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Vom Gemmipass (2268 m) nach Sunnbüel (1932 m)

Zugegeben, diese Winterwanderung ist nicht gerade die Herausforderung – einmal im Leben aber muss das sein. Wochentags und erst noch in der Zwischensaison, also blieb der sonst zu befürchtende Andrang auf dieser Wanderautobahn aus. Die Gegend kannten wir schon von unserer Wildstrubel-Winterbesteigung (Februar 2015) und von der Wildstrubel-Überquerung im Sommer gleichen Jahres. Diesmal reisten wir am Vortag an, um in der modernen Gemmi-Lodge zu übernachten – sehr empfehlenswert! Das Gebotene: Bergfahrt mit der Gemmibahn hoch zum Gemmipass, Komfortdoppelzimmer, Viergangmenü, Frühstücksbuffet, Marschtee – alles für sage und schreibe 108 Franken pro Person. Und im Preis inbegriffen: das sagenhafte Panorama zu den Walliser Hochalpen (siehe Bilder).

Nach einer sternenklaren und erholsamen Nacht starteten wir in den Schönwettertag – nicht zu früh, um zehn vor Zehn, erste Sonnenstrahlen erreichten bereits den nach Norden geneigten Abstieg zum zugeschneiten Lämmerendalu hinunter. Doch erst widmeten wir uns dem überraschenden Vorbeiflug eines Bartgeiers – die Fotos leider unscharf. Natürlich beeindruckte uns auch der kolossale Nachbar namens Daubenhorn (2942 m), der Blick zur Lämmernhütte SAC hinüber und zu Wildstrubel, Steghorn, Lämmerenhorn usw. Maschinendonner über dem Lämmerenboden – ein Superpuma näherte sich und landete. Die Armee führte hier oben gerade hochalpine Ausbildungstage für angehende Piloten durch. Für den ca. 1 km langen Abstieg zum 160 m tiefer gelegenen Daubensee hinunter nutzten wir weitgehend die gespurte Piste. Ein Versuch daneben abzusteigen, war nicht gerade das Gelbe vom Ei (überfrorener Schneedeckel). Der topfebenen Fläche nach zu beurteilen, liefen wir nun auf dem gefrorenen See, auf dem nahe dem Westufer verlaufenden Trail. Kaum Wind, wenige Gleichgesinnte unterwegs, vorzüglich! Zur Rechten blinzelte die Sonne hinter den Plattenhörnern hervor, weiter östlich das markante Rinderhorn. Nach ca. 1.8 km erreichten wir das nördlich gelegene Seeufer – dort wo der Sommerwanderweg einmündet. Nach einem kurzen und leichten Aufstieg zum Punkt 2229 folgte die Abstiegstrecke in Richtung Schwarenbach. Im Seestutz genannten, ab und zu steilen Abstieg, waren wir gut bedient, auf Schneeschuhen zu laufen. Links über uns die Wand mit dem Felshore, vor uns die Wyssi Flue, dazwischen das verspurte Schwarzgrätli. Bald wurde der Blick frei zum Berghotel Schwarenbach, wo sich – von weitem unschwer zu erkennen – einige Berggänger wohl bei Kaffee und Kuchen sonnten. Das ahmten wir natürlich gerne nach (Tee ohne Kuchen, versteht sich…). Nach dem Berghotel folgte ein Flachstück von einigen hundert Metern; hier begegnete uns eine Schar fröhlicher Frauen in Belle Epoque-Kleidern. Die Epoche der vorletzten Jahrhundertwende wird in Kandersteg publikumswirksam zelebriert. Ab Punkt 2056 gerieten wir in den Schatten des mächtig aufragenden Chli Rinderhorn; nach dieser engen Stelle öffnete sich der Blick zur Spittelmatte und zum Sunnbüel hinunter. Eine undeutliche Spur durch das unterhalb des Chli Rinderhorns durchführende (ehemalige) Felssturzgebiet mieden wir. Etwas weiter unten erreichten wir auch die Sonne wieder. Wenig später der markante Brocken, welcher die Kantonsgrenze VS/BE markiert . Den Arvewald könnte man hier auch südwestlich umrunden. Auf der Spittelmatte (die Alp «zwischen den Kantonen») angelangt, hielten wir bei Punkt 1884 in Richtung Üschenengrat, um an den Alpgebäuden und den unter Schnee liegenden Arveseeli vorbeizulaufen. Im Aufstieg heizte uns die kräftige Sonne mächtig ein. Vorbei an der Bergstation des seit 2021 geschlossenen Skilifts war die Höhe von etwa 1970 m.ü.M. erreicht, der kurze Abstieg zum Sunnbüel – vorbei an der Altelshütte – Formsache. Dieser Schlussabschnitt war besonders eindrucksvoll: Blick hinunter zur Spittelmatte, zu den diese überragenden Gipfeln Altels und Unders/Obers Tatelishorn, zum gewaltigen Doldenhorn, ins Gasteretal und zum dahinter liegenden Kanderfirn. Standesgemässer Schlusspunkt dann auf der sonnigen Terrasse des Bergrestaurants Sunnbüel – schöner Abschluss einer eindrücklichen Winterwanderung! Um drei Uhr dann die Talfahrt mit der Bergbahn nach Eggschwand hinunter und von dort mit dem Ortsbus zum Bahnhof Kandersteg (2.7 km).

Fazit:
Zwei Genuss-Tage vom Feinsten in der Hochgebirgswelt im Grenzgebiet VS/BE – mit oder ohne Schneeschuhe möglich.

Wetterverhältnisse:
Sonnig mit leichter Bewölkung, Temperatur beim Start ca. -6°. Beste Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 50 cm Pulver), Wind NW (7 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, Kartenmaterial/GPS (Lawinenausrüstung auf der markierten Route nicht erforderlich)

Lawinensituation:
Laut SLF Gefahrenstufe Mässig 2, falls die markierte Route nicht verlassen wird

Parameter:
Tourdatum: 13. Januar 2023

Schwierigkeit: WT1-2

Hinfahrt: ÖV bis Leukerbad (ca. 4 Std.), Gemmibahn hoch zum Gemmipass
Rückfahrt: Talfahrt mit der Bergbahn Sunnbüel-Kandersteg, ÖV ab Kandersteg (ca. 3.25 Std.)
Strecke: 9.2 km, Gemmipass (2268 m) – Lämmerendalu – Daubensee (2207 m)  – P.2229 – Seestutz – Berghotel Schwarenbach (2060 m) – P.2056 – Arvewald P.1897 – Arveseeli P.1884 – Spittelmatte – P.1927 – Sunnbüel (1932 m)
Aufstieg: ca. 150 m
Abstieg: ca. -550 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 09:50 bis 13:50 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 6|6: Genusstour Jufplaun

Soviel im Voraus: entgegen aller Erwartungen erlebten wir eine winterliche Tourenwoche im Val Müstair bei mehrheitlich schönem Wetter – keine Selbstverständlichkeit in diesem schneearmen Winter. Die schöne Unterkunft und die tolle Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera liessen keine Wünsche offen, und das Programm mit fünf geführten Tagestouren (WT2-3) bot einige durchaus anspruchsvolle Tourenerlebnisse, verbunden mit viel Spass. Danke herzlich dem ganzen Team des Staila und allen Leitern und Beteiligten für die tolle Kameradschaft.

Für heute war eine abschliessend Genusstour geplant mit Start ab Buffalora an der Ofenpassstrasse und an der Grenze des Schweizerischen Nationalparks: eine Runde zur Hochebene Jufplaun. Den Ausgangspunkt erreichten wir nach einer kurzen Postautofahrt über den Ofenpass. Aufgeteilt in zwei Gruppen – die Gruppe Roland bestieg den Munt Buffalora – starteten wir um 10:10 Uhr bei der Postautohaltestelle beim geschlossenen Berggasthaus Buffalora. Nach Überquerung der eingeschneiten Ova dal Fuorn nutzten wir unsere alten Spuren vom letzten Dienstag in Richtung Alp Buffalora. An den Alpgebäuden vorbei, stiegen wir auf der steilen Alpstrasse hoch bis zur bei P.2195 stehenden Hütte. Nun voll an der Sonne, liefen wir gemütlich in Richtung Chasa da Cunfin (2264 m.ü.M., ehemaliger Grenzwachtposten und heute Erdbebenmessstation der ETH). Bei P.2220 überquerten wir die kleine Brücke über die Aua da Murtaröl. Die Spur zur Chasa da Cunfin verliessen wir nach links, um im unverspurten Gelände ostwärts weiter aufzusteigen ins Gebiet Döss da las Plattas. Im Windschutz einiger Felsbrocken nutzten wir eine aussichtsreiche und windgeschützte Stelle als Beobachtungsposten zum Gipfel des Munt Buffalora. Und tatsächlich, um 12:15 Uhr war es soweit: Roland, Doris, René, Amandus und Sepp waren deutlich zu erkennen; herzliche Gratulation! Wir genossen die ausgiebige Mittagsrast. Gut verpflegt machten wir uns unter Führung Severins’s auf zum Abstieg. Unterhalb Döss da las Plattas betraten wir wieder Wald, wo wir unsere eigene Spur ziehen durften – besonders reizvoll der Abschnitt im winterlichen Arven- und Föhrenwald. Etwas flacher dann die Querung der im Sommer feuchten Moorlandschaft. Am Eingang zum Val Murtaröl folgten wir der alten Abstiegsspur vom Dienstag, entlang des Bachbetts der Aua da Murtaröl. Auf der Alp Buffalora wieder angekommen und die Alpstrasse überquerend, durchliefen wir die Ebene der Sonne entgegen in Richtung Berggasthaus Buffalora Parkplatz P10. Wie bekannt, ist das Berggasthaus wegen eines Murgangs (25.07.2022) schwer beschädigt und für längere Zeit geschlossen. Deshalb fuhren wir mit dem Hotelbus in Etappen hoch zur Passhöhe, um im Hotel und Restaurant Süsom Givè Kaffee und Kuchen zu geniessen – ein wunderbarer Abschluss!

Fazit:
Zum Abschluss dieser schönen Tourenwoche der wettermässig schönste Tag – ein richtiger Genuss obendrein!

Wetterverhältnisse:
Sonnig, Temperatur beim Start -5°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm Pulver), Wind SSO (2 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 13. Januar 2023

Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Hotelbus bis zum Ofenpass, Postauto bis Fuldera Cumün
Strecke: 7.1 km, Buffalora P10 (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – Buffalora (2195 m) – Brücke über die Aua da Murtaröl (2220 m) – Döss da las Plattas (2260 m) – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora P10
Aufstieg: ca. 334 m
Abstieg: ca. -334 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 14:10 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 5|6: Skiberg Minschuns (2520 m)

Den Ausgangspunkt unserer heutigen Tour, die Talstation im kleinen Skigebiet Minschuns, erreichten wir mit dem Sportbus. Um halbzehn Uhr starteten wir, und zwar im Direktaufstieg, erst entlang der Piste. Wenig später links (westlich) ausholend, um bereits nach einer halben Stunde die Station Alp da Munt zu erreichen. Oberhalb der steilen Piste dann auf einer eigenen Spur durch ca. 40 cm Neuschnee – anstrengend, dank Severin aber vorerst ohne grosse Anstrengung. Bei P.2320 vollzogen wir dann eine Spitzkehre, um südwärts zum P.2340 zu queren – abschüssig das Gelände, und aussichtsreich! Den steilen Schlussaufstieg zum Gipfel (180 Hm) bewältigten wir, noch immer im unverspurten Tiefschnee in unzähligen Serpentinen. Für den Aufstieg bis zum Minschuns benötigten wir etwas mehr als anderthalb Stunden – für uns mehrheitlich Senioren eine gute Leistung. Den Windschatten der kleinen Gipfelhütte nutzten wir für eine Trinkpause, und selbstverständlich für eine Gipfelfoti. Danach folgte der ziemlich steile Nordabstieg über 150 Hm, manche mehr oder weniger rutschend und oft auf individueller Spur. Den 2445 m hohen namenlosen Gipfel umrundeten wir auf der von der Gruppe Roland gezogenen Spur. Den felsigen Mot Radond (2491 m) passierten wir an dessen Südflanke, um nach einigen Metern ein von der Gruppe Roland verlassenen, besonders sonnigen und windstillen Rastplatz zu nutzen. Wunderbar, diese schöne, abgeschiedene Bergwelt, angesichts toller Gipfel wie Piz Cotschen, Piz Murtera und weiter nördlich der Piz Sesvenna. Und erst der Blick ins Val S-charl mit der Alp Astras und dem God Tamangur – herrlich! Nach der ausgiebigen Mittagsrast folgte nach einer kurzen Querung eine etwas heikle Steilstufe bei P.2370 (Murters da Champatsch) – auf dem rutschigen und steinigen Schräghang war Trittsicherheit, aber auch Vorsicht gefragt. Alle haben diese kritische Stelle gut gemeistert; der weitere Abstieg über einen Gratverlauf und schliesslich zur Alp Champatsch hinunter verlief ohne weitere Schwierigkeiten. Kurz vor dem Weidezaun auf der Alp Champatsch liessen wir uns ablenken vom Schauspiel, welche ein Rudel herumtollender Gämsen in etwa 400 m Luftlinie in einer Lichtung vollführten – Severin meinte, es handle sich eindeutig um liebestolle Tiere – herrlich und einzigartig! Jetzt folgte der bekannte Abstieg über den steilen Sommerwanderweg. Das Alprestaurant La Posa Alp Champatsch liessen wir diesmal links liegen (Vortritt für die Gruppe Roland). Anstelle die nach Lü hinunterführende Alpstrasse zu begehen, stiegen wir ins Tälchen der Aua da Laider hinunter. Nach etwa 800 m, auf einer Höhe von ca. 1940 m.ü.M. überquerten wir den Bergbach über das uns bereits bekannte wacklige und stark vereiste Brücklein, um über eine kurzweilige Strecke bis zum kurz vor Lü im Wald gelegenen Kinderspielplatz nahe Prà Schoc zu gelangen. Danach erreichten wir die Alpstrasse, um über Lü Daint zum Dorf zu laufen. Mittlerweile war es kurz vor 15 Uhr, und die Sonne wich – wie in diesen Tagen oft – grauer Bewölkung. Zwar war die Sicht zu den umliegenden Dreitausendern vom Ortler bis zum Piz Daint gut, zum Staunen aber eindeutig zu wenig. Also nutzten wir die Zeit für einen Besuch im Gasthaus Hirschen, wo uns Erika, die symphatische Seniorchefin, gastfreundlich verwöhnte. Zufrieden traten wir danach die Postautofahrt nach Fuldera hinunter an.

Fazit:
Eine fordernde, aber wunderschöne Tour in grandioser Landschaft und bei schönem Winterwetter, spezielles Ambiente im geschlossenen Skigebiet.

Wetterverhältnisse:
Sonnig, nach dem Mittag leicht eintrübend, Temperatur beim Start -13°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm Pulver), Wind SSO (4 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-

Parameter:
Tourdatum: 12. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2-3
Hinfahrt: Sportbus ab Fuldera Cumün zur Talstation Minschuns (Skigebiet wegen Schneemangels geschlossen während der ganzen Woche)
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.8 km, Talstation Minschuns (ca. 2130 m) – Alp da Munt (2212 m) – P.2320 – P.2341 – Minschuns (2520 m) – Umrundung Piz Roland (2446 m) – P.2370 – Alp Champatsch, Alprestaurant La Posa (2088 m) – Aua da Laider (Brücke) – God Nair – Plattuns (P.1949) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 500 m
Abstieg: ca. -700 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std.
Tageszeit: 09:25 bis 14:45 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 4|6: vom Ofenpass über die Alp da Munt nach Lü

Kurze Postautofahrt auf den Ofenpass. Geführt von unseren sehr bewährten Guides verliessen wir den Parkplatz am unteren Ende, um anfänglich steil, aber auf guter Spur abzusteigen zur Plaun dals Bovs, wo wir die (apere) Passstrasse überquerten. Danach liefen wir gemächlich ansteigend zur Plaun da l’Aua hoch – von der Vorspurarbeit unserer Führer profitierend. Bei der kleinen, nach P.2136 stehenden Hütte genossen wir eine erste Trinkpause und wie immer an diesem Punkt: Severin hatte mit seinem geübten Jägerblick eine grosse Schar liebestoller Steinböcke und Steingeissen ausgemacht, welche in den Flanken des Munt da la Bescha in einer Distanz von ca. 400 m und auf einer Höhe von ca. 2300 m.ü.M. herum tollten. Nach dieser «wilden» Vorstellung stampften wir weiter über die Plaun da l’Aua. Bei P.2188 blieben wir hoch, um die Alp da Munt über die spektakuläre Landschaft der Dolinen zu erreichen. Mitten im kleinen Skigebiet von Minschuns angelangt, standen wir vor verschlossenen Türen des Bergrestaurants – das kleine Skigebiet war in dieser Woche wegen Schneemangels geschlossen. So stand uns die ganze (leere) Terrasse zur Verfügung, um die mitgebrachten Leckereien zu geniessen. Nach der Stärkung zogen wir weiter ostwärts über die breit gewalzte Spur. Bei P.2244 hielten wir die Höhe, um die Gegend Juata (über dem eingeschneiten Lai da Juata) zu queren. Jetzt verliessen wir den Sommerwanderweg, um noch etwas höher aufzusteigen. Auf einer Höhe von ca. 2285 m verliessen wir die Spur, um über unverspurtes Gelände in Richtung Alp Champatsch abzusteigen. Nach etwa 700 m erreichten wir wieder den Sommerwanderweg, der im Winter auch von Skitourenfahrer genutzt wird. Nach einem Abstieg von ca. 150 m erreichten wir das Alprestaurant La Posa Alp Champatsch – wo wir uns im Freien, windgeschützt zwischen den Gebäuden, den Genüssen hingaben (Kafi Schümli Pflümli zum Beispiel). Anschliessend liefen wir auf der Alpstrasse gemütlich nach Lü Daint und (3 km, 160 Hm Abstieg). Mittlerweile war es 15 Uhr, die Sonne und die umliegenden Dreitausender mit dem Ortler als Hauptdarsteller versteckten sich im Grau. Nach kurzer Wartezeit traten wir die Postautofahrt nach Fuldera hinunter an – zufrieden, einen wunderbaren Tourentag erlebt zu haben.

Fazit:
Eine Panoramatour bei schönem Winterwetter, wie auf den Tag genau vor einem Jahr(!) – immer gut für eine Wiederholung…

Wetterverhältnisse:
Sonnig, im Tagesverlauf leicht eintrübend, Temperatur beim Start -6°. Gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 bis 50 cm Pulver), Wind O (4 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 11. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Passo dal Fuorn
Rückfahrt: Postauto ab Lü bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.7 km: Ofenpass/Pass dal Fuorn (2149 m) – Plaun dals Bovs (P.2077) – P.2136 – Plaun da l’Aua (P.2153) – P.2188 – Alp da Munt (2212 m) – P.2244 – Juata – Alp Champatsch (2087 m) – Lü Daint – Lü (1916 m)
Aufstieg: ca. 304 m
Abstieg: ca. -514 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:05 bis 15:15 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 3|6: Munt Buffalora (Nebengipfel 2438 m)

In dieser Tourenwoche werden wir der Lawinengefahr wegen wohl kleinere Brötchen backen. Kein Problem, im Val Müstair, und insbesondere am Ofenpass gibt es viele Tourenziele. Heute versuchen wir die Besteigung eines Nebengipfels des Munt Buffalora. Nach der Postautofahrt nach Buffalora (P10) starteten wir kurz nach zehn Uhr – bei angenehmer Kälte (-8° C!). Nach dem Neuschneezuwachs war mühevolle Spurarbeit angesagt, welche unser bewährter «Vorarbeiter» Roland übernahm. Als Bildverantwortlicher durfte ich den einfachsten Job übernehmen – meist am Schluss der Kolonne eingereiht😎. Hart an der Nationalparkgrenze, dort wo die beiden Bäche Ova dal Fuorn und Aua dal Murtaröl zusammenfliessen, überquerten wir die zugeschneiten Bachbette, um dann durch ein unberührtes Wäldchen die siebzig Meter höher gelegene Alp Buffalora zu erreichen. Etwa hundert Meter unterhalb der Alpgebäude stiegen wir westlich in ein kleines, traumhaft winterliches Tälchen ein, welches zwischen Murtera da Chantun und Fop da Buffalora von O nach W verläuft. Auf der Suche nach der Ideallinie war kräfteraubende Spurarbeit (unseres Führers) angesagt, und das sollte für heute so bleiben. Nach der Durchschreitung des Tälchens wärmte uns die Sonne auf, so dass Kälte und Wind kaum zu spüren waren. Nach einer Trinkpause stiegen wir in regelmässigen Tritten nicht sehr steil auf bis nahe der Nationalparkgrenze (bei ungefähr 2300 m.ü.M.), den dekorativ verschneiten flachen Gipfel nunmehr in Sichtweite (Luftlinie 400 m). Danach überquerten wir den westwärts zum Nationalpark/Munt La Schera führenden (nicht sichtbaren) Sommerwanderweg. Kurz darauf steilte das Gelände auf und wir stampften in Richtung SW hoch zur Nationalparkgrenze. Die Schneelage war dürftig, der Untergrund ungünstig (vereist und steinig, ziemlich abgeblasen), so dass wir etwas Mühe bekundeten, den nötigen Halt zu finden. Ab einer Höhe von 2400 m.ü.M. liefen wir ziemlich genau auf der Parkgrenze, welche dem Grat entlang nach S verläuft. Hier öffnete sich der Ausblick nach Italien und zum Livigno-Stausee hinunter. Bald war das nahe Gipfelziel erreicht; der Blick zum 190 m höherstehenden 900 m südlich gelegenen Hauptgipfel des Munt Buffalora zeigte, dass bei solchen Verhältnissen von einer Besteigung eher abzusehen war (wenig Schnee, ausgeaperter, felsiger Untergrund). Nach etwa zweieinhalb Stunden Laufzeit war der mit einem Steinmann bewehrte Gipfel erreicht. Welch beeindruckendes Panorama: Ofenpassstrasse, Jufplaun, dahinter der Piz Daint. Die Windverhältnisse liessen sogar eine kurze Trinkpause zu. Für den Abstieg wählten wir sicherheitshalber unsere Aufstiegsspur. Ziemlich genau bei 2300 m.ü.M. trafen wir auf die Spur unserer zweiten, von Severin angeführten Gruppe; dieser folgten wir nahe des Sommerwegs in Richtung Aufschütthügel der Minieras da Fiern. Diese alten Eisenerzbergwerkstollen können im Sommer geführt besichtigt werden. Nach einem wunderbaren Abstieg durch lichten Arvenwald erreichten wir die bei P.2195 sehr sonnig gelegene Alphütte. Ab hier wanderten wir nicht auf der steilen Alpstrasse zur Alp Buffalora hinunter, sondern wir wählten die Strecke in Richtung Aua da Murtaröl und weiter in einer Linkskurve durch den hochwinterlich verschneiten Graben hinunter, bis die östlich der Alp Buffalora liegende weite Landschaft wieder erreicht war. Nach der Überquerung der eingeschneiten Aua dal Murtaröl und Ova dal Fuorn erreichten wir das leider wegen eines Murgangs geschlossene Berggasthaus Buffalora an der Ofenpassstrasse. So konnten wir die Wartezeit bis zum Eintreffen des Postautos nicht mit einer Einkehr überbrücken.

Fazit:
Eine kleine, aber feine Gipfeltour bei unerwartet schönem Wetter (besser als vorausgesagt…).

Wetterverhältnisse:
Ziemlich sonnig, Temperatur beim Start -8°. gute Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (geschätzte 40 cm, Pulver, teilweise etwas griesig und deshalb rutschig), Wind WNW (6-10 km/Std.).

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Sonde/Schaufel, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 10. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2-3
Hinfahrt: Postauto ab Fuldera Cumün bis Buffalora
Rückfahrt: Postauto ab Buffalora bis Fuldera Cumün
Strecke: 9.1 km: Buffalora (1967 m) – Alp Buffalora (2032 m) – Fop da Buffalora – Nationalparkgrenze – namenloser Nebengipfel Munt Buffalora (2438 m) – Fop da Buffalora – P.2195 – Aua da Murtaröl – Alp Buffalora – Buffalora
Aufstieg: ca. 552 m
Abstieg: ca. -561 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 40 Min.
Tageszeit: 10:10 bis 15:25 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 2|6: Runde Valchava – Palüetta – Lajazöl – Fuldera

Was für ein toller Beginn in die Tourenwoche: Frau Holle hat in der Nacht geschneit – endlich! Zum Einstieg planten unsere Tourenleiter eine nicht allzu schwierige Runde ab Valchava; den Nachbarort erreichten wir per Postauto. Von den Ortsmitte liefen wir direkt hoch zum Kalkofen (Chalchera). Am Waldrand bei P.1443 angelangt, hielten wir in Richtung W, um über eine Lichtung (Palüetta) erst ost- und wenig später auf einem Forstweg wieder westwärts aufzusteigen. Bei P.1629 erreichten wir die Via Val Mora um auf dieser wieder nach O zu laufen. Auf einer Höhe von ca. 1700 m.ü.M. verliessen wir den Weg in Richtung W um durch eine Wildruhezone zu laufen; hier dürfen nur die in der Karte eingezeichneten erlaubten Routen und Wege begangen werden. Weil in den bewaldeten Abschnitten wenig Schnee lag, war die tückische, vereiste Unterlage gut zu spüren. Nach knapp zwei km erreichten wir den baumlosen Steilhang Lajazöl, welcher ausserhalb der Wildruhezone liegt. In den Genuss von Wildtier-Anblicken kamen wir leider nicht. Am heute höchstgelegenen Punkt und mitten im Steilhang genossen wir (stehend) unsere Mittagspause und die wunderbare Aussicht zur gegenüberliegenden Talseite (Piz Terza, Alp Tabladatsch), die Sicht ab und zu aufgehellt von ein paar Sonnenstrahlen. Im Sommer Kultur- und Weideland, war dieser steile Hang jetzt tief eingeschneit. Vor uns nun die vorsichtige «Abfahrt» durch den Tiefschnee – unverspurte 200 Hm! Unten im Gebiet Plazzaraun angekommen, folgte die Querung des Val da l’Archa Gronda, über dessen Bächlein eine massive Brücke führt. Über den Bärenthemenweg folgten wir dem Nordrand des Wildruhegebiets Stablatschs nach W. Bei P.1646, kurz vor Fuldera, stiegen wir entlang der Verbauung Aua da las Fruos-chas hoch, um Pra Grond Fuldera zu erreichen.

Fazit:
Schneestampfen im Neuschnee, einfach herrlich, vor allem, wenn tüchtige Guides Spurarbeit leisten – danke herzlich!

Wetterverhältnisse:
Herrliches Winterwetter, bedeckt, teils sonnig, Temperaturen im Bereich >0°, wenig Wind (4 km/h SSO), ca. 30 bis 50 cm Neuschnee, Gelände unverspurt…

Ausrüstung:
Schneeschuhe, Stöcke, LVS/Schaufel/Sonde, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:
Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:
Tourdatum: 9. Januar 2022
Schwierigkeit: WT2
Strecke: 8.0 km, Valchava (1412 m) – Chalchera (1443 m) – P.1443 – Palüetta – P.1629 (Via Val Mora) – Plaun da las Ass – Lajazöl (P.1893) – P.1772 (Val d’Imez) – Val da l’Era – Val da l’Archa Gronda, Brücke bei P.1656 – Bärenthemenpfad bis P.1646 – Aufstieg entlang der Verbauung Aua da las Fruos-chas – über Pra Grond bis Fuldera (1636 m)
Aufstieg: ca. 561 m
Abstieg: ca. -333 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 50 Min.
Tageszeit: 09:15 bis 14:25 Uhr

Schneeschuh-Tourenwoche 2023 Val Müstair 1|6: Bärenthemenpfad Fuldera – Sta. Maria

Vorwort:
Wie schon in den Vorjahren stand die Januar-Tourenwoche im Val Müstair bevor. Wie immer liessen Unterkunft und Verpflegung im Landgasthof und Hotel Staila Fuldera keine Wünsche offen. Und für das Wochenprogramm mit fünf geführten Tagestouren war einigermassen gutes Winterwetter zu erwarten. Und endlich Winter! Pünktlich hat es etwas Neuschnee gegeben, im Tal ca. 30 cm, allerdings verbunden mit erheblicher Lawinengefahr, so dass die ganz hohen Gipfelziele nicht zu erreichen waren. Auch wenn die Schneelage nicht die Werte der Vorjahre erreichte, sorgten wenigstens die Temperaturen knapp unter der Nullgradgrenze für gute Aussichten. Wir reisten einen Tag früher an, um uns etwas anzugewöhnen.

Heute Sonntag unternahmen wir eine kurze und leichte Einlauftour – ohne Schneeschuhe, wegen der knappen Schneelage und der Vereisungen aber mit Grödeln ausgestattet. Der gespurte und gut markierte Bärenthemenpfad bot sich geradezu an. Nach dem Einstieg, gleich am südöstlichen Ortsende von Fuldera, liefen wir nahe dem Waldrand bis zur Brücke über die Aua da las Fruos-cha. Nach diesem leichten Anstieg war der heute höchstgelegene Punkt (1656 m) erreicht im Val da l’Archa Gronda. Nun öffnete sich der Blick nach Valchava und weiter ins untere Val Müstair. Der Trail führte direkt am Kalkofen (Chalchera a Valchava) vorbei. Anschliessend der leichte Anstieg bis ins Tälchen Bos-chetta und die Überquerung der Aua da Vau. Jetzt folgte ein Abschnitt durch den lichten Wald über den Fitnessparcour. Kurz vor Döss da las Levras der leichte Aufstieg auf dem Schutzdamm Val Quanas. Mittlerweile setzte der erwartete leichte Schneefall ein. Nach dem Abstieg zur Brücke über die Muranzina, und wenig später vorbei am geschlossenen Campingplatz Pè da Munt erreichten wir oberhalb Sta. Maria Val Müstair die Umbrail-Passstrasse (Wintersperre). Zur Ortsmitte hinunter waren es noch fünfhundert Meter. An der Haltestelle in Cumün endete unser «Spaziergang» und nach kurzer Wartezeit bestiegen wir das Postauto, welches uns in zehn Minuten bequem nach Fuldera zurückbrachte.

Zurück im Hotel blieb ausreichend Zeit für eine Teepause und die Begrüssung der laufend eintreffenden weiteren TeilnehmerInnen. Anschliessend und als Vorbereitung auf die kommenden Tourentage wurden wir – unter Leitung unserer initiativen Guides Heinz, Roland und Severin – im Rahmen einer sorgfältig vorbereiteten Übung mit der Handhabung unserer LVS-Geräte, Sonden und Schaufeln vertraut gemacht.

Fazit:
Kurze «Aufwärmtour» durch eine wunderbare Landschaft über den Bärenthemenpfad («Süls stizzis dal uors»), anschliessend ausgezeichnet inszenierte LVS-Übung in der Gruppe.

Wetterverhältnisse:
Bedeckt, leichtes Schneetreiben, Temperatur beim Start 0°. Kritische Schneeverhältnisse auf der gesamten Strecke (wenige cm, meist stark vereiste Unterlage, ohne Grödel schwierig zu bewältigen), Wind ONO (2 km/Std.), Pfad gut markiert und gespurt.

Ausrüstung:
Wanderschuhe mit montierten Grödeln, Stöcke, Kartenmaterial/GPS

Lawinensituation:

Laut SLF >2400 m.ü.M. Gefahrenstufe Erheblich 3-, darunter etwa 1 Stufe weniger

Parameter:

Tourdatum: 8. Januar 2022
Schwierigkeit: T1-2
Strecke: 6.1 km, Fuldera (1636 m) – Majarias (P.1646) – Val da l’Archa Gronda (P.1656) – Pravalchava – Chalchera (1443 m) – Multa – Bos-chetta – Aua da Vau (1485 m) – Döss da las Levras (1485 m) – Camping Pè da Munt (1431 m) – Via d’Umbrail (P.1426) – Sta. Maria Val Müstair (1376 m) Rückfahrt: Postauto ab Sta. Maria Val Müstair, Haltestelle Cumün Aufstieg: ca. 137 m
Abstieg: ca. -402 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 2 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 1 Std. 45 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 13:20 Uhr

Tanzbodenalp (1443 m) – Frühlingswanderung am Neujahrstag

Erst einmal allen Besuchern unserer Website „e güets Nöis!“, verbunden mit der Hoffnung, dass es besser wird…

Der Winter hatte vor ein paar Tagen ein kurzes Gastspiel, die zehn Zentimeter Weiss leider längst weggeschmolzen. Frühlingshafte Verhältnisse also auf dem auch heute vielbegangenen Weg hoch zur Tanzbodenalp. Diese Halbtagestour lohnt sich immer, vor allem nach einem exzellenten Silvesterabend, den wir mit Susanne und Richi erlebten. Unter dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“ schlossen sich unsere langjährigen Wanderfreunde spontan an. Zur Belohnung dann natürlich der Besuch in der gemütlichen Alpwirtschaft, welche seit kurzem von einem neuen Team, Stöff und Michaela, geführt wird.

Nach der kurzen Anfahrt über Gommiswald und Rieden starteten wir ab Parkplatz Bachmannsberg/Müselen. Für den Aufstieg wählten wir, wie fast immer, den steilen Direktaufstieg über den Hang hoch bis zur (geöffneten) Stockhütte (Skiclub Rieden). Ziemlich schweisstreibend! Weiter auf der Normalroute hoch zur Chüebodenegg. Ab dem Verzweiger dann in einer halben Runde entlang dem nicht sehr ausgeprägten Grat und vorbei an einigen Donnerlöchern hoch zur fünfzig Meter höherliegenden Tanzbodenalp. Unterwegs wurde die Sicht frei zum Säntis und zu den aufgereihten Churfirsten – wunderschön! Nach dem Genuss der Aussicht zum Alpstein und ins Toggenburg hinunter rein in die, wie erwartet, gut besetzte Stube. Nach der leckeren Mittagsverpflegung folgte der Bussgang hoch zum Gipfelkreuz und zur schön gelegenen und neu renovierten Tanzbodenhütte des SAC-Sektion Pfannenstiel. Der Abstieg dann auf der bekannten Aufstiegsroute, immer voll an der Sonne. Unterhalb Stock entschieden wir den kurzen Umweg über den obersten Parkplatz (P.1126) und auf der Fahrstrasse zum Cholwald zu laufen. So umgingen wir drohenden Rutschpartien im steilen Hang und genossen erst noch die Nachmittagssonne.

Fazit:
Eine gemütliche Kurzwanderung, ideal, um die Folgen der Schlemmereien etwas zu „verarbeiten“…

Wetterverhältnisse:
Schneefrei, frühlingshaft, sonnig, gute Fernsicht, wenig Wind aus SO, Temperatur bei ca. 12° (gefühlt sommerliche 20°)

Ausrüstung:
Normalwanderausrüstung Parameter:
Tour-Datum: 01.01.2023
Schwierigkeit: T1-T2
Strecke: 8 km, Aufstieg ab Parkplatz Bachmannsberg/Müselen oberhalb Rieden SG ( 959 m) – P.1086 – Stockhütte (P.1188) – Chüebodenegg (1402 m) – Tanzboden (1443 m) – Abstieg ungefähr wie Aufstieg, ab Stock über P.1126 (oberster Parkplatz) – P.1086 – Cholwald (P.1013) – Müslenen
Aufstieg: ca. 490 m
Abstieg: ca. -490 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 15 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:35 bis 15:50 Uhr

Am Fuss des Alpsteins: Schwägalp – Lehmen – Leuenfall – Weissbad

Wer heute Sonn(en)tag die Sonne sehen wollte, musste sich über der Nebelgrenze von ca. 1000 m.ü.M. bewegen. Das fiel uns leicht, der Alpstein liegt ja in der Nachbarschaft. Nach einer knappen Stunde Fahrzeit erreichten wir Urnäsch, wo wir zusammen mit einer Menge Wanderlustiger das Postauto zur Schwägalp bestiegen. Ausserhalb des Dorfes bereits an der Sonne, genossen wir die zwanzigminütige Fahrt. Auf der Schwägalp dünnte sich die Schar Wanderwilliger aus, nur einzelne wählten die Strecke über Siebenhütten zur Chammhalden-hütte des SAC Säntis, welche auf Siebenhütten grossspurig als «offen» angekündigt war – dort angekommen: keine Fahne, alles dicht. Machte uns nichts aus, wir wanderten weiter über die Potersalp. Von hier ging der (zugegebenermassen etwas eifersüchtige) Blick zum besonnten Kronberggipfel. Nebenbei: unsere Wanderung hätten wir auch dort starten können, aber dem zu erwartenden Volksauflauf dort oben zogen wir die schattenhalb verlaufende Strecke entlang der Nordwand des Alpsteins vor. Der tiefen Temperatur trotzten wir mit entsprechend höheren Schrittkadenz. Bei Dreihütten (es stehen mehr als drei Hütten dort…) hielten wir die Höhe, um in Richtung Schwizerälpli zu wandern, noch immer auf gutem Alpweg. Bei P.1394 vorbei an der Verzweigung, wbw-markiert ginge es über die Nasenlöcherroute zum Öhrlikopf (T5) und weiter zum Säntis. Unterhalb der Felswände tummelten sich Gämsen, an den Altenalptürm resp. auf dem Altenalpsattel turnten Bergwanderer. Wir blieben auf dem Alpweg, um wenig später die Alpgebäude Grossberndli zu erreichen; hier irrten wir und überquerten die Alpstrasse, liefen auf einer ostwärts verlaufenden, holprigen Spur hinunter zum Berndlibach, den wir über ein Brücklein querten. Ein Blick auf die Karte zeigte uns, dass viele Wege nach Lehmen führten. Nach wenigen Metern Aufstieg erreichten wir beim Wegpunkt 1163 eine Alpstrasse, welche uns zur Vordere Leu führte. Im darauffolgenden Kohlhüttenwald erreichten uns die ersten Sonnenstrahlen – was für eine Wohltat. Den zur Linken liegenden Leuenfall konnten wir aufgrund der Steilheit des Geländes nur vermuten. Viel wichtiger war uns vorerst, dass wir nach wenigen Minuten das Waldgasthaus Lehmen erreichten. Nach mittlerweile zweieinhalb Stunden (kurz vor ein Uhr) betraten wir die gemütliche Gaststube. Am Tisch an der Sonne liessen wir es uns während mehr als einer Stunde gut gehen; Chäshörnli mit Südwoscht schmeckten ausgezeichnet, ein Quöllfrisch dazu ebenso – wunderbar gastfreundlich die Bedienung, sehr zu empfehlen! Kurz nach zwei Uhr der Aufbruch, in Richtung Leuenfall – der Besuch dieses Kraftorts war Pflicht. Knapp zehn Minuten bis zum P.926, von wo der Wasserfall schon zu hören und zu sehen war. Einige Meter Aufstieg über bewurzelte Felsstufen, und schon standen wir vor der Stelle, wo der Berndlibach von einem 34 m höher liegenden Felsband herunter donnert – unerwartet eindrücklich. Zurück bei der Verzweigung liefen wir über die Brücke über den Weissbach, dann folgte ein ziemlich steiler Aufstieg, vorbei an einigen Bildstöckli. Östlich der nahe gelegenen Ahornkapelle stiegen wir weiter auf, um unterhalb Unteres Sönderli den Sönderlibach zu überqueren – eine wilde Gegend! Der Weg durch den Helchenwald führte über Lichtungen (Untere Helchen, Unterer Orlehand, Untere Gächten). Sonnenhalb wird dieser Abschnitt genannt – zu Recht, heute halt nur für kurze Zeit: während uns der tolle Ausblick (Ebenalp, Hoher Kasten, Kamor) noch betörte, trieb eine vom Ostwind angetriebene Nebelschwade ins Tälchen des Weissbachs. Fertig Sonnenhalb für heute: ab jetzt boten sich uns stimmungsvolle Nebelbilder. Zwischendurch hellte es für ein paar Sekunden auf, so dass wir die nach Gächten unterhalb stehende Sonnenhalbkapelle zu Gesicht bekamen. Hier könnte man links der geteerten Alpstrasse über einen wenige Meter höher gelegenen WW laufen; wenig reizvoll bei dieser Sicht. Vorbei an Hofstatt/Hinteres Loch erreichten wir Rechböhl bei P.891; ab hier führt ein WW steil und über einige hohe Tritte (80 Hm) ins im Nebel auftauchende Weissbad hinunter. Die halbe Stunde Wartezeit auf den Zug verbrachten wir im geheizten Warteraum, und kurz vor Sonnenuntergang(!) bestiegen wir das rote Zügli der Appenzeller Bahnen, um den Startpunkt Urnäsch bequem zu erreichen.

Fazit:
Eine in der ersten Streckenhälfte im Schatten des Alpsteins verlaufende Wanderung über Alpwege, ab Lehmen spendete die Sonne Wärme, auf dem Weg nach Weissbad (Sonnenhalb!) wieder im Nebel – schön wars allenthalben…

Wetterverhältnisse:
Schatten, Sonne, Nebel (was ein schöner November-Herbst zu bieten hat), Temperaturen im Bereich 2 bis 9°, Wind aus SO bis 20 km/Std.

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Kartenmaterial SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 13. November 2022

Schwierigkeit: T2
Strecke: 16 km: Schwägalp (1353 m) – Zweigemmer (1325 m) – Siebenhütten (1319 m) – Chammhaldenhütte (1396 m) – Luser (1378 m) – Dreihütten (1341 m) – Schwizerälpli (1394 m) – Grossberndli (1200 m) – Brücklein über den Berndlibach – P.1163 – Vorder Leu – Lehmen (967 m) – P.926 – Leuenfall – P.921 Brücke über den Weissbach – P.1018 – Unteres Sönderli (P.1024) – Untere Helchen (1095 m) – P.1015 – Untere Gächten – Gächten – P.916 (Sonnenhalbkapelle) – Hofstatt/Hinteres Loch P.910 – Rechböhl P.891 – Weissbad Bahnhof (815 m)
Aufstieg: ca. 478 m
Abstieg: ca. -1015 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 6 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 50 Min.
Tageszeit: 10:15 bis 16:25 Uhr