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Stöcklichrüz (1246 m) – mal anders

Nach diesen Hitzetagen und Tropennächten gabs heute nur eines: früh raus und ab aufs Bike, bei 19°C (07:30 Uhr) und leichtem Wind eine Wohltat! Bei der sich auch für heute abzeichnenden Hitze wollten wir um die Mittagszeit wieder zuhause sein. Also nahmen wir uns den Schneeschuh-Klassiker Stöcklichrüz ennet dem Zürisee vor. Auf dem Weg dorthin Einkehr auf der Gueteregg. Aber der Reihe nach: Die kurze Abfahrt nach Rapperswil-Jona hinunter (4.5 km) und das Flachstück über den Seedamm nach Pfäffikon SZ und von dort parallel zur A3 bis Altendorf war bekannt unspektakulär. Im Zentrum Altendorfs (kurz vor der Kirche St. Michael) der Abbieger in Richtung Berg. Über die Oberdorfstrasse und später über die Vorderbergstrasse erreichten wir rasch eine Höhe von ca. 700 m.ü.M. – entsprechend war die Aussicht auf den Obersee und die nahe Umgebung (ZO mit Bachtel, Speer, Federispitz). Trotz Motorunterstützung kamen wir auf dem steiler werdenden Strässchen zum Bräggerhof ordentlich ins Schwitzen. Gut, dass ab Bleikerbach der Wald etwas Schatten spendete. Bei Stollen dann wieder an der Sonne, tauchten wir anderthalb Kilometer weiter bei Hinter-Trittmarren in den Zauggenwald ein. Nach einer grossen Spitzkehre, kurz vor dem Hof Rindereggli, verliessen wir den Wald und das Strässchen. Ohne gross an Höhe zu verlieren, fuhren wir durch den Hintereggwald auf einer Forststrasse, auf welcher wir unterhalb Rindereggli und Gueteregg vorerst südlich umfuhren. Ab P.1233, dort wo aktuell geholzt wird, wählte Doris den Direktaufstieg, ich die Kurve hoch zur Alpwirtschaft Gueteregg. Kurz nach halb zehn Uhr waren wir die ersten Gäste, aber rasch kamen weitere (meist Biker) dazu. Bei schönster Aussicht in die nahen Schwyzer Voralpen genossen wir Kafi und Gipfel. Nach dieser etwas längeren Pause nahmen wir die Umfahrung der Grüebhöchi (1289 m) unter die Räder. Beim Hof Grueb missachteten wir das (unverständliche) allgemeine Fahrverbot, um auf dem holprigen Alpweg wenige Hm abzufahren bis zum Vogelherd; dieser Ort (mit dem schön ausgebauten Grillplatz) ist seit Monaten ein grosses Holzlager. Ab hier waren es nur noch 50 Hm hoch zum 400 m weiter stehenden Stöcklichrüz – die Direttissima über den Trampelpfad führte nahe an einer Herde Rinder vorbei – und sehr zum «Vergnügen» von Doris lagen einige frische Kuhfladen. Grund genug, sich zu sorgen, wie dieser stinkige Dreck wieder aus den Stollenpneus zu entfernen sei🤣. Der (flache) Gipfel gehörte uns allein, weit und breit keine Gipfelstürmer. Und die wenige Meter unterhalb stehende, neu in Holz erbaute Stöcklihütte war geschlossen (an Wochenenden geöffnet). Nachdem wir unsere Bikes an den Drehkreuzen durch den Weidezaun gezwängt hatten, fuhren wir locker ab über schönstes Alpgelände, resp. auf einer holprigen Alpstrasse über Wissegg, Müligassegg, am Naturfreundehaus Sonnenberg im Eggli vorbei. Ab hier ist die Strasse geteert, entsprechend konnten wir es sausen lassen. Den Etzel in Sichtweite, erreichten wir den Etzelpass und das Gasthaus St. Meinrad; keine Lust einzukehren… Die Umgebung wurde gerade von einer Schar Schülern belagert. Nach der Passhöhe die rassige Abfahrt auf der schmalen Passstrasse hinunter durch den Bannwald, vorbei am Meinradsbrunnen, und auch vorbei am seit Jahren geschlossenen Gasthof Luegeten (da hat jemand viiiiiiiiiiel Geld und wenig Bock, diese tolle Aussichtslage wirtschaftlich zu nutzen). Also weiter in Richtung Pfäffikon SZ, vorbei am Weiler Buechberg und über die A3 und vorbei an den Villen des Geldadels. Ab Ortszentrum bis zum Seedamm konnten wir den Langsamverkehr problemlos rechts überholen. Der Rest ist so schnell erzählt wie die Fahrt war: mit 25 bis 30 km/h «rasten» wir über den Seedamm, durch die Ortsmitte Rapperswils, ab Kempraten wenige Höhenmeter hoch über Hinterer Meienberg, Engelhölzlistrasse, Rüti ZH. Wie geplant, erreichten wir kurz vor der Mittagszeit und vor der zu erwartenden Nachmittagshitze unser kühles Zuhause wieder. Notabene: zum Zeitpunkt, wo ich diesen Bericht verfasste, war es draussen bereits wieder 33° C – am Schatten versteht sich…). Prost🍺🍺!

Fazit:
Eine wiederum aussichts- und abwechslungsreiche, klassische Biketour zu den Nachbarn im Kanton SZ.

Wetterverhältnisse:
Leicht bewölkt, sonnig, Fernsicht etwas diesig, Wind 10 bis 20 km/Std. W, ca. 19° (im Tagesverlauf >30°)

Ausrüstung:
e-Bike, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 20. Juni 2022
Schwierigkeit: Wenig schwierig, gut fahrbar
Strecke: 44.4 km: Rüti ZH (478 m) – Engelhölzlistrasse – Hinterer Meienberg (459 m) – Kempraten – Rapperswil (409 m) – Seedamm – Hurden – Pfäffikon SZ (418 m) – Lidwil – Altendorf (414 m), Abzweig bei der Kirche St. Michael – Oberdorfstrasse – Vorderbergstrasse – Stutz (639 m) – Landlütenhof – P.700 – Bräggerhof (817 m) – P.858 (Chumen) – Bleikenbach (925 m) – Stollen – Hinter-Trittmarren (1069 m) – Zauggenwald (P.1123) – Hintereggwald (P.1179) – P.1234 – Alpwirtschaft Gueteregg (1271 m) – Grueb (1240 m) – Vogelherd (1206 m) – Stöcklichrüz (1246 m) – Wissegg – Müligassegg (1162 m) – Stofelboden – Eggli (1092 m) – Grund (988 m) – Etzelpass, St. Meinrad (949 m) – Bannwald, Meinradsbrunnen – Luegeten (609 m) – Buechberg (542 m) – Brücke über die A3 (488 m) – Pfäffikon SZ – Seedamm – Hurden – Rapperswil – Kempraten – Hinterer Meienberg – Engelhölzlistrasse – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 1276 m
Abstieg: ca. -1191 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 20 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std.
Tageszeit: 07:30 bis 11:50 Uhr

Nüenchamm (1904 m)

Parkplätze stehen ausreichend zur Verfügung bei der Talstation Löölenboden der «langsamsten Sesselbahn der Schweiz» (Sportbahnen Kerenzerberg); mit ihr überwanden wir elegant die ersten 540 Höhenmeter. Direkt bei der Bergstation Habergschwänd genossen wir im Berggasthaus den Startkafi.

Während eine Seniorenwandergruppe in Richtung Talalpsee startete, nahmen wir den WW über den moorigen Zuezboden, der vom Wasser des Filzbachs gebildet wird. Bald leitete uns ein Wanderwegweiser weiss-rot-weiss in Richtung Nüenchamm (Vorgabe 1 Std. 45 Min.). Bald schon leicht ansteigend, vorbei an einem besonders schönen Knabenkraut (siehe Bild), erreichten wir die Skihütte Chalthüttli des Skiclubs Hausen a. A. Über wunderschönes Wiesland, gelegentlich noch etwas feucht und schmierig vom Gewitterregen des Vortags, überstiegen wir den zahmen Filzbach und verliessen den schattigen Wald. Bald war das Alpgebäude Stäfeli erreicht, von wo sich der Blick über den Walensee zum gegenüber liegenden Amden öffnete. In regelmässigen Abständen von neuen weiss-rot markierten Eisenpfosten geleitet, stiegen wir über Pfandliboden und Schüplanggen hoch. Trollblumen, Enziane, Alpenrosen, Sumpf-Dotterblume, Busch-Windröschen, wilder Thymian – die Natur präsentierte sich in intensivsten Farben. Bald auf dem Chammweg angelangt, steilte das Gelände auf, über uns felsige Flühe. Nach zwei Kurven, auf einer Höhe von 1700 m.ü.M. liefen wir leicht ansteigend und mit tollen Ausblicken (Linthebene, Walensee) dem Mittelband entgegen, den Durchschlupf im Blickfeld. Am oberen Ausstieg angekommen steht eine kleine Hütte, wunderbar die Aussicht zu Federispitz, Speer, Mattstogg, Säntis, Churfirsten. Über saftige Alpwiesen und Kalktritte erreichten wir bald die Verzweigung Ober Chamm; ab hier sind es noch 40 Hm resp. 200 m Strecke bis zum Gipfel. Kurz davor taucht das mehrgipflige Massiv des Mürtschenstocks auf – beeindruckend! Wenig später standen wir (nach 1 Std. 50 Min.) auf dem Nüenchamm – und das Schönste: der Gipfel gehörte uns allein! Entsprechend genossen wir den Aufenthalt ausgiebig. Das prächtige 360°-Panorama führte uns auch die von uns bereits besuchten Gipfel vor: Fronalpstock, Gemsfairenstock, Schilt, Tristli, Zindlenspitz, Rautispitz, Bockmattlistock, Chöpfenberg, Hirzli, Planggenstock, Federispitz, Speer, Säntis und natürlich die sieben Churfirsten. Und die Sicht über die Linthebene hinweg ging bis nach Hause (Luftlinie 28 km) – vielleicht sieht man uns winken… Nach diesem grossen Gipfelgenuss strebten wir den Abgang an: steil der Abstieg hinunter zur Alp Oberst Nüen (-350 m über 1.7 km Strecke). Unterwegs das geologisch aufregende Gelände im Meuloch, wo noch kleine Schneereste lagen. In steilen Serpentinen galt es die Schritte gut zu kontrollieren – wir übten diesmal ohne Stockeinsatz. Auf Nüensattel oberhalb der Alp Oberst Nüen angelangt, ging das Laufgelände über in einen Fahrweg, welcher zwischen den wenig höheren Erhebungen Sunnenspitz (1546 m) und Höch Farlen (1626 m) durchführte in Richtung N. Der Fahrweg wird wohl kaum viel befahren, und wenn, dann höchstens von einachsigen Fahrzeugen. Etwa hundert Hm oberhalb der Alp Mittler und Ober Nüen war die Unterlage «wunderbar» schottrig – keine Wohltat! Jedenfalls waren wir froh, nach ein paar Kehren die Besenbeiz zu erreichen. An diesem aussichtsreich und direkt am Schabzigerweg gelegenen Platz bot sich die Gelegenheit zum Genuss von leckeren Alpprodukten (Käse, Bauernschüblig), Adler-Bier dazu. Bei bester Sicht könnten wir wohl von zuhause aus jeweils Gäste erkennen… Gestärkt machten wir uns auf den ziemlich ruppigen und steilen Abstieg durch die Schwiilöcher zur Habergschwänd hinunter – damit schloss sich eine eher kurze, aber heftige Runde. Die Talfahrt mit der Zeitlupen-Sesselbahn war dann der vergnügliche Abschluss.

Fazit:
Hochsommer, wie aus dem Bilderbuch, Zeit für den Glarner Aussichtsberg!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, beste Fernsicht (bis zu den Bernern), Temperaturen im Bereich 12 bis 19°, praktisch windstill.

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke (nicht eingesetzt), SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 14. Juni 2022
Schwierigkeit: T2-3
Strecke: 7.3 km: Bergstation Habergschwänd (1278 m) – Zuezboden – Skihaus Chalthüttli (1370 m) – Querung Filzbach – Stäfeli (1426 m) – Pfandliboden, Schüplanggen – Chammweg – Durchschlupf Mittelband – Verzweigung Ober Chamm – Nüenchamm (1904 m) – zurück bis Verzweigung Ober Chamm – Meuloch – P.1624 – Nüensattel – Alp Oberst Nüen (1550 m) – Beizli Alp Mittler und Ober Nüen (1399 m) – Schwiilöcher – Zuezboden – Bergstation Habergschwänd
Aufstieg: ca. 670 m
Abstieg: ca. -670 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 15 Min.
Tageszeit: 10:00 bis 15:45 Uhr

Schnebelhorn (1291 m) – für Gäste das Beste!

Den höchsten im Kanton Zürich (auf der Kantonsgrenze ZH/SG) liegenden Gipfel zu bestiegen – ein Muss für unsere Gäste aus dem Fricktal, Doris und René. Die Planung der Strecke bot keine Schwierigkeiten, vielleicht mit Ausnahme der anzupeilenden Beizen. Um halb zehn parkierten wir an der Wolfsgrueb.

Der steile Abstieg von der Wolfsgrueb zur Tössscheidi hinunter (2,4 km, 170 Hm) – immer wieder spannend, und immer mehr oder wenige feucht – heute aber kaum rutschig. Steile Nagelfuhwände links und rechts, Giessen, das Wasser der Vordertöss, beinahe schluchtartig und wild – und an einer Stelle sogar ziemlich viel Sturzmaterial auf dem Weg. Die Gegend ist fast immer in Bewegung! Wanderten wir meist im Schatten, erreichten wir kurz vor der Tössscheidi die Sonne. Wo sich Vordertöss und Hintertöss vereinigen, zweigten wir ab und liefen der Hintertöss entlang, um nach ca. 300 m (bei den Hütten in der Bachscheidi) den schmalen Weg in Richtung Schnebelhorn zu nehmen. Jetzt wurde es steil, zum Glück noch meist im Schatten, die Unterlage sehr gut zu begehen, weil trocken. Nach etwa 1.4 km und 210 m Aufstieg erreichten wir das Berggasthaus Sennhütte. An dieser ersten Tankstelle liefen wir fast schon achtlos vorbei, denn wenig später (1 km, 100 Hm) kam schon die zweite Versuchung – der wir allerdings nicht widerstehen wollten: die Alpwirtschaft Tierhag. Der gefällige Neubau verfügt über eine (allerdings noch nicht fertiggestellte) Terrasse. Hier geht der Ausblick bis zu den Berner Viertausendern. Nachdem wir unsere Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt hatten, folgte gleich hinter der Wirtschaft der Einstieg zum Steilaufstieg zum heutigen höchsten Punkt (159 Hm über ca. 600 m Strecke, mittlere Steilheit ca. 35-40%). Auf dem Schnebelhorn angekommen, waren wir erwartungsgemäss nicht die einzigen Besucher. Gipfelföteli, Aussicht geniessen (Bodensee, Tödi, Glärnisch), und weiter ging es in Richtung SW, ein ruppiger Zwischenabstieg, der genau auf der Kantonsgrenze SG/ZH verläuft. Auf dem schmalen Pfad begegneten wir einigen BikerInnen, denen wir gerne den Vortritt gewährten (weil abzusteigen an dieser Hanglage schwierig wäre). Kurz vor ein Uhr erreichten wir (endlich…) die nächste Wirtschaft, Alp Schindelberg. Es lohnte sich, mit der Mittagsverpflegung zu warten; hier wird überraschende Berggastronomie geboten. Gut verpflegt brachen wir auf, schliesslich waren wir erst bei der Hälfte der Distanz. Auf dem Forstweg hinunter bis zur Hand – dem Übergang ins Goldingertal – waren 150 Hm abzusteigen, nicht sehr steil also, und vor allem im schattigen Wald. Von der Hand führte der Pfad etwa 150 m über der Hintertöss in attraktiven auf und ab zu Schwämi (von hier könnte zur Höchhand aufgestiegen werden). Wir wanderten ins Schwämitobel hinein, um unmittelbar nach dem Tobel wenige Meter aufzusteigen – bis zum uns bestens vertrauten Bergrestaurant Poo Alp. Eine weitere (und letzte) Einkehr heute, frische Erdbeeren und Glacé dazu – herrlich! So waren wir für den letzten Abschnitt auf der eher unangenehmen (geteerten) Unterlage hinunter zur Wolfsgrueb bestens gerüstet. Das war eine nicht zu kurze, sportlich-kulinarische Rundtour, und wir hoffen, unseren Besuchern aus dem Fricktal ein typisches Stück Zürioberland näher gebracht zu haben. Toll war’s!

Fazit:
Bestes Wetter, beste Stimmung, Zürioberland vom Feinsten!

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, beste Fernsicht (bis zu den Bernern), Temperaturen im Bereich 20 bis 27°, schwache Bise.

Ausrüstung:
Wanderschuhe, Stöcke, SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tourdatum: 11. Juni 2022
Schwierigkeit: T2
Strecke: 15.2 km: Wolfsgrueb (970 m) – Tössscheidi (796 m) – Bachscheidi (799 m) – Würzenegg – Schürli – Sennhütte (1029 m) – Tierhag (1042 m) – Schnebelhorn (1291 m) – Schindelberghöchi – Alp Schindelberg (1154 m) – Vorder Chneuel – Habrütiwald – Hand (1003 m) – Allmeind – Schwämi (1085 m) – Schwämitobel, P.1033 – Boalp (1086 m) – P.1048 – Wolfsgrueb
Aufstieg: ca. 750 m
Abstieg: ca. -750 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 7 Std. 15 Min. (vier Beizen an der Strecke!!) Benötigte Zeit ohne Pausen: 4 Std. 25 Min.
Tageszeit: 09:30 bis 16:45 Uhr

Bikerunde Zürioberland auf den Bachtel

Besuch aus dem Fricktal – Doris und René kannten unser schönes Zürioberland (noch) nicht. Das sollte sich ändern: heute Freitag mit den eBikes auf einer Rundtour, und morgen wandernd auf den höchsten Zürcher Gipfel, das Schnebelhorn.

Nach der etwas beschwerlichen Anfahrt aus dem Fricktal folgte erst der Genuss des Startkafis. Gegen elf Uhr fuhren wir gemütlich los, über den Golfplatz zum Ritterhaus Bubikon. Hier musste etwas Geschichte sein. Die Weiterfahrt nach Dürnten über flaches Gelände, nach der Ortsmitte mässig ansteigend nach Hadlikon, von dort etwas stärker steigend zur Höhenstrasse hinauf. In der Ortsmitte von Wernetshausen weiter auf der Höhenstrasse bis Girenbad. Ab Schofrain war eine Höhe von 800 m.ü.M. erreicht, so dass wir die Aussicht auf die Seen und die Voralpen geniessen konnten. Bei Tisenwaldsberg folgte die grosse Kurve in Richtung N, die beschriebene Aussicht nun im Rücken. Das schöne Wappenswilerriet umrundeten wir leicht erhöht, um über Maiwinkel den Weiler Bettswil zu erreichen. Bis zur Verzweigung Matt/Wirzwil durfte gemütlich gerollt und geschwatzt werden. Nach der Verzweigung wurde es dann etwas ruhiger😎, vor uns der Anstieg über 170 Hm zum Übergang namens Ghöch. Hier oben öffnete sich der Blick ins oberste Tösstal mit Ort Gibswil und den benachbarten Höhen Brandegg, Hüttchopf und Alp Scheidegg. In Richtung Linthebene und Glarnerland war die Fernsicht noch teilweise verhüllt, jedenfalls präsentierte sich Vrenelisgärtli & Co. vorerst noch nicht; nun gut, schliesslich wollten wir unseren Gästen morgen auch noch etwas zeigen… Gerade zeitig, um halb eins, nahmen wir Platz auf der Aussichtsterrasse des Restaurants Berg, wo wir köstlich verpflegt wurden. Der an sich leichten Kost folgte zum Abschluss eine Crèmeschnitte der besonderen Art, gell René! So waren die abgestrampelten Kalorien (teilweise) kompensiert, und wir nahmen die rassige Abfahrt gelassen unter die Räder. Die scharfe Abzweigung in Kleinbäretswil verpassten wir beinahe. Der folgende Teil der Strecke ist immer besonders reizvoll, weil die Linthebene, der Obersee und Wald ins Blickfeld geraten. Beim Hof Auen, oberhalb Gibswil, erreichten wir die Eggstrasse, auf welcher wir in Richtung W zur Schufelberger Egg hochfuhren. Oben angekommen, rückte der Bachtel, unser nächstes Ziel ins Blickfeld. Wir verliessen die Eggstrasse, um auf der Naturstrasse durchs Eggholz zum P.973 abzufahren. Hier wäre der nur Wanderern vorbehaltene Steilaufstieg (180 Hm) zum Bachtel möglich; wir wählten die Forststrasse über Eggholz und Fallentörli, um die Unterbachweid zu erreichen. Kurz vor dem Sagenbach dann die Spitzkehre auf die steile Bachtelstrasse. Jetzt nur nicht schlapp machen auf den sehr steilen tausend Meter Strecke bis zum heute höchstgelegenen Punkt. Auf die Besteigung des Bachtel-Swisscom-Turms verzichteten wir. Im Restaurant Bachtel Kulm war es ohnehin bequemer… Nach der Trinkpause verliessen wir die Aussichtsterrasse unseres Hausbergs; die folgende Abfahrt (9 km, 600 Hm) bewältigten wir mit Bravour und diesmal ohne Blessuren, gell Ruedi. Gesund zurück in Rüti, freuten wir uns auf das, was zwingend folgen musste: Dusche, Siesta und kulinarischer Tagesabschluss im wunderbar gelegenen Restaurant Alp Scheidegg (1196 m.ü.M.).

Fazit: Wie gewohnt sehr aussichts- und abwechslungsreiche, klassische Biketour im Zürioberland.

Wetterverhältnisse:
Prachtwetter, Restbewölkung vom Regen der Vortage, sonnig, gute Fernsicht, leichte Bise, Temperatur 14 bis 24°.

Ausrüstung:
e-Bikes, SchweizMobil, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 10. Juni 2022
Schwierigkeit: Leicht, gut fahrbar
Strecke: 37.3 km: Rüti ZH (478 m) – Golfplatz Kämmoos Bubikon (491 m) – Ritterhaus Bubikon (509 m) – Tannägerten – Dürnten (512 m) – Edlikon – Hadlikon (580 m) – Bodenholz – Looren – Höhenstrasse – Wernetshausen (724 m) – Girenbad (779 m) – Schofrain (824 m) – Tisenwaldsberg – P.799 – Wappenswil (822 m) – Maiwinkel (806 m) – Bettswil (804 m) – Matt/Wirzwil (802 m) – Ghöch )961 m) – Kleinbäretswil (902 m) – Lee (890 m) – Auen (886 m) – Schufelberger Egg (990 m) – Eggholz – Fallentörli – Unterbachweid (1005 m) – Bachtel (1115 m) – Orn (925 m) – Niderorn (866 m) – Ämet – Breitlen – Hasenstrick (757 m) – Hüslen – Breitenmatt (623 m) – Oberdürnten – Unterdorf – Ettenbol – Nauen – Tann (514 m) – Rüti ZH
Aufstieg: ca. 1000 m
Abstieg: ca. -1000 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 20 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 16:10 Uhr

Südtirol 4|4: Bikerunde oberhalb Eppan, bis es nicht mehr ging…

Für heute, dem vierten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts, war eine etwas anspruchsvollere e-Bike-Runde geplant. Wiederum direkt ab Feriendomizil fuhren wir hoch zur Ortsmitte von Oberplanitzing und von dort zur Mendelpassstrasse. Diese verliessen wir unverzüglich, um durch den Ortsteil Gand das Zentrum von Eppan zu erreichen. Den vertrauten Bergweg hoch erreichten wir bald einmal die Perdoniger Strasse, vorbei am Gasthaus Kreuzstein und am Staubecken Putschwaner See. Ab hier begann es steiler zu werden, kurz vor St. Vigilius öffnete sich das Gelände, und wir glaubten eine Art Übergang zu erkennen, über den wir nach Nals hinunter abfahren könnten. Daraus wurde nichts, aber mehr dazu später. Erst gelangten wir zum Einschnitt des Firmalinbachs, der ins Hocheppaner Tal hinunter rauscht und wenig später zu den Häusern des Weilers St. Vigilius. Links ragte der bekannte Gantkofel bedrohlich auf, rechts der Hügel mit den Namen Perdonig, resp. Vigiliusbichls, der uns vom Etschtal trennt. Nunmehr stärker ansteigend, fuhren wir an den Höfen Stocker und Ultner vorbei, dann leicht abfahrend ins Bärental, wenig später den Braunbachl querend und weiter ins Höllensteintal, wo der Schwarzenbach von der Gaiderscharte runter rauscht. Hier geht der Blick zur unglaublich spektakulär stehenden Burg Festenstein. Die Strasse wurde zum Strässchen mit zeitweise geschätzt >20° Steigung. Im Gebiet müssen übrigens Wölfe leben, jedenfalls leben die Schafbauern offensichtlich in stetiger Angst, was an den vielen (dramatisch bebilderten) Plakaten unschwer zu erkennen ist. Beim Moarhof dann ein kleines Missgeschick: mein Bike (Ruedi) warf mich ab, die Maschine ging zu Boden (ich nicht), in der Folge kratzten die drei grössten Radkränze stark, also musste ich fortan die höchste Unterstützungstufe (Turbo) fahren – kein Problem! Probleme gab es dann weiter oben, denn ein paar Serpentinen oberhalb des Weilers Gaid, beim kleinen Parkplatz, war fertig lustig: allgemeines Fahrverbot! Also ein kurzes Stück (zwei Kurven) zurück und weiterer Versuch am Hof Aigner vorbei zum Tinner Hof, über einen holprigen, aber gut fahrbaren Forstweg. Hier, zwischen Tinner Hof und Burgstalleck ein Wanderwegweiser, Nr. 6 nach Nals, könnte vielleicht gehen. Nach zweihundert Metern wurde der WW immer schmaler und steiler. Das 700 Hm tiefer liegende Nals war für uns so nicht zu erreichen. – also Kapitulation und Umkehr, solang es noch ging. Die Rückfahrt auf der bekannten Strecke war schon beinahe ein Vergnügen. Unterhalb Gaid begann es kurz zu tröpfeln und der nahe Donner kündigte Gewitter an. Nach kurzer Rast unterhalb des Moarhofs liessen wir es dann vorsichtig laufen. Rasch war das Staubecken wieder erreicht und wenig später der Gasthof Kreuzstein. Mittlerweile war die Witterung wieder freundlicher, und wir genossen in der Jausenstation eins dieser sagenhaften Marendbrettl (wie gewohnt 1 für 2), dazu ein Forst-Radler. Die sehr freundliche Wirtin empfahl uns für die weitere Fahrt den etwas höher gelegenen Weg Nr. 8B, der zum Steinegger hinunterführte. Das gelang problemlos – unterwegs im dunklen Wald maulte uns ein Wandersenior aus Südschweden an, wir sollten doch bitte die Tagfahrlichter ausschalten, weil er geblendet war. Im freundlichen Gespräch klärten wir ihn auf über die schweizerischen Gesetzmässigkeiten («sowas gäbe es in Tütschland nicht…»). Beim Hof/Hotel Steinegger bogen wir ab in Richtung Eislöcher. Nun folgten 5 km Singletrail über Wurzeln und Steine. Zwischendurch abzusteigen war besser als runterfallen. Beim Hotel Stroblhof, nahe der Wickenburg, endete das Drama, das eigentlich gar keins war – eher eine ziemliche Herausforderung. Aber alles ging gut, und wir fuhren durch die Quartiere Untere und Obere Gand hoch zur Mendelpassstrasse und von dort war unsere Basis in Oberplanitzing schnell erreicht.

Übrigens:
Bilder von der Fahrt über den Singletrail gibt es leider nicht, weil ich (Ruedi) keine Hand frei hatte🤣.

Fazit:
Eine (für uns) ziemlich fordernde Biketour war das! Wilde und abenteuerliche Ritte durch eine ebensolche Landschaft – morgen geht’s wieder nach Hause, und dann das Bike zum Mechaniker Harry.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, Sonne mit Schönwetterbewölkung, am Nachmittag leicht gewitterhaft, heiss ~27 bis 31°

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 2. Juni 2022

Schwierigkeiten: Anspruchsvoll, gut fahrbar
Strecke: 31 km, Weidlhof Oberplanitzing (ca. 480 m) – Dorfmitte St. Johann – Mendelpassstrasse – Gand – Eppan – Bergstrasse – Perdoniger Strasse – Staubecken Putschwaner See – Kreiter – Hocheppaner Tal – St. Vigilius (812 m) – Bärental – Schwarzenbach (Höllensteintal) – Gaid (902 m) – Tinner Hof, am Burgstalleck (ca. 1000 m)
Aufstieg: ca. 1020 m
Abstieg: ca. -1020 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 4 Std. 45 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:20 bis 16:05 Uhr

Südtirol 3|4: Bikerunde Tramin-Neumarkt-Kaltern

Für heute, dem dritten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts, war eine leichte e-Bike-Runde angesagt. Direkt am Feriendomizil bestiegen wir unsere Bikes, um zur Ortsmitte von Oberplanitzing hochzupedalen, über die wenig befahrene Preystrasse oberhalb der Weinberge und unterhalb der Mendelpassstrasse genossen wir die Fahrt nach Kaltern. Wir blieben oberhalb des Weinorts und fuhren an der Talstation der Mendelbahn vorbei. Ausserhalb Kalterns, nahe des Abenteuerparks, folgte eine schöne Waldstrecke, immer auf guter, geteerter Fahrstrasse. Oberhalb der Rastenbachklamm durchquerten wir den Taleinschnitt, wo bei Altenburg die Waldstrecke in aussichtsreiches Gelände wechselte. Auf einer Höhe von 581 m.ü.M. wurde die Fahrstrasse plötzlich ruppiger und enger, es folgte eine sehr steile Abfahrt nach Söll hinunter. Der Weinort Tramin, resp. dessen markant auf einem Hügel stehende Kirche im Blickfeld. Auch der Blick in Richtung N zum Kalterersee wurde erstmals frei. Wir durchfuhren den alten Dorfkern, um am Ortsende in Richtung Etschebene zu fahren. Auf der Bikern vorbehaltenen Fahrspur erreichten wir die Brücke über die Etsch und bald auch das Städtchen Neumarkt. Die Fahrt durch das schöne historische Zentrum ist aus vielen Gründen lohnenswert: viel Italianità, viele Lauben und – Restaurants(!). Ganz versteckt fanden wir die Tischchen des historischen Gasthofs zur Post, heute eine Trouvaille namens Johnson&Dipoli. Hinter den am Eingang stehenden grossen Sträuchern liessen wir uns gerne für eine längere Pause nieder – glasweise Franciacorta, begleitet von besten Tagliatelle al ragù, resp. Tatar – einfach nur lecker! Die Enoteca ist übrigens auch eine richtige Fundgrube; blöd nur, dass unsere Bikes keine Ladeflächen haben… Ungern verliessen wir diesen schönen Ort, durchfuhren das verkehrsarme, hübsche Zentrum in Richtung N, um den entlang der Etsch führenden Radweg zu erreichen. Nach etwa 3.3 km, auf der Höhe von Auer fuhren wir über die Etsch, um den Hügel namens Rosszähne (Denti di Cavallo, 608 m) westlich zu umfahren. Bald bogen wir auf den Seerundweg ein, um am Ostufer des Kalterersees entlangzufahren. Rasch war der Weiler Klughammer erreicht, wo einige moderne Bettenburgen stehen. Wir fuhren weiter auf dem Weg 20B, durch schönste Weinberge, um das ca. 150 m höher liegende Kaltern wieder zu erreichen. Mitten durch das geschäftige Zentrum, über den Marktplatz zum höher gelegenen Ortsteil Mitterdorf – diesmal ohne Einkehr. Auf der von der Hinfahrt bekannten Strecke fuhren wir gemütlich nach Oberplanitzing zurück. Gerade rechtzeitig zur Siestazeit…

Fazit:
Die erste Bikeausfahrt bot landschaftlich wiederum reizvolle Ein- und Ausblicke im Gebiet Überetsch, oberhalb Kaltern und Tramin und im Etschtal.

Wetterverhältnisse:
Hochsommerwetter, Sonne mit Schönwetterbewölkung, heiss ~26 bis 31°

Ausrüstung:
e-Bike, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 1. Juni 2022

Schwierigkeiten: Leicht, gut fahrbar
Strecke: 40 km, Weidlhof Oberplanitzing (ca. 480 m) – Dorfmitte St. Johann – Preystrasse nach Kaltern – Talstation Mendelbahn (493 m) – vorbei am Abenteuerpark Kaltern bis Altenburg – P.581 – Söll – P.391 – Tramin (223 m) – Traminer/Kalterer Möser – Brücke über die Etsch (220 m) – Neumarkt (214 m) – Etsch-Radweg bis Auer – Brücke über die Etsch – Innerhof/Gmund (219 m) – Seerundweg Kalterersee – Klughammer (225 m) – P.253 – durch die Weinberge hoch bis Kaltern – Marktplatz – Ortsteil Mitterdorf – Preystrasse zurück nach Oberplanitzing
Aufstieg: ca. 620 m
Abstieg: ca. -615 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 10 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 2 Std. 40 Min.
Tageszeit: 11:00 bis 16:10 Uhr

Südtirol 2|4: Eppaner Burgenwanderung

Für den zweiten Tag unseres Südtirol-Aufenthalts folgten wir der Idee unserer GastgeberInnen: eine Rundwanderung zu den Eppaner Burgen. Nach kurzer Fahrt parkieren wir in St. Pauls, einem Ortsteil von Eppan. Von dort führte der St.-Justina-Weg (gekennzeichnet als Wanderweg Nr. 8A) zur gleichnamigen Kirche hoch – betörend der Ausblick ins Tal der Etsch und nach Bozen. Nach der Kirche, beim Kronhof vorbei, erreichten wir den deutlich mit 8A markierten, aber unscheinbaren Pfad durch Gestrüp und ein durch ein Zaungatter durch die mit Felsbuckeln durchsetzte (geschützte) Trockenwiese, welche von Ziegen «bewohnt» wird. Unterwegs wurden wir besungen von einem Wiedehopf (u-u-uuuu!), der sich sogar fotografieren liess. Beim Kreuzstein (einem Aussichtspunkt mit markantem Kreuz) ging der Ausblick über die Umgebung von Eppan. Über einen leichten, bewaldeten Anstieg erreichten wir das Staubecken namens Putschwaner See. An dessen Nordende hatten wir für ein paar hundert Meter auf der nach Perdonig führenden Fahrstrasse zu laufen. Bei Pradol, einem Bauernhof, verliessen wir die Teerstrasse in Richtung Burgruine Schloss Boymont (noch immer 8A). Vor dem Einstieg in die kleine Schlucht ein schöner, eingezäunter und kunstvoll gepflegter Teich mit vielen blühenden Seerosen (siehe Bilder). Dann folgte der kurze Abstieg und der heftige Aufstieg zur bereits durch die Bäume sichtbaren Burgruine Schloss Boymont. Der Aufstieg zwar steil, mit hohen Tritten versehen, aber an den kritischen Stellen gut gesichert – harmlos. Immer wieder der schöne Durchblick nach Eppan hinunter. Im Schloss – eigentlich eine Burgruine – angekommen, bestiegen wir den höchsten Turm; das Treppenhaus wird gegen oben immer enger und dunkler (gut für schlanke Leute…). Zuoberst der Überblick über das schöne Land; sogar die bizarren Dolomitentürme Santnerspitze und Euringerspitze im Schlernmasssiv waren gut zu sehen. Eine Einkehr im Burgrestaurant liessen wir aus, weil wir erst noch zur benachbarten Burg Hocheppan laufen wollten, wo es auch eine Jausestation gibt. Der Weg dorthin ist nicht ohne. Nach etwa 1.1 km auf und ab führt der Burgenweg über einige Treppensektionen ins sehr wilde Hocheppaner Tal («Tälchen» wäre zutreffender) hinunter und vom tiefsten Punkt wieder hoch zum spektakulär trohnenden Schloss Hocheppan. Empfangen vom herzigen Burgbüsi schritten wir über die Holzbrücke und durch den parkähnlich gestalteten Eingangsbereich. Und schon standen wir mitten im Hof mit Schlossrestaurant; uns sagte ein Tisch zu, wo der Blick hoch zum mächtigen und bedrohlichen Gantkofel und zu den beiden Scharten ging (siehe unser Bericht vom Mai 2018 hier). Bei solcher Aussicht liessen wir es uns gut gehen, das leicht verspätete Mittagessen mundete vorzüglich – und die wunderschöne Burghündin (eine Berner Sennin) leistete uns geduldig Gesellschaft (und nein, nichts viel vom Tisch runter…). Auf dem Weiterweg stiegen wir steil ab zum nahen Kreideturm, einem hohen Wehrturm, der 65 m unterhalb der Burg steht. Vom nördlichsten Punkt unserer Burgentour wanderten wir nun in Richtung S weiter, erst durch schattigen Wald und auf schön eingerichtetem Weg, der parallel zur schmalen Burgstrasse zum Ebner hinunterführte, dann vorbei am Parkplatz und Schloss Korb (heute eine ziemlich komfortable Hotelanlage). Bald erreichten wir die Südtiroler Weinstrasse, mit Blick zum fotogenen Hügel, auf dem der Ortsteil Missian liegt. Weiter auf der Weinstrasse erreichten wir rasch den Startpunkt unserer Burgenwanderung im Eppaner Ortsteil St. Pauls.

Fazit:
Dieser zweite Wandertag bot landschaftlich wunderschöne Ein- und Ausblick in die reizvolle, westlich von Bozen gelegenen Gegend am Fuss des Gantkofels.

Wetterverhältnisse:
Immer noch Sommer im Mai, Sonne mit Schönwetterbewölkung, ~25 bis 28°

Ausrüstung:
Normale Wanderausrüstung, Kartenmaterial Kompass, GPS

Parameter:
Tour-Datum: 31. Mai 2022

Schwierigkeiten: T2
Strecke: 10.9 km, Eppan, Ortsteil St. Pauls (ca. 400 m) – St.-Justina-Weg – St.-Justina-Kirche – Ortsteil Aich, Wanderweg 8A – Kreuzstein – Staubecken Putschwaner See – Perdoniger Weg bis Abzweig Pramol (WW 8A) – Burgruine Schloss Boymont (580 m) – Burgenweg ins Hocheppaner Tal – Schloss Hocheppan (625 m) – Kreideturm – Schloss Korb (heute ein ****Hotel) – Missianerweg – Nussbaumerweg – St. Pauls
Aufstieg: ca. 620 m
Abstieg: ca. -550 m
Benötigte Zeit inkl. Pausen: 5 Std. 30 Min.
Benötigte Zeit ohne Pausen: 3 Std. 30 Min.
Tageszeit: 11:50 bis 17:20 Uhr