltestelle). Hier bogen wir ein auf die Via Alp Prasüra, die anfänglich eine moderat ansteigende Forststrasse ist. Bei Marangun da la Prasüra, das ist die untere Alp Prasüra, bemerkten wir, dass das Alpgebäude geräumt ist, was so viel heisst, dass der Umzug zur oberen Alp vollzogen war – gestern, wie wir später vernahmen. Die Forststrasse wurde ruppiger und steiler, für den Blick zum mächtig rauschenden Wasserfall schalteten wir einen kurzen Fotohalt ein – an einer weniger gewagten Stelle, damit wir unsere Bikes wieder besteigen konnten (zum Glück ohne Zuschauer). Ab jetzt begann es ernsthafter zu werden, wie eingangs beschrieben. Kurz vor der letzten Kurve, etwa dreihundert Meter vor der Alp, galt es abzusteigen und den Weidezaun zu öffnen. Wer sein Bike schon mal in einer Steigung von >20% bestiegen hat, weiss um die Problematik. Nun, dank etwas Erfahrung und Technik gelang der Wiederaufstieg ohne Abwurf. Nach diesem letzten happigen Wegstück die Alp Prasüra zu erreichen, lösten Freude aus. Freude hatten wir auch am Wiedersehen mit der Sennerin und Käserin Aita, welche mit ihrem Team noch voll im Umzugsmodus war. Für ein paar Worte reichte es. Den Käse holen wir dann irgendwann in ein paar Wochen ab – zu Fuss natürlich. Nach dem Abschied die Herausforderung der Abfahrt; auf geröllig-rutschiger Unterlage diese Steilheit sturzfrei zu bewältigen – die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber schliesslich gelang uns die Abfahrt erstaunlich gut; dennoch waren wir froh, wieder bei der Blockhütte anzukommen. Jetzt noch ein paar hundert Meter bis zur Alpenrose, wo wir uns auf der Terrasse ein Bier zu einem Salatteller gönnten. Die Aussicht ins obere Val Müstair bis zum Ofenpass ist einfach phänomenal. Nach dieser Stärkung die bei diesem Verkehrsaufkommen vorsichtige Abfahrt über 17 Kehren hinunter nach Sta. Maria Val Müstair. Ab durch die enge Ortsmitte, bis Valchava der Hauptstrasse entlang, dann abseits über Plazzaraun hoch nach Fuldera.

Fazit:
Eine doch anspruchsvolle Biketour, die uns sehr gefallen hat. Alp Präsura beim nächsten Mal wieder zu Fuss – Alpkäse holen…

Wetterverhältnisse:
Angenehmes Sommerwetter, anfangs sehr sonnig, im Tagesverlauf teilweise Quellbewölkung, trocken, Temperatur ~15 bis 25°, kaum Wind 10 km/h NO, Steilheit bis 25%

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil/Komoot, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 11. Juli 2024

Schwierigkeit: WS=gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills)
Strecke: 28.9 km, Fuldera (1636 m) – P.1647 (Aua da las Fruos-chas) – P.1656 (Val da l’Archa Gronda) – P.1577 (Plazzaraun) – Chatschinas – Pravalchava – Valchava (1412 m) – Sta. Maria Val Müstair (1376 m) – Umbrailpassstrasse – Plattatschas (1793 m) – Blockhütte Punt Teal (1870 m) – Via Alp Prasüra – Marangun da la Prasüra (1998 m) – Alp Prasüra 2210 m – Rückweg analog Hinweg
Aufstieg: ca. 1250 m
Abstieg: ca. -1250 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 23 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 5 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 15:40 Uhr

Umrundung Munt da la Bescha ab Ofenpass über Chaschlot – Valbella

Auf der Terrasse des Passhospiz Süsom-Givè genossen wir den Startkafi und bewunderten das bunte Treiben. Dann der Start gegenüber mit dem Einstieg beim holzigen Bär. Nach ein paar Meter Aufstieg hielten wir links, während die anderen Wanderer Alp da Munt zustrebten. Auf gutem Pfad der guttrittige Aufstieg zu Punkt 2311, dort die bekannte Föhre einsam auf einem Felsen thront. Der Ausblick nach Buffalora und den Nationalpark und auch der Blick zum Piz Nair (3009 m) wurde frei. Die Waldgrenze hinter uns, führte der ausgezeichnet gepflegte Pfad durch ein paar sehr steil abfallende Runsen; hier sollten Wanderer trittsicher sein, ausrutschen verboten. Zwei Biker aus Tütschland kamen uns entgegen, hallo und tschüss! Hoffentlich kamen die gut durch. Nach der Durchquerung der letzten Runse – an der bizzarren westlichen Seite des Munt da la Bescha – liefen wir auf vorerst gut erkennbaren Trittspuren in leichtem Auf und Ab dem Gipfelchen Chaschlot entgegen. Bald einmal weglos, später am Fels ziemlich steil und rutschig der kurze Aufstieg zum vielleicht fünfzig Meter höherstehenden Aussichtsgipfel. Auf den letzten Aufstiegsmetern werden die Hände gebraucht. Oben dann das grossflächige Gipfelgelände, auf der Nordseite geht es senkrecht runter ins wilde Val Nüglia (Tal des Nichts, leeres Tal). Das Tälchen wird von der Ova dal Fuorn durchflossen und liegt grösstenteils im Nationalpark; ausser Wild ist der Zutritt strengstens verboten. Den Abstieg begingen wir etwas nördlicher unserer Aufstiegsroute, um nach etwa vierhundert Metern den Normalweg ins wunderbare Valbella zu erreichen. Erst waren ein paar weitere steil abfallende Runsen zu begehen, dem Wasser des Bergbachs kamen wir zunehmend näher. Zur rechten die steilen und brüchigen Felstürme an der Nordseite des Munt da la Bescha (Schafberg), links die Ausläufer des Piz Vallatscha (3020 m), der sich wenig später in seiner vollen Grösse zeigt. Wir erinnerten uns gerne an unsere Besteigung vom 17. August 2021 – eine lange und anspruchsvolle Begehung. In Erinnerung auch die viele Wildtiere, die wir am Munt da la Bescha auch schon sahen – heute leider nicht (lieber Severin, hast uns gefehlt…). Bald erreichten wir den höchsten Punkt des kleinen Tälchens bei ca. 2530 m.ü.M., unterhalb des 1.7 km langen Skilifts, welcher vor allem von Skitüreler genutzt wird, die von der Fuorcla Funtauna da S-charl zum Piz Vallatscha aufsteigen und so etwa dreihundert Höhenmeter einsparen. Unterwegs im Abstieg zur Fuorcla fanden wir in der Nähe eines Felsbrockens ein geschütztes Plätzchen für unsere Mittagsrast – mitten in einem Teppich von Enzianen. Die Aussicht richtig betörend: Skigipfel Minschuns, zum Mot Radond, Piz Murtera, Piz Starlex, Piz Terza, Muntet – eine uns sehr vertraute Berglandschaft. War unsere Wanderung bisher ziemlich einsam, begegneten wir nun vermehrt anderen Wanderern, einige von ihnen von S-charl via Alp Astras herkommend. Nun ging es in Richtung Alp da Munt, die Alpstrasse verliessen wir bald in südlicher Richtung, um nördlich der Dolinenlandschaft durch wunderschönen Bergföhrenwald abzusteigen um die westlich gelegene Plaun da l’Aua zu erreichen. Nach Querung der Gerölllandschaft erreichten wir die idyllische Alp. Die Höhe von ca. 2150 m haltend, wurde das Gelände ruppiger, teilweise auch ausgesetzt – unter uns die Kurven der Ofenpassstrasse. Nach zehn Minuten erreichten wir den Ofenpass/Pass dal Fuorn wieder, mit der Aussicht auf das übliche Abschluss-Bier; und mit der Gewissheit, einen besonders schönen Wandertag erlebt zu haben…

Fazit:
Eine sehr einsame, abwechslungsreiche Bergwanderung durch die Runsenwelt am Munt da la Bescha und dessen Umrundung durch das Valbella (der Name ist Programm!).

Wetterverhältnisse:
Erneut ein sonniger Sommertag mit freundlicher Bewölkung, Temperaturen im Bereich 12 bis 21° C, trocken, Wind (ca. 15 bis 20 km/h SO)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 9. Juli 2024
Schwierigkeit: T2 (Gipfelauf-/abstieg Chaschlot T3)
Strecke: 10.6 km, Postauto bis Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Fop dal Taschin – P.2229 – Fels mit Föhre P.2311 – Chaschlot (2377 m) – P.2503 – P.2491 – Fuorcla Funtauna da S-charl (2392 m) – Via Alp da Munt  P.2365 – P.2234 – P.2189, Via Plaun da l’Aua – Ofenpass/Pass dal Fuorn – Postautorückfahrt nach Fuldera
Aufstieg: ca. 510 m
Abstieg: ca. -500 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:30 bis 15:20 Uhr

Biketour ins Val Mora

Endlich so etwas wie Sommer! So wie es gestern war, sollte es heute und morgen auch noch sein: sonnig, trocken, etwas kühler als in anderen Sommern, und meist starker Wind. Ideal für unsere beinahe schon traditionelle Biketour ins Val Mora. Kurz vor elf Uhr starteten wir – mit einer Runde in Fuldera. Nach der kurzen Fahrt über den Bärenpfad bis oberhalb Valchava folgte ab P.1577 (Plazzaraun) der Aufstieg. Die etwa 1.5 km Bergfahrt bis P.1716 (Palüetta) verlief nicht steil und überwiegend im Wald, mit schönen Durchblicken nach Valchava. Bei Palüetta änderte die Richtung, und wir fuhren oberhalb der gut hörbaren Aua da Vau bis Pra da Vau. Gut zu hören war auch ein Heli, dem wir später begegneten. Unterwegs wurden wir kurz aufgehalten, weil eben Heli-Unterstützte Holzerarbeiten im Gange waren – 1 Minute Durchfahrtzeit gab man uns dann… Übrigens: in Pra da Vau gibt es eine Postautohaltestelle welche neuerdings an vier Wochentagen (MI-SA) ermattete Val Mora-Wanderer abholt. Die Strasse ist in entsprechend gutem Zustand. Ab hier wurde die Unterlage holpriger und stellenweise deutlich steiler (bis 13%). Nach Tschuccai folgten einige Serpentinen, wo bis zur Alp Clastras über eine Strecke von ca. 1.6 km 200 Hm Anstieg zu fahren waren. Bis zur Alp Praveder dann erst etwas flacher, um dann zwischen weidenden Kühen durchzufahren, immer holpriger und steiler werdend. Zur linken der von uns im August 2021 bestiegene Piz Praveder und geradeaus der Monte Forcola. Bei P.2132 verblieben wir auf der Strasse – der Wanderweg (ein Singletrail) direkt hoch bis Döss Radond übersteigt unser Können. Nach zwei Kurven erreichten wir den heute höchsten Punkt und bald danach die Wasserscheide bei La Stretta. Ab hier folgte die gemütliche Fahrt in leichtem Auf und Ab, über sich weitende (und bestossene) Alpen, vorbei an ruhig weidendem Vieh. Gelegentlich waren ausgetrocknete, teils aber mächtige Runsen zu durchqueren. Leicht herausfordernd war, die ofenfrischen Kuhfladen zu umfahren. Nach etwas mehr als 17 km Fahrt war die Alp Mora erreicht. In der gut besuchten Jausestation (so heisst das Alprestaurant) gönnten wir uns ein gemischtes Plättli und Radler dazu. Die Rast wurde etwas länger, weil viele Einheimische am Tisch waren. Die Diskussionen drehten sich um den gestern Abend verlorenen Donschtig-Jass, den Zustand der Alpstrasse, die Fahrbarkeit der sehr steilen Abfahrt (>200 Hm) von Jufplaun, u.v.a.m. Nach diesem gemütlichen Höck machten wir uns auf die Rückfahrt in Richtung Osten, bei anhaltend freundlicher Witterung. Bis zur Wasserscheide faszinierte die Fahrt aus der anderen Richtung durch die einmalig schöne Landschaft. Bei Döss Radond wurde es ernster – ab jetzt war auf der steilen Abfahrt gefühlvolles Fahren angesagt. Vorbei an den Alpgebäuden Praveder und Las Clastras erreichten wir bald wieder Pra da Vau. Die zwischen Las Clastras und Tschuccai markierten Abkürzungen (Wanderwege und Singletrails) mieden wir. Auf Pra da Vau angekommen, waren wir zu früh für eine Begegnung mit dem Postauto und allenfalls wartenden Wanderern. Auch die Holzarbeiten waren abgeschlossen, also konnten wir gefahrlos passieren. Ab Palüetta änderte die Richtung nach NW, im Wald wurde es nun etwas kühler, dafür war der zuvor starke Wind nicht mehr zu spüren. Bei Plazzaraun öffnete sich der Blick wieder ins untere Val Müstair. Bei der dort aussichtsreich stehenden Bank galt es die Abzweigung nicht zu verpassen (gell Doris!). Über die reizvolle Plazzaraun fuhren wir leicht hoch, um den wenig Wasser führenden Bach im Val da l’Archa Gronda über die schmale Holzbrücke zu überqueren. Zweieinhalb Kilometer weiter erreichten wir unser Domizil Fuldera wieder – wo im Staila wie immer bei solchen Gelegenheiten im Schutz eines Sonnenschirms die Belohnung folgte.

Fazit:
Wenn es um diese Biketour geht, sind wir Wiederholungstäter, einfach begeisternd!

Wetterverhältnisse:
Angenehmes Sommerwetter, ~15 bis 19°, böiger Wind 20 bis 30 km/h NO

Hilfsmittel:
e-MTB, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 5. Juli 2024

Schwierigkeit: WS=gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills)
Strecke: 35.9 km, Fuldera (1636 m) – P.1656 (Val da l’Archa Gronda) – P.1577 (Plazzaraun) – P.1629 (Fastais/Mottas) – P.1716 (Palüetta) – Val Vau – P.1779 (Pra da Vau) – P.1840 (Tschuccai) – P.1947 – P.1974 (Las Clastras) – Praveder – P.2132 – P.2236 (Döss Radond) – P.2216 (Wasserscheide bei La Stretta) – P.2160 – P.2151 (Plazza Gronda) – Pedra Grossa (2119 m) – P.2062 (Verzweigung Passo di Val Mora) – Alp Mora (2080 m) – Rückweg analog Hinweg
Aufstieg: ca. 1100 m
Abstieg: ca. -1100 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 10:40 bis 15:40 Uhr

Runde über Jufplaun mit Überschreitung Il Jalet (2392 m)

Die Idee, heute den Il Jalet zu besteigen – den Gipfel kennen wir – mit einer grossen Jufplaun-Runde zu verbinden, war goldrichtig. Erstaunlicherweise waren wir die einzigen Fahrgäste, welche bei Buffalora P10 dem Postauto entstiegen. Den Startkafi genossen wir am Kiosk-Provisorium, verbunden mit einem morgendlichen Schwatz mit der Betreiberin. Bei herbstlichen Temperaturen, was für diesen Sommer wohl normal sein dürfte, überwanden wir erst das wenig Wasser führende breite Bachbett der Ova dal Fuorn und wenige Meter später dasjenige der Aua da Murtaröl. Neunhundert Meter weiter erreichten wir die Alpgebäude der Alp Buffalora und damit die Alpstrasse Via Jufplaun. Von weitem näherte sich uns eine Gruppe von e-Bikern, welche munter an uns vorbeifuhr (nicht mehr ganz junge Männer aus Bayern). Mal abwarten, wie diese die nun folgende sehr steile und holprige Rampe durch den lichten Lärchenwald schafften. Auch wir kamen auf dieser sechshundert Meter langen Wegstrecke (+130 Hm) ins Schwitzen. Auf halber Strecke überholten wir die nun schiebenden Biker, nicht ohne neckisch zu grüssen (1:1 Schweiz-Deutschland). Ab P.2195, dort wo eine kleine Hütte steht, flachte das Gelände ab, und die sportlichen Biker brausten an uns vorbei (Livigno war deren Tagesziel). Wir wanderten über das wunderschöne Gelände der ehemaligen Chasa da Cunfin entgegen. Rechts der Munt Buffalora, weiter rechts die Cima del Serraglio, geradeaus der mehrzackige Piz Murtaröl, links Piz Daint und Piz Dora. Etwa fünfhundert Meter weiter südlich, bei P.2316, verliessen wir den WW ins Val Mora, um die kleine Erhebung Döss dal Termel südlich zu umgehen. Zwischenziel war die oberhalb P.2332 stehende private Hütte, heute nicht bewohnt. Also konnten wir uns zur Mittagsrast niederlassen und dabei die phantastischen Ausblicke geniessen. Ausser zwei Wanderer trafen wir heute hier oben kein Fussvolk – schon erstaunlich, aber uns sollte es recht sein. Für den Rückweg wählten wir den etwas näher dem Fuss des Piz Daint entlangführenden Pfad nach Döss da las Plattas. Leicht abwärts führte der Pfad nun nördlich um die bekannten bizzarren Felsen herum ins Val Murtaröl. Im blockigen Tälchen hatte es – trotz der Niederschläge der vergangenen Tage – kaum Wasser. Uns gefällt diese bizarre Wildnis immer wieder, zugegeben: Trittsicherheit von Vorteil. Nach dieser Querung folgte der kurze, aber heftige Aufstieg zur Ebene Davo Plattas, wo die Verzweigung zum Piz Daint führt. Hundert Meter weiter wählten wir den sehr steilen und rutschigen (zum Glück trockenen) Pfad, auf welchem über 350 m Strecke 200 Hm zu bewältigen waren (Steilheit bis 25%). Eine Viertelstunde benötigten wir für den Aufstieg zum Il Jalet, unterwegs abgelenkt von ersten Edelweissen – so macht Bergwandern grossen Spass! Am Gipfel dann natürlich der wunderbare Blick zum Ortler und ins obere Val Müstair. Die starke Brise zwang uns bald zum Abstieg über die Nordseite, noch immer an der Sonne. Im oberen Teil der Tiefblick zum Tagesziel und zur lärmigen Ofenpassstrasse. 1.3 Kilometer und 250 Hm weiter unten hatte uns die Zuvielisation wieder. Bei einem Bier auf der Terrasse des Passhospiz Süsom-Givè verkürzten wir die Wartezeit auf das Postauto; nach 15 Minuten Fahrt «landeten» wir wohlbehalten in Fuldera.

Fazit:
Eine der schönsten Wanderungen im Val Müstair, mit knackiger Überschreitung des Il Jalet, diesem exzellenten Aussichtsgipfel nahe am Ofenpass.

Wetterverhältnisse:
Ein sonniger Sommertag mit freundlicher Bewölkung, Temperaturen im Bereich 8 bis 20° C, trocken, gebietsweise böiger Wind (ca. 10 bis 28 km/h NNW)

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Regenschutz, Stöcke, Kartenmaterial Swisstopo, GPS

Parameter:
Tourdatum: 4. Juli 2024
Schwierigkeit: T2 (Gipfelauf-/abstieg teilweise T3)
Strecke: 10 km, Postauto bis Buffalora P10 (1968 m) – Alp Buffalora (2033 m) – P.2156 – Buffalora P.2195 – Jufplaun P.2220 – P.2264 – Chasa da Cunfin – P.2317 – Hütte bei P.2332 – Döss da las Plattas – P.2272 – Val Murtaröl – Davo Plattas (2288 m) – Il Jalet (2389 m) – Abstieg Nordseite – Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Postauto nach Fuldera
Aufstieg: ca. 561 m
Abstieg: ca. -373 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:40 bis 15:10 Uhr

Bike-Fahrt von Zernez über den Ofenpass ins Val Müstair

Auf der Fahrt ins Val Müstair das Bike in Zernez vom Träger nehmen und den Rest der Fahrt auf zwei Rädern – das Ziel für heute. Doris übernimmt die Fahrt im „Mannschaftswagen“ – beste Unterstützung war also sichergestellt! Am Start Sonnenschein, trocken würde es heute auch bleiben, und dazu angenehme Temperatur, streckenweise etwas böiger Wind – der wird mich kaum von der Strecke blasen… Wenig Verkehr auf der Passstrasse, mit Ausnahme von ein paar lärmenden Töfflibuben. Nach dem ersten nicht sehr steilen Aufstieg von 400 Hm folgte nach 6.4 km bis zur Grenze des Schweizerischen Nationalparks beim P1 eine rauschende Zwischenabfahrt von ca. 5 km (-180 Hm), welche bei Punt la Drossa an der Verzweigung zum Strassentunnel nach Livigno endete. Unterwegs getraute ich kurze Blicke in die Tiefe, wo zweihundert Hm tiefer der Lai dad Ova Spin liegt – spektakulär dieser Blick! Ab Punt la Drossa war wieder strampeln angesagt, vorerst aber moderat ansteigend. Das Hotel Parc Naziunal Il Fuorn erreichte ich nach 40 Fahrminuten (14 km). Ein Platz an der Sonne, Tee dazu, Doris kam auch bald. Nach dieser Pause die Fahrt vorbei an P8 (Stabelchod) bis zur Grenze des Nationalparks bei Buffalora, wo das wegen eines Murgangs seit Juli 2022 dauerhaft geschlossene Berggasthaus Buffalora ein trauriges Dasein fristet; daneben ist jetzt wenigstens ein Kiosk eingerichtet, damit sich die Bergwanderer die Wartezeit auf das Postauto verkürzen können. Jetzt folgten die steilsten zwei Kilometer bis zum Pass (bis 13% Steilheit). Auf dem Ofenpass angelangt, standen die Papparazzi schon bereit (Doris mit Fotokamera, hihihi…), auf dem grossen Parkplatz beim Passhospiz Süsom Givè – 2149 m.ü.M Betrieb wie an einer Töffchilbi. Die Gelegenheit, meinem Bike eine kurze Pause zu gönnen und den Ausblick zum Piz Daint und zum König Ortler zu geniessen. Auch wenn es ziemlich stark windete, liess ich den Windstopper für die bevorstehende Abfahrt im Rucksack. Auf der verbleibenden Strecke der Tour waren mehr als 500 Hm über ca. 9 km zu absolvieren. Und ja, der starke Wind blies mich tatsächlich beinahe von der Piste, dennoch lagen Tempi von bis knapp über 70 km/h drin. So hatte Doris Mühe, mich zu überholen. Ab Orasom Tschierv fuhr ich die unbefestigte, dafür aber ruhige Strasse nach Fuldera Daint. Beinahe zeitgleich erreichten wir dann das Tagesziel Fuldera. Im Staila gabs dann zur Belohnung ein Tschliner Bier und ein Stück Wähe mit Rhabarbern aus Anita’s Garten – lecker! Nun waren wir angekommen, mal sehen, was uns die kommenden vierzehn Tage bieten…

Fazit:
In diesem wettermässig wechselhaften Sommer ein Bike-Tag zum Träumen, auf dem Weg ins Val Müstair…

Wetterverhältnisse:
Sommerlich-freundliche Bewölkung, stellenweise Wind aus W (bis 20 bis 30 km/Std.), Temperatur ca. 15 bis 20°

Ausrüstung:
e-MTB, GPS, Kartenmaterial SchweizMobil und Komoot

Parameter:
Tour-Datum: 2. Juli 2024
Schwierigkeit: Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten.
Strecke: 32.1 km: Zernez (1473 m) – Ova Spin (1882 m) – P1 (1834 m) – P3 (1769 m) – Punt la Drossa (1711 m) – Il Fuorn P6 (1794 m) – P8 Stabelchod (1885 m) – Buffalora (1967 m) – Pass dal Fuorn (2149 m) – Tschierv (1693 m) – Orasom Tschierv (P.1637) – Palüds Cotschnas – Fuldera Daint (1635 m) – Fuldera (1636 m)
Aufstieg: ca. 930 m
Abstieg: ca. -770 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 23 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 26 Min.
Tageszeit: 12:50 bis 15:10 Uhr

Obertoggenburg: Ebnat-Kappel – Wolzenalp (1112 m) – Nesslau

Für heute sagten die Wettervorhersagen freundliches, trockenes Wetter voraus. Die Gelegenheit für eine Wanderung im nahen Obertoggenburg, der Heimat von Doris. Beim Bahnhof Ebnat-Kappel nutzen wir die öffentlichen Parkplätze. Nach kurzem Bummel durch das grosse Dorf genossen wir den Startkafi im Café Kunz. Danach der Gang über die Thur-Brücke zum Dorfteil Steinen und weiter über den schwach erkennbaren WW nach Steinenbach. Nach der Überquerung des Steintaler Bachs, im Oberen Steinenbach beim Geburtshaus Doris’, Nostalgie pur! Weiter auf der Untere Letzstrasse, vorbei am schönen Toggenburger Haus. Jetzt verliessen wir die geteerte Strasse, um auf der Wiese einer schwachen Spur zu folgen, welche bald ausgeprägter und markiert im Wald verlief. Teilweise steil und feucht-rutschig, nach dem Wald wieder über Wiesland zum beim Punkt 838 kurz vor Under Schorüti; das rot leuchtende Bänkli bot beste Aussicht ins Obertoggenburg. Gut zu sehen auch das Gebiet Lüpfertswil, wo am 1. Juni ein Hangrutsch ein Haus nur knapp verfehlte – grosses Glück gehabt! Nach der Trinkpause hätten wir auf der nahen Schorütistrasse etwas zurück laufen sollen, um den Direktaufstieg in Richtung Ober Schorüti zu nehmen. Stattdessen hielten wir in südöstlicher Richtung, um oberhalb des schön gelegenen Hofs Under Schorüti vorbei zu laufen. Sehr lohnend, weil dort der Einblick in einen idyllisch angelegten Garten mit Teich, Seerosen und Enten lockte. Dreihundert Meter weiter auf der Alpstrasse laufend, hielten wir scharf rechts, um den bei P.902 stehenden Stall zu erreichen. Ab hier war Pfadfinder-Erfahrung gefragt; im rund um den Stall tief-morastigen Gelände erkannten wir etwa fünfzig Höhenmeter weiter oben ein Drehkreuz, das wir anpeilen wollten. Aber erst hatten wir Weidezäune zu überwinden, dann nutzten wir die Kuhtritte im Steilgras, um zum Drehkreuz zu gelangen. Dort angelangt fanden wir weder Markierungen noch Trittspuren (ausser Kuhtritte); weiter der Anstieg wie gehabt, richtig Offroad eben. Etwas ausser Atem erreichten wir nahe einer Scheune den Alpweg Schorüti-Bodenstrasse, natürlich nicht ohne erst morastiges Gelände zu überwinden. Und siehe da, ein Drehkreuz mit Wanderwegweiser! Von einem absteigenden rüstigen Paar bekamen wir bestätigt, was wir befürchteten: es ging weiter wie gehabt. Diese Aussichten brachten uns dazu, die Wanderstöcke auszupacken, um quasi im 4×4-Modus weiter aufzusteigen. Steil hoch über einen schwach erkennbaren Pfad, dank Kuhtritten den nötigen Halt findend, bis zum nahen Waldrand. Über offenes Weidegelände gelangten wir zum Alpgebäude Under Hochschwand. Spätestens hier stellten wir uns die Frage, weshalb wohl heute das Vieh in den Ställen und nicht auf den Weiden anzutreffen war. Uns sollte es recht sein, hatten wir so doch unsere Ruhe. Über einen kaum ausgeprägten Trittpfad steil hoch zu einer Hecke, wo wir einen Durchgang (für Wanderer?) nutzen konnten. Mittlerweile auf einem beinahe komfortablen WW erreichten wir Ober Hochschwand; nahe des Stalls das bekannte Bild: das Vieh im Stall, die Umgebung total morastig. Irgendwie schafften wir es ohne Umfaller den Waldrand am Gändrich zu erreichen – welche Erlösung, wieder einmal ein gelbes Schild zu erblicken. Und die Unterlage war deutlich wandertauglicher. Erst durch den Wald, dann wieder über offenes Gelände gelangten wir nach kurzem Abstieg zur Güterstrasse auf Ell. «Rietbad, Bergstation Wolzenalp, Bütz», wir wurden nach rechts gewiesen. Auf der Güterstrasse laufend, suchten wir vergeblich eine Markierung, welche uns durch die wunderbare Moorlandschaft wies. Also blieben wir auf der Alpstrasse, um unterhalb der Bergstation Rietbach (Sportbahn Wolzenalp) bei Punkt 1088 die Fahrstrasse Zelgg-Allmen zu erreichen. Kurz der Aufstieg östlich Rietbach vorbei, um nach fünfhundert Metern die Wolzenalp zu erreichen. Auf der Terrasse des schwach besetzten Bergrestaurants liessen wir uns zur Mittagspause verführen: das Vesperplättli war eine richtig grosse Platte (Fr. 19.50 der volkstümliche Preis), für uns zwei absolut ausreichend, Quöllfrisch dazu. Mittlerweile trübte das Wetter etwas ein, der nahe Skilift-Gipfel Wannenspitzli lag in den Wolken, der dahinterstehende Speer ohnehin – schade! In der Hoffnung, trocken durchzukommen, machten wir uns auf die zweite Hälfte unserer Wanderung. Oberhalb der Wolzenalp bis Hännis, dann leicht absteigend durch schöne Moorlandschaft zum beim Wegpunkt 1099 am Risibach schön gelegenen Rastplatz. Das bei Hännis stehende Bike-Verbot kümmert einige Biker nicht; ziemlich rücksichtslos, das Verbot zu missachten und sensibles Moorgelände zu durchfahren! Nicht einmal die beim Rastplatz angelegten Holztreppen werden verschont. Am Waldrand oberhalb der Spitzweid eine herrlich geschindelte Hütte mit Wildkamera und einem dieser Themenpunkte («Feldmaus») des Klimaerlebniswegs Toggenburg, welcher die Wolzenalp mit dem Ijental verbindet. Etwas weiter unten, noch immer auf der Spitzweid, verliessen wir den Pfad nach rechts, um die Moorlandschaft in östlicher Richtung zu verlassen. Auf den Alpweg Ijental-Schönenboden erreichten wir das Alpgebäude Laui. Hier folgten wir dem Wanderwegweiser nach links; was nun folgte, erinnerte uns stark an Lawinengebiet. Sehr steil, immerhin gut markiert (weiss-rot), folgte der vorerst weglose Abstieg (200 Höhenmeter über eine Strecke von 700 m). Unterwegs war Spurensuche angesagt; erst beim Verbindungsweg Bürzlen-Fuchsloch, dort wo ein Bach überquert wird, hatten wir Gewissheit. Bei Punkt 948 angelangt, am Weg Richelschwand-Laufenweid, der Infopunkt «Feuersalamander» – hübsch angelegt. In der Nähe fliessendes Wasser, beste Gelegenheit, unsere Wanderschuhe zu waschen. Zwar führte die Route weiterhin durch tiefes Gelände, welches sich erst bei Bürzlen beruhigte – dachten wir. Oberhalb des Verlaufs des Ijentaler Bachs wurde das steile Gelände nochmals sehr rutschig, beinahe schlucht-artig. Erst unterhalb der Rechenweid, an der Thur-Brücke angelangt, hatten wir sicheren Untergrund. Jetzt nur noch achthundert Meter bis ins Zentrum des Klosterdorfs Neu St. Johann, vorbei am ehemaligen Benediktinerkloster. Kurz vor dem Ziel dann noch ein Spurt, um sich über den glückicherweise offenen Bahnübergang zu retten – denn gerade jetzt begann es heute erstmals schwach zu tröpfeln. In der Bäckerei Toggenburger Brothandwerk belohnten wir uns mit Glacé und warteten auf das Postauto für die kurze Rückfahrt zum Startort.

Fazit:
Schönwetter bis fast zum Schluss, eine nostalgische Wanderung in die Jugendzeit von Doris – einfach toll!

Wetterverhältnisse:
Zu Beginn bis 13 Uhr sonnig, am Nachmittag Bewölkungszunahme, aber trocken, Temperatur 18 bis 24°, Wind NNO 2 km/h

Ausrüstung:
Bergwanderschuhe, Stöcke, GPS, Kartenmaterial SchweizMobil

Parameter:
Tourdatum: 25. Juni 2024
Schwierigkeit: T2
Strecke: 12 km, Ebnat-Kappel (630 m) – Thur-Brücke (638 m) – Steinenbach (651 m) – Blombergstrasse – Untere Letzstrasse – Untere Letz – P.838 Under Schorüti – P.902 – Ober Schorüti – Under Hochschwand (1072 m) – Ober Hochschwand (1019 m) – Ell – Stalden-Ell P.1117 – P.1088 – Rietbach – Wolzenalp (1112 m) – Hännis – Spicher – Risibach (1099 m) – Spitzweid – Alpweg Ijental-Schönenboden – Laui (1145 m) – Laufenweid (948 m) – Bürzlen – Obere Bürzlen – Engiweid – Rechenweid – Thur-Brücke (749 m) – Johanneumstrasse, Ehemaliges Benediktinerkloster – Neu St. Johann (759 m) – Postauto-Rückfahrt nach Ebnat-Kappel
Aufstieg: ca. 700 m
Abstieg: ca. -600 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 55 Min.
Tageszeit: 09:20 bis 16:00 Uhr

Knackige Bike-Runde Farneralp – Boalp – Wolfsgrueb

Sommer für einen Tag – Wetterfenster optimal genutzt! Nach diesem sportlichen Sonntag gestern (Fussball-EM, Schweiz siegte gefühlt gegen Tütschland 1:1 hihihi…) heute ein prächtiger Sonnentag mit Sicht in die nahen Berge (Speer, Federi, Mürtschen, Glärnisch). Nach dem Zmorgekafi schnell noch zum Zahni (ging halt nicht anders), dann aber ohne Verzug aufs Bike: die Runde über die Farneralp – mal sehen, ob die neuen dort oben schon aktiv sind. Wald ZH war rasch erreicht, die Fahrt durch die Dorfmitte in Richtung Sani; der Anstieg von ca. 140 Hm recht moderat. Bei Chrinnen war dann fertig lustig – jetzt folgte der knackige Anstieg über die mit Betonstreifen befestigte und bis 19% steile Farnerstrasse zur Farneralp. Oben angekommen, alles zu – ein trauriger Anblick! Hoffentlich ändert sich das bald, wenn die neuen Eigentümer übernehmen. Also machten wir uns unverrichteter Dinge auf den Aufstieg über die Weide (Achtung Muttertiere – Alp noch nicht bestossen) in Richtung Wanderpfad, den wir gut markiert auch fanden. Der Pfad führte leicht abschüssig auf der Nordseite des Farnergrind durch Wald. Einige Weidezäune öffnen und wieder verschliessen – so wie es sich gehört. Danach folgte der heute knackigste Teil, eine Schiebestrecke hoch zum Wanderwegweiser unterhalb des Schwarzenberg (bis 20% Steilheit). Ein Drehkreuz stand im Weg, für Biker nicht zu knacken – also legten wir den zum Glück noch nicht unter Strom stehenden Weidezaun etwas tiefer (und wieder höher), um ihn zu überwinden. Jetzt müsste links etwas weiter unten im Wald die «Strasse» in Richtung Gerwald zu sehen sein. Was anfänglich mit einer schwachen (aber gut fahrbaren) Spur begann, artete bald aus zu einem breiteren «Weg», der an einigen Stellen sehr tief und feucht und ausserdem bis 15% steil runter führte. Bald, etwa 1.5 km nach der Farneralp wurden wir von dieser Singletrail-Tortur erlöst; nach einem kurzen Wegstück über noch nicht eingezäuntes Weideland erreichten wir die Boalpstrasse und auf dieser nach einem Kilometer die Boalp und Martina’s und Geni’s Bergrestaurant Poo-Alp. Der böige NO-Wind zwang uns, die Mittagsverpflegung drinnen zu geniessen; lecker war es dennoch, wie immer. Nach dieser Pause kam alles zusammen: kräftige Rückenwindunterstützung und die steile Abfahrt über die Wolfsgrueb mit baustellenbedingter Umleitung über den Schmittenbach hoch nach Oberholz. Von dort dann rassig runter über Hittenberg nach Wald. Ab ARA wählten wir (wie auch schon) die schöne Strecke über Fägswil nach Hause. Zugegeben: die Tour hätte auch länger sein dürfen, jedenfalls hatten sich weder unsere Energiespeicher noch die Akkus unserer e-Bikes geleert.

Fazit:

Im Aufstieg wenig, im Abstieg schon ordentlich fordernde MTB-Tour unter dem Motto: lieber kontrolliert absteigen statt unkontrolliert abgeworfen zu werden.

Wetterverhältnisse:
Einer dieser in diesem Sommer selten hübschen Schönwettertage, teilweise böiger Wind aus NO 10-25 km/h, Temperatur ca. 23°

Ausrüstung:
e-MTB, GPS, Kartenmaterial Komoot

Parameter:
Tour-Datum: 24. Juni 2024
Schwierigkeit: WS=Gut fahrbar, mit technischen Abschnitten (Wurzeln, Steine, enge Kurven, steile Up- und Downhills).
Strecke: 28.2 km: Rüti Talgarten (470 m) – Pilgersteg (549 m) – Grundtal (566 m) – Wald (614 m) – Sonnenberg (668 m) – Sanatoriumsstrasse (P.749) – Zürcher ReHaZentrum (989 m) – Faltigberg – Chrinnen (934 m) – Farnerstrasse (P.1001) – Chrinnenboden (1042 m) – Farneralp (1155 m) – Wirtsbergweg – Gerwald (P.1100) – Boalpstrasse – Boalp (1086 m) – Wolfsgrueb (970 m) – P.875 – Hüeblistrasse, Abbieger Oberholz – Brücke Schmittenbach (830 m) – Oberholz (853 m) – Hittenberg (841 m) – Wald (668 m) – Kreisel (614 m) – ARA – Wald Neuholz – Oberwis (645 m) – Riederen (631 m) – Ober Fägswil (573 m) – Unter Fägswil (560 m) – Würzhalden (536 m) – Rüti (482 m) – Rüti Talgarten
Aufstieg: ca. 860 m
Abstieg: ca. -860 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 3 Std. 50 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 48 Min.
Tageszeit: 10:55 bis 14:45 Uhr

Bike-Ausfahrt zum Wägitalersee (898 m.ü.M.)

Diesen schönen und warmen Tag mussten wir nutzen – mit einer Bike-Ausfahrt ins Wägital und hoch zum Stausee und rundherum! Die Fahrt über Rapperswil und dann über den Seedamm wenig spektakulär. Flach weiter nach Altendorf, dann die Unterführung A3 und weiter nach Galgenen. Auf der Vorderbergstrasse gewannen wir dann erste Höhenmeter, bei zunehmender Aussicht auf den Obersee und das nahe Zürioberland. Auf einer Höhe von ca. 700 m.ü.M. fuhren wir auf guter Unterlage, meist geteert, ins Wägital hinein, vorbei am Restaurant Gusöteli. Links (östlich also) ca. 170 m tiefer liegend die Wägitaler Aa und die Wägitalerstrasse. Nach dem markanten bewaldeten Stockberg (1217 m) der Einblick ins Trepsental und der Blick zur Lauihöchi mit dem markanten Lauiloch. Rechts liegend die Rossweidhöchi, der Übergang ins Niederurnertäli. Schöne Einblicke in eine uns bekannte Gegend. Nach knapp 24 Kilometer Fahrt und der Überquerung des Chratzerlibachs erreichten wir im Ortsteil Sonne die Satteleggstrasse und nach der Brücke über die Wägitaler Aa die Wägitalerstrasse. Unsere Befürchtung auf starken Motorradverkehr zu treffen, bewahrheitete sich nicht. So konnten wir die Fahrt auf der etwas mehr als drei Kilometer langen Strasse voll geniessen. Nach dem kurzen Tunnel erreichten wir mühelos die Staumauer. Hier mussten wir einfach einen Trink- und Fotohalt einlegen. Kaum wahrnehmbar, dass es sich um einen Stausee handelt, und randvoll, idyllisch! Links ging der Blick hoch zum Bockmattli mit seinen Klettertürmen (die wir auch von unserem Zuhause täglich bewundern dürfen). Etwas weiter hinten lugte der Zindlenspitz hervor, rechts des Sees der mächtige Fluebrig mit den Gipfeln Diethelm (2099 m) und Turner (2028 m). Im Rücken Chli- und Gross-Aubrig. Alle diese Gipfel kennen wir von früheren Begehungen – tolle Erinnerungen! Über dem südlichen Ende des Sees und rechts des Zindlenspitz Lachenstock, Redertengrat, Redertenstock, Mutteristock und Ochsenkopf, alle zwischen 2000 und 2300 m.ü.M. Die Umrundung des Sees starteten wir im Uhrzeigersinn. Innerthal (Restaurant geschlossen), zwei Kilometer weiter Oberhof (Restaurant geschlossen MO und DI). Macht nichts, vier Kilometer weiter, nach dem Ende des Sees und bereits am Westufer gelegen, die Erlösung: im Garten des Restaurant Au fanden wir reichlich Platz, und die Mittagsverpflegung schmeckte vorzüglich (Hauswurst mit Härdöpfelsalat). Das passte, war hier doch auch ziemlich genau die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Nach dieser etwas längeren Genusspause ging es nur noch abwärts mit uns (im eindeutigen Sinne gemeint!). Nach fünf Kilometer Fahrt entlang dem Seeufer war die Staumauer erreicht. Ab durch den Tunnel, dann ziemlich rasant die Abfahrt bis Vorderthal, dann die Abbiegung in Richtung Sattelegg und sofort rechts weg über die Flüeh, wie schon vor dem Mittag auf der Hinfahrt. Am Vorderberg dann in der vierten Kurve die leise Enttäuschung: das aussichtsreich gelegene Restaurant Gusöteli geschlossen. Die Glacé musste warten. Die Abfahrt auf der Vorderbergstrasse hinunter nach Galgenen und wenig später Altendorf legten wir zügig zurück. Im wenig schmucken Zentrum von Altendorf gönnten wir uns dann das ersehnte Eis. Bei mittlerweile stärkerem Feierabendverkehr rollten wir auf Radwegen einigermassen geschützt über den Damm in Richtung Rapperswil und dort durch die Ortsmitte nach Kempraten. Der leichte Anstieg über die Meienbergstrasse zur Schönau, weiter über Engelhölzli – Rosenberg; Endstation Rüti. Eine wunderschöne Runde durch reizvolle Landschaften…

Fazit:
Die tausend Auf- und Abfahr-Höhenmeter, kombiniert über 70 Streckenkilometer – mal sehen, wie das die Bike-Akkus meistern… Doris hatte am Ende noch 60% und ich 40% Restkapazität. Nicht schlecht, Eigenleistung sei Dank.

Wetterverhältnisse:
Tatsächlich, heute ein toller Sommertag, sehr sonnig, Wind aus S bis O 10 km/h, Temperaturen 22 bis 27°

Ausrüstung:
e-MTB, GPS, Kartenmaterial SchweizMobil

Parameter:
Tour-Datum: 18. Juni 2024
Schwierigkeit: L=Leicht fahrbar, ohne nennenswerte technische Schwierigkeiten. Kurze enge und steile Passagen möglich.
Strecke: 68 km: Rüti ZH (470 m) – Rosenberg – Engelhölzli – P.475 – Schönau P.459 – Meienbergstrasse – Rapperswil – Seedamm (409 m) – Hurden (416 m) – Pfäffikon Kreisel (418 m) – Altendorf – A3-Unterführung Breiten – Spreite, Kreisel – Allmeindstrasse P.445 – Galgenen P.438 – Kapellhof P.432 – Kreuzstatt (436 m) – Mosen (476 m) – Vorderbergstrasse – Restaurant Gusöteli (547 m) – Lauisberg (579 m) – Stalden – Breitrüti (668 m) – Ober Arschrüti – P.722 – Vorder Ful Gaden – Staldenbawald (P.749) – Oberflühli – P.726, Zinsisgschwändplätz – Flüehstrasse bis Brücke Wägitalstrasse (Sonne, 713 m) – Vorderthal (734 m) – Falz – Tunnel, Staumauer (902 m) – Seestrasse – Innerthal (906 m) – Ännetaa (921 m) – Oberhof (932 m) – Fläschloch – Bruch (918 m) – Hundsloch – Aberenbach – Au (911 m) – P.904 – Stock – Schlierenbach (905 m) – Schrähbach – Staumauer (902 m) – Rückweg ab hier wie Hinweg
Aufstieg: ca. 1100 m
Abstieg: ca. -1090 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 40 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 09:45 bis 16:25 Uhr